Über Trias und Jura in
den Südalpen
Ernst Wilhelm Benecke
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GEOesOSTTSCH- PALAONTOLOGISOBE
BEITRÄGE.
ERSTER BAND.
TEXT.
GEOßHOSTlSCH-PALSONTOLOGtSCHE
BEITRÄGE
HERAUSGEGEBEN
UNTER MITWIRKUNG VON DB. ü. 8CHL0ENBACH IN 8ALZGITTER
(HANNOVER) UND D«. W. WAAGEN IN MÜNCHEN
D8- E. W. BENECKE,
V ,' " DOCENT AN DKE ITKIVEBSITÄT HBIDKI3ERO.
ERSTER BAND.
MÜNCHEN, 1868.
R. OLDENBOURG.
Inhalt.
Die Verantwortung für den Inhalt der einzelnen Aufsätze übernehmen
stets allein die betreffenden Herren Autoren.
Heft I (ausgegeben December 1865):
('eher Trias und Jura in den Südalpen von Dr. E. W. Ben ecke Pag. 1 — 204
Heft II (ausgegeben November 1866):
Ueber die Zone dea Ammonites tratisversarius von Prof.
Dr. Albert Oppel, beendet und herausgegeben von
Dr. W. Waagen Pag.205-318
Zur Fauna der Hallstadter Kalke von Dr. Alphon a von
Dittmar Pag. 319— 398
Heft III (ausgegeben December 18ti7):
Ueber die Brachiopoden der norddeutschen Cenoman -Bil-
dungen von Dr. Urban Schloenbach Pag. 399 — 506
Ueber die Zone des Ammonites Sowerbyi von Dr. W. Waagen Pag. 507 — 668
30gie
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ÜBER
TRIAS UND JURA
IN DEN
SÜDALPEN
VOR
DR' E. W. BENECKE.
MÜNCHEN, 1866.
R. OLDENBOURG.
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Italien ist, wie wenig andere Länder, von der Natur dazu ausgestattet,
zu Beobachtungen über die Beschaffenheit seine» Bodens und zu Spekulationen
über die Entstehung desselben anzuregen. Wie die in mannigfaltiger Ent-
wicklung von den Höhen der Alpen und des Appennin bis hinab an die
Ufer des Meeres mit einander abwechselnden Eruptiv- und Sedimentairgebilde
Gelegenheit zur Erforschung der Lagerung und Beschaffenheit der Glieder
der Erdveste in ihrer jetzigen Erscheinungsweise gaben, so forderten Ver-
gleiche der reichen Fauna der Meere der Jetztwelt mit den in den Schichten
begrabenen Organismen, sowie die grosse Analogie der Produkte noch thätiger
Vulkane mit den Basalten und Tuffen des Vizentinischen zu Schlüssen auf
die Zustände und Erscheinungen früherer Epochen heraus.
Ausser diesen von der Natur selbst gegebenen günstigen Bedingungen
trug auch die politische Gestaltung des Landes sehr wesentlich zu einem
gedeihlichen Fortschritt der Erkenntniss bei, indem durch den Schutz und
die Anregung der zahlreichen den Künsten und Wissenschaften geneigten
Höfe und Republiken früher als anderswo die Möglichkeit eines frischen
geistigen Lebens überhaupt gegeben waren.
So sehen wir denn bereits um 1480 den berühmten Maler Leonardo
da Vinci, als er in seiner Jugend im nördlichen Italien Kanalbauten leitete
und auf zahlreiche Reste fossiler Muscheln stiess, die Ansicht aussprechen,
es müsse das jetzt trockene Land einst von einem Meere bedeckt gewesen
sein, in welchem die Thiere lebten, deren Reste man beim Aufgraben fand.
Spätere Beobachter erkannten die Aehnlichkeit dieser Versteinerungen mit
den Schalen im Mittelmeer lebender Mollusken und beschrieben die noch
täglich vor sich gehende Umhüllung fester Theile gestorbener Organismen
in kalkige Masse an den Küsten des Meeres, während sie zugleich die hebende
Kraft vulkanischer Thätigkeit herbeizogen, um die Entstehung der Gebirge
und die in denselben sichtbaren gewaltigen Verwerfungen zu erklären. Wenn
auch vielfach aufgehalten durch die scholastische Philosophie . welche die
Unvereinbarkeit dieser Anschauungen mit der Lehre von der Sündfluth
hervorhob, schritt doch die Erkenntniss bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts
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allmählig fort, wo Arduino (1759) in seiner Beschreibung der Gebirge um
Verona, Vicensa und Padua zuerst den Unterschied zwischen primären,
sekundären und tertiären Felsarten zeigte und nachwies, das» in jenen
Oegenden eine Reihe untermeerischer Ausbrüche stattgefunden haben müsse.
Ihm verdankt man auch die erste genauere Beschreibung der Reihe der
Flötzgebirge in den Umgebungen von Recoaro, wo spätere Hebungen auch
die tiefsten Bildungen weiter entfernt von den Centralmassen zu Tage gebracht
haben, als man es nach dem allgemein gültigen Gesetze des Aufbaues der
Alpen erwarten sollte.
Der Versuch einer Eintheiluug der Gesteine nach ihrer Entstehung und
Lagerung, wie ihn Arduino unternahm, bezeichnet einen Abschnitt in der
Geschichte der norditalischen Geologie. In den nächstfolgenden 70 Jahren
bemühte man sich sowohl innerhalb als ausserhalb Italiens, wo inzwischen,
besonders gefordert durch den Bergbau, das Studium der Geologie einen
sehr lebhaften Aufschwung genommen hatte, die italienischen Verhältnisse
mit fremdländischen zu vergleichen und eine (Jebereinstimmung der Nomen-
klatur herbeizuführen. Franzosen und Deutsche besuchten den Südabhang
der Alpen und die angrenzende Ebene und übertrugen die im eigenen Lande
angenommenen lokalen Bezeichnungen auf alpine Gebilde, während wiederum
manche italienische Schichtenbenennung ihnen annehmbar erschien.
Diese Versuche, das in verschiedenen Ländern gleichartig oder ungleich-
artig entwickelte zu erkennen, gewannen erst eine festere Basis, als man in
England, Deutschland und Frankreich begann, Lagerung, petrographische
Beschaffenheit und die Versteinerungen gleichmässig als Hülfsmittel bei der
Unterscheidung der Formationen zu Ruthe zu ziehen.
Epoche machend wurden in dieser Hinsicht W. Smiths Strata identified
by organized fossils(18lü — 1819), Humboldt s Essaie sur le gisement des
roches dans les deux hemisphaeres (J823), Brogniart's Tableau des terrains
qui composent Tecorce du globe (1829) und L. v. Buch's Jura in Deutsch-
land (1839), klassische Arbeiten, welche aus zusammenhangslos neben ein-
ander stehenden geognostischen Lokalbeschreibungen eine vergleichende
Wissenschaft schufen.
Ueberall machte sich nun das Bestreben der Verallgemeinerung bemerk-
bar, und die Italiener blieben nicht zurück. Catullo versuchte in seiner
Zuologia fossile (1827) die Begriffe des Zechsteins, des bunten Sandsteins,
Muschelkalks, Jura und der Kreide für das Venetianische festzustellen,
Buch's Reisen gaben Anhaltspunkte für die Einreihung der rothen Ammo-
nitenkalke in das System des ausseralpinen Jura, Curioni begründete
eine Eintheilung der lombardischen Trias, Zigno legte die Grenze zwischen
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Jura und Kreide fest, Escher und Hauer endlich diesen die Analogie der
in der Lombardei auftretenden Schichtenbildungen mit denen anderer alpiner
Territorien nach.
In den letzten Jahrzehnten begannen auch die so ungemein forderlichen
kartographischen Aufnahmen grösserer alpiner Gebiete, unter denen in erster
Reihe die Arbeiten des montanistischen Vereins in Innsbruck zu
nennen sind, dessen in grossem Maasstabe herausgegebene Karte von ganz
Tirol (1851) nach der veralteten 15 uc Irschen Skizze der Umgehungen des
Etschthals die ersten Anhaltspunkte bei einer Bereisung der südlichen Gebiete
gab. Die Studer-Escher'sche Karte der Schweiz (1853) zog noch die
ganze Lombardei in ihreu Bereich, während für das Venetianische nur die
wenig übersichtliche Fuchs 'sehe Aufnahme (1841) vorlag.
Die wichtigsten und grossartigsten Aufnahmen aber wurden von der
geologischen Keichsanstalt in Wien (seit 1850) begonnen. Die
Arbeiten der Mitglieder dieses Instituts lehrten zuerst die Verbreitung
identischer und analoger Bildungen durch das ganze Alpengebiet, insbesondere
auch den innigen Zusammenhang zwischen nord- und südalpinen Ablagerungen
kennen und führten zu der Ueberzeugung, dass nur wenige Sedimentair-
formationen einen wesentlichen Antheil am Aufbau der zu beiden Seiten
der krystalliuischen Centraikerne der Alpen sich hinziehenden Gebirgszonen
nehmen. Es stellte sich nämlich heraus, dass nicht, wie man früher häufig
aunahm, mancherlei paläozoische Bildungen in den Alpen eine ungemein
mächtige Entwicklung gefunden haben, vielmehr die Entstehung der schlechthin
als Alpenkalk und Alpendolomit bezeichneten Massen wesentlich uur in die
Trias- und Jurazeit falle.
Während jedoch die jurassischen Ablagerungen in den meisten Füllen
einen hinreichenden Versteinerungsreichthum zeigten, um nicht lange über
ihre ungefähre Stellung in der Reihe der Formationen in Zweifel zu lassen,
erwiesen sich die Kalke und Dolomite der Trias nur zu häufig fossilfrei,
so dass das Augenmerk sehr bald auf gewisse weiche merglige Einlagerungen
derselben gerichtet wurde, welche durch ihre organischen Einschlüsse sichere
Anhaltspunkte für die Altersbestimmung abgeben konnten. Eines der berühm-
testen und am längsten bekannten Vorkommen dieser Art sind die Schichten
von St. Cassian und der Seisser-Alpe in Südtirol, welche bereits eine
bändereiche eigene Litteratur besitzen. Ist es nun bis auf den heutigen Tag
uoch nicht gelungen, über die Verhältnisse selbst dieser am häufigsten
besuchten Localitäten ganz ins Klare zu kommen, und für weitere Forschungen
noch mancherlei übrig gebüeben, so kann es nicht Wunder nehmen, dass
andere, weniger betretene Theile des Gebietes noch in weit höherem Maasse
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* Stoff zu ferneren Arbeiten bieten. Es gilt diea besonders von dem südlichen,
ganz italienischen Theile Südtirols, von den Umgebungen des Et seht hals,
Val Sugana und Iudicarien, über die wir kaum mehr als Andeutungen
besitzen. Einen Beitrag zur näheren Kenntnis« dieser Gegenden zu geben,
ist der Zweck dieser Arbeit.
Ich habe nur wenige Worte über meine Untersuchungen, und die Form,
in der ich die aus denselben gewonnenen Resultate hier mittheile, voraus-
zuschicken. Man ist bekanntlich Bcobachtungsfehlern nirgends in höherem
Grade ausgesetzt, als in den Alpen, wo die so abweichenden Verhältnisse
und das überwältigend massenhafte der Erscheinung den nur an ausseralpine
Bildungen Gewöhnten leicht verwirren. Irrthüiner sind also sehr leicht
möglich, dieselben bleiben aber auch, da nur selten ein Forscher den Fuss-
stapfen seines Vorgängers so genau folgt, dass er dessen Beobachtungen
kontrolliren könnte, sehr lange bestehen. Die Möglichkeit wenigstens einer
solchen Kontrolle sollte nun aber meines Erachtens in allen solchen Arbeiten,
denen keine geognostische Karte beigegeben werden kann, dadurch in hin-
reichendem Umfang geboten werden, dass Lagerungsverhältnisse und Petre-
faktenvorkommnisse möglichst getrennt von allen auf denselben basirenden
Schlussfolgerungen angegeben werden.
So hob ich deun aus denen von mir besuchten Lokalitäten eine Reihe
der instruktivsten und leicht zugänglichsten heraus und beschrieb diese
genauer in einem gesonderten ersten Theil meiner Arbeit, um auch einem
flüchtig Reisenden die Gelegenheit zu geben, sich schnell ein auf eigener
Anschauung beruhendes Urtheil bilden zu können. Leicht wird man von
Mori oder Riva am Gardasee den Monte Baldo, von Roveredo aus
Volano und Xomi erreichen. Borgo bietet einen geeigneten Ausgangs-
punkt für eine Untersuchung des östlich von Trient gelegenen Val Sugana,
Pieve endlich und Storo liegen unmittelbar an der Iudicarien von Nord
nach Süd durchziehenden Hauptstrasse. An allen diesen Punkten fehlt es
nicht an deutlichen Aufschlüssen und meist finden sich auch zalüreiche Ver-
steinerungen. Die einigen Profilen beigegebenen Holzschnitte haben nur
den Zweck, die Uebersicht der angenommenen Schichtenabtheilungen und
deren Aufeinanderfolge zu erleichtern, beruhen aber nicht auf genauen
Messungen. Die Aufnahme von Profilen, welche den natürlichen Verhält-
nissen ganz entsprächen, wäre nur bei Anfertigung einer geognostischen
Karte eine lohnende Arbeit gewesen, hierzu aber fehlte mir, ganz abgesehen
von der nöthigen Zeit, eine in hinreichend grossem Maassstabe ausgeführte
topographische Grundlage. Zur allgemeinen Orientirung reicht die General-
stabskarte von Tirol ganz aus.
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In dem zweiten Theil meiner Arbeit suchte ich die Profile, soweit
meine eigenen Beobachtungen und die in der Litteratur vorgefundenen
Angaben ausreichten, unter einander in Zusammenhang zu bringen und ein
Geeammtbild der geognostischen Beschaffenheit des südlichen Theiles von
Südtirol zu geben. Während nun über triadische Ablagerungen der Südalpen
schon mancherlei, zum Theil sehr ausführliche Arbeiten vorliegen, sind die
jurassischen Schichten noch wenig eingehend behandelt worden, so dass für
diese eine kurze, den einzelnen von mir angenommenen Abtheilungen voraus-
geschickte historische Einleitung genügte, während bei jenen ein tieferes,
kritisches Eingehen nöthig erschien. Nach Vollständigkeit habe ich aber
hier nicht gestrebt, es wurde nur das für den vorliegenden Zweck Wesent-
liche hervorgehoben.1)
In einem dritten Theil endlich stellte ich die von mir gefundenen
Fossilreste zusammen und beschrieb eine Anzahl neuer Arten. Schauroth's
Verzeichnisa der Versteinerungen im Herzoglichen Naturaliencabinet zu Coburg
kam mir leider erst bei Beginn des Druckes zu, so dass ich dasselbe nicht
mehr in dem Umfang benutzen konnte, als. es mir, besonders für die Listen
der jurassischen Versteinerungen, wünschenswerth gewesen wäre. Zu einem
blosen Abdrucken der angeführten Namen von zum Theil nicht recht kenntlich
abgebildeten Bivalven konnte ich mich aber nicht entsehliessen, da ich nur
sicher Bestimmbares und Kenntliches in diesen ersten Versuch einer vollständi-
geren Zusammenstellung der südtiroler jurassischen Fauna aufnehmen wollte.
Auf meiner Reise unterstützten mich durch die zuvorkommendste Auf-
nahme sehr wesentlich die Herren Catullo und Baron von Zigno in
Padua, Curioni und Stoppani in Mailand, Ragazzoni in Breseia,
Pischl inRoveredo, Pichler in Innsbruck. Ganz besonders aber wurde
meine Arbeit gefördert durch die Herren Professor Oppel und Bergrath
Gümbel in München, welche mir mit grösster Liberalität aus denen, ihrer
Obhut anvertrauten Sammlungen das nöthige Material zur Bestimmung und
Vergleichung meinor Erfunde, sowie die einschlägige Litteratur zur Verfügung
stellten. Allen diesen Herren sage ich meinen verbindlichsten Dank.
') Ausführliche Lttteraturangaben über die Südalpen findet man bei:
Stoppani, Studii geologici etc. Mailand 18f>7.
Hauer, Erläuterungen zu einer geologischen Uebersichtjkarte der Lombardei.
Jahrb. geol. Reichsanst. IV. 1858. p. 445.
Rieht hofen, Qeogn. Beschr. der Umgegend ron Predazzo etc. 1860.
Senoner, Bibliografia delle provincie Yenete.
Sehr dankenswerthe Unternehmungen sind auch die gedruckten, im Buchhandel befind-
lichen Bibliothek* katuloge, so besonders
gehrauf, Katalog der Bibliothek des k. k. Hofmineraliencabinets in Wien. Wien 1864.
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Beschreibung der Profile.
X>£is Monte Baldo-Gebirge.
Zwischen dem Lago di Garda und dem Etschthal, gegen Norden
durch den tiefen Einschnitt des Lago di Loppio vom Zuge des Orto
d'Abram gerrennt, erhebt sich das Monte Baldo Gebirge, dessen im
Venetianischen gelegener Gipfel eine Höhe von 7000'- erreicht. Die Lage
desselben unmittelbar an der belebtesten Verkelirsstrasse von Deutschland
nach Italien und die Nähe eines der besuchtesten Seen der Südalpen machten
dasselbe zum hiiufigen Zielpunkt der Ausflüge Einheimischer und Fremder.
"Wohl wenige Reisende, die Riva oder Roveredo berührten, haben es
unterlassen, wenigstens die ersten Gebirgsstufen zu erklimmen, und wie dem
Touristen durch umfassende Aussicht und eine mannigfach wechselnde Reihe
lieblicher Bilder, so ist dem Forscher durch reiche Ausbeute an Versteiner-
ungen die Mühe des Ersteigens reichlich belohnt worden. Um so aulfallender
ist es, dass uns ausser flüchtigen Notizen und einigen kleineren Arbeiten
keine genaueren Beschreibungen dieser interessanten Gebirgspartie vorliegen,
die wegen ihres verhältnissmiissig einfachen Aufbaues und der klaren Auf-
einanderfolge der Schichten den Schlüssel zum Verständniss einer ganzen
Reihe südalpiner Bildungen bietet. Ich beschreibe im Folgenden zwei Profile
dieses Gebirges, eins vom nördlichen, eins vom südlichen Abhänge.
L Die Gegend zwischen Mori, Chizzola und dem Altissimo
di Nago.
a. 8piegel der Et*ch unterhalb Chizzola. b. Höhe nördlich von Crosano. c. Thal über
Tierno. d. Caatcll von Brentonico. e. Alpen am Monte Nago.
1. Graue Kalke des Unterooliths. 2. Schichten der Bht/nchonella bilobata und der Posi-
donomya alpina. 3. Rother Ammonitenkalk. (Schichten des Ammonite« acanthicu» und
der Ttrebratula diphya. 4. Biancone und Scaglia. 5. Nummulitenachichten. 6. Ba«alt.
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Oestlich von den Gehängen des Monte Nago, oberhalb St. Giacomo,
das man von Brentonico in einer Stunde erreicht, entspringt dieSorne,
ein kleines Gebirgswasser, das sich bei Chizzola in die Etsch ergiesst,
und so, indem es mit dem östlichen Abfluss des Lago di Loppio eine
gleiche Richtung einhält, einen parallelepipedischen Theil des Monte Baldo-
Gebirges abschneidet. Mit diesem zwischen Sorne, Etsch, Abfluss des
Lago di Loppio und dem höchsten Kamme gelegenen Terrain-Abschnitt1)
beschäftigen wir uns zunächst. Eine Ansicht desselben, wie er sich aus den
Gärten zwischen Mori und der Etsch darstellt, gibt die Skizze auf T. 1.
Dieselbe dürfte das Verständniss der Profilbeschreibung und die erste Orien-
tirung beim Besuche der Lokalität nicht unwesentlich erleichtern. Die
Schichten fallen vom Beschauer nach rechts, die Köpfe derselben in steilen
Abstürzen liegen links, so dass sich ein vollkommenes natürliches Profil von
wunderbarer Regelmässigkeit darbietet. Rechts begrenzt die Aussicht der
höchste Gebirg8kamm mit dem Altissimo di Nago (A), links hinten im
Etschthale die kühnen Spitzen der an der venetianischen Grenze gelegenen
Monti Lessini (B). Die zwischenliegenden Punkte sind durch Zahlen
und Buchstaben bezeichnet und werden beim Vergleich mit einer Karte')
ein schnelles Zurechtfinden möglich machen.
8chlägt man von Roveredo die Hauptstrasse nach Marco ein und
wendet Bich von diesem Orte westlich gegen die Etsch, so trifft man bei
Ponte di Tierno (der linken Ecke der Skizze auf T. L) den nordöstlich-
sten Ausläufer dos Monte Baldo-Gebirges, unmittelbar in die Etsch abfallend.
Einige Steinbrüche, schon von Weitem durch ihre lebhaft rothe Färbung
▼on der dahinter stehenden grauen Wand sich deutlich unterscheidend,
liegen an der äussersten von der Brücke berührten Spitze. Betrachtet man
aus einiger Entfernung diese vorderste Gebirgsmasse , so bemerkt man an
dem sehr deutlich zu beobachtenden Einfallen,* dass sie, obgleich die dahinter
stehende graue Wand unmittelbar berührend, doch mit derselben nicht in
ursprünglichem Zusammenhange steht. Man hat es offenbar mit einer ge-
waltigen, bei der Hebung des ganzen Gebirges entweder liegen gebliebenen,
oder später herabgebrochenen Masse zu thun.
') Vergleiche die Abhandlangen von 8tuder in Leonh. Zeitschr. filr Mineral. 1629
p. 250, Oppel in Zeitschr. d. deutsch, geolog. Gesellsch. 1863 und Emmrich in ßchaubach
deutsche Alpen IV. p. 304.
r) Die geognoetische Karte des Montanistischen Vereins, Innsbruck, Ferdinandeum
1851, ist trotz mancher, zur Zeit ihrer Publikation nicht zu vermeidender Fehler, auch
jetzt noch sehr schätzenswert!»; für das topographische Detail ist die Generalstabskarte
unentbehrlich.
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In dem ersten der kleinen Steinbrüche steht ein theils roth, theils gelb
gefärbter, auch marmorartig bunt gefleckter, sehr harter, splitteriger, kry-
stallinischor Kalkstein in mehreren Fuss mächtigen Bänken an. Stellenweise
geht derselbe in ein ausgezeichnetes Crinoiden-Gestein in der Art über,
dass beinahe das ganze Gestein aus den Kalkspath-Individuen der einzelnen
Stielglieder besteht und die Gesteinsmasse ganz zurücktritt. Rothe und gelbe
Färbung wechseln zwar, doch nimmt im Allgemeinen jene nach oben zu.
Versteinerungen sind nicht selten; doch gelingt es bei der grossen Härte
des Gesteins nur schwer, bestimmbare Stücke zu erhalten. Am ausgezeich-
netsten ist eine unsymmetrische gefaltete Rhynchonella, die ich mit keiner
bereits beschriebenen identificiren kann und desshalb als
RhyncJwtiella bilobata n. sp.1)
benenne. Nicht selten ist eine zweite gefaltete Rhynchonella von ziemlich
kugeliger Gestalt. Bei dem indifferenten Charakter derselben unterlasse ich
eiue speciHsche Bestimmung. Sie ist jedoch häufig in Südtirol und man
begegnet ihr in diesem Gestein beinahe überall.
Ausserdem fand ich eine kleine Lima mit feinen Rippen und einen
Pecten. Beim Verwittern treten überall die Stielglieder von Pentaorinus
spec. ind. hervor.
In dem zweiten, grösseren, gegen das Gebirge hin gelegenen Stein-
bruche findet man im Liegenden noch dasselbe Gestein mit denselben l'etre-
facten. Höher oben aber, in der obersten Schichte unter der Rasendecke,
die man am besten von oben her erreicht, nimmt das Gestein allmählig eine
dunkolrothc Färbung an, gegen die einzelne weisse, unregelmässig eingelagerte,
gangartig in die Umgebung sich verzweigende Nester scharf abstechen. Diese
weissen Massen bestehen beinahe ausschliesslich aus Schalen von
Posidonomya alpina Gras,
mir einzeln finden sioh Posidonomyen auch im rothen Gestein und ver-
schwinden in grösserer Entfernung von diesen Nestern ganz.
Theils zwischen denselben, theils im rothen Gestein, vereinzelt, aber
überall finden sich
Terebrattda curviconcha Opp.
Terebratida Gefion Opp.
Rhynchonella Brentoniaca Opp.
Nur Terebratida Gefion erscheint stellenweise mehr angehäuft und bildet
ein wahres Brachiopodenconglomerat.
') Siehe den paläontologisehen Theil, welcher die Bischreibung dieser und der weiter-
hin angeführten neuen Arten enthält,
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Enoriniten erscheinen ebenso häufig wie in der tieferen Abtheilung
und bilden einen zweiten Horizont, den ich im Gegensatz zu dem mit
RhtjnchoneUa bilobata auftretenden, als oberen Encriniten-Horizont
bezeichne.
Da die beiden Gesteinsgruppen sehr allmählig in einander übergehen,
läast aich eine Grenze zwischen beiden nicht scharf angeben und eine
Schätzung der Mächtigkeit gibt nur sehr annähernd richtige Werthe. Es
mögen die Schichten der Rhynchonella bilobata hier 100' haben, während
die Posidonom y en -Gest e ine kaum 20' erreichen.
Geht man auf dem Rasen, der die oberste Schicht des Posido nomyen-
G est ein es bedeckt, gegen da« Gebirge hin, so trifft man auf die bereits
erwähnte graue Wand. Gegen Süden verschwinden die rothen Kalk'e bald
und die grauen Schichten in regelmässiger Folge lassen sich bis hinab auf
den Spiegel der Etsch verfolgen, sind aber gerade hier wegen Steilheit des
Ufers beinahe ganz unzugänglich. Von dem scharf in den Fluss hinein-
tretenden kleinen Vorgebirge, welches den höchsten Punkt der Strasse von
Tierno nach Chizzola bildet, bis hinauf zur ersten Gebirgsstufe, lassen
sich hunderte, petrographisch sehr verschieden ausgebildete, ein bis mehrere
Fuss mächtige, graue Bänke unterscheiden. Jede derselben hat ihr eigen-
tümliches Ansehen auf dem frischen Gesteinsbruche, die meisten führen
auch verschiedene Petrefakten, doch nur einzelne von guter Erhaltung.
Immer aber wird man innerhalb Tirols die einzelnen Bänke leicht wieder
erkennen.
Da diese grauen Kalke die tiefsten in dem vorliegenden Profil zu
beobachtenden Schichten sind, beginne ich mit der Beschreibung derselben
und verfolge die überlagernden Complexc in einer auf der Etsch recht-
winklig stehenden Richtung, in deren Verlauf wir auch die bereits beschrie-
benen Crinoiden-Horizonte in ihrer normalen Stellung wiederfinden
werden.
1. Unmittelbar neben der Strasse, an jenem bereits genannten höchsten
Punkte, liegt eine etwas weiche, schiefernde Schicht, auf den Schichtflächen
ganz bedeckt mit Posidonomya- artigen Abdrücken und seegrasähnlichen
Pflanzenresten. Dieselbe trägt den Charakter einer aus Uferschlamm ge-
bildeten Ablagerung. Etwas höher hinauf zeichnen sich mehrere Schichten
durch dicke Wülste krystallinischen Kalkspaths aus, die beim Verwittern
aus der dichten Kalkmassc heraustreten und dem Gestein ein eigentüm-
liches und sehr bezeichnendes, runzeliges Aussehen geben. Andere Bänke
bestehen ganz aus dichten, splitterigen, theils dunklen, theils hellgrauen
Kalken, noch andere, besonders die gegen Oben liegenden, sind ausgezeichnet
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oolithisch, doch in verschiedener Weise. Entweder liegen die einzelnen
oolithischen Körner gesondert neben einander, ohne besonderes Bindemittel,
und dann pflegt das Gestein heller zu sein, oder aber in einer dichten,
dunkelgrauen Masse erscheinen nur die Umrisse kugeliger Concretionen mit
der Umgebung innig verflögst, als wären ursprünglich runde Kügelchen
gebildet worden, die später erst zu oiner Masse verbunden wurden, indem
die Oberfläche derselben durch das noch flüssige, bindende Medium von
Aussen imprägnirt wurde.
Aus den harten Kalkon wittern die Pctrefakte hier und da heraus und
bedecken dicht die Oberfläche der Bänke; allein sie sind dann meist bis
zur Unkenntlichkeit von den Atmosphärilien verwachsen.
In* den vom Abhänge herabgestürzten Blöcken am Wege, der von den
einzelnen, St. Caecilia genannten Häusern nach Crosano führt, gelang
es jedoch, aus dem Gestein herauszuarbeiten.
Tcrebratula fimbria Sow.
Tercltratula Rotzoana Schaur.
Terebrattäa ßmbriaefortnis Schaur.
Terebratttla hexagoncilis n. sp.
Ausserdem eine Reihe von Zweischalern. Ich führe hier und in den
folgenden Profilen immer nur einige der bezeichnendsten Arten an, während
die Zusammenstellung aller Erfunde später in einem besondern Abschnitte
folgt. Ich werde diesen ganzen Complex in der Folge als untere graue
Kalke, auch Schichten mit Terebratula fimbria bezeichnen. Spätere
Untersuchungen machen jedoch jedenfalls noch eine Sonderung in mehreren
Abtheilungen nöthig, so dass der JJame Schichten der Terebratula fim-
bria dann enger zu begrenzen sein wird.
2. Gehen wir nun zurück nach dem bereits genannten kleinen Vor-
gebirge und klettern von der Strasse den steilen Abhang hinauf, um unsere
Profillinie weiter zu verfolgen. Man trifft über allen den verschiedenen
Schichten der grauen Kalke, von denen einige eben näher beschrieben
wurden, oben am ersten grösseren Absatz helle, gelbe, krystallinische Ge-
steine, die sich allmählig aus den grauen entwickeln, denen ähnlich, welche
bei Ponte di Tierno im ersten Steinbruche anstehen. Steigt man das
gegen Westen unter etwa 15° einfallende Gehänge des nächst vorliegenden
kleinen, parallel mit der Etsch verlaufenden, Hochthälchen hinab, so findet
man beim Anschlagen der wulstig verwitterten Bänke in der That Encri-
niten und die verschiedenen Rhynchonellen. Etwas höher hinauf nach
Süden, wo in dieser Gegend das einzige bewohnte Haus steht, von dem ein
betretener Pfad nach Tierno fuhrt, finden sich dann auch
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3. die Schichten mit
Terebrattda curviconcha
und die obere Encrinit en- Ba nk. Auch sammelte ich hier schöne Exem-
plare einer Terebrattda cf. perovalis, von der ich jedoch nicht sicher bin, ob
sie den Schichten mit Terebrattda curviconcha oder denen mit RhynchoneUa
bilottata angehört. Noch mehr gegen das Thal der Sorne hin, an einem der
aus den Maisfeldern des südlichen Theiles des beschriebenen Thaies nach
Crosano führenden Wege, sind diese Schichten von eigenthümlich dunkler,
graubrauner Farbe, doch ebenso krystallinisch und reich an Encriniten-
Stielgliedern. Nicht selten finden sich hier einzelne zerstreute Fischzähne
(aus der Familie der Pycnodonten). Man kann den ganzen in Rede
stehenden Complex, dessen Mächtigkeit 50' betragen mag, im Streichen ver-
folgen von dem Sorne-Thal an, bis hinüber an den Abhang gegen die
Erweiterung des Etschthales zwischen Mori und Roveredo, immer den
Grund des Thälchens und stellenweise auch dessen westliches Gehänge
bildend. An dem nördlichsten Ende (N. 4 der Ansicht auf Taf. 1) mögen
die Schichten, welche wir bei Ponte Tierno kennen lernten, sich einst
angeschlossen haben.
4. Auf diese Schichten folgen, in einzelnen Kuppen aus den Maisfeldern
und Weingärten herausragend am Fusse des nächsten Rückens sehr schöne
rothe Kalke, von hellerer und dunkler rother Färbung. Theils homogen,
theils von weissen Kalkspathschnürcn durchsetzt und gefleckt, bilden die-
selben die verschiedenartigsten Marmorarten. Eine häufige und sehr eigen-
thümliche Gesteins- Varietät, die besonders in höheren Lagen sich einstellt,
verdient eine besondere Auszeichnung, da sie eine sehr vollkommen plattige
Absonderung mit sich bringt und als gesuchtes Baumaterial im Lande weit
verbreitet ist. Das Gestein besteht nämlich aus lauter rundlichen Knollen,
bis zu mehreren Zollen Grösse, die meist von etwas ander« nüancirter Fär-
bung als die verkittende Masse , dem Gestein ein buntes Aussehen verleihen.
Die einzelnen Knollen sind zwar von einer besonderen grünlichen Masse
umgeben, dennoch aber mit dem Muttergestein so fest verwachsen, dass
sie beim Zerschlagen eher springen, als sich herauslösen. Das Gestein in
dieser Ausbildung pflegt in deutliche Bänke von 1 bis mehr Zoll Dicke
gesondert zu sein, deren Oberfläche durch die hervorragende Knollen ein
höckeriges Aussehen erhält. Eine dünne, glänzende Haut einer thonigen,
eisenreichen Masse trennt dieselben und ist Ursache der leichten Spaltbar-
keit. Diese Platten gestatten die verschiedenartigste Anwendung; die ganz
dünnen eignen sich sogar zum Dachdecken, so dass man in Gegenden, wo
anderes Baumaterial fehlt, wie besonders oben auf dem Gebirge, ganze
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Hütten, Wände und Dächer aus solchen Platten construirt. Eine sehr
häufige Erscheinung ist das Vorkommen von Kieselausscheidungen als Feuer-
stein. Theils in zusammenhängenden Lagen ganze Schichten bildend, theils
in der Schichtung parallel angeordneten Knollen, nimmt derselbe nicht
unwesentlich Antheil an der Bildung des ganzen Gesteins. Es ist jedoch
zu bemerken, dass dieser Feuerstein ausschliesslich in der oberen Abtheilung
dieser Ammoniten- Kalke, welche sogleich schärfer begrenzt werden soll,
vorzukommen scheint, der unteren aber fehlt.
Besonders interessant ist der grosse Reichthum an Cepbalopoden-
resten, den diese rothen Kalke beherbergen und der denselben auch den
Namen calcare rosso ammonitico verschaffte. Der für den Architekten
so günstige Umstand des festen Zusammenhanges der Knollen, ist leider
für den Paläontologen ein sehr unglücklicher. Die verkalkten Ammoniten
verhalten sich nämlich ebenso wie die Knollen und sind auf eine solche
Weise fest mit dem Gestein verwachsen, dass ein Herauslösen beinah«1
unmöglich ist. Gelingt es dennoch, ein vollständiges Exemplar zu gewinnen,
so pflegt die Oberfläche so runzelig zu sein, dass feinere Unterschiede der
Oberflächengestaltung gänzlich verwischt sind und nur ein unförmliches
Steinkorn vorliegt. In den tieferen Lagen jedoch, wo diese knollige Be-
schaffenheit des Gesteins überhaupt nur sehr selten zu bemerken ist, gelingt
es mit einiger Arbeit aus der homogenen Gesteiiismasse bessere Exemplare
herauszulösen. Der Umstand, dass man diesen Gesteinen aber weniger in
Steinbrüchen begegnet, als den höherliegenden plattig abgesonderten, der
Umstand ferner, dass jene häufig die Oberfläche einnehmen, diese aber meist
nur mit den Köpfen aus senkrechten Abstürzen herausragen, mag wohl
Ursache gewesen sein, dass die hier vorkommenden Ammoniten bisher in
der Litteratur weniger Berücksichtigung fanden.
Aus den im Thälchcn anstehenden Kuppen stammen mehrere Inflate
Ammoniten, deren einer mit
Ammonites acanthicus Opp.
übereinstimmt. Anderes findet sich hier nur in schlechten Exemplaren, wir
werden bald bessere Fundstätten kennen lernen.
5. Die Gehänge des letzten kleinen Tbälchens vor Crosano, die von
der oberen Abtheilung der rothen Kalke gebildet werden, sind reich an
Ammoniten und Br achiopoden, zum Theil von guter Erhaltung, die
man am besten aus dem aufgelockerten Gestein in den Feldern nordöstlich
von Crosano, wo die Athraosphärilien dem Sammler vorgearbeitet haben,
herausschlägt. Ich fand neben einer Reihe schwer bestimmbarer Hetero-
phyllen und Lineaten:
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Ammonites ptychoicus Qu.
Ammonites geminus n. ap.
Ammonites Volanensis Opp.
Terebratula dipkya Col. 8p.
Terebratula triquetra Park.
Ich bezeichne fortan die untere Abtheilung dieser rothen Kalke (4)
als Schichten Ammonites acanthicus, die oberen (5) als Schichten mit Tere-
bratula diphya. Erstere mögen hier 30', letztere 50' Mächtigkeit haben.
Die Schichten mit Terebratula diphya werden nach oben allmäh Hg
heller, das Gestein beginnt unvollkommen muschelig zu brechen und als
Eigentümlichkeit zeigt sich mitten zwischen zwei Schichtungsflächen parellel
mit denselben im Querbruch eine zackige, grünliche Naht; die obere und
untere Hälfte einer Platte sind nämlich durch eine, mit hervorragenden
Zacken versehene Ebene, welche von einem grünlichen Häutchen bedeckt
ist, in einander gegliedert. Die Erscheinung ist eine sehr auffallende und
eine Erklärung derselben lässt sich vor der Hand wohl nicht geben. Die
Knollen verschwinden gänzlich, und es brechen nie mehr grosse Platten, das
Gestein ist immer mehr oder weniger kurzklüftig. Ammonites ptychoicus,
sowie besonders Terebratula diphya halten aber an bis zur nächsten
Schichtenreihe.
6. Ganz allmählig entwickelt sich diese aus den eben beschriebenen
Gesteinen, so dass petrographisch die Grenze sich sehr schwer feststellen
lässt. Paläontologisch ist dieselbe wohl hinreichend scharf, doch sind Fos-
silien leider sehr selten. Die Schichten werden immer dünner, doch nie
schieferig, das Gestein zeigt sehr ausgezeichneten, flachmuscheligen Bruch
und auf demselben einen matten Glanz, nie jenen krystallinischen Schimmer,
den die Kalke mit Terebratula diphya stets haben. In der Natur ist das
Erkennen dieser Gesteine noch durch den Umstand erleichtert, dass die-
selben ungemein kurzklüftig und zum Zerfallen in parallelepipedische Brocken
geneigt sind, daher stets kleinere mit Gestein - Schutt bedeckte Abhänge
bilden, nie aber mit klotzig verwitterten, mehlsackartigen Massen stehen
bleiben, wie das wenigstens die Hauptmasse der Diphyakalke gerne thut.
Feuerstein, meist von grauer Färbung, seltener von rother, wie vorher,
findet sich häufig. Mitunter ist das ganze Gestein kieselig und nur stellen-
weise finden sich grössere, reine Ausscheidungen, die dann ganz allmählig
in das umgebende Gestein verfliessen. Im Allgemeinen scheint es, als ob
in allen diesen Gesteinen die Kieselmasse ein Dünnerwerden der Schichten
bedingte. Als bezeichnend kann noch der helle Klang beim Zerschlagen
angeführt werden. Je reiner kalkig die Masse, desto heller der Klang und
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u
muscheliger der Bruch. Reicht hier ein kurzer, schlitternder Schlag hin,
grosse Stücke zu zersprengen, so ist bei dem Diphyakalk stets eine grössere
Kraftanstrengung nöthig.
Man trifft unsere Schichten aufgeschlossen über dem bei Tierno in
dem rothen Kalke gelegenen Steinbruche und kann sie von hier dem all-
gemeinen Streichen nach bis gegen Crosano verfolgen.
Bei den italienischen Geologen führen die beschriebenen Gesteine den
Namen Biancone.
7. Es folgen rothe, seltener weisse Schichten, welche den tieferen mit
Ammonites ptychoicus oft recht ähnlich werden, im Allgemeinen aber wohl
von denselben zu unterscheiden sind. Sie wurden von den Italienern Scaglia
genannt, wegen ihrer meist grossen Spaltbarkeit und dünnschieferigeu Be-
schaffenheit. Seltener sind die Ablösungsflächen glatt, so dass das weisse
und graue Gestein auch gewissen Varietäten des Biancone gleicht; meist
schiefert es rauh und uneben, wie deutscher Pläner, und zeigt eine matte,
tief rothe Färbung.
Der eigentümlichen Verzahnung begegnet man auch hier. Ausser ein-
zelnen Fucoideen artigen Abdrücken fand ich nichts von Versteinerungen.
Auch diese Schichten lassen sich, wie die vorigen, von Tierno bis nach
Crosano hin verfolgen.
Im ganzen Grossen, wenn man von den letztgenannten Complexen ein-
mal einen aufgefunden hat, etwa die Diphyakalke, in denen man selten
lange vergebens nach einem bezeichnenden Fossil suchen wird, verursacht es
keine Schwierigkeit, den Biancone und die Scaglia zu trennen. Auf die
vorwaltend rothen Diphyakalke folgt weisser Biancone, auf diesen rothe
Scaglia. Wie bunte Bänder sieht mau diese Gesteine meilenweit an den
Abhängen sich hinziehen. Schwer ist die Unterscheidung nur an der Grenze
der Abtheilungen, wo die Färbung unsicher wird, und in einzelnen Hand-
stücken. Schimmernder Bruch bezeichnet dann den Diphyakalk, mattes
Aussehen Biancone und Scaglia. Letzterer wieder zerfällt in dünne,
schalenartige, erstere in parallelepipedische Stücken.
8. Den Schluss der sedimentairen Bildungen machen hier, wie im ganzen
südlichen Tirol, mächtige, graublaue Gesteine, die beim Verwittern hell
werden. Sie siud reich an allerhand Versteinerungen, die freilich uicht
immer in schöner Erhaltung sich finden. Vor allem bezeichnend ist aber
das sehr häufige und diesen Schichten eigenthümliche Vorkommen von
Kummuliten, die beim Zerschlagen sich deutlich im Querbruch an ihrer
concentrisch schaaligen Anordnung erkennen lassen und vielfach aus der
Oberfläche herauswittern. Beim gänzlichen Zerfallen des Gesteius finden sie
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sich lose im Ackerland und die Landleute nennen sie wegen ihrer Aehnlich-
keit mit kleinen Münzen dann wohl soldi. (Prato dei soldi bei Brentonico.)
Diese Schichten bilden den Rücken und östlichen Abfall des von Tierno
heraufziehenden Thaies und nehmen oben am Anfang desselben auch das
Plateau ein, auf dem Crosano steht. Man sieht dicht an dem Kirchhofe
dieses Dorfes einen Steinbruch in demselben eröffnet.
Schlägt man den Weg von Crosano direkt nach Brentonico ein, so
bleibt man auf diesen Schichten bis gegen den kleinen Abhang hin, der
unmittelbar an den ersten Häusern ansteigt. Einzelne kleine Kuppen ragen
an mehreren Punkten aus den Maulbeerpflanzungen heraus. Beim Hinab-
schreiten auf den Xummuliten-Schichten nach dem Tiefsten des Thäl-
chens oberhalb Tierno trifft man plötzlich auf Basalt1), der das ganze
Thal einnimmt und mit Ausnahme der gegen Tierno gelegenen Seite, wo
er sich unter die Alluvionen des Etschthales senkt, von Nummuliten-
Schichten überlagert wird. Da derselbe zur Verwitterung sehr neigt, hat
er einen fruchtbaren Ackerboden geliefert und das mit prachtvollen Kastanien-
bäumen und üppigen Weingärten bedeckte Thal bietet einen angenehmen
Contrast mit den öden, kahlen Flächen der Kalkbänke, die auf der östlichen
Seite emporstarren und das Sonnenlicht mit unerträglichem Glänze zurück-
werfen. Die Dörfer Besagno und Tierno stehen theilweise auf diesem
Basalt und beim Anlegen der Strasse zwischen diesen beiden Orten fand
man in demselben schöne Drusen von Zeolith. Auch Grünerde findet sich
in einzelnen, kleinen rundlichen Parthieen; in hinreichender Menge jedoch,
um die technische Gewinnung zu lohnen, trifft man dieselbe erst höher gegen
das Gehänge der bereits auf venetianischem Gebiete liegenden Monte Baldo-
Spitzen.
•Am westlichen Abhänge des Thals, am Fussweg, der aus demselben
nach Besagno hinaufführt, kann man die Auflagerung der Nummuliten-
Schichten auf dem Basalt sehr schön beobachten. An der Grenze beider
Gesteine findet sich eine mehrere Fuss mächtige Bank von bräunlichem,
zerreiblichem Gruss, wohl ein beim Emporsteigen des Basalts gebildetes
Reibungsprodukt, zum Theil aber auch gebildet durch das an der Grenze
beider Gesteine herausrieselnde Wasser. Der grosse Vogelheerd bei Be-
sagno steht bereits auf N ummu Ii ten- Gestein und dasselbe lässt sich von
hier am oberen Rand des Thaies entlang bis auf die andere Seite verfolgen,
wo wir es bereits früher fanden.
*) Ich bediene mich des Ausdrucks Basalt, ohne mich für die wirklich basaltische
Natur dieses und anderer dunkel gefärbter, jüngerer Eruptivgesteine 8üdtirols zu ver-
bürgen. Es fehlen über dieselben noch genaue chemische Untersuchungen.
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Der Basalt greift also in seiner jetzigen Erscheinungsweise zungen«
formig in das N u mm uliten- Gestein ein, von dem er wahrscheinlich früher
ganz bedeckt wurde. Spätere Auswaschungen waren erst die Veranlassung
der Entstehung des jetzt tief eingeschnittenen Thaies.
Betreten wir dem bereits genannten Fusswege folgend die von Besagno
nach Brentonico führende Strasse, so gelangen wir unmittelbar an den
ersten Häusern des erstgenannten Ortes an den Fuss eines steilen Absturzes,
von dem sich gewaltige Blöcke losgelöst haben und eine Schutthalle am
Fusse desselben bilden. Beim Zerschlagen derselben fällt, sogleich
Terebrattda Rotzoana Sc hau r.
Terebrattda ßtnbriae/ormis Seh au r.
in die Augen. In einiger Höhe über dem Orte hat man zur Gewinnung
von Bausteinen einen kleineu Steinbruch1) angelegt. In demselben wechseln
harte, graue Kalkbänke mit weichen, gelb und röthlich gefärbten, wenig
mächtigen Schichten, die in Menge schwer bestimmbare Steinkerne von
Muscheln aus der Famiüe der M y a r i e r etc. enthalten. Ueber diesen folgen
helle, sehr ausgezeichnete Oolithe von sehr ungleichem, nieht selten bis
erbsengrossem Korne, in welchem zerriebene Gasteropoden-Kerne einge-
backen sind Blöcke dieses ausgezeichneten Gesteines liegen auch weiter
oben im Gebüsche des Plateaus umher. Diese Kalke und Oolithe setzen
noch gegen Süden zu fort, bis etwa dahin, wo die Strasse von Besagno
nach Brentonico im Zickzack emporsteigt. Hier wird jedoch die Schich-
tung undeutlich und jene grauen Kalke mit Encriniten und undeutlichen
Brachiopoden beginuen, deren schon Oppel1) in seiner Beschreibung
gedenkt. Sie stimmen bis auf die Farbe, die hier grau, dort aber gelb und
roth ist, ganz mit unseren Schichten mit llhyncltonella bilobata von Ponte
di Tierno überein, und es ist um so weniger zu bezweifeln , dass sie mit
denselben identisch sind, als sie ganz dieselbe bathrologische Stellung ein-
nehmen und Rhynchonella bilobata sich anderwärts so gut in rothen wie in
grauen Kalken findet.
Es folgt Oppel's Posidonomyen Gestein. Ausser den schon von
Oppel angeführten Versteinerungen fand ich hier selbst noch
Rynchonella deßttxu Opp.
Dieser Punkt ist auch ausgezeichnet für das häufige Vorkommen freilich
meist schlecht erhaltener Ammoniten, die sich in den obersten Lagen,
unmittelbar am Wege links, wo er da* Plateau erreicht, finden.
«) Hier sammelte auch Winkler. Br. Leonh. Jahrb. 16ÜÖ. p. \.l Mein Material
lä*st eine Bestimmung der Bivalven nicht zu.
*) Oppel. Zeituchr. deutsche geologische Oesellsch. 1863.
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Ueber den Posidonomyen Gesteinen liegen in regelmässiger Schichtung,
hier ziemlich horizontal, etwas nördlicher aber gegen Westen einfallend, die
Ammoniten-Kalke. Ich sammelte in denselben unmittelbar an der Strasse
Sphenodus cf. longidens Agoss.
Belemnites cf. semtsulcatus Münst.
Ammonites acanthicus Opp.
Ammonites ühlandi Opp.
Ammonites compsus Opp.
Ammonites Rüpeüensis d'Orb.
Ammonites polyolcus n. sp.
Ammonites cf. Kudernatschi Hau.
Die Mächtigkeit dieser Schichten beträgt hier etwa 15'. Sie werden über-
lagert von den Schichten mit Ammonites ptychoicus, wie man etwas weiter
hinab gegen Castione, wo die Schichten des Ammonites acanthicus den
Abhang rechts vom Wege in seinem oberen Theile bilden, während die
Schichten mit Ammonites ptychoicus am Wege und links von denselben
anstehen, beobachten kann.
Die Basis des Hügels, auf dem Castell Brentonico steht, bildet aus-
gezeichneter Biancone, in welchem ich im Feuerstein einen unbestimmbaren
Ammoni ten -Abdruck fand. Die Scaglia, unmittelbar unter der Ruine,
ist theils roth, theils weisslich gefärbt und führt
Stenonia tubercutata Des.
Oleich hinter dem Castell steht eine kleine Scholle Nummuliten-
Gestein an. Dieselbe ruht auf Basalt, welcher den kleinen Hügel mit dem
Vogelheerde bildet und sich von hier in einem dem vorhin beschriebenen
ähnlichen, aber kleineren Thale nach Castione hinabzieht. Einzelne Kuppen
Numiuuliten-Gestein's, grauer Kalke und Diphya-Kalke sind auf dem
ganzen Plateau zerstreut, welches sich bis an den letzten steilen Absturz
des Monte-Nago erstreckt. Man trifft dieselben in unregelmässiger Lage-
rung wiederholt zu beiden Seiten des Weges, der von Brentonico in zwei
Stunden direkt nach den Alphütten des Monte Nago hinaufführt. Ueberall
liegen dieselben auf Basalt, welcher hier einen grossen Fluchenraum ein-
nimmt. Bei St. Giacomo, wo der Basalt verschwindet, treten die Schichten
wieder in Zusammenhang auf, und besonders die Scaglia hat südlich vom
So rne- Ursprung eine grosse Verbreitung.
Steigen wir nun endlich den letzten Abhang des Gebirges hinauf, so
treffen wir wiederum unsere grauen Kalke mit den Brachiopoden und
Bivalven. Sie sind hier wohl kaum unter 1500' mächtig und bilden die
Hauptmasse des Gebirges, denen die jüngeren Schichten, einer Dirke ver-
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gleichbar, aufgelagert sind. Die Schichten mit Rhynchonetta büobata, Tere-
bratula curviconcha und Ammonites acanihicus fand ich hier nicht mit Bestimmt-
heit. Da jedoch Blöcke dieser verschiedenen Gesteine in den Umgebungen
von St. Giacomo umherliegen, die nur von den höheren Gebirgen herab-
gekommen sein können, so ist an ihrem Vorhandensein auch vorn am
Monte Nago kaum zu zweifeln. Steilheit des Gehänges und, wo dies
nicht der Fall ist, mächtige Geröllmassen machen die Beobachtung schwierig.
Auffallend ist eine Lage dünner, rother, beinahe schiefriger Kalke, welche
an der Basis der Diphyakalke liegen, und ziemlich grosse Belemniten
fuhren. Sie dürften zu der Abtheilung des Ammonites acanihicus gehören.
Ungemein reich sind hier die Diphyakalke an Ammoniten. Ich sammelte
in einem zum Bau der Alphütten angelegten Steinbruch neben einer Menge
Planulaten, Heterophyllen und Lineaten
Ammonites ptychoicus Qu.
Ammonites geminus n. sp.
Ammonites biruncinatus Qu.
Ammonites volanensis Opp.
Ammonites Zignodianus d'Orb.
Terebratula diphya Col. sp.
Terebratula triquetra Park.
Weiter hin gegen die Alphütten folgt Biancone, aus welchem ich
Ammonites Asterianus d'Orb.
erhielt, und über derselben, wie früher, Scaglia. Beide Gesteine bilden
mit den Diphya-Kalken vorwaltend die Unterlage der herrlichen Alpen-
weiden, welche den Abhang des Gebirges gegen den Lago di Loppio
bedecken und treten hier und da in einzelnen Lagen auH demselben heraus.
Sie erreichen ihr Ende am westlichen Absturz des Gebirges gegen den
Garda-See. Hier beobachtet man, soweit Geröll und Gebüsch es gestatten,
wiederum graue Kalke, die ziemlich bis hinab gegen Torbole anhalten. Erst
unmittelbar in den Umgebungen dieses Ortes trifft man steil gegen Westen
einschließende N um muliten -Gesteine und rothe Aramoniten-Kalke.
Wir haben also, vom Ufer der Etsch an aufsteigend, bis nach der
Höhe des Monte Nago von Osten nach Westen eine dreimalige Wieder-
holung derselben Schichtenreihe gefunden. Zwei Verwcrfungsspalten müssen
von Nord nach Süd die Gebirgsmasse durchsetzen, wie dies in dem Profil
angedeutet wurde. Es entstanden drei parallele Streifen, welche in der
Weise neben einander gestellt sind, dass man, den steilen, nach Osten ge-
kehrten Abhang auf den Schichtenköpfen hinaufsteigend, die höchste Kante
erreicht und dann auf der sanft einschiessenden oder horizontalen obersten
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Schicht bis zum nächsten steilen Absturz hinschreitet. Auf der Strecke von
Brentonico bis an den Fuss des Monte Nago hat der Basalt eine gewisse
Unregelmässigkeit hervorgebracht, indem er sich in bedeutender Breite
zwischen die sedimentairen Schichten zwischenlagerte. Im Allgemeinen
bleibt aber der so regelmässige Aufbau des ganzen Gebirges immerhin er-
kennbar.
Stellen wir die beobachteten Schichten nochmals zusammen, so haben
wir von oben nach unten
1) Nummuliten-Kalke ungef. Mächtigkeit 150'
2) Scagüa „ „ 100'
3) Biancone „ „ 80'
4) Diphya-Kalke , „ 80'
5) Schichten des Ammonites acanthicus „ „ 20'
6) Kalke mit Terebrattda curviconcha . „ „ 50'
7) Schichten mit BhynehoneUa büobata „ „ 100'
8) graue Kalke mit Terebrattda fimbria „ „ 1500'
Diese Angaben sind jedoch sehr approximativ und können auch nicht
als allgemeine Mächtigkeit für ganz Südtirol gelten.
II. Die Gegend zwischen Garda und Torri am Garda-See.
Nachdem wir einen Einblick in die Verhältnisse am Nord-Ende des
Monte Baldo gewonnen haben, wenden wir uns an sein südliches Gehänge
und durchwandern, Val Lagorina bei der Eisenbahnstation Ceraino
verlassend, das Plateau, welches dieses Thal vom Garda-See trennt.
Da, wo Ceraino gegenüber, hinter den letzten Häusern an der Fähre,
die Strasse nach Caprino den Berg hinaufführt, fallt zunächst rechts eine
steile Wand in die Augen, die aus mächtigen Bänken blaugrauen Kalkes
gebildet wird, welche auf den Verwitterungsflächen die Durchschnitte einer
Menge Versteinerungen zeigen, die jedoch unbestimmbar sind. Bemerkens-
werth ist vielleicht nur eine Rhynchonella. Lagerung und oolithische
Gesteinabeschaffenheit sprechen dafür, dass wir es hier mit einem Theil
unserer grauen Kalke zu thun haben. Die Strasse führt weiter hin durch
cultivirtes Land und es ist kein anstehendes Gestein zu bemerken. Verlässt
man aber die Hauptstrasse und wendet sich, nachdem man die Höhe erstie-
gen hat, rechts nach dem Rücken hin, welcher den nördlichsten Theil der
Hochebene gegen das Etschthal begrenzt, so fallen schon von Weitem eine
Reihe in rothem Gestein liegende Steinbrüche in die Augen. Man sammelt
in denselben zahlreiche Fossilien aus dem Diphya-Kalke, so
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Ammomtes ptychoicus Qu.
Ammomtes Volanensis Opp.
Ammomtes biruncinattts Qu.
TerebrattUa diphya Col. sp.
Tcrebratula triquetra Park.
Collyrites cf. trigonalis Des. ')
während tiefer inflate Amnion iten und ein ausgezeichnetes Exemplar
von Ammonites Rüpellensis auf die Schichten des Ammomtes acanthicm
deuten.
Ueber den Diphya- Kalken, gerade Pazzone gegenüber, wie diese
gegen Westen einfallend, folgen ausgezeichnete Biancone -Schichten.
Das angeschwemmte Land, das sich von hier bis beinahe hinüber an
den Gar da- See erstreckt, verbirgt auf eine Strecke von mehreren Stunden
alles anstehende Gestein. Dörfer mit üppig bestandenen Gärten und Fel-
dern abwechselnd, bedecken die ganze, dem Gesichtskreis eröffnete Gegend,
die in wunderbar schöner Weise von dem amphitheatralisch dahinter auf-
steigenden Monte Bai do- Gebirge begrenzt wird. Diese Lage, so schön
sie für das Auge ist, bringt jedoch die grosse Gefahr furchtbarer Geröll-
überschwemmungen mit sich. Jedes Frühjahr wälzen die vom Gebirge
herabkommenden Ströme unendliche Massen losgerissener Steinblöcke mit
sich, vor deren zermalmender und verschüttender Gewalt nur mühsam das
Culturland durch gewaltige Dämme geschützt wird. Einen solchen wenigstens
100' breiten Geröll-Strom, der den ganzen Sommer und Herbst über trocken
liegt, überschreitet man kurz vor dem Orte Garda.
Unmittelbar hinter Garda, an der am Seeufer nach Torri führenden
Strasse, treten die Schichten wieder zu Tage und sind durch eine Reihe,
zur Gewinnung von Baumaterial für die Festungswerke von Pesch iera
angelegter Steinbrüche, vortrefflich aufgeschlossen.
1. In dem ersten grösseren derselben, kurz ehe man St. Vigilio
erreicht, bei den auf der Stabskarte mit Scavejaghe bezeichneten Häusern,
stehen ausgezeichnete Oolitho von grauer, hie und da auch röthlicher Färb-
ung an, die einzelne Feuersteinknauer einschliessen. Beinahe massig steigen
die Felsen mit nur schwach angedeuteter Schichtung empor. In den nächst-
gelegencn Steinbrüchen trifft man noch dasselbe Gestein, es beginnen sich
jedoch zahlreiche Versteinerungen einzustellen, besonders grosse Belcm-
niten. Hier, wie an so manchen andern Punkten der Südalpen, könnten
') Nach einer von Professor Desor an Exemplaren der akademischen Sammlung zu
Manchen vorgenommenen Bestimmung.
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durch Localsaramler bei gehöriger Müsse schöne Sachen zu Tage gefordert
werden; allein solche fehlen gänzlich und der flüchtig Reisende muss sich
mit dem Wenigen, Selbstgefundenen begnügen. Eine grosse Auabeute an
sehr wohl erhaltenen Ammoniten gewähren die nächstfolgenden Steinbrüche,
besonders der hinter dem einzelnen in einer Baumgruppo versteckt liegenden
Hause. Das Gestein ist derselbe Oolith wie bei Vigilio, aber deutlich
geschichtet, mit gegen den See gerichteten Einfallen. Die Versteinerungen
sind nicht gleichraässig vertheilt, sondern an einzelnen Punkten angehäuft,
so dass man oft an einer Stelle eine grosse Menge trifft, während nur wenige
Schritte davon entfernt nicht eine einzige zu finden ist. Besonders hervor-
zuheben sind:
Ammonites Mwrchisonae Sow.
Asnmonites scissus n. sp.
Ammonites ophionetts n. sp.
Ammonites j alias n. sp.
Ammonites gonionotus n. sp.
Ausserdem gefaltete Rhynchonellen, Beiern niten, Gastro-
poden-Kerne und ein Hinnites.
2. Die Oolithc halten noch einige Zeit ain Ufer an, bis etwa halbwegs
von St. Vigilio nach Torri im Hangenden ein Wechsel eintritt. Gerado
da, wo rechts aus dem Felsen unmittelbar an der Strasse eine starke Quelle
hcrausspringt, besteht der ganze Abhang aus der Lumachelle mit Posido-
nomya alpin«. Einzelne Brachiopoden- und Animo niten -Fragmente
finden sich zwischen eingebacken.
3. Wenige Schritte weiter trifft man in einem kleinen Steinbruch in
grosser Menge Ammonitts acanthicus nnd Ammonites Uhlandi und etwas
hoher am Berge hinter dein kleinen Olivenhaine, dicht vor Torri:
4. Terebratnla diphya und Ammoniks ptychoiats, also ganz dieselbe
Aufeinanderfolge der Schichten und Versteinerungen, wie schon wiederholt
früher, und mit demselben Einfallen gegen Westen gegen den See hin.
Verglichen v i: die hier beobachteten Verhältnisse mit denen bei Pazzone,
so fiuden wir in der grossen Analogie derselben wiederum einen Beweis
der nordsüdlieh streichenden Verwerfungsspalten, welche das Monte Baldo-
Gebirge durchsetzen. Auffallend und interessant jedoch ist das Auftreten
einer Cephalopoden Fauna in Schichten, die mit den grauen Kalken eine
gleiche bathrologische Stellung zu haben scheinen.
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Umgegend von Roveredo.
III. Der nördliche Abhang des Monte Zara zwischen dem Etsch-
thal und Val Arsa.
a. Strasse unter Mad. del Monte, b. Ariathal unter AJbaredu.
1. Dolomit. 2. Graue Kalke des Unterooliths. 3. Schichten der RhynclioneUa bilobata und
Posidouomyengextein. 4. Schichten des Ammonites aeanthiews und Diphyakalke.
Ueberschreitet man in Roveredo die über die Lena führende Brücke
und folgt der südlichen Hauptstraase noch etwa 100 Schritt, so gelangt man
an einen freistehenden Brunnen, bei welchem linker Hand unter einem Thor-
bogen hindurch der vieolo della Madonna sich gegen den Abhang des Berges
hinaufzieht. Dieses Gässchcn führt zwischen Mauern hindurch nach der 10
Min. entfernten Kirche Madonna del Monte, von deren Terrasse aus
man eine weite .Umsicht über Roveredo, das Etschthal, die gegenüber-
hegenden Gebirgszüge des Orto d'Abram und des Monte Baldo, sowie
weit hinauf bis gegen Volano und hinab nach Marco geniesst, und die
dem Keuankommenden einen ebenso passenden Punkt zur Orientirung über
die Lage von Orten und Bergen bietet, wie der sich hinter demselben
hinaufziehende Berg geeignet ist, einen Ueberblick über einige der wesent-
lichsten und charakteristischsten Schichten der Südtiroler Gebirge zu geben.
1. Unmittelbar hinter dem auf die Kirche folgenden Hause trifft man
auf rothe Kalke, die in mehreren, einige Fuss mächtigen Bänken gegen
das Etchsthal einfallen. Ich sammelte in denselben:
Ammonites rectelobattis Hauer.
Ammonites tripartitus Rasp.
Ammonites subobtttsus Kud.
Atmnonites subradiatus Sow.
Ammonites Brogniarti Sow.
Posidonomya alpina Gras.
Terebrattda curviconcha Opp.
Terebrattda Gerda Opp.
Terebrattda Gefion Opp.
Terebrattda sideifrons n. sp.
Terebrattda Boveredana n. sp.
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RhynchoneUa Brentoniaca Opp.
Eugeniacrinus sp. ind.
Pentacrinus spec. ind.
Das Gestein enthält stellenweise sehr viel Brauneisenstein, der in Ge-
stalt runder Körner, dem Bohnerz ähnlich, in demselben angehäuft ist.
Ganze Nester desselben, mit Pycnodonten -Zähnen untermengt, verdrängen
zuweilen das Gestein gänzlich.
2. Etwas höher am Berge, wo einige kleine Steinbrüche eröffnet sind,
treten in hellerem Gestein Belemniten und Ammoniten auf. Es konnte
bestimmt werden:
Atnmonites acanthicus Opp.
Ammonites compstis Opp.
Am*nonite$ Uhlandi Opp.
Den oberen Ammoniten-Horizont mit Ammonites ptychoicus fand ich
nicht mit Sicherheit auf, doch scheinen weisse Kalke mit Belemniten
sehr reich an Feuerstein, welche in einer kleinen Scholle hinter der Kirche
hegen, demselben anzugehören. Von Amnioniten-Kalken wird der Kamm
gebildet, der gegen das Etschthal bin das erste einer ganzen Reihe klei-
ner Aufbruchsthäler begrenzt, die in paralleler Anordnung von Nord nach
Süd in das Gebirge einschneiden. Beim Hinabsteigen nach dem Thälchen
trifft man dann unter den Ammoniten-Kalken die Schichten mit Terebratula
curviconcha, die Fortsetzung der bei der Kirche beobachteten. Dieselben
bilden am ganzen Gehänge hin einerseits bis Lizzanella, andererseits bis
Roveredo die Unterlage der Ammonitenkalke.
3. Unter den Schichten der Terebratula curviconclva folgen, wie wir das
bei Tierno sahen, bunte, zum Theil auffallend gelbe Kalke mit Rhyncho-
neUa bilobata und dem unteren Encriniten-Horizont. Sie sind besonders
schön zu beobachten oberhalb Lizzanella gegen Roveredo hin, wo sie
zeitweise gebrochen und zu mancherlei architectonischen Zwecken verarbeitet
werden. Sie enthalten in grosser Menge, aber leider in unbestimmbaren
Bruchstücken, Seeigel -Reste.
• 4. Aufwärts in dem kleinen Thälchen, wo sich ein alter Schiessstand
befindet, erkennt man sogleich die grauen Kalke wieder, die hier in dersel-
ben petographischen Mannigfaltigkeit anstehen, wie am Monte Baldo.
Sie bilden die Hauptmasse des Monte Zara und lassen sich bis hinüber
an den oberen Theil des Gehänges von Yal Arsa bei Albaredo verfolgen.
Einzelne, zwischen eingelagerte, weichere Schichten widerstanden dem Ein-
fluss der Athmosphärilien weniger gut und ihre Auflösung wurde bei der
steilen Schichtenstellung gegen das Etschthal die Ursache des Herabstürzens
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des ganzen Complexes festerer, überlagernder Schichten. Es entstand so
jener furchtbare Bergsturz, der das Etschthal bis an die gegenüberliegenden
Gebirgsabhänge bedeckte und dessen Trümmer als Layini di Marco seit
Dantc's Zeiten bekannt sind. Das» man es hier in der That mit einem
Bergsturz, nicht mit einer Gletscher-Moräne zu thun hat, darauf ist noch
neuerlichst von Mojsisovics hingewiesen worden. ')
Auf der anderen Seite des Berges gegen Val Arsa steigt man auf
den Köpfen der Schichten hinab gegen Albaredo.
5. Ein ziemliches Stück unterhalb de» Ort» bemerkt man in den steil
nach Val Arsa lünabführenden Wasserrissen einen auffallenden Gesteins-
wechsel. Die Schichtung verschwindet und an die Stelle der wohlgeschich-
teten Kalkbänke treten bis hinab an die Lena wohl an 500' mächtige,
massige, weisse und graue, seltener rosenrothe, drusige Dolomite mit weni-
gen Versteinerungen. Es fand sich nur
Turbo solitarius n. sp.
Avicuia exüis Stopp,
sowie undeutliche Gasteropoden- und Acephalen -Kerne. Geht man
nicht über das Gebirge den Weg nach Roverodo zurück, sondern folgt
anfangs dem Fusswege längs der Lena, dann von den Papiermühlen an
der schönen Kunststrasse, so bekommt man das ganze eben beschriebene
Profil noch einmal und zum Theil besser zu sehen, indem die grauen Kalke,
welche unten im Thal etwa» abwärts von dem Wasser-Reservoir von Ro-
voredo die Dolomite überlagern, in den Umgebungen von Sega di No-
riglio zu beiden Seiten des Thaies ausgezeichnet aufgeschlossen siod und
einen grossen Reichthum von Versteinerungen onthalten. Jeder Schicht
pflegt ein bestimmtes Fossil eigen zu sein, und dann in derselben in grosser
Häufigkeit aufzutreten. Es finden sich dort Austernbänke, Ceromyen-
bänke, Brachiopodenbänke etc. Folgende sind die hauptsächlichsten
Vorkommnisse dieser Localität:
Chemnitzia terebra n. sp.
Ceromya papyracea n. sp.
Gresslya elongata n. sp.
Terebratida ßmbria S o w.
Terebratula Rotzoana Schaur.
Terebrattda ßmbriaefonnis Schaur.
Terebratula hexagonalis n. sp.
Pentacrinus sp. ind.
') Mittheilungen des Österreich. AlpcnvereinB I. p. 182.
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Dann Fragmente von Seeigeln. Die Peatacriniten finden sich in diesen
Schichten immer sehr einzeln und nie in ganzen Bänken, wie in den obern.
Etwas höher am Abhang, bei den le Porte genannten Häusern, sind
einige Bänke heller, mit Kalkspath-Wülsten durchzogener Kalke ganz mit
einer kleinen, glatten Terebratel (Waldheimia) erfüllt. Ueber demselben
folgen gegen das Etschthal hin sehr bald die Kalke mit Rhynchonella 6üo-
Imta. Die Uebereinstimmung dor Lagerung, der petrographischen Beschaf-
fenheit und der Petrefaktenführung, mit denen am Monte Baldo beobach-
teten, ist eine so auffallende, das« ein weiteres Zusammenstellen unnöthig
erscheint.
IV. Die Umgebungen von Nomi.
a. Ciwtrll über Pomarolo. b. Nomi.
I. Dolomit und gram- Kalke des Untcrooliths. „». Schiebten der Itht/nchonetla biM>ata.
3. Posidonomj engestein. J. Schiebten des Ammonitts acanthictus. ;>. Piphyakalk. fi. Bian-
cone. 7. 8caglia. 8. Nummulitenschiehten.
Dem Flecken Volano gegenüber, bei den Dörfern Nomi und Chiu-
so le tritt ein Ausläufer des ürto d'Abram -Zuges weit in das Etschthal
heraus und sondert sich so schon von weitem deutlich von der Hauptmasse
des Gebirges ab. Derselbe besteht von NO nach SW aus einer prachtvoll
aufgeschlossenen Folge sämmtlichcr Hellichten von den grauen Kalken bis •
/.um Nummulitengestein.
Wir beginnen unsere Wanderung bei der Fähre von Calliano, auf
dem rechten Flussufer, wo bei einem Crucifix die grauen Kalke an der
Strasse anstehen; sie lassen sich längs derselben bis beinahe an das Dorf
Nomi verfolgen, wo sie mit südlichem Einfallen sich unter die vom Ge-
birge herabkommenden rothen Ammonitenkalke verbergen. Viele am Ge-
birgsabhang sich hinziohendo Fusswege geben Gelegenheit, die verschiedenen
Schichten kennen zu lernen. Am Crucifix stehen dolomitische sehr bröck-
lige Kalke an, ohne alle Fossilien, gleich über demselben fallen dunkel
blaugraue, grosse oolithische Gesteine auf, die nicht selten schöne Encri-
n i t e n - Stielglieder enthalten. Sic werden überlagert von Kalken mit
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Terebratula JHotzoana Schaur.
Terebrattüa fimbriaefortnis Schaur.
auf die in mehrfachem Wechsel thonig kalkige Schichten mit
Cerotnya papyracea n. sp.
Thracia tirolensis n. Bp.
und einem ganzen Heere von anderen Bivalven folgen. Besonders inte-
ressant ist eine Bank dunkelgrauen Kalks, die von krystallinischen Kalk-
spathmaasen so durchzogen ist, dass das eigentliche Gestein beinahe ganz
verschwindet. Diese Kalkspathwülste haben eine längliche, flache Gestalt
mit gleichen in ihrem Gesainmthabitus breitgodrückten Sehilfstengeln. Meist
bekommt man nur den Querbruch zu sehen, und dann erscheinen eine
Menge mannigfach gekrümmter, flacher, linsenförmiger Durchschnitte, von
1 — 1'/,' Länge, in der verschiedensten Art neben einander liegend, sich
aber nie durchkreuzend. Immer erscheinen die Umrisse vollständig. Ge-
lingt es, gut verwitterte Stücke zu erlangen, so trifft man die ganzen Stengel
einzeln herausgefallen und ihre Oberfläehe erscheint von rindenartiger Be-
schaffenheit. Ich konnte mich doch trotz der Aehnlichkeit, die diese Wülste
mit Pflanzen zeigen, schwer entschliessen , sie wirklich für versteinerte
Pflanzen zu halten, bis ich, durch Baron von Zigno in Padua aufmerksam
gemacht, bei Pernigotti im Venetianischen ganz in demselben Horizonte
derartige Stengel fand, die theils aus Kalkspath, theils aber ganz aus Kohle
bestanden. Ich konnte nun nicht mehr zweifeln, dass bei Nomi wirklich
mächtige, mit Pflanzenstengeln erfüllte Bänke vorliegen. Die genauere Be-
schreibung dieser Dinge haben wir von Baron Zigno in seinem Werke
über die Unteroolithpflanzen von Iiotzo zu erwarten.') Diese Bank, stets
von demselben Aussehen, findet sich an sehr vielen Punkten und ist immer
leicht wieder zu erkennen. Da das Gestein auch in dicken Bänken liegt
und sehr fest ist, gelingt es häufig gerade nach diesem Pflanzengestein den
in Rede stehenden Komplex an den vom Gebirg herabgefallenen Blöcken
aufzufinden.
2. Auf die grauen Kalke folgt der untere Encriniten-Horizont, in
dem sich hier ausser den kleinen, gefalteten Rynchoncllen einige sehr
schöne Exemplare von einer Terebratula cf. perovalis fanden.
3. Hierüber liegen die Schichten der Terebratula currtconchu mit:
Terebratula curviconcha Opp.
Terebratula Gerda Opp.
Rhynchonella Brentoniaca Opp.
') Zigno, Le Piwite foBSÜi dell' oolito. Venesi*.
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Dann
4. Schichten des Ammomtes acanthicus,
5. Diphya- Kalke
mit vielen, jedoch sehr fest im Gestein sitzenden Ammoniten.
6. In dem Biancone gelang es
Aptychtts sp.
Anwwnites sp.
zwar nicht bestimmbar, doch von gänzlich anderem Charakter, als die im
tiefer liegenden Diphyakalke auftretenden, zu finden.
7. Regelmässig überlagert denselben die Scaglia mit Stcnonia tuber-
vtdata Des., auf welche
6. endlich das Nu mmu Ii ten- Gestein mit einer Fülle von Gastcro-
poden und Acephaleu folgt. Dasselbe bildet den Rücken des Hügels,
auf dem das Castell steht, und bedeckt den ganzen sich nach Pomaro lo
hinabziehenden Abhang. Am Fusse dieses Hügels wenig entfernt von
Nomi in den Weinbergen fand ich ein ausgezeichnet erhaltenes Exemplar
einer Krabbe.
V. Umgebungen von Volann.
SO.
a. 8trasae ron Roveredo nach Volano. b. Abhang über Ilario. c. Krater Rücken parallel
dem Etschthal. d. Zweiter Rücken, e. Abhang über Balderi.
1. Numroulitengeslein. 2. Biancone nnd Scaglia. X Diphyakalk. 4. Schichten des Ammo-
niten avanthicus. Posidonomyengcstein.
Die zwischen Rover edo und Volano liegenden Höhenzüge bilden
die Fortsetzung der jenseits Roveredo am Monte Zara bereits beschrie-
benen und zeigen auch sehr ähnliche Verhältnisse. Die tiefsten zu beob-
achtenden Schichten sind etwas jenseits Volano sehr rein weisse, drusige
Dolomite mit Turbo- und Avicula kernen, welche über Castell Pietro
in grossen Blöcken von dem senkrechten Abhang sich losgelöst haben und
heruntergestürzt sind. Auf sie folgen die grauen Kalke, ohne dass hier,
so wenig wie in Val Arsa, eine scharfe Grenze zu beobachten wäre. In
den grauen Kalken findet sich unmittelbar an dem Hauptweg, welcher von
Volano auf den Finonchio führt, eine Bank, welche ausgezeichnete
Pflanzenabdrücke enthält. Besonders fällt unter denselben ein schöner
Farren auf. Ich theilte dieselben Hrn. Baron v. Zigno mit, der dieselben
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zwar solchen im Venetianischen im demselben Gestein sich findenden Arton
für sehr ähnlich erkannte, bei der kurzen Zeit meiner Anwesenheit eine
genauere Bestimmung jedoch nicht vorzunehmen vermochte. In unmittel-
barer Nähe von diesen Pflanzen, die übrigens in mehreren Bänken vertheilt
zu sein scheinen, liegt:
Chetnniteia terebra n. sp.
Ccromya papyracea n. sp.
Terebraiula hexayomilis n. sp.
Die grauen Kalke halten an bis dicht vor Volano. Hier, wo von links
das kleine Thälchen herabkommt, liegen unmittelbar auf denselben die
Schichten der Iihynchonella bilobata. Man kann dieselben mit ihren Ver-
steinerungen entlang Vallunga bis gegen Iioveredo verfolgen. Sie wer-
den unmittelbar von Kalken überlagert, deren petrographische Beschaffenheit
z. B. bei Saffoni, auf Schichten der TerebraUda curviconcha deutet.
Die Schichten des Ammonites arcunthicus fehlen auch nicht, sie sind
aber meist nur undeutlich zu beobachten, da überall die Diphya-Kalke in
ausgezeichneter Entwicklung die Abhänge einnehmen. In einem Steinbruch
bei Volano gleich neben dem Eingang des Thälchens, an dem wir die
Schichten der llhynchmclla bilobata zuerst trafen, fand sich neben anderen
bereits angeführten Ammoniten des Diphyakalkes
Anmut tri tes hybonotu$> Opp.
und in demselben Zuge weiter südlich im Steinbruch bei Balderi gleich-
falls mit Terebraiula diphya
Ainntonitt's lithogruphiats Opp.
Ganz wie bei den früher beschriebenen Probien, treffen wir auch hier auf
eine der nordsüdlich streichenden Verwerfungsspaltcn ; es stehen nämlich
etwas nördlich von Saffoni nach dem bei Toldi gelegenen Kücken hin,
nochmals die Schichten der Tcrcbratula curviconcha, dann rothe Aminoniten-
Kalke, welche die Durchschnitte zahlreicher Inflaten zeigen (Schichten des
Ammonites ucanthicus) und hierüber Diphya-Kalk an, also ganz eine "Wie-
derholung der vorher beobachteten Reihenfolge. Hat man sich hier, wo
die Verhältnisse sehr deutlich sind, orientirt, so findet man sich auch bei
Volano schnell zurecht. Daselbst gehört der vorhin erwähnte Steiubruch in
Diphya-Kalk dem ersten Zuge an, während die unmittelbar hinter der
Kirche anstehenden grauen Kalke reich an Encriniten und Iihynchonella
bilobata Theile des zweiten, vorderen, mehr gegen das Etschthal gelegenen
Zuges bilden. In dem Biancone dieses vorderen Zuges gegenüber der
Kirche fand sich:
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Ammonitts Asttrianus d'Orb
Aptychus sp.
Darüber Scaglia, letztere häufig mit Fucoideen und endlich Nummu-
liten - Gestein. Die letztgenannten Schichten lassen sich von Volano über
Vallunga bis nach Roveredo verfolgen. Das Numrauliten-Gestein
tritt bei St. Ilario noch in einer einzelnen Kuppe, etwas getrennt von den
Bergrücken aus dem Schuttland der Ebene heraus. Das diesem Abschnitt
beigegebene Profil gibt einen Durchschnitt etwa halbwegs zwischen Rove-
redo und Volano.
VI. Umgegend von Borgo in Val Sugana.
a. Brenta. b. Monte Zacon. c. Monto Armentara. d. ') Strasse von Borgo nach Sella.
e. Alpe Vezzena.
1. Thonschierer. 2. Porphyr. 3. t'onglomerat. 4. Sandstein und Ranchwacken. *>. Dolomit.
6. Graue Kalke des Unterooliths. 7. Rother Ammonitenkalk. 8. 8chotter.
In den folgenden Profilen betreten wir neue Gebiete, in denen nicht
mehr mit derselben Sicherheit wie in den früheren, Schicht auf Schicht
sich beobachten und bestimmte Versteinerungen für alle Horizonte sich an-
geben lassen. Es treten uns mächtige Complexe zum Theil ganz unge-
schichteter Kalk- und Dolomitmassen entgegen, in denen oft nur vereinzelte
Reste von Fossilien schwache Anhaltspunkte gewähren. Das Profil, welches
ich, aufmerksam gemacht durch die Karte des montan. Vereins, aufsuchte und
das von demselben bereits nach dem damaligen Stand der Kenntnisse in den
Beilagen zur Karte mitgctheilt wurde, beginnt in Val Sugana in der Nähe
von Masi, läuft über Monte Zacon nach dem Monte Armentara, von
hier hinab nach dem vom Moggio durchströmten Thale, macht dann einen
Sprung, etwa eine Stunde aufwärts, bis zu dem westlichsten der Häuser,
') Auf dem Profil fehlt aui Versehen neben dem Buchstaben d die Zahl 0.
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welche den Namen Sella führen und steigt von hier nach der Cima Vez-
zena hinauf. Das von Zigno im Jahrb. Reichsanst. 1851 veröffentlichte, von
der etwas mehr östlich gelegenen Cima Dodici beginnende Profil, kann
als eine unmittelbare südliche Fortsetzung des meinigen betrachtet werden,
so dass beide zusammen einen Durchschnitt der ganzen tiroler und venetia-
nischen Alpen von dem Granitstock der Cima d'Aasta, bis hinab nach
der venetianischen Ebene gewähren. Ich komme weiter unten darauf zurück
nachzuweisen, inwiefern meine Beobachtungen mit denen v. Zigno's über-
einstimmen.
Der steil aus Val Sugana aufsteigende Monte Zacon, den man am
Besten erreicht, wenn man die Hauptstrasse bei dem alten castellartigen
Gebäude verlässt, um die Brenta zu überschreiten, besteht aus Porphyr,
der die Hauptmasse des Berges bildet und erst auf dessen Südseite von
sedimentairen Schichten bedeckt wird. Letztere, die den Sattel zwischen
Monte Zacon und dem weit höheren, südlich vorliegenden Monte Armen-
tara einnehmen, bestehen zunächst am Contact aus einem groben Conglo-
merat von Porphyr und Sandsteinbrocken, welches allmählig in reineren
Sandstein übergeht und endlich zu einem ebenflächigen, feinen röthlichen
oder gelblichen Sandstein wird. Man sieht denselben in sehr steilen, nach
Süden einfallenden Schichten zu beiden Seiten des Wassers anstehen, wel-
ches den westlichen Abhang des Sattels herabkommt. Auf den Schicht-
flächen dieses Sandsteines faud sich
Posidonotnya Ciarai Emr.
In naher Verbindung mit demselben, ohne dass jedoch die Lagerung wegen
der Wälder und Wiesen genau zu beobachten wäre, stehen harte, blaugraue
Kalke an, die bei der Verwitterung gelblich werden und ein zerfressenes,
rauhes, gewissen Schichten des Thüringer Zechsteins sehr ähnliches Ansehen
erhalten. Sie enthalten besonders in dem östlich gegen Borgo hinab-
laufenden Thale eine Menge Versteinerungen, unter denen ich bestimmen konnte:
Pecten margarithac Hau.
Mytüus sp.
Myacites Fassaensis Wissm.
Einzelne Blöcke eines dunkelrothen, oolitischen Gesteins sind beinahe ganz
erfüllt mit zierlichen, kleinen Gasteropoden. Leider konnte ich ihr Lager
nicht auffinden, doch kann es nur dem oberen Theile dieses Complexes
angehören. Das Gehänge des Monte Armentara, das man auf steilen
Fusspfaden , durch Gebüsch und schlüpferigen Rasen mannigfach gehindert,
ersteigt, besteht ganz aus schichtungslosem Dolomit mit undeutlichen
Gaster opoden- Kernen. Etwas weiter westlich scheint die oberste Parthie
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des Kammes aus geschichtetem Gestein zu bestehen; ich konnte dieselben
aber nicht näher untersuchen.
Erst jenseits im Thale des Moggio unmittelbar am Wege auf dem
linken Flussufer treffen wir wieder sichere Anhaltspunkte in steil gegen
Süden einfallenden Ammoniten-Kalken. Sie enthalten in zum Theil aus-
gezeichneter Erhaltung
Ammonites polyolcus n. sp.
Ämmonites isotypus n. sp.
Ammonites acanthicus Opp.
Ammonites Uhiandi Opp.
Ammonites Strombecki Opp.
Aptychus cf. latus Mnst.
Inoceramus cf. giganteus Golds, sp.
(Posidonia gigantea Goldf.)
Der Punkt ist sehr leicht zu finden, da es der einzige ist, wo rothe
Ammonitenkalke unmittelbar am Wege anstehen. Folgen wir dem Lauf
des Flusses ein wenig abwärts, so treffen wir da, wo der Fluss etwa 200'
tief unter der Strasse in einem engen felsigen Bette hinströmt, plötzlich die
grauen Kalke von der Sega di Noriglio in merkwürdig ähnlicher Aus-
bildung wieder Ausser den bereits bekannten Brachiopoden und Pele-
cypoden fand ich hier auch einen Pycnodonten-Zahn. Die Schichten
stehen ebenso steil, wie weiter oben die Ammoniten-Kalke , von denen sie
hier sogleich überlagert werden. Gewiss sind die grauen Kalke auch an
jenen Punkten zu finden, aber unter dem vom Armentara herabgekom-
menen Gerolle verborgen.
Die eben angeführten Ammoniten gehören alle dem unteren Ammoniten-
Horizonte an, der obere scheint jedoch auch vertreten zu sein, da einzelne
im Thal umherliegende Blöcke Ammonites geminus, Ammonites lühographicus
und Ammonites quinquecostatus enthielten.
Gehen wir nun zurück nach Sella, wo sich uns Gelegenheit bietet,
auf einem Fusspfade nach der etwa 6000' hohen Cima Vezzena hinauf-
zuklimmen. Am Fuss derselben unten im Thale steht zunächst eine kleine
Parthie Thonschiefer an. Ueber demselben beginnen Dolomite, grau und
weiss, zum Theil ausgezeichnet drusig, die bis nahe an den Kamm anhalten
und eine Mächtigkeit von cc. 4000' erreichen mögen. Es findet sich nicht
selten in denselben
Turbo solitarius n. sp.
Phasianeüa sp.
Avieula exilis Stopp.
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sonst immer dieselbe Armuth an Versteinerungen. Kurz ehe man das
Plateau erreicht, auf dem das einsame Alpenwirthshaus steht, trifft man
dunkle, graue Kalke mit denselben Versteinerungen, wie unten im Thal.
Leider sind sie nicht scharf gegen die Dolomite abgegrenzt, wie wir schon
bei Volano aahen. Es folgen ziemlich horizontal gelagert, mit einer ganz
schwachen Neigung gegen Süden Ammoniten -Kalke und Biancone.
Wir haben also an diesem, an der östlichen Grenze Tirols gelegenen
Punkte in dem oberen Theile des Profiles dieselbe Aufeinanderfolge der
Schichten wie bei Roveredo gefunden. Die Dolomite bleiben aber auch
hier noch eine ungegliederte, nach oben ungenügend begrenzte Masse. Dafür
Hess ihre untere Grenze durch die Schichten mit Posidonomya Ciarai sich
feststellen.
VII. Die Umgebungen von Pieve di Bono in Iudicarien.
a. Prezzo. b. Yal Bona. f. Colognola.
i. Congloroerat (Verracano). „». Sandstein (8ervino). 3. Kalke mit Spiriferina Mentzdii.
\. Halobienscbicbtcn. f>. Dolomit und Kalk.
Etwa in der Mitte von Val Bona, dem westlichsten der Thäler, welche
Südtirol von Nord nach Süd durchziehen, mündet das aus den westlichen
lombardischen Grenzgebirgen hcrabkommende Daonethal. Wir versetzen uns
gleich in dasselbe hinein, etwa eine Viertelstunde hinter das Dorf Daonc,
wo wir bei der Brücke auf Conglomerate, aus rundlichen Quarz- und Por-
phyrfragmenten bestehend stossen, die in der Nähe der Mühle anstehen und
vielfach in Blöcken umherliegen. Ucberschreitcn wir den Bach und wenden
nns dann von der Mühle an thalabwärts, so sehen wir auf dem rechten
Ufer, auf dem wir nun bleiben, die Conglomerate feiner werden und all-
mählig in einen homogenen, meist intensiv rothen, seltener grünen und grauen
Sandstein übergehen, der in regelmässiger Schichtung nach Osten einfällt.
Derselbe ist sehr reich an Glimmer, der vermöge seiner, der Schichtung
parallelen Anordnung, Ursache einer sehr vollkommenen Spaltbarkeit des
Gesteins wird. Längere Zeit führt der Weg auf diesem Sandstein hin, bis
man denselben tief unten im Flussbett, unterhalb Daone verschwinden sieht.
Gegen Oben stellen sich nach und nach hellere Schichten ein, der Kalk-
gehalt, anfangs nur unbedeutend, nimmt zu, die Schichten werden dicker und
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weniger ebenflächig, bis man endlich, in dem kleinen Thal, oder besser
Riss, der rechts herabkommt, ehe man Prezzo erreicht, rauchwackenartige
Gesteine, grau, gelb bestaubt, porös, in dicken Bänken mit dolomitischen
Sandsteinen wechselnd, antrifft. Man bleibt in diesen Gesteinen bis dicht
vor Prezzo, wo Wiesen und Gärten für eine kurze Strecke das Gestein
bedecken. Im Orte selbst stehen unmittelbar an der Kirche dunkle, aussen
leberbraune, sehr homogene dicke Schiefer und Kalke an, stark gegen Osten
einschiessend, in denen ich theils an der Kirche, theils unten am Bach
Orthoceras »p.
Ceraiües eitryomphalus n. sp.
Ammonites Aon Mnst.
Ammonites sp. (globose).
Halobia Lotmneli Wissm.
Fosidonontga Wengensis "Wissm.
Pflanzenreste
sammelte. Helle versteinerungsleere Kalke bilden gegen das Thal den Schluss.
Wie schon erwähnt, steht Daone auf Sandsteinen, welche die unmittel-
bare Fortsetzung derjenigen am rechten Ufer bilden und wie jene von
Rauchwacken überlagert werden. Auf diese folgen ähnliche dunkle Gesteine,
wie diejenigen von Prezzo, allein die Bänke sind dicker, die Ablösungen
auffallend uneben und höckerig, die Farbe mehr ins Graue spielend, was
theilweise von häufig eingesprengten Glimmerblättchen herrührt. Feuerstein
in Knauern ist nicht selten. Aus einem Steinbruch unmittelbar an der
Strasse von Daone nach Pieve stammen:
Spiriferina Menteelii Dnkr.
Terebratula cf. vulgaris Schi. sp.
Encrinus lüiifonms Schi.
Pflanzenreste.
Die Halobiaschic Ilten folgen in regelmässiger Ueberlagerung unterhalb
Formio gegen Val Bona hin, die oben genannten Versteinerungen führend
und correspondirend mit denen von Prezzo.
Jenseits Pieve auf dem gegenüberliegenden Thalgehänge von Val
Bona, wo der Weg nach Colognola sich von der Hauptstrasse abzweigt,
stehen nochmals die Schichten mit Encriiws lilüformis au und zwar in ziem-
lich horizontaler Lagerung. Es setzt also durch Väl Bona ein Bruch hin-
durch, der die Encriniten-Schichten auf dem linken Ufer emporhob und
in gleiche Höhe mit den hellen Kalken unter Prezzo warf. Die Halobia-
Schichten sah ich bei Colognola nicht, doch hegen sie sicher unter der
Rasendecke des kleinen Plateaus, was sieh unmittelbar hinter dem Orte am
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Gehänge hinzieht. Ich suchte hier nicht lange nach denselben, da ich meinen
Zweck, die Trennung der Halobion- und Encriniten-Gesteine zu beob-
achten, auf dem anderen Ufer bereits erreicht hatte und meine Zeit ge-
messen war.
Ich überschritt von Colognola aus den Gebirgsrücken nach Tierno
in Val di Ledro, in der Hoffnung, in den gewaltigen, hier lagernden
Dolomit- und Kalkmassen Versteinerungen zu finden. Ausser undeutlichen
Bivalven, welche einzelne nicht sehr hoch über Colognola an dem
grossen Bretterhause umherliegende Blöcke erfüllen, kam mir jedoch nichts
vor. Es Hess sich nicht einmal entscheiden, ob dio Schichton, denen diese
Blöcke entstammen, hier anstehen, oder von höher herunter gekommen sind.
Der ganze Abhang bis hinauf zur Passhöhe ist mit mächtigen Schutthalden
von Dolomit- und Kalkgeröllen bedeckt, die allmählig im Frühjahr weiter
in das Thal hinabrücken. Erst jenseits über Tierno findet man eine
isolirte Scholle rothen Kalkes, die aber weiter keinen Aufschluss gewahrt.
(8. die Karte des Mont. Ver.)
Wir haben also von unten nach oben folgende Gesteine gefunden:
1. Konglomerate.
2. Glimmerige, meist rothe Sandsteine c. 1000'.
3. Rauchwacken 300'.
4. Knollige, dickplattige Kalke mit Spiriferina Mcnteelu, wenig mächtig.
5. Homogene Schiefer und Kalke mit Hidobia Lonmelii und Amno-
nites Aon.
6. Dolomit.
Als Fundort für Fossilien aus dem Dolomit ist mehrfach in der Litte-
ratur1) Storo, einige Stunden südlich von Pieve, citirt, und da die dortigen
Dolomite eine unmittelbare Fortsetzung der über Colognola anstehenden
sind, wandte ich mich zunächst nach diesem Punkt, um Aufschluss über den
Dolomit, diese Sphinx der Alpengeologie, zu suchen. Profile, ähnlich dem
oben mitgetheilten, lassen sich hier freilich nicht verfolgen, ich werde aber
späterhin nachweisen, dass die aufgefundenen Versteinerungen uns hinreichend
sichere Anhaltspunkte gewähren, um auf Analogie mit anderen Gegenden
hin Schlüsse über das Alter dieser Dolomite zu ziehen.
VIII. Die Gegend zwischen Storo und dem Garda-See.
Die von der Linie Riva-Storo südlich gelegene Gebirgspartbie dürfte
eine der interessantesten für das südliche Tirol werden und später eine
') Hauer, Erläuterungen. Jahrbuch der geol. Reichsanst. 1858. p. 479.
Btoppani, Petrefications d'Esino p. 146.
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schrittweise Aufnahme unumgänglich nöthig sein, weil diese Gegend mannig-
fache Analogien mit der Lombardei bietet und daher das Bindeglied für
kartographische Aufnahmen beider Länder bilden wird. Ich kann hier nur
einzelne Andeutungen geben, da eine eingehende Untersuchung in diesen
einsamen und schwer zugänglichen Gebirgen die Kräfte und Mittel des
Einzelnen nur zu schnell übersteigt.
Tritt man bei Storo aus dem Val Ampola in das breite Chicsa«
Thal hinaus, so fallt der landschaftliche Unterschied der beiden Thalseiten
sehr in die Augen. In sanft gerundeten Formen mit Gebüsch bis oben hin
bedeckt, ziehen sich die Gebirge drüben bis zum höchsten Kamine hinauf,
während diesseits über einer steilen Schutthalde senkrecht über 1000' hohe
prallige Wände in die Höhe steigen, oben mit kahlen Plateaus gekrönt.
Dort haben wir ein Sandstein- und Porphyr-, hier ein Dolomitgebirge vor
uns. Was diese Dolomite und Kalke so ungemein interessant macht, ist ihr
grosser Reichthum an Versteinerungen. Ich sammelte zu beiden Seiten der
Mündung von Val Ampola:
Turbo solitariits n. sp.
Natica incerta n. sp.
Cardita cf. multiradiata Emmr. sp.
Megalodus triqueter Wulf sp.
Dicerocardium Jatti Stopp.
Modiola pupa Stopp.
(rerviUia cf. praecursor Qu.
Avicula exilis Stopp.
? Gastrochaena sp.
Ausserdem mancherlei andere Dinge, deren genaue Bestimmung ich erst bei
reicherem Material aus* lombardischen Lokalitäten vornehmen möchte.
Die meisten dieser Versteinerungen fällen für sich ganze Bänke und
bilden dann wahre Lumchellen. Megalodus triqueter scheint am häufigsten
gegen oben fortzusetzen, wenigstens sah ich am Fort noch einzelne Blöcke
ganz erfüllt mit demselben, während andere Fossilien hier fehlen.
Dolomite und dolomitische Kalke halten an bis zum See, der durch
Val Ampola abfliesst. Hinter demselben werden die Gesteine anders.
Einzelne Bänke harter, splitteriger, schwarzer Kalke mit unbestimmbaren
Versteinerungen schieben sich zwischen helle, dolomitische, sehr dünnschich-
tige, kurze Kalke, so dass das Gestein dem von Val Ampola sehr unähnlich
wird. Solche dunkle Schichten stehen an gegenüber der Kirche St. Lucia
und aus den kurzen Kalken besteht zum Theil der schroffe Gipfel «des S.
Martino. Zwischen Tierno di Sotto und Bezeca unmittelbar an der
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Strasse liegen ein bis mehrere Fuss mächtige Bänke sehr wohl geschichteten
grauen Kalkes, den man weiterhin zu beiden Seiten des Val dei Conzei
häufig anstehen sieht und in welchem bei Lenzumo einige Steinbrüche
eröffnet sind, in welchen sich ein verkiester Animonit, sowie öfter Höhlungen
im Gestein, welche von herausgefallenen Belemniten herzurühren schei-
nen, fanden. Dicht bei Pieve traf ich in einem grauen, ähnlichen Kalke
eine Menge sehr grosser Austern und andere unbestimmbare Versteine-
rungen. Ob dieselben dem gleichen Niveau wie die Ammonitenkalke an-
gehören, liess sich jedoch nicht entscheiden. Da es nicht ausführbar war,
vom Lago di Ledro direkt in südlicher Richtung etwa nach Tremosine
am Lago di Garda auf Piemontesisehes Gebiet zu gelangen, so begab ich
mich nach Riva, ging von hier der Passschwierigkeiten wegen zu Wasser
nach Tremosine und wandte mich thalaufwärts nach S. Michele.
Helle Kalke, wohl der schon oben beschriebenen Scaglia im Alter
gleichstehend, bilden die Ufer des Sees und halten noch einige Zeit land-
einwärts an. Unter ihnen liegen, hinter Serinerio, graue geschichtete
Kalke und gegen S. Michele hin deuten bereits zahlreiche Blöcke mit
Megulodus triquetcr und Gasteropoden an, dasa man sich dem Dolomit
nähert. Welches der beiden Thäler, die bei S. Michele zusammentreffen,
man auch hinaufsteigt, immer findet man den unteren Theil der hohen Ge-
birge, die von Monte Berlinghera bis nach Cima Tavalö den Gesichts-
kreis begrenzen, aus Dolomiten gebildet, die in ihrer petrographischen Be-
schaffenheit und ihren organischen Einschlüssen ganz mit jenen von Val
Ampola übereinstimmen, mit denen sie auch jedenfalls zusammenhängen.
Auffallend mit den unteren Gehängen der Berge kontrastirt der obere Theil,
indem derselbe aus Schichten gebildet wird, deren Durchschnitte wie eine
Reihe übereinandergelegrer Blätter sich horizontal - längs der Kammlinie
hinziehen. Aus den Kalken, die diese oberen Schichten bilden, schlug ich
heraus:
TcrchralulH Schaf häuteli Stopp.
Terebratula prunifornns Süss.
Mytilus minutns Gold f.
Rhabdcq)hylli(t? clathruta Emmr. sp.
Leider reichte meine Zeit nicht aus, einen der Gipfel zu erklimmen;
ich zweifle nicht, dass man dort auch noch die grauen Ammoniten- Kalke
aus den Val dei Conzei finden wird, die eben genannten Schichten über-
lagernd.
■%
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Deutung der Profile.
In den soeben mitgetheilten Profilen sind diejenigen Schichten beschrieben
worden, welche die Hauptmasse der Gebirge de* südlichen Theiles von Süd-
Tirol zusammensetzen. Ks ist nun der Versuch zu machen, dieselben nach
dem üblichen Systeme zu benennen und die weitere Verbreitung anzugeben,
soweit die Beobachtungen reichen. Oerade in den Südalpen stellen sich aber
hier die grössten Schwierigkeiten entgegen, indem nicht nur über die vertikale
Ausdehnung, die dem einen oder anderen Komplexe zu geben ist, sehr
verschiedene Ansichten geltend gemacht wurden, sondern auch über die
gegenseitige Ueber- oder Unterlagerung ganzer gewaltiger Massen von
mehreren tausend Fuss Mächtigkeit die entgegengesetztesten Meinungen noch
heute einander gegenüber stehen.
Südtirol liegt nämlich an dor Orenzo jener Beobachtungsgebiete, auf
denen deutsche und italienische Oeognosten zu so verschiedenen Resultaten
gelangten. Hier ganz besonders handelt es sich darum , scharf zu unter-
suchen , welche Aulfassung der Natur entspricht und soweit dies möglich ist,
die abweichenden Ansichten, wenn sie einfach Unrichtig sich erweisen, zu
beseitigen, oder aber — und dies ist sehr häufig der Fall — wenn ihnen
nur Missverstündnisse zu Grunde liegen , unter einander in Uebereinstimmung
zu setzen.
Die Schwierigkeit geologischer Untersuchungen hat in den Alpen ihren
Hauptgrund in dem häufig so ungemein schnellen Wechsel der petro-
graphischen Beschaffenheit der Schichten und der zoologischen Facies. Kalke
und Dolomite, Schiefer und Sandsteine liegen oft in kurzen Entfernungen in
demselben Niveau, Brachiopodenfaunen wechseln mit Cephalopodenfaunen und
diese wieder machen wahren Lumachellen von Gastropoden und Pelecypoden
Platz. Was an einem Punkt nur wenig mächtig ist, schwillt am nächsten
zu ganzen Gebirgszügen auf. Nur einzeln und zuweilen sehr versteckt,
ziehen sich. Bändern vergleichbar, das Gleichartigere zusammenfassend, da«
Ungleichartigere trennend, gewisse Horizonte durch die ganze Masse hin,
und machen es einer eingehenden Untersuchimg möglich, das gewaltige
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Chaos zu sondern und das Abweichende lokaler Entwicklung in Zusammen-
hang zu bringen mit dem allgemein Gültigen.
Dem Geognostcn, dem nur die Untersuchung eines kleinen Theils der
Alpon oblag, musstc natürlich das in seinem Gebiet auffallend Entwickelte
am wichtigsten erscheinen und er konnte nicht umhin, es mit einem lokalen
Namen zu belegen , mittelst dessen er sich nur zunächst einmal verständlich
machen konnte, ohne mit der Nennung des Namens zugleich auch eine
bestimmte Ansicht über das Alter seiner Schichten, oder dio Beziehung
derselben zu anderen auszusprechen. Da die Alpen von sehr verschiedenen
Seiten her zugleich in Angriff genommen wurden, häuften sich solche zusammen-
hangslos nebeneinander stehende lokale Bezeichnungen in einer bedenklichen
Weise und erschwerten das Verständniss ungemein, so dass das Bedürfniss
des Zusammenziehens und Vergleichens sich sehr fühlbar machte. Man über-
trug nun den, gewissen lokal sehr ausgezeichnet entwickelten Schichten,
gegebenen Namen auf andere entfernt davon auftretende Schichten. Es
konnte nicht fehlen, dass solche Parallelen zum Theile sehr schief aus-
fielen , indem der an einem Punkte mit einem Lokalnamen belegte Komplex
durchaus nicht immer dieselbe vertikale Ausdehnung hatte, wie jener, auf
den man ihn übertrug, doch aber fortan beide Schichtenreihen als gleich-
werthig und in demselben Zeitabschnitte gebildet angesehen wurden. Traf
es sich nun gar noch, dass für ein drittes Ycrkommniss bald der eine,
bald der andere joner anfänglichen Lokalnamen gleichwerthig angewendet
wurde, so musste begreiflicher Weise eine kaum zu lösende Verwirrung
entstehen. Nicht wenig hinderte auch der Umstand, dass so verschiedene
Nationen an der Untersuchung der Alpen sich betheiligten und dass die
Verschiedenheit der Sprache, wenigstens denen, welche die Untersuchung
alpiner Verhältnisse nicht gerade zu ihrer Lebensaufgabe gemacht hatten,
ein wesentliches Hinderniss bereitete.
Dass solche Verwechslungsprozesse, wie deren einer eben angedeutet
wurde, sich in der That vollzogen haben, hatte ich in der Lombardei Ge-
legenheit zu sehen, wohin ich mich zur Ergänzung einiger Lücken in der
Keihc der Tiroler Schichten und überhaupt um Anknüpfungspunkte zu
gewinnen, wandte. Ich werde unten ausführlicher davon zu reden haben.
Um den Missverständnissen , hervorgerufen durch lokal cigenthümliche
Entwicklung, möglichst zu entgehen , scheint es geboten , auf die weit
verbreiteten Horizonte und deren Festhaltung auch da, wo sie in einer für
den ganzen Bau des Landes vielleicht nur untergeordnet erscheinenden Be-
deutung auftreten, besonderes Gewicht zu legen und sie vor allem als leitend
festzuhalten. Innerhalb derselben müssen dann freilich Lokalnamen in An-
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wendung gebracht werden, dieselben sind aber als augenblicklicher Noth-
behelf nicht schädlich, wenn nur jene allgemeinen Horizonte erst feststehen.
Mit der Zeit werden auch sie fallen.
Um nun die in Tirol beobachteten Schichten einer weiteren Betrachtung
zu unterziehen, werfe ich zuvor einen Blick auf die Litteratur über alpine
Gebiete und hebe aus derselben das heraus, was mir für den Zweck der
Klassifikation am geeignetsten zu sein scheint.
Ganz besonders in der Lombardei wird sich dann zeigen, dass die
grossen Unterschiede, welche die von italienischen Geologen gewonnenen
Resultate gegenüber denen deutscher Forscher zeigen, vorwaltend schein-
bare sind , und dass die dortigen Gebirge , weit entfernt davon , nach
anderen Gesetzen aufgebaut zu sein , als die übrigen Alpen , nur in manchen,
auf deutscher Seite einförmiger ausgebildeten Schichtenreihen eine sehr
reiche Entwicklung zeigen, und so eine wesentliche Erweiterung unserer An-
schauungen über alpine Bildungen überhaupt zu liefern bestimmt scheinen.
I. Steinkohlen Tor mation.
Die tiefsten Sedimentbildungen, denen wir in unseren Profilen begeg-
nen, sind (wenn wir von allen sogenannten metamorphischen Schiefern,
deren Entstehung ja trotz aller geistreicher Theorien noch ein Räthsel ist,
absehen), die Thonschiefer bei So IIa.
Man kennt dieselben auch an manchen anderen Punkten Tirols, der
Lombardei und Veuetiens. Ausser undeutlichen Pflanzenresten fand man in
ihnen noch keine Fossilien, war also bei ihrer Altersbestimmung auf die
Lagerung und etwaige Analogien angewiesen. Da sich nun südlich der Alpen
in den Monti Pisani und auf Sardinien') Thonschiefer mit unzweifel-
haften Steinkohlenpflan/.en fanden, stellte man auch diese Schichten, wenig-
stens theilweise, in die Steinkühlenformation.
Verbreitung. Im Westen treten Thonschiefer am östlichen Abhang
der gewaltigen nordsüdlich ziehenden Kette kristallinischer und kryptogener
Gesteine , welche im Monte A d a m e 1 1 o ihren Gipfel erreicht , an mehreren
Punkten auf, und bilden einzelne lang gezogene Fotzen, die in der Tiefe
wohl zusammenhängen mögen. So von Roncono*) in Iudicarien in
nordöstlicher Richtung bis gegen Pelugo in Val di Rendena. Bei Villa
') La Mannora Voyage en Sardaigne. Turin 1857. Vgl. auch Hauer, Erläuterungen etc.
Jahrb. d. Reichsanst. IX. 18f>8. p. 45r>.
*) Vgl. die Karte de« Montan. Vereins.
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liegen sie auf Glimmerschiefer und schiessen am gegenüberliegenden Thal-
gehänge unter die Sandsteine der untern Trias ein- Die Lagerung ist eine
ganz normale, wie im übrigen Südtirol, was wohl zur Bestätigung der
Hauer'schen ') Ansicht dient, dass in der Lombardei, wo Thonschiefer unter
den Glimmerschiefer des Veltlin einfallen und auf Gesteinen der unteren
Trias aufzuliegen scheinen , nicht die ursprüngliche Lagerung statt hat. —
Die Schiefer bei V i 1 1 a haben eine dunkelgraue bis schwarze Farbe
und zerfallen an der Luft in griffeiförmige Stücke. Weiter nördlich und
östlich treten dieselben Gesteine in Berührung mit dem Porphyrplateau von
Bötzen und bilden vielfach die Unterlage jüngerer Sedimentairgebilde. *)
Bei Trient treffen wir sie am Südende des Porphyrplateau's, wo sie zu-
nächst südlich der Stadt bei Pavo eine Insel in jüngeren Schichten bilden,
und dann von Civezzano an, zu beiden Seiten des Lago di Caldo-
nazzo in zusammenhängendem Zuge am Nordgehänge von Val Sugana
über Borgo, Strigno, die Cima d'Asta südlich umsäumend, nachCanal
di Sotto im Venetianischen hinüber ziehen, überall die Grenze zwischen
krystallinischen und kryptogenen Gesteinen einerseits und den jüngeren
Schichten andererseits bildend. Die einzelnen, südlich dieser Hauptgränz-
linio auftretenden Parthien verdanken ihre Hebung wohl lokalen Einflüssen,
so die im Profil VI erwähnte Scholle bei Sella. Durch das in die Höhe-
Treiben des Porphyrkeiles, der den Monte Zacon bildet, in starrem Zu-
stande zur Zeit der letzten Hebung der Alpen, noch südlich des Haupt-
hebungsgebietes der nächsten Centralmassen, wurde die vorderste den Monte
Armentara bildende Scholle der Dolomite und Kalke abgesprengt und
steil aufgerichtet neben die mehr im Zusammenhang gebliebene Masse der
Cima Vezzena, Cima Dodici u. s. w. gestellt. In der tiefen Ver-
werfungsspalte, in der der Moggio hinströmt, gelangte dann der Thon-
schiefer zur Entblössung.
Bei Rccoaro, wo in sehr auffallender Weise die ganzen jüngeren
Gebilde bis auf den Glimmerschiefer hinab blos gelegt sind, fehlt der Thon-
schiefer, oder bildet zum Mindesten keinem so bestimmt abgegrenzten
Komplex wie weiter nördlich.3)
In diesen Thonschiefern liegen in Südtirol mancherlei , leider aber für
einen schwunghaften Betrieb unzureichenden Erzvorkommnisse.4)
') Hauer 1. c. p. j "->">.
?) Richthofen, Beschreibung der Umgegend v. Preduzzo.
Pichler. Zur Oetzthaler Masse. Beitr. zur üeogn. Tirols. IV. Folge.
^) fichauroth. 8itzung*b. "Wien. Akad. 1H.'>;». p. 48ft.
•) Vgl. die Angaben der Mont. Karte u. die Erläuterungen dazu. p. 2? m<\.
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41
II. Trias.
Ueber den Thonschiefem kennt man mit Sicherheit in dem mittleren
Theile der Südalpen keine älteren Schichten, als triadischc, wir wenden
uns daher sogleich zu diesen.
A. Untere Trias.
Ich betrachte der Reihe nach einige der zuverlässigsten Angaben iiher
untere Trias und füge derselben die aus den Profilen und einigon anderen
Beobachtungen sich ergebenden Resultate bei.
Curioni in der Lombardei. Die ersten genauen Mittheilungen über
untere lombardische Trias verdanken wir Curioni in Mailand, dessen
Angaben später kaum einer Acnderung bedurft haben und die Grundlage
aller weiteren Untersuchungen bildeten. Er unterschied im Thal von Pezzase
in der östlichen Lombardei entlang dem Gandi nabachc
1. Kieselglimmerschiefer mit Lagern von Spatheisonstein.
2. Rother Sandstein, massig aus Thonschlamm mit Kiesel und Porphyr-
stücken bestehend. Organische Reste fehlen, nur einzelne, astforniig ver-
zweigte Massen deuten auf Pflanzen. Diesen Sandstein trennt Curioni
von den denselben überlagernden Schichten, mit denen S tu der und Escher
ihn noch zusammen fassten. Eine genaue Altersbestimmung ist nicht möglich.
3. Sandige und thonige Schiefer; die oberen Parthieen des rothen
Sandsteines werden immer feiner und gehen allraählig in einen thonigen
Schiefer über. Die ersten bestimmt schiefrigen Bänke enthalten noch Sand
und kleine Glimmerblättchen und einen eisenreichen Thon. Dann verschwindet
die rothe Farbe und der Kalkgehalt nimmt zu. Es folgt ein Wechsel san-
diger, mergliger Kalke und Thone mit Einlagerungen von Spatheisenstein.
Ueber den Erzen wechseln wieder rothe und grüne Schiefer und in diesen
kommen die ersten deutlichen Versteinerungen vor:
Myacites Fassaensis Wissm.
Avicula Venetiaua Hau.
4. Rauchwacken, weiss, in's gelbliche, beim Verwittern stets gelb.
5. Gyp8mergel.
') Jahrb. geol. Reichsaiist. \S'n'r>. VI. p. *8?.
Sodann: Curioni. G.Sulla successione normale dei diver-i mombri del terreno triasico
nella Lombardia 1855. Oiorn. d. J. R. Ist. Lomb. Nuov. Ser. Fa«c. 39—41. p. 20i — ->3T.
Ders. Appendico alla memoria «ulla succe?«ione norm. rtc. lM.'»8. Mem. d. J. R.
IM. Lomb. Vol. VII. Kmc. 3.
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42
6. Schwarze Kalke der Monti di Pesoro (Muschelkalk). Diese Kalke
sind deutlicher bei Goveno am Lago d' Isoo entwickelt; sie sind daselbst
schwarz und von Spathadern durchzogen; nach und nach tritt eine feinere
Schichtung ein, mit feinen thonigen Zwischenlagen. Mit diesen im Wechsel
dickere Bänke. Es fanden sich: Encrinus Uliiformis, Nautilus, gerippte
Ceratiten, Spuren eingerollter Schalen, welche an globosc Ammoniten erin-
nern. (Talle di Pezzase.)')
Wir sehen also eine untere, vorwaltend sandige und konglomeratführende,
fossilfreie Abtheilung (2), eine mittlere, schon mehr kalkige und merglige
mit Myacites Fassaensis mit Rauchwaoken und Gypsen schliessende (3. 4. 5.)
und eine obere, mehr kalkige (G) mit einer gemischten Fauna, denn Tere-
bratula vulgaris und Encrinus Uliiformis deuten, wie wir weiter unten sehen
werden, auf ein tieferes Niveau als die andern Sachen.
Nicht unerwähnt darf ich hier die rastlosen Bemühungen Ragazzonia
in Brescia um die Geologie der lombardischen Alpen lassen, als deren
Resultat eine im grossen Maassstabe ausgeführte geologische Karte der Pro-
vinz Brescia vorliegt, die leider noch nicht veröffentlicht wurde. Ragaz-
zoni kennt die Brescianer Alpen von allen lombardischen Geologen am
genauesten und stellt seine reichen Erfalirungen in uneigennützigster Weise
jedem Besucher jener Gegenden zu Gebote. In Beziehung auf dio untere Trias
stimmen die Ergebnisse seiner Untersuchungen mit denen Curioni's überein.
Hauer in den Nordost- Alpen. Den Ausgangspunkt aller spätem
Eintheilungen alpiner Sedimentairgebilde von deutscher Seite bildet Hauer's
Abhandlung über die Gliederung der Trias-, Lias- und Jura - Bildungen in
don nordöstlichsten Alpen.8) Wenigstens für die Trias wird diese Abhandlung
auch für immer die Grundlage aller weiteren Forschungen bleiben.
Hauer unterschied als untere Trias ein System rother und grauer Sand-
steine, nur an einzelnen Punkten Konglomerate, die nach oben mit schwarzen
und dunkelgrauen, dünngeschichteten, von einem Netzwerk weisser Kalkspath-
adern durchzogener Kalke wechsollagcrn und schliesslich von diesem ganz
verdrängt werden. Die Sandsteine enthalten neben anderen Versteinerungen
besonders :
Ccratitcs Cassianus Qu.
Turbo rectecostatus Hau.
Naticella costata Münst.
') Siehe auch Escher's Profil. Escher geol. Bemerkungen über Vorarlberg p. 98. Die
Schichten 1 — 19 gehören hierher.
') Hauer. Jahrb. Rcichsanst. IV. 1853 p. 715.
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Mit einem bereits von Li 11. v. Lilienbach gebrauchten Namen nannte
Hauer diese Schichten Werfen er 8chiefer. Die Kalke sind im Allge-
meinen arm an Versteinerungen, es fand sich aber in gelben, denselben
zugehörigen Rauchwackcn ebenfalls
Ceratites Cassianus Qu.
Natia-Ua costata Münst.
Hauer nannte diese Kalke mit einem auch bereits früher benutzten Namen,
G-uttensteiner Kalke und wies sie gemeinsam mit den Werfener
Schiefern, von denen sie wühl petrugraphisch , nicht aber paläontologisch
geschieden sind, der untern Trias zu. Die innige Verbindung beider Schichten-
gruppen läast ein Zusammenfassen beider in eine grössere Abtheilung noth-
wendig erscheinen.
Diesen Kalken schliessen sich unmittelbar an etwas dicksebieferige,
graue Kalksteine, in denen Kudernatsch Monotis salinaria Br. fand. Es
sind denselben wahrscheinlich gleich zu stellen die sogenannten Reiflingor
Kalke, durch das Vorkommen eines Ichthyosaurus ausgezeichnet.
Das nächste Glied, die Hallstätter Kalke, gehört nach Hauer
unbedingt einer gesonderten, höheren Etage an und eröffnet seine obere Trias.
Wir haben also folgende Glieder:
1. Sandsteine, unten versteinerungsleer,
2. Kalke
bei der Berührung mit den Sandsteinen wechscllagernd und die gleichen
Versteinerungen führend.
Hauer in der Lombardei. Bei der späteren Uebersichtsaufnahme
der Lombardei 'J fand Hauer, wie das Curioni's Untersuchungen schon
vennuthen liessen, die in den Nordalpen gewonnene Auffassung auch in den
Südalpen auf das vollständigste bestätigt. Es ergab sich, dass die von
italienischen Geologen seit längerer Zeit nach der Verruca Schanze in
den Monti Pisani Verrucano benannten Konglomerate und die feine-
ren, aus denselben sich entwickelnden schiefrigen, sehr glimmerreichen
Sandsteine (in den Berga in asker Bergen als Scrvino bekannt) als ein
Aequivalent des nordalpiuen Werfener Schiefers zu betrachten seien.
Nicht nur die petrographischo Beschaffenheit, auch die an einzelnen Punkten
sich findenden zahlreichen Fossilien beweisen dies unzweideutig. Auffallend
bücb nur die sehr mächtige Entwicklung von Konglomeraten, die in den
') Erläuterungen zu einer geologischen Uebersirhtakarte der Schichtgebirge der Lom-
bardei Jahrb. der Reichaanstalt. IX. p. 445 nebst Karte.
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Nordalpen meist nur »ehr untergeordnet auftreten. Trotzdem, dass an der
Verruca Schanze ganz gleiche Konglomerate mit Schiefern wechseln
sollen'), die Steinkohlenpflanzen führen, also diese Konglomerate von dem-
seihen Alter wie die Schiefer sein müssten, hielt Hauer einen solchen auf
Analogie gestützten Beweis nicht für gewichtig genug, um auch in der Lom-
bardei den untern Theil der Konglomerate in die Steinkohlenformation zu
setzen, wie dies italienische Geologen thaten.
Einzelne Lagen des feinen gliinmerigen Sandsteins wechseln noch nach
unten mit den Konglomeraten, während nach oben in den Sandsteinen kalkige,
dolomitische Bänke auftreten. Diese Kalke werden schliesslich ganz herr-
schend und sind an einzelnen Tunkten besonders ausgezeichnet durch das
Vorkommen gewisser l'etrefakten. die den Sandsteinen und denen mit den-
selben wechselnden kalkigen Schichten noch ganz fremd zu sein scheinen.
Solche rauchgraue, thcils knollige, theils plattige, häufig glimmerige Kalke
stehen sehr ausgezeichnet im Val Trompia bei Marcheno an. Aus den-
selben führte bereits Escher an*):
Spirifcr fragilis Bu.
Knvrinites liliiformis Schi.
Terebratula Mentzelii Buch.
Terebratula vulgaris Schi.
Terebratula trigotulla Schi.
Pnten laevigutm Schi.
Lima striata Schi.
Etwas nördlich von Hreno traf Hauer die Muschelkalkpetrefakten
nochmals').
Diese organischen Beste deuten bestimmt auf ein höheres Niveau hin
als Naticrlta costata, Mijavitrs Fassaensis , J'ecten Fucksii , wesshalb auch
Hauer die sie beherbergenden Schichten von den Sandsteinen trennte.
Wie in den Nordalpen ergaben sich also auch hier zwei Glieder, ein
unteres sandiges und ein obiges kalkiges. Beide wechsellagern an der Grenze,
allein die oberen rein kalkigen Schichten xind im Gegensatz zu denen, den
TTebergang nach den Sandsteinen bildenden und den Sandsteinen selbst durch
eine ausgezeichnete Brachiopodenfauna bestimmt bezeichnet, die wir in
der Gliederung der Nordalpen noch vermissten.
') 8avi et Meneghini, Coiuidmtaioiii. ^uIIh geologia th-ll« Tincuna. p. |o. tiO. 107. -I<>.
Meneghini. Nuovi fos*ili TVcani ]>. Ii.
f) Escher. Geol. Bern. üb. Vorarlberg, p. lo*.
vl Hauer. Erläuterungen |>. iC'.f».
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Auf diese Schichten folgen bei Marcheno dünnplattige Kalke mitffa-
lot/ia Lommdi, die aber petrographisch von den unten liegenden schwer zu
trennen sind, wesshalb sie denn auch von den Landeageologen mit denselben
häutig in eine Gruppe gefasst wurden.
Stoppani in der Lombardei. Theils diese, noch mehr aber die
von Hauer über die obere Trias ausgesprochenen Ansichten, riefen einen
sehr lebhaften Widerspruch von Seiten StoppanTs hervor. Derselbe hatte
schon früher vorläufige Ergebnisse seiner Untersuchungen in den lombar-
dischen Alpen') mitgetheilt, aber dann später Gelegenheit zu mancherlei
Berichtigungen seiner eignen Angaben gefunden, die er in einem Aufsatze,
betitelt: Rivista geologiea della Lombardia in rapporto eolla carta geo-
logica di questo paese publicata dal cavaliere Y. de Hauer*), in Ver-
bindung mit einer Kritik der Haucr'schen Angaben veröffentlicht. Der Auf-
satz, meist polemischer Natur, ist wiehtig für diese unteren Abtheilungen,
über die Stoppani in seinen späteren paläonto logischen Werken sich nicht
ausspricht.
Von dem Umstände ausgehend, dass die Versteinerungen nur in oberen
Lagen der Sandsteine sich finden, dass die Konglomerate eine tiefere Stellung
einnehmen, ja dass nach Ragazzoni's Beobachtungen in den nördlichen
Bergen der Provinz Brescia noch unter kryptogenen Gesteinen sich
Konglomerate finden sollen, sieht sich Stoppani veranlasst, die Konglome-
rate (den Verrucano) als ein besonderes, tieferes Glied aufzufassen und
mit Wahrscheinlichkeit der Steinkohlen formation zuzutheilen. Direkte pa-
läontologische Beweise fehlen aber Stoppani auch noch und er stützt sich
nur auf Analogien mit den Monti i'isani. Als bunter Saudstein werden
dann blos die bereits mit kalkigen Schiebten wechselnden Sandsteine mit
Natkella costata aufgefasst, während übereinstimmend mit Hauer eine Reihe
kalkiger und dolomitischer Schichten, welche über dem vorigen Komplex
folgen, als Muschelkalk, Gurtensteiner Kalk bezeichnet sind: gruppo della
dolomia inferiore
Ueber diesem unteren Dolomit lagern, am Ostufer des Corner See's
beginnend, ziemlich mächtige, intensiv schwarze, von Spathadern durchzogene
kalkige, nach oben schiefrig merglige Gesteine (Schichten von Perledo
und Varenna), die eine ganz eigentümliche Saurier und Fischfauna be-
herbergen. Diese Schichten sind nach Stoppani von Mergelkalken mit
x) Stoppani. Studii geologiei « palaeontologiei sulla Lombardia. aus Bibboteca poli-
teenica. MUano 1857.
*) Alti della societa geologiea reg. in MUano Vol. I. p. 190. 1&>9.
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der Fauna von Gorno (Raiblor Schichten österreichischer Geologen)
überlagert. Hauer verband diese Schichten mit der oberen Trias,') Stop-
pani hält mit Entschiedenheit daran fest, sie noch zur unteren Trias zu
stellen. Als Argument für eine solche Auffassung wird angeführt: einmal
die Lagerung unter den Schichten mit Gervillia bipartita^ ein Punkt, auf
den wir sogleich zu sprechen kommen werden, sodann der so eigenthümliche
Charakter der Fauna, welcher nicht gestatte, sie mit den Esinokalken,
einem Glied der obern Trias, zu vereinigen, wie das Hauer thue, vielmehr
für Muschelkalk spreche. Das Vorkommen der Ilalobia Moussoni, deren
benachbarte Formen in der oberen Trias liegen, scheint Stoppani auch
kein hinreichender Grund für eine Trennung vom Muschelkalk.
In Beziehung auf die Aufeinanderfolge der einzelnen Abtheilungen sehen
wir also Stoppani in Uebereinstimmung mit Curioni, Hauer und Ra-
gazzoni, nur die Grenzbestimmung dessen, was als untere Trias bezeichnet
wird, erscheint abweichend. Wie diese Grenze nach unten gezogen wird,
ist jedoch nicht von so wesentlichem Belang, insofern organische Reste noch
fehlen und das höhere oder tiefere Lager derselben mehr Sache der indi-
viduellen Auffassung, als eine Folgerung aus den Verhältnissen der Schichten
sich ergebender Schlüsse ist. In solchen Fällen wird der den meisten An-
spruch haben gehört zu werden, der die meisten Analogien beizubringen
vermag.
Beherzigenswerth ist, was S tu der (Geologie der Schweiz p. 413) sagt,
dass Konglomerate wie der Verrucano sehr verschiedenen Formationen an-
gehören können und dass blosse Lagerung und petrographische Ueberein-
stimmung mit ähnlichen Ablagerungen anderer Gegenden zu einer Alters-
bestimmung nicht ausreichen.
Eigene Beobachtungen in der Lombardei. Ich hatte selbst
auf meinen Ausflügen Gelegenheit, die besprochenen Gebilde an vielen
Funkten der Lombardei, besonders im Val Cammonica, zu sehen. Zu-
nächst besuchte ich den wegen seines IVtrefaktenreiehthums bekannten
Fass Croce Domini. Steigt man von Bagolino nach demselben hinauf,
so hat man zunächst Glimmerschiefer (der Hauptmasse des Monte Muf-
fetto angehörend) zu beiden Seiten des Thaies. Auf denselben folgen
grobe Konglomerate, die da, wo man aus dem Hauptthal westlich in
einem kleineren Thal nach dem Fasse emporsteigt, mit feinen, glimmerigen
Sandsteinen wechsellagern und schliesslich denselben ganz Platz machen.
') Siehe dessen neueste Bemerkungen: Sitzungsbericht. Wiener Akademie. 19. Jan.
1865. p. 5 seq.
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machen. Unmittelbar ehe man den Pasa erreicht, treten helle kalkige
Bänke auf, die in Menge die schon oben genannten Fossilien der Werfener
Schiefer enthalten. Man sammelt dieselben theils in einzelnen entblösten
Stellen der AlpweideD, thoils an den steilen Abfallen der nördlich vorliegen-
den höhern Gebirge. Gleichmässig finden sie sich in sehr dünnschiefrigen,
glimmerreichen, rothen Sandsteinen (nördlich vom Wege) und grauen, hel-
len, dickbankigen, mehr kalkigen Gesteinen (südlich vom Wege). Besonders
bezeichnend sind:
Naticella costata Mnstr.
Tttrbo rectecostatus Hau.
Avicida Venetiana Hau.
Myacites Fassaensis Wissra.
Gegen Westen und Südwesten lassen sich Konglomerate und Sandsteine bis
hinab nach Val Cammonica verfolgen und werden dort, wie auch schon
oben am Passe, zunächst von Rauchwacken mit Gyps, über diesen von
plattigen, knolligen Kalken überlagert, in deren oberen Schichten bereits
Haiobia LommcH und bei Cogno Ammoniten auftreten. Versteinerungen,
wie von Marchcno, fand ich hier nicht. Sehr instruktiv ist der Theil
von Val Cammonica von Breno bis hinab an das Nordende des Lago
d'Iseo, jene schon von Curioni, Escher und Hauer so oft genannte
Gegend. Auf der linken Thalseite stehen noch die Sandsteine an und bil-
den z. B. den einzelnen, bei Erbano aus dem Thal aufsteigenden Monti-
colo; sie treten südlicher bei Corti nächst Loveri auf, wo sie bereits
von Gypsen und Rauchwacken überlagert sind und unterteufen die ganze
hohe Gebirgsmassc, welche vom Lago d'Iseo nördlich bis gegen Civi-
date in pralligen Wänden auf der rechten Thalseite ansteht.1) Das von
Westen her bei Gorzone einmündende Val di Scalve durchbricht die
Schichten quer und wenn man dasselbe aufwärts durchwandert, bekommt
man einen ausgezeichneten Durchschnitt der Schichten. Gleich nachdem
man die Hauptstrassc in Val Cammonica bei tfer einzelnen Casina di
Boario verlassen hat, trifft man zu beiden Seiten des Weges bei S. Rocco
die glimmerigen Sandsteine, die hier ein sehr bezeichnendes Ansehen
haben, indem das ganze Gestein aus länglichen Wülsten zusammengesetzt
erscheint, als verdanke es pflanzlichen Resten seine Entstehung. Hinter
Gorzone, wo unten im tiefen Tobel des Baches noch die rothen Sandsteine
anstehen, beginnen sich dolomitische Kalke und Rauchwacken aufzulagern,
die zwischen T e r z a n o und A n g o 1 o allmählich in mehr oder minder
') s. die Karte in Hauer's Üebenicht.
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knollige Kalke mit Glimmern, endlich in ganz intensiv schwarze, dünne
plattige, mannigfach gewundene Kalkschichten übergehen, die hinter Ad-
golo, wo die neue Strasse nach Dezzo in das enge Thal eintritt, häutig
Halobia Lummeli führen. Wir verfolgen dies prachtvolle Profil später bei
Besprechung der oberen Trias weiter, es genügt hier die schon mehrfach
gemachten Beobachtungen bestätigt und mit den eigenen an den Tiroler
Grenzgebirgen in Verbindung gesetzt zu haben.
Südlich in Val Trompia sammelte ich bei Marchcno, unmittelbar
nördlich von diesem Orte an der Brücke die ächten oben genannten Muschel-
kalkpetrefakten. Ausser den genannten fand ich noch Rhync hone IIa
decurtata Gir. sp., auf deren Auftreten ein besonderes Gewicht zu legen
ist (s. u.). Sie sind überlagert von petro graphisch sehr ähnlichen Gesteinen
mit Halobia Lommeli.
Richthofen in Südtirol und Vorarlberg. Wenden wir uns nach
Osten, östlich von Pievc1)» 90 gewinnen die Mittheilungen Richthofeu's
über die Umgebungen von S. Cassian Bedeutung. Derselbe untersuchte
in nicht zu langen Zeitabständen nord- und südalpine Gebiete*) und seine
Beobachtungen ergänzen sich gegenseitig. Wir unterziehen beide einer Be-
trachtung und sind dabei in der glücklichen Lage, denselben Forscher über
nord- und südalpinc Gebiete vernehmen zu können, ein Umstand, den der
um so mehr zu würdigen wissen wird, der Gelegenheit gehabt hat, zu
bemerken, wie so oft verschiedene Auffassungen deutscher und italienischer
Geologen allein ihren Grund in dem Mangel eigener Anschauung der beider-
seitigen Gebiete haben.
In den Nordalpen Hessen sich Werfener Schiefer nur petro graphisch
nachweisen, sie fanden sich versteinerungsleer und boten überhaupt nichts
auffallendes in ihrer Erscheinung dar. Anders in den Südalpeu.
Richthofen unterscheidet auf Quarzporphyr und Glimmerschiefer
aufgelagert3):
1. Schichten von Groden, rothe Sandsteine, die sich allmählig aus
dem Porphyr, dem sie meist aufgelagert sind, entwickeln, so das» sich keine
scharfe Grenze ziehen lässt. Thierische Reste fehlen gänzlich, auf Pflanzen
deuten wulstige Erhabenheiten, sowie Kohlenschmitze.
') Profil Nro. VII.
*) Kictitltofen. Geognojt. Beschreibung der Umgegend von Predazzo, S. Carinii, etc. p. 3ü.
Den.: Die Kalkalpeu ron Vorarlberg und Nordtyrol. Jahrb. geol. Reicbiaiut. i&>y.
X. p. 72-137. 1861. G.'. XII. p. 87.
J) Besehreibuug d. ümg. v. Predazzo p. 47.
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2. Schichten von Seiss. Graulich weisse, merglige, sandige Schichten
mit wulstigen Erhabenheiten auf den glimmerigen Ablösungsflächen. Es
tritt in Menge auf Posidonomya Clcnai.
3. Campiler Schichten. Ein Wechsel rother, stellenweise grün ge-
fleckter, mergliger, auch weisser, zerklüfteter Sandsteine mit Turbo recte-
costatus, NatkeUa costata, Ceratites Cassianus.
Diese drei Schichten fasst R. als untere Trias zusammen. Es springt
in die Augen, dass wir hier die Werfener Schiefer und theil weise Gutten-
»teiner Kalke vor uns haben, soweit dieselben noch die genannten Ver-
steinerungen führen. Letzteren insbesondere dürften die mergligen Cam-
piler Schichten entsprechen. In wie weit übrigens die Trennung in Seisser
und Campiler Schichten allgemeine Geltung gewinnen wird, indem vielleicht
Posidonomya Clarui einen konstant tieferen Horizont einnimmt, liisst sich
zur Zeit noch nicht bestimmen. Für jetzt hat eine solche Trennung noch
keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit.
Am Virgloria-Passe und dem ganzen oberen Gampcrtcnpasse in
Rhaeticon fand Richthofen1) die rothen Sandsteine unmittelbar über-
lagert von einem intensiv schwarzen, sehr harten kieselreichen, in 1" bis 3"
dicke Platten abgesonderten Kalke. Als besonders bezeichnendes und kon-
stantes petrographisches Merkmal desselben wird angegeben eine Art Ver-
zahnung der einzelnen Platten, indem die oine mit zackig unebener Oberfläche
derart in die andere eingreift, dass eine Trennung beider nicht möglich ist.
Da wo diese Verzahnung nicht stattfindet, sind die Schichtttächen mit Mi-
regelmässigen Wülsten bedeckt und ein grünlich bis schwärzlich grauer,
fettglänzenejer Thon trennt dieselben und erleichtert die Spaltbarkeit. An
den genannten Punkten findet sich häufig:
Retzia triyonella Schloth. sp.
Encrinus gracitis Buch.
Diese Schichten bezeichnet Richthofen fortan als Virgloriakalke.
In den Südalpen beobachtete derselbe gewisse petrographiscb ähnliche Kalke
im selben Niveau, ohne jedoch Versteinerungen in denselben aufzufinden.
Doch erwähnte Fötterle einer bei Buchenstein gefundenen lletzia triyo-
nella, sowie auch Wolff aus Iudicarien solche auf Virgloriakalk deutende
Fossilien mitgebracht hatte. Es sind dies die in Profil VII bei Piere von
mir früher angegebenen. Unmittelbar auf diese dunklen Knollen kalke folgen
im südalpinen Untersuchungsgebiete Richthofen's Dolomite mit globosen
Jahrb. geol. Reichaatiat. X. p. 9;t.
4
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Ammoniten, die auf obere Trias hindeuten, jedoch mit dem Virgloriakalk
zusammengefaßt werden (Mendola-Dolomit).
Ein weiterer Fundort für Muschelkalkversteinerungen und der am läng-
sten bekannte ist Recoaro im Vizentinischen. In derThat liegen hier die
Versteinerungen in einer Menge angehäuft, wie kaum ausserhalb der Alpen
irgendwo. Als letztes sicheres Vorkommen für diese Virgloriakalke
seien dann noch auf der Nordseite der Alpen die Umgebungen von Reutte
erwähnt, wo sich folgendes fand:
Spirifer Metitzelii Dunk.
Rhynchondla decurtata Qir. sp.
Betzia trigonetta Schloth. sp.
Terebratula angustata Schloth.
Terebratula vulgaris Schloth.
Encrinus gracilis Buch.
Alle diese hier zusammengestellten Schichten betrachtet Richthofen
als unterstes Glied seiner oberen Trias; ich habe ihrer jedoch schon jetzt
gedacht, weil sich erweisen lässt, dass sie nur in der unteren Trias eine
Stelle finden können, wenn man überhaupt eine Zweitheilung der Trias in
den Alpen annehmen will.
Pichler in der Umgegend von Innsbruck. Pichler wies in
den Gebirgen nördlich von Innsbruck folgende Schichten nach'):
A. Untere Trias.
I. Bunter Sandstein.
(Werfener Schiefer der österreichischen Geologen.)
Vorwaltend bunte Sandsteine und Salzthone. Versteinerungen
fehlen, nur Kohlenschmitzen und Pflanzenspuren fanden sich.
II. Unterer Alpenkalk. .
(Muschelkalk, Guttensteiner Kalk der österreichischen Geologen.)
Zunächst Rauchwacke, dann dunkle, dolomitische Kalke mit Lagen
von Schieferthon, welche allmählig in jene Gesteinsmodifikation über-
gehen, welche Richthofen vom Virgloriapasse beschreibt. Keine
Versteinerungen.
B. Obere Trias.
Dazu der Knollenkalk von Kudernatsch, Virgloriakalk von Richt-
hofen und Plattenkalk von Gümbel. Versteinerungen s. u.
Letztere Abtheilung, obgleich als obere Trias bezeichnet, habe ich hier
') Pichler. Beitrage «ur Oeognogie Tirol*. 3. Folge.
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51
noch hergestellt, weil sich unter den als Synonymen angeführten Ablagerungs-
bezeichnungen auch Virgloriakalk findet.
In welcher Weise diese Schichten bei Innsbruck aufzufassen seien, will
ich unten angeben.
Gümbel in den bayerischen Alpen. Zum Schluss möge hier noch
die Eintheilung wieder gegeben werden, zu welcher Gümbel auf Grund
»einer umfassenden Untersuchungen in den bayerischen Alpen kam.
Derselbe sagt1):
Der Alpenbuntsandstein gliedert sich:
1. In eine untere Abtheilung, bestehend aus Konglomeratbänken,
Breccien, grobem röthlichem Sandstein und jenen glimmerigen, intensiv rothen
Schieferthonschichten, welche den Thonschiefern der älteren Formationen in
gewissen Varietäten oft täuschend ähnlich sind.
2. Eine mittlere Abtheilung (Hauptbuntsandstein) mit vorherrschend
schieferigem, rothem, buntgeflecktem und gestreiftem Sandstein, der zuweilen
in grobbankige, dichte und hornsteinartige Schichten übergeht.
3. Obere Abtheilung (Roth) deren meist sehr dünnschieferige
Schichten theils aus sandigem, rothem, häutig graugrünlichem und gelblich
gefärbtem, thonigem Sandstein, theils aus Schieferthon und in den obersten
Bänken aus einer Dolomitlage bestehen. Diese oberste Abtheilung ist es,
welche in den Alpen, wie auch ausserhalb derselben, Gyps, Anhydrit und
Steinsalz in stockförmig gelagerten Massen umschliesst. Den alpinischen
und ausseralpinischen Gebilden dieser Gruppe ist zugleich auch die wulstige,
unebene Beschaffenheit der Schichtflächen und die Anwachsstreifen, weiche
man als Zeichen einer Strandbildung ansieht (Wellenschlag), eigentümlich.
Unter den Versteinerungen in den oberen Schichten begegnen wir den
uns schon aus den Südalpen bekannten:
Posidonomya Ciarai Emmr.
Myacites Fassaetwis Wiasm.
Natkdla costata Mustr.
Ueber diesen bunten Sandsteinen und unter denen weiterhin genauer
beschriebenen Partnaohnchichten, welche neben ächten Keuperptta/izen auch
Hulobia Lommeli führen, liegt ein mächtiges System kalkiger und dolo-
mitischer Gesteine, die genauer in folgende Gesteinsvarietäten zerfällt wer-
den (p. 194):
1. Mergliger Muschelkalk, dem ausseralpinischen Muschelkalk ähn-
liche, dünnschichtige graue, thonige Kalke.
') OQmbcl. Bayer. Alpen, p. 182.
4*
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2. Hauptmuschelkalk der Alpen, Guttensteiner Kalk, schwarzgraue,
mehr oder weniger dolomitiache Kalke von undeutlicher Schichtung, dabei
in's Unendliche zerklüftet, auf den Kluftflächen von weissen Kalkspathadern
reichlich durchzogen. Selten rauchgrau und dolomitisch.
3. Plattiger Muschelkalk (schwarzer Marmor, Trigonellenkalk). Es
ist dies Richthofe n's typischer Virgloriakalk.
4. Schwarzer Alpe ndolo mit, meist fein krystallinisch körniger
Dolomit. Die ticfdunkle Farbe, die zur Regel gewordene Durchaderung des
Gesteins von stark abstechenden weissen Kalkspathschnürchen lassen diesen
Dolomit von jeder anderen Art alpinischem Dolomit leicht unterscheiden.
Die Plattenkalke bilden da» oberste Glied und besonders in ihnen finden
sich die ächten Muschelkalkbrachiopoden.
Alle diese Schichten werden als Alpenmuschelkalk bezeichnet und über
die einzelnen Glieder bemerkt, dass dieselben wohl mit ausseralpinen Ana-
logie, aber nicht Identität zeigen.
Folgende kleine Tabelle giebt eine üebersicht und die Synonymik1):
Muschelkalk.
8. Oberer Muschelkalk der Alpen.
Reteia trigoneUa-Bchic\\ten.
Schwärzliehe Kalke mit Dolomit, von weissen Kalkspathadern
durchzogen.
Guttensteiner Kalk.
Virgloriakalk.
Unterer Muschelkalk.
9. Schwärzliche Mergelkalke mit Versteinerungen.
Natketta cosfata-Schichten.
Guttensteiner Kalk.
Buntsandstein.
10. Rothe Sandsteine.
Folgerungen.
Ueberblicken wir nun die angeführten Eintheilungcn über die untere
Trias, so sehen wir zunächst in Beziehung auf die untere Grenze derselben,
dass ziemliche Ucbereinstimmung herrscht.
Beinahe überall lässt man über kryptogenen Bildungen, über Thonschiefer
oder Porphyren, welche mit Sedimentairbildungen in innigem Zusammen-
hang stehen, die untere Trias mit Konglomeraten, oder rothen fosailfreien
■) Oflmbel I. c. p. 193.
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53
Sandsteinen beginnen. Nur in der Lombardei lassen sich manche Gründe
dafür geltend machen, einen Theil dieser Konglomerate altern Formationen
zuzutheilen, wie auch Richthofen') geneigt ist, die untersten, mit kryptogenen
8chiefern wechselnden Konglomerate in Vorarlberg für älter als triadisch
zu halten. Für Tirol scheint es keinem Zweifel zu unterliegen , dass wir
die bei Daone und am Monte Zacon beobachteten Konglomerate und
groben Sandsteine mit den darüber folgenden feinen noch versteinerungs-
leeren 8andsteinen zusammenfassen und in die untere Trias stellen. Es
spricht hiefur der Umstand, dass man keine Wechsellagerung mit Thon-
schiefern bemerkt und dass der Uebergang von den untersten, mit dem
Porphyr in enger Verbindung stehenden groben, zu den oberen feineren
Schichten ein so allmähliger ist, dass eine Trennung in zwei Gruppen un-
natürlich erscheinen würde, so lange nicht paläontologische Gründe eine
solche Annahme nöthig machen.
Die Schichten mit Naticella costata werden zwar von dem einen zum
Muschelkalk, vom andern zum bunten Sandstein gestellt, allein alle sind über
ihre Lagerung zwischen den rothen versteinerungsleeren Sandsteinen und
den Schichten mit Retzia trigonclla einig. Bei Daone fehlen die bezeich-
nenden Versteinerungen im rothen Sandstein noch, doch finden sie sich wahr-
scheinlich auch hier, da die betreffenden Schichten vom Passe Croce Do-
mini sich bis nach unserm Profil verfolgen lassen. Am Monte Zacon
folgen über den Konglomeraten jene oben näher beschriebenen Kalke und
auegelaugten Rauchwacken mit Pcctcn Margharitae Hau., die sich durch ihre
Versteinerungen und den petrographischen Charakter unmittelbar an Richt-
hofen's Seisser und Campiler Schichten anschliesscn. Sio vertreten also
die Schichten vom Croce Domini Passe an der Venetianischen Grenze.
Ob innerhalb dieses Komplexes eine weitere Gliederung möglich ist,
wie sie Richthofen für die Umgebungen von St. Cassian versuchte, lässt
sich für den Augenblick noch nicht entscheiden. Es müsste in einem sol-
chen Falle Posidonotnya Ciarai einen tieferen, Naticella costata einen höheren
Horizont einnehmen. Ich hoffte über diesen Punkt in den Umgebungen von
Recoaro Aufschluss zu bekommen, allein ich durchsuchte umsonst die von
den Gebirgen nach dem Hauptthal hinabführenden Risse. Es fanden sich in Val
Rotolon und bei Rovegliana beide Fossilien, allein unter Umständen,
welche über die Lagerung keinen sichern Aufschluss gaben. Ueberhaupt
sind die Umgebungen von Recoaro nicht geeignet, um schnell ein Urtheil
über die Lagerung einzelner Schichten zu gewinnen. Mannigfache Abrutsch-
') Richthofen, Vorarlberg. Jahrb. Reichaanst. X. p. 89.
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ungcn und Geröllströme, aus denen man die Versteinerungen untermengt
aufliest, führen zu leicht zu falschen Schlüssen.
Auf der Nordseite der Alpen entsprechen die Verhältnisse ganz den
südalpinen. Das, waH zuerst bei Hauer Guttensteiner Kalk genannt
wurde und NativcUa costafa führt, muss zu dieser Abtheilung gezogen werden,
während manches andere, was man später Guttensteiner Kalk nannte,
echter Muschelkalk ist. Dem entsprechend sehen wir auch bei Gümbel
(bayr. Alpen p. 193) in der Tabelle sowohl unter oberem Muschelkalk
(Trigonellenkalk) als auch unter dem schwärzlichen Mergelkalk (Naticella
costata Schichten) den Guttensteiner Kalk als Synonym verzeichnet.
Die Rauchwacken, welche häufig mit Gyps vergesellschaftet , von der
Lombardei beginnend, bis nach Krain zu verfolgen sind, nehmen über
den NaticellaSchichten eine ganz bestimmte Stellung ein und liegen unter
den Schichten mit lldziu irigonclla. Hierher gehören die Gypse von Vol-
pino in Val Camrnunica, gewisse von den Geologen des Montanistischen
Vereins zum untern Alpenkalk gestellte Schichten in den Umgebungen von
Lavis, der Gyps bei Strigno und die Gypse von Val Rotolon und
anderen Punkten bei itecoaro.
Als oberstes Glied der unteren Trias fanden wir in der Lombardei die
Schichten von Märchen o mit echten Muschelkalkpetrefakten. Ihnen ent-
spricht der glimmerige Kalk mit Spiri/cr Mcntztiii von Pieve und überhaupt
alles, was Richthofen und wer sich sonst seiner Nomenklatur bediente,
als Virgloriakalk bezeichnete, insoweit dasselbe den Schichten
vom Virgloriapasse nicht blospetrographisch, sondern auch pa-
läontologisch entspricht. Dass die petrographische Beschaffenheit kein
ausreichendes Merkmal für die Bezeichnung dieser Schichten ist,1) beweist
schon der Umstand, dass bei Marcheno auch in mehr schief rigen Schichten
Versteinerungen sich finden, ja dass bei Reutte die versteinerungsreichen
Kalke innerhalb eines bedeutenden Schieferschichtenkomplexes mitten innen
liegen. Das einzig sichere Merkmal geben uns nur die Fossilien ab und
auf diese muss daher bei weiteren Untersuchungen ein ganz besonderes
Gewicht gelegt werden. Wenn man dieselben auch noch nicht von sehr
zahlreichen Punkten kennt, so reichen diese doch schon aus, die allgemeine
Verbreitung und das Durchgreifende des Horizontes zu konstatiren ; auch ist
es zu erwarten, dass man noch bedeutend mehr Punkte auffinden wird, da
ein Komplex von oft nur 30' Mächtigkeit, wie z.B. bei Daone, in den Alpen
ungemein leicht übersehen werden konnte. Diesen Muschelkalkschichten
') Vergl. Pichler. Zar Oeogn. d. Nordtirolisohen Kalkalpen p. 2.
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lassen sich innerhalb der alpinen Trias nur noch die Contortaschichten
der Rhätischen Gruppe in geognostischer Bedeutung an die Seite stellen,
da keine andere Schicht eine so allgemeine Verbreitung zugleich inner-
und ausserhalb der Alpen besitzt.
Die lombardischen Geologen legen diesen Schichten als selbstständigem
Glied nur eine untergeordnete Bedeutung bei, da dieselben bisher nur an
einzelnen Punkten nachgewiesen sind und voreinigen dieselben häufig mit
dem „S. Caasiano", den Halobienschichten. Da man nun aber anderwärts
weiss, dass die Halobia und mancherlei Ammoniten besonders aus der Fa-
milie der globosi immer erst über den Muschelkalkbrachiopodcn liegen, so
sollte man auch in der Lombardei hier eine Formationsgrenze anerkennen
und genaue Nachforschungen über deren horizontale Verbreitung anstellen. •
Vom Muschelkalk zu trennen und in die obere Trias zu stellen, sind
auch wohl jene eigenthümlichen fisch- und reptilreichen Kalke von Perledo
und Varenna, doch lässt sich das vor der Hand noch nicht mit Bestimmt-
heit aussprechen, da möglicher Weise mehrere Horizonte in denselben ver-
steckt liegen. Stoppani will sie mit dem Muschelkalk vereinigt wissen,
weil ihre Fauna mit dem Esinokalk der oberen Trias keine Analogien
zeige und weil sie unmittelbar von den Schichten von Gorno mit Gervillia
bipartita überlagert seien. Was den ersten Punkt anbetrifft, so dürfte man
wohl auch in der alpinen unteren Trias nach einer analogen Fisch- und
Reptilfauna vergeblich suchen und in Beziehung auf den zweiten muss be-
merkt werden, dass bis in die neueste Zeit ein seit lange als vielverbreitet
anerkanntes Glied der.. oberen Trias von Stoppani nicht in seiner richtigen
Bedeutung aufgefasst wurde, wesshalb seine stratigraphischen Beweise werthlos
sind. Diese Verhältnisse sollen im nächsten Abschnitt weiter erörtert werden,
wo ich zeigen will, dass in der Lombardei so gut wie ausserhalb derselben
über echten Muschelkalkschichten und unter jenen mit Gervillia bipartita
ein bis 2000' mächtiges System von schwarzen, dünnschichtigen und grauen
massigen Kalken und Dolomiten mit häufig riesenoolithischer Struktur sich
nachweisen lässt, welches den in Deutschland als St. Cassian und Hall-
stätter Gruppe bekannten Schichtenkomplexen entspricht. Diese Schichten
aber gerade sind es, die sich gegenüber dem Muschelkalk, der inner- und
ausserhalb der Alpen unter sehr gleichartigen und einförmigen Bedingungen
sich gebildet zu haben scheint, einen ganz ungemein reichen Wechsel in
der Erscheinungsweise zeigen. Ich erinnere nur an die nordalpinen Part-
nachschichten, an den unteren Theil des Cassianer Komplexes, mit
den Fischschichten von Corfara1) an die Hai Ist ätt er Kalke u. s. w.
') Richthofen. Beschreibung etc. p. 69 zu den Wenger-Schiefern gehörend.
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Für eine dieser unendlich vielen lokalen Erscheinungen kann ich die Per-
ledoschichtcn allein halten. Durch alle diese so verschiedenartigen Ab-
lagerungen zieht sich aber als ein umschlingendes Band die Halobia Lom-
tiifli hindurch, die im Muschelkalk noch fehlt. Dass die ihr so nahe stehende
Halobia Moussoni sich bei Perledo findet, möchte ich zu Gunsten meiner
Auffassrnngsweise als gewichtiges Argument geltend machen und könnte mich
zwischen unterer und oberer Trias nur schwer zur Annahme einer solchen
„promiseuita" der Fauna entschließen, wie sie Stoppani geltend macht.
Wenn endlich so grosses Gewicht auf die Aehnlichkeit mit den Dolomiten von
Besann') gelegt wird, so erwähne ich nur, dass Curioni*) nach seinen
neuesten Beobachtungen dieselben mit der oberen Trias verbindet, was meiner
Auffassung gänzlich entspricht.
In die obere Trias sind dann wohl auch die Reiflinger Kalke (s. o.)
mit dem Ichthyosaurus zu stellen. Bei alledem lässt sich nicht läugnen, dass
die Trennung von unterer und oberer Trias in deu Alpen, besonders in der
Praxis, eine noch ungemein schwierige ist. Es findet an den meisten Punk-
ten ein ebenso allmähliger petrographischer Uebergang statt, wie an manchen
anderen Formationsgrenzen z. B. zwischen Jura und Kreide in Südtirol, so
dass man allein auf die Versteinerung sich verlassen kann. Es wird beson-
ders noch einer genauen Untersuchung der beiden Abtheilungen eigentüm-
lichen Ceplialopoden bedürfen, dio man in der Lombardei bisher noch nicht
unternommen hat. Neuerdings haben sich auch bei Reutte, wie es scheint
mit lietzia triyomlla in donselben Bänken, schöne Ammoniten gefunden, die
also von denen der Hallstätter Formation scharf abzutrennen sein würden.
Einige Worte inuss ich noch über Richthofen's Eintheilung hinzu-
fügen, der die Virgloriakalke zur oberen Trias stellte. Er stützte sich
dabei auf genetische Gründe , die sich aus seinen Beobachtungen in der
Umgegend von 8. Gas sinn ergaben. Mögen dieselben auch dort ihre Gel-
tung haben, eine allgemeine Bedeutung kann man ihnen kaum beilegen,
wie sich schon aus Gümbels Beobachtungen in den Nordalpen ergiebt.
Albcrti') hat in seiner Trias Punkt für Punkt Richthofen's Annahmen
widerlegt und ich möchte dem nur noch beifügen, dass das von Richthofen
angeführte Vorkommen einer lietzia triyonella in schiefrigen mit Kalken wech-
selnden Schichten am Arlbergpasse eben umgekehrt beweist, dass auch
schiefrige Gesteine noch zum Muschelkalke gehören, wie das auch Beyrich bei
') Ririata, in Atti dolla societa geologica I. p. 203.
*) Curioni. Sui giaeimenti motolliferi di ßcsano. Mem. d. R. Igt. Lombard, di sience
etc. Vol IX.
3) Alberti. Ueberblick über d. Trias i8t.il. p. 283.
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57
Reutte nachwies1), nicht aber, dass Retzia trigonella sich auch in der oberen
Trias finde. Dass man nber die Virgloriakalke nicht petrographisch fest-
halten könne, scheinen besonders die Angaben über die Umgebungen von Inns-
bruck zu beweisen. Unter allen Fossilien, die sich hier in den knolligen
Kalken vom Kerschbuchhofe, die Richthofen zum Vi r glo ria kalk
rechnet, finden, spricht nur der von Richthofen angeführte Ammotiites
dttx, dessen Bestimmung aber nicht sicher scheint, für Muschelkalk. Was
mir sonst von jenen Vorkommnissen durch die Gefälligkeit de» Herrn Pro-
fessor Pichler vor Augen kam, hat alles mehr das Ansehen ächter Hall-
statter Versteinerungen als solcher aug dem Muschelkalk, jedenfalls
fehlen die bezeichnenden Brachiopoden gänzlich. Diese Dinge liegen aber
in Gesteinen, die man petrographisch unbedenklich zum Virgloriakalk
stellen würde. Es kann nun sehr wohl sein, dass man die Brachiopoden
auch bei Innsbruck noch findet, allein bisher ist das noch nicht der Fall
gewesen und so lange scheint mir, sollte man der so gefährlichen Ueber-
tragung lokaler Bezeichnungen Abstand nehmen und lieber einer neuen
Lokalbenennung sich bedienen. Pich ler, der diesen Virgloriakalk zur
oberen Trias stellte, will damit nur sagen, dass Gesteine vom Charakter
der Virgloriakalke bei Innsbruck in der oberen Trias liegen, nicht
etwa, dass der alpine Muschelkalk zur oberen Trias zu stellen sei.1)
Fassen wir die aus den Angaben anderer und aus den eignen Beob-
achtungen bei Pieve und Marcheno gewonnenen Resultate nochmals kurz
zusammen, so ergiebt sich, dass die Grenze von unterer und oberer Trias
in den Alpen petrographisch sich nicht feststellen lässt , dass paläontologisch
der Brachiopodenhorizont das leitende Glied für die oberen Abtheilungen
der unteren Trias ist, dass das Auftreten von H<dobia Lommeli und gewisser
Ammoniten , besonders globoser, den Anfang der oberen Trias bezeichnet
und das« zwischen beiden die Grenze durch eine genaue Untersuchung der
im Muschelkalk liegenden Cephalopoden sich noch mit der Zeit wird schärfer
fixiren lassen.
Nachdem die normale Aufeinanderfolge der einzelnen Abtheilungen der
unteren Trias in den Alpen dargethan ist, liegt als weitere Aufgabe vor zu
untersuchen , ob die Kenntniss dieser einzelnen Abtheilungen bereits soweit
vorangeschritten ist, um eine Parallelisirung derselben mit ausseralpinen
Unterabtheilungen der unteren Trias vornehmen zu können.
') Beyrich. 8itzung>ber. Berl. Akademie. 1862. p. 39.
*) Gefällige mündliche Mittheilung. 8iehe auch Jahrb. Reichaanstalt XII. p. 531.
1861. «2. und Beitrage zur Geol. d. nordtirolischen Kalkalpen, p. 3.
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58
Die Notwendigkeit solcher Parallelisirungsversuche im Allgemeinen
darzuthun , will ich hier nicht versuchen, nur nochmals daran erinnern,
dass vor Allem zwischen der italienischen und deutschen Nomenklatur eine
Uebereinstimmung herzustellen ist, wenn ein gedeihlicher Fortschritt der
gesammten Alpengeologie ermöglicht werden soll.
Man gelangte sehr bald dazu, die Gesammtheit der als Werfen er
Schiefer, Servino und Verrucano bezeichneten Gebildo mit dem
deutschen bunten Sandstein, die Guttensteiner Kalke, Muschel-
kalke von Kecoaro u. s. w. als Ganzes mit dem deutschen Muschel-
kalke in Parallele zu stellen; eingehendere Vergleiche wurden aber erst
weit später versucht. Besonders gebührt hier G ü m b e 1 das Verdienst, ausser-
alpine Namen auf alpine Gebilde übertragen und zur Vereinfachung der
Benennungen beigetragen zu haben. Es wurde oben aus dessen Beschreibung
des bayr. Alpengebirges eine bezügliche Tabelle mitgetheilt. Ganz in neuester
Zeit hat Alberti in gleicher Weise alpine und ausseralpine Schichten
nebeneinandergestellt. Derselbe hat (Trias p. 294):
Ausser den Alpen In den Alpen
A. Bunter Sandstein
a. Vogesensandstein i n „, a , . .
. , , « , , • / Groderer Sandstein
b. oberer bunter Sandstein )
B. Muschelkalk
Schichten von Seiss
c Wellenkalk
Uampiler Schichten
| Gvpse des Muschelkalks
d Anhydntgrupp«, J d(;rFLonibardei
i Kalksteine von Recoaro
e. Kalkstein von Friedrichshall > Guttensteiner Kalk
j Virgloriakalk.
Die Gliederung und Nebeneinanderstellung im Ganzen scheint auf den
ersten Anblick richtig, wenn »ich auch aus dem oben mitgetheilten bereits
ersehen lüsst, dass man Kalkstein von Recoaro, Guttensteiner Kalk
und Virgloriakalk nicht so ohne Weiteres neben einander stellen kann.
Allein auch in der ganzen Anordnung werden sich wesentliche Umgestaltun-
gen nothwendig erweisen.
Sandberger ') hat nämlich sehr interessante Mittheilungen über die
Trias in der Umgebung von Würzburg bekannt gemacht, welche gestat-
' ) F. Sandberger. Beobachtungen in der Würzburger Trias. Ein Vortrag in der
mineralogischen Sektion der deutschen Naturforscher-Versamml. zu Giessen 1864. Abgedr.
in Würzburger naturw. Zeitschr. V. Bd.
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ten dürften, eine auf sicherer Grundlage beruhende Vergleichung der alpinen und
ausseralpinen Muschelkalkgebilde zu gestatten, als dies bisher möglich war.
Demselben ist es gelungen, bei Würz bürg Rhynchonclla decurtata in-
nerhalb des Wellenkalkes, der untersten Abtheilung des deutschen
Muschelkalkes, aufzufinden. Folgende Gliederung wird in der dem Aufsatze
angehängten Tabelle mitgetheilt:
Obere Mergelschiefer (Myoplwria orbicularis)
Schaumkalk
Terebratelbank (Niveau d. Rh. decurtata)
Wellenkalk / Dentalienbank
Unterer Wellenkalk
(zu unterst gradschiefrige Mergel)
Wellendolomit
n , , . ( Rothe Schieferthone (Roth)
Huntsandstein \ , , .
I Huntsandstein.
In dem Niveau der Terebratelbank finden sich ausserdem noch (p. 209)
Terebratula vulgaris var., parabolica Schaur., Terebratula angusta 8chl.,
Sptrifertna hirsuta Alb. Spirißrina fragilis Schi. sp. Da nun bei Marcheno
ebenfalls Rhynchonclla decurtata und Spiriferina fragilis sich finden , muss
man auch diese Schichten wohl in den Wellen kalk setzen. Das Gleiche
gilt dann für die Kalke von Recoaro'), welche Rhynchonclla decurtata führen.
Spirifer Mrntzelii fehlt bei W ü r z b u r g , allein sein Vorkommen mit
Rhynchonclla decurtata bei Mikultschütz in Oberschlesien beweist, dass
auch er dem Wellenkalk angehört, dass man Romit die Kalke von Daone (dem
Hauptfundort des Sp. Mentzelü) mit denen von Marcheno in ein Niveau
zu stellen hat. Ueberhaupt werden alle Virgloriakalke, insofern
sie diese Brachiopoden führen, als Wellenkalk zu deuten sein.
Da nunGypse und Rauchwacken der Lombardei und Tirols unter
diesen Schichten liegen, müssen sie wohl zusammen mit den Schichten der
Naticclla costata und Posidonomya Ciarai als alpine Aequivalente des ausser-
alpinen Wellendolomits, als Grenzgebildo zwischen alpinen bunten Sand-
stein und Muschelkalk aufgefasst werden. Sie würden dann dem nordalpinen
Salzgebirge entsprechen.
Es entsteht nun die Frage,- ob denn der deutsche Hauptmuschel-
kalk, der Kalkstein von Friedrichshall , in den Alpen ganz fehle ? Be-
stimmte paläontologische Beweise über das Vorhandensein desselben besitzen
wir nicht und das aus der Gegend von Recoaro angeführte Vorkommen
') 8chon Schauroth wies den Terebratelkalken von Rocoaro diese Stellung an.
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von Ceratitis nodosus, welches allerdings darauf hindeuten würde, dass im
Vi centini sehen oberer Muschelkalk anstehe, scheint mir nach den in
Padua und Vicenza eingezogenen Erkundigungen nicht hinreichend er-
wiesen. Jedermann kannte den Ceratites, aber Niemand hatte ihn. gefunden.1)
Zu beachten ist immerhin, dass Sandberger schon auf die Notwendig-
keit einer Trennung zoologischer Provinzen im Muschelkalk aufmerksam
machte und es scheint nicht unwahrscheinlich, dass der grössere Theil der
Alpen zu der Zeit, als der deutsche Hauptmuschelkalk sich bildete, trocken
lag. Dass übrigens zur Zeit der Ablagerung des obersten Wellenkalks
(Terebratelbänke) in den Alpen Festland in der Nähe war, beweisen die
bei Recoaro so häufigen und auch bei Pieve nachgewiesenen Pflanzen-
reste unmittelbar unter den Halobiaschichten.
Verbreitung der unteren Trias in Südtirol.
Die Verbreitung des bunten Sandsteins und des Muschelkalks in der
Lombardei ist aus der Studcr-Escherschen Karte und aus Hauer's
Uebersicht bekannt. In einem langen zusammenhängenden Streifen ziehen
sich die Konglomerate, Sandsteine und Kalke theils dem Glimmerschiefer,
theils dem Thonschiefer der die Val Tellina südlich begränzenden Kette
aufgelagert , von den Ufern des Corner See's in westöstlicher Richtung bis
Cedegolo in Val Cammonica. Hier stossen sie gegen das, aus der
krystallinischen Hauptkette der Alpen gegen Süden vorspringende Vorge-
birge des Monte Adamello und Monte del Castello und umziehen
dasselbe, anfangs auf der westlich gegen die Lombardei gewendeten Seite,
dann südlich um so nach Tirol hinüberzustreichen. Da die Richtung des
Adamellozuges eine auf die Richtung der Hauptkette ziemlich recht-
winklige ist, ontsteht am Zusammcnstoss in der oberen Val Cammonica
ein ziemlich rechtwinkliger Busen, den zunächst die untere Trias ausfüllt
und so eine Mulde bildet, deren Nordtiügel an die Hauptkette, deren Ost-
flügel an das Adamellogebirge sich anlehnt. Ersterem gehören die
Sandsteine im oberen Val di Scalve hinter Dezzo, letzterem alle die
an, welcho auf der Strecke von Capo di Ponte bis hinab nach dem Lago
d'Iseo im Thaltiefsten von Val Cammonica zu Tage treten und die wir
oben bei Erörterung der lombardischen Lagerungsverhältnisse näher kennen
lernten. Zungenförmig von SO. her eingreifend liegen die jüngeren Schich-
ten dieser unteren Triasmulde auf und werden vom Val di Scalve
zwischen Darfo und Dezzo quer durchschnitten. Dies ist die Ursache der
') Auoh 8chauroth hat Ceratites nodosws nicht gefunden.
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prachtvollen Aufschlüsse, die dies Thal gewährt. Wir worden dieselben im
nächsten Abschnitt noch weiter zu verfolgen haben.
Den südlichsten Vorsprang der Monte Adameilogruppe, um die-
sen Namen für die ganze Gebirgsmasse beizubehalten, den Monte Muffetto,
umlagert die untere Trias ringsum, so dass derselbe als Insel aus dem
breiten, von Val Cammonica nach Tirol hinüberziehenden Streifen
sedimentairer Gebilde herausragt.
In der nördlichen Umlagerung liegt der Pass Croce Domini, süd-
lich die Konglomerate und Sandsteine im oberen Val Trompia, die aus
Curioni's, Eschers und Hauer's Mittheilungen bekannt sind; von hier
stammt auch das oben mitgetheilte Profil Curioni's, das ich als Ausgangs-
punkt für die Gliederung der lombardischen Trias angenommen habe. In
der Umgebung des Passes Croce Domini liegen die bestaubten Rauch-
wacken und dunklen Kalke horizontal auf dem Sandstein und ziehen sich
einerseits mit südwestlichem Einfallen nach der Umgegend von Breno und
Esine in Val Cammonica, andererseits nach Val Bona in Tirol hin-
über. Sie hängen mit denen von Pieve aber nicht unmittelbar zusammen,
da die Porphyre und Sandsteine, wohl durch Hpätere Aktionen blosgelegt,
hier auf mehrere Meilen zu Tage treten.
Geht man von Bagolino auf der neuen Strasse nach dem österreichi-
schen Grenzorte Lodrone hinüber, so sieht man links unten im Grunde
des mehrere 100' tiefen Flussbettes die rothcn Sandsteine unter den Kalk
nach Süden einschiessen. Sie bilden von hier an das westliche Gehänge
von Val Bona bis nach Condino hinauf.
Hier legen sich die Kalke auf, die bei Pieve im Profil beschrieben
wurden und trennen die Sandsteine vom Thale ab. In Val Daone kann
man die Trias quer durchschneiden und findet sie einige Stunden oberhalb
den krystallinischen Gesteinen aufgelagert.
Anmerkung: Ich überschritt das Gebirge zwischen Monte del Castello und
Monte Campeglio1), um so Ton Yal Poja, dem bei Cedegolo einmündenden Seiten-
thale der Yal Cammonica, nach Yal Daone zu gelangen, und hatte dabei Gelegenheit,
die eigentümliche 8chieferzone zu beobachten, deren bereits Es eher») aus den Um-
gebungen des Lago d' Arno Erwähnung thut. Biegt man bei Isola in Yal Poja von dem
breiteren Thale, in weichem der Passweg über das obere Yal di Fum nach Villa in
Iudicarien führt, südöstlich ab und klimmt den wenig betretenen Fusspfad an den Wasser-
fallen hinauf, die der Abfluss des Lago d'Arno bilden, so folgen da, wo man den See
erreicht, auf Glimmerschiefer höchst eigenthümliche 8chiefergesteine, die Es eher mit den
') Eine Karte dieser wenig bekannten Gebirge befindet sich in Petermann's geogr.
Mitth. 1865 Heft I.
*) Escher in Studer Geologie d. Schweiz I. p. 294.
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Weiter im Nordosten trifft man die untere Trias im Sarcathal, wo
sie unter die gewaltige Vedretta di Nodis einschiebt. Nördlicher ver-
schwindet sie dann (nach der Montanistischen Karte, auf der die Sandsteine
und Theile der als unterer Alpenkalk (ua) bezeichneten Gebilde hierher ge-
hören), um erst am Nordende des Val di Non wieder zum Vorschein zu
kommen. Sie bildet hier die Unterlage jener nach Osten einfallenden
jüngeren Dolomite, die am Etschthal bei Kaltem scharf abschneiden,
und setzt sich jenseits mit dem grossen Porphyrplateau von Bötzen in
Verbindung, dessen weitere Verbreitung bei Richthofen nachzusehen ist.
Die zwischen Neumarkt und Trient dem Porphyr angelagerten Schichten
hat Emmerich') genauer beschrieben. Es folgen hier auf die Sandsteine,
die überall das charakteristische, leicht zu erkennende Glied bilden, dolo-
mitische, hellere und dunkle Kalke, ohne echte Muschelkalkversteiuerungen,
Silikatbildungen der Somma vergleicht. Syenit und dioritische Gesteine, auch reines Horn-
blendegestein liegen in Blöcken umher, deren Ursprung ich nicht auffand. Den Pfad auf
dem Nordufer des öden, unheimlichen Sees verfolgend, bteibt man für längere Zeit auf den
genannten Schiefern. Es sind harte, kieslige, graue, grünliche Oesteine von sehr eigen-
thumlichem Ansehen, etwa wie umgewandelte Thonschiefer nach Escher. Gerade bei der
Grenzpyramide zwischen Lombardei und Tirol, am Kamm, bilden sie in Folge ihrer
steilen Schichtenstellung einen zackig ausgeschnittenen Grat, der einer Festungsmauer nicht
unähnlich aus dem Schnee herausragt. Jenseits in Tirol unter dem Lago di Caf sah
ich wieder Glimmerschiefer anstehen, mit dem die grünen Schiefer in inniger Verbindung
zu stehen scheinen, konnte die weitere Erstreckung desselben aber nicht verfolgen. Fuss-
tiefer Schnee oben ain Pass, dichter Regen und Nebel nach unten Hessen mich und meinen
der Gegend unkundigen Führer wiederholt den Weg verlieren, so dass bei der bereits
kurzen Dauer eines Herbsttages, in dem der 12 Stunden weite Weg von Cedegolo bis
Daune zurückgelegt werden musste, wenig Zeit zu genaueren Untersuchungen blieb. Da
am Nordende des Lago d'Arno gegen den Monte Castello nach Esoher Granit
ansteht, nördlich davon aber am Passe zwisohen Monte Castello und Monte Cam-
peglio noch 8chiefer nach NU. streichend zu beobachten sind, so ist es nicht unwahr-
scheinlich, dass, wie Escher schon vermuthete, die Granitmassen des Monte del Ca-
stello und Monte Campeglio durch eine Schieferzone getrennt sind, die sich gegen
Tirol nach O. hin mit der grossen Glimmerschiefermasse in Verbindung setzt, welche am
Ostabhang des Monte Adamello die Unterlage des Thonschiefers und der untern Trias
bildet. Auf der Montanistischen Karte würde dunu wohl in den Umgebungen von Val
Danerba noch eine Glimmerschieferzone von dem Granit abzuscheiden sein. Die ver-
schiedenartige Beschaffenheit der syeuitischen Gesteine des Monte Adamello gegen die
mehr granitischen des Monte del Castello gewtune dann ein erhöhtos Interesse. Hand-
stücke aus dem Val di Brate, einem nördlichen Seitenthale des Val Poja, die ich aus
Blöcken, die vom Adamello herab gekommen sein müssen, schlug, bestehen aus üligukla*,
Orthoklas, Hornblende, sehr wenig Glimmer und hfiufig eingesprengten Titanitkrystallen der
in 8yeniten gewöhnlichen Form.
') Emmrich Jahrb. Reichsanst. VIII. p. 295.
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63
die aber tiefer als der Mendoladolomit Richthofen's liegen. Die Sand-
steine enthalten nicht selten Fossilien, doch kaum bestimmbar. Myacites
Fassaensis Wissm. scheint eine der häufigen Bivalven. Auch stimmt das
Aussehen des Gesteins und die Art der Erhaltung der Petrefakten so sehr
mit den Vorkommnissen am Monte Zacon und Recoaro, dass man nicht
zweifeln darf, beiden Schichten dieselbe Stellung anzuweisen.
Bei Trient, eine Mulde an dem früher genannten Thonschiefer bildend,
ziehen unsere Gesteine sich in Val Sugana nach Osten. Südlich von
Lago di Caldonazzo in Val Genta traf ich die Sandsteine mit den
zahlreichen Bivalven und rothe Gesteine mit Gastropoden, denen von
Monte Zacon gleichend. Lange bleiben nun die Sandsteine unter dem
Geröllboden von Val Sugana verborgen, um erst am Monte Zacon in
steiler Stellung von neuem herauszutreten und hinter Borgo, Val Sugana
durchschneidend, nochmals sich der Beobachtung zu entziehen. Bei Strigno
endlich sah ich die Gesteine, ganz wie am Monte Zacon, zum letzten
Mal. Hier lagern unmittelbar über denselben die Gypse.
Weiter im Venetianischen bilden die Sandsteine einen ausgezeichneten
Horizont und auch die echten Muschelkalke scheinen sich zu finden, wenn
auch palüootologisch noch nicht scharf bezeichnet.
Wie ein Band umsäumen also die Gesteine der unteren Trias die jünge-
ren Gesteine de» südlichen Tirols und bilden die Unterlage einer grossartigen
Mulde, deren westlicher Flügel nach Osten gegen Tirol zu einschiebt, wäh-
rend der östliche in seiner nördlicheren Hälfte in der Umgegend von Pre-
dazzo und S. Cassian mehr flachgelegt ist, in seiner südlichen aber regel-
mässig nach Westen einfällt. Um die Eckpfeiler des Monte Castello
und der Cima d'Asta biegen sich dann die Flügel nach Westen und Osten
herum, um in gerader Linie der Hauptrichtung der Alpen zu folgen. Isolirt
legt südlich der Thalkessel von Recoaro unter den jüngeren Schichten die
untere Trias nochmals blos.
B. Obere Trias.
Die verhältuissmässige Einförmigkeit, der wir in der Ausbildung der
unteren Trias begegneten und die uns ein Auffinden von Aequivalenten für
die in Südtirol beobachteten Schichten noch ziemlich leicht machte, ver-
schwindet, sowie wir uns in die über dem Muschelkalk folgenden Schichten
erheben. Beinahe jedes in den letzten Jahrzehnten untersuchte alpine Terri-
torium bot neue Erscheinungen dar, die sich unter einander nur schwer in
Verbindung bringen Hessen und den Grund zu jenen grossen Meinungsver-
schiedenheiten über die Aufeinanderfolge und die Aequivalenz der ober-
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triadischen Schichtengruppen abgaben, die noch lange nicht gehoben sind
und uns im vorliegenden Falle gerade sehr nahe angehen, da über die
lombardische obere Trias die Ansichten am weitesten auseinandergehen,
diese uns aber für Südtyrol die nächsten Anknüpfungspunkte bietet.
Zunächst ist man uneinig über die Grenze der Trias gegen den Lias,
indem gewisse, unter den Namen Dachsteinkalke und Kössener
Schi eilten seit lange in die Wissenschaft eingeführte Komplexe, von den
einen noch zur Trias, von anderen bereits zum Lias gerechnet werden. Die
Entscheidung dieser Frage hat immerhin ihre Bedeutung, jedoch ist dieselbe
mehr theoretischer Natur, indem es sich nur um Meinungsverschiedenheiten
um eine Formationsgrenze, nicht um Lagerungsverhältnisse handelt. Ich
stelle vor der Hand diese Schichten noch in die Trias und beziehe mich zur
Rechtfertigung eines solchen Verfahrens auf einige am Ende dieses Ab-
schnittes befindlichen Angaben.
Von tief eingreifender Bedeutung hingegen ist die Frage, ob gewisse
weichere, merglig-kalkige Schichten, welche zwischen denen, die obere Trias
vorwaltend zusammensetzenden Kalk- und Dolomitmassen sich vorfinden,
wirklich bestimmte Horizonte einnehmen und somit zur Gliederung jener
häufig versteinerungsleeren Massen dienen können und wenn sich eine be-
stimmte Lagerung auch in manchen Gegenden nachweisen lässt, ob diese
dann Anspruch auf allgemeine Geltung habe.
Diese Frage Hess sich in den von mir besuchten Theilen Südtirols nicht
entscheiden. Es fehlen hier manche anderswo deutlich entwickelte Schichten,
oder sind zum Mindesten nicht hinreichend kenntlich ausgebildet. Doch aber
erheischten manche Vorkommnisse, wie die Dolomite von Storo, die Ent-
scheidung der Frage über ihre Stellung in der Trias. Es zeigten sich nun
die Versteinerungen der genannten Lokalität übereinstimmend mit lom-
bardischen Vorkommnissen, die aus eben jenen Schichten stammen, über
deren Stellung noch so bedeutende Zweifel obwalten, so dass mir nichts
übrig blieb, als mir in der Lombardei selbst Rath zu holen und dort Pro-
file aufzusuchen, welche unzweifelhaft die Lagerung erkennen Hessen. Ich
verfolge nun denselben Weg, wie bei der unteren Trias und theile die bereits
bekannten Angaben anderer mit, denen ich an passender Stelle die eigenen
Beobachtungen einfüge.
Hauer in den Nordalpen. In der schon früher citirten Abhandlung
Hauer's") finden wir zuerst die Lagerung gewisser rother, an ausgezeich-
neten Ccphalopoden reicher Kalke aus der Umgegend von Hallstatt und
') Gliederung der Trias u. s. w. Jahrb. geol. Keieh^anst. IV. p. ?ti>. IhjX
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U5
Ischl, die seit länger schon den Namen Haiistatter Kalke führen,
genauer fixirt. Dieselben liegen auf schwarzen Glitte nsteiner Kalken
und unter anderen, meist hellen Dolomiten und Kalken, welche eine grosse
Bivalve nicht selten führen, die man mit Meyalodon triqtutcr Wulf,
sp. identifizirte und späterhin, oft nur freilich nicht hinlänglich scharf,
schlechthin nach dem Hauptfundorte, dem Dachsteingebirge, als Dach-
steinbivalve bezeichnete. Die Trennung dieses sog. Dachsteinkalkes
von dem Hallstatter blieb aber immerhin noch schwierig und war dort,
wo auch die Hallstatter Kalke weiss sind und keine Versteinerungen
führten, beinahe nicht durchzuführen. Bei einer späteren Aufnahme eines
Durchschnittes der Alpen von Nord nach Süd') kam man um einen be-
deutenden Schritt weiter, indem es gelang, in den Umgebungen von Raibl
in Kämt he n Schichten mit Petrefakten abweichenden Charakters zwi-
schen diesen Hallstatter- und Dachst ein kalken zu finden.
Es Hess sich nämlich folgende Aufeinanderfolge feststellen. Auf Wer-
fener Schiefer, welche, wie in den Nordalpen mit Guttenstei ner
Kalken wechseln und im Ponta feigraben Myaeites Fassaensis, Avicuia
Venetiana, NaticeUa costata führen, folgen hellgraue, weisse, seltner dunkle
Dolomite, oft krystallinisch zusammengesetzt, mit drusigen Hohlräumen, in
denen sich, ausser Hohlräumen, welche von Encriniten herzurühren schienen,
Ammonites Aon Mnst.
Ammonites Joannis Austritte Klipst.
Ammonites Gaytani Klipst.
Ammonites Jarbas Mnst. sp.
fanden.
Auf diesen Dolomiten liegen entweder die, wegen ihres schönen Farben-
spiels bekannteil Muschelmarmore von Bleiberg oder die sog. Raibier
Schichten.
Die Muscholmarmore führen f)
Ammonites ßoridus Wulf. sp.
Ammonites Joannis Amtriae Klipst.
Ammonites Jarbas Mnst. sp.
Die Rai b ler Schichten beginnen mit dunklen, beinahe schwarzen,
dünnblätterigen Schiefern , welche
Ammonites Aon Mnst.
Halobia Lommeli Wiasm.
•) Hauer. Ein geolog. Purebschnilt der Alpen von Pawau bii Duino. Sitiber. der
math. nat. Klasse d. Wiener Akademie XXV. j>. '253. 1857.
') Hauer in Haidinger naturw. Abbandl. Bd. I.
5
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ßß
und zahlreiche Fische enthalten. Hierauf folgen erst in bedeutender Mäch-
tigkeit vorwaltend bräunlich gefärbte Mergelkalke und Mergelschiefer, mit
der schon von Boue erwähnten ausgezeichneten Acephalenfauna. ')
Ammonites Jarhas und Ammonites Joannis Austritte sind den Blei-
berger Schichten und den sogenannten Cassianer Schichten gemein-
sam, auch finden sich in den Kai b ler Schichten Petrefakten, welehe man
von St. C assian kennt, Ii au er nahm daher keinen Anstand, alle drei
Schichten in Parallele zu stellen und gemeinsam mit jenen untren Dolomiten
der obern Trias zuzuweisen.
Wenn jedoch schon früher von österreichischen Geologen diese Do-
lomite als II all statt er Kalke bezeichnet worden waren, so verwahrt sich
Hauer insofern gegen diesen Sprachgebrauch, als nicht etwa die Cassianer
Schichten, welche hier auf Grund einiger Versteinerungen beigezogen wur-
den, einen höheren, die Haiistatter Kalke aber einen tieferen Horizont
einnehmen. Die Untersuchungen gestatteten zur Zeit nicht mehr, als alle
diese Schichten gemeinsam in die obere Trias über die Guttensteiner
und unter die Dachsteinkalke, welche auch hier bei Raibl das
Hangende bilden, zu stellen.
In Beziehung auf die Cassianer Ablagerungen wurden bald einige
Modifikationen durch die Epoche machenden Untersuchungen nöthig, die
ziemlich gleichzeitig Hauer, Gümbel, Pichler, Richthofen und
Escher in den Nord- und Südalpen vornahmen.
Auf einem Profil nach der Seisser Alp und dem Schiern beob-
achtete Hichthofen über jenen bituminösen Kalken, die als Virgloria-
kalk betrachtet wurden (h. o.p.49), eine Dolomitbank mit Xu 1 liporen, die
an anderen Punkten auch Gastropoden führt (am Latemar). Hierauf fol-
gen die „Buchenstcincr Kalke", hornsteinführende, wellenkalkähnliche
Gesteine mit globosen Ammoniten und Jlalobia Lommeli. Auf den-
selben liegen erst die eigentlichen Cassianer Schichten, ein mächtiges
System von Tuffen mit eingelagerten Kalk- und Schieferbänken, das die be-
kannte reiche Gastropodenfauna beherbergt. Halolna Lommeli und Ammonites
') Nach neueren Hittheilungen 8tur's sollen aber bei Raibl die Verhältnisse an-
ders liegen. Wenn das von Stur angegebene richtig ist, so mu«s man sehr gespannt sein
auf das Erscheinen der geologischen Uebcrsichtskarte der nordöstlichen Kalkalpcn, indem
dann vielleicht die ganzen bisher von Seiten der Mitglieder der Keichsanstalt entwickelten
Ansichten über die Lagerung des Kalkes von H a 1 1 s t a 1 1 eine Modifikation erleiden.
Meine, weiter unten mitgetbeilten Beobachtungen über Iotnbardi«che Verhältnisse stimmen
aber mit der bisherigen allgemeinen Aufladung überein, der ich mich vor der Hand noch
anschließen möchte. (Vrgl. Stur. Jahrb. geol. Reiclisanst. 18>>;>. Verh. p. 4 1 ->
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fi7
Aon sind all" den verschiedenen Schichten gemeinsam, erreichen aber in
den sog. Weng er Schiefern an der Basis der Tuffe das Maximum ihrer
Entwicklung. In einer Mächtigkeit von 3000* folgt der helle, krystallinische,
drusige Dolomit de« Schiern, in welchem globose Ammoniten liegen.
Das von demselben gebildete Plateau endlich krönen rothe, sandige
Dolomite und dolomitische Sandsteine mit
Chemnitzia alpina1') Eichw. sp.
Cardinia problematica Klipst.
Pachycardia fuyosa Hau.
Myophoria Kcfcrstrini Hau.
Letztere Schichten zeigen durch ihre Petrefakten Verwandtschaft mit
den Cassianer und mit den Kaibier*), sie geben aber dadurch, dass
sie durch den 3000' mächtigen Dolomit des Schiern von den eigentlichen
Cassianer Schichten getrennt sind, die erste Andeutung eines gesonder-
ten höheren Niveau's der eigentlichen Raibier über den
Cassianer Schichten.
Diese Andeutung sollte bald durch Untersuchungen auf der Nordseite
der Alpen zur Gewissheit werden.
Westlich von den Salzburger Alpen, in denen, wie wir sahen, die
Haiistatter unmittelbar auf den Guttensteiner Kalken liegen, tritt
an der Grenze der unteren Trias eine Veränderung ein, indem die Mergel
und Schiefer, die stellenweise noch mit Kalkbänken wechseln, in denen
ächte Muschelkalkpetrefakten liegen, eine bedeutende Mächtigkeit gewinnen
und da sie Hiüobia Loimndi, Buctrylliwn Schmidii und AdliophyUum speciosum
führen, bereits als Theile der oberen Trias sieh zu erkennen geben. In
dieser Erscheinungsweise von Gftmbel als Partnachschiefer bezeichnet,
wurden sie durch einen grossen Theil von Südbaiern, sowie von Escher
und Richthofen in Vorarlberg nachgewiesen. In den Gebirgen nördlich
von Innsbruck seheinen sie durch Pichler's mittleren Alpenkalk wenig-
stens theilweise vertreten zu werden. Es ist dien eine mächtige Reihenfolge
weisser und grauer, petrographisch sehr verschiedenartiger Kalke und Mergel,
die erst von hellen typischen Haiistatter Kalken (oberer Alpenkalk
Pichler's) überlagert werden. In denselben liegen jene oben erwähnten
Ammoniten, Orthoceratiten u. s. w. vom Kerschbuchhofe.
Darüber folgen überall meist wohlgeschichtete Kalke und Dolomite mit
globosen Ammoniten, Hulobia Lommeli, verschiedene Gastropoden, unter deneu
') Nach Hauer, ein Bettrag zur Kenntniss der Fauna der Raibier Schichten, p. b.
da*»elbe wie Chemnitzia Roathorni Hörn, von Unterpetzen.
*) Hauer. Ein Beitrag p. 5.
5*
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Chniinitzia tfradata Hörn.
Chcmnitzin twnida Hörn.
Clumnitzid c.iimia Körn.
Chmntitzifi Esdirri Hörn,
von besonderem Interesse sind. Eine Keihe von Hey rieh bei Füssen in
grauen thonigen Kalken entdeckter Echinudermenreste sind identisch mit
Cassianer Arten, wie denn auch schon (Jümbel folgende Arten als dem
nordalpinen Haiistatter Kalk mit den Cassianachichten gemeinsam anführt:
Lit/iod* mhon sultdichottmiuhi Mnst.
(Jalanwpora fibrosn Mnst.
StrtHHnio)wrtt porosu Klipst.
Tragus sponyiosmn Mnst.
Emrimis cf. HHiformis1) Lmk.
Cidaris alatu Mnst.
Pccttn tdtmxnis Mnst.
J'hasiaucllu vnriubilis Klipst. sp.
Anhnonitcs pismn Mnst.
Amnionitis Aon Munt.
Amnionitis Acluhna Mnst.
(hthocims suhuudutnni Mnst.
Im Muschelmarmor von Hall in Tirol findet sich auch der aus dem
Hleiberger Muschelmarmor bekannte
AmmoniUs floridus Wulf. sp.
Als bezeichnendes Leitpetrefakt dieser Schichten führt zwar Rieht-
hofen noch lirhodendronartig verzweigte Organismenreste an, deren sehr
ähnliche in einem tieferen Niveau an der Mendola sich finden. Es kommen
aber solche Dinge auch in der Lombardei in bedeutend höherem Niveau
vor, und dürften dieselben also wohl ebenso wenig, wie das, was man
Chaetetes unmdata Gumb.
Nidhpora anmdlata Sehafh.
Qastrochaena obtusa Stopp,
genannt hat, eine grosse Bedeutung als Lcitfossilien beanspruchen.
Weiter westlich in Vorarlberg fehlen eigentliche Hallstatter Kalke
und ihre Stelle vertreten verschiedene theils mehr kalkige, theils rauch-
wackenartige versteinerungsleere Gesteine, die Richthofen unter dem Na-
men Arlbergkalke zusammenfasst. Nach unten wechseln sie mit schief -
') Gewöhnlich als UUifvrmis angefahrt und dann besonder« in der Lombardei Ursache
der Angabe echten Muschelkalk«, wo es sich um Haliatalter Kalke handelt.
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69
rigen Gesteinen, in denen sich die eine oben erwähnte Hrtzia trujoufUa fand,
deren Vorkommen mich diese Schiefer in den Muschelkalk stellen Hess.
Die Decke aller dieser obertriadisehen Gesteine bilden nun jene gelb-
braun verwitternden Mergelkalko und dunkelbraunen Sandsteine, die nach
dem häufigen Vorkommen der Cardita cre.mita von Tiroler Geologen Cai -
ditaschiehten genannt wurden.
Sic führen gemeinsam mit den südalpinen Raibier Schichten
Pccten filosun Hau.
Perna ariciducformis Emmr. {BotUi Hau.)
GerviUia bipartäa Mer.
Mcguiodon carinthiacum Hone.
Corbis Mellimji Hau.
können also mit denselben als äquivalent angesehen weiden.
Einstimmig führen uns also süd- wie nordalpine Untersuchungen zu
dem Schlüsse, dass zunächst über dem Muschel kalke in diesen Raibier
Schichten paläontologisch und stratigraphisch ein bestimmter Horizont
gewonnen wurde, welcher die obertriadischen Kalke und Dolomite in zwei
Gruppen zu trennen gestattet.
lTeber diesen Raibier Schichten folgen überall die durch Mvynlodits
trifjuetcr ausgezeichneten Dachsteinkalke (Hauptdolomit Gümhel'8).
welche von den Küssen er Schichten (Rhätisehe Formation) und der
denselben zugehörenden oberen Kalkbank (oberer Dachsteinkalk der öster-
reichischen Geologen, Dachsteinkalk Gümbel's) bedockt werden.
Hauer in der Lombardei. Wenden wir uns nun zurück nach den
Südalpen und sehen, welche Resultate uns die dortigen Untersuchtingen über
die westlichen Gebiete geben.
Im Sommer 185G bereiste Hauer die Lombardei behufs einer karto-
graphischen Uebersichtsaufnahme und veröffentlichte seine Beobachtungen
in Verbindung mit den bereits bekannten, aber sehr in der Litteratur zer-
streuten, im Jahrbuche der geologischen Reichsanstalt. Dem Aufsatze bei-
gefügt wurde eine kleine Uobersichtskarte, die zwar nur als Vorarbeit der
Detailaufnahme dienen sollte, aber dennoch von sehr grossem Werthe ist,
da sie nächst der Studer-Escher'sehcn die einzige neuere Karte bildet,
deren Bezciohnungswoise als allgemein verständlich gelten konnte. Die
österreichischen Geologen waren uicht in der Lage, ihre Arbeiten in jenen
Gegenden fortzusetzen. Ihre Stelle nahmen die italienischen Forscher mit
Eifer ein und veröffentlichten eine Menge schätzenswerther Beiträge zur
Kenntniss des Gebietes. Allein eine in grösserem Maassstabe gefertigte geo-
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logische Karte fehlt noch immer und dien ist um so mehr zu bedauern, als
keiner der jetzigen lombardischen Geologen mit der Beschaffenheit anderer
alpiner Gegenden bekannt ist und somit Systeme und Namen geschaffen
wurden, welche dem mit dem Lande nicht Vertrauten ein Verständnis«
wesentlich erschweren mussten. Eine Karte im Anschluss an andere Oebiete
müsste so manche Meinungsverschiedenheiten beseitigen, die trotz der aus-
gedehntesten Abhandlungen wohl noch lange bestehen werden.
Hau er unterschied in der obern Trias folgende Glieder:
1. Cassianer Schichten. Vorwaltend dunkel gefärbte, merglige und
kalkige, in dünnen Bänken gesonderte Schichten, die unmittelbar auf dem
Muschelkalk (Märchen o), wo dieser fehlt oder sich nicht nachweisen
lässt, auf Rauch wacken und Huttens reiner Kalken aufliegen. Bei
Angabe der Lokalitäten für diese und die folgenden Schichten bezog sich
Hauer auf seine eigenen und besonders auf die Angaben Curioni's und
Ragazzonis, die beide bis dahin die genauesten, besondere stratigraphi-
schen, Untersuchungen in den lombardischen Alpen angestellt hatten.
2. Esinokalkstein. In den Umgebungen des Ortes Esino, östlich
vom Corner See, finden sich helle und dunkle Kalke, sowie Dolomite, die
durch ihren ausserordentlichen Versteinerungsreichthum seit lange die Auf-
merksamkeit auf sich gezogen hatten. Auf Grund der Identität einiger dort
gefundenen Versteinerungen mit solchen aus den Nordalpen bereits beschriebe-
nen, stellte Hauer diese Schichten in Parallele mit den liallstatter
Kalken und wies ihnen ihre Stelle unter den Raibier Schichten an.
Er wich hierin von einer früheren Auffassung EscherV) und Studer's
ab, welche die Dolomite den Rai hier Schichten aufgelagert annahmen.
Als einige Fossilien gab Hauer aus diesen Kalken an:
Globose Ammoniten.
Cltetnnitzüi Eseheri Hörn.
Xatica Meriani Hörn.
Hnlobiti Lomtwli Wissm.
sämmtlich Arten, die man in den Nordalpen nur tiefer als die Rai hier
Schichten liegend kennt.
3. Raibier Schichten. Thcils dunkle schiefrige, kalkige und merg-
lige Gesteine, theils rothe und grüne, lebhaft gefärbte Mergel und Sandsteine,
welche häutig
GerviÜia bipurtita Mer.
Myophoria KefersMni Mnst. sp.
') Kschrr. Vorarlberg [». HU.
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führen. Ihre Lagerung über Hauer'« Esinokalkstein wird von mehre-
ren Orten nachgewiesen .
4. Unterer Lias. Dachsteinkalk und Kössener Schichten (die
ich noch mit der Trias verbinde). Kalke und Dolomite, denen dunklere,
kalkige, thonige und merglige Schichten in unbestimmtem Niveau einge-
lagert sind.
Als besonders bezeichnend für die Kalke und Dolomite gelten die Car-
dium und Megalodus, die Dachsteinbivalven der Nordalpen. Sowohl
unter, als über den weichen Einlagerungen (den Kössener Schichten) sollen
identische Arten liegen. Die Kössener Schichten beherbergen auch hier
die in den Nordalpen bekannte reicho Fauna.
Mit der Auffassung dieses Lias stimmte Curioni nicht ganz überein,
indem er Cardinm triquetrum Wulf, als eine von Meijalodus sciitutus
Schafh. bestimmt verschiedene Art ansah, so dass jene nur unter, diese nur
über den Kössener Schichten sich finden sollten. Eine solche Drei-
teilung hatte sich zwar stratigraphisch und petrographisch auch in den
Nordalpen theilweise ergeben, allein Hauer hält sie nur für eine lokale
Erscheinung. Immerhin lässt sich die Uebereinstimmung zwischen Hauer
und Curioni sehr leicht herstellen, wie folgende Tabelle zeigt1):
Xordtirol und Vorarlberg nach Moria«, _ ... ,„
, , „ Lombardei nach Curioni.
Ofimbel, Hauer etc.
1. Dachsteinkalk 1 14. Schichten von Guggiate mit Meg.
2. Kössener Schichten J ♦ sttUatus Schafh.
3. Hauptdolomit 12. Dolomit mit C. triqmtrmu Wulf. sp.
„ a ,x 1 11- Schwarzer, poröser Kalk
4. Cardita Schichten MO Ov
Raibier Schichten ( ' , ~
J 9. Schichten von Dossena
5. Kalkstein von Wildungen, 8. Esinokalk
Tratzberg, Zugspitz u. s. w.
6. Partnachsehiefer 7. Keuper und älteres S. Cassian.
Stoppani in der Lombardei. Bereits vor Veröffentlichung des
Hauer'schen Aufsatzes erschienen Stoppani' s Studii*), eine reichhaltige
Arbeit über die lombardischen Alpen, besonders in Beziehung auf die Ver-
theilung der Organismen in den verschiedenen Schichten. Die ganze Ab-
theilung von denCassianer Schichten bis zu den Raibier (in Hauer's
' ) Hauer. Uebersicht p. 4 * I .
*) Stoppani. 8tudii geologici e paleontologici. Milano la'i^.
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72
Sinn), sind hier noch unter der gemeinsamen Bezeichnung ^oherer Theil der
lombardischen Triaa", oder Formation von 8. Cassian zusammengefaßt.
Eine scharfe Trennung einzelner Horizonte und zwar in einer von der
Hau er 'sehen Auffassung sehr abweichenden Weise, veröffentlichte Stoppani
später in den Atti della socicta geologica'). Dieser Aufsatz giebt eine Ueber-
sicht über alle lombardischen Schichten und wir haben die hier fürVerru-
cano und untere Trias geltend gemachten Ansichten bereits früherkennen
gelernt. Da die über die obere Trias handelnden Abschnitte auch in der
geognostischen Abtheilung des ersten Bandes der palaeontologie lombarde1)
wiedergegeben sind, mit deren Veröffentlichung Stoppani 1858 begann,
folgen wir lieber der hier gegebenen Darstellung, da sie kürzer ist und die
Resultate neuerer Untersuchungen noch berücksichtigt. Ein dritter Aufsatz
über die Gliederung der lombardischen Trias endlich findet sich im 2. Bd.
der Atti1) nach Veröffentlichung des Anfangs der Palaeontologie.
Drei Depots, sagt Stoppani, palaeontologisch und petrographisch aus-
gezeichnet, finden sich nach der Ansicht aller Geologen in den lombardischen
Alpen unter den Schichten, welche eine lin«so-jurassische Fauna beherbergen.
1. Depot de l'Azzarola. Es sind dies die von Stoppani als zum
Lias gehörig betrachteten Kössener Schichten und oberen Dach-
st ein kalke deutscher Geologen.
2. Depot des petrifications d'Esino. Dolomite und Kalke, in
denen als „die verbreitetsten Arten in der Lombardei und die einzigen,
welche uns leiten können auf dem Wege der Palaeontologie die klassischen
Lokalitäten von Egino und Leuna ausserhalb der Lombardei wiederzu-
finden," zu betrachten sind:
Gastrochtwna obtttsa Stopp.
Avictda exilis Stopp.
Evinospongia cerea Stopp.
Als von vielem Werth werden noch genannt: globose Aramoniten,
grosse glatte Chemnitzien, gewisse mit Ornamenten gezierte Arten aus
') Atti della »ocieta geologica resid. in Milann. Vol. I. 1K.:k>— J8"«9 p. 120. Spdtita,
dpi 20 Marzo. 1RVJ.
f) A. Stoppani: Palaeontologie Lombarde I. Los petrifieation» d'E«ino. Milan.
18f»8— 1860. p. 134.
*) Resultati palaeontologie i e geologiei dedotti dallo studio dei petrefatti d'Esino. Atti
della societa Italiana di neienzc ed arti. Vol. II. ßed. d. 1. Apr. 1860. p. 65. ( Die »ocieta
Italiana bildet die Fortsetzung der societa geologica, von der nur ein Band erschien.)
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den Geschlechter Turbo, Trochus, Neritopsis, endlieh ein grosses
Cardium, gewöhnlich als Cardimn triqueter bezeichnet.
3. Depot ou groupo de Gorno et Dossena. Schwarze und schwärz-
liche, auch gelbe Morgelkalke, oft merglige, grüne, rothe und gelbe Sand-
steine mit
Myojthoriu Kefersteini Mnst. sp.
Myoconcha Lontbardica Hau.
Myoconcha Curionii Hau.
Gerviüia bipartita Mer.
Gervülia Meriani Stopp.
Preten filosus Hau.
Diese Schichten sind dieselben, wie die von den deutschen (Jeologen
als Raibier Schichten (Cardita-Schichten) bezeichneten.
Auf einer Wanderung von Westen nach Osten durch die ganze Lom-
bardei will dann Stoppani folgende These beweisen: das Depot von Esino
liegt an der Basis einer grossen kalkigen und dolomitischen Masse, die
der Formation von Azzarola und der Gruppe von Gorno und Dossena,
welche durch die Fauna von Raibl gekennzeichnet ist, sich befindet, oder
anders und kürzer gefasst: in der Lombardei ist die Fauna von Esino
jünger als die von Raibl und älter als die der Schichten mit AvUula contorta.
Man sieht, diese Auffassung ist der Hauer's ganz entgegen. Stoppani
fuhrt dann eine Reihe von Lokalitüten an, an welchen die von ihm auf-
gestellte Reihenfolge sehr gut zu sehen sein soll. Ich mache hier nur auf-
merksam auf das über die Umgebungen des Val di Scalve Gesagte'),
weil ich diese Lokalität selbst besuchte und später auf das von Stoppani
Gesagte zurückkommen will. (S. u. p. 78 )
Am Ende wird noch folgende kleine Uebersicht gegeben:
A. Lias
a. Groupe de 1' Azzarola
Schichten der Ä. contorta, Kössener Schichten
1. Depot de l'Azzarola
2. Depot des Schistes noirs marneuses.
B. Trias Buperieur
b. Groupe de la dolomie myoenne
3. Dolomie moyenne proprement dite. (GastrocJiaena obtusq. Avi-
cuia exilis. Evinospongia cerea. Cardium. Gastropodes.)
') Pal. Lomb. Petrif. d'Ksino p. Mf>.
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4. Depot den petrifications d'Esino. (Esinokalk.)
c. Groupe de Gorno et Dossena, Raibier Schichten.
C. Trias inferieur (Muschelkalk).
Das oben als Depot des petrifications d'Esino bezeichnete bekommt also
hier den Xamen Groupe de la dolommie moyenne und die oben für das
Ganze als bezeichnend angegebenen Arten stehen hier in Parenthese nur
neben der Lntcrabtheilung dolomie proprement dite, während eine zweite
Unterabtheilung, depot des petrifications d'Esino, palaeontologisch nicht näher
bezeichnet ist. Man sollte also meinen, mit der letzten Benennung wären
ausschliesslich die Schichten an der Lokalität Esino gemeint. Aus dem Texte
ist hierüber mit Klarheit nichts zu ersehen, denn wenn es auch einige Male
scheint, als wäre eine untere Abtheilung bezeichnet durch das Vorkommen
der riesigen Gastropoden, so ist doch andrerseits von einer Mischung der
Fauna wieder in der* Art die Rede, dass immer ein in einem Satz gewonne-
ner Anhaltspunkt im nächsten wieder entschwindet. So ist in der Einleitung
zu den Gastropoden zwar eine Eintheilung in 4 Depots versucht, allein es
wird vorher bemerkt, dass dieselben keine „vraie importance scientifiquß"
hätte. Wir müssen also wohl auf weitere Anhaltspunkte, als das oben Ge-
gebene, verzichten.
Curioni in der Lombardei. Von ganz besonderem Interesse ist
eine neuerdings von Curioni veröffentlichte Abhandlung, die nach meinem
Dafürhalten in hohem Grade geeignet ist, Mittel an die Hand zu geben,
eine Erklärung zu jener, in so auffallendem Gegensatze zu allen andern in den
Alpen angestellten Beobachtungen stehenden Auffassungsweise Stoppani's zu
bieten. Curioni') kommt zu folgender Eintheilung:
1. Lias.
Dolomit, der sich in Kalk und in Oolith umändert und in welchem
sich nie Mujalodiis iriqmter fand.
2. Infralias.
Bänke mit Avictda eontorUi und Mcyalodtts im mittleren Theil des
Depots, indem Ac. cutitortu sich auch unten an der Grenze gegen den Dolomit
unter 3 zeigt.
3. Trias.
a. Dolomit von Esino mit dem wahren Mnj. tritjuclcr und anderen
Megalodusarten.
b. Depot von Dossena mit (iervilliu bipartita und Keuperpflanzen.
') Curioni. Sui giaeimenti motalliferi di Begano. Memorie del R. Ist. Lomb. di
scienze etc. toI. IX.
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c. Dolomitiseher Kalk von Ardese. Haiistatter Kalk, mit Chera-
nitzien und globosen Ammoniton.
d. Depot von S. Cassian mit A. Aon und Kcuperpflanzen.
e. Muschelkalk.
Vergleichen wir diese Einteilung mit der früher von Cnrioni ge-
gebenen (p. 71), so finden wir dieselben Abteilungen der grossen Gesteins-
gruppen wieder: unter seinem Infralias (den ich noch zur Trias rechne)
und über dem Muschelkalk liegen zwei kalkig merglige Horizonte und
zwei dolomitische, die mit einander abwechseln, nur ist die über den
Schichten mit G. bijxirtita liegende Masse hier als Rsinokalk bezeichnet,
anstatt dass früher für die unter diesen Schichten liegende Masse dieser
Name vindizirt wurde.
In übersichtlicher Darstellung haben wir also:
1855. 1863.
Lias
Infralias
Av. contorta. Megalodon. 14. Schichten von Guggiatc mit
Trias Meg. svutatus
a. Esinodolomit 12. Dolomit m. Cardium triqtteter
b. Depot von Dossena mit G. 9-11. Kalke und Gypse. Sch. v.
bipartitu Dossena
c. Kalk von Ardese 8. Esinokalk
d. S. Cassian 7. Keuper u. älteres S. Cassian.
e. Muschelkalk
Es ist sehr beachtenswerth , dass ganz neuerdings, also auch nach
Stoppani 's Publikationen. Curioni erstens eine Dolomit- und Kalkmasse
unter den Schichten der Gcrvillia biixirtita aufstellt, welche sich dem Hall-
ntatter Kalke vergleichen lässt. dass er sodann Cassianschichten und
Dossenaschichten trennt, die Stoppani für ein Depot hält, dass er end-
lich, um es kurz zu sagen, die Schichten, die man in Deutschland Haupt-
dolomit und unterer Dachsteinkalk nennt, als Esinokalk bezeichnet.
Eigne Beobachtungen in der Lombardei. Ich habe nun die
hauptsächlichsten über die obere Trias der Lombardei bekannt gewordenen
Eintheilungen angegeben und gehe an die Beschreibung einer Lokalität,
die mir ganz besonders geeignet scheint, die Aufeinanderfolge der Schichten
zu zeigen. Sie ist auch insofern von Interesse, als sie von Curioni,
Escher, Hauer und Stoppani bereit« erwähnt, aber kein Profil über
den ganzen Komplex mitgetheilt wurde.
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Vcrlässt man die, Val Cammonica in seiner Länge durchziehende
Hauptstraße zwei Stunden nördlich vom Nordende des Lago d'lseo,
bei dem einzelnen, Oasa di Boario genannten Hause und wendet sich
auf dem Fahrwege nach Gorzone, so trifft man bei S. Rocco die
bereits oben erwähnten, rothen, mit wulstigen Erhabenheiten bedeckten
Sandsteine und hinter (iorzüne gegen Tcrzano die Kalke und Rauch-
wacken des Muschelkalkes. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusse*
bei dem Orte Angolo nimmt eine neue Strasse ihren Anfang, die das
Val di Scalve hinauf bis nach Dezzo geführt werden soll und bereits
so weit au« dem Felsen gesprengt ist, das« sie von Fussgängern benutzt
werden kann. Folgen wir derselben, so treffen wir '/•> Stunde hinter Angolo,
wo man un den Wiesen und Geröllströmen, die links vom Gebirge herab-
kommen, zuerst wieder festes (testein bemerkt, dünnplattige , graue, bis
intensiv schwarze Kalke in dünnen, mannigfach gewundenen Schichten
an , in denen sich häufig Jlalobia Lommcli, globose und ceratitenartige
Ammoniten finden. Prachtvoll entblösst sind di$se Kalke in den merk-
würdigsten Windungen und Knickungen zu beiden Seiten des engen Tobels,
der in einer Tiefe von etwa SO' neben der Strasse liegt. Gänge eines
schönen dunklen Porphyr s mit deutlich ausgeschiedenen Feldspathkryst allen
(wie es scheint Oligoklas) durchbrechen die Schichten und bilden an der
Berührungsfläche sehr ausgezeichnete Breccien, aus eckigen Kalkstücken, im
Porphyrteige eingebacken, bestehend. Vom Einfallen ist wegen der
Knickung der Schichten wenig zu sehen, doch ist dasselbe im Allgemeinen
gegen S\V. sehr sanft. Die Strasse, sowie das mitgetheilte Profil liegen
nicht ganz rechtwinklig gegen die Schichten, sondern durchschneiden schief
eine vom Beschauer abfallende Mulde. Auf die dunklen Kalke folgen,
dieselben deutlich überlagernd, helle graue Kalke in mächtigen Bänken mit
nur schwach angedeuteter Schichtung. Bezeichnend für sie ist eine sehr
eigentümliche Struktur, die von jeher die Aufmerksamkeit auf sich zog.
Esc her1) erwähnte derselben schon und bildete ein solches Gesteinsstück
eben aus diesem Thale ab. Bundliehe, eckige oder nierenförmige Kalk-
stückc, mit feiner Querfurchung versehen, sind umgeben von mehreren, die-
selben umhüllenden konzentrisch gefaserten Kalkschalen. Verschiedene so
gebildete Massen berühren sich an einzelnen Punkten und die leeren Zwi-
schenräume sind dann wieder von fein mäandrisch gezeichneter Kalkmasse
ausgefüllt, so daas das Ganze ein festes Gestein bildet. Einzelne halbkuglige,
kegelförmige Massen ragen da. wo das Gestein zum Strassenbau verwendet
') Bronn, Loonh. Jahrb. IMti. Taf. VI. p. i.
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wurde, frei aus den Wänden heraus und diese gewinnen dann das Ansehen
des Inneren einer Tropfsteinhöhle. Ob man es mit Petrefakten oder Oolithcn
zu thun hat, blieb Escher zweifelhaft. Wenn es Korallen sind, wie Stoppani
annimmt, der diese Dinge als Kvinospotujw cerea abbildet, so dürfte dies
nur von den inneren Massen gelten, die allerdings mitunter verzweigt sind;
die die Zwischenräume ausfüllende Kalksubstanz und die Schalen sind aber
jedenfalls nur Produkte eines Niederschlags oder einer Ausscheidung. Von
unzweifelhaften Versteinerungen sah ich sonst nur Ammonitendurchschnitte
und Enerinitensrielglieder (Rad. cf« liliiformis). Diese Kalke, die durch den
Bau der neuen Strasse in einer ausgezeichneten Weise entblösst sind, halten
an bis etwas vor dem Orte Dezzo, wo ein Seitenthal einmündet. Hier
trifft man wieder die schwarzen Kalke mit Halobia Lomtueli und A. Aon
und 0Iobo8en, darunter Amimmks gibbus n. sp., in ausgezeichneter Ent-
wickelung in dem nach Colere hinaufführenden Thale und östlich von
diesem Orte, wo sie den gewaltigen Koloss der Pro sola na unterteufen
und sich mit denen bei Angolo beobachteten in Verbindung setzen. In
den Umgebungen von Colere hat man für bauliche Zwecke die Platten
öfter aufgebrochen und man sieht auf Thürschwellen u. s. w ., ganze Flächen
mit Halobia Lommeli bedeckt. Schöne Ammoniten liegen auf den Platten
der Einfassungsmauer der kleinen Brücke zwischen den beiden getrennten
Theilen des Ortes. Weiter aufwärts im Val di Scalve gegen Schilpario,
lassen sich die unterliegenden Rauchwaeken und der Servino beobachten,
so dass man in umgekehrter Reihenfolge dieselben Schichten hat, wie wir
sie Eingangs bei Angolo fanden. Wenden wir uns nun zur Betrachtung
jener gewaltigen Gebirgsmassc, die in der Presolana ihren Gipfel erreicht
und deren Unterlage wir so eben kennen gelernt haben. Wir gehen zurück
auf die neue Strasse bis etwa zu dem Punkte, der unter dem Giogo di
Castione liegt und klimmen auf beschwerlichem, aber sehr instruktiven
Pfade in einem der Wasserrisse nach den um die einzelnen Spigolo und
Padone genannten Häusern gelegenen Alpweiden empor. Bis zu einer
Höhe von etwa 1500' über dem Flusse hält der Kalk an, wird aber dann,
wo das kleine Plateau mit den Hütten beginnt, von dunklen, leberbraun
verwitternden Mergelkalken überlagert, in denen ich in Menge
Myophoria Kefersteini Mnst. sp.
Gervillia bipartita Mcr.
Pecten ßlosus Hau.
und eine ausgezeichnete Chemnitzie sammelte. Es ist dies die bekannte,
schon von Curioni, Hauer und Stoppani zitirte Lokalität für Raibier
Fossilien. Dass grade hier Stoppani die selbständige Entwicklung der
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Kalke mit riesenoolithischer Struktur (J'Jtinosj)onyia arca St.) zwischen den
Halobienschichten und den Schichten mit Gcrr. Inpartita entging, ist
auffallend. Höher hinauf gegen da« Giogo stellen «ich dolomitisehe und
sandigmerglige Gesteine ein, wie man denn unmittelbar am Wege vom
üiogo nach Dezzo gelbe dünnschichtige Mergelschiefer anstehen sieht, die
unter sieh die Presolana zu ziehen scheinen. Ich konnte dieselben weiterhin
nicht verfolgen, doch giebt sie Prof. Curioni daselbst als die l'resolana unter-
teufend an.1)
Setzen wir unsre Wanderung vom Giogo abwärts nach Castione
fort, so treffen wir nach etwa 1 Stunden dicht hinter Castione am Monte
Varö rothe, bunte Sandsteine, welche zur Haibier Gruppe gehören und
eine Fortsetzung der unter dem Giogo bilden. Darüber am Monte Pora
stehen helle Dolomite an, die ausser Avkula exilis noch andere Versteiner-
ungen von Stoppani's Fauna von Exino fuhren, wie denn von hier an
allerseits über die Lagerung der höher folgenden Schichten kein Zweifel
mehr unter allen Beobachtern besteht. Unter den Monte Pora in Val
Supina beobachtet man folgende Aufeinanderfolge der Schichten, die ich
einer gefälligen Mittheilung Herrn Curioni's verdanke. Ich setze sie um
so lieber her, als Hie auf der Südseite der Gebirgsmasse, mit der wir uns
beschäftigen, ganz dieselbe Reihenfolge erkennen lässt. wie ich sie soeben
auf der Nordseite in Val di Sealve beschrieb.
1. Heller, unten dunkler Dolomit von Ksino mit Ar. exilis etc.
2. Bänke mit (i. biimrüta. Keuper.
3. Dolomitischer Kalk mit Bleiglanz in dünnen Adern. Chemnitzia.
4. Kalk mit dünnen Bänken mit Halobia Lonimeli und Ammoniten. Muschel-
kalk und S. Cassian.
5. Gyps.
(>. Rauchwacke (cargneule), calcare farinono.
7. Bunter Sandstein und Servino.
7. G. 5. und noch ein Theil von 4 gehören zur untern Trias. Die Rauch-
wacken, auch als cargneule oder calcare farinoso bezeichnet, sind ein in ihrer
petrographischen Beschaffenheit leicht wieder zu erkennendes Glied und der
Ausdruck mehliger Kalk (calcare farinoso) ist sehr passend, wie denn schon
Escher*) dasselbe Formationsglied am passo Croee Domini treffend als
„gelb bestaubten doloinitischen Kalkstein'' bezeichnet. Die scharfe Grenze
zwischen unterer und oberer Trias liegt nach meiner Auffassung in 4, nur ist
') Nach «'inem brieflich mitgeteilten Profil.
') Shider. Geol. d. 8chweiz. I. p. J46.
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dieselbe sehr schwer aufzufinden wegen der Seltenheit oder des gänzlichen
Fehlens ächter Musehelkalkpetrefakten. Da die Gesteine petrographisch sich
sehr ähnlich sind, stellt sie Curioni als ein Glied mit der Bezeichnung
Muschelkal'k u. S. Cassian hin. Für Nr. 2 nimmt Curioni wegen der
Pflanzenvorkommnisse und der petrographischen Aehnlichkeit mit ausser-
alpinen oberen Keuper den Namen Keuper in Anspruch. Dagegen ist nur
zu bemerken, das«, wenn man den ausseralpincn Namen Keuper in die
alpine Geologie einführen will, man ihn dann auch für den ganzen Komplex
anwenden muss, der in den Alpen zwischen denjenigen Grenzen liegt, die
ausserhalb derselben den Keuper bezeichnen, also zwischen Muschel-
kalk und achtem Lias. Auf einen einzelnen Horizont innerhalb dieser
Grenzen allein angewandt, giebt der Name in den Alpen zu leicht zu Miss-
verständnissen Veranlassung, indem die guten, durch den Muschelkalk
nach unten, die Kössener Schichten nach oben gegebenen Grenzen nicht
die Bedeutung erhalten, die ihnen als den beiden sichersten Anhaltspunkten
für inner- und ausseralpine Parallelen beigelegt werden muss. Diese Auf-
fassung war denn auch bei der GümbeTschen Bezeichnungsweise, der ein-
zigen, die bisher mit Consequenz für alle alpinen Formationen ausseralpine
Namen in Anwendung brachte, maassgebend.
Theils um auch die Ausbildung der noch über denen, in obigen Profilen
mitgetheilten Komplexen liegenden Schichten kennen zu lernen, theils um
einige ausgezeichnete Petrefaktenvorkommnisse namhaft zu machen, wenden
wir uns noch etwas südlicher nach den Gebirgen, welche das Ostufer des
herrlichen Lago d'Iseo bilden, übersteigen dieselben dann und gelangen
nach den so häufig genannten Thälcrn Val Trompia und Val Sabbia.
Von Volpino gegen SO. verbergen sich die Schichten mit G. bipartila,
und alle tiefer liegenden auf eine Stunde unter den gewaltigen Geröll-
massen, die der Oglio am Nordende des See's zusammengeschwemmt hat.
Jenseits des Thaies über Pisogne treten Kalke und dolomitische Gesteine
an den Abhängen des Monte Anguina auf und oben an dem zwischen
Monte Anguina und Corno dei trento passi von Pisogne und To-
line nach Zone führenden Passe, stehen in prachtvoller Entwicklung und
reich an Fossilien wieder die Raibier Schichten an, sich nach Zone hinab-
ziehend und den Grund des gegen den Monte Marchione hinaufziehenden
Thaies ausfüllend, lieber ihnen lagern, den steilen westlich vom Monte
Marchione nach dem See zu laufenden Bergrücken bildend, helle drusige
Dolomite, ganz erfüllt mit Av. exilis, Gastrochäna ähnlichen Gebilden und
Gastropoden, in deren Fortsetzung unten am Seeufer die Strassenarbeiten
schöne Durchschnitte der Dachsteinbivalven frei gelegt haben. Das süd-
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lieh von diesem Kücken folgende Thal ist wiederum in weichen Gesteinen
ausgewaschen und man sammelt in demselben Terebratula Scftafhäutli Stopp.,
wie denn auch Stoppani diese Schichten als seiner Azzarolagruppe , d. i.
den Kössener Schichten angehörend, betrachtet.
Es ist interessant, nachdem man die petrographische Beschaffenheit dieser
ganzen Schichtenreihe an Ort und Stelle studirt hat, eine Fahrt auf dem
See in hinreichender Entfernung vom Ufer zu unternehmen. In sehr auf-
fallender Weise giebt sich dann der Einfluss der petrographischen Beschaffen-
heit auf die Konfiguration der Erdoberfläche und die Vegetationsdecke zu
erkennen. Schroff und baumlos in prallen Wänden steigen die Dolomit-
massen auf mit scharfen Graten und spitzen Zacken von weisser Farbe, scharf
abstechend gegen den tiefblauen Himmel. Zwischen denselben liegen in
sanft gerundeten Formen die Thäler, aus den klaren Fluthen des See's in
anmuthigem Wechsel schwellender Wiesen und kleiner mit üppigen Wein-
und Kastaniengärten bestandenen I'lateau's aufsteigend.
Der Rücken südlich von dem genannten, in Kössener Schichten einge-
schnittenen Thal (auf der Stabskarte als Yal Opol bezeichnet), besteht aus
grauen, theils oolithischen Kalken in wohlgeschichteten Bänken, die sich in
SO. Streichen hinüber nach Val Trompia verfolgen lassen, wo sie bei Gar-
done den Berg Domaro zusammensetzen, dessen Fossilien Lias anzeigen.
Auf der andern Seite von Val Trompia in dem kleinen bei Sarezzo ein-
mündenden Thale liegen reich entwickelte Kössener Schichten mit Bac-
tryllien und unter denselben, den Abhang des Monte S. Emiliano bildend,
helle drusige Dolomite mit sehr zahlreichen Fossilien, aus denen ich her-
vorhebe :
Turbo solitarius n. sp.
Natica inaer ta n. sp.
Turritelia JjOtnbardica n. sp.
Turritelia Trompiana n. sp.
Modiola pupa Stopp.
MyoconcJui Brunneri Hau.
Gervillia sahafa Brunn er.
Gervillia cf. jmiecursor Qu.
Avicula exilis Stopp.
Gastrochaena sp.
In der Fortsetzung dieses Dolomits bei Sarezzo liegt in Menge Mega-
lodus triqutter Wulf. sp.
Noch weiter SO., bei Caino, enthalten dieselben Dolomite, unmittelbar
unter petrefaktenreichen Kössener Schichten, dicht an der von genanntem
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Orte nach Val Sabbia führenden Strasse die prachtvollen Exemplare von
Diecrocardium Jani Stopp.1) Das Gestein ist zwar durch Sprengen
leicht in grossen Blöcken zu gewinnen, doch hält es schwer, aus dem bröck-
ligen Dolomit die bis 1' grossen Bivalvon unversehrt herauszulösen.
Resultate aus den mitgethcilten Untersuchungen.
Ein Blick auf die ebon skizzenhaft mitgetheilten bisherigen Untersuch-
ungen in der oberen alpinen Trias zeigt, dass sich im Wesentlichen nur
zwei verschiedene Ansichten gegenüber stehen: einerseits Stoppani's, der
in seinen GervilHa hipartüa führenden Schichten von Gorno und Dossena
die Basis der gesammten oberen Trias sieht, und dieselben auf den Muschel-
kalk folgen lässt, andererseits Curioni's, Ragazzoni's und sämmtlicher
ausserlombardischen Forscher, welche über dem Muschelkalk und unter den
Schichten der Gervillia biparlita (Cardita Schichten, Raibier Schich-
ten) noch einen mächtigen Komplex theils dunkler, kalkig-plattiger, dünn-
schichtiger, theils heller kalkig dolomitischer, nur undeutlich, oder gar nicht
geschichteter Massen unterscheiden (Cassianer Schichten, Hallstatt er
Schichten u. s. w.). Mit letzterer Ansicht lässt sich ganz ungezwungen
mein aus dem Val di Scalve mitgetheiltes l'roril in Uebereinstimmung
setzen. Ueber dem Muschelkalk, den ich hier nicht nachweisen konnte,
der sich aber nach Curioni's Andeutungen in geringer Entfernung findet,
folgen die Halob Umschichten, auf diese die Riesenoolithe und diese
werdeu überlagert von den Raibier Schichten. Darüber erst kommt eine
zweite Dolomitmasse. Ich eonstatire also hier zunächst die vollkommene
Uebereinstimmung der ostlombardischen mit den übrigen alpinen Verhält-
nissen, indem ich etwas eingehender auf die einzelnen Unterabtheilungen
eingehe und gebe erst weiter unten die Nachweise, welche zur Aufklärung
der abweichenden Anschauungen Stoppani's dienen können.
Untere Abtheilung der oberen alpinen Trias, llallstatter und
Raibier Gruppe.
Auf den Guttcnsteiner- und Muschelkalk folgen entweder sogleich mäch-
tige Kalke mit zahlreichen Cephalopoden und Mono tis salinariu (II allst att,
Raibl) oder sehr mannigfach petrographisch entwickelte Gesteine, welche als
l'artnac h schichte n (Südbayern, N ordtirol, Vorarlberg), mittlerer
Alpenkalk z. Th. (bei Innsbruck und Umgegend), Wenger Schiefer,
Buchensteiner Kalke, Cassianer Schichten (Südtirol), S. Cas-
') 8toppani. Palaeont. Lomb. III. Ser. Append. p. 248. Tab. 41—50.
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siano, unteres 8. Cassian (Lombardei) benannt wurden. Wo diese
letzteren Gesteine entwickelt sind, folgt die Hauptmasse der Dolomite und
Kalke erst über denselben. Gemeinsam ist allen diesen Schichten das Vor-
kommen von Hulobia Lomnwli, (in den Kalken Monotis salinaria) und ge-
wisser Ammoniten, unter denen besonders Ammonites Aon zu nennen ist,
der das Maximum seiner Entwicklung aber in den untersten Schichten er-
reicht und nach oben seltener wird, um in der Raibier Gruppe ganz zu
fehlen. Auffallend und weiterer Untersuchung bedürftig erscheint noch der
Mendel adolomit R i c h t h o f e n's als eine Dolomitmasse mit obertriadischen
Fossilien unter den Halobienschichten, sowie das ähnliche Auftreten
der Dolomite bei Raibl1), die ebenfalls unter Schiefern liegen sollen, welche
llalobia Lommeli und globose Ammoniten führen.
Man kann, ohne die durch sichere Beobachtung gegebene Basis zu
verlassen, mit einem Namen die über dem Muschelkalk und unter den
Schichten der Gen Uliabipartita liegenden Schichtenkomplexc als Haiistatter
Gruppe zusammenfassen, welche bei einem auffallenden petrographischen
Wechsel doch gewisse gemeinsame paläontologische Eigentümlichkeiten
zeigt, die sie als ein zusammengehöriges Ganze kennzeichnen. Diese be-
stehen in dem Vorkommen der oben genannten Fossilien, die im besonderen
noch die kalkig-thonigeren Ablagerungen bezeichnen, während für die hellen
Kalke und Dolomite eine Reihe ausgezeichneter Cephalopoden, deren Listen
bei Hauer und Gümbel nachzusehen sind, sowie eine Reihe von Gastro-
poden hinzukommen.
Ein negatives Kennzeichen scheint das gänzliche Fehlen des echten
AJegalodtis triquetcr Wulf, zu sein, der nur an wenig einzelnen Punkten
durch eine nahe stehende Form, den Megatodtts colttmbella Gümb. ver-
treten wird.
Innerhalb dieser so begrenzten Haiistatter Gruppe treten nun eine
unendliche Menge petrographisch verschieden ausgebildeter Schichten mit
mancherlei zoologischen Facies auf. Im Allgemeinen steht aber der Wechsel
in der unteren Abtheilung scharf im Gegensatz sowohl zu der Einförmigkeit
') Soeben erhalte ich die Mittheilungen Stur's in Verhandl. des Jahrb. der geolog.
Reiehsansl. l.SC;». p. 11. Wenn die dort nur angedeuteten Verhältnisse näher auseinander-
gesetzt sein werden, dürfte man einer Gliederung der oberen alpinen Triaa im Horizonte
schon näher kommen. In wiefern Stoppani's Versetzung der Ksinofauna über die Raibier
Schichten dieselbe mit der Halbtatter Fauna gleichzeitig mache, ist mir aber nicht ver-
ständlich; ileiin wenn auch bei Raibl der Dolomit zwischen Wenger Schiefern und echten
Raibier Schichten fehlen sollte, so steht doch wohl die Lagerung des Haiistatter Kalke»
unter den Raibier Schichten in den Nordalpen noch fest.
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der Muschelkalkschichten, die überall einen ähnlichen Charakter bewahren,
als auch zu der der obern Abtheilung, wie das von Richthofeu') insbe-
sondere für die Umgebungen von St. Cassian bereit« hervorgehoben wurde.
Die Grenze gegen den Muschelkalk ist eine zoologisch so scharfe,
dass eine Abtrennung der HalobiaHchichten unbedingt geboten erscheint.1)
Nach oben setzen einzelne Arten in die Raibier Schichten fort, allein keine
Ualobien und was besonders interessant ist, keine* Ammoniten1). E* findet
also hinreichender Zusammenhang statt, um beide Sehichtenkomplexe in eine
grossere Abtheilung zu vereinigen, aber auch hinreichende Unterschiede und
zwar recht wesentliche sind vorhanden, um sie innerhalb derselben auseinander-
zuhalten. Denn das Fehlen einer ganzen Molluskennbtheilung, die an bestimmte
Bedingungen ihrer Existenz gebunden ist, wie die Cephalopoden, zumal wenn
auch die petrographische Beschaffenheit der Schichten beweist, dass die Meere,
aus denen dieselben gebildet wurden, sehr verschiedener Natur waren, scheint
ein genügendes Moment für eine Trennung. Also Ruhe und Einförmigkeit zu
Ende der unteren Trias, ein reicher Wechsel der verschiedenartigsten petro-
graphischen und paläontologischen Verhältnisse, die aber doch ein gemeinsam
umschlingendes Band haben, das man nicht, ohne der Natur Zwang anzu-
thun, zerreissen darf, in den unteren Schichten und endlich wieder eine
verhältnissraässige Ruhe und über weite Strecken gleichartige Ausbildung
gegen die Mitte der oberen Trias — das sind die Haupteigenthümliehkeiten
der drei Abtheilungen, die ich als Muschelkalk, Haiistatter und
Rai b ler Gruppe bezeichne.
Zur Haiistatter Gruppe und zwar zur unteren Hälfte derselben rechne
ich: die Fisch- und Reptilschichten von Perlcdo und Varenna, die
Halobienschiehten der ganzen Lombardei (besonders in Val Cam-
monica, Val Trompia u. s. w.), Südtirols (Pieve), sowie mancherlei
Ablagerungen in Richthofen's Untersuchungsgehiet (Buchensteiner
Kalke, Fischschichten von Corfara, Wenger Schiefer, Cassianer
Schichtenfolge) in Val Sugana und dem ganzen Venetianisehen.
Auf der Nordseite der Alpen die Partnachschiefer theilweise und Theile
des mittleren Alpenkalks bei Innsbruck, die Knol 1 enk ul ke vom
') Richthofen. Beschreibung, p. 7:5.
*) Wegen des angeblichen Durchgehen* der Voltzia hfterophi/Ua von den Seiner
Schichten möchte ich kaum die Wenger Schiefer dem Muschelkalk (unehlichen. Die
UaJobia Ixtmmeli scheint mir ein stärkere? Hand für Meeresablagerungen , als sekundär
herbeigeführte Pflanxenrente. Verhandl. der geolog. Reichsanstalt. iHiÜ. 2\. Febr. p. 13.
*) Hauer erwihnt nur einiger weniger i. Th. nicht recht sicherer Vorkommnisse.
6*
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Kersch buchhofe, die Reiflinger Kalke,)(P). Zur oberen Abtheilung:
gewisse später noch genauer zu erforschende Dolomite am Monte Salva-
tore bei Lugano*) und in den Umgebungen von Esino und Lenna, die
Kalke und Dolomite des Sasso Mattolino und von Ardcse, die Kalke
mit dem Riesenoolith aus Val di Scalve, Theile der Dolomite in Iudi-
carieu (s. u.), den Schierndolomit und Mendoladolomit Richt-
hofen's, die Arlbergkalke desselben Forschers in Vorarlberg, oberer
Alpenkalk Pichler's, unterer Keupcrkalk Gümbel's, die Haiistatter
Kalke im Salzkammergut, die Kalke von Unterpetzen und Tratzberg.
Obere Abtheilung der oberen alpinen Trias. Hauptdolomit-
gruppe und Rhaetische Gruppe.
Hauptdolomitgruppe. Nach dem einstimmigen Urtheil aller Forscher
folgen auf die Raibier Schichten mächtige Kalk- und Dolomitmassen, die
sich in den Nordalpen meist durch eine grosse Armuth an Versteinerungen
auszeichnen, indem nur Cardium triqueter Wulf, an vielen Punkten in Masse
') In den Sitzungsberichten der Reichsanstalt 1865 vom 21. Febr. sehe ich soeben die
Reiflinger Kalke, weil sie die Petrefakten der Virgloriakalke enthalten sollen, mit
diesen zusammengestellt. Da aber auch die Kerschbuchhofschichten hierher gestellt
sind, welche eben keine Virgloriapetrefakten enthalten, wird abtuwarten sein, welches denn
jene Versteinerungen der Reiflinger Kalke sind.
') cf. die Listen bei Stopp an i in Atti della societa geologica. Bd. II. p. 235, wo aus
den Dolomiten des Monte Salvatore Haiistatter und Hauptdolomitarten ange-
geben sind.
Anmerkung. Pichl er wies bei Innsbruck Raibier Fossilien in tieferem Horizonte
als die eigentlichen Raibier Schichten (Cardita Schichten) nach. Er schliesst daraus, dass
die Raibier Schichten nicht blos da« Dach seines oberen Alpenkalkes bilden, sondern
auch in demselben eingelagert vorkommen (Beitrüge zur Oeognosie Tirols 3. Folge, p. 20 seq.).
Auch Hauer kommt zur Folgerung, dass nach den Fossilien die ganze obere Trias (im
Sinne der Wiener Geologen mit Ausschluss der Rhfitischen Formation) ein zusammen-
gehöriges Ganze bilde. (Sitzungsberichte. Wiener Akademie. 19. Jan. 1865. p. S.) Ge-
wiss ist diese Auffassung richtig, allein dio obere Schichtenreihe als selbstständiges Glied
aufzufassen, scheint doch immerhin geboten, nur wird es sich darum handeln, welche Fos-
silien als ausschliesslich bezeichnend für diese obere Abtheilung gelten können. Sollten die
Angaben SturV) über die Umgebungen von Raibl richtig sein, so würde darin ein Be-
weis liegen, dass eben echter Haiistatter Kalk bei Raibl nicht entwickelt ist, dass aber
darum doch an vielen Punkten der Alpen, besonders in der Lombardei, mächtige Kalk-
und Dolomitmassen zwischen Muschelkalk und den Schichten mit Gervillia bipartita liegen,
scheint unzweifelhaft Man entschliesse sich nur einmal, den unglücklichen Namen Esino-
kalk bei Seite zu lassen und Parallelen mit einem Gebilde zu vermeiden, dessen Lagerung
eben noch nicht sicher festgestellt sind. (S. unten p. 91 sequ.)
•) Jahrb. geol. Reichsanst. 1865. p. 46.
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auftritt, während im auffallenden Gegensatz hierzu die Schichten der Lom-
bardei und Südtirols eine Fülle fossiler Arten umachliessen , die denen
der Haiistatter Kalke an Spezieszahl zum mindesten gleichkommen, die-
selbe aber wahrscheinlich übertreffen. Dass die Dolomite in Val Cammo-
ni ca und Val Sabbia diesem Horizonte angehören, wurde oben erwähnt
und es lagen für diese Annahme stratigraphische und paläontologische Gründe
vor. Anders bei Storo, wo uns die leitenden Raibier Schichten fehlen.
Das gemeinsame Vorkommen folgender Fossilien zu Inzino an den Ge-
hängen des Monte S. Emiliano und zu Storo:
Mcgalodus triqueter Wulf. sp.
Dicerocardium Jani Stopp.
Gervillia cf. praeeufsor Qu.
Avictda exüis Stopp.
Turbo solitarius n. sp.
Natica incerta n. sp.
veranlasst mich, beide Ablagerungen als äquivalent anzusehen und die Dolo-
mite der Val Ampola bei Storo zur Hauptdolomitgruppe zu ziehen. Da
sich Turbo solitarius, Natica incerta und eine von der Avictda exilis wohl
nicht verschiedene Avicula häufig in den Dolomiten von Val Arsa1) bei
Roveredo (Prof. V.), Castoll Pietro bei Volano, Sella (Prof. VI.)
findet, so stehe ich nicht an, diese Dolomite ebenfalls als Hauptdolomit
anzusprechen. Auch im Val di Non muss der Hauptdolomit eine grosse
Ausdehnung haben, da man mir mehrfach vom Vorkommen der piedi di
cavalli (den Impressionen der Dachstcinbivalven) daselbst erzählte. Einen
schönen Steinkern des M. triqueter aus den Umgebungen von Valmorbia in
Val Ar sa bewahrt H. Pischl in Itovcrcdo. Von Bedeutung wird eine
genaue Durchforschung des Val di Non, sowie der nördlich und nordöst-
lich davon gelegenen Gebiete im Anschluss an Richthofcn's Untersuchungen
sein. Wenn die Mendoladolomite in der That der unteren Abtheilung
der oberen Trias angehören, wie das nach seinen Angaben unzweifelhaft zu
sein scheint, so geben sie vielleicht Anhaltspunkte zur Entscheidung der
Frage, ob die Haiistatter Kalke im mittleren Theile Südtirols und in
Iudicarien sich finden und welche Gesteine man ihnen beizuzählen habe.
An den südlichsten Punkten Tirols, z. B. bei der Ausmündung von Val
Ampola, sind die Haiistatter Schichten wahrscheinlich tief unter die
Thalsohle geworfen, allein weiter nördlich kann dies nicht der Fall sein.
') Nach Wolf auch in Val Ronchi, zu Merane und Ala, Vcrhandl. geolog. Reichs-
anst 1865. p. 47.
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8t;
Hier handelt es sich wegen des Vorhandenseins der Halobienschichten darum,
welche von den über denselben liegenden Kalk- und Dolomitbänken zur
Hallstatter-, welche zur Hauptdolomitgruppe gehören, wenn anders
man nicht das Fehlen derselben annehmen will, was wegen des in der Nähe
auftretenden so mächtigen Schierndolomites nicht wohl thunlich scheint.
Rhätische Gruppe. Im Gegensatz zur Lombardei zeigt die Rhä-
tische Gruppe in Südtirol nur eine sehr geringe Verbreitung. Die bei
S. Michele') gefundenen
Mytütts minutus Goldf.
TerebratuAa Schaf häutli Stopp.
Terebruttda pruniformis Süss. •
sind die einzigen Andeutungen derselben. Diese Fossilien stammen aus
wohlgeschichteten Kalkbänken, die die Gipfel der höchsten, zwischen Lago
di Ledro und Lago di Garda gelegenen Berge krönen. Am Lago di
Ledro selbst erwähnt Hauer der Kössener Schichten, die mit denen über
S. Michele lagernden zusammenhängen dürften. Die Unterlage derselben
bilden überall Dolomite, die sich durch ihre massenhaften Versteinerungen
(z. B. nra Monte Camerone, am Cima Tavalö) als identisch mit denen
von Storo erweisen, mit denen sie ja auch unmittelbar zusammenhängen.
Abweichende Ansichten über die Begränzung und Gliederung
der oberen Trias.
1. Stellung der Rhätischen Gruppe, lieber die Begränzung der Trias
nach oben sind die Ansichten sehr gethcilt. Die österreichischen Geologen
nämlich schliessen dieselbe mit der Rai b ler Gruppe ab und lassen den
Lias schon mit dem Hauptdolomit beginnen, die bayerischen Forscher
setzen die Grenze erst über die Rhätische Gruppe und betrachten die
ausseralpinen Zonen des Ammonitcs planorbis und angidatus als Basis des
Lias. Stoppani endlich fasst unter dem Namen Fjtage infraliasien
die Rhätische Gruppe (seine Schichten von Azzarola, neuerdings auch
couches ä Arkula contortd) mit den Zonen des Ammonitcs planorbis und
anfjulatus, die er als couches ä faune Hcttangienne bezeichnet, zu-
sammen und sieht in denselben eine Zwischenbildung. Uebersichtlich stellen
sich also die Auffassungen so:
') Hauer, Lombardei p. i?'.», erwähnt von hier auch Fischreste.
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87
Stoppani
Kalke v. 8altrio m. Gr. arcuata j
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Dolomia media
(Petrifieatiom d' Egino)
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Trias
Oesterreichische Geologen
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Kaibier Schichten
Trias
Bayerische Geologen
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I
Kaibier Schichten
3
Trias
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88
Die in der Lombardei über den Schichten von Azzarola folgende
Kalk- und Dolomitbank sieht Stoppani als ein Aequivalcnt der ausser-
alpinen Schichten des Ammonites planorbis und angnlatus an. Es ist dies
jedoch eine blosse Annahme, da aus dem Umstände, dass diese Dolomit-
bank an der Stelle der lombardischen Schichtenreihe liegt, wo ungefähr
die ausseralpinen untersten Liasschichten bei vollständiger Entwicklung aller
Formationsglieder liegen müsaten, noch nicht gefolgert werden kann, dass
dieselbe nun nothwendig eine gleichzeitige Bildung mit den Schichten des
Ammonites planorbis und umjulatus sei. Da der calcarc del Sa «so degli
Stampi auch nicht eine Versteinerung mit dem ausseralpinen Lias
gemein hat, sich hingegen petrographisch dem tiefer liegenden Dolomit
(dolomia media) anschliesst, so ist es wohl natürlicher, denselben als Aequi-
valcnt der in den Kordalpen über den Contorta Schichten liegenden
Kalkbank (oberer Dachsteinkalk) anzusehen und gleich diesem noch mit
der Khätischen Gruppe zu verbinden, wie das die bayerischen und öster-
reichischen Geologen thun. Auffallend bleibt es freilich, dass das diesen
Schichten nach Stoppani eigentümliche Conchodon infruliassinm (l'al.
Lomb. III Ser. p. 240. Taf. 38. 39. 40) nicht mit dem nordalpinen Meyalodus
triqueter übereinzustimmen scheint, der sich in der Lombardei nur in der
dolomia media finden soll.
Nach unten sehliesst Stoppani seinen Infralias gegen die Dolomia
media, die Schichten der Avicula cxili.s ab, so dass zwischen beiden Kom-
plexen eine Haupt - Formarionsgrenzc hindurch läuft, ein Verfahren, von
dessen Naturgemässheit ich mich bei meinem Besuche der Lombardei nicht
überzeugen konnte. Einmal entwickeln sich die mehr merglig kalkigen
Schichten der Avicula contorta ganz allmählig aus den Dolomiten, durch
einen langsamen Uebergang, dann seheinen aber auch einige Fossilien bei-
den Abtheilungen gemeinsam zu sein. So vermag ich eine bei Storo sehr
häufige Avicula (wohl Avicula camlatu Stopp.) nicht von Gcrvilliu pracrur-
sor Qu. sp. zu unterscheiden, Cardita midtradiata Emr. sp. stimmt überein
mit Abdrücken im Dolomit von Val Ampola, die Dachstein-Bivalven
endlich, deren Akten noch lange nicht geschlossen sind, finden sich, wenig-
stens in den Nordalpen im Dolomit unter und in der Kalkbank über den
Kössener Schichten in identischen Arten, so dass es unnatürlich wäre,
beide in besondere Formationen zu stellen. Diese noch düiftigen paläonto-
logischen Beweise für die Zusammengehörigkeit des Hauptdolomits und der
Rhätischen Gruppe Hessen sich wahrscheinlich noch sehr wesentlich ver-
mehren, wenn mir mehr Material aus den Dolomiten zu Gebote stünde.
Ich musste mich hier darauf beschränken, das anzuführen, was sich aus
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89
meinen eignen Aufsammlungen folgern lässt. Wirft man einen Blick auf
die Tafeln zu Stoppani's Perritications d'Esino, so könnte es allerdings
befremdlich erscheinen, in dieser Fauna eine besondere Analogie oder gar
Identität mit der Khätischen Gruppe zu finden. Abstrahirt man aber
von jenen grossen Gastropoden und den Cephalopoden, welche ausschliess-
lich von wenigen gesonderten Lokalitäten (Lenna und Esino) stammen,
wo sie nach Stoppani ein besonderes tieferes Niveau in seine Dolomie
moyenne einnehmen, (vergl. unten) und zieht blos die dann übrig bleiben-
den weit verbreiteten Arten der „dolomie moyenne proprement diteu in Be-
tracht, so wird die Analogie sehr auffallend.
Lst nun die Unzweckmässigkeit einer Trennung dos Hauptdolomits
und der Khätischen Formation dargethan, so wird es sich darum han-
deln, zu untersuchen, ob die Aufstellung einer solchen besonderen Zwischen-
formation, des Infr alias, in welche dann vielleicht der Hauptdolomit mit
einzubeziehen wäre, nothwendig erscheint. Unsere Formutionshencnnungcn
sind ja doch nur ein blos künstliches Mittel, die mannigfaltig in der Erdrinde
entwickelten Schichten in übersichtliche Darstellung zu bringen und einen
Kähmen zu liefern, in welchen man neu entdecktes bequem einfügen und
mit schon bekanntem vergleichen kann. Bei der anfänglichen Aufstellung
derselben glaubte man freilich mit einer Formationsgrenze auch den Ab-
srhliis» einer Epoche und den Untergang aller während derselben lebenden
Organismen zu bezeichnen, so dass mit der nächsten eine ganz neue
Schöpfung zur Bevölkerung der Erdoberfläche auftreten musste. Von einer
solchen scharfen Abgrenzung ist man denn nun zurückgekommen, hat
aber die einmal angenommenen Grenzen doch beibehalten, weil die For-
mationen in ihrer Gesammtheit hinreichende Verschiedenheiten zeigen
und einen eigentümlichen Charakter tragen.
So kann man wohl von einem jurassischen oder triadischen Charakter
sprechen, der sich in entfernter liegenden Gliedern beider Formationen
stets ausgeprägt zeigen wird. Die Zahl der Formationen zu vermehren,
könnte man sich aber nur dann veranlasst sehen, wenn man neue Ablager-
ungen entdeckte, welche gegen die bekannten nach unten und oben folgen-
den Formationen eben solche Unterschiede zeigten, als diese Formationen
selbst unter einander.
Im Infr alias, als Formation, müsste also ein gewisser selbstständiger
Charakter entwickelt sein, der in seiner Bedeutung dem jurassischen und
triadischen Charakter gleichstehen müsste.
Solche hervorragende Eigentümlichkeiten besitzt aber der Infr alias
nicht und mit demselben Kechte, mit dem man ihn als neue Formation auf-
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■
Htellt, könnte man wohl ohne Mühe die ganze Formationsreihe in einem
Wechsel von Formationen und Infra-Formationen auflösen, was mit anderen
Worten einer Beseitigung der Formationen überhaupt gleichkommen würde.
Da nun auch gewisse jetzt zum Infralias gerechnete Schichten bereits bei
Aufstellung der Namen Lias und Trias bekannt waren und bestimmt iu
die eine oder andere Formation mit einbezogen wurden, kann man wohl
dasselbe Verfahren auch auf die seitdem neu aufgefundenen Schichten an-
wenden und sie in dieselben Grenzen mit cinschliessen. Es sind dies die
im besonderen als Schichten der Avktda contorta unterschiedenen Ablager-
ungen, bei denen es sich nun fragt, welcher der beiden Formationen man
sie ansehliessen soll. Bilden sie den Schluss der Trias oder den Anfang
der Lias? Dittmar1) hat in seiner Contorta -Zone die für die eine oder
andere Auffassung geltend gemachten Gründe zusammengestellt und sich
schliesslich für eine Einreihung in die Trias entschieden.
Seit dem Erscheinen jenes Werkes veröffentlichte Renevier1) einen
sehr lehrreichen Aufsatz, in welchem wir mit dem Auftreten einer echt unter-
liasischen Fauna in den Wadtländcr Alpen bekannt gemacht werden. Unter
diesem unteren Lias (Fauna Ilettangienne) liegen aber ächte Conto rta-
Schichten, die mit demselben nur eine PlacunopBis gemeinsam haben,
sonst aber eine eigentümliche und mit den Vorkommnissen der Rhätischen
Gruppe anderer Gegenden übereinstimmende Faunen beherbergen. Rene-
vier folgert nun zweierlei, einmal, dass diese Contorta -Schichten von dem
unteren Lias zu trennen sind, weil sie nur eine gemeinsame Art bei einer
ziemlichen Anzahl verschiedener besitzen, dass aber zweitens die Gcsammt-
fauna der Contorta-Sohichtcn doch einen so vorwaltend basischen Cha-
rakter trage, dass man sie mit jenem unteren Lias zusammen von der Trias
abtrennen müsse. Der Nachweis der Verschiedenheit der Fossilien der Rh ä-
ti sehen Gruppe von solchen, die wirklieh den untersten Liassehichten an-
gehören, die man bisher in den Alpen nicht kannte, ist von sehr grossem
Interesse und liefert auf s Neue einen Stützpunkt für die Richtigkeit der
Ansicht, dass, wenn Grenzen gezogen werden sollen, diejenige zwischen Trias
und Lias nur zwischen den Zonen der Avicida contorta und des Amtnonites
planorbis liegen könne.
Beim zweiten Punkte, dem Nachweis der Zugehörigkeit der Rhätischen
Schichten zum Lias wegen des mehr liasischen als triadischen Charakters
der in derselben eingeschlossenen Genera, scheint mir Rene vi er mit der-
') Dittmar, die Contorta-Zone. München l$r.-i.
*) E. Renevier, Note Sur Tlnfra-Lias et l'£tape Rhaetien de« Alpes Vandm'se?. Bullet.
soc. geoi. 1801, p.
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selben Einseitigkeit zu verfahren, wie alle diejenigen, welche aus paläon-
tologischen Gründen bisher denselben Nachweis zu liefern versuchten.
Die Untersuchung der Verwandtschuft oder Verschiedenheit einer Ablager-
ung zu zwei andern, wo es sich durum hnndelt, dieselbe nach dem Ausfall
derselben der einen oder andern anzuschliessen , kann doch nur dann einen
Sinn haben, wenn sowohl über- als unterliegende Schichten in Vergleich
gezogen werden. Solche sind für die Khätischen Sehichton derunteren
Lias einer-, der Hauptdolomit andererseits. Da nun ersterer sehr ver-
steinerungsreich ist, letzterer über bisher als sehr arm an Fossilien galt,
musstc man wohl unschwer eine Verwandtitchaft mit jenen herausfinden, da
bei diesem ein Vergleichsmatcrial gar nicht vorlag. Rene vier hebt nun
zwar die speeifischo Verschiedenheit zwischen seinen H hü tischen und
unterl iasischen Schichten hervor, findet aber doch, dass die Genera lia-
sisch seien und stützt sich dabei auf Angaben in Pictet's traite de Paläon-
tologie. Beim Erscheinen dieses Werkes kannte man aber eine Fauna des
Hauptdolemits noch nicht, wie überhaupt mancherlei Abhandlungen über
ostalpine hündische Fossilien erst später erschienen, so Hauers Raibier Fos-
silien. Berücksichtigt man jetzt bei einem Vergleiche ulles aus Cassianer,
Raiblcr Schichten und Hauptdolomit bekannt gewordene, so dürfte man
sich zu einer Einreihung jener unteren Abtheilung der Wadtländer Alpen
und der Rhätischen Gruppe überhaupt in die Trias allgemeiner zuneigen,
als dies bisher der Fall war.
Selbstverständlich fällt der llauptdolomit auch der Trias zu, sobald
man derselben die Rhätische Gruppe einverleibt. Die österreichischen
Geologen rechnen aber auch diesen noch zum Lias und zwar ganz natur-
gemäss wegen der oben besprochenen nahen petrographischen Zusammen-
gehörigkeit mit den Kössencr Schichten. Die paliiontologische Zusammen-
gehörigkeit, wenn sie erst allgemeiner nachgewiesen und anerkannt sein wird,
dürfte jedoch die Ansichten wesentlich modifiziren, indem sie umgekehrt
zwingen wird, zunächst den llauptdolomit und mit demselben zusammen
auch die Kössener Schichten für triadisch zu erklären. Dass Stoppani's
petrifications d'Esiuo triadischen Charakter zeigen , ist wohl noch von Nie-
mand bezweifelt worden , dass ein grosser Thcil derselben aber dem Haupt-
dolomit angehöre, war bisher nicht hinreichend bekannt, und über diesen
Punkt, die Stellung der Esinokalke, muss ich noch Einiges hinzufügen,
bevor ich die Trias verlasse.
2. Esinokalke. Wie Stoppani frühor die obere Trias eintheilte, haben wir
oben gesehen. Nicht unwesentlich haben sich aber seine Ansichten im Laufe
der Zeiten in Folge fortgesetzter Untersuchungen geändert, eine Thatsache, die
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für den Fortschritt der geologischen Erkenntnis» der Lombardei zwar sehr
erfreulich erscheint, jedoch um so mehr Wunder nehmen muss, als die
jedesmaligen momentanen Anschauungen mit einer Bestimmtheit hingestellt
wurden, als sei eine Aenderung derselben unmöglich und andere Auffass-
ungen — z. Th. solche, zu denen Stoppani sich später selbst bekennen
musste — einer Kritik unterzogen wurden, die man nicht gerade wohl-
wollend nennen könnte.1) Ich spreche zunächst von den Ansichten, die
8 topp an i bis 18Ü4 in seinen Schriften vertritt, bis zu dem Zeitpunkte, wo
ich die Lombardei besuchte. Es wird dann noch Gelegenheit sein, seiner
allerneueston sehr veränderten Anschauung zu gedenken.
Anfangs stellte bekanntlich Stoppuni seine Esinokalkc über die
Raibier Schichten, aber in Parallele mit den Hallstattcr Kalken öster-
reichischer Geologen, welche nach allgemeinem Dafürhalten unter diesen
Raibier Schichten liegen und zwar auf (3 rund einiger beiden Forma-
tionen identischer Fossilien. Hauer fand in der Lombardei hingegen das,
was er Esinokalk nannte, unter den Raibier Schichten (Gorno und
Dossenn) gelagert. Leber diesen Punkt und die aus denselben sich
ergebenden Konsequenzen entspann sich jene heftige Polemik Stoppani's
gegen Hauer, die jedoch ziemlich einseitig von Stoppani geführt wurde,
da Hauer die Lombardei nach der Uebersichtsaufnahmc nicht wieder be-
suchte, ein Umstand, der es unmöglich macht, aus der Litteratur allein
über die Streitfrage in's Reine zu kommen.
Es liegt hier ein interessanter Fall der Art vor, wie ich sie zu Anfang
der Retrachtuugen über die alpine Trias als Ursache der mannigfachen Miss-
verständnisse zwischen verschiedenen Forschern angab. Es scheint mir
nämlich ganz evident, dass Hauer und Stoppani unter Esinokalk sehr
verschieden begränzte Dinge verstehen, dass Stoppani insbesondere dann
Hauer die falsche Einreihung von Schichten zur Last legte, über die
Hauer überhaupt nicht gehandelt hat.
Wir rinden in den Erläuterungen (p. 470) der Hau er 'sehen Karte
folgende Fossilien als bezeichnend für den Esinokalk angegeben und auf
Grund derselben diesen Kalk mit dem Haiistatter identifizirt :
Ammvnitcs sp. (globosi)
Clumnitzia Eschert Hörn.
Natten Merktni Hörn.
Halobia bomnidi Wissm.
') Wrgl. besonder* die Kritik der Hauer'-ichen Karte im Atti della Societa geol. Bd. I.
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Hierzu kommen noch nach Hörnen:
Chemniteia gradata Hörn.
Natica lemniscata Hörn.
Natica Cometisis Hörn.
Erstere Art soll nach Stoppuni bei Esino fehlen, findet sich aber
bei Lenna, die anderen aber, da sie nicht von Hallstatt selbst, sondern
von Tratzberg und Fladungbau stammen, nicht geeignet für den Ver-
gleich sein, da die Identität der Ablagerungen von Hallstatt mit denen
der eben genannten Orte nicht erwiesen sei. Für uns liegen wohl keine
Gründe vor, an der Aequivalenz der beiderseitigen Ablagerungen zu zwei-
feln, wir können daher alle die Arten, die Hauer und Hörn es als be-
zeichnend angeben , auch, als bezeichnend für das ansehen , was die öster-
reichischen Geologen Esinokalkstein oder Haiistatter Kalk nennen.
Diese Arten stammen in der Lombardei aus den Umgebungen von Esino
und Lenna, Lokalitaten, deren Lagerungsverhältnisse wohl nicht allzu
deutlich entwickelt sind, da bis in die neueste Zeit die ausgezeichnetsten
lombardischen Geologen ihre Ansichten so wiederholt ändern mussten*),
dass auch eine nochmalige Aenderung durchaus nicht zu den Unwahrschein-
lichkeiten gehört. Zumal muss der Umstand Bedenken erregen, dass be-
deutende Dolomitmassen, die nicht zu entfernt von einander liegen, bald
über, bald unter die Schichten mit Gerviüia bipartita versetzt wurden.
Sollten sodann die Fossilien hier überall aus ihrer ursprünglichen Lager-
stätte herausgeschlagen sein? Lässt sich für jedes derselben mit Sicherheit
nachweisen, ob es aus Dolomiten über oder unter den Schichten von
Gorno und Dossena stammt? Wieder macht sich hier der Mangel einer
detaillirten geognostischen Karte der westlichen Lombardei sehr fühlbar.
Eine solche würde zum Mindesten das Verständniss ungemein erleichtern.
Stoppani hingegen führt als bezeichnend für seinen Esinokalk-
stein an:
Evinospongia cerea Stopp.
Gastrochaena obtusa Stopp.
Avicula exilis Stopp.
Die erste dieser Versteinerungen soll Ursache der riesenoolithischen Struk-
tur des Kalkes in Val di Scalve sein und man kann an diesem Orte auf
ganz unzweideutige Weise sehen, dass die Kalke unter den Schichten mit
') Ilörnes, Gastrup, aus der Trias, p. 7.
') Siehe sehr treffende Citate hierüber bei Hauer, Sitzungsber. der Wiener Akademie,
ly. Jan. 18tö. p. 10.
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G. bipartita von Spigolo liegen. Ebonso deutlich kann man aber auch
vielerorts sehen, tlass die sogenannte Gastrochaena obtusa und Avicula exilis
stets über den Schichten mit Gerrittia bipartita sich finden. Da die Iden-
tität jener Riesenoolitho mit der Evinospongia ziemlich unsicher ist,
wollen wir von diesen Dingen einmal absehen und uns an die beiden an-
deren Fossilien halten. Diese lassen sich, wie Stoppani ganz recht so
wiederholt bemerkt, von einem Ende der Lombardei an das andere ver-
folgen, und ich wiederhole, wo ich sie nur sah, lagen sie über den
Raibier Schichten. Auch Hauer ist dieser Ansicht, denn er erwähnt
(Erläuterungen, p. 478) von mehreren Punkten, so besonders zwischen
Vello und Tollinc am Ostufer des Lago d'Iseo, der von mir oben ein-
gehend besprochenen Lokalität, aus dem sehr versteinerungsreichen Dach-
steiukalk einer ausgezeichneten Avicula. Es kann dies wohl nur die exilis
sein. Dachsteinkalk aber liegt bei Hauer bekanntlich über den Rai bl er
Schichten.
In Beziehung auf das Lager der Avicula exilis stimmen also Hauer
und Stoppani überein und dass die sogenannten Gastrochaenen dasselbe
Lager haben, konnte ich wenigstens in der Lombardei und Südtirol oft
sehen.
Stoppani") führt aber noch andere Fossilien aus dem Esinokalk-
stein an, so die Megalodon- Arten und gewisse nicht näher bezeichnete
Gastropoden. Mag nun die Unterscheidung der ersteren sich gestalten, wie
sie will, bis jetzt kennt man aus den Südalpen kein Megalodon unter den
Raibier Schichten, man kann also auch hier einen neuen Anhaltspunkt
dafür finden, dass, wie Stoppani ja auch angiebt, «ein Esinokalk über
den Raibier Schichten liegt. Unsicher bleiben aber die angeführten
Gastropoden. Solche finden sich über und unter den Rai b ler Schiehten.
und so lange nicht sehr scharfe paläontologische Bestimmungen vorhegen
und für jede Art das Lager ganz sicher festgestellt ist, kann man auf sie
wohl kein Gewicht legen, um so weniger, als die bisher namhaft gemach-
ten und beschriebenen alle von den zweifelhaften Lokalitäten Esino und
Lenna stammen. Hauer selbst führt mehrmals an, er habe Chemnitzien.
der eximia gleichend, auch im Dachsteinkalk gefunden, die Art scheine
daher über die Raibier Schichten hinauf zu greifen (Erläuterungen, p. 477).
Vergleichen wir die Angaben beider Forscher und nehmen die oben
mitgetheilten stratigraphischen (3 rundlagen aus dem Val di Sealve zu Hülfe,
so kommen wir zu folgenden Resultaten: Hauer nannte Esinokalkstein
') Stoppani, Petrifikation* d'E*ino. p. I i).
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gewisse Ablagerungen in den Umgebungen von Esino, welche die oben
genannten Gasteropoden und Cephalopoden führen, und stellte dieselben
wegen des gemeinsamen Vorkommens einiger Fossilien und wegen der La-
gerung unter den Kaiblcr Schichten mit den Hallstutter Kalken in
Parallele. Spätere Untersuchungen widersprachen nun aber der Lagerung unter
den Raibier Schichten so entschieden, dass es diesen Augenblick zweifel-
haft erscheint, welche bathrologisehe Stellung man den Gastropoden- und
Cephalopoden-Schichten anweisen soll, wenn auch die daselbst sich findenden
Fossilien die Hauer'sche Annahme sehr wahrscheinlich machen.
Stoppani hingegen wandte den Namen Esinokalke auf gewisse
Kalke und Dolomite an, die Avkula exilis und sogenannte Gastrochaenen
fuhren, Schichten, deren Stellung über den Raibier Schichten von
keiner Seite angefochten wird. Mit diesen Schichten zusammen kom-
men nun bei Esino die ursprünglich Esinokalk genannten Gastropoden-
schichten vor, die nach Stoppani eine etwas tiefere Stellung einnehmen,
als die Schichten der Avicula exilis, aber immer noch über den Raibier
Schichten liegen. Während nun Stoppani (Pal. Lomb. p. 141) deutlich
sagt, Aricula exilis und Gaslrochaenu obti4$a seien die einzig allgemein be-
zeichnenden Fossilien für die Esino-Schichten in der ganzen Lombardei,
unterscheidet er wiederholt an anderen Stellen ein besonderes Lager der
Petrifications d'Esiuo unter den Avicula-Schichten, die er dann als Dolo-
mie moyenne bezeichnet.
Dieser Sprachgebrauch ist denn auch festzuhalten, wenn man aus der
endlosen Verwirrung herauskommen will. Dolomie moyenne mit Amcula
exilis, Gastrochwna obtusa und ich füge noch hinzu Meyalodus triqueter
Wulf. sp. (Mcg. Gümbeli Stopp.1)) ist Hauptdolomit der Nordalpen.
Esinokalk in Hauer s Sinn und speziell Depot der Fossilien von
Esino bei Stoppani sind Komplexe, welche wahrscheinlich dem Hall-
statter Kalk gleichzustellen sind und unter den Rai bler Schichten liegen;
ein bestimmtes Urtheil über dieselben auszusprechen, wird aber erst dann
gestattet sein, wenn das durch paläontologische Nachweise wahrscheinlich
gemachte auch stratigraphisch erwiesen ist.
Stoppani nahm ferner wie Hauer an, die Gastropoden-Schichten von
Esino seien wegen ihrer Fossilien mit dem Haiistatter Kalk äquivalent;
da er aber die Avicula-Schichten (die Dolomie moyenne) mit eben
diesen Gastropoden-Schichtcn zusammenfasste , musste er auch diese als*
gleichaltrig mit dem Hai Istatter Kalk annehmen und hieraus entstanden
\> Stoppani, I'al. Lumb. III. S.'r. p.
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denn die unentwirrbaren Missverstündnissc. Halten wir nun aber die Gastro-
podon- und Avicula- Schichten auseinander, so sind wir vor aller Ver-
wechselung sicher und jeder der beiden Forschor behält in gewissem Sinne
Hecht, indem Stoppani's Dolomie moyenne allerdings über den Kaibier
Schichten liegt, aber kein Aequivalent der Hallstatter Schichten ist, da
die Zusammengehörigkeit mit den Gastropoden-Schiehten von Esino
auf einer nicht sicheren Annahme beruht, Hauer dafür seinerseits berech-
tigt ist, die gleiche Fossilführung der Gastropoden-Schiehten von
Esino mit den Hallstatter Kalken bei Ermangelung sicherer stratigraphi-
scher Nachweise auch jetzt noch als Beweismittel für die Aequivalenz beider
Ablagerungen anzusehen.
So stellten sich mir die Verhältnisse dar, als ich nach Beendigung
meiner Reise im Winter 18l»4 meine Resultate zusammenfaßte. Auf Herrn
Stoppani's gegen mich in Mailand ausgedrückten Wunsch theiltc ich dem-
selben die von mir gewonnenen Anschauungen mit, ohne jedoch Nachricht
zu bekommen, ob dieselben den Ort ihrer Bestimmung erreicht haben.
Dafür erhielt ich die Lieferungen 28 — 33 der Paläontol. Lonib., in denen
ich gänzlich von denen noch im Sommer 1803 von Herrn Stoppani mir
gegenüber mündlich geltend geraachten abweichende Ansichten fand, zum
Theil mit meinen Beobachtungen übereinstimmend.
In einem Abschnitt, betitelt: Le vrai equivalent des cnuches de Hall-
statt1), werden nämlich alle Dolomite und Kalke über den Raibier
Schichten mit dem deutschen Hauptdolomit in Parallele gestellt. Zu-
gleich weist Stoppani gewissen Kalken, welche zwischen Muschelkalk
und Raibier Schichten liegen und die er früher wohl schon erwähnte,
aber nicht als gesondertes Formationsglied anerkannte (Dolomie de S. Di-
fendente), ihre Stellung neben dem Hallstatter Kalk der deutschen Geo-
logen an. Es ist also zu konstatiren, dass seit 1864 auch Stoppani der
Ansicht sämmtlicher übrigen Alpengoologen beipflichtet, indem er aufstellt:
Stoppani Deutsche Geologen
Couches de l'Azzarola Schichten d. Arie, euntorta
Dolomie moyenne Hauptdolomit
Couches de Gorno et Dossena Raibier Schichten
Dolomie de S. Difendente Hallstatter Kalk
Muschelkalk Muschelknlk
Die Ansichten über die Lagerung im Allgemeinen stimmen also jetzt
ganz überein, indem auch Stoppani gezwungen ist, über dem Muschel-
') Pal. Lonib. III. S« r. |>. JJ:>.
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kalk und unter dorn ächten Lias zwei Kalk- und Dolomitmasgen und zwei
weiche merglig - kalklige Einlagerungen anzuerkennen. Leider sollen nur
gerade diese Dolomite von 8. Difendente nach Curioni über den
Raibier Schichten liegen, ein neuer Beweis, wie schwierig die Unter-
suchungen in vielen Theilen der Lombardei sind. Doch ist es vor der Hand
gut, dass Stoppani jetzt die Möglichkeit einer, der Hallstatter Gruppe
auch stratigraphisch vergleichbaren Ablagerung der Lombardei anerkannt
und nicht mehr die Ansicht vertritt, es seien die Raibier Schichten die
Basis der gesammten oberen Trias. Was dann nun eigentlich zur Hall-
statter Gruppe, was zum Hauptdolomit gehöre, werden fortgesetzte
Untersuchungen lehren.
Es wurde oben auseinandergesetzt, dass Stoppani die Gastropo-
den-Schichten von der Lokalität Esino wegen ihrer Fossilien früher
mit dem Haiistatter Kalk für gleichartig ansah und weil er dieselben mit
seinen Schichten der Avictda exilis, als zu einer Ablagerung gehörig, zu-
sammen fasste, er auch diese mit dem Haiistatter Kalk vergleichen musste-
Jetzt nun hält Stoppani seine Avicula Schichten wegen ihrer Lager-
ung für äquivalent mit dem deutschen Hau ptdo lomit und ist nun umge-
kehrt gezwungen, die Gastropodenschichten von Esino ebenfalls dem
Haupt dolomi t gleichzustellen. Nun fragt es sich natürlich, wie es denn
mit jenen Versteinerungen geworden ist, die früher zu einem Vergleich mit
der Fauna von Hallstatt benutzt wurden? Haben sie ihre Bedeutung ver-
loren? Stoppani gibt zur Beantwortung dieser Frage, die er sich selbst
aufzuwerfen genöthigt ist, folgende Beiträge1). Nachdem er es für nöthig
erklärt hat, dass in Folge der klar gewordenen Lagerung die Paläontologie
ihre Beweisgründe fallen lasse55), weist er nach, dass die Cephalopoden theils
eine zu grosse vertikale Verbreitung in der ganzen alpinen oberen Trias
hätten, um zur Feststellung der Horizonte dienen zu können, theils sehr
unsicher bestimmt seien, dass ferner das Lager der nordalpinen Gastropoden
der Haiistatter Gruppe nicht sicher genug festgestellt sei, um eine
Parallele mit Esino zu gestatten. Wenn ein Theil von Stoppani's -
Material in einem solchen Erhaltungszustande ist, dass ea zu Beweisführ-
ungen nicht brauchbar ist, so ist es in der That sehr erfreulich, dasselbe
auch jetzt nicht mehr dazu benützt zu sehen, Erstaunen muss aber immer-
hin die grosse Sicherheit erregen, mit der die früheren Ansichten, die sich
doch zum Theil auf eben dieses Material stützen, verfochten wurden. Was
') Stoppani, PalSont. Lorob. III 8£r. p. 227.
») il faut bien que la palaeontologie abandonne ses rai«ons.
7
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98
den zweiten Punkt betrifft, die angeblich unsichere Lagerung der Hall-
statter Fossilien, so hatte ich schon früher zu bemerken Gelegenheit, dass
wohl noch keine Andeutungen vorliegen, welche das Misstrauen Stoppani's
gegen die deutschen Angaben über diesen Punkt rechtfertigen. Eine so
weite Verbreitung von Cephalopoden in der oberen Trias ist auch eine An-
nahme, man kennt keine oder nur sehr einzelne Vorkommnisse in und über
den Raibier Schichten.')
Sehen wir nun hier auch von den eigentlichen Gastropoden-Schich-
ten von Esino ab und fassen blos die vom Monte Salvatore bis nach
Sella an der tiroler -venetianischen hinüber zu verfolgenden Dolomite mit
Avicula exilis ins Auge, so können wir Stoppani ganz beipflichten, dass
diese Schichten über den Raibier und unter den Contor ta-Schichten
liegen und ein Aequivalent des deutschen Hauptdolomites sind.
Für diese Dolomite empfiehlt sich gleichberechtigt mit Hauptdolomit die
Stop panische Benennung Dolomie moyenno, um einen auch dem ita-
lienischen und französischen Organe geläufigen Namen zu haben. Ueber die
Gasteropoden-Schichten von Esino sollten aber weitere Untersuch-
ungen abgewartet werden, ehe man die Paläontologie zwingt „d'abandonner
ses rai8on8u. Wohl werden immer neue und unerwartete Thatsachen in der
Paläontologie zu Tage gefordert werden, Widersprüche jedoch nie.
Es bleibt noch ein anderer Punkt zu erörtern übrig. Curioni wies
im Kalke von Ardese ein Aequivalent des Hallstattcr Kalkes nach und
dieser Nachweis scheint ja auch den Anstoss zur beginnenden Aufklärung
der Esinofrage gegeben zu haben, da der Kalk von Ardese vor der Hand
noch die einzige Ablagerung ist, über deren Stellung unter den Raibier
Schichten Stoppani und Curioni einstimmig sind. Unter diesem Kalk von
Ardese liegen aber') schwarze dünnplattige Kalke mit Amnwnites Aon,
Ilalobia Lonmelii, kurz jene Schichten, die man in der Lombardei
S. Cassiano (unteres S. Cassian) nannte, die ich oben als Halobien-
Schichten bei Marcheno, in Val di Scalve, bei Pieve u. s. w. nach-
wies und die den Wenger Schiefern im Alter ziemlich gleichstehen dürften.
Da Stoppani die Stellung des Kalkes von Ardese unter den Raibier
Schichten anerkannte, rauss er wohl jetzt auch annehmen, dass derselbe
jenes S. Cassian überlagere, dass also zwei an Versteinerungen reiche
Depots, eines unter, eines über dem Kalk von Ardese liegen. Wie ver-
hält es sich dann jetzt mit seiner einst so heftig gegen Hauer in der
') Hauer. Ein Beitrag, p. «(. Sitzbcr. Wien. Akad. B.l. XXIV.
*) Curioni. Sui giaoimenti etc. di Re«ano p. >.
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99
Rivista1) verflochtenen These: Les deux groupes de St. Cassian et de Raibl,
distingues en Lombardie par le Chevalier de Hauer ne sont paleontologique-
ment, petrographiquement et stratigraphiquement que l'unique groupe de
Gorno et Dossena??
Es ist eine erwiesene Thatsache, dass beide Schichtengruppen in der
Lombardei getrennt sind, wenn auch die untere durch die ganzen Alpen
hindurch nicht jene gleichförmige und selbstständige Erscheinungsweise zeigt,
die zur Aufstellung einer besonderen Abtheilung berechtigt. Es ist sehr zu
wünschen, dass auch Stoppani recht bald sich zu dieser Ansicht bekennt,
damit die letzten dem einheitlichen Fortschritt der Alpengeologie noch hinder-
lichen Widersprüche beseitigt werden.
Verbreitung der oberen Trias in Südtirol.
Es wurde schon erwähnt, dass, da die Rai hier Schichten sich im süd-
lichen Tirol bisher nicht fanden, eine Trennung der Hai Istatter und der
Uauptdolomitgruppe noch nicht durchführbar ist. Ich muss mich daher
hier darauf beschränken, die wenigen Punkte anzugeben, an denen das Auf-
finden von Fossilien mich in den Stand setzte, zum Mindesten den Haupt-
dolomit zu erkennen.
Dem Hauptdolorait gehört, wie schon mehrfach erwähnt, die ganze
Dolomitparthie an, von Val Bona bei Storo beginnend, östlich hinüber
bis nach S. Michele. Sie bildet hier die Unterlage von theils kalkigen,
theils dolomitischen Gesteinen, welche sich ihr nördlich und östlich auflagern.
Diese oberen Kalke, deren Stellung wegen des Mangels an Fossilien sich
noch nicht erweisen lässt, bilden z.B. Theile des Monte S. Martino süd-
westlich vom Lago di Ledro und der gegen Riva zu gelegenen Berg-
kolosse, in denen die Strasse von Riva bis Pönale eingesprengt ist. Man
bemerkt in den höher gelegenen Theilen derselben, so gegenüber Biasezza
und Bre, deutliche Schichtung. Es mögen also da wohl Schichten vorliegen,
die den rhätischen und basischen von S. Michele und den Val dei
Conzei gleichzustellen sind. In dieser Gegend finden sich denn auch die
letzten Spuren der rhätischen Formation der Lombardei. Gegen Osten
treten Contorta-Schichten zunächst erst bei L i e n z wieder auf, da die zwischen-
liegenden Punkte bei Trient*) sich als dem Unteroolith, nicht der Trias
angehörend, herausgestellt haben. (S. unter Dogger.)
') Stoppani. Atti della «ooietÄ geologica. Vol. I. p. 190-
') Emmrich. Jahrb. geol. Reirtuanst. 1S;.7. p. 2!)"».
Dittmar. Contorta-Zone. p. 49. '»2.
7*
100
Die Dolomite von Val Ampola setzen sich gegen Norden fort. Ich
überstieg die aus denselben gebildete Kette zwischen Colognola undTierno
di sotto, ohne bezeichnende Fossilion zu finden. Sehr eigentümlich sind
die versteinerungsreichen Kalke dicht über Cologna, deren in Profil VII.
Erwähnung gethau wurde. Ob sie in natürlicher Lagerung sich befinden
oder von höher herabgerutscht sind, kann ich nicht bestimmen.
Noch weiter nördlich im Querbruch der Sarca etwas vor Stenico,
liegt die obere Grenze des Hauptdolomites ungefähr da, wo die Monta-
nistische Karte die Grenze von unterem Alpenkalk ua und oberen oa legt.
Die Strasse von Tione her, durchschneidet dieselbe kurz nachdem man
die Gallerien verlassen hat. Hier bilden die wohlgeschichteten Kalke
(Dogger) die Unterlage der mit jüngeren Gesteinen erfüllten Mulde (Mulde
von Stenico), um bei alle Sarche den steilen Abfall gegen das nun
nordsüdlich steichende Sarcathal zu bilden. Ob hier im Thaltiefsten noch
triadische Gesteine anstehen, habe ich nicht sehen können.
Der mittlere Hauptgebirgszug Südtirols besteht auf seiner Ostseite an
den tiefsten Punkten meist aus Hauptdolomit , so das Monte Baldo-
gebirge bei Avio, der Zug des Orto d'Abram in den Umgebungen
von Romagnano. Jüngere Schichten liegen auf und fallen alle gegen
Westen ein, wo sie bis zum Sarcathal hinab die Oberfläche bilden. Die
Umgebungen des Val di Non habe ich nicht besucht, da aber hier die
Dachsteinbivalve häufig sein soll, vermuthe ich, dass die als Dolomit be-
zeichneten Parthien der Montanistischen Karte, besonders die Berge im
Norden der Vedrctta di Nodis und der Ostabhang des Val di Sol noch
aus Hauptdolomit bestehen. Was Emmerich von der Mündung der Nocc
als Dachsteiubivalven anführt, sind jüngere Vorkommnisse.
In dem östlichen Thcil endlich, der die südliche Umwallung des Por-
phyrplateau's und der Oima d'Asta bildet, treten die Dolomite bei Alä
im Etschthal zu Tage1), bilden die Umgebungen von Val Ronchi und
Val Arsa und die rings um diese Thäler gegen die Venetianische Grenze
gelegenen höchsten Gipfel: Ciina di Gaevana, Cima tre Croci, Monte
Venante, Cengio alto und Monte Pasubio. In Val di Palu unter
Cengio alto sammelte ich Natica iticerta und die Gastrochacnen. Bis
eine Stunde vor Roveredo kann man gegen Norden die Dolomite ver-
folgen, die überall von den grauen, wohlgeschichteten Kalken, so sehr schön
bei Alba rede, (s. Profil III) überlagert werden. Andrerseits gegen das
Vizent inische fallen die Dolomite steil ab und liegen auf den Gesteinen
') Wolf, Sitzungsberichte d. geol. Reichsanst. 1865. p. 47.
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101
der unteren Trias auf, die um Recoaro zu Tage treten. Am Pas« über
Val Rotolon kann man diese Verhältnisse nach beiden Seiten hin sehr
wohl übersehen.
Auf der rechten Seite von Val Arsa beginnend, ziehen die Dolomite
unter Monte Cotsanto weg und treten in Val Terragnolo zu beiden
Seiten des Thaies zu Tage, um mehr östlich wiedor hoch bis gegen die
Gipfel der Gebirge hinaufzusteigen. Die jüngeren Gesteine zwischen
Piazza di Terragnolo und Folgaria entziehen die Dolomite für
längere Strecken dem Auge, sowie man aber aus den oberen Alpen in die
tief eingerissenen Thäler hinabsteigt, trifft man dieselben überall wieder, so
in Val di Sol, im Etschthal bei Castcl Pietro, in Val Astica und
Val Centa. Letzterer Punkt besonders zeigt, wenn man von Caldonazzo
herkommend, den Fussweg nach S. Sebastian o hinaufsteigt, die Auflage-
rung der grauen geschichteten Kalke auf den Dolomiten sehr schön. Ebenso
sieht man diese Auflagerung über Pedemonte in Val Astica gegen
Luserna, wo man auf grauen Kalken und Diphyakalken mehrere Stunden
bis nach Cima Vezzena wandert, um dann unten in der Gegend von
Sella die Dolomite von Profil VI wiederzutreffen. Von hier gegen Osten
treten die Dolomite über Cima Dodici, Cima Undici und Cima Gio-
gomale an die Brcnta und bilden dann beide Ufer derselben gegen
Grigno.
An alle den genannten Punkten finden sich die wenigen Versteine-
rungen, welche für Hauptdolomit sprechen und es ist kein Anhaltspunkt
irgend einer Art gegeben, auch Haiistatter Kalk auszusondern, selbst
nicht an solchen Lokalitäten, wo man den Dolomit bis auf die untere Trias
hinab verfolgen kann, wie an der Mündung von Val Centa gegen den
Lago di Caldonazzo und im Thale des Moggio.
III. Lias.
Ablagerungen, welche sich mit Sicherheit dem Lias zuzählen Hessen,
scheinen im südlichen Tirol nur eine sehr geringe Verbreitung zu haben,
ein Umstand, der für die einstige Vertheilung von Land und Wasser im
Bezirke des alpinen Archipels von grosser Bedeutung ist.
Im Anfang zu Profil VIII. (p. 36) erwähnte ich aus den Umgebungen von
Bezecca und aus dem Val dei Conzei graue wohlgeschichtete Kalke, in
fussdicken Bänken, in denen sich ein kleiner leider unbestimmbarer Ammonit
und Höhlungen fanden, die von herausgefallenen Belemniten herzurühren
scheinen. Der Ammonit ist in Brauneisenstein umgewandelt, wie auch die
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genannten hohlen Käuine einst mit Brauneison ausgefüllt waren. Das Aus-
sehen dieser Kalke, sowie die Art und Weise der Erhaltung des Ammoniten
erinnerten mich so lebhaft an den lombardischen Lias, wie er mannigfach
gefaltet und aufgestaucht in einer Breite von mehreren Stunden zwischen
Brescia und Gardone in Val Trompia ansteht, dass ich nicht Anstand
nehme, auch diese Schichten dem Lias beizuzahlen, um so weniger als die
bathrologische Stellung einer solchen Annahme nicht widerspricht.
Weitere Untersuchungen würden gewiss zur Entdeckung reicherer Fund-
stätten liasischer Fossilien führen und die Entscheidung der Frage gestatten, *
ob man es hier, ebenso wie am Berge Domaro bei Gardone mit vor-
waltend mittlerem Lias zu thun habe.')
Es wurde ferner auch des Vorkommens einer grossen Auster (p. 30)
Erwähnung gethan, aus ähnlichen grauen Kalken, dicht bei Picvc di Ledro.
Ob diese hängenderen oder liegenderen Schichten angehört, als die Animo«
nitenschichten, vermag ich nicht zu entscheiden.
Am interessantesten würde zunächst eine genaue Untersuchung der
höheren Parthieen des Gebirges zwischen dem Lago di Ledro und dem Lago
di Garda sein; hier müsste sich am Ende jener Thäler, die sich bei S. Mi-
chelo trennen, und am Monte Camerone und Cinia Tavalö ihren
Anfang nehmen, oberste Trias- und Liasschichten in schöner Aufeinanderfolge
beobachten lassen, wie das schon oben bei Gelegenheit der Besprechung der
Rhätischen Gruppe erwähnt wurde. Freilich ist die Untersuchung in diesen
einsamen, beinahe nur von Schmugglern betretenen Gebirgen, keine leichte.
Nirgends ausser dem gonannten Punkte habe ich im ganzen südlichen
Tirol auch nur Andeutungen von achtem Lias getroffen, wie denn über-
haupt nicht wahrscheinlich ist, dass man bis hinüber nach dem Sette Com-
muni solchen auffinden wird, da in diesen Gebieten überall auf obertria-
dische unmittelbar unteroolirhische Schichten zu folgen scheinen. Wollte
man in jenen Gegendon gewisse dolomitische und kalkige Schichten, wie sie
entweder versteinerungsleer, oder mit undeutlichen Versteinerungen sich
zwischen Trias und Unteroolith finden, blos desshalb zum Lias stellen, weil
sie sich da finden, wo Lias liegen müsste, wenn die Formationsreiho voll-
ständig entwickelt wäre, so schiene mir das ein nicht gerechtfertigtes Ueber-
tragen unseres künstlichen Systemes auf die Natur. Solche zweifelhafte
Schichten finden sich am Crucifix bei Nomi (p. 25), bei Castell Pietro
') Vergl. Hauer. Die Aramoniten am dem Mcdolo. Sitzungsberichte "Wiener Akademie
1861. p. 403.
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103
und öfter, solcher Art mögen auch wohl die Schichten sein, die Zigno im
Venetianischen zum Lias stellte1).
Von jenen mächtigen und veratcinerungsreichen Liusablagerungen der
Lombardei scheint also nraLago diLedro die östlichste Grenze zu
liegen. Sollten die hier auftretenden Schichten, wie es von jenen wahr-
scheinlich gemacht ist, nur mittleren Lias repräsentiren , so würde dieser
Umstand eine sehr wechselnde Ausdehnung des Meeres zur Zeit der Abla-
gerung der verschiedenen Abtheilungen des Lias anzeigen. In dor Lom-
bardei nämlich kennt man mit Sicherheit unteren Lias (Kalke mit Gry-
phaea arcnata und vielen Ammonitcn von Saltrio), mittleren Lias (graue
Kalke mit Ammonites maryaritatus Mntf. A. Taylori Sow. und den radians-
ähnlichen Formen des mittleren Lias bei Gardone, sog. Medolo), endlich
oberen Lias (rothe Kalke mit A. bifrons Brug., A. mtbcariuatus J. u. B. von
Entratico bei Bergamo). Wenn nun im südlichen Tirol blos mittlerer
Lias aufträte, so müsstc das Meer aus seinen Grenzen im unteren Lias
heraustretend das Land zur Zeit der Ablagerung des mittleren Lias weit
nach Osten überfluthet haben, um dann, wenigstens ungefähr, in seine an-
fänglichen Grenzen zurückzukehren.
Ziemlich weit gegen Nordosten8) von unserem Untersuchungsgebiet,
treffen w ir bei Lienz erst wieder eine vercinzelnte Scholle Lias1). Unter an-
deren sammelte ich am Ausgang des Gallitzenbachcs einige Arieten in
grauem, festem, splittrigem Kalke, an der Klause in höher liegenden,
rothen, mehr mergligen Kalken A. maryaritalm Mntf., A. Davoti Sow, A.
Ahjovianus Opp. und Falciferen, so dass man, wie es scheint, es hier mit
allen drei Abtheilungen des Lias zu thun hat. Weiterhin treten liasische
Ablagerungen erst in Ungarn auf.
IV- üogger-
Historischc Bemerkungen.
Der südalpine Jura (mit Ausschluss des Lias) hat bisher in der Litto-
ratur nur eine verhältnissmiissig geringe Berücksichtigung gefunden. In den
') Zigno. Jahrb. Rcichsanst. 18.V). I. p. 180.
f) Was unter Fleckenrocrgeln des oberen Lia.« beiCimolais (Foetterle Jahrb. Reich«-
an$t. VII. p. :\b\) iu verstehen sei, ist nicht nfther angegeben.
J) Emmerich. Jahrb. geol. Reichsanst. VI. p. I i 4.
8tur. Jahrb. geol. Reichsangt. VII. p. 40."».
Hauer, über die Cephalopoden des Lias der nordöstlichen Alpen. Denkschr. Wien.
Akad. d. Wissen^ch. Bd. XJ.
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104
unteren Schichten, den grauen Kalken, ist es erst in der neuesten Zeit ge-
lungen, Versteinerungen aufzufinden, und so stellte man dieselben früher
nur ihrer oolithischen Struktur wegen, die an jurassische Vorkommnisse
ausserhalb der Alpen erinnerte, in den Jura. Ein solches, an und für sich
schon wenig gewichtiges petrographisches Moment, musste aber vollends
seine Bedeutung verlieren, als man in den Alpen auch oolithische Schichten-
reihen in anderen, nicht jurassischen Formationen auffand.
L. v. Buch that der „Roggensteine und anderer bezeichnender Glie-
der der Juraformation, einer Formation, woraus der Monte Baldo und die
Berge der SetteCommuni bestehen", in einem Briefe ') Erwähnung. Diese
Roggensteine scheinen für ihn, ebenso wie die Dolomite, durch den Einfluss
eruptiver Gesteine umgew andelte rothe Kalke gewesen zu sein, da er letztere
als oberste, nicht metamorphosirte Decke erwähnt, diese aber an den von
Buch genannten Punkten überall unsern grauen Kalken und Oolithen, nicht
aber Dolomiten aufliegen.
Etwas später als man sich in Italien gewöhnt hatte, ausseralpine For-
mationsbenennungen auf alpine Gebilde zu übertragen, verband Catullo die
Dolomite mit Cardium triqmter Wulf, mit den darüber liegenden grauen
Kalken und stellte beide in den Jura. Später scheint ihm auch das Po-
sidonomyengestein bekannt geworden zu sein, da seine Posidonomya minuta *)
aus krystallinischcm Kalk von Andrich mit der Posidonomya alpina Gras
identisch sein dürfte. "Wenigstens sah ich in Padua Handstücke mit dieser
Muschel, die sich von Tirolern nicht unterscheiden lassen und aus Catul-
Io's Abbildung ergiebt sich, dass die Posidonomyen das ganze Gestein er-
füllen, wie das Pos. alpina stets thut, nicht blos die Schichtungsflächen be-
decken. Mancherlei Andeutungen, welche zur Zeit ihrer Veröffentlichung
kaum beachtet wurden, gewinnen jetzt, wo es sich darum handelt, immer
jieue Profile und neue Fundorte aufzusuchen, erst ihre volle Bedeutung so
auch die Mittheilungen in den Jahresberichten des montanistischen Vereins3).
Zigno gebührt das Verdienst, die Masse der grauen Kalke zuerst in
Etagen gesondert und die genauere Fixirung des Lagers der Phytoliten von
Rotzo versucht zu haben, welche er zum Gegenstand seiner besonderen
Untersuchungen machte. Das richtige und naturgemässe seiner Anordnung
fällt Jedem auf, der die Gebirge nördlich von Vicenza besucht. Ausserhalb
der Alpen fanden aber seine Eintheilungen um desswillen nicht die ihnen
') L. t. Buch an A. v. Humboldt. Leonh. Taschenb. für Mineral. 1824, p. 323.
*) Catullo, Memor. geogn. palaeoz. pag. %, Jfrt, tab. I. f. 5.
s) Vergl. Emmerich in Schaubach. Deutsohe Alpen. IV., p. 304.
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105
gebührende Anerkennung, weil die paläontologischen Nachweise noch zu
mangelhaft waren und demzufolge die Uebertragung französischer Etagen-
benennungen nur annähernd richtig ausfiel. Was Murchison1) mittheilte,
bezieht sich auf Zigno's Untersuchungsgebiet und stimmt im Wesentlichen
mit dem unten Mitgetheilten überein. Die Gryphaea oder Diceras ist, wie
ich mich in Padua überzeugen konnte, eine sehr schöne Gervillia-Art , die
im Unteroolith liegt, man hat hier nicht etwa an liassische Vorkommnisse
zu denken.
In Zigno's Uebersicht der geschichteten Gebirge der Yenetianischen
Alpen *) finden wir, durch ein schönes Profil von den Bergen südlich von
Val Sugana bis hinab nach der Ebene erläutert, folgende Schichten ver-
zeichnet :
Trias. Dolomit.
Lins. 1. Thonige, schiefrige, dunkle Schichten, ohne Petrefakten, nicht
überall. Nur auf Grund der Lagerungsverhältnisse in den Lias gestellt.
Jura. 2. Bänke dichten, kristallinischen Kalkes.
3. Graue Kalke, Kalkbreccien im Wechsel und Oolith. Versteiner-
ungen nicht selten, doch schwer aus dem Gestein zu lösen:
Pholadomya, Gervillia, Isocardia, Nucula.
4. Graue, muschelführende Schichten mit dem Pflanzenlager von
Rotzo in den Sctte Communi: Terebratula btdlata und omitho-
ccphala werden aus Mergeln, die den Anfang des mittleren
Oolith8 über den Pflanzen bezeichnen sollen, angegeben.
5. Bunter Muschelmarmor mit einer Astarte3).
G. Rother Ammonitenkalk.
Ich breche hier das Profil ab, da die Ammonitenkalke bereits einer
höheren Abtheilung angehören, welche im nächsten Abschnitte genauer zu
besprechen ist.
Während in der eben mitgetheilten Uebersicht die Pflanzen in den
Unteroolith gestellt werden, sehen wir sie etwas später4) in das Bathonien
versetzt, besonders wegen des Umstandes, dass in den unterliegenden grauen
Kalken sich Terebratula sphaeroidahs fand, eine Species des oberen Unter-
ooliths, dass in dem nächst höheren Muschelmarmor aber Terebratula insig-
') üeber den Gebirgsbau in den Alpen etc., bearb. v. G. Leonhard. 1850, p. 27, 28.
*) Zigno, Jahrb. Reichsanstalt. I. p. 181.
*) Jedenfalls Posidonomya alpina Gras.
*) Bronn, Leonh. Jahrb. 1854, p. 35.
Bull. Soc. geol. II. 8er. 11, p. 289. 1854.
lOfi
nis auftritt, welche auf Callovien und Oxfordien hinweisen sollte. Eintei-
lungen, die jedoch nicht auf sicherer Basis beruhen, als dem Auffinden bi-
plicater Terobrateln und der sphaeroidalisartigen Formen sind stets mit
Vorsicht aufzunehmen und wir werden in der That sehen, das« solche Bra-
chiopoden in Südtirol in verschiedenen Niveau's auftreten. ') Mit diesen An-
schauungen Zigno's erklärte sich auch Hauer2) auf Grund seiner Unter-
suchungen in den Nordalpen im Allgemeinen einverstanden.
In einer anziehenden Schilderung zweier Profile aus den Umgebungen
von Trient that auch Emmerich unserer grauen Kalke Erwähnung, stellte
sie aber wegen des Vorkommens einer der echten Dachsteinbivalve sehr
ähnlichen Muschel (Meyalodua pwnilus n. sp.)3) als Gervillienschichtcn in
die Trias.
Die österreichischen Geologen, welche Südtirol und Venetien behufs der
kartographischen Uebersichtsaufnahme begingen, schlössen sich der bereits
herrschend gewordenen Ansicht, es seien die Pfianzenschichten dem Unter-
oolith zuzutheilen, an4).
Ganz in der neuesten Zeit endlich gelang es Oppcls) bei Brento-
nico an der oberen Grenze der grauen Kalke und unter dem rothen Am-
monitenkalk eine Reihe von Versteinerungen aufzufinden, welche den Be-
weis lieferten, dass die auf der Nordseite der Alpen seit lange unter den
Namen Klausschichten bekannten Gesteine, deren Zugehörigkeit zur oberen
Abtheilung des Unterooliths allgemein anerkannt ist, auch in Südtirol ver-
treten seien. Ich habe des Aufsatzes weiterhin noch eingehender zu gedenken.
Es waren also bis zum Jahre 18G3 im Wesentlichen zwei Abtheilungen
des Jura in den Südalpen unterschieden ; die Oolithe und Kalke mit den
Phytoliten von Rotzo, welche man schlechthin dem Dogger zuzählte, ohne
über ihre genauere Stellung innerhalb desselben entscheiden zu können, so-
dann das Posidonomyenge8tein , welches als eine gleichzeitige Ablagerung
mit den nordalpinen Klausschichten das obere Bajocien und Bathonien in
den Alpen repräsentirend erkannt wurde. Ich gehe dazu über im Folgen-
den nachzuweisen, wie meine Untersuchungen das Vorhandensein dieser Ab-
theilungen bestätigen und eine etwas schärfere Fixirung einzelner Horizonte
derselben gestatten.
') 8. palaont. Theil.
*) Hauer, Jahrb. geol. lleieluanst. I. Verh. p. 367.
5) S. palaont. Theil.
«) Foetterle, Jahrb. geol. Reichsanstalt. VII. Verh. p. 851. VIII. Verh. p. 788.
*) Oppel, Zeitaehr., deutsche geol. Oeaellsch. 1863.
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Als zum südalpincn Dogger gehörig, sollen im Folgenden diejenigen
drei Schiehtengruppen nachgewiesen werden, welche bei Beschreibung der
Profile, als:
1. Graue Kalke, Schichten der Terebratula ßmbria, Oolithe von 8.
Vigilio.
2. Unterer Encrinitenhorizont, Schichten der Bhynchondla bilobata und
3. Oberer Encrinitenhorizont, Schichten der Terebratula curvicon-
cha, Posidonomyen-Gestcin
bezeichnet wurden. Es sind dies im Profil I. die Schichten Nr, 1, 2, 3;
im Proiii IL Nr, I, 2; im Profil III. Nr. 1, 3; endlich im Profil IV. Nr.
1, 2, 3.
Da die Beschaffenheit der Schichten oben bereits angegeben wurde,
wird es sich jetzt besonders darum handeln, das Verhältnis zu den benach-
barten und zu anderen alpinen und ausseralpinen Schichtengruppen in's Auge
zu fassen.
Unterer Dogger.
Schichten der Terebratula fimbria und des Amtnonites
Murchisonac.
Zwei petrographisch und paläontologisch sehr verschiedenartig ausgebil-
dete Schichtengruppen, die aber doch beide ihre Stellung im Unteroolith
erhalten müssen, treten uns gleich in dem ersten der Profile und die eine
derselben dann noch häufig entgegen. Es sind dies die grauen Kalke mit
Terebratula ßmbria vom Nord- und die Oolithe mit Amtnonites Murchisonae
vom Södabhang des Monte Baldo-Oebirges. Beide bilden die untersten,
über dem Spiegel der E t s c h und des Gardasees zu Tage tretenden Schich-
ten, ihr Liegendes kann also hier nicht beobachtet werden. Dafür kann man
»ich an vielen anderen Punkten, wenigstens für die Schichten mit Terebra-
tula ßmbria, überzeugen, dass sie von obertriadischen Dolomiten unter-
lagert werden.
Das Hangende bilden für die Kalke mit Terebratula ßmbria überall die
Marmore mit Rhynchcnella bilobata, die ich zwar unmittelbar über denOoli-
then von S. Vigilio nicht anstehen sah, indem ich hier gleich auf Posido-
nomyengestein stiess, an deren Vorhandensein aber kaum zu zweifeln ist.
Jedenfalls steht strati graphisch der Annahme einer nahezu gleichzeitigen
Bildung der Oolithe und der grauen Kalke, die sich paläontologisch erweisen
laust, nichts im Wege.
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Schichten der Terebratula fimbria. Folgende Liste enthält die
mir aus den grauen Kalken des südlichen Tirols bekannt gewordenem Fos-
silien (ohne die Pflanzen zu berücksichtigen):
Pholidophorus Beggiatinus Zigno.
Pycnodontenzätme
Cypris Rotzoana Schaur.
Chemnitzia terebra n. sp.
Chemnitzia sp.
Natica Tridentina n. sp.
Trochus sinister n. ep.
Phasianella sp.
Nerinea sp.
Thracia tirolensis n. sp.
Ceromya papyracea n. sp.
Gresslya elongata n. sp.
Plettromya elegans n. sp.
Cypricardxa incurvata n. sp.
Astarte sp.
Megalodus pumüus n. sp.
Trigonia sp.
Schizodus sp.
Mytilus sp.
Pinna sp.
Gervülia 2 sp.
Lima sp.
Pecten 2 sp.
>lnomta sp.
Ostrea sp.
Terebratula fimbria Sow.
Terebratula firnbriaefornm Schaur.
Terebratula Rotzoana Schaur.
Terebratida cf. perovalis
Terebratula hexagonalis n. sp.
Hypodiadema sp.
Pentacrinus sp.
Serpula sp.
Mit Ausnahme des Pholidophorus, welcher sich im Museum zu Vice ms
befindet, und der Cypm Rotzoana, welche ich Schauroth's Verzeichnis«
entnehme, sammelte ich diese Versteinerungen alle selbst. Trotz der grossen
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109
Anzahl und zum Theil recht vollständigen Erhaltung derselben, ist es nur
eine einzige Art, die Terebratida ßmbria Sow., welche sich mit Vorkomm-
nissen ausserhalb der Alpen identifiziren lässt. Auf sie ist daher beim
Versuch, den grauen Kalken eine Stelle im System anzuweisen, das meiste
Gewicht zu legen.
Wright') gibt das Lager derselben von Leckhamptonhill in einem
Profil folgender Maassen an:
Flag freestone (Zone des Ammonites Humphresianus)
Fimbriabed mit T. ßmbria und einer Menge anderer Versteiner-
ungen in oolithischem Kalke
Peagrit und Ferrugineous Oolit (Zone des Ammonites Murchi-
sonae).
Es nimmt also T. ßmbria in England, wo man sie zuerst kennen
lernte und wo sie lokal massenhaft auftritt, einen Horizont zwischen dem
des A. Murchisonae und dem des A. Humphresianus ein. Diese Stellung
würden wir zunächst jenen Schichten in Südtirol anzuweisen haben, die
T. ßmbria beherbergen. Dabei ist aber wohl zu berücksichtigen, daaa
T. ßmbria sich nur in einer einzelnen Schicht findet und zwar, wie es
scheint, mehr gegen die obere Grenze jener ganzen, mächtigen Reihe von
Kalkbänken, die ich schlechthin als graue Kalke bezeichnete. Wenn ich
also für diesen Abschnitt die Ueberschrift „Schichten der Terebratula ßm-
bria* wählte, so will ich damit nur sagen, dass Schichten mit T. ßmbria
im Vergleich zu ausseralpinen die einzigen scharf definirbaren sind, nicht
aber etwa, dass das ganze, manchmal über 2000' mächtige System der
grauen Kalke der einer englischen Schiebt des Fimbria marl entspreche.
Wenn sich auch unter den übrigen Arten keine mit ausseralpinen
identische finden , so deutet doch eine Reihe derselben durch ihren Habitus
darauf hin, dass man es mit jurassischen, nicht etwa liasischen oder gar
triadischen Vorkommnissen zu thun habe , so die Ceromya papyracea n. sp.,
Qresslya elongata n. sp., Pleuromya elegans n. sp. Während auch einige
Brachiopoden , wie Terebraitda Rotzoana Schaur., sehr an bekannte Arten
aus dem Dogger erinnern, zeigen andere, wie T. hexagonalis, ein ganz ab-
sonderliches Ansehen, so dass auch unseren Vorkommnissen ein gewisser
Stempel des Eigentümlichen und Fremden aufgeprägt wird, wie er den
meisten alpinen Ablagerungen eigen ist.
Einige der von mir bei Volano aufgefundenen Pflanzenreste zeigte
ich Baron v. Zigno zu Padua, der nicht daran zweifelte, dass selbige
') Quart. Joura. Oeol. 8oc. 1859. Apr.
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identisch mit Arten aus dem Venetiauisehen sein würden. Wenn die Bear-
beitung jener Vorkommnisse, die Baron v. Zigno unternommen hat, wei-
ter gediehen ist und in Tirol erst reichere Aufsammlungen veranstaltet sein
werden, wird eine genaue Vergleichung von Werth und Interesse sein.
Ich bemerke nur hier, dass die Pflanzen im Venetianischen mehreren Ho-
rizonten angehören, dass ich bei Rovere di Velo, einem der bekanntesten
Fundorte, in einer Schicht grauen, von Kalkspathadern durchschwärmten
Kalkes, unmittelbar unter der Pflanzenschicht Terebrattda ßmbriaeformis
Schaur. und Rotzoana Schaur., ebenso bei Volano, unmittelbar unter den
Pflanzen Terebrattdu hexagonalis n. sp. fand, welche letztere übrigens im
Venetianischen auch nicht fehlt.
Als bezeichnendste und vor allem ihres eigentümlichen Aussehens
wegen in die Augen springende Schicht dieser Abtheilung des südalpinen
Dogger muss jene Pflanzenschicht angesehen werden, welche oben (p. 26)
genauer beschrieben wurde. Ebenso findet sich die Bank mit Meyalodus
pumilus n. sp., bisher als Megalodus triqueter angeführt, ganz allgemein
verbreitet. Sie scheint in den höchsten Horizonten der grauen Kalke zu
liegen, so sehr deutlich bei Noriglio am Abhang gegen Itoveredo hin,
wo sie unmittelbar von den Bilobata-Schichten bedeckt ist. Häufig und
überall finden sich noch Ceromya papyracea, Thracia iiroJensis, Terebratula
Rotzoana, ßmbriaeformis und Iwxagonalis , welche zusammen als besonders
charakteristisch für die grauen Kalke anzusehen sind.
Ein negatives Kennzeichen hingegen ist das gänzliche Fehlen aller Ce-
phalopodenceste. Es gelang trotz alles Suchen« nicht, auch nur eine Spur
eines Belemniten oder Ammoniten aufzufinden.
In dem oben mitgetheilten Profil von Zigno (p. 105) entsprechen diese
Kalke den Abtheilungen 3. und 4., sowie auch Emme rieh's Gervillien-
Schichten von Trient und der Noce-Mündung, 4. auf p. 302 und a — e
p. 30G '), hierher gehören.
Schichten des Ammonites Murchisonac. Der auffallende Gegen-
satz, der, wie es scheint, dasselbe Niveau einnehmenden Schichten von Cap
S. Vigilio zu den eben besprochenen, liegt theils in der petrographischen
Beschaffenheit, theils in den Versteinerungen. An Stelle des reichen Wechsels
der wenig mächtigen grauen Kalkbänke tritt der einförmige, dickbankig
gelagerte, helle, stellenweise bunte Oolith. Statt einer reichen Brachiopoden-
und Pelecypoden-Fauna , sehen wir vorwaltend Cephalopoden auftreten und
diese in solcher Menge, dass sie stellenweise da» Gestein ganz erfüllen.
') Jahrb. Reiclmmt. VIII. 1M>7. p. M >'2 u. WO.
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Folgende Arten fanden sich alle in einem einzigen Steinbruche:
Bruchstücke der Scheere eines Krebses.
Belemnites sp.
Ainmonitcs scissus n. sp.
Ammonites Murchisonae Sow.
Ammonites fallax n. sp.
Ammonites gonionotus n. sp.
Ammonites ophioneus n. sp.
Lineati sp.
Ueterophylli sp.
Perarmat sp.
Turbo sp.
Nticula cf. Aalensis Opp.
Jnoceramus sp.
Hinnites sp.
Terebratida sp.
Mynchonella sp.
Auch hier ist es trotz den Reichthums an Versteinerungen nur eiu
einziger Ammonit,
4. Murchisonae Sow.
der uns über das Alter dieser Oolithe Aufschluss gibt. Alle die anderen
Ammoniten sind neu und haben ihre nächst Verwandten theils in denselben,
theils tiefer oder höher liegenden ausseralpinen Horizonten.
Wenn der ganze Komplex der Oolithe als Schichten des Ammonites
Murchisonae bezeichnet wird, so gilt dasselbe wie bei den Schichten der
T. ftmbria, indem auch hier vermuthlich noch andere, besonders höhere
Horizonte verborgen liegen, diu fortgesetzte Untersuchungen erst an's Licht
bringen werden. Scharf genommen hat ja Ammonites Murchisonae ein
etwas tieferes Lager als Terebratula ßmbria und ein Nebeneinanderstellen
der betreffenden Schichten in eine Tabelle wäre nicht gestattet. Allein im
vorliegenden Falle kann man noch nicht weiter sondern und muss sich mit
der Zusammenfassung beider Horizonte in eine Abtheilung des unteren
Dogger begnügen, die vom Lias bis zur Humphresianus-Zone reicht.
Die so verschiedene Erscheinungsweise der Oolithe und Kalke, die
wenigstens theilweise gewiss gleichzeitige Bildungen sind, hat ihren Grund
wohl lediglich in lokalen Ursachen bei der Ablagerung gehabt. Die grauen
Kalke werden sich nahe am Ufer eines Kontinentes gebildet haben, der
jene üppige Flora trug, deren Ueberb leibsei sich in einzelnen Schichten
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finden. Entweder führte ein einmündender Strom !) die Pflanzen dem Meere
zu, oder, was wegen der nicht unbeträchtlichen horizontalen Ausdehnung
jener Pflanzenschichten und der Vertheilung in mehrere Horizonte wahr-
scheinlicher scheint, es fanden öfter Submcrsionen des Landes statt, die
auch am leichtesten den so auffallend häufigen Wechsel der Beschaffenheit
der Schichten erklären würden.
Weiter draussen, zwar nicht zu entfernt vom Ufer, aber doch in un-
mittelbarer Verbindung mit dem offenen Meere, entstanden die Oolithe und
hüllten die Ammoniten ein, die vielleicht unter dem Einfluss einer Strömung
gerade beim jetzigen Cap. S. Vigilio strandeten, während sie in die
seichten Theilo, in denen der graue Kalk sich bildete, nicht eindrangen.
Die Beschaffenheit der grauen Kalke, das Vorkommen der schlamm-
bewohnenden Myarier und besonders das Vorhandensein einer so reichen
Flora, wie sie aus dem Venetianischen bekannt ist, macht es unzweifelhaft,
dass im Nordosten einer Linie, welche von Tricnt nach den VII Com-
muni läuft, zur Zeit der Ablagerung des alpinen unteren Dogger Festland,
oder zum Mindesten eine Insel von betrachtlicher Ausdehnung vorlag, da
eine kleine Insel kaum eine so reiche Flora hervorgebracht haben würde , eine
Annahme, für die das gänzliche Fehlen des unteren Dogger in den östlichen
und nördlichen Alpen zu sprechen scheint. Auch gegen Westen ist aus
der Lombardei bis jetzt noch keine Ablagerung zwischen dem Medolo
(Lias) und dem rothen Ammonitenkalke bekannt geworden, die unteroolithi-
sche Fossilien enthielt, dafür giebt Hof fmann*) Ammonites Murchisonae von
Taormina auf Sicilien und Ezquerra del Bavo') denselben Ammoniten
von Ablanque in der Provinz Ouodalajara in Spanien an, so dass
weiter nach Süden das Meer zu der Zeit der Bildung der grauen Kalke
eine grössere Ausdehnung gehabt haben wird. Nicht unwahrscheinlich ist
es auch, dass ein Theil der von Meneghini aus La Marmora's4) Auf-
sammlungen aus Sardinien beschriebenen Dinge hierher gehören. In der
Schweiz*) finden sich Fossilien der unteren Abtheilung des Untcroolith's
sowohl in der ausseralpinen als der alpinen Zone und wenn auch letztere sehr
') 8chauroth hat soeben aus grauem Kalke von Rotzo eine Cypris begehrieben
(g. palSont. Theil). Dos Auftreten derselben deutet auf brakisches und süsses Wasser.
') Hoffmann. Geogn. Beob. p. 490.
3) cf. Mareou. Lettrea sur les rochea du Jura. p. 221.
♦) La Marmors. Vojage eil Sardaigne.
s) Rieh. Ooster. Petrefic. rcmarquables. p. 41.
Heer. Urwelt d. Schweiz, p. 151.
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dürftig entwickelt ist, steht es doch wohl fest, dass das Meer weit in das
Gebiet der jetzigen Hochalpen hineingriff. Sowie die Buchten, in denen
der schweizer alpine Dogger sich ablagerte, als südöstliche Ausläufer des
schwäbisch -französischen Meeres, so ist der Südtiroler Husen als ein nörd-
lichster T heil eines spanisch - italischen Meeres anzusehen , welches über
Savoyen und Südfrankreich mit dein französischen zusammenhing.
Schichten der RhynchoneUa bilobata.
Diejenigen Schichten, die ich nach dem in denselben häutigsten und
verbreitetsten Petrefakt, als Schichten der RhynchoneUa bilobata bezeichne,
gestatten keinen scharfen Vergleich mit anderen alpinen, oder ausseralpinen
Ablagerungen, da sie nur ihnen eigentümliche oder solche Pctrefakten
enthalten, die eine sichere Identifizirung mit bereits bekannten nicht zu-
lassen. RhynchoneUa bilobata bietet aber wegen ihres häufigen Auftretens
ein erwünschtes Mittel, diese Schichten in Südtirol überall leicht aufzufinden.
Bathrologisch nehmen unsere Schichten eine sehr bestimmte Stellung
über den grauen Kalken und unter dem Posidonomyengestein ein und da
von ersteren nachgewiesen wurde, dass sie untere Horizonte des alpinen
Dogger repräsentiren, jene aber, wie wir sogleich sehen werden, den Dogger
von den Parkinsoni- Schichten an vertreten, so wird es gestattet sein, vor-
läufig, bis sichere paläontologische Beweise vorliegen, die Schichten der
RhynchoneUa bilobata als eine mittlere Abtheilung des alpinen Dogger
anzusehen.
Wenn auch im Ganzen die krystallinischen , marmorartigen Gesteine
der Bilohataschichten den meist dichten grauen Kalken gegenüber ein recht
bezeichnendes Aussehen haben, so ist doch der Uebergang beider an der
Grenze ein sehr allmähliger und die Unterscheidung schwierig, besonders
auch desshalb, weil die Färbungen dieser, wie anderer alpiner jurassischer
Gesteine nicht konstant sind. Graue, gelbe und rothe kristallinische Mar-
more führen ganz gleichinässig die RhynchoneUa bilobata, wie sich ebenso
in den oberen Lagen der unteren Abtheilung Tercbrattda Jimbriaeforniis in
grauen und rothen Kalken (Villa montagna bei Trient) findet. Der
geringe Eisengehalt der gelben und rothen Gesteine seheint daher mit dem
Auftreten oder Fehlen der Fossilien in keinem inneren Zusammenhang zu
stehen. Nicht selten scheinen die Schichten der R. bilobata auch zacken-
formig in die grauen Kalke einzugreifen, so dass es den Anschein gewinnt,
als sei die Oberfläche der letzteren beim Beginn der Ablagerung der Bilo-
bataschichten sehr uneben und gefurcht gewesen.
Der mittlere Dogger hat eine über Tirol nach dem Venetianischen
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hinausgreifende Lagerung. So gehören ihm wohl bei Cimolais1) der
„calcare marnoso di colore giallo rossastro" wenigstens zum Thcil an, der
über Qolithen und unter den Ammonitenkalken liegt. Bei Zigno wird zum
Theil die Schicht 5 (pag. 105) der bunten Marmore hierherzuziehen sein.*)
Das Auftreten der massenhaften Crinoiden und die potrographische Be-
schaffenheit des Gesteines, deuten darauf hin, dass die Bedingungen der
Ablagerungen dieser Schichten sehr ähnliche waren, wie bei den Schichten
der Terebratula cta vkoncha, zu denen ich daher gleich übergehe, um bei diesen
die mutmassliche Ausdehnung und Beschaffenheit des Meeres zu besprechen.
Oberer Dogger.
Auf die Schichten mit RhynchoneUa büobata, in denen ich soeben ein
Aequivalent des ausseralpinen mittleren Unterooliths nachzuweisen gesucht
habe, folgen bei Brentonico, Ponte di Tierno, Madonna del Monte,
Uarda und Nomi die krystallinischen vorwaltend rothen Kalke, aus denen
mir folgende Versteinerungen bekannt wurden:
*Sphenodus cf. longidens Ag.3)
Pycnodontenzähne.
*Belemmt€s sp. ind.
*Ammonite$ Kudernatschi Hau.
*Ammonites subobtusus Kudern.
*Amntomtes Eudesianus d'Orb.
Amnomtes tripartitus Rasp.
*Ammonite8 subradiatm Sow.
*Ammonites rectelobatus Hau.
*Ammonites Martiusi d'Orb.
*Ammomtes Brogtriarti d'Orb.
*stncyloceras annukUwn Desh. sp.
* Posidonoinya alpina Gras.
Lima 2 sp.
Pecten sp.
') Pirona. Cenni geogn. sul Friulo. p. 24.
') Sehr interessant sind die Mittheilungen Cermak's im Jahrb. geol. Reichsamt.
18(14. p. i9f>: „8kizze der Jura-Insel am VIÄrapase bei Trencsin," wo derselbe über
zweifelhaft liasiseken Gesteinen Crinoidenkalke , Ober diesen Diphyakalke , roth und weis»,
nachweist. Zweifelsohne entsprechen die Crinoidenkalke unseren Bilobataschichten und
dem Crinoidengestcin der Curviconchaschichten.
*) Von diesen Arten sind die mit einein Sternchen bezeichneten, bereits Ton Oppel
von Brentonico angefahrt worden.
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*Terebratula Gerda Opp.
Terebratula Qeßon Opp.
* Terebratula cttrviconcha Opp.
Terebratula bivallata Deslgch.
Terebratula sulcifrons n. sp.
Terebratula Roveredana n. sp.
Terebratula cf. perovalis.
lihynchonella coarctata Opp.
HhynchoneUa defluxa Opp.
* Ilhynchonella Brentoniaca Opp.
Stomechinus rotundus n. sp.
Hyboclypus sp.
* Pentacrinus sp. ind.
Eugeniacrinus sp. ind.
*4a<raea sp. ind.
Als die häufigsten und bezeichnendsten unter diesen Arten sind:
Posidonotnya alpina Gras.
Terebrattda cttrviconcha Opp.
Terebratula sulcifrons n. sp.
Terebrattda Jimcrcdana n. sp.
Terebrattda Gefion, Opp.
Rynchonella Brentoniaca Opp.
zu nennen. Sowohl dos häufige Vorkommen, als die ausgezeichnete Erhalt-
ungsweise dieser Fossilien gestatten, das Lager derselben überall in Süd-
tirol leicht aufzufinden. Wenn es sich aber um Anhaltspunkte zur Verglei-
chung unserer Schichten mit nord- oder ausseralpinen handelt, so gewinnen
ausser den genannten noch folgende Versteinerungen einen besondern Werth :
Ammonites rectelobatus llau.
Ammonites Kudematschi Hau.
Ammonites tripartitus Rasp.
Ancyloceras annulatum Dcsh. sp.
Terebrattda bivallata Deslgch.
Leider finden sich diese aber nicht besonders häufig und in keinem gün-
stigen Erhaltungszustande, so dass es einer längeren Arbeit bedarf, um be-
stimmbare Exemplare zu erhalten. Besonders bieten die Ammoniten Schwie-
rigkeiten in dieser Beziehung, indem sie meist mit dem umgebenden Gestein
fest verwachsen und innen hohl sind.
Es unterliegt schon nach den initgetheilten Profilen keinem Zweifel,
dass die Poaidonomyengesteine in dem südlichen Tirol nicht auf einen ein-
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/igen Punkt beschränkt sind, sondern einem weiter verbreiteten Horizonte
angehören, welcher konstant seine Stellung über den Bilobataschiehtcn und
unter den Animonitenkalken einnimmt. Eine weit grössere Verbreitung, al*
die au» den bereits angeführten Lokalitäten ersichtliche, hatte ich noch
mehrfach zu konstatiren Gelegenheit. So sah ich Tercbratuia curricomha
in einem etwas in'« blaugraue spielenden Enerinitenkalke an der neuen
Strasse von Trient nach Tione in Judicarien, etwa halbwegs, da wo
der von Villa kommende Fuss weg aus der tiefen Sarcasehlueht in die
Hauptstiasse einmündet. Es ist dies das nördlichste, mir bekannt gewordene
Vorkommen. Weit im Osten finden sich aber auch in den Umgebungen
von Agordo im Venetianischen ganz gleiche Posidonomyeugesteine. Ich
sah Handstüoke von dieser Lokalität sowohl in der L'uiversitätssammlung,
als auch bei Baron v. Zigno in Padua. Auch mögen die bunten Mar-
more bei Zigno (s. o. p. 105) mit einer Astarto hierher gehören, da eine
Verwechselung der Posidonomya alpina mit einer Astarte hier eben so leicht
stattgefunden haben kann, wie das von Oppel für Vorkommnisse des Vilser
Kalkes wahrscheinlich gemacht wurde1). Vielleicht sind auch Theile von
Pirona's calcare marnoso (s. oben p. 114) hierher zu rechnen. Ebenso
dürften Catullo1»*) Posidonien von Andrich in krvstallinischem Kalke ab
Pusidonomya alpina zu deuten sein, um so mehr, als in gleichem Gestein
am Monte Pinzoceo ein Ammonit (-1. doloniitiats) und zahlreiche Tere-
brateln vorkommen sollen, welch' letzterer Umstand nicht für triadische
Gesteine spricht.
Diese östlichsten, bis jetzt bekannten Punkte^ liegen von dem westlich-
sten, Garda etwa 20 Meilen entfernt. Auf der zwischen liegenden Strecke
fehlen die Schichten gewiss nirgend«, verfolgen konnte ich sie nur bis an
die VII. Communi, da meine Zeit mir nicht gestattete, mich länger im Ve-
netianischen aufzuhalten. Dass das Posidonom) engestein, wenn es zahlreiche,
dicht bei einander liegende Petrefakten enthält, ein ganz dolomitisches An-
sehen erhält, ist bei Benutzung der älteren .paläontologischen Arbeiten,
besonders Catullo's, wohl in Rücksicht zu ziehen, indem dasselbe Veran-
lassung wurde, dass auf diese petrographische Eigentümlichkeit hin Dinge,
als zu einer Formation gehörig-, betrachtet wurden, die gewiss sehr verschie-
denen Horizonten angehören, so die Cardium-Arten (Dachsteinbivalven), die
Posidonoinyen und eine Menge einer neuen Untersuchung sehr würdiger
Braehiopoden aus dolomitischen Kalken vom See von St. Croce, südöstlich
Belluno, die in der Universitätssammlung in Padua liegen.
•) üppel. Sfcitschr. deutsche geol. Gesell. 1*63. p. 2ÜU.
l) Catullo. Memor. geogn. palaeosoica p. 46. Tab. I. f. 4.
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Dass man nicht schon vor 1863 die Brachiopoden von Brcntonico
aufTand, mag seinen Grund in dem vereinzelten Auftreten derselben und den
Lagerungsverhältnissen haben. Es ist ja Sache des Zufalls, wenn man ge-
rade auf einer Exkursion auf einen solchen Punkt massenhafter Anhäufung
kommt, wie Brentonico. Monatelange Exkursionen waren auch für mich
nöthig, um die anderen oben genannten Punkte aufzufinden. Ponte di
Ticrno halte ich wiederholt schon besucht und stete nur die Bilobata-
schiehten bemerkt. Ins ein von oben herabgefallenes, mit Posidonomyen er-
fülltes Stück mich auf die höheren Schichten aufmerksam machte und Ver-
anlassung zur Entdeckung jenes so reichen Fundortes wurde. Selten bilden
die Posidonomyengcsteine auf längere Strecken hin die Oberfläche der Ge-
hänge und meist bekommt man nur die verwitterten, mit Flechten über-
zogenen Querschnitte der Profile zu sehen, so dass die unmittelbar auf-
lagernden rothen Kalke mit ihrem Ammonitenpflaater das Auge leicht von
den nur wenig mächtigen unteren Schichten abziehen. Ist ein solcher Um-
stand schon in niedrigeren und zugänglicheren Gebirgen hinderlich, wie viel
mehr in den gewaltigen Bergmassen der Alpen, wo verhältnissraässig nur
selten der Hammer des Gcognosten prüfend eine Gesteinsecke abschlägt.
Ich zweifle aber nicht, dass in wenigen Jahren die Horizonte des südalpincn
Jura in sehr weiter Verbreitung nachgewiesen sein werden und deren Kennt-
nis« den alpinen Schichten die Rolle nachweisen wird, die sie in der That
in der Geschichte der Erde zu spielen berufen sind, indem sie mit dem-
selben und vielleicht mit mehr Recht, als unsere nördlicheren Ablagerungen
seichterer Meere an wenig steil einfallenden Küsten, als die Träger allgemeiner
Entwicklungsgesetze anzusehen sind.
In Beziehung auf das Verhalten der einzelnen Arten ist folgendes zu
bemerken. Positionomya alpina bildet stets eine wahre Luinachella und
verdrängt die Gesteinsmnssc ganz, so das» an Stelle des rothen Kalkes allein
die weissen Schalen den ganzen Raum erfüllen. So wie die Posidonomyen
seltener werden, tritt die rothe Färbung allmühlig wieder ein und innerhalb
dos rothen Kalkes finden sich dann nur »ehr selten und vereinzelt Posido-
nomyen. Aehnlich verhalten sich einige Brachiopoden, besonders Terebratula
Gefion, die allein ganze Blöcke erfüllt.
Die Pycnodontenzähne liegen stets in Massen bei einander, untermengt
mit anderen Thcilen von Fischen und hirsekorn- bis bohnengrossen Knollen
von Brauneisenerz, so bei Madonna del Monte. Offenbar verwesten die
Fische auf dem Meeresgründe, wurden vom Wellenschlag zerstört und die
einzelnen Theile an geeigneten Punkten zusammengespült. Trrebruttda cur-
riconchuy BhynchoncUa Brentoniaca und die Ammoniten sind allgemein ver-
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breitet und liegen theils zwischen den Posidonomyen, theils im rothen Kalke
einzeln zerstreut Am allermassenhaftesten und verbreitetsten treten die
Encriniten auf.
Dass die Posidonomyenschichtcn von Brentouico mit denen, auf der
Nordscite der Alpen seit lange unter dem Namen dor Klausschichten be-
kannten, Ablagerungen äquivalent seien, hat Oppel in der mehrfach zitirten
Abhandlung bereits nachgewiesen und in einer Tabelle die den verschiedenen
Lokalitäten gemeinsamen Arten zusammengestellt. Durch die neu aufge-
fundenen Punkte in Südtirol ist die Zahl der identischen Arten noch um
einiges vermehrt worden, so dass jetzt folgende Arten als den nordalpinen
Klausschichten und den südalpinen l'osidonomyengesteinen gemeinsam an-
geführt werden können:
Sphenodus cf. longidens Ag.
Ammonites Kudernatschi Hau.
Amnionitis sttbobtusus Kud.
Ammonitcs Eudesianus d'Orb.
Ammonites trij^rtitus*) Rasp.
Amnionitis subradkitus Sow.
Amnionitis rectelobatus Hau.
Ammonites Martiusi d'Orb.
Ammonites Brogniarti d'Orb.*)
Ammonites cf. dimorphus d'Orb.
Ancyloceras cf. annulatum Desh. sp.
Posidonomya alpina Gras.
Tercbratula Gerda Opp.
Terebratula Geßon Opp.
'ferebruttda ctmiconcha Opp.
MynchoneUa coaretata Opp.
BJiynchoneUa defliixa Opp.
Dass somit Klausschichten und Posidonomyengesteino Ablagerungen eines
Meeres sind, kann jetzt um so weniger bezweifelt werden, und die grosse
Aehnlichkeit dos Gesteins, sowie der gleiche Erhaltungszustand der Ver-
steinerungen, machen es sehr wahrscheinlich, dass der Zusammenhang der
betreffenden Meerestheile ein ziemlich direkter gewesen ist.
Die Klausschichten wurden von Hauer, nachdem sie früher, wie bei-
nahe alle rothen Kalke der Alpen, als Oxfordschichten aufgeführt waren, in
') Von der Klausalp, in der paläontologischen Sammlung dor Akademie zu München.
*) Von der Klausalp. Sammlung der Akademie zu München.
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den Unteroolith versetzt. In der Tabelle zu seiner Gliederung der Trias-,
Lias- und Jura -Gebilde finden wir sie in ein und derselben für den ge-
rammten unteren Jura bestimmten Kolumne mit den Pflanzenschuhten von
Rotzo verzeichnet. Die weiteren vergleichenden paläontologischen Unter-
suchungen Oppel's wiesen den Klausschichten ihre Stelle in den obersten
Horizonten des Unterooliths an und machten schon darauf aufmerksam, dass
auch das ausseralpine Bathonien in dieser Formation seinen alpinen Ver-
treter habe. Die bei Ponte di Tierno gefundene Terebratula bivallata*)
liefert einen neuen Beweis für die Richtigkeit dieser Annahme.
Von sehr grossem Interesse für den Nachweis einer weiteren Verbreitung
unserer Schichten sind die in neuerer Zeit bekannt gewordenen Nachrichten
über einige Schweizer Lokalitäten, deren Vorkommnisse schon früher mit
denen der Klausschichten in Verbindung gebracht wurden.
Das Auftreten der Fossilien in einer l'/j — 5' mächtigen Lage Eisen-
ooliths über Schichten des mittleren Unterooliths am Glärnisch zeigt
nämlich die auffallendsten Analogien mit ausseralpinen Lokalitäten einer-,
mit unseren Klausschichten und Posidonomycngestcinen andererseits, so dass
es ein sehr willkommenes Verbindungsglied für den paläontologischen Ver-
gleich bietet. Bachmann*) giebt vom Oberblegisee und der Guppen-
alpe an:
Ammonites Parkinsoni Sow.
Ammonites Dcslonychimpsi d'Orb. (= rectelobatus Hau.)
Ammonites subradiatm Sow.
Ancyloceras anntdtUum Dcsh. sp.
vier ausgezeichnete Arten des ausseralpinen obersten Unterooliths, sodann
Ammonites Martiusi d'Orb.
Ammonites MoP'risi Opp.
Ammonites Waterhousi Morr. u. Lyc.
Ammonites aspidoides Opp.
vier Arten des ausseralpinen Bathonien, so dass es keinem Zweifel unter-
liegt, dass die nur 1' mächtigen Schichten vom Glärnisch beide ausser-
alpinen Horizonte repräsentiren.
') Nach einer Mitteilung von Prof. Oppel liegt T. bivallata bei La Voulte im Ba-
thonien, nicht, wie De«longchamps angiebt, im KUcnerz des Callorien. cf. E. Deslongchamp*
Notes sur lo terrain Callorien. Bull. 8oc. Linneenne de la Normandie. Bd. IV. (sep. p. ?}.
Tab. XI. f. 1. >.
') Jos Bachmann, lieber die Juraformation im Kanton Olarus. Mittheil. Berner.
naturf. üesellsch. 1863. Nr. :»49-5W.
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Durch Anmwnites rectelobattfs, A. subrndiatus. A. Marl tust, Ancyloceras
anuiädtum. sind aber die Klaus- und ] Widonomyenschichten so innig mit
diesen Schweizer Schichten verbunden, das« wir auch aus dieser Analogie
noch einen zweiten Beweis für das oben für sie in Anspruch genommene
Alter entnehmen können.
Tn gleicher Weise, wie die Glürnisch - Schichten , die übrigen» in der
Schweiz weiter verbreitet sind'), im Westen, finden wir auch im fernen
Osten unseren Horizont an der Donau bei Swinitza vertreten, von wo
Kudernatsch1) jene schönen Ammoniten bekannt machte, deren Aehnlich-
keit mit denen der Klausalpe Hauer schon zu einer Zeit hervorhob *),
wo man über die Stellung der rothon Alpenkalke noch kein bestimmtes
Urtheil fallen konnte. Der als Ammoiiiles brflntits d'Orb. bestimmte Am-
monit ist A. Ymir Opp., der sich am Glärnisch findet.
Einige andere Punkte, an denen sich Schichten finden, die mit den in
Rede stehenden mehr Verwandtschaft zu zeigen scheinen, hat Oppel bereits
namhaft gemacht. Leider sind wir auch heute noch nicht im Besitz ge-
nügender Aufschlüsse über dieselben. Von besonderer Bedeutung wäre eine
kritische Untersuchung der Versteinerungen von Spczzia und ihres Lagers,
da hier Posidonomycn sich finden, durch die man wohl in Stand gesetzt
würde, die Grenzen der Ablagerungen des oberen Dogger weiter nach Süden
zu verfolgen. Gewiss sind die in Tirol verbreiteten Horizonte des Dogger
und Malm überhaupt in Italien viel verbreiteter, als man bis jetzt annehmen
darf. Ebenso l.isst sich erwarten, dass das südliche Frankreich noch reiches
Material liefern wird und zwar besonders zur Entscheidung der Frage über
das Vcrhältniss sogenannter alpiner und ausseralpiner Ablagerungen, die hier
so nahe an einander herantreten, wie kaum anderswo.
Jedenfalls reichen nber die an den genauer untersuchten Punkten ge-
wonnenen Resultate schon hin, um eine solche Zusammengehörigkeit unserer
Schichten unter einander und eine solche gleichmassige vertikale Begrenzung
derselben darzuthun, dass wir die Lokalnamen fallen lassen und sie mit dem
gemeinsamen Namen alpiner oberer Dogger bezeichnen können. Der Name
Dogger, in dem Umfang wie ihn Oppel anwandte, für d'Orbigny's Ba-
jocien und Bathonien gemeinsam, im Gegensatz zum weissen Jura oder
Malm, erweist sich für diese alpinen Gebilde um so passender, als hier in
') H.H'hniiinn l. c. p.
') Ku<lcrimt<Hi, die Ammoniten von Swinitza. Ablull, der geol. Heioh-nu*t. I. Bd.
2. Abth. Nr. I.
J) Jahrb. geol. Keichsamt. III. p. 181.
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der That die Grenze zwischen Bajocien und Bathonien aufgehoben erscheint,
während diejenige zwischen Bathonien und höheren .Juraschichten sich mit
Schärfe ziehen lässt.
Oben bei Besprechung der unteren Abtheilung des Dogger wurde bereits
erwähnt, dass die Vertheilung von Land und Meer zur Zeit der Ablagerung
der oberen Abtheilung eine sehr andere gewesen sein muss, als während
der Entstehung der unteren. Sahen wir dort deutliche Anzeichen eines
Kontinentes oder einer langhingestreckten Insel, deren südliches Ufer noch
weit südlieh von der jetzigen Ifauptkette der Alpen lag, so scheint jetzt
im (iegentheil das Meer weit nach Norden vorgegriffen zu haben, zum Min-
desten bis in die (regenden der Klausalpe bei Hall statt. Auch ist es
angemessener, für diese Ablagerungen ein gemeinsames Meer anzunehmen,
welches bis nach Kranken hinaufreichte, in welchem sich mannigfach ge-
gliederte Inseln befanden, als ein getrenntes mittelländisches Meeresbecken,
aus dem einzelne Anne etwa weit nach Norden vorgegriffen hätten, ohne
jedoch mit dem fränkischen Meere in Verbindung zu stehen. Eine solche
Ansicht sprach auch Süss aus. Er sagt1): „Nicht die Verschiedenheit
zoologischer Provinzen, wie sie jetzt z. B. an den beiden Seiten der Land-
enge von Suez sich findet, sondern die Verschiedenheiten der Lebens-
bedingnisso in ein und demselben Meeresbecken ist es also, der wir alle die
Eigeuthümlichkeiten der alpinen Petrefakten zuzuschreiben haben." Wie
') Süss. Brachiopodcn der Stramberger Schichten, in Hauer's Beitragen zur Paläonto-
praphie von Oesterreich. I8:>8. p. 21.
Anmerkung. Einige Schwierigkeiten bei der Grenzbestiromung zwischen Dogger
und Malm bieten in den Nordalpen die sog. Vilser Kulke (Schichten der Terebratula pala,
nntijJreta und llhynchotieUa trigom) , wie sich aus dem von Oppel1) über das Posidono-
ruyenjjjestein vom Wci*-enhause bei Füssen Mitgetheilten ergiebt. Diese Vilser Kalke habe
ich in SQdtirol nicht entdecken können, so sehr ich auch nach denselben suchte. E? liegen
nämlich im Museum zu Rover edo einige Exemplare von Terehratula jmla und antiplecta,
welche nach einer Angabe des Seidenfabrikanten Herrn Pisehl bei Volano gefunden sein
>ollen. Leider konnte mir Herr Pisehl, da er die TVrebrateln von einem Arbeiter erhalten
hatte, nur ungefähr deren angebliehen Fundort bezeichnen. Ich habe viel Zeit darauf
verwendet, an der Grenze des Posidonomyengesteins und der rothen Aramonitenkalke, und
nur hier könnten die betreffenden Schichten liegen, Vilser Kalke aufzusuchen, sowohl von
Volano über Vallunga nach Koveredo, als an anderen Punkten, doch ohne Erfolg.
Da die im Museum zu Koveredo befindlichen Exemplare eine ganz auffallende Achnlich-
keit mit V i I se r- Vorkommnissen zeigen, so liegt die Vermuthung nahe, sie seien von
italienischen Arbeitern, die ja häutig nordwärts der Alpen Beschäftigung suchen, nach der
Heimath mitgebracht.
') Zeitschr. deutsch, geol. Gesellsch. 1863. p. 196.
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122
dieses Meer um die alpinen Inseln beschaffen war, ist schwer nach dem
jetzigen Standpunkt unserer Kenntnisse zu ermitteln. Die Menge von Cri-
noideenstielgliedern weist jedenfalls auf eine ziemliche Tiefe hin, da nach
Analogie des lebenden Pentacrinus caput Medttsac, der aus einer Tief« von
etwa 50 c. gefischt wurde sowie aus dem Bau desselben sich schliessen
lässt, dass Crinoideen überhaupt in einer Tiefe leben, in der sie von den
Bewegungen der Oberfläche des Meeres nicht wesentlich affizirt wurden.
Vielleicht bedeckten die Crinoideen Wäldern ähnlich den Meeresgrund und
wurdon, als ihnen bei einer Hebung des Meeresbodens die Lebensbeding-
nisse entzogen waren, vom Spiel der Wellen zerstört und am Ufer von den
Kalken eingehüllt. Man müsste dann eine wiederholte Hebung und Senkung
des Landes annehmen; eine Hebung, welche die Ablagerung der Crinoideen
der Bilobataschichten, eine zweite, welche die der Crinoideen des Posidonomyen-
gesteins verursachte. (Oberer und unterer Encrinitenhorizont, p. 9.) In den
Vertiefungen und Fiorden der Inseln lebten gesellig die Brachiopoden und
Posidonomyen und zwar nur in solchen, welche ihre Lage vor den heftigen
Einflüssen der Brandung schütze; so kam es, dass sie an einzelnen Punkten
massenhaft angehäuft wurden, an anderen fehlen.
Ueber die Schwierigkeit der räumlichen Begrenzung der zoologischen
Provinzen überhaupt wird sich beim Malm Gelegenheit finden zu sprechen.
') Bronn, Ordnungen und Klassen des Thierreichs. II.
Anmerkung. Eben erhalte ich noch die Mittheilungen von Wolf in den Verhand-
lungen der geolog. Keichsanstalt (18<m. Verh. p. I D» wo sieh zwei Profile, eines vom Wege
zwischen Torhole und Mori vom Lago di Loppio hinauf nach dem Monte Nago
(altissimo di Nago), da--* andere im Süden der Munti Lessini bei 8t. Anna di Alfuedo
gegen die Tiefe des Valle Machiora, mitgetheilt finden. Diese Profile enthalten neben man-
chem Abweichenden meist dieselben Angaben, wie ich sie oben mittheilte, nur ist der untere
Dogger bereits in mehrere Bilnke gesondert. Solche Mytilus- und OstreenbÄnke u. s. w.
habe ich mehrfach gefunden; es gelang mir aber nicht, sie konstant nachzuweisen and ich
unterließ duher die weitere Ausscheidung und Bezeichnung derselben. Auch Wolf hnt
nie lii ere Ffianzcnhorizontc gefunden. Interessant ist die Angabe von Posidonomya alpina
in Mergelschichten mit Pflanzenresteu und grauen Kalken Ober denselben. Holl ton dies
vielleicht die Posidonomycn oder Posidonomycn Ähnlichen Muscheln sein, die ich bei
S. Caee.il ia eingangs der Profillieschreibung erwähnte, die aber noch im grauen Kalke
liegen? Ueber die grosse Verbreitung der Megalodus- Bank habe ich mich oben ausge-
sprochen. Für die Aufnahme einiger Spezialprotile in den grauen Kalken, welche zur
Fixirung des Lagers einzelner Fossilien , so de- Meyuhdus pumilus , ('eromya papi/racea,
Thracia tiroleims und der Brnchiopoden führen könnten, dürften sich besonders empfehlen :
Terragnola nach Serrada; Umgebung des Grenzsteins Nr. 14 östlich Folgaria und
das Hochvizentinische und Verouesische gegen die VII. Communi.
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123
V. IVIalm.
Historische Bemerkungen.
Den oberen Jura, die eigentlichen rothen Ammonitenkalke, kannte man
wohl als ein geschätztes Baumaterial für die Kirchen und Palläste Italiens
seit lange und die in denselben eingeschlossenen organischen Reste erregten
frühzeitig die Aufmerksamkeit, so dass schon 1606 Fabius Colonna Ab-
bildungen der Tcrebrattda diphya als Concha diphya gab, allein eine schär-
fere, insbesondere paläontologische Fixirung wurde erst weit später versucht.
Nachdem lange Jahre die petrographische Aehnlichkeit mit den liasi-
schen Ablagerungen der Lombardei irre geführt hatte, gelangte man aller-
dings dazu, diesen Ammonitenkalken ihre Stellung nahezu richtig anzu-
weisen und sie mit ausseralpinen Bildungen zu parallelisiren. Als aber
dann das Machtwort Oxfordien einmal von einigen Autoritäten ausge-
sprochen war, hatte es hiermit sein Bewenden und stimmte einmal etwas
nicht ganz zu jener Bezeichnung, so genügte das Prädikat „alpin" die
etwaigen Abweichungen zu erklären.
Das wichtigste über den südalpinen Jura bisher Veröffentlichte lässt
sich in wenige Zeilen zusammenfassen. Eine erschöpfende Aufzählung
aller Arbeiten liegt nicht in meiner Absicht, eine solche würde sich bei
der so vielfach zerstreuten und schwer zugänglichen italienischen Literatur
auch nur mit einem Aufwand von Zeit und Mühe bewerkstelligen lassen,
der in den Resultaten, die sich aus den gewonnenen schöpfen Hessen, nur
tinen geringen Lohn fände. Zudem handelt es sich jetzt um paläontolo-
gische Nachweise für eine vergleichende Betrachtung alpiner und ausser-
alpiner Gebilde und was dabei von italienischer Literatur beachtenswerth
erscheint, beschränkt sich auf einige wenige Abhandlungen.
Von Padua aus begann in den ersten Dezennien dieses Jahrhunderts
Catullo seine Arbeiten und ihm gebührt gegenüber seinen Vorgängern,
die sich vorwaltend auf petrographische Eigenschaften der untersuchten
Schichten stützten, das Verdienst, den Versteinerungen eine grössere Auf-
merksamkeit geschenkt zu haben. Kann man sich auch mit seinen Identi-
fikationen und mit den Prinzipien, die er bei Aufstellung neuer Arten in
Anwendung brachte, nicht immer einverstanden erklären, so gab er durch
seine Abbildungen doch zuerst positive Anhaltspunkte. Man wusste warum
es sich handelte.
Bis zum Jahre 1827 rechneten die italienischen Geologen meist alles,
was man calcare ammonitico rosso nannte, mit den helleren weissen
Kalken mit Tvrebratuhi diphya und dem Biancone (auch als marmo
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124
majolica bezeichnet) zur Kreide. Catullo in seinem Saggio di zoolo-
gia fossile1) trennte den Biancone vom ammonitico rosso und
stellte letztern in seinen Jura, mit dem er nach unten nicht nur die grauen
Kalke und Oolithe, sondern auch die Dolomite mit Cardium triqueter aus
den Ampezzaner Alpen verband. In Bezug auf den Biancone gerieth er
in Widerspruch mit Pasini und Maraschini, während Boue schon früher
die Grenze zwischen Jura und Kreide ähnlich gelegt hatte.
Epoche machend für die weitere Entwicklung der geognostischen Kcnnt-
niss des Venetianischen und Südtirols wurden später die Untersuchungen
von Zig no. Es gelang demselben, in dem Biancone echte Kreidefossilien
aufzufinden, welche mit solchen aus dorn französischen Neokom überein-
stimmten und so mit Sicherheit nachzuweisen, dass der Biancone der
Kreide angehöre. Er gab für letztern als bezeichnend an*):
Ammonites Asterianus d'< )rb.
Amnionitis macilentus d'Orb.
Ammonites grasianus d'Orb.
Crioceras.
In tiefer liegenden Schichten fanden sich:
Ammonites tatrietts Pusch.
Ammonites biplex Sow.
zwei Versteinerungen, welche auf oberen Jura hinweisen. Wir werden
jedoch sehen, dass bis in die neueste Zeit der Nachweis, alle Schichten
unter dem Biancone seien jurassisch, keineswegs so sicher geführt war,
als man meinen sollte.3)
Zigno's Entdeckung war von um so grösserer Bedeutung, als Catullo
inzwischen von seiner, in derZoologia ausgesprochenen Ansicht zurückgekommen
war und den Ammonitenkalk mit dem Biancone in die Kreide versetzte.4)
Es entspann sich eine lebhafte Kontroverse zwischen Catullo und Zigno,
die sich lange Jahre hindurch, ausser in Catullo's eigenen Schriften, in
italienischen Zeitschriften, dem Bulletin de la societe geologique und in
Bronn Leonharde Jahrbruch fortspann.*) Als man sich nun aber allgemein
') Padua. IM,» 7.
') Bull. ?oc. geol. de Frunco 8er. III. |». 4SÄ. 18i:>.
Ebenda. > Sit. VII. p. 2 ». 1840.
Ferner: Memoria sulla costituziono geologica dei Monti Euganei. Padua lSlil.
Deutseh von O. v. Rath in Zeitsehr. deutsch, geolog. Gesellschaft. 18<M.
l) Siehe das über den eigentlichen Dipliyakalk Gesagte.
4) Catullo. Memoria geogno-Uic» palaenzoica sulle Alj»i Venete. Mem. dello Soc.
ital. della ecienze in Moderia. 1846.
*) Vergl. besonders Bron. Leonh. Jahrb. 1846. p. 739. 1847. p 148. -J85. 439.
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11>5
für die Ansicht entschied, der ammonitica rosso sei jurassisch, suchte
sich auch Catullo1) dieser Ansicht wieder anzupassen und fasste Bian-
cone und ammonitico rosso als ein innig verbundenes „sistema
epioolitico" auf, welches in zwei Horizonte zerfalle, einen unteren und
einen oberen. Ganz richtig hebt zwar Catullo hervor1), daas ein unterer
Hurizont existirc, welcher Tcrebratida diphya (Tercbratuia antinomia Cat.)
noch nicht führe, während sie in dem oberen auftrete, allein die Ver-
bindung des oberen Horizontes mit dem Biancone, sowie die entschieden
ganz unrichtige Vertheilung der Ammoniten in den verschiedenen Horizon-
ten, mussten auch diese, an sich richtige Angabe zweifelhaft erscheinen
lassen, so das« sie keine weitere Berücksichtigung fand. Wenn Catullo
von einem deutlichen Wechsel des ammonitico rosso mit dem Bian-
cone spricht, so heisst das nur, wie ich mich an einer der von ihm be-
zeichneten Lokalitäten, an der Chi ma, überzeugte, dass auch innerhalb der
rothen Kalke schon hellere Nuancen vorkommen. Allein Biancone ist
das darum noch nicht.
Auf dem Kongresse der Naturforscher zu Mailand 1844 sprach Buch
zuerst eine bestimmter prüzieirto Ansicht über das Alter der Kalke mit
Tcrebratida diphya im Verhültniss zu anderen jurassischen Ablagerungen
aus und stellte sie zusammen mit dem Klippen kalk der Karpathen in
den oberen Jura. Beide Ablagerungen, bezeichnet durch den Anunomtes
Utiricits Pusch, bilden Theile seines 3. Jurasystems : troisieme Systeme du
midi de la France, de la Lombardie, des Carpathes, de la Crimee.3)
Allerdings scheint auf jenem Kongresse die scharfe Trennung der
rothen liasischen Ammonitenkalke der Lombardei von den höher liegenden
mit Tercbratuia diphya noch nicht hinreichend durchgeführt worden zu sein4),
doch geht aus einem Briefe Buch's hervor6), dass er vorwaltend jene
oberen Horizonte im Sinne hatte. Er giebt in demselben eine Reihe Loka-
litäten aus den Venctianischen , tiroler und lombardischen Alpen an, an
denen man Amnionitis tatricua und Tercbratuia diphya findet uud macht auf
das für jurassische Ablagerungen so bezeichnende Vorkommen von Flexuosen
besonders aufmerksam.
') Catullo. Intorno ad una nuova elaS9ifiratione delle calc. rosse amon. Mem. dell'
J. K. Ist. Ven. Vol. V. 1S...5.
?) I. c. p. !♦.
») Bull. soc. imp. de Hoscou. B. Ii), p. J44.
♦) Bull. »oc. geol. de France 2 8er. II. p. 60. Nota v. Collegao.
5) Ebenda. 2 8er. II. p. :iÖ9.
126
Das Werk von Fuchs') über die Venetianer Alpen lieferte über
jurassische Ablagerungen nichts neues.
Quenstedt*) machte in einem Briefe an Bronn die Namen einiger
Ammoniten aus rothem Kalke bei Roveredo bekannt, den
Ammonites ptychoicus
Ammonites fasciatus
Ammonites biruncinatus
und lehrte so aus den bisher paläontologisch so wenig berücksichtigten
Schichten einige der bezeichnendsten Arten kennen. Da man jedoch in
jener Zeit noch alle rothen Ammonitenkalke der Alpen zusammenwarf, war
es nicht möglich, zu richtigen Anschauungen über das Alter einzelner der-
selben zu gelangen. Die Abbildung und Beschreibung jener 3 Ammoniten
erschien 1847 und 1848 und bei dem Ammonites ptychoicus macht Quen-
stedt auf die Analogien mit Kreideformen aufmerksam.3)
Im Handbuch der Petrefakten künde (1852) p. 470 jedoch stellte er
Tercbruhda diphya bestimmt in den Jura und zwar in einen „ähnlichen
Horizont*4, wie die schwäbische Tereltrattda nucleata.
In der Fortsetzung des bereits oben (p. 105) mitgetheilten Profils des
Dogger finden wir bei Zigno folgende Schichten verzeichnet:
Bunter Muschelmarmor nur mit einer kleinen Astarte (Posido-
nomya olpina Gras.)
Rother Ammonitenkalk mit
Ammonites aneeps Ziet.
Ammonites athleta Phil.
Ammonites Viator d'Orb.
Ammonites Hommairei d'Orb.
Ammonites Zignodianus d'Orb.
Ammonites tatricus Pusch.
Cidaris coronata Ag.
Ananchytes bicordata Lmk.
GlypHcus hieroglyphicus Ag.
In den oberen Schichten des Ammonitenkalke«:
Aimnonites perarmatus, biplex, Aptychen aus der Familie der
Lamellosen, Tvrebrutufa diphya und triangulus.
Kreide.
') Fuchs. Die Venetianer Alpen. Solothurn u. Wien. 1844.
') Bronn Leonh. Jahrb. 18 4f>. p. 68.'!.
J) Quenstedt. Cephalop. p. 221.
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127
Wir werden später sehen, das« diese Ammonitenliste einiger Rektifi-
kationen bedarf, wie auch die Aufstellung einer höheren Abtheilung mit
A. perarmatus nicht richtig ist. Was man peraitnatus genannt hat, liegt
stets unter Tvrebrattda diphya, was mir 1804 auch Baron v. Zigno in
Padua selbst bestätigte.
Die Einreihung der rothen Ammonitenkalke in das Oxfordien, die
wir bei Zigno ebenfalls finden, scheint sich besonders auf d'Orbigny's
Bestimmung an ihn eingesandten venetianischen Ammoniten zu gründen. ')
Von wesentlichstem Nutzen war die 1851 vom Ferdinandeuni ver-
öffentlichte geognostiache Karte Tirols2). So ungenügend auch die Be-
zeichnungen und Abgrenzungen der verschiedenen Alpenkalke sind, so klar
und bestimmt treten die rothen Ammonitenkalke hervor. Man wird immer
im Stande sein, sich nach dieser Karte annähernd zu orientiren, so lange
man nicht in Schichten unter die rothen Ammonitenkalke hinabsteigt.
Von besonderem Interesse ist demnächst eine Abhandlung von Süss3)
über Terebratula diphya, weil sie über eines der verbreitetsten Fossile in den
rothen Alpenkaiken handelt. Er spricht sich über die geologische Stellung
der betreffenden Schichten in der Weise aus: „Dieses Lager wird gewöhn-
lich mit dem Namen Oxford bezeichnet, von österreichischen Geologen
Klausschichten genannt, und entspricht zugleich einem grossen Theil des
Calcare ammonitico rosso der Italiener und des Klippenkalkes von
Pusch und Zeuschner."
In seiner Gliederung der Trias-, Lias- und Jurabildungen4), deren wir
schon so oft Erwähnung zu thun hatten, stellt Hauer die Pflanzenschich-
ten von R o t z o in den Jura, die Ammonitenkalke über dieselben, bestätigt
also die schon seit längerer Zeit über die Lagerung beider Komplexe herr-
schenden Ansichten.
In den Heterophyllen *) der österreichischen Alpen gab derselbe einige
Fundorte für Ammoniten aus den rothen Alpenkaiken genauer an, die man
bereits länger kannte, und wies manche unrichtige und ungenaue Bestim-
mungen nach.
') Bull. 80C. geol. 2. 8er. Bd. V. 1847, und
Bronn-Leonh. Jahrb. 1848. p. 71f>.
*) Geognostiache Karte ron Tirol und Voralberg. Üeogn. Montan. Verein. Ferdinan-
deum in Innsbruck.
>) Sitzungsber. d. math.-nat. Kl. d. Wiener Akademie. VIII. 1852.
♦) Jahrb. Reichaanst. 1853. Tabelle p. 784.
*) Beitrag zur Kenntuiss der Heterophyllen der österr. Alpen. Wiener Akademie.
XII. 18r>4.
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128
1858 wurden aus einer aus den Südalpen nach Wien gelangteu
Sendung folgende Arten bestimmt:
Amnumitcs ptychoicus Qu.
Ammonitcs Zignodiunns d'Orb.
Ammonitcs tatricits Pusch.
Ammonitcs tortisukaftis d'Orb.
? Ammonitcs ooHthictts d'Orb.
Ammonitcs fasciatus Qu.
Ammonitcs Etidcsiunus d'Orb.
? Ammonites uneeps Hein.
* Awmonifes plicatilis Sow.
Ammonites exornattis Cat.
Ammonitcs Ilumphicsianus Sow.
Ammonites yruntdatus Brug — inflattts Rein.
Mrowowito? atö/ete Phill.
Ammonites biruncinatns Qu.
In dieser Liste dürften die drei mit einem Fragezeichen versehenen Arten
wohl nicht richtig bestimmt sein. Der mit einem Sternchen versehene ist ein
Plnnulate, dessen Identifizirung bei der indifferenten Form desselben immer-
hin misslieh erscheint. Die anderen Arten finden sich unten im paläontolo-
gischen Theil dieser Arbeit.
Theils gehören die Ammoniten dem eigentlichen Ammonitico rosso an.
theils liegen sie vermuthlich tiefer, wie z. B. A. Jlumphrcsianus (= ?rcctc-
lobatus Hau.).
In seinen Erläuterungen zu einer geologischen Uebcrsichtskarte der
Schichtgebirge der Lombardei'") sagt derselbe Forscher p. 4 80, nachdem er
den Jura in der Lombardei nach oben in derselben Weise begrenzt hat,
wie Zigno im Venetianischcn, östlich vom Gardasoe, gehörten in der
That alle bisher bekannt gewordenen rothen Kalksteine der Juraformation
an. Diese Angabe ist von Bedeutung, insofern man bis in die neueste Zeit
aus den venetianischcn und Friauler Alpen basische Ammoniten zitirt fin-
det, die jedenfalls aus der Lombardei stammen. So zitirt Pirona2) den
A. bifrons von Cimolais, der aber schwerlich von dort, vielmehr von
Entratico bei Bergamo stammen dürfte, so gut wie die von Catullo
zitirten A. bifrons, von denen dies erwiesen ist.
•) Jahrb. geol. Reiehsamt. 1S:>S IX. p. 44*).
*) Ccnni, geogn. sul Friulo.
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129
Emmerich1) gab einige Profile aus dem südlichen Tirol, und wenn
ich mich auch mit der von ihm ausgesprochenen Ansicht, die Diphya-
kalke gehörten zur Kreide, nicht einverstanden erklären kann, so befinde
ich mich doch mit seiner Auffassung der Reihenfolge der Schiebten ganz
in Uebereinstimmung. Er sagt 1. c. p. 302: „was ich von jurassischen Am-
moniten in hiesiger Gegend (nämlich Umgegend von Trient) sah, gehört
alles einem tieferen Horizonte an (tiefer als die bellen Kalke mit Tercbra-
tuUi diphyu bei Trient). Die jurassischen Ammoniten hatten ihr beson-
deres Bett, die Diphyen ebenso.41
Bei Trient liegen in der That in den weissen Kalken beinahe nur
Diphyen, die Ammoniten treten sehr zurück und sind auch schlecht erhal-
ten; an der Noce -Mündung, dem zweiten von Emmerich beschriebenen
Punkte hingegen, fand derselbe nur Ammoniten ohne T. diphya, und nach
dem von ihm zitirten A. cf. athleta steht hier jener untere Ammoniten-
horizont an, den ich in den Profilen als Schichten des AmmomUs acanthicus
beschrieb und dem T. diphya fremd ist. Wenn man nur diese beiden
Punkte gesehen hat, wie Emmerich, so liegt es allerdings nahe, die Am-
monitenkalke zum Jura, die Diphyakalke zur Kreide zu rechnen, um
so mehr, als letztere nach oben petrographisch beinahe unmerklich in den
Biancone übergehen. Hätte Emmerich noch die Umgegend von Rove-
redo, oder den Mt. Balde besuchen können und hier in rothen Kalken,
mitten unter zahlreichen Ammoniten, Diphyen stecken sehen, die von jenen
von Trient nicht zu unterscheiden sind, so hätte er vcrmuthlich seine
Grenze zwischen Jura und Kreide etwas anders gezogen.
Es sind also, wenn wir die Hauptresultate der Untersuchungen bis zur
Emmerich'schcn Arbeit zusammenfassen, alle Geologen darüber einig,
das* gewisse rothe .Ammonjtenkalke der Südalpen, von den Italienern als
Ammonitico rosso bezeichnet, noch zum Jura gehören. Wie aber diese
rothen Kalke paläontologisch charakterisirt seien, wie ihre Grenze nach oben
und nach unten sich mit Sicherheit ziehen lasse, das blieb noch ungewiss.
Ich habe als untere Grenze bereits oben das Posidonomyen-Gestein
angegeben und gehe dazu über, im Folgenden das Verhältniss der rothen
Ammoniten kalke gegen die überlagernden Schichten festzustellen, sowie
zwei paläontologisch scharf getrennte Abtheilungen derselben naher zu be-
bchreiben, welche bei Mittheilung der Profile bereits unterschieden wurden.
Ich benenne das untere derselben vorläufig nach den häufigsten Am-
moniten, als Sclüchten des Atnmonites acanthieus und behalte für das obere
') Jahrb. geol. Reiohsamt. VIII. p. L'yj.
9
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130
den Namen Diphyakalke bei, der ihm auch, ah dem alleinigen Lager
der Terebratula diphya, gebührt.
Die Schichten des Ammonites acanthicus.
Da die petrographische Beschaffenheit dieser Schichten bereits zur
Genüge erörtert ist, kann ich sogleich zu den aus den aufgefundenen Petre-
fakten sich ergebenden Resultaten übergehen. *
Folgende Arten wurden mir aus diesem Horizonte bekannt:
1. Sphenodus -Zähne.
2. Belemnites cf. semisukatus Mnst.
3. Ammonites acanthicus Opp.
4. Amtnonites Uhlandi Opp.
5. Ammonites eurystomus n. sp.
C. Ammonites Eupellensis d'Orb.
7. Ammonites cf. perarmatus Sow.
8. Ammonites polyolcus n. sp.
9. Ammonites isotyptts n. sp.
10. Ammonites cf. Kudematschi Hau.
11. Ammonites compsus Opp.
12. Ammonites Strombecki Opp.
13. Ammonites sp. (Lineat.)
14. Ammonites Achilles d'Orb.
15. Ammonites sp. (Planulat.)
16. Inoceramus cf. giganteus Gldf. sp.
17. Terebratula sp.
Die Unterscheidung der Schichten des Ammonites acanthicus gegen die
unter liegenden Posidonomyengesteine ist sehr leicht, indem die dort so
bezeichnenden Brachiopoden fehlen, die Ammoniten aber sämmtlich anderen
Arten angehören und auch sehr anders erhalten sind. Hinreichend scharf
ist auch die Grenze gegen den Diphyakalk, wenn auch hier mancherlei beiden
Gruppen gemeinsam sein mag. So scheinen aus der Gruppe der so schwer
zu bestimmenden echten Heterophyllen und der Lineaten nicht zu unter-
scheidende Formen in die Diphyakalke hinaufzugehen. Wegen der meist
abgeriebenen Beschaffenheit der aufgefundenen Exemplare, die bei vollstän-
diger Erhaltung der Schale vielleicht hinreichend verschiedene Dinge gleich
erscheinen lässt, kann man hier nur mit äusserster Vorsicht verfahren und
wird wohl noch lange warten müssen, bis es gelingt, ganz wohlerhaltene
Exemplare aufzufinden, mittelst deren man über alle Heterophyllen in«
Klare kommt. Diese Ammonitengruppe scheint vor der Hand die am we-
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131
nigsten geeignete, bestimmte Anhaltspunkte für die Unterscheidung der
Schichten an die Hand zu geben, so dass es als ein sehr günstiger Ümstand
zu betrachten ist, dass ausser diesen zweifelhaften Dingen eine Reihe sehr
wohl erhaltener anderer Ammoniten vorliegt, die schon jetzt eine scharfe Son-
derung beider Horizonte möglich macht. Als besonders bezeichnend und an den
Fundorten leicht in die Augen fallend, möchte ich folgende Arten aus der
oben mitgeteilten Liste noch besonders hervorheben:
Ammonites acanthicus Opp.
Ammonites ÜMandi Opp.
Ammonites polyolcus n. sp.
Im Diphyakalk fehlen diese Arten durchaus, wofür andere jener eigen-
tümliche Dinge sich finden (s. u. p. 1 33), besonders Terebratula dyphia selbst.
Dass diese Fossilien nicht nur in Tirol, sondern auch weitverbreitet
im Venetianischen sich finden, sah ich in den Sammlungen in Verona, Vi-
cenza und Padua. Man hatte jedoch nicht Bedacht genommen, die
Ammoniten nach Schichten zu sondern und so findet sich mancherlei bunt
durcheinander, sogar Lias-Ammoniten aus der Lombardei mitten unter
solchen aus dem venetianischen Malm. Derartige Aufstellungen in der Uni-
versitätssammlung zu Padua sind nicht gerade geeignet, dem von auswärts
Kommenden die Orientirung zu erleichtern.
In den Nordalpen fehlen uns vor der Hand Ablagerungen, welche sich
mit den Schichten des Ammonites acanthicus scharf in Parallele stellen Hes-
sen. Allein man hat Andeutungen, dass man dieselben dort wird nachweisen
können. Rothe Ammoniten kalke mit T. diphya sind schon öfters erwähnt
worden (s. unten paläont. Theil T. diphya) und man darf hoffen, dass, wenn
bessere Ammoniten Vorkommnisse vorliegen, man auch diesen unteren Horizont
wird unterscheiden können.
Desto leichter gelingt eine Parallelisirung mit einem Horizonte des
ausseralpinen Malm. Der neuesten Zeit war es vorbehalten, hier auf Grund
einer sorgfältigen Unterscheidung der Cephalopoden Horizonte zu gewinnen,
welche an Schärfe und weiter Verbreitung denen des Lias nicht nachstehen.
Ein solcher Horizont und zwar einer der am bestimmtesten definirten, wurde
von Oppel als Zone des Ammonites tenuilobatns beschrieben. Mit demselben
haben unsere Schichten gemeinsam:
Ammonites acanthicus Opp.
Ammonites Uhtandi Opp.
Ammonites compsus Opp.
Ammonites Strombecki Opp.
9*
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i:$2
Ammonites Rupcllensis d'Orb.
Ammonites Achilles d'Orb.
also G von den oben als den Schichten des Ammonites acanthicus eigenthümlich
angeführten Arten. Wenn also auch A. tenuUobatus selbst noch fehlt, so
reichen doch die sechs identischen Arten vollkommen aus, die Aequivalenz
der alpinen Schichten des Ammonites acanthicus mit den ausseralpinen des
Ammonites tenuUobatus zu beweisen.
Seine Eigentümlichkeiten hat dieser alpine Horizont aber doch.
Einmal die ausserhalb der Alpen unbekannte rothe Färbung des Kalkes,
auf die aber kein besonders grosses Gewicht zu legen istT da der Gehalt an
Eisen, der dieselbe bedingt, ein so sehr geringer ist und nur die für unser
Auge so auffällige Erscheinungsweise hervorruft, dann aber auch eigenthüm-
liches der Fauna, besonders das massenhafte Vorkommen der ausserhalb
der Alpen in diesen Schichten so seltenen Heterophyllen. Auch das Auf-
treten dos A. eurystomus n. sp., eines Perarmaten, verdient Beachtung, in-
sofern es ein sehr spätes ist.
Die Aptyehen stellen sich im Verhältniss zu anderen alpinen oberjuras-
sischen Ablagerungen recht selten ein. Besonders auffallend ist, dass in nicht
zu grosser Entfernung, in der Lombardei sich jurassische Schichten, erfüllt
mit Aptyehen finden, während die Ammoniten selten sind, also ganz das
umgekehrte Verhältniss, wie in Tirol. Leider weiss man über das Alter
dieser lombardischen Schichten nicht mehr, als dass sie dem Malm angehö-
ren, und dem Herkommen gemäss in da« Oxfordien gestellt werden.
Da es sich nun hat nachweisen lassen, dass die Schichten des AmmO'
nites acanthicus mit denen des Ammonites tenuilobatus gleichaltrig sind, muss
ihnen mit diesen auch im System dieselbe Stellung angewiesen werden.
Nachdem Oppel bereits darauf hingewiesen hatte, dass die Schichten mit
Ammonites tenuilobatus wahrscheinlich besser das Kimmeridgien eröffneten,
als das Oxfordien beschlössen, hat sich Waagen') in neuester Zeit be-
stimmt zu Gunsten dieser Ansicht ausgesprochen, so dass ich nicht anstehe,
dieselbe zu adoptiren und fortan die Schichten des Ammonites acanthicus
der Südalpen und mit denselben die Hauptraasse des rothen
Ammonitenkalkes zum Kimmeridgien stelle.
Nach Waagen's Untersuchungen') lassen sich die Schichten des A.
tenuilobatus von Franken an bis in den Kanton Aargau verfolgen, so da»
') Waagen. Verbuch einer allgemeinen ('las'ifieution der Schichten des oberen Jan-
München 1865. l». 1H.
*) Waagen. Der Jura. 1 73 folg.
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133
dieselben mit den Schichten des Ammonites acanthicus zusammen, schon nach
dem jetzigen Standpunkte der Kenntnisse, einen der weitverbreitetsten Hori-
zonte im Malm darstellen, dessen gleichbleibende Erscheinungswei-o in und
ausserhalb der Alpen eine treffliche Basis für weitere Untersuchungen abgieht.
Diphyakalke.
Wir kommen nun zu denjenigen Ablagerungen, welche dem Biancone,
dessen Stellung in der unteren Kreide wir für erwiesen annehmen , unmit-
telbar vorangehen. Es sind dies die eigentlichen, meist rothen, seltener
weissen Diphyakalke, aus denen ich folgende Versteinerungen sammelte:
1. Sphenodus-Zähne.
2. LepidotUB-Zühne.
3. Belemnites cf. semisulcattts Mnst.
4. Belemnites cf. latus Qu.
5. Ammonites InflaL sp.
6. Ammonites lithographkus Opp.
7. Ammonites hybonotus Opp.
8. Ammonites praecox n. 8p.
9. Ammonites ptychoicus Qu.
10. Ammonites getninus n. sp.
11. Ammonites tortisulcatus d'Orb.
1 2. Ammonites ptychostoma n. sp.
13. Ammonites Folgariacus Opp.
14. Ammonites biruncinattts Qu.
15. Ajmnonites Volanensis Opp.
16. Ammonites fasciatus Qu.
17. Ammonites quadrisidcatus d'Orb.
18. Ammonites sp. (Flexuose.)
19. Ammonites vi. Achilles d'Orb.
20. Aptychus curvatus Giebel.
21. Aptychus cf. gigantis Qu.
22. Terebratula diphya Col. sp.
23. Terebratida triquetra Park.
24. Collyrites cf. trigonalis Des.
Unter diesen zahlreichen Arten ist vor allen A. ptychoicus seiner Häufig-
keit wegen ein vortreffliches Unterscheidungsmittel gegen die Schichten des
Ammonites acanthicus. Auch für die Abgrenzung gegen den Biancone be-
halten diese Fossilien ihre volle Bedeutung, besonders in den Fällen, wo
die Unterscheidung wegen der petrographischen Aehnlichkeit schwer wird.
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134
Einige Schwierigkeit bietet nur T. diphya selbst, die sich im Biancone eben-
falls, wenn auch sehr selten, zu finden scheint1).
Wenn die in den Profilen dargestellte Aufeinanderfolge der Schichten
richtig ist und die Diphyakalke somit die Grenze zwischen Jura und Kreide
einnehmen, so entsteht zunächst die Frage, ob sie denn mit mehr Recht
noch mit der einen oder schon mit der anderen jener Formationen ver-
bunden werden. Wenn man sich auch jetzt ziemlich allgemein für eine
Verbindung mit dem Jura entschieden hat, so waren doch die dafür vorge-
brachten Gründe keineswegs sehr schlagend und es scheint nicht unzweck-
mässig, jetzt noch einmal einiges für und gegen zusammenzustellen.
So lange man beide Horizonte der südalpinen rothen Ammonitenkalke
zusammenfasstc, war es allerdings nicht schwer, aus den Ammoniten, die
mit Ammonites acanthicus zusammen vorkommen, den Beweis zu führen, der
rothe Ammonitenkalk gehöre dem Jura an. Da man auch in rothen Kalken
mit Ammoniten zusammen T. diphya fand, so schien es naturgemäss auch
die weissen Kalke, die nach T. diphya führen, mit den rothen Ammoniten-
kalken zu verbinden , um so mehr als das, was von T. diphya aus echtem
Biancone angegeben wurde, sehr unsicher schien und sich auch jetzt noch
auf eine Angabe*) beschränkt. Eine Stütze für die Annahme, T. diphya
gehöre einem Horizonte der Kreide an, gab andrerseits der Umstand ab,
dass aus Frankreich T. diphyoides aus deutlich ausgesprochenem Neokom
citirt wurde und dass man diese T. diphyoides für identisch mit T. diphya
hielt, dass ferner viele Ammoniten, besonders jene aus den höheren Lagen,
sehr viel Analogien mit südfranzösischen Kreideammoniten zeigen, so die
Lineaten, der Planulaten gar nicht zu gedenken.
Zu einer Zeit, wo man auf petrographische Unterscheidungen noch ein
sehr bedeutendes Gewicht legte, musste es vollends gewagt erscheinen, eine
Grenze zweier Formationen mitten in einen durch Uebergange verbundenen
Komplex hineinzulegen. Diese Anschauungen zum Theil waren es, welche
Emme rieh's oben erwähnte Stellung zu der Frage und seine nach seinen
Beobachtungen ganz richtigen Folgerungen bedingten.
Sehen wir, wie die Sache jetzt sich stellt. Die Lagerung kommt uns nicht
zu Hülfe, da Ammonitenkalk und Biancone vollkommen konkordant auf
einander liegen und so allmählig in einander übergehen, dass man wohl an-
nehmen muss, es habe keine besonders tief eingreifende Veränderung der Erd-
oberfläche zur Zeit der Bildung der Grenzschichten stattgefunden und Ver-
') 8. palftont. Theil. T. diphya.
') 8. paliont. Theü. T. diphya.
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schiedenheiten der beiderseitigen Faunen seien mehr Folge der zeitlichen Ent-
wicklung der Organismen, als Folge zerstörender und umwälzender äusserer
Einflüsse. Berücksichtigt man diesen Umstand, so wird man sich nicht
wandern, dass mancherlei ähnliches in beiden Abtheilungen vorkommt und
einsehen, dass es sich hier, wie bei der Unterscheidung benachbarter Schich-
ten überhaupt, nicht darum handeln kann, absolute Grenzen zu ziehen, son-
dern das herauszufinden, was verschieden ist und was gemeinsam. Dann
wird zu entscheiden sein, ob die Aehnlichkeiten oder Verschiedenheiten grös-
ser seien und wenn letzteres erwiesen ist, weiter zu untersuchen, wie sich
diese verschiedenen Dinge, d. h. die jeder Gruppe eigenthümlichen zu Vor-
kommnissen höherer und tieferer Schichten verhalten, um zu sehen, nach
welcher Seite die grössere Verwandtschaft liegt.
Ob also Diphyakalk und Biancone zu trennen sind, ist zunächst zu
untersuchen. 8chon Buch hob das Vorkommen vonFlexuosen im Diphya-
kalk als bezeichnend für denselben im Gegensatz zum Biancone hervor.
Xun fragt ea sich aber, ob nicht die Buch bekannten Flexuosen aus den
Schichten des Ämmohites acanthicits stammten, es konnte das A. compsus,
Strombecki sein, das, was man in italienischen Sammlungen als A. oetdatus
Phil, bezeichnet findet. Lediglich um das Vorkommen von Flexuosen auch
im eigentlichen Diphyakalk anzuzeigen, habe ich den Ammonites flex. sp.
anf Tai. 10, F. 1 . abgebildet, den Prof. O p p e 1 bei F o 1 gar i a fand. Solche
Flexuosen fehlen im Biancone gänzlich. Ebenso fehlen in demselben Pia-
nulaten vom Typus des A. Achilles, die sich im Diphyakalk finden. Dem
Diphyakalk wiederum sind fremd Ammoniten, wie A. Asterianm d'Orb., die
zu den bezeichnendsten des Biancone gehören, nicht minder die ausschliesslich
kretazischen Crioceras- und Ancyloceras- Arten und der echte Belemnites
däatatus. Die Aptychen der Diphyakalk e tragen alle einen jurassischen Ty-
pus, während die geknickten Formen, wie A. Didayi, allein dem Biancone an-
gehören. Unter den Echinodermen ist Dysaster cf. trigonalis sehr häufig im
Diphyakalk, es fehlen Echinodermen überhaupt im tiroler und venetianischen
Biancone. Ganz eigenthümlich sind dem Diphyakalk die oben (p. 133)
genannten Ammoniten, unter denen A. hybonotus und lithographicus besondere
Beachtung verdienen.
Analogien zeigen unsere beiden Gruppen durch das Hinaufgreifen mit
T. diphya identischer, oder doch sehr nahe stehender Formen aus dem Am-
monitenkalk in dem Biancone. Ferner nähern sich die Belemniten dem
Dilatatus-Typus, ohne jedoch die Breite des Dilatatus selbst je zu erreichen.
Verwandtschaft mit Kreidearten, z. B. dem Ammonites asper Mer. zeigt der
A praecox n. sp. aus dem Diphyakalk, doch ist derselbe neu und bestimmt
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verschieden. Eine Reihe Planulaten und Lineaten, auch wohl manche He-
rerophyllen, sind nicht scharf zu unterscheiden, doch kann jetzt noch nicht
mit Sicherheit festgestellt werden, ob dies einer wirklichen Identität, oder
nur einer scheinbaren von Abwaschung und schlechter Erhaltung herrühren-
den, zuzuschreiben ist.
Diesen Analogien gegenüber, die alle beinahe noch einer genaueren Unter-
suchung bedürfen, scheint es auf die oben genannten vielfachen Verschie-
denheiten hin, für jetzt ganz gerechtfertigt, den Diphyakalk von dem
Biancone nach paläontologischen Merkmalen zu trennen. Sollte sich be-
stätigen, dass T. diphya wirklich im Biancone sich findet, so würde es
dann freilich geeigneter sein, die Schichten nach einem anderen Fossil zu
benennen, etwa Schichten dos Ammonites hybonotus und lithographicus.
Die zweite Frage, sind nun diese vom Biancone getrennten Di phy a-
kalke noch mit demselben zusammen der Kreide einzureihen, oder aber,
der bisherigen Anschauung folgend, im Jura zu belassen, ist, um alle Wahr-
scheinlichkeitspunkte bei Seite zu lassen, entschieden durch das Vorkommen
jener beiden Ammoniten, die ich eben eventuell für die Benennung der
Schichten vorschlug, im lithographischen Schiefer von Solenhofen. Die
Solenhofen er Schiefer sind unzweifelhaft jurassisch, die dort gefundenen
Ammonites hybonotus und lithoyraphious identisch mit jenen von SüdtiroL
es kann also kein Zweifel mehr darüber bestehen, dass auch die betreffenden
rothen Ammonitenkalke jurassisch seien. Da auch gewisse, meist über den-
selben liegende und auch mit denselben wechselnde hellere Kalke noch T.
diphya und vor allem A. ptychoicus führen, sind auch diese noch in den
Diphyakalk einzubegreifen und die Grenze zwischen Jura und
Kreide erst über denselben zu ziehen.
Eine weitere interessante Folgerung gestattet uns das Auftreten der
beiden genannten Ammoniten. Es ist allgemein angenommen, dass die So-
lenhofener Schiefer der Kimmeridgegruppe angehören, wir sind also in der
Lage das Resultat auszusprechen : dass die Diphyakalke des südlichen
Tirols und des Veneti anischen, in der paläontologischen Be-
grenzung, wie sie oben aufgefasst wurden, gleichzeitige Abla-
gerungen mit den plattigen Kalken .von Solenhofen, Nusplingen
und Cirin in Südfrankreich sind und dass man sie gleich jenen
in die Kimmeridge-Gruppe zu stellen habe. Letzteres Resultat, die
Zugehörigkeit zur Kimmeridge-Gruppe, folgt übrigens schon aus der Stellung
der Schichten des Atmnonites acanthicus, vorausgesetzt, dass die Diphyakalke
überhaupt in den Jura gestellt wurden.
Trotzdem, dass man Kimmeridge- Schichten sehr verbreitet rindet und
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mancherlei Arbeiten über dieselben vorliegen, ist es bis in die neueste Zeit
noch nicht gelungen, scharfe mit Sicherheit an entfernt gelegenen Punkten
wieder erkennbare Horizonte zu gewinnen. Die Beschaffenheit der Meere
scheint eine solche gewesen zu sein, dass eine sehr mannichfaltige Differen-
zirung, sowohl der Faunen, als der sie umhüllenden Ablagerungen zur Aus-
bildung gelangte. Ausführlicher über diesen Punkt hat Waagen1) in sei-
nem Jura gehandelt und nachgewiesen, dass gerade die Ammoniten, die wegen
ihrer weiten Verbreitung zur Aufstellung von Horizonten am geeignetesten
erscheinen, uns hier meist im Stiche lassen. Das Auffinden von A. hybo-
natus und lithographicus muss daher als ein glücklicher Umstand betrachtet
werden, da sich aus demselben ergiebt, dass zur Zeit der Ausbildung der un-
teren Kimmeridge-Gruppe (Zone des A, sUraspis) das Meer, aus dem sich
die Schichten, die Waagen als Facies des lithographischen Schiefers be-
schrieb, niederschlugen, eine sehr grosse Yerbreitung hatte und dass die
betreffenden Schichten als ein Hauptanhaltspunkt bei Untersuchungen über
Schichten ähnlichen Alters zu gelten haben.
Marcou unterschied bekanntlich in der Juraformation, nach Analogie
der Verhältnisse in den Meeren der Jetztzeit, verschiedene zoologische Pro-
vinzen, so eine province hispano-alpine und eine province normando-bour-
guignone. Letzterer gehören die fränkisch-schwäbisch-schweizerischen, ersterer
die alpinen Ablagerungen an. Eine solche Trennung scheint z. B. beim Po-
sidonomyengestein ganz gerechtfertigt, hier liegen in der That sehr verschie-
dene Faunen vor, und das alpinen und ausseralpinen Ablagerungen Gemein-
same ist sehr spärlich gestreut. Viel weniger ist dies bei den Schichten des
Amnwmtcs acanthicus der Fall. Abstrahirt man von der rothen Färbung,
so könnten die Ammoniten von Südtirol auch von Schwaben oder
Franken stammen; in beiden Fällen liegen Cepbalopodenfacies, nicht wie
im oberen Dogger, ganz eigenthümliche Brachiopodenfaunen vor. An Ab-
weichungen fehlt es zwar nicht, wie dem Auftreten der Heterophyllen, allein
sollten diese hinreichen, die Aufstellung einer besonderen Provinz zu recht-
fertigen? Bei den Diphyakalken möchte man sich der Annahme einer ge-
sonderten Provinz wieder zuneigen, indem die Verschiedenheiten der Faunen
sehr vor dem Identischen zu überwiegen scheinen, allein auch hier lässt sich
nachweisen, dass der Gegensatz des sog. alpinen und ausseralpinen Kimmerid-
gien nur der zwischen näher an demUfer gelegenen und offenen Meeresbildun-
gen ist (s. u. p. 139). Jedenfalls ergiebt sich, dass man von zoologischen Pro-
vinzen nicht wohl für den ganzen Jura sprechen kann, da sich evident innerhalb
•) Waagen, der Jura. p. 205.
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der Ablagerungszeit desselben Veränderungen zugetragen haben, welche die
Verrückung der Grenzen zoologischer Provinzen sehr wohl zur Folge haben
konnten. Will man für zwei Abtheilungen wie die dos oberen Dogger und
des Malm eine gleiche Begrenzung der Provinzen annehmen, so wendet man
einen gleichartigen Begriff auf »ehr ungleichartiges an. Bei alledem muss
aber hervorgehoben werden, dass dem Princip nach die Aufstellung zoolo-
gischer Provinzen ungemein fruchtbringend ist und es in noch viel höherem
Grade werden wird, wenn wir dem Anfang der Untersuchungen in diesem
Gebiete etwas ferner stehen werden und die Möglichkeit vorliegen wird, die
Begrenzung zoologischer Provinzen für vertikal nur wenig mächtige Schich-
ten festzustellen. Möglichst vollständige Aufsammlungcn der Petrefakten
und genaues Festhalten des Lagers wird, um dem näher zu kommen, vor
allem im Auge zu behalten sein.
lieber die weitere Verbreitung der Diphyakalke kann wenig sicheres
gesagt werden. Dass die Ablagerungen des mittleren Italien,1) auf Mal-
lorca8) und in den Ampezzaner Gebirgen3), sowie am Nordabhang der
Alpen4) an einzelnen Punkten hierher gehören, scheint wohl bestimmt. Ebenso
dürften die Ablagerungen der Tatra (der Klippenkalk) wenigstens z. Th.
hierher gehören, wenn auch manche der von Zeu sehne r abgebildeten For-
men in tiefeien Horizonten liegen könnten. Es ist zu hoffen, dass eine
Bearbeitung der Cephalopoden jener Gegend Aufschluss geben wird, da die
bisher bekannt gewordenen Listen zu verschiedenartiges untermischt zeigen.
Das früher nach Buch häufig angegebene Vorkommen der Terebratida
diphya von Induno in der Lombardei ist sehr unsicher, seit Süss*) selbst
darauf aufmerksam gemacht, da*s das, was er als T. diphya von dort auf-
führte6), vielleicht einer anderen, Manischen Spccies angehörte. Ich habe in
Mailänder Sammlungen T. diphya nicht gesehen. Unzweifelhaft scheint
T. diphya bei Gre noble in dem hellen Kalke der porte de France zu liegen.
Die Angabe von Dubois de Montpereux7) von Baktschi-Serai aus der
Krimm, könnte auch auf Kreide zu beziehen sein.
') Spada Lavini u. Orsini. Bull. soc. gool. 2 8«'r. XII. p. \'>(V>.
T) Marcou, Letrres Sur le« roclies du Jura. p. '22'}.
3) Richthofen, Beschreibung von Predaszo etc. p. lijf>.
*) Jahrb. geol. Reichsanst. IV. 770. 1S.'>3.
Bronn, Leonh. Jahrb. 18i>4, p. 694.
*) Süss, Brachiopoden dor HalJtstatter Schichten, p. 31.
•) Süss, Terebratida diphya. Sitzungsberichte Wiener Akademie. VIII. Taf. 31,
f. 18, 19.
') Dubois de Montpereux, Toyage autour du Caucase. V. p. 400. VI. p. 350.
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139
Der Nachweis der so innigen Zusammengehörigkeit des südalpinen Dy-
phyakalkes mit den lithographischen Schiefern von Solenhofe n liefert einen
sicheren, auf paläontologische Thatsachen gestützten Beweis jener geistreichen,
von Beyrich1) bereits im Jahre 1844 ausgesprochenen Ansicht über die
Entstehung der oberjurassischen Kalke von Ernstbrunn, Xikolsburg,
Stramberg und Krakau im Vergleich zu dem Klippenkalk von Puchow
und Rogoznik. Nach ihm sind die Diphyakalke (Klippenkalk) ent-
fernter vom Ufer, die Straraberger Kalke mehr in der Nähe des festen
Landes gebildet. Ganz das gleiche Verhältniss ist gestattet zwischen den
Ablagerungen mit T. diphya in dem mittleren Theil der Alpen, sowohl auf
der jetzigen Nord- als der Südseite und den Solenhofener Schiefern anzu-
nehmen. Diese bildeten sich nicht sehr entfernt vom Ufer des grossen
mitteleuropäischen Kontinentes und die mannichfach verschiedenen Verhält-
nisse des Meeresgrundes, der Wechsel von Korallenriffen und stillen, durch
dieselben vor der Brandung de» offenen Meeres geschützten Lagunen und
Buchten, sowie die mannichfach verzweigten Strömungen wurden Ursache
der so verschiedenartigen Ausbildung der zoologischen Facies, wie sie in
neuerer Zeit in der Zone des Ammonitcs steraspis nachgewiesen wurden.
Die rothen Kalke hingegen mit ihren zahlreichen Cephalopoden und der
T. diphya sind ausschliesslich ein Produkt der hohen See. Ebenso mag
auch das Verhältniss zwischen den Plattenkalken von Cirin und den Di-
phyakalken der Porte de France bei Grenoble sein.
Hohe See heisst jedoch in diesem Falle nur offenes, nicht etwa zugleich
tiefes Meer. Eine bedeutende Tiefe für das Diphyameer anzunehmen, scheint
nicht geboten, nur mag die ruhige und gleichmüssige Ablagerung des Ma-
terials der Schichten nicht wie bei den lithographischen Schiefern durch
schützende Korallenriffe, sondern durch andere, für den Augenblick noch
nicht nachweisbare Ursachen bedingt gewesen sein. Unter allen organischen
Resten aber, die wir in den Kimmeridge- Schichten finden, sei es im litoralen
Gürtel, sei es in denen entfernter von der Küste entstandenen, werden die
Cephalopoden unser Interesse vom geologischen Standpunkt aus am meisten
in Anspruch nehmen dürfen, da sie vermöge ihrer Organisation von dem
Hauptbezirke ihrer Existenz aus nach andern Gebieten gelangen und zum
Beweismittel für das Alter derselben werden konnten in verhältnissmässig
kurzen Zeiträumen, in welchen es für Gastropoden beispielsweise nicht mög-
lich war, eine Wanderung auszuführen.
') Beyrich. Ueber die Entwicklung des Flotzgebirges in Schlesien. Karsten'* Arohiv
f. Mineral. Bd. XVIII. 1844.
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140
Während nun aber in den alpinen Territorien auf die Diphyakalke
unmittelbar Gesteine folgen, die wir der Kreide zuzählen müssen und die
sowohl nach ihrer Gesteinsbeschaffenheit, als nach ihren organischen Resten
sich unter sehr ähnlich bleibenden Verhältnissen gebildet haben, treten in
der Nähe des Ufers noch mannichfaltig entwickelte lokale Schichtenkomplexe
auf, die denn auch, da sie eben ihre Entstehung lokalen Einflüssen verdanken,
auch nicht sich allgemein verbreitet werden nachweisen lassen. So z. B. die
Purbcckschichten, die, aus einem Wechsel reiner Süsswasser- und bra-
kischer Ablagerungen bestehend, sich nur an den Ufern grosser Kontinente ge-
bildet haben können. Zwischen Diphyakalk und Biancone vermissen wir
etwas Aehnliche8, denn es fehlten die Ströme süssen Wassers und die Aestuarien.
Will man solche lokale Bildungen in eine Tabelle einzeichnen, welche
die gleichzeitige Entstehung der entfernt von einander entstandenen Ab-
lagerungen übersichtlich zur Darstellung bringt, so müssen sie wohl neben
Ablagerungen gestellt werden, die eine sehr andere Ausbildung zeigen. So
müssten z. B. Purbeckschichten neben Diphyakalke eingereiht wer-
den, denn da sich keine Trockenlegung des Diphyameeres vor der Ablagerung
des Biancone annehmen lässt, so müssen auch nothwendig die Purbeck-
schichten in England und der Schweiz zu einer Zeit sich gebildet nahen,
wo alpine Territorien unausgesetzt vom Diphyameer bedeckt waren. 8olche
Verhältnisse weison auf die Nothwcndigkeit hin, selbst in solchen so gleich-
artig ausgebildeten Schichten, wie der Diphyakalk, auch auf die feinsten
Unterschiede der Reste derjenigen Thiere aufmerksam zu sein, welche einer
weiten Verbreitung fähig waren. Gelingt es uns z. B., im Diphyakalk
zwei Ammonitenformen nachzuweisen, welche sich sehr nahe stehen, so dass
die eine kaum von der anderen verschieden scheint, aber konstant die eine
einen tieferen, die andere einen höheren Horizont einnimmt, und finden wir
dann in einer Ablagerung, die dem Purbeck unmittelbar vorangeht, nur
die ältere dieser beiden Formen wieder, so wird es gestattet Bein anzu-
nehmen, dass die Purbeckschichten sich bildeten, während im Diphya-
meer die jüngere Art lebte. Weit entfernt also, dass diejenige Richtung
der Paläontologie, die auch auf feine Unterschiede der Schalen reste gewisser
fossiler Mollusken Gewicht legt, sich von vorneherein mit gewissen allge-
meinen Anschauungen in Widerspruch setzt, zu denen die neueren Ergeb-
nisse zoologischer Untersuchungen der lebenden Thiere hinzudrängen scheinen,
giebt sie im Gegentheil nur Mittel an die Hand, durch eine genaue Dar-
legung der zeitlichen Aufeinanderfolge verschiedener organischer Gestaltungen
überhaupt das Material für den Beweis zu liefern, ob jene Anschauungen all-
gemeine Beachtung verdienen oder nicht.
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141
Verbreitung und Lagerung des Dogger und Malm in Südtirol.
Es ist eine schon mehrfach hervorgehobene Thatsache, dass der Aufbau
der nördlich und südlich an die krystallinischen Centralniassen der Alpen
angelagerten Sedimentairgebirge ein sehr verschiedener ist. Zeigen die Nord-
alpen von der Schweizer Grenze bis gegen Wien hin eine Reihe paralleler,
langhinstreichender Ketten, so gliedern sich dagegen die Südalpen in meh-
rere kürzere Gruppen, die stufenförmig nebeneinander gestellt, in ihren archi-
tektonischen Verhältnissen eine grosse Mannichfaltigkeit zeigen. Eine dieser
Gruppen bildet die Lombardei, eine zweite das östliche und südliche Süd-
tirol, eine dritte die Umgebungen von S. Cassian, eine vierte endlich die
Venetianer Alpen. Alle diese Gruppen hängen jedoch unter einander zu-
sammen und die Verschiedenheit ihres Aufbaues ist lediglich eine Folge der
mannichfaltigen Gliederung der centralen Massen, an die sie sich anlehnen.
In kurzen, klaren Zügen hat Hauer1) die lombardischen Alpen ge-
schildert. Mit vorwaltend westöstlichem Streichen ziehen dieselben in meh-
reren Parallelketten, die mannichfach unregelmässig in einander greifen,
längs dem Südrande der Veltliner Glimmerschiefermasse hin und Stessen
im Osten an den nordsüdlich auslaufenden Adamellozacken, den sie
rings umsäumen und sich durch die südliche Umwallung mit den tiroler
Alpen in Verbindung setzen.
Wirft man einen Blick auf eine geognostische Uebersichtskarte, so fallt
sogleich in die Augen, wie an der Westgrenze Südtirols die Grenze der
krystallinischen Gesteine gegen die Kalkgebirge um eine weite Strecke gegen
Norden verworfen erscheint, um dann wieder gegen Osten hin in derselben
Richtung wie in der Lombardei zu verlaufen. Es entsteht so ein gegen
Südosten offener Busen, den in früheren Zeiten die Kalkmassen ganz erfüllt
haben mögen, so dass dieselben eine zusammenhängende Masse bildeten.
Gewaltige in verhältnissmässig neuer Zeit erfolgte Hebungen brachten jedoch
bedeutende Veränderungen hervor. Es wurde nämlich in Mitten dieses
Busens, etwa gleich weit von beiden Grenzen entfernt, die Granitmasse der
Cima d'Asta und mit ihr, beide in erstarrtem Zustande*), das Porphyr-
') Hauer, Erläuterungen etc. Jahrb. geol. Reiehsunst. isTif». p. 44*>.
t) Die Annahme einer Hebung beider Arme der üabel, des Adamellogebirges
uud der Cima d'Ast a-Maase, scheint sich mir aus den LagerungjverhAltnisäen der Sedi-
mentairmassen zu ergeben, die auf einen Druck von zwei Seiten her deutet. Ich sehe ab
ron der ersten Entstehung der eruptiven Maasen, bei der sehr andere Verhältnisse zu be-
rücksichtigen sind, ss. Ii. die stöchiometri'eh verschiedene Zusammensetzung deä Cima
d'A s ta -Gesteint und des Adamello-Oesteins, die auf verschiedene Eruptionsepochen
deuten. (Scheerer, Jahrbuch 186-i. p. 398.)
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142
plateau1) von Bötzen emporgetrieben, so dass die bisher zusammenhängen-
den Kalkmassen in jene drei oben genannten Gruppen zerfielen. Die Por-
phyre sprengten zunächst die ihnen auflagernden Dolomit- und Kalkmassen
und trennten so einerseits die Süd tiroler, andrerseits die S. Cassianer
und Venetianer Masse von einander. Letztere beiden stehen in so innigem
Zusammenhang, dass man sie kaum trennen möchte, der Unterschied ist nur
der, dass die eine mehr plateauartig, die andere mehr in Form eines zusammen-
hängenden Zuges angeordnet ist. Wir haben es hier nur mit der Süd tiroler
Masse und der südlichen die Verbindung zwischen Südtirol und dem Ve-
netianischen einer-, dem Lombardischen Gebiete anderseits vermitteln-
den Parthien zu thun und betrachten den Aufbau derselben etwas eingehender.
Die Hauptmasse dieser Gebirge bilden die Dolomite der T ri as und die grauen
Kalke des Dogger. Während aber die Dolomite wegen des Mangels der
Schichtung keinen Aufschluss über den Bau des Landes und den einstigen
Zusammenhang der jezt getrennten Massen geben, sich vielmehr nur in ge-
schlossenen Massen erheben, gestatten die wohlgeschichteten Kalke eine sehr
schnelle Orientirung über diese Verhältnisse. Ich verbinde daher diese kurzen
Betrachtungen der Architektur des Landes mit der Angabc des Vorkommens
jener Gesteine, welche uns zur Erkenntnis» der Lagerungsverhältnisse am
schnellsten verhilft.
Wie schon früher erwähnt, bilden die Unterlage aller anderen Sedi-
mentairgesteine im südlichen Tirol die Saudsteine und der Muschelkalk.
Diese Gesteine sehen wir denn auch, besonders die ersteren, in einem bei-
nahe ununterbrochenen Zuge au der Grenze der Glimmerschiefer- und Thon-
schiefermassen gegen die Dolomite hinziehen. Wegen ihrer verhältnis-
mässig geringen Mächtigkeit konnten diese Schichten bei einer Hebung
leicht mit emporgebogen werden, ohne an ihren Rändern zu bersten oder
sich gewaltsam aufzustauchen. Etwaige Risse und Knickungen, mehr gegen
die Mitte der Mulde, blieben unter der Decke der jüngeren Massen ver-
borgen und wareu für die Gestaltung der Oberfläche von so gut wie keinem
Einfluss.
Sehr anders verhielten sich die Dolomite und Kalke. Sie setzten einer
Hebung und sanften Auf biegung einen sehr gewaltigen Widerstand entgegen
und mussten, da sie einerseits von der Adaraellokette, andrerseits vom
Porphyrplateau und der Cima d'Asta wie von einer Gabel gehoben
und zusammengepresst wurden, in eine Reihe paralleler Streifen bersten.
') Eine Porphyrmasse liegt auch südlich am Ratide des Adamellozuges and hat
dort eine ähnliche Rolle gespielt.
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143
In der That sehen wir denn auch die ganze Südtiroler Sedimentairmasse
in wunderbar regelmässiger longitudinaler Anordnung.
Zwei Abtheilungen lassen sich im ganzen Südtirol leicht unterscheiden :
eine nördliche, etwa vom Lago di Mol veno an bis hinauf nach Lana,
südlich Meran, wo die letzten Sandsteine sich dem Porphyr auflegen, und
eine südliche, vom Lago di Mol veno abwärts bis an die lombardisch-
venetianische Ebene. Die erstere, schmälere, wird ausschliesslich von einer
Mulde eingenommen, deren oberer Theil ganz vom Porphyr unterlagert
wird, so dass auch dieser lüer, in sich selbst gedrängt durch die mächtige-
ren seitlichen Massen, gebrochen erscheint; die zweite nimmt zwar in der
Mitte auch noch eine Mulde ein, der Richtung nach die Fortsetzung jener
ersten, allein zu beiden Seiten ihrer Flügel haben sich noch eine Reihe
paralleler Streifen abgetrennt, deren Grenzen jetzt durch Hauptllussläufe
und Thäler bezeichnet werden. Südlich der Cima d'Asta und des Ada-
me Uozuges, wo die Kalkmassen nicht mehr einen seitlichen, von Osten
und Westen wirkenden Druck auszuhalten hatten, sondern nur einen von
Norden nach Süden gerichteten, dem von Süden her nur ihre eigene Masse
entgegenwirkte, erfolgte auch keine solche gewaltsame Borstung und Stauch-
ung, sondern nur eine Hebung, welche den Schichten anfangs den Cha-
rakter eines Plateau, dann eines sanft südlich einfallenden Zuges ertheilte.
Wandert man daher eines der Tiroler Hauptthäler von Norden nach Süden,
so korrespondiren die beiden Gehänge der Thäler nicht; hat man auf einer
Seite lauter Schichtenköpfe, so zieht sich auf der anderen eine Schichtober-
fläche von unten bis oben auf den Gipfel. Anders in den Umgebungen von
Val Astica und den Sette Communi im Vcnetianischen, wo die Thäler
einfache Brüche sind, ohne alle oder nur mit geringer Verwerfung, und
beide Gehänge korrespondiren. Dort, von beiden Seiten gepresst, schoben
sich die einzelnen Schollen beinahe übereinander, hier erlitt der ganze
Komplex nur einige Brüche, meist parallel der Ilobungsaxe.
Die nördliche jener Tiroler Mulden lässt sich nach dem Hauptthal, welches
ihr folgt, als die Nonsberger Mulde bezeichnen (Val di Non). Der
Bau derselben ist sehr einfach, wie sich aus einem der von dem Montani-
stischen Vorein mitgetheilten Profile von Kaltem nach der Ilmen spitz
ergibt. Auf dem Porphyr liegen die Sandsteine der Trias, dann Kalke,
Richthofens Mendoladolomit und wohl auch geschichtete Kalke des Dog-
ger, doch kann ich dies nicht mit Sicherheit angeben, da ich diese Gegend
nicht besuchte. Den mittleren Theil der Mulde nehmen Ammonitenkalke
und Kreidegesteine ein. Gegen Osten hingen die Gesteine einst mit denen
der Umgebungen von S. Cassian zusammen, allein ein im Porphyr er-
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14%
folgter Bruch und die in demselben gewaltige Thätigkeit der Gewässer
(Etsch) führte alle jüngeren Gesteine hinweg, so dass jetzt grössere zu-
sammenhängende Massen von Sedimentairgesteinen über das Porphyrplateau
weg erst in einer Entfernung von einigen Meilen zu linden sind.
Nahe am südlichsten Ende dieser Mulde durchbricht die Noce den
üstflügel, um sich mit der Etsch zu vereinigen und entblösst so jene
Schichten im Querbruch, die Emmerich beschrieb.
Die zweite, südlichere Mulde ist bezeichnet durch eine Linie vom Lage
di Molveno an bis etwa nach dem Lago di Tenno und kann nach dem
grössten in derselben liegenden Orte die Mulde von Stenico genannt wer-
den. Während die Nonsberger Mulde rein nordsüdlich streicht, hat die-
jenige von Stenico eine etwas nordost-südwestlichere Richtung, schliesst
sich aber der vorigen ziemlich uumittelbar an und ist auf dieselben Ent-
stehungsursachen zurückzuführen. Die Flügel beider hängen auch unmittel-
bar zusammen, indem die Kalke des Dogger über den Nocedurchbruch
bei Mezzo Tedesco hinwegsetzen nach Mt. Paganella, dann über die
Sarca nach Mt. Casal und Mt. Biaina, hier aber plötzlich abbrechen
und südlich sich nicht mit Sicherheit weiter verfolgen lassen.
Den Westflügel bildet die südliche Fortsetzung des Zuges der Ve-
dretta in Mt. Gaverdina, Mt. Pari bis an den Querbruch bei Pönale
am Lago di Garda. Von hier an geht dieser Westflügel in die grosse
plateauartige Masse über, welche den östlichen Theil der südlichen Umwal-
lung der Adamellomasse bildet. Die Beschaffenheit der Dolomitenmassen
und Kalke, welche diese Gebirge zusammensetzen, wurde schon oben an-
gegeben und auf die noch sehr zweifelhafte Natur, besonders der schroffen
Gipfel am Westufer des Lago di Garda, hingewiesen (p. 99).
Im Westen der Mulde von Stenico ist kein deutlicher Parallelzug
mehr ausgebildet, nur Andeutungen von solchen liegen in einigen Thälern,
wie im Val di Conzei am Lago di Ledro. Die Dolomite nehmen bei-
nahe den ganzen Kaum ein und sie zeigen immer mehr Neigung zu regel-
los nebeneinander gestürztem Massenbau, als zu einer Anordnung in Zügen.
Die Unterlage derselben bilden die Halobienschichten und diese deuten
dann auch bei Pieve die in Profil VII besprochenen Lagerungsverhältnisse
an. Eine lange Spalte, bezeichnet durch den oberen Lauf der Sarca, die
Einsattlung bei Koncone zwischen Sarca und Chiesa, den mittleren und
unteren Lauf der Chiesa von Pieve bis hinab an den Lago d'ldro,
bezeichnet die westlichste durch die seitliche Zusammenpressung entstandene
Verwerfung. Schroff sind die Gesteine des linken Ufers abgeschnitten gegen
die des rechten und die untere Trias, auf diesem noch deutlich gegen
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145
Osten einfallend zu beobachten, scheint an jenem tief unter die Thalsohle
gesunken.
Auf der Ostseite der Mulde läuft jener ausgezeichnete Zug, von dessen
beiden Hauptgruppen, die sich als das Orto d'Abrara und Mt. Baldo-
gebirge bezeichnen lassen, mehrere Profile mitgetheilt wurden. Hier ist
die Lagerung eine so in die Augen springende und die Charakterisirung
der Schichten petrographisch und paläontologisch eine so scharfe, dass diese
beiden Züge als wahre Musterbeispiele für geognostische Demonstrationen
betrachtet werden könnten. Besonders der Mt. Baldo verdiente nicht nur
auf einer Karte genau geologisch kolorirt, er sollte auch im Relief aufge-
nommen werden. Hebungen, Fallen und Streichen der Schichten, Ab-
rutschungen, Verhalten eruptiver Gesteine gegen die sedimentairen , alles
würde sich mit einem Blicke übersehen lassen. Steil erheben sich beide
Züge im Osten aus dem Etschthal, an manchen Stellen vom Flusse bis auf
die Kammhöhe hinauf in einem Absturz, sanfter fallen sie nach Westen ab,
der Orto d'Abram gegen das Sarcathal, das Mt. Baldogebirge gegen
den Gardasee, letzteres jedoch weniger auffallend, indem mancherlei
Brüche und Abrutschungen nach dem See hin die Verhältnisse unklarer
erscheinen lassen. Stets liegen die Köpfe der Schichten nach Osten und es
ist interessant, das Etschthal von dem Punkte an zu durchwandern, von
wo es im Besondern den Namen Val Lagorina (Läger-Thal) führt, um
zu sehen, wie in mehr als tausend Fuss Mächtigkeit die grauen Kalke des
unteren Dogger in ungestörter Folge aufeinander gebaut sind, nur wenig
nach oben oder unten verbogen, so gegenüber Marani, Ala, bis hinab
nach Ceraino. Diese Kalke bilden die Hauptmasse des Gebirges und
ihnen scheinen sich südlich in der Gegend der Chiusa die sandigen Oolithe,
die hier zu beiden Seiten des engen Flussbettes anstehen und bei Dome-
gliara noch in schroffen Wänden die Unterlage der Ammonitenkalke
bilden, im selben Niveau anzulegen. Mit Sicherheit konnte ich diea Ver-
Jiältniss nicht verfolgen, wie ja denn überhaupt die genauere Gliederung
und Aufeinanderfolge aller einzelnen Schichten des unteren Oolithes eine
noch zu lösende sehr anziehende Aufgabe bildet. Die Dolomite der oberen
Trias treten nur an der Ostseite unten am Flusse an einigen Punkten auf
und führen hier auch die bezeichnenden Fossilien.
Als eine bezeichnende Eigentümlichkeit dieser beiden Gebirgsgruppen
wurde schon oben das Auftreten von Längsspalten parallel der Hauptrich-
tung bezeichnet. Eine ganze Reihe derselben lassen sich besonders an dem
östlichen Abfall verfolgen und sind hier die Ursache der vielen schmalen
Terrassen und kleinen, scheinbar zusammenhangslos neben die Hauptmasse
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gestellten Vorgebirge. Betrachtet man z.B. den Orto d'Abram von einem
hohen, entfernt gelegenen Punkte her möglichst im Querschnitt, also recht-
winklig gegen das Etschthal, so erscheint derselbe als ein gewaltiges un-
gleichseitiges nahezu rechtwinkliges Dreieck, dessen rechter Winkel in der
Kammlinie liegt und dessen Basis die grösste Seite bildet. Parallel mit der
mittleren Seite fallen die Schichten nach W. ein, und je hoher man an der
kurzen Seite heraufsteigt, desto jüngere Schichten trifft man. Bei näherer
Untersuchung findet man aber, dass diese kurze Seite nicht immer in einer
Flucht emporzieht, sondern mannichfaltig abgestuft ist, was dem Gesammt-
charakter der Form aber keinen Eintrag thut. Eine Reihe solcher Stufen
wurden im ersten Profil, eine andere, vor dem Orto d'Abram liegende, von
Nomi beschrieben.
Jede derselben enthält ziemlich bis nach oben die ganze Schichtenfolge
und wenn das naturgemäße, streifenförmig angeordnet«, der obersten Schich-
ten nicht so deutlich auf einer geognostischen Karte in die Augen springt,
so hat das seinen Grund in dem Umstände, dass die nur wie eine dünne
Decke aufgelagerten Ammonitenkalke und Kreidegesteine bei der Hebung
häufig zerrissen und dann durch gewaltige, lang andauernde Abwaschungen
auf kleine Schollen reduzirt wurden. Legt man der Untersuchung aber die
Kalke des Unteroolithes zu Grunde, die die Hauptmasse der Gebirge bilden,
so wird man das angedeutete Gesetz immer leicht herausfinden. Dass sich
auch unten in den Thälern, nicht blos auf der Kammhöhe die Diphyakalke
finden, widerspricht dem nicht, eigentlich müssten sie ja, wäre eine Auf-
richtung solcher GOOO' hoher Gebirge ohne eine Menge lokaler Brüche und
Ueberstürzungen möglich, den ganzen westlichen Abhang einnehmen. Solche
tief liegende Schollen sind z. B. die bei Tor hole.
Oestlich vom Etschthal zeigen noch die Westgehänge der Gebirge west-
liches Einfallen, so sehr auffällig der Finonchio bei Roveredo und
der Monte Zara. An letzteren besonders streichen die grauen Kalke von
Marco bis hinauf nach dem Kamme, stundenweit wie eine flache Tafel
dem Gebirge angelehnt. Die weicheren, zwischen die harten Kalkbänke
eingelagerten Schichten, wurden hier Ursache des gewaltigen Bergsturzes,
der das ganze Etschthal erfüllt. Aehnliche Rutschungen, wenn auch nicht
in so grossartigem Maassstabe, finden sich vielfach, so westlich vom Monte
Baldo gegen Torbole und gegen den Gardasee.
Gegen Osten zeigt der Monte Zara zum letzten Mal die Dachziegel-
stellung, indem er zwischen Albaredo und Mattassone die Köpfe seiner
Schichten gegen Osten kehrt und von Val Arsa das Ansehen des Schnittes
eines Buches gewinnt, in welchem die grauen Kalke des unteren Dogger die
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Blätter bilden. Auf der anderen Seite über Valmorbia und Pozzachio
setzen sich die grauen Kalke fort und es tritt so der durchgreifende Unter-
schied der Thäler von Val Arsa und Etachthal hervor; dieses verwirft
die Schichten gegeneinander, jenes bildet einen einfachen Riss, zu dessen
beiden Seiten die Schichten korrespondiren. Yal Arsa analog sind alle
die Thäler gebaut, welche das Gebiet von hier gegen Osten bis an die
YII Communi und gegen Norden bis an Val Sugana durchfurchen.
Das etwas gegen NW. gerichtete Einfallen am Cotsanto rührt von der
Hebung der Umgebung von Recoaro her. Die untere Trias hob die ge-
waltigen Dolomitmassen des Pasubio und diese die auflagernden grauen
Kalke, die sich dann der allgemeinen Fallrichtung entgegen, etwas nach
N. hin senken mussten. In den Umgebungen von Fol gar ia kamen die
beiden hebenden Kräfte, die südliche von Recoaro und die nördliche all-
gemeine, ziemlich in 's Gleichgewicht, dieselben stellen daher auch den
Plateaucharakter ziemlich rein dar. Von hier an gegen Osten gewann die
von Norden nach Süden gerichtete Hebung die Oberhand und die sanfte
Neigung aller Schichten nach SSO., die sich von Val Astica an über die
VII Communi hin bemerklich macht, ist das Resultat derselben. Für die
grauen Kalke des unteren Dogger sind diese Gegenden nächst den beiden
Längszügen des mittleren Tirol, die interessantesten. Ueberall treten die-
selben in schönen Profilen zu Tage. Ausser den bereits geschilderten, sah
ich noch folgende Punkte, welcho auch für weitere Aufsammlungen von
Petrefakten besonders geeignet erscheinen.
Das ganze Massiv des Cotsanto über den Dolomiten und unter der
Kuppe rother Ammonitenkalke, wo über Valmorbia, nachdem man den
Dolomit und einen in demselben auftretenden Melaphyrgang überstiegen
hat, die erbsengrossen Oolithgesteine mit den abgerollten Nerineen auftreten,
die bei Bosagno unter dem Posidonomyengestein erwähnt wurden und
jenseits des ersten Kammes (tiefer liegend) die Chenmitzia terebra, Thracia
tirolensis und besonders die Bivalven (Megalodon putnihts) ganze Schichten
erfüllen. Hinab nach Trambilleno und hinter diesem Orte über der
„Cluse" der Lena legen sich schön die Schichten der Rhytichonella bilo-
bata auf. Die Tiefe von Val Terragnola bilden Dolomite, auf sie folgen
die versteinerungsreichen grauen Kalke über Piazza und unmittelbar unter
der Kante vor Serrada Schichten der Khynchottdla Ulobata und Ammo-
nitenkalke. Zwischen Serrada und Folgaria treten die grauen Kalke
mehrfach unter dem Ammonitenkalk hervor und sind dort reich an klei-
nen Brachiopoden und Megalodon pumilus, so besonders gleich nördlich
von Serrada im "Walde (ua der Mont. Karte) und im Thal bei Mezzo
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Monte dem Fundorte von Oümbela Meyalodon triqucter var. putnilus, irr-
thümlich als von Maison Monte bezeichnet. Unter dem Ammonitenkalk,
der vom Gipfel des Finonchio zusammenhängend bis an die Anfänge von
Val Astica streicht, setzen die grauen Kalke hinauf nach dem Val di
Sol, dessen östliches oberos Gehänge sie einnehmen, nach den Alpen am
Monte Pomin, wo sie besonders unter dem Grenzstein No. 14 ungemein
reich an Versteinerungen sind und nach dem weiteren Verlauf des Val
Astica bei Lavarone, Noselari und Pedemonte. Sie bilden ferner
meist die Oberfläche der Alpen von Val di Centa an, über Cima Vezzena,
Cima Mandriola und weiterhin nach dem Venetianischen. Folgaria
selbst steht auf Diphyakalk, der gegen Mezzomonte hin von Encriniten-
schichten unterteuft wird, während gegen den Monte Cornetto sich Bian-
cone und Scaglia auflegen, letztere am Wege nach S. Sebastiano
Inoceramus sp. (häufig), Stenonia tubercidata Des., Hippurites sp., führend.
Weit nördlich treten sie noch isolirt, südlich am Monte Ca Iis bei
Trient auf, wo sie die einst von Emmerich als Gervillienschichten
beschriebenen Gesteine bilden. Interessant ist hier das Vorherrachen einer
rothen Farbe in Kalken, welche nach ihren Fossilien dem unteren Dogger
angehören. An der alten Strasse von Trient nach Civezzano unter dem
Dorfe Villa raontagna hat man einen kleinen Steinbruch angelegt, in
welchem für Thürschwellen, Fensterkreuze, Grabsteine u. a. w. ein aus-
gezeichneter gelblich rother Marmor gewonnen wird, der von zahlreichen
Höhlungen, mit Kalkspatkrystallen erfüllt, durchsetzt ist. Diese Höhlungen
sind alle organischer Natur und rühren meist von der Terebrattda ßntbriae-
fotims her, die sich hier in Menge findet. Näher nach Civezzano hin,
trifft man häufig Meyalodon ptmüus und gelbliche, weiche Schichten mit
Bivalven erfüllt, übereinstimmend mit denen von Besagno (Mandole der
Landleute).
Eigentümlich ist in diesen Gegenden auch der Diphyakalk, indem er,
wie das schon Emmerich erwähnte, ganz dolomitisch ist und sich nur
durch seine Versteinerungen sicher erkonnen lässt. In dieser Beschaffenheit
trifft man ihn gleich über Trient am Krankeuhause in einem kleinen
Steinbruche. Wenige hundert Schritt davon gegen Norden zeigt er sich
in seiner gewöhnlichen Beschaffenheit. Auch Schichten des Ammonites
acanthicus liegen hier, wie höher oben hinter Villa montagna gefundene
Ammoniten beweisen. Was Emmerich hier von als irrthümlich für
Nummuliten gehaltenen oolithischen Konkretionen sagt, dürfte mit Vor-
sicht aufzunehmen sein, da achte Nummuliten-Gesteine sich vielfach finden,
so unter dem Monte Calis über den letzten Weinbergen, wo sie mit eigen-
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thümlichen basaltischen Konglomeraten, schon von Buch erwähnt, in Be-
rührung stehen.
Die Punkte, an denen man wegen der Pflanzenvorkommnisse den Ge-
steinen des unteren Dogger zuerst eine bestimmtere Stellung im System
anwies, liegen ausserhalb Südtirols, schliessen sich aber unmittelbar an die
Vorkommnisse von Val Astica an. Ich zweifle nicht, dass man ziemlich
überall noch Pflanzen finden wird und in grösserer Menge, als beiVolano.
Die Umgebungen vonPernigotti und Roverc di Velo im Vizentinischen
besuchte ich selbst, um mich von der Uebereinstimmung mit den Tiroler
Verhältnissen zu überzeugen. Diese ist auch in der That eine vollständige.
Auf einer Wanderung von Ala im Etschthal Val Ronchi hinauf
unter Cima Tre Croci vorbei und hinab das Thal des Illasi etwa bis
Badia Calavena im Vizentinischen, kann man sich von der Gleichheit
der Gesteine und Petrefaktenvorkommnisse leicht überzeugen. Bei Ala
und weiter nach Val Ronchi stehen Dolomite der oberen Trias mit den
bezeichnenden Versteinerungen an, darüber folgen die grauen Kalke mit den
weicheren, versteinerungsreichen Zwischenschichten, mehr gegen die Monti
Lessini hin, auf diesen liegen Ammonitenkalke.1)
Cima Tre Croci besteht aus Dolomit und derselbe hält an bis hinab
nach Do sso, wo er von schön rosenrother Farbe ist. Ueber demselben
folgen, ganz wie in Tirol, in manniohfachem Wechsel die grauen Kalke, denen
in verschiedenem Niveau die Pflanzenschichten eingelagert sind. Auf dem
Wege von Do sso nach Rovere di Velo liegen zur Seite des Baches
einige nicht unbedeutende Höhlen im grauen Kalk, in denen sich zahlreiche
Säugethier-Reste fanden. Schöne Schädel von Ursus spelaeus von hier sind,
glaube ich, nach Turin gewandert. Ich fand nicht selten Zähno derselben
Species. Eine ausgezeichnete Sammlung fossiler höherer Thiere aus dem
Venetianischen wird soeben im neuen Museo civico in Vicenza aufgestellt.
Von besonderem Interesse war mir eine Schicht, ganz erfüllt mit zahl-
reichen kleinen dickschaligen aber unbestimmbaren Bilvalven, oberhalb
Bind er i (nördlich Dosso), in der sich nicht selten schöne Exemplare der
Chemnitzia terebra finden. Das ganze Aussehen dieses Muschelkonglomerates
erinnerte mich lebhaft an ähnliche Vorkommnisse am Heininger Berg bei
') Wolf in Sitzungsber. Jahrb. geol. Reichsanst. p. 48 theilt Posidonotnya alpina
mit Pflanzenregten aus einer Mergelschicht südlich von den M o n t i L e s s i n i mit. Ich bezweifle,
da» dies Posidonotnya alpina ist, da ich ähnliche Dinge bei Chizzola noch tiefer als
die Brachiopoden der grauen Kalke, ebenfalls mit Pflanzen und in bituminösen Mergel-
schiefern fand (p. 9).
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Gammelshausen in Schwaben , den bekannten Trümmeroolith mit Tancredia
donaciformis Lyc. und Ammonites Stauffensis Opp.
Steigt man von Dos so östlich hinauf, so trifft man in hellem, flammig
gestreiften, sehr harten splitterigen Kalk das Pflanzenlager von Pernigotti,
weiterhin Ammonitenkalke, Biancone, Scaglia (reich an Stenonia tttberculata
und Encriniten) Nummulitengestein und endlich die berühmten Fisch- und
Pflanzengesteine bei Bolca Purga.
Ich habe einige der von mir besuchten Punkte, an denen die grauen
Kalke versteinerungsreich auftreten, um desswillen genau angegeben, weil
die bis jetzt vorliegenden geognostischen Karten eine Trennung derselben
von den triadischen Gesteinen noch nicht gestatten. Besonders ist hier auf
der Karte des Montanistischen Vereines im östlichen Südtirol unter der
Bezeichnung oberer Alpenkalk (od) sehr verschiedenartiges zusammengefasst,
während im westlichen Theil der Versuch triadische und jurassische Gesteine
als unterer und oberer Alpenkalk zu trennen eher gelungen scheint. Man
kann im Allgemeinen annehmen, dass im östlichen Theil die tiefer liegen-
den, als Dolomit bezeichneten Parthien obertriadisch, die höheren Kalk-
schichten aber unteroolithisch sind. Dieser Anhaltspunkt dürfte bei späterem
Besuch jener Gegenden zur Erleichterung dienen.
Ein näheres Eingehen auf die Verbreitung der Diphyakalke scheint
nicht nöthig, da dieselben auf der genannten Karte so sorgsam ausgeschie-
den und verzeichnet sind, als das etwas mangelhafte topographische Detail
es gestattet. Es wird nur immer zu berücksichtigen sein, dass die Basis
dieser gelb angelegten Parthien meist aus Schichten des Ammonites acanthicus
und Posidonomyengestein besteht.
Die überliegenden Kreide- und Tertiärgesteine genauer zu untersuchen,
lag ausserhalb der mir in vorliegender Arbeit gesteckten Grenzen.
Es wurde oben die longitucünalc Anordnung der Gebirgszüge und Thäler
als wesentliches Moment für die Obcrnachongestaltung des südlichen Tirols
hervorgehoben. Es finden sich jedoch auch einige ausgezeichnete Quer-
brüche und da diese meist einen vortrefflichen Einblick in den Bau des
Gebirges gestatten, also von wesentlichster geognostischer Bedeutung sind,
füge ich über dieselben noch einige Worte hinzu. Der nördlichste dersel-
ben, durch den Bruch der Sarca von Tione bis alle Sarche bezeichnet,
bewirkt das so klare Hervortreten des inneren Baues der Mulde von Stenico.
Die höheren Gehänge des Sarcathales verdanken der Wirkung der
hebenden Kräfte und dem späteren Einfluss der Gewässer ihre Entstehung,
die unteren aber sind lediglich Folge der Auswaschung des Wassers. Das
Thal besteht daher aus zwei Theilen, dessen oberer ein echtes Querspalten-
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thal, dessen unterer aber eine Rofla ist. Mit diesem romanischen Namen
bezeichnete Desor1) solche, lediglich von der Wirkung des Wassers her-
rührende Spalten, die sich in den Alpen nicht selten theils allein, thcils an
der Basis der Querspaltenthäler (cluses) finden und deren Querschnitt im
letztern Falle nicht unpassend mit dem Stiele eines Trichters verglichen
wird. Ein zweites, sehr kurzes Querthal bildet die Noce, da wo sie sich
von ihrem nordsüdlichen Lauf gegen Osten der Etsch zuwendet.
Die schönste Verbindung einer Cluse mit einer Rofla zeigt wohl das
Fersinathal bei Trient, auch den Touristen bekannt, die von Trient
aus häufig hierher gewiesen werden. Eine Brücke überspannt den tiefsten
Theil, die eigentliche Rofla dicht neben der Strasse, die beiden von
Scaglia gebildeten Ufer verbindend. Höher oben an den Abhängen liegen
die von Emmerich beschriebenen Gesteine und die ausgezeichneten rothen
Marmore mit Terebratula fimbriaeformis.
Bei Roveredo durchbricht der letzte Theil des Stromlaufes der Lena
die Gehänge von Monte Zara und Finonchio rechtwinklig zum Strei-
chen und entblösst so die schöne Reihenfolge der grauen Kalke unmittelbar
an der8tras8e bei Sega di Noriglio. Doch scheinen hier noch mancher-
lei lokale Einstürzungen und Abrutschungon stattgefunden zu haben.
Ausgezeichnet ist endlich das Querthal, in welchem der Lago di
Loppio liegt und welches Orto d'Abram und Monte Baldo trennt.
Ein Bergsturz hat den westlichen Theil desselben vor Nago verschürtet.
Die durch denselben angerichtete Verwüstung übersieht man vortrefflich
von den Gehängen des Monte Nago, von wo aus auch sich mancherlei
andere Abrutachungen an den höheren Parthien des Monte Brugnollo
sehr deutlich darstellen. So fallen besonders einzelne gewaltige Tafeln
grauer Kalke in die Augen, die vom Wasser benetzt, weithin wie Spiegel
das Sonnenlicht blendend zurückwerfen. Eine Fortsetzung dieser Spalte ist
vielleicht die Einsenkung von Pönale nach dem Lago di Ledro und
Val Ampola hinführend.
Der Gardasee erfüllt eine deutliche Längsspalte. Ich hebe dies
hervor, weil Desor*) neuerdings diesen See in gleiche Kategorie mit den
lombardischen stellt. So ausgeprägt der Lago d'Iseo eine Querspalte
darstellt3), so bestimmt lässt sich das vorwaltend nordsüdliche Streichen der
') Desor. Der Gebirgsbau der Alpen. I8t'»[> p. 7I>.
*) Desor. Der Gebirgibau der AJpcn. 18G;>. p. 142.
') Vgl. das oben über die Ufor des Lago d'Iseo bei Vcllo Gesagte (p. 79).
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den Lago di Garda begrenzenden Gebirge, wenigstens auf der Ostseite
nachweisen.
Die jüngeren, in den Profilen noch mit aufgeführten Ablagerungen
einer genaueren Untersuchung zu unterziehen, war mir unmöglich. Ich
hielt es jedoch nicht für überflüssig, des Vorkommens derselben wenigstens zu
erwähnen. Zum Schlüsse meiner Arbeit gebe ich noch eine tabellarische Ueber-
sicht der Jura- und Triasschichten der Südalpen, die ohne weiteren Commentar
verständlich sein wird. In Beziehung auf die bei der Trias angeführte
Synonymik Stoppani's, verweise ich auf das oben Gesagte. Seinen Dolo-
mit von S. Difendente musste ich trotz der Ansicht Curioni's, derselbe
nehme eine höhere Stellung ein, hersetzen, um nur überhaupt anzudeuten,
dass Stopp an i seit 1864 ein Aequivalent der deutschen Haiistatter Kalke
in der Lombardei anerkennt. (Pal. Lombarde, 3te Ser. tab. 58. Uebersicht.)
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Paläontologischer Theil.
T. Kinig-e Arten an» der- oberen alpinen
Trias.
Ich beschränke mich auf die Besprechung einiger weniger, bereits früher
in der Litteratur genannten Arten und fuge die Beschreibung und Abbildung
einiger neuen hinzu, deren Lager sich mit Sicherheit angeben lässt. Dass
eine schärfere Sonderung der grossen Menge aus lombardischer Trias bekannt
gemachten Versteinerungen nach den Horizonten wünschenswerth erscheint,
habe ich oben bemerkt. Die älteren Beschreibungen der reichen Fauna
der Umgebungen von S. Cassian haben neuerdings eine Revision erfahren'),
deren ausführliche Ergebnisse wohl bald in den Händen des Publikums sein
werden. Von besonderem Interesse würde sein, diese Untersuchungen auch
auf andere alpine Gegenden, besonders die Lombardei, ausgedehnt zu sehen,
um die Fossilien kennen zu lernen, welche ausschliesslich für die untere
Abtheilung der oben näher charakterisirten Haiistatter Gruppe als leitend
betrachtet werden können.
A. Ilallstatter Gruppe.
Aus den Halobienschiefern.
Orthoceratites sp.
Ein fusslanger Orthocoratit z. Th. flachgedrückt und in schlechter Er-
haltung, fand sich in den Halobienschichten von Prezzo in Iudicarien
mit einigen undeutlichen Pflanzenresten zusammen. Orthoceratiten sind in
der Haiistatter Gruppe überhaupt häufig und erreichen ihre grösste Entwick-
lung in den eigentlichen Haiistatter Kalken, den Schichten vom Kersch-
buchhofe u. s. w. Richthofen (Beschreibung von S. Cassian p. 69)
erwähnt derselben auch aus den dunklen Schiefern von Corfara, die in
naher Beziehung zu den Wenger Schiefern stehen.
*) G. C. Laube. Bemerkungen aber die MQnsterschen Arten von 8. Cassian in der
Münchener pal. ßaznmL Jahrb. Reichsanst. 1864*
Der«, die Fauna der Schichten r. 8. Cassian. Sitzungsber. Wiener Akad. Bd. L.
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Ammonites gibbus. Benecke.
Taf. II., Fig. 2.
Von Colere in Val di Scalve (Lombardei) aus den Halobien-
schichten.
Oloboser Amraonit, der zwar nur zur Hälfte erhalten ißt, indem derselbe
in einer abgewaschenen Steinplatte lag, doch aber noch hinreichend kennt-
lich, um von anderen Olobosen unterschieden zu werden. Durchmesser
60 mm., Höhe des letzten Umganges über der Nath 35 mm., Höhe desselben
in der Medianebene 20 mm. , Weite des Nabels 9 mm. Massig aufgeblüht.
Auf dem äussersten Umgang 17 Kippen von keulenförmiger Gestalt, die
wenig entfernt vom Nabel sanft einsetzen und dann nach der Breite und
Höhe anschwellen, aber ehe sie den Kücken erreichen, aufhören.
1 Exemplar.
Ceratites euryomphalus. Benecke.
Taf. II, Fig. 1. a. b.
Aus den Halobienschichten von Prezzo in Iudicarien.
Es gelang zwar nicht, Loben freizulegen, doch deutet der Habitus des
ganzen Gehäuses auf CeratiteB.
Dimensionen: Durchmesser des Gehäuses 39mm. Weite des Nabels
13 mm., Höhe des letzten Umganges 14 mm., ungefähre Breite desselben
1 0 mm. Kücken mit einem deutlichen Kiel, aus aneinandergereihten, unregel-
mässigen länglichen Knoten gebildet. Die Seite mit ungleichen einfachen
Rippen besetzt, die gegen den Kücken anschwellen und sich nach vorn
biegen, den Kiel aber nicht erreichen, so dass zu beiden Seiten desselben
Furchen nach Art liasischer Arieten entstehen. Man zählt 23 solcher Rippen
auf dem äussersten Umgange, die meist gleich über der Nath beginnen, zum
Theil aber auch erst später einsetzen.
2 Exemplare.
Posidonomya Wengensis Wissm.
1841. Posidonomya Wengensia Wissmann. Münster, Beitrage IV. Heft. Taf. 16,
Fig. 12.
Etwas zweifelnd stelle ich zu dieser Art eine kleine Muschel, die sich
sehr häufig bei Prezzo und auch sonst in den Halobienschichten der Lom-
bardei findet. Jedenfalls steht sie den in der Münchener paläontologischen
Sammlung befindlichen Münster'schen Original-Exemplaren, die unter sich
selbst etwas verschieden sind, sehr nahe. Zweifellos gleichen die Exemplare
von Prezzo der P. Wengensis mehr, als der P. obliqita Hau. (Paläont.
Notizen p. 10. Tab. U. Fig. 8. 9.)
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Halobia Lorameli Wissm.
1841. Halobia Lommdi Wigsmann. Mttnater, Beiträge IV. Taf. 16, Fig. 11.
Halobia Lommdi ist eines der verbreitetsten Fossile in den unteren
Schichten der Haiistatter Gruppe. Sie findet sich auf der Südseite der Alpen
von der Lombardei bis hinüber nach Krain (Lipoid. Jahrb. geol. Reichsanst.
IX. p. 257 seq.). Den bei Stoppani (Petrific. d'Esino p. 93) angeführten
Fundorten füge ich noch Cogolo in Val Cammonica, 2 Stunden südlich
Breno am rechten Thalgehänge bei, wo in einigen kleinen Steinbrüchen
H. Lommdi sich häufig findet. Im westlichen Tirol wurde sie in Profil VIL
häufig bei Prezzo und Formio angegeben, Richthofen erwähnt noch
Val Sugana im östlichen Tirol. Eine der H. Lommdi nahe stehende, aber
durch fein wellig gebogene radiale Streifung ausgezeichnete Art hat Stur
Halobia Hauen genannt. (Yerhandl. der geol. Reichsanst. 1865 p. 44.) Ich
habe nichts derartiges in der Lombardei gefunden. Eine andere in der
Lombardei mit Halobia Lommdi sich zusammenfindende Art von sehr quer
verlängerter Gestalt mit ungleichen, bündelformig angeordneten Rippen, dürfte
mit besonderem Namen zu unterscheiden sein.
Beachtenswerth ist die Angabe des Vorkommens der H. Lommdi in
Ostindien (Süss. Jahrb. geol. Reichsanst XII. Verhandl. p. 258) und auf
Neuseeland, von wo sie Hochstetter mitbrachte (var. Richmondiana
Zitt. Jahrb. geol. Reichsanst. XIII. Verh. p. 2). Ganz neuerdings machte
E. Desl o ngehamps dieselbe Varietät von Neu-Caledonien (Br. Leon-
hard. Jahrbuch 1865. p. 114) und Withney dasselbe Fossil aus Califor-
nien bekannt (Jahrb. Reichsanst. 1864. V. p. 203). Mit der Halobia zu-
sammen findet sich überall in den Alpen jener Ammonit, den man als
Ä. Aon bezeichnet. Auch Stur (Jahrb. geol. Reichsanst. XV. Verh. p. 43)
erwähnt H. Lommeli und A. Aon als die einzigen Arten, welche auch höher
als die Wenger Schichten hinauf gehen.
B. Hauptdolomitgruppe.
Turbo solitarius Benecke.
Taf. II, Fig. I, a. b. 5.
Fig. 4. Abguss nach den Hohlräumen aus dem Dolomit von Sella.
Fig. 5. Steinkorn von Storo.
Einzeln, aber überall leitend für den Hauptdolomit Südtirols, meist nur
die nach Zerstörung der Schale zurückgebliebenen Hohlräume sichtbar.
Dimensionen des Exemplars von Storo. (Fig. 5): Länge 21mm., Breite
23 mm., Höhe des letzten Umganges im Verhältniss zur Länge der ganzen
Schale ffo*
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Scharf ausgeprägte Form, die sich mit keiner der bisher bekannt geworde-
nen Arten aus der oberen alpinen Trias vergleichen lässt. Auf dem Abguss
lassen sich 3 Windungen erkennen. Die untere Hälfte eines jeden Umganges
steigt senkrecht empor, die obere verflacht sich nach der Nath hin. Eine
scharf ausspringende spirale Wulst trennt beide Flächen.
PNatica incerta Benecke.
Taf. n, Fig. 3. a. b.
Aus dem Hauptdolomit von Storo.
Länge des abgebildeten Exemplares 12 mm., Breite desselben 16 mm.,
Höhe des letzten Umganges im Verhältnis« zur Höhe der ganzen Schale m}lvr
Bei den mangelhaft erhaltenen Mundöffnungen dieser und der beiden
folgenden Arten bleibt die generische Bestimmung unsicher.
Schief eiförmige Gestalt mit wenig hervortretendem Gewinde. Eine Reihe
Knoten an der Nath, eine zweite auf der Grenze der, unter einem stumpfen
Winkel aneinander stossenden, oberen und unteren Hälfte des Umganges.
Auf dem letzten Umgange Andeutung flacher radialer Rippen.
Besonders in der Ansicht von oben hat Natxca incerta einige Aehnlich-
keit mit Neritojms Oldac Stopp. (Paläont. lomb. 3. Ser. Taf. 2, Fig. 68) aus
der Rhätischen Gruppe. Da Wolf ähnliche Dinge von Ala südlich Rove-
redo erwähnt (Verhandl. der geolog. Reichsanst. 1865. p. 47), findet sich
unsere Art wohl auch dort im Hauptdolomit.
? Torritella Trompiana Benecke.
Taf. II, Fig. 6.
Aus dem Hauptdolomit des Monte S. Emiliano bei Gardone in
Val Trompia (Lombardei).
Länge des abgebildeten Exemplares (ungefähr) 10 mm., Breite 7 mm..
Verhältnis« der Höhe des letzten Umganges zur Höhe der ganzen Schale
Winkelgrösse 48°. ^
Thurmförmig verlängertes Gehäuse mit scharfkantigen Umgängen. An
dem abgebildeten Exemplar mögen 6 — 7 zu bemerken gewesen sein. Auf
der Kante eine feine Leiste.
? Turritella Lombardica Benecke.
Taf. II, Fig. 7.
Aus dem Hauptdolomit des Monte S. Emiliano bei Gardone.
Länge des abgebildeten Exemplares 5 mm., Breite 3,5 mm., Höhe des
letzten Umganges zur Höhe der ganzen Schale ^/h», Winkelgrösse 45°.
Thurmförmig gestreckte Gestalt, im Gesammthabitus paläozoischen Mur-
chisonien gleichend. Eine Wulst auf der Nath, eine zweite auf dem oberen
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Drittel eines jeden Umganges. Unter dieser zweiten Wulst fallt die Schale
ziemlich senkrecht ab, über derselben steigt sie sanfter zur Nath an. Das
ganze Gehäuse gewinnt so das, manchen Gasteropoden eigentümliche, Ansehen
eines ausgezogenen Fernrohres.
Gastrochaena sp.
Die eigentümlichen Reste, über deren wahre Natur man noch nicht im
Klaren ist und die verschiedentlich als Nullipora Schafh.,Chaetetes Schaur.,
Gastrochaena Stopp, beschrieben wurden, gehören zu den häufigsten Vor-
kommnissen in den Südalpen. Sowohl in der Lombardei, als auch bei S t o r o
und in denThälern, welche von Chiesa di Val Arsa hinüber nach Campo
grosso fuhren, liegen sie im Hauptdolorait. Richthofen führt sie in
seinem Mendoladolomit auf, der noch unter den Wenger Schiefern liegen
soll. In den Nordalpen bezeichnen sie den Haiistatter Kalk (Zugspitzkalk).
Es scheint also, dass diese Thiere in verschiedenen Horizonten der oberen
Trias lebten. Durch das massenhafte Auftreten nehmen sie nicht unbe-
deutenden Antheil an dem Aufbau des Gebirges. Reuss (Sitzungsber. Wien.
Akad. 18C4. 23. Juni) wies darauf hin, dass die sog. Nulliporen wohl Bryo-
zoen sein dürften. Einige sehr wohlerhaltene Stücke von Inzino lassen
mir diese Angabe als vollkommen richtig erscheinen.
Meiralodon triqueter (Wulf, sp.) Gümb.
1793. Wulfen, Abhandl. v. Kärnthenschcn Pfauenschweif. Helmintholith.
Zu dem echten Megalodon triqueter, wie es von Wulfen abgebildet
und später von Gümbel (die Dachsteinbivalve und ihre alpinen Verwandten,
Sitzungsber. Wien. Akad. XLV. 18G2) näher beschrieben wurde, steile ich
die Steinkerne von Inzino bei Gardone, beschalte Exemplare und Kerne
ton Val Ampola bei Storo und ein Vorkommen aus Val Arsa, im Be-
sitz des Herrn Pischl inRoveredo. Diese Art ist bezeichnend für den
Hauptdolomit Südtirols und der Lombardei (dolomie moyenne von Stoppani,
nicht im Depot der Petrifications d'Esino, so weit man weiss). Die Kalk-
bank, welche in der Rhätischen Gruppe der Lombardei noch über den
eigentlichen Schichten mit Avicuia contorta liegt und Bivalven führt, habe
ich nicht gesehen, kann daher aus eigener Anschauung nicht über Identität
oder Verschiedenheit der in derselben sich findenden Arten mit solchen aus
dem Hauptdolomit und der Rhätischen Gruppe urtheilen. Die lombardischen
Geologen hielten stets daran fest, beide Arten seien verschieden und zwar
liege die mit Megalodus triqueter Wulf. sp. identische Art unter den Schichten
von Azzarola (Schichten der Avicuia contorta), das was Schafhäutl
Mcgalodus scutatus benannt hatte, aber darüber. Inzwischen wurde von
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Qümbel nachgewiesen, dass diese Wulfen'sche und Schafhäutl'sche
Art dasselbe seien.
Mit grosser Erwartung musste man daher der lange in Aussicht ge-
stellten Arbeit Stoppani's über dieBivalven der Lombardei entgegensehen.
Dieselbe erschien nun kürzlich als 2. Appendix der Palaeontologie lombarde
3. 8er. unter dem Titel: „sur les grands bivalves cardiformes aux limites
sup6rieurs et inferieures de la zone a Avicttla contorta.* Stoppani ver-
wirft zunächst den Namen Megalodon triqueter ganz, als auf Originale sich
beziehend, die man nicht vergleichen könne, und ersetzt denselben durch
Megalodon Gimtbeli Stopp. Diese neue Benennung dürfte aber schwerlich
Eingang finden. Gümbel's Identifizirung ist sehr wahrscheinlich richtig,
lasst sich aber absolut nicht entscheiden, weil man die W u 1 fe n 'sehen Ori-
ginale nicht kennt. Diese Wahrscheinlichkeitsgründe werden also wohl auch
anerkannt werden, bis man die Wulfen'schen Originale einmal kennen lernt
und der Fall dürfte nie eintreten. Aus Kalken über den Azzarola-Schichten
beschrieb dann Stoppani eine neue Art, die er Conchodon infraliassicim
benannte und die man in den Nordalpen nicht kennt.
Dicerocardium Jani Stopp.
1865. Dicerocardium Jani Stoppani, Palaeont. Lomb. 3. 8$r. p. 248. Taf. 4i— 50.
Diese prachtvolle Bivalve wurde, so viel ich weiss, von Herrn Ra-
gazzoni bei Caino nordöstlich von Brescia entdeckt. Eine über 12'
hohe Dolomitwand, unmittelbar an der nach Val Sabbia führenden Strasse,
besteht beinahe ganz aus den bis fussgrossen Kernen. Ich zählte in dem
etwa 3 KubikfusB ausmachenden, durch zwei Schüsse von mir gewonnenen
Gestein, 15 Individuen. Leider zerbröckeln dieselben beim Sprengen sehr
leicht. Es war mir von grossem Interesse , diese für Schichten des Haupt-
dolomits unter den Kössener Schichten so bezeichnende Art im Dolomit von
Storo wiederzufinden, wo dicht an der Strasse ein grosser mit Dicerocardium
Jani ganz erfüllter Block liegt, der auf das Vorhandensein eines ganzen
Nestes oben am unzugänglichen Gehänge schliessen lässt.
Cardita cf. moltiradiata Emmr. sp.
1353. Myophoria mnUiratliata Emmr. Jahrb. geol. Reiehsanst. p. 48.
1864. Dittmar, die Contorta-Zone p. 181. Taf. III, Fig. 6. 7.
Steinkerne und Schalenabdrücke in Menge bei Storo, besonders auf
der rechten Thalseite bei der Schneidemühle (Sega).
Mytilos pnpa Stopp.
1858. Mytilu« pupa Stopp. 8tudii p. 281.
Stoppani, Petrific. d'Esino. Taf. 18, Fig. 9-11.
Sehr häufig bei Storo und Inzino.
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Myoconcha Brunneri Hau.
1857. Myoconcha Brunneri Hauer, palAont. Notizen in SHzungsber. Wiener
Akad. Bd. XXIV. Taf. 2, Fig. 6.
Diese zierliche Art fand sich im Dolomit des Monte S. Emiliano bei
Oardone. Sie liefert mit Avicula salvata Brunner, den Beweis, dass gewisse
Dolomite am Monte Salvatore bei Lugano, die diese beiden Arten ent-
halten, ein weit jüngeres Alter haben, als man ihnen sonst zuschreibt, näm-
lich das des Hauptdolomites.
Pinna reticularis Benecke.
Taf. II, Fig. 9. 10.
Aus dem Hauptdolomit von Storo. Unterscheidet sich von anderen
Pinnen der Trias, z. B. Pinna vomir Wnkl. aus der Rhätischen Gruppe,
durch ihre bedeutende Grosse, da sie bis fusslang wird, und die eigenthüm-
lich netz- und gitterartig gestreifte Schale, die bei allen Exemplaren erhalten
ist, aber sehr leicht abspringt. Auf den Steinkernen deutliche konzentrische
Anwachsstreifen. Die Länge des Exemplares Fig. 9 beträgt 105 mm., die
Breite 48 mm., das dadurch ausgesprochene Verhältniss der Breite zur Länge
von 1 : 2,2 kann auch bei den zahlreichen anderen vorliegenden Exemplaren
als ein mittleres gelten.
Avicula exilis Stopp.
1858. Avicula exilis Stoppani, Studii p. 281.
Stoppani, Petriac. d'Esino Taf. 19, Fig. 1-4.
Häufigste und weit verbreitetste Art des südalpinen Hauptdolomits, vom
Monte Salvatore an, bis an die Tiroler - Venetianische Grenze. Diese
schöne Art hätte eine bessere Abbildung verdient, als sie ihr bei Stoppani
zu Theil geworden ist.
Gervillia praeenrsor Qu. sp.
? 1858. Avicula caudata Stopp. Studii p. 281.
Pal. Lombarde. Petr. d'Esino Taf. 18, Fig. 18. 19.
Stoppani stellt diese in der Lombardei und bei Storo sehr häufige
Art zu Avicula und in der That lassen sich auch an meinen Exemplaren
keine Ligamentgruben beobachten, welche eine Einreihung in das Geschlecht
GerviUia bestimmt gestatten würden. Bei der Beschaffenheit des Dolomits,
die kleine Unebenheiten der Schalen leicht verwischen konnte, scheint mir
aber die generische Bestimmung nicht ganz sicher und es muss dann hervor-
gehoben werden, dass unsere Muschel eine solche Aehnlichkeit mit Cfarvillia
jnaecursor besitzt, dass man dieselbe, mit Avicula contorta zusammengefunden,
gewiss mit jener identificiren würde. Der einzige Unterschied besteht viel-
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leicht in dem etwas kräftigeren und länger ausgezogenen vorderen Ohre
der Art aus dem Hauptdolomit.
Gervillia salvata Brunner sp.
Taf. II, Fig. 8 a-d.
1852. Avicula salvata Brunner, Neue Denkachr. allg. Schweiz. Gegellscta. für d.
geg. Naturw. XII. p. f>.
1855. Gervillia salvata Hauer, Fossilien au« dem Dolomit des Mt. Salvatore.
Sltiungsber. Wien. Akad. Bd. XV. Taf. I, Fig. 7-9.
Die Abbildung und Beschreibung der Brunner 'sehen Art wurde von
Hauer nach einigen ihm von Stabile mitgetheilten Arten gegeben. Da
mir reiches Material in gut erhaltenen Exemplaren vorlag und die Art häufig
im Hauptdolomit von Inzino ist, hielt ich es nicht für überflüssig, sie noch-
mals abzubilden.
Seit jenem ersten Funde von Stabile war die Art nicht wieder gesehen
worden (s. Stoppani, Atti della societä geol. II. pag. 238), ihr häufiges Auf-
treten im Westen der Lombardei, wo die Lagerungsverhältnisse unzweifel-
haft sind, verdient daher besondere Beachtung. — Aus der Gegend von
Zone erwähnt auch Curioni aus dem Hauptdolomit (bei ihm Esinokalk
genannt) einer Gervillia, „welche die Form der O. salvata hat" (Jahrb.
geol. Reichsanst. 1865. Verh. p. 111.)
Ich stelle die mir bis jetzt aus dem Dogger Südtirols bekannt gewor-
denen Versteinerungen zusammen und zwar unter Zugrundelegung der
Schichtenbezeichnungen, wie solche oben aufgestellt wurden. Die Arten
sind mit Ausnahme von Terebratuhi fimbria Sow., und Amnwnites Murehiso-
nae Sow., sowio zweier von Schauroth beschriebenen Brachiopoden sämmtlich
neu. Aus den ungemein zahlreichen Bivalven hebe ich nur einige, entweder
sehr häufige und am Habitus leicht wiederzuerkennende, oder zoologisch
bestimmt Charakterisirtes heraus. Der Versuch einer Identifikation meiner
Erfunde mit allen den von Schauroth im Verzeichnis» der Koburger Samm-
lung beschriebenen aus den Umgebungen von Rotzo würde nach den Ab-
bildungen allein ohne Zuziehung der Originale bedenklich sein, ich unterlasse
denselben daher vor der Hand.
a. Arten aus den grauen Kalken der Terebratula fimbria.
PholidophoruB Beggiatinus Zigno.
Mit diesem Namen hat Zigno einen wohlerhaltenen kleinen Fisch be-
legt, der sich in den grauen Kalken von Rotzo fand. Sammlung des
Museo civico in Vicenza.
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Pycnodontenzähne.
Ein einzelner Zahn bei Sella mit T. Rotzoana; eine Reihe kleiner
Zähne in den Pflanzenschichten von Volano.
Cypris Rotzoana Schaur.
18Gö. Cypris Rotzoana Schaur. Verzeichnis^ p. 136, Taf. III, Fig. 30.
Nach Schauroth in den Umgebungen von Rotzo. Mir kam die-
selbe nicht vor.
Chemnitzia terebra Benecke.
Taf. V, Fig. 1, 2.
Fundort der abgebildeten Exemplare: Sega di Noriglio bei Rove-
redo. Sonst zu Volano, Nomi, Chizzola und im Vizentinischen.
Länge des abgebildeten beschälten Exemplars 100 mm., Breite 21 mm.,
Hohe des letzten Umganges zur Höhe der ganzen Schale 16/i0<m Winkel-
grosse 10°.
Die Schale ist thurmformig verlängert, beim abgebildeten beschälten
Exemplar etwa 16 Umgänge bildend. Der obere Rand eines jeden Um-
ganges schwillt zu einer starken Wulst an, so dass die Naht tief liegt und
ein gerundeter, treppenartiger Absatz entsteht. In der Mitte eines jeden
Umganges erfolgt eine deutliche Einschnürung, deren Tiefe jedoch die Höhe
der Wulst nicht erreicht. Der Gesammthabitus gleicht somit sehr dem der
Nerineen, doch liess sich beim Anschleifen eines Exemplars nichts von
8pindelfalten bemerken. Die Mündung konnte bei keinem der beschälten
Exemplare frei gelegt werden, da die Schale innig mit der umgebenden
Gesteinsraasse verwachsen ist. Nach dem abgebildeten Steinkern zu urthei-
len, war dieselbe länglich eiförmig, nach oben verschmälert. Die Schale
ist dick, besonders an der oberen Hälfte der Umgänge, wie sich an den
Steinkernen sehr deutlich sehen lässt, die nur eine schwache Einbuchtung
in der Mitte eines jeden Umganges und keine Anschwellung am oberen
Theil desselben zeigen. Von den im ausseralpinen Unteroolith bekannten
Chemnitzien unterscheidet sich Ch. terebra besonders durch die schlanke
Gestalt und das nerineenartige Ansehen. Ch. turris d'Orb. aus dem Oxfor-
dien hat ein ähnliches Ansehen, ist aber gedrungener.
Chemnitzia sp.
Bei Illasi, nördlich von Badia Calavena im Vizentinischen, fand
ich mit Ch. terebra zusammen in Muschelkonglomeraten des Unterooliths
eine kürzere, im Verhältniss zur Länge breitere Chemnitzia. Dieselbe
gleicht der (V*. Uneata Sow. sp. (Min. Conch. Taf. 218, Fig. 1).
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Xatica Tridentina Benecke.
Taf. V, Fig. 3.
Fundort: Bunter Marmor von Villa raontagna bei Trient, an der
Strasse nach Civezzano, mit Terebratula ßmbriaeformis Schaur.
Länge 46 mm., Breite 36 mm. Schale schief eiförmig, etwas gestreckt,
die Gewinde sehr deutlich hervortretend. An der Naht stossen die Um-
gänge in einem sehr stumpfen Winkel zusammen, so dass eine breite Stufe
am oberen Ende jedes Umganges entsteht, die einerseits von der Naht,
andererseits von einer scharfen Kante begrenzt wird. Unterhalb dieser
Kante ist die Schale massig aufgebläht.
Trochus sinister Benecke.
Taf. V, Fig. 4.
Aus grauen Kalken von Volano. Länge 21 mm., Breite 20 mm.,
Winkelgrösse 61°.
Schale kreiaelförmig, Umgänge ganz eben, durch deutliche Nähte ge-
trennt. Andeutung einer feinen, schräg über die Umgänge laufenden Streifung.
Die Form hat nichts Auffallendes, ist aber ausgezeichnet durch die links
aufsteigende Windung. Troüius glaber Koch & Dnk. (Beitr. nordd. OoL
Taf. I, Fig. 12) hat ganz dasselbe Ansehen.
Phasianella sp.
Eine deutliche Phasianella fand sich zu Volano mit Ch. terebra im
selben Gestein.
Nerinea sp.
Etwas östlich Folgaria, an den höheren Alpen gegen den Anhang
von Val Astica hin, liegen in hellgrauen, von Spathadern reichlich durch-
schwärmten Kalken, die den obersten Horizonten des grauen Kalkes, viel-
leicht schon den Schichten der MynchotieUa bilobata angehören, eine Menge
kleiner, sehr niedlicher Versteinerungen. Dieselben sind aber so innig mit
dem Gestein verwachsen, dass man beim Zerschlagen desselben nicht ein-
mal die Umrisse erkennen kann. Unter dem Einfluss der Atmosphärilien
wittern dieselben aber heraus.
Gastropoden mit deutlich entblossten Spindelfalten lassen sich als Ne-
rineen erkennen. Auch fällt ein sehr zierlicher Trochus mit feiner spiraler
Berippung auf.
PThracia tirolensis Benecke.
Taf. IV, Fig. 2.
Aus grauen Kalken von Volano. Sonst zu Sega di Noriglio,
Nomi, Chizzola, Folgaria, Maranno, im Vizentinischen und überall
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häufig. Zu tausenden bedecken die aufgeklappten Schalen gelbliche Kalk-
platten unter dem Grenzstein Nr. 14 auf den Alpen östlich Folgaria,
dicht unter einer Bank mit Megalodus pmtilus n. sp.
Länge des Exemplares auf Taf. IY, Fig. 2, 35 mm., Breite 24 mm.
Gleichklapp ig, ungleichseitig, flach, hinten etwas klaffend. Die Buckeln
näher an dem sanft gerundeten Yorderrand stehend, sich beinahe berührend.
Hinterseite länger ausgezogen, etwas abgestutzt. Eine deutliche Erhöhung
zieht auf den (allein erhaltenen) Steinkernen von dem Buckel nach dem
Hinterrande und begrenzt gegen den Schlossrand hin ein dreiseitiges Feld.
Grösste Erhöhung der Schale ziemlich in der Mitte, auf einer vom Wirbel
nach der Mitte des Unterrandes gedachten Linie liegend. Am Wirbel waren,
nach den Steinkernen zu urtheilen, die Schalen massig dick, gegen den
Unterrand hin dünn, wie feine, ungleiche Anwachsstreifen auf den Kernen
andeuten. Die Art findet sich sehr konstant in dieser Grösse. Die gene-
rische Bestimmung bleibt hier, wie bei der p. 164 zu beschreibenden Cypri-
cardia, unsicher.
foromya papyracea Benecke.
Taf. IV, Fig. 1 a. b. c.
Das abgebildete Exemplar aus grauen Kalken* von Yolano. Sonst
häufig zu Nomi, Sega di Noriglio, Chizzola, im Yizentinischen.
Länge 45 mm., Breite 35 mm., Dicke 29 mm.
Länglich oval, stark aufgebläht, grösste Dicke der Muschel vor der
Mitte nach vorn gelegen. Buckeln stark nach vorn eingerollt. Vorderseite
kurz, gerundet, Hinterseite länger ausgezogen. Mit sehr vielen engstehen-
den, nicht ganz regelmässigen, konzentrischen Streifen und weiter stehenden,
un regelmässigen , radialen, die vom Wirbel aus gerade nach dem Rande
laufen; dieselben sind besonders am mittleren Theil der Schale deutlich.
Die für Ceromya bezeichnende Leiste unter dem Buckel der rechten Schale
deutlich als Rinne auf den Steinkernen. Unter den so schwer abzugrenzen-
den Ceromyen dürfte Ccr. concentrica Sow. sp. (Min. Conch. Taf. 491, Fig. 1)
am nächsten stehen, besonders wie dieselbe von Morris and Lycett, (a
monograph of the Mollusca from the great Oolite, Taf. XV, Fig. 2) abge-
bildet wird. Unsere Art ist jedoch weniger aufgebläht, die grösste Dicke
der Muschel liegt mehr nach vorn und die Wirbel sind bei Weitem stärker.
An verschiedenen Punkten Südtirols zeigt sich diese Ceromya in sehr
verschiedener Erhaltungsweise. Bei Sega di Noriglio erfüllt sie in ge-
schlossenem Zustande und meist etwas verdrückt eine ganze Bank, bei Yo-
lano finden sich nur einzelne, aber besser erhaltene Schalen.
11«
UJ4
(Jresslya elongata Benecke.
Taf. IV, Fig. 5 a. b.c.
Fundort des abgebildeten Exemplars Volano. Sonst hier und da.
Länge de* grössten Exemplars 55 mm., Breite 35 mm., Dicke 28 mm.
Gleichklappig, ungleichzeitig, massig gewölbt, die Buckeln nahe am
Vorderrande stehend, etwas nach vorn eingerollt, sich berührend. Unter
dem Buckel der rechten Klappe auf dem Steinkern eine deutliche Furche.
Höchste "Wölbung der Schale ein Drittel vom Buckel entfernt. Es liegen
nur Steinkerne vor, welche auf eine sehr dünne Schale deuten. Leichte
konzentrische Anwachsstreifen bedecken die ganze Oberfläche.
Ich habe den Namen Gresslyu für langgestreckte Formen vom Typus
der Ceromyu beibehalten, da es zweckmässig erscheint, in einer so formen-
reichen Gruppe Unterabtheilungen anzunehmen, welche Bich nach äusser-
lichen Merkmalen leicht unterscheiden lassen.
Plenromya elegans Benecke.
Taf. IV, Fig. 4 a. b. c.
Aus grauen Kalken von Volano.
Länge 42 mm., Breite 28 mm., Dicke 21 mm.
Sehr ungleichklappig, die linke Klappe bedeutend kleiner, der Wirbel
der rechten Klappe beinahe übergreifend, stark eingebogen, doch gerade,
weder dem Vorder- noch dem Hinterrande zugekehrt, näher am Vorder-
rande stehend. Die kloine Klappe stärker aufgebläht. Uinriss der ganzen
Form gefällig gerundet.
'i Cypricardia inenrvata Benecke.
Taf. IV, Fig. .'U. b.c.
Aus grauem Kalke von Volano.
Breite 33 mm., Höhe 32 min., Dicke 24 mm.
Etwas ungleichklappig, rechte Klappe wenig grösser. Wirbel stark
nach vorn eingerollt. Schlossrand nach vorn und hinten etwas ausgezogen,
so dass die Schalen zwei Flügel bilden und der Umriss der ganzen Muschel
schief viereckig wird. Unter den Buckeln eine Art Lunula. Oberfläche
des Steinkerncs fein gestreift. Die Schale scheint, besonders an den Buckeln,
sehr dick gewesen zu sein.
Astarte sp.
Eine kleine Astarte mit deutlichem Schloss ist aus den harrten Kalken
von Folgaria ausgewittert.
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Megalodus pumilus Benecke.
1862. Mtgalodm triquettr Wulf. ?p., Var. pumilus Ofirob. Die Dachstein-
bivalve etc. Siuungsber. d. Wiener Akademie. Bd. 4r>. p. 'IH7. Taf. IV, Fig. 1.5.
Im Jahre 1861, wo man die Stellung der grauen Kalke Südtirols noch
nicht hinreichend kannte, sammelte Professor Oppel bei Mezzomonte
(Maison Monte bei Gümbel I.e. p. 371) eine Reihe von Bivalven, welche
Gümbel bei Gelegenheit seiner Revision der sogenannten Dachsteinbivalvcn
untersuchte. Es fanden sich zwar im Gesammthabitus einige Abweichungen
von dem, was Gümbel als Megulodus tritjuetir Wulf. sp. fi.xirte, aber da
die Schlösser keinen Unterschied zeigten, begnügte sich Gümbel, die Art
als Varietät mit dem Namen M. pumilus zu unterscheiden. Da es sich nun
jetzt hat nachweisen lassen, dass diese Bivalve dem Unteroolith, nicht der
oberen Trias angehört, so scheint es gerechtfertigt, auf jene bereits von
Gümbel hervorgehobenen äusseren Unterschiede hin eine neue Spezies zu
begründen. Diese Unterschiede sind: Geringere Grösse als die triadischen
Vorkommnisse und zwar ganz konstant. Ich sah kein Exemplar, was die
Dimensionen von 40 mm. Länge, und 35 mm. Breite überschritten hätte.
Nicht so hohe Wölbung, vordere Seite sehr kurz, keine Lunula abgegrenzt,
die Schale aus der nur seichten Einbuchtung unter dem Wirbel allmählig
ohne Rand zum Rücken ansteigend. Die Schale ist fein gestreift, mit
6 — 10 groben konzentrischen Anwachsstreifen bedeckt. Vor dem hinteren,
scharfen Kiel zieht noch ein scharfer Rückenkiel, zwischen beiden ist die
Schale schwach abgeplattet; die hintere, steil und tief eingedrückte Fläche
ist so breit wie bei Mcy. triquetn:
Zu Millionen eine mehrere Fuss dicke Bank erfüllend; überall in den
grauen Kalken an deren oberen Grenze. Meist einzelne Klappen in einan-
der geschoben und schlecht erhalten.
Trigonia sp.
Aus den harten Kalken von Folgaria. Ein kleines, 5 mm. langes
Exemplar mit Rippen nach Art der Tr. c-ostafa.
Schizodus sp.
Erfüllt ganze Blöcke, besonders bei Volano, Val Centa.
Mytilus sp.
Nicht selten findet sich ein grosser Mytilus in den grauen Kalken.
Wolf (Jahrb. geol. Reichsanst. 1865. Vcrh. p. 48) unterschied bereits eine
Mytilusbank.
Pinna sp.
Ein Exemplar einer unbestimmbaren Pinna von Volano.
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Gervillia sp.
Zwei Gervillien mit deutlichen Ligamentgruben eine von mehr Pernaar-
tigem Habitus, die andere sehr schief nach Art der GerviUia praecursor.
In grauen Kalken zu Volano und in den Platten mit Thracia tirolensis
bei Folgaria.
Lima sp.
Kleine feingerippto Art. Volano.
Pecten sp.
Ein grosser, grob gerippter und ein kleiner mit sehr feiner radialer
Streifung. Erstrer mit Terebratula Rotzoana Schaur. zu Besagno, letzterer
in den Thraciaplatten, vielleicht Pecten chthratifortnis Schaur. (Verzeichniss
Taf. III. Fig. 1.)
Anomia sp.
Manchen Vorkommnissen der Rhätischen Gruppe sehr ähnlich. Thra-
ciaplatten von Folgaria.
Ostrea sp.
Austern sind häufig. Ausgezeichnet eine kleine 7—8 mm. lange, stark
gefaltete Art, die bei Sega di Noriglio ganze Bänke füllt.
Terebratala flmbria Sow.
1822. Terebratula fimbria Sow. Min. Conch. Taf. 326.
Davids. Mon. Taf. 12, Fig. 6—12.
Einige Exemplare, die ich von der englischen Species nicht zu unter-
scheiden vermag, von St. Cacilia und Sega di Noriglio bei Roveredo.
Hierher dürfte gehören Terebratula fimbriaeformis Schaur. (pars). Ver-
zeichniss p. 124 Taf. II Fig. 5b (non Fig. 5 a).
Terebratula fimbriaeformis Schaur.
Taf. III, Fig. 8 a, b, c, 9.
1865. Terebratula fimbriaeformis 8chauroth, Verzeichnis etc. p. 124, Taf. II,
Fig. 5 a (non Fig. 5 b).
Diese Art hatte ich bereits abgebildet, als mir Schauroth's Arbeit
zukam, ich kann mich daher auf dessen Angaben beziehen und brauche
nur einige Ergänzungen beifugen. Ob 8chauroth's Abbildungen von
zwei Exemplaren herrühren, ist mir nicht bekannt, nach den Abbildungen
zu urtheilen, ist es aber der Fall. In wie weit hier Ungenauigkeiten vor-
liegen, lässt sich nicht beurtheilen. Fig. 5 b auf Taf. II scheint zur Tere-
bratula fimbria Sow., 5 a zu der von mir abgebildeten Art zu gehören.
Da diese Art als 5a (nicht b) abgebildet ist, sehe ich mich veranlasst,
Schauroth's Namen zu adoptiren.
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' Dimensionen des abgebildeten Exemplares von Chizzo la. Länge 24 mm.,
Breite 21 mm., Dicke 18 mm.
Als Hauptunterschied dieser schönen Art, die allerdings der Terebrattda
ßmbria Sow. nahe steht, ist hervorzuheben die ungemein kräftige Entwick-
lung des Schnabels und der Schnabelkanten, sowie das Heraufreichen der
Falten, besonders auf der undurchbohrten Klappe bis unter den Schnabel.
Auch bleibt Terebrattda ßmbria mehr flach, dreiseitig im Umriss, während
Terebrattda ßmbriaeformis dicker und kugliger sich entwickelt.
Häufig in den grauen Kalken überall in Tirol und dem Vicentinischen.
Bei Villa montagna in rothera Kalke (Fig. 9) ein Beweis, wie vorsichtig
man in den Alpen sein muss, sich der Farbe des Gesteins als Merkmal für
die Altersbestimmung zu bedienen.
Terebratula Rotzoana Schaur.
Taf. III, Fig. 1—5.
1865. Terebratula Rotzoana Schauroth. VerxeichnUs p. 115. Taf. II, Fig. 6. t
Es ist dies eine zweite von mir bereits zur Zeit der Publikation der
Schauroth'schen Arbeit abgebildete Art. Da ich dieselbe in grosser
Menge und verschiedenen Alterszuständen besitze, lasse ich meine Beschrei-
bung hier folgen, da sie einige Ergänzungen zu Schauroth's Mittheilungen
Hefert.
Schnabel sehr kräftig, stark übergebogen, schon bei ganz jungen
Exemplaren, die überhaupt die bezeichnenden Eigentümlichkeiten dieser
Terebratel bereits erkennen lassen (Fig. 5).
Bei ausgewachsenen Exemplaren (Fig. 1 c) ragt der Schnabel über das
Deltidium federkielartig hervor. Oeffnung gross und deutlich, Deltidium
deutlich unter dem Schnabel erkennbar. Eine ungemeine scharfe Schnabel-
kante, welche eine grosse, bei ausgewachsenen Exemplaren tief liegende
Area begrenzt, bildet das hervorragendste Kennzeichen der Art. Dimensionen
eines ausgewachsenen, noch nicht verdickten Exemplares (Fig. 2): Länge
35 mm., Breite 28 mm., Dicke 21 mm.
Bei einem verdickten Exemplar (Fig. 1) beträgt die Breite 29 mm.,
die Dicke 27 mm., so dass also der Querschnitt beinahe kreisförmig wird.
Die grosste Breite liegt der Stirn stets näher als dem Schnabel. Die un-
durchbohrte Schale schwach, die durchbohrte stärker gewölbt, mit der höch-
sten Wölbung nahe am Schnabel. Grenzlinie beider Schalen anfangs gerade,
später, nach eingetretener Verdickung etwas gegen die durchbohrte 8chale
gebogen. Umriss in der Jugend deutlich dreiseitig mit halbkreisförmiger
Haiis (Stirnseite). Je mehr die Muschel aber wächst, desto mehr schwindet
der dreiseitige Umriss und nähert sich dem elliptischen, dem er schliesslich
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sehr nahe kommt. (Fig. 1 a.) Wenn die Muschel bestimmte Dimensionen
der Länge und Breite erreicht hatte (Fig. 3), wuchs sie nur noch nach der
dritten Dimension (Fig. 2 und 1) und zwar in einem solchen Grade, dass
dies schliesslich den Tod des Thieres zur Folge haben musste. Dicke,
konzentrische Runzeln bedecken dann die untere Hälfte der Schalen (Fig. 1),
währond im Jugendzustande nur feine, wenig erhabene Anwachsstreifen
sich zeigen.
Terebratula Iiotzoanu steht der Terebratula omaloyustyr Ziet. am näch-
sten, die einen ähnlich entwickelten, kräftigen Schnabel, jedoch bei Weitem
keine so scharf abgegränzte Schnabelkante und Area besitzt.
Die häufigste und bezeichnendste Art des unteren südalpinen Dogger.
Hierher mag mancherlei gehören, was als Terebratula ornithocejrfutla u. s. w.
hin und wieder in der Litteratur citirt wird.
Terebratula cf. perovalis Sow.
Eine schöne Terebratel, welehe wohl mit Terebrattda perovalis zu ver-
einigen sein wird, fand sich in grauem Kalke bei Volano, der diesem
Horizonte angehört.
Terebratula hexagonalis Benecke.
Taf. 111, Fig. U. 7.
Fundort der abgebildeten Exemplare : Volano. Sonst zu Nomi,
Vallunga, Ghizzola, Val Centa, Sella, Illasi im Vicentin u. s. w.
Länge 2(5 mm., Breite 18 mm., Dicke 17 mm. Schnabel stark über-
gebogen, auf der undurchbohrten Klappe beinahe aufsitzend, das Deltidium
verdeckend. Durchbohrte Schale stark gewölbt, zu einem Kiel erhoben,
undurchbohrte schwächer gewölbt, ohne jede Spur eines Sinus, mit einer
in der Richtung der Breite ebenen Wölbung gegen die Stirn verlaufend.
Die durchbohrte Schale fällt zu beiden Seiten des, gegen die Stirn etwas
verflachten Kieles, steil ab und greift mit einem Flügel in die kleine Klappe
ein. Ueber diesem Flügel greift ihrerseits die kleine Klappe um etwas
gegen die grosse vor. Es entsteht so der doppelt geschwungene Verlauf
der Trennungslinie beider Klappen, wie ihn Fig. tia angiebt. Da auch die
kleine Klappe gegen ihre Flügel steil abfällt, so wird der Querschnitt bei-
der Schalen annähernd ein Sechseck, dessen zwei gegenüberliegende kleine
Seiten der verflachte Kiel der grossen und die mittlere Ebene der kleinen
Klappe , dessen vier andere Seiten die abfallenden Flächen der Schalen
bilden. Scheinbar greift die kleinere Klappe an der Stirn gegen die durch-
bohrte Klappe vor, doch nur scheinbar, indem die Trennungslinie beider
Klappen nur genau, nachdem sie durch den Flügel der grossen Klappe
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nach der kleinen hinausgedrängt war, bis auf den Punkt zurücktritt, auf
den eine vom Schnabel nach der Stirn gezogene Senkrechte treffen würde.
Feine Anwachsstreifen bedecken die Oberfläche. Der Kiel auf dem Rücken
und der Gesammtumriss gestatten auch die Jugendformen (Fig. 7) sicher
zu erkennen, die Flügel sind aber hier noch nicht zur Ausbildung gelangt
und beide Klappen sind durch eine gerade Linie getrennt.
Unter bereits bekannten Arten fordert besonders Terebratula carinata
Lam. zu einem Vergleich heraus, die einen ähnlichen, aber bei Weitein
nicht so ausgeprägten Kiel auf dem Kücken trägt. Auch ist der Schnabel
bei T. carinata weniger übergebogeu und besonders unterscheidend der Um-
stand, dass bei T. carinata gleich unter dem Schnabel ein Sinus einsetzt,
T. hcmgonalis einen solchen aber überhaupt nicht zeigt. Ein AVachsthum
nach der Richtung der Dicke, wie es Davidson bei T. carinata aus Eng-
land abbildet und wie es sich bei T. Rotzoana so ausgeprägt fand, beobach-
tete ich nie bei T. hcxagonulis.
Häutige und sehr bezeichnende Al t.
Hypodiadenia sp.
Zu diesem Geschlecht dürfte ein bei Sega di J^origlio gefundener
Seeigel gehören. Zerbrochene Stacheln mit zierlichen, kleinen Gastropoden,
Zweischalern und Pentracrinus-Stielgliedern untermengt bedecken an manchen
Punkten ganze Platten, s. bei Sega di Noriglio, Sella.
Pentacrinus sp.
Einzelne Stielglicder, hier und da, jedoch nie Bänke bildend.
Serpula sp.
Kleine, ziemlich regelmässig spiralgewundene Art. Sega di Noriglio.
b. Arten aus den Ooüthen mit Ammonltes Murchisonae vom
Cap S. Vigilio am Gardasee.
Belemnites sp.
Bereits- im geogn ostischen Theil wurde erwähnt, dass Belemniten sich
häufig am Cap. S. Vigilio in einem Oolith finden, der etwas höher als
die Ammonitenschichten liegt, dass aber jbestimmbare Exemplare nicht zu
erlangen waren. Das Vorkommen von Belemniten verdient nur insofern
Erwähnung, als solche in den gleichaltrigen grauen Kalken Südtirols fehlen.
Mit A. Murchisonae zusammen fand sich ein Bruchstück eines Phragmocon,
was auf einen Belemnit von bedeutender Grösse sehliessen lässt.
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170
Ammonites scissus Benecke.
Taf. VI, Fig. 4 a. b.
Fundort: Cap 8. Vigilio am Gardasee im Oolith mit Ammonites
Murchisonae.
Dimensionen des abgebildeten Exemplars: Durchmesser des Gehäuses
65 mm., Weite des Nabels 32 mm., Dicke des letzten Umganges 16 mm.,
Höhe desselben über der Naht 20 mm. Ein anderes, grösseres, weniger gut
erhaltenes Exemplar hat einen Durchmesser von 85 mm.
Mündung höher als breit, etwas komprimirt. Gleich über der Naht-
linie beginnen sehr kräftige, scharfe Rippen, die durch breite, gerundete
Furchen von einander getrennt sind und sich allmählich höher erhebend,
gerade über die Seiten und den Rücken laufen, um nun hier in einer
Spitze scharf gegen eine tiefe Rinne abzustossen, die der Medianlinie entlang
läuft. Die Rippen sind alle einfach, nur eine einzige gabelt sich an einem
Exemplare. Auf den Umgang kommen sechs tiefe, gerundete, sehr markirte
Einschnürungen, deren letzte beim abgebildeten Exemplare unmittelbar hinter
der Mundöffnung steht, die noch erhalten ist. Man zählt 50 Rippen auf
den Umgang.
A. scissus erinnert in seinem Gesammthabitus an einige bekannte Am-
moniten aus ausseralpinem Dogger, die aber alle abweichen. A. bifurcatus
hat dieselbe Furche auf dem Rücken und ähnliche scharfe Rippen, die sich
zu einer Spitze auf dem Rücken erheben, aber die Rippen gabeln sich und
auf der Gabelung steht ein Dorn, während bei A. scissus die Rippen ganz
einfach verlaufen und nur allmählig bis zur Höhe des Domes auf dem
Rücken ansteigen. A. Niortensis d'Orb. hat zwar einfache Rippen, aber ein
auf der oberen Hälfte der Seite stehender Knoten und der mehr fünfeckige
Querschnitt unterscheiden denselben hinlänglich.
Es liegen mir 10 Exemplare vor.
Ammonites Murchisonae Sow.
1827. Ammonites Murchisonae. Sowerby, min. Conch. Tab. ftöO.
Fundort Cap. S. Vigilio.
Die gesammelten Exemplare gehören theils der starkrippigen, theils der
schwachrippigen Varietät an, einzelne Hessen sich auch vielleicht als A. o/mi-
linus bezeichnen. Wenn ich bei den etwas schwankenden Charakteren des
A. Murchisonae und seiner ausser den Alpen noch nicht ganz feststehenden
vertikalen Verbreitung denselben doch als bezeichnendste Versteinerung
anführte, so geschah dies, weil er eben der einzige am Cap. S. Vigilio
gefundene ist, den man auch ausserhalb der Alpen kennt. Wenn entweder
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171
die Gruppe des A. Murchisonae in Beziehung auf ihre verschiedene Aus-
bildung nach dem Lager genauer untersucht oder vielleicht die anderen bei
Cap. 8. Vigilio gefundenen Ammoniten auch ausserhalb der Alpen gekannt
sein werden, wird es gelingen, unsere Oolithe schärfer in ihrer zeitlichen
Entstehung zu fixiren.
12 Exemplare.
Ammonites fallax Benecke.
Taf. VT, Fig. 1—3.
Dimensionen des abgebildeten Exemplars (Fig. 1): Durchmesser des
Gehäuses 68 mm. , Weite des Nabels 33 mm. , Dicke des letzten Umganges
(Fig. 2) 21 mm., Höhe des letzten Umganges über der Naht 24 mm., Dicke
des vorletzten Umganges 22 mm.
Sehr interessant ist an diesem Ammoniten die sehr verschiedene Aus-
bildung in der Jugend und im ausgewachsenen Zustande. Beide Formen
könnte man für sich als gesonderte Arten anzusehen und mit verschiedenen
ausaeralpinen Arten zu identifiziren versucht sein.
Querschnitt in der Jugend viel breiter als hoch, beinahe halbmondförmig
(Fig. 3b). Auf dor Nahtfläche stehen deutliche Rippen, welche sich auf
der Höhe der Seite zu Knötchen erheben und sich durch Gabelung und
Einschaltung vermehren. Der breite gerundete Rücken erscheint daher mit
einer Menge gleichmässiger feiner Rippen bedeckt, die ziemlich gerade über
denselben hinweglaufen und in der Medianlinie in einem deutlichen Kiele
zusammenstossen (Fig. 3 b). Die Umgänge umfassen sich weit, so dass ein
tiefer Nabel entsteht. Beim Grösserwerden des Gehäuses schnürt sich der
äussere Umgang ein und bekommt einen flacheren, gleichmässig gerundeten
Querschnitt (Fig. 2), der Rücken wird schmäler, die steil einfallende Naht-
flächo verschwindet, die Knötchen auf den Rippen werden undeutlich und
hören ganz auf, indem die Rippen ohne alle Erhöhung sich theilen. In
demselben Maasse schwächt sich der Kiel auf dem Rücken. Bei einem
Exemplare von 87 mm. Scheibendurchmesser ist die letzte Hälfte des äus-
sersten Umganges beinahe ganz glatt und nichts mehr vom Kiele zu sehen.
Etwa 3/4 des letzten Umganges ist Wohnkammer, wie man an Fig. 1, wo
die Mundöffnung mit der unmittelbar hinter derselben liegenden Einschnürung
noch kenntlich ist, sehen kann. A. fcUUtx im Jugendzustande gleicht ganz
dem A. insiynis aus dem obersten Lias, wie sich denn zwischen Fig. 3 auf
Taf. VI und dem jungen Individuum von A. insignis bei d'Orbigny (terr.
jur. Taf. 112, Fig. 5) kein nennenswerther Unterschied herausfinden lässt.
Im ausgewachsenen Zustande erinnert unser Ammonit jedoch an eine ganz
andere Gruppe von Ammoniten, die man besonders aus dem französischen
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172
Unteroolith und zwar in höheren Lagen als die de« A. Murchisonae kennt.
A. Gervillü d'Orb (terr. jur. Taf. 137, Fig. 1) ähnelt dem A. fullax ganz
ungemein, so dass man beide ohne Kenntnis» de» Jugendzustandes unbedenk-
lich identifiziren könnte. Das Fehlen eines Kieles auf den inneren Umgängen
trennt jedoeh jene französischen Vorkommnisse hinreichend.
A. JuUax ist der häutigste Ammonit des südalpinen Ooliths von S. Vi-
gilio. Es. liegen mir 40 Exemplare vor.
Aminonites gonionotus Benecke.
Tnf. VII, Fig. 3.
Vom Cap S. Vigilio am Gardase«e.
Das abgebildete, gut erhaltene Exemplar hat folgende Dimensionen:
Durchmesser des Gehäuses 81 mm., Weite des Nabels 39 mm., Dicke de»
letzten Umganges 12 mm., Höhe desselben über der Naht 24 mm., Quer-
schnitt etwas höher als breit, gleichmässig gerundet. Kücken gerundet mit
einem gekörnelten Kiel, der auf der Schale und dem Kern gleich sichtbar
ist. Kräftige Rippen beginnen auf der Naht, erreichen ihre grösste Höhe
auf der Mitte der Seite und laufen mit starker Biegung nach vorn über den
Rücken, wo sie unter einem Winkel von ziemlich 90° im Kiele zusammen-
stossen. Theils durch Gabelung, theils durch Einschaltung vermehren sich
die Rippen auf dem Rücken. Die äusseren Umgänge werden immer evoluter,
so dass man auf dem vorletzten Unigang auf der Seite noch den Beginn
der Gabelung der Rippen beobachten kann, während auf den innersten Uni-
gängen nur die Hauptrippen sichtbar bleiben, die gegabelten und eingeschal-
teten aber unter dem folgenden Unigang verborgen liegen. Man zählt auf
dem äussersten Umgang 31 Hauptrippen. Drei Viertel des letzten Umganges
am abgebildeten Exemplar, welches jedoch nicht ganz bis zur Mundöffnung
erhalten ist, gehört der Wohnkamnier an.
Hehl'« A. phnuht (Zieren, Verst. Württb. Taf. VII, Fig. 5) aus dem
oberen Jura hat eine ähnliche Berippung, ist aber komprimirter. Bei A.
Mariiusi d'Orb. (Terr. jur. Taf. 125) aus dem französischen Unteroolith, mit
dem man dem A. gonionotus sehr ähnliche, wenn nicht identische ausseralpine
Vorkommnisse vereinigt hat, bilden die Rippen keinen Winkel auf dein
Rücken und der Kiel fehlt. Im Gesammthabitus gleichen sich aber beide
Arten recht sehr.
2 Exemplare.
Amnionitis ophionetis Benecke.
Taf. VI, Fig.
Fundort Cap S. Vigilio am Gardasee. Lineaten sind nächst den
Heterophyllen diejenigen Ammoniten aus jurassischen Schichten der Alpen.
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173
deren Unterscheidung am schwierigsten fällt. Um so angenehmer ist es, in
A. ophioneus eine auch im Kern noch deutliche Art zu besitzen, deren Lager
sicher feststeht.
Dimensionen: Durchmesser des Gehäuses 79 mm., Weite des Nabels
30 mm., Dicke des letzten Umganges 18 mm.. Höhe desselben über der Naht
22 mm., Mundöfthung höher als breit, Kücken gerundet, Seiten wenig ge-
wölbt, Suturfläche steil einfallend. Auf den Umgang kommen sechs deutliche
Einschnürungen, welche dem Gehäuse ein sehr bezeichnendes Ansehen geben.
Auf den inneren Umgäugen ist vor jeder Einschnürung noch eine kleine
Anschwellung zu bemerken. Die Loben stimmen mit denen sonst bei Li-
maten gewöhnlichen überein.
1 Exemplar.
Lineat sp.
Einige Steinkerne vom Typus des A. Etidesianus d'Orb. von derselben
Lokalität, von indifferentem Habitus.
Heterophylle sp.
Unter den nicht seltenen Heterophyllen vom Cap S. Vigilio zeichnen
sich zwei Formen aus, eine nach Art des A. Culypso d'Orb. mit wenigen
müssig geschwungenen Einschnürungen, eine andere mit zungenartig vor-
springenden Einschnürungen wie bei .4. Ziyuodiamis d'Orb. Erstere erreichen
eine bedeutende Grösse, letztere bleiben klein.
Perarmat sp.
Interessant ist in den Oolithen ein Exemplar eines kleinen Perarmaten,
was als Jugendform keine weitere Bestimmung zulässt.
Turbo sp.
Unbestimmbare, kleine Kerne.
Nucula cf. Aalennis Opp.
Eine Nuada, der N. Aahiisis Opp. gleichend, fand sich in zwei Exem-
plaren.
Inoceramns sp.
Vom Typus der Posidonia yigantca Gldf.
flimiites sp.
Mehrere Bruchstücke mit den bezeichnenden bindfadenartigon unregel-
mässigen Bippen, zwischen denen bis 8 feinere stehen.
Terebratnla cf. Bonei Zeuschn.
Unbestimmbare Terebratel mit flachem Sinus der undurchbohrten Schale.
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174
Rbynehonella sp.
Indifferente Form, unsymmetrisch nach Art der Rh. inconstam Sow.
c. Fauna der Schichten der Rhynchonella bilobata.
Lima sp.
Eine kleine feingerippte Art. Volano. Ponte diTierno.
Pecten sp.
Kleine, glatte Art. Volano. Lizzanella. Ponte di Tierno.
Rhynchonella bilobata Benecke.
T«f. V, Fig. 5. 6.
Fundort: die abgebildeten Exemplare von Trambilleno bei Rore-
redo; sonst bei Lizzanella, Ponte di Tierno, Nomi, Volano etc.
Dimensionen des kleinen Exemplares: Länge 14 mm., Breite 17 mm..
Dicke 7 mm. Länge des ausgewachsenen Exemplares 20 mm., Breite de*
selben 34 mm.
Schnabel kräftig, massig gebogen. Umriss in der Jugend dreiseitig, im
Alter die Seiten flügelartig ausgezogen. Beide Klappen wenig gewölbt, die
undurchbohrte etwas mehr, mit der grössten Erhöhung näher am Wirbel.
Beide Schalen mit kräftigen, gleichraässig ausstrahlenden Rippen bedeckt,
die am Wirbel beginnen. Das kleinere Exemplar trägt deren 16, das
grössere 26. Sämmtliche Exemplare sind auffallend unsymmetrisch nach
Art der Eh. inconstans Sow., indem die Schale durch einen Absatz in zwei
Hälften getrennt erscheint, der sich bei ausgewachsenen Exemplaren im
ersten Drittel der Entfernung vom Wirbel einsetzt und an der Stirn seine
grös8te Höhe erreicht.
Rhynchonella sp.
Gefaltete, kugelige Rhynchonella von indifferentem Habitus; fiberall
- mit voriger Art.
Cidaris sp.
Fragmente von Cidaritenschalen häufig im gelben Marmor von Lii*
zanella.
Radioli «p.
Ebenda.
Pentacrinns sp.
Ganze Bänke füllend.
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175
d. Arten des Posidonomyengesteins (Kl aus schichten).
Sphenodus Zählte.
Auf die Häufigkeit des Vorkommens von Sphenodus- Zähnen in den
jurassischen Jurakalken machte Oppel ') besonders aufmerksam. Madonna
del Monte. Am letzteren Orte auch andere unbestimmbare Fischreste.
Pycnodonten-Zähne
Häufig zusammengeschwemmt und mit bohnerzar^igem Brauneisenstein.
Nester in rothem Kalke von Madonna del Monte und braunem Kalke
von dem Thale östlich Crosano erfüllend.
Belemnites sp.
Häufig ein kleiner, schlanker Belemnit an allen Punkten, an denen
Posidonomyengestein entwickelt ist.
Ammonites Kndernatachi Hau.
1852. Ammonites heterophyllus Kud. Ammoniten von Swinitza. Abhandl. der
geol. Reichsanst. Bd. I. Abth. 2. Taf. I, Fig. 5—9.
1854. Ammonites Kudernatschi Hauer. Heterophyllen. Sitcungsber. Wien. Akad.
Bd. XII. p. 44.
Brentonico und Madonna del Monte.
Ammonites subobtusns Kud.
1852. Ammonites subobtusus KudernaUch. Ammoniten ron Swinitza. Abbaudl.
der geol. Reichsanst. Bd. I. Abth. 2. Taf. II, Fig. 1-3.
Brentonico und Madonna del Monte.
Ammonites Eudesianns d'Orb.
1845. Ammonites Eudesianus d'Orbigny. Terr. jur. Taf. 128.
Brentonico.
Ammonites tripartitns Rasp.
1831. Ammonites tripartitus Raapail. Annalea d'Obserr. III. Taf. 11, Fig. 5.
Brentonico, Madonna del Monte.
Ammonites subradiatus Sow.
1823. Ammonites subradiatus Sowerby. Min. Conoh. Taf. 421, Fig. 2.
Die kleinen Exemplare von Brentonico lassen keine ganz sichere Be-
stimmung zu. Vielleicht gehören dieselben zu A. bisctäptus Opp. [A. Henrici
Kudern. (von d'Orbigny) Ammon. v. Swinitza. Taf. II, Fig. 9. 10. 11. 12. 13]
Paläont. Mitth. p. 149.
1) Oppel, Zeitachr. deutsch, geol. Oes. 18G3. p. 189.
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176
Amnionitis rectelobatus Hau.
? 18.r»3. Ammonites liyuiferus. (1at. Intorno. Taf. I, Fig. >.
1857. Ammonitts rectelobatus Hauer. Paläont. Notizen. Taf. 1, Fig. 0. Taf. 2, Fig. 10.
Brentonico, Madonna del Monte.
Amnion it es Martinsi d'Orb.
18 i">. Ammonites Marti usi d'Orbigny. Tcrr. jur. Taf. l'>5.
Brentonico.
Ammonites ßrogniarti Sow.
1817. Ammonites Brogniarti Sowerby, Min. Concli. Tab. 184. A. Fig. >.
Kleines Exemplar von Madonna del monte.
Ancyloceras annnlatnm Desh. sp.
1830. Hamites annuhttus Desli., Encyclop. II. 183.
Brentonico. Von Prof. Oppel gesammelt 1863.
Posidonomya alpina Gras.
18.V'. l'osidonomya alpina OroB, Catalogue des corps organijes fosa. du Dep.
de l lsere. p. 11. Tab. I, Fig. 1.
Diese alpinen Posidonomycn sind in der That Zweischaler und nicht
Estherien, wie Jones sich an ihm übersandten Exemplaren überzeugte.
Lima sp.
Eine gröber und eine fein gerippte Art. Madonna del monte.
Pecten sp.
Kleine, glatte Art. Madonna del monte.
Terebratula Gerda Opp.
1803. Terebratula Gerda Oppel, Zeit<ehr.*deutseh. geol. Üeiellsch. Taf.V, Fig.'l.
Brentonico. Madonna del monte.
5 Exemplare.
Terebratula Geflon Opp.
1803. Terebratula Gefion Oppel, Zeitsehr. deutsch, geol. Gesellsch. Taf.V, Fig.j.
Sehr häufig. Madonna del monte, Ponte di Tierno. Nomi.
170 Exemplare.
Terebratula curviconcha Opp.
1 803. Terebratula curvironcha Oppel, Zeitschr. deutsch, geol. Oeselheh. Taf V,
Fig. ß.
150 Exemplare.
d by GpogJl
Terebratola bivallata E. Deal.
Terebratula bivaUata E. Deslongchanips , Ballet, soc. Lineenne de la Norm.
Bd. IV. p. 7 («ep.) Taf. XI, Fig. 1, i.
Vertritt mit T. sulcifrons n. sp. die Gruppe der T. Benthyi in dem
P 08 idonomy engestein. Ponte di Tierno.
1 Exemplar.
Terebratala snlcifrons Benecke.
Taf. V, Fig. 7 a — d.
Von Ponte di Tierno und Madonna del monte.
Dimensionen des abgebildeten Exemplars von Madonna del monte:
Lünge 14 mm., Breite 16 mm., Dicke 12 mm.; Schnabel kräftig, stark
Qbergebogen, jedoch das Deltidium noch frei lassend. Andeutung von
Schnabelkanten, indem eine besondere Area abgegrenzt erscheint (7d.).
Unmittelbar unter dem Schnabel beginnend, bildet die undurchbohrte Klappe
eine grosse, scharfe Falte, weleher ein ebenso tiefer, scharfer Sinus der
anderen Klappe entspricht. Zu beiden Seiten des letztern stehen je eine
hohe Falte, welche nach aussen steil abfallen und einen flügelartigen Vor-
sprung der durchbohrten Klappe gegen die undurchbohrte bilden. Es ent-
steht so der eigentümliche Verlauf der Trennungslinie beider Klappen, wie
er auf Fig. 7 d. angegeben ist. Die Stirn erscheint scharf zickzackartig.
T. sulcifrons gehört zu der so interessanten und besonders in alpinen
jurassischen Ablagerungen verbreiteten Gruppe der T. Bcntleyi Dav. Oppel
beschrieb aus dem Vilser Kalke der Nordalpen die nahe stehenden T. Vil-
smsis und T. bifrons (Oppel, Württ. naturw. Jahresh. XVII. p. 31. 32. Tab. II,
Fig. lu. 2). Winkle r") fügte noch die Arten T. Teisenbcrgensis und sub-
ulpina aus dem Vilser Kalk von Teisenberg hinzu. Was Quenstedt
von alpinen Vorkommnissen mit dem Namen T. intcrsa belegte (Hdb. der
Petrefaktenkunde, p. 405. Taf. XXXVII, Fig. 22), gehört, wie ich an cinor
Reihe von Exemplaren von Windist' hgersten1) sehen konnte, theils zu
T. bifrons und T. Vilscnsis Opp., theils zu T. Teisenbcrgensis VVnkl. Unter
diesen Arten, die alle einem höhern Niveau angehören, als T sulcifrons, steht
letztere der T. Vilsensis Opp. am nächsten, unterscheidet sich aber durch den,
zu Anfang mehr senkrechten Verlauf der Trennungslinie beider Klappen und
durch die scharfen, unmittelbar unter dem Schnabel beginnenden Falten.
10 Exemplare.
') Bronn-Leonh. Jahrb. 18M. p. 307. Taf. VI, Fig. 12. 13. 14. 10.
*) In den Verh. d. Jahrb. d. geol. Reichaanst. 1865, p. 6ti, finden sich diese Brachio-
poden als T. inverta Opp. angeführt.
12
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17S
Terebratula Roveredana Benecke.
Taf.V, Fig. 8a~d.
Ponte di Tierno und Madonna del monte.
Dimensionen des abgebildeten Exemplars von Madonna del monte:
Länge 18 mm., Breite 25 mm,, Dicke 12 mm. Schnabel wenig übergebogen.
Deltidium niedrig. Deutliche Schnabelkanten begrenzen eine kleine Area.
Einem Sinus der durchbohrten Klappe, welcher im Drittel der Länge vom
Schnabel beginnt, entspricht eine Falte der undurchbohrten Klappe. Der
Sinus der durchbohrten Klappe ist begrenzt von kräftigen Falten, denen
sinusartige Vertiefungen auf der anderen Seite gegenüberstehen. Auf denen,
in der Richtung der Breite bei ausgewachsenen Exemplaren sehr verlänger-
ten Seiten setzt sich noch jo eine kleine Falte ein. Der auf diese Weise
entstehende Verlauf der Stirn- und Seitenlinie ergiebt sich aus Fig. 8d.
Die Falten erscheinen an ihrem Beginne sanft gerundet und werden erst
an der Stirn scharf, so dass die Stirnlinie zickzackartig erscheint, während
die Durchschnittslinie durch die Mitte der Muschel (nach der Querrichtung)
ein wellenförmig gerundetes Ansehen haben würde.
Im JugendzuBtande, wo T, Roveredana noch nicht so in die Breite ge-
zogen ist , hat sie Aehnlichkeit mit jungen Exemplaren von T. sitlcifrons,
die sich im Alter so deutlich durch den frühen Beginn der von Anfang an
scharfen Falten und die gedrungene, glockenförmige Gestalt unterscheidet.
Bei hinreichendem Material gelingt die Trennung beider Arten aber auch
im Jugendzustande.
30 Exemplare.
Terebratnla cf. perovalis.
Schüue grosse Terebratel, über deren Lager ich nicht im Klaren bin.
Ich fand dieselbe etwas unterhalb St. Nicole, östlich Roveredo, in
Blöcken dunkelrothen Kalkes in der Lena, die von höher herunter- ge-
stürzt sein müssen und über Tierno (siehe Profil 1). Wahrscheinlich stammt
dieselbe aus Posidonomyengestein.
Rliynchonella coaretata Opp.
18G3. Iihynchonella coaretata Oppel, Zeitschr. deutsch, geol. Gesellsch. Taf.VI,
Fig. 4.
Madonna del monte.
In den mir vorliegenden Exemplaren ist die ausgesprochene Ecke der
Stirnlinie so scharf hervortretend, dass es gerechtfertigt erscheint, die Art
T. coaretata gegenüber der T. Atta Opp., die einen gerundeten Verlauf der
Stirnlinie zeigt, aufrecht zu erhalten. (Siehe Oppel I. c. p. 209.)
4 Exemplare.
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179
Rhynchonella defluxa Opp.
1863. Ehynchowlla dtfluxa Oppel, ZeiUchr. deutsch, geol. Gesellsch. Taf. VII,
Fig. 1—4.
Ponte di Tierno.
4 Exemplare.
Rhynchonella Brentoniaca Opp.
1863. Rhynchonella Brentoniaca Oppel, Zeitsohr. deutsch, geol. Gesellschaft.
Taf. TU, Fig. 12—14.
Schöne und sehr wohl charakterisirte Form der südalpinen Posidomyen-
gesteine. Nicht selten bei Ponte di Tierno. Madonna del monte,
Nomi.
50 Exemplare.
Stoniechüius rotnndas n. sp.
Kleine Art von 23 mm. Durchmesser. Kreisrund, flach gewölbt. Die
gute Erhaltung der Unterseite gestattet nach der Beschaffenheit des Pe-
ristoms die Zugehörigkeit zu Stomechinus deutlich zu erkennen. 2 Warzen-
reihen auf den Ambulakralfeldern , 5 auf den Interambulakralfeldern , von
denen zunächst die mittlere nach dem Scheitel hin zu verschwinden scheint.
Madonna del monte.
Hyboclypas sp.
Echinodermenreste sind nicht selten , allein meist so schlecht erhalten,
dass man nur den äusseren Umriss erkennen kann. Ein Hyboclypus ist
häufig bei Madonna del monte und Brentonico.
Pentacrinus sp. ind.
Wie im geognostischen Theile auseinander gesetzt wurde, erfüllen die
Pentacrinus-Stielglieder ganze Bänke. Schauroth bildete aus dem Ammo-
nitico rosso von Fondi in den VII Communi einen Pentacrinus ab und
nannte denselben Pentacrinus cinyulatiformis. (Verzeichniss, Taf. IV, Fig. 2.)
Derselbe ist zwar bedeutend kleiner, als die aus Südtirol, allein da sonst in
rothem Alpenkalk (im eigentlichen Ammonitico rosso, meinen Schichten des
Amnu aeanihicus und Diphyakalken) Pentacrinus - Arten fehlen, stammen
wohl auch diese Exemplare aus den häufig rothen Kalken der Ter. curvi-
coneha.
Eugeniacrinos sp. ind.
Einen Kelch eines Eugeniacrinus fand ich bei Madonna del monte.
Schauroth's Eugeniacrinus nutantifonris (Verzeichniss, Taf. IV, Fig. 1)
dürfte dieselbe Art sein, und zu demselben gehören runde Stielglieder, die
12*
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180
ich bei Madonna del raonte fand, und die Schauroth als Pentacri-
nus subteres Gldf. (Vorzcichniss, Taf. IV, Fig. 3) aus rothem Ammoniten-
kalk von Fondi abbildete. Schauroth's Poitacritnts subtnrs Gldf., Taf. IV,
Fig. 4. „angeblich* von Magr£, dürften Stielglieder einer anderen Art als
Fig. 3 sein. Es finden sieh solche in der That in jener Gegend und sind
nicht selten in Sammlungen zu sehen. Ich fand deren selbst in grosser
Menge zwischen Illasi und Bolca Purga, wo sie in der Scaglia
liegen. Die Glieder sind stark tonnenförmig.
Astraea sp. ind.
l.si;:*. Oppel, Zeitgchr. deutsch, geol. ZeiUchr. p. 19").
Von Brentonico.
III. Fauna de« eüdalpiiien IVlaliii.
a. Schichten des Ammonites acanthicus.
(Ausgeralpine Zone des Ammonites fenuilobatus Opp.)
Sphenorfns sp.
Ein schöner Zahn von Torri. Auch bei Brentonico nicht selten.
Belemnites cf. semisnlcatos Mnst.
Belemuiten finden sich bei Roveredo, Brentonico, Torri und an-
deren Orten häufig mit Ammonites acanthicus zusammen, sind aber sehr
schwer in guter Erhaltung aus dem harten rothen Kalke zu erhalten. Das
mir vorliegende Material reicht zur Fixirung bestimmter Arten nicht aus.
Ammonites acanthicus Opp.
18*,.'i. Ammonites acanthicus. Oppel, palitont. Mitth. p. ,M9.
Fundorte: Roveredo, Brentonico, Torri, Nomi, Sella, Do-
megliara.
Die häufigste Ammonitenart des unteren Horizontes der rothen Ammo-
niretikalke stimmt mit A. ricantJtüus Opp. am genauesten überein. Während
aber schwäbische und fränkische Exemplare in der Jugend stets zwei Reihen
Dornen besitzen und nur im ausgewachsenen Zustande auf dem letzten Um-
gange die äussere Reihe verlieren, haben alle südtiroler Exemplare von der
Jugend an nur eine Knotenreihe auf der Grenze der Suturfläche und der
Seite. Im Gesammthabitus stimmen aber die alpinen und ausseralpinen
Vorkommnisse sehr wohl überein.
30 Exemplare
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181
Ammoaites Uhlandi Opp.
1863. Ammonites Uhlandi. Oppel, paläont. Mitth. p. ?24.
Fundorte: Brentonico, Torri, Sella.
Zwei Arten von Inflaten vom Typus dos Ammonites gigas Ziel, finden
sich nicht selten in den Schichten des Ammonites acanthicus. Der eine der-
selben lässt sich mit A. Uhlandi Opp. identifiziren. Der andere ist vielleicht
A. turgescens Cat. (Intorno ad una nuova classific. Taf. I, Fig. 1). Da mir
aber, als ich das Original in der Universitätssammlung zu Padua sah, mein
Material nicht zur Hand war, wage ich nicht eine bestimmte Meinung aus-
zusprechen.
10 Exemplare.
Ammonites enrystomus Benecke.
Taf. IX, Fig. 1. a. b.
Fundort: Sella.
Dimensionen des einzigen vorliegenden, etwas verdrückten Exemplares
nach der Ergänzung: Durchmesser des Gehäuses 104 mm., Weite des Na-
bels 59 mm., Dicke des letzten Umganges (»3 mm. , Höhe desselben über
der Naht 35 mm. Mündung breiter als hoch. Rücken sanft gerundet, in der
Mitte glatt, nach den Seiten hin leicht gefaltet durch die Abdachung der
Knoten. Der erhaltene Theil der Wohnkammer nimmt beinahe einen Umgang
ein. Die Stacheln beider Reihen sind durch Rippen mit einander verbunden.
Man zählt auf dem äusseren Umgang 23 derselben. Unmittelbar unter der
inneren Knotenreihe fallt die Suturfläche steil ab, mit zahlreichen Einscnk-
ungen, in die sich die Stacheln der äusseren Reihe de« nächst inneren Um-
ganges einlegen. Da auch die, beide Knotenreihen tragenden Seiton, nach
innen zu gesenkt erscheinen und ziemlich scharf gegen den Rücken durch
eine Kante begrenzt sind, welche die äunscrc Knotenreihe trägt, so entsteht
ein sehr vertiefter Nabel.
Die Unterscheidung der Ammonitenarten , welche dem A. biurmatus
Ziet. nahe stehen, ist sehr schwierig und hat man erst in neuerer Zeit mehr
8orgfalt auf die Fixirung der Species verwandt. A. enrystomus unterscheidet
sich wohl von nahestehenden Formen (A. Bubeanus d'Orb. terr. jur. Tab. 181)
am leichtesten durch den Querschnitt der Umgänge und den so tief liegenden
Nabel. Vielleicht gehört hierher A. liogoznkensis Zeuschn. (Zeuschner,
Nowe lub niedokladnie etc. Taf. IV, Fig. 4). Die Abbildung bezieht sich
aber auf ein kleines nicht sehr kenntliches . Exemplar.
Das« das Auftreten eines Perarmaten in diesen Schichten im "Vergleich
zu auaseralpinen Vorkommnissen ein spätes ist, wurde schon oben erwähnt.
1 Exemplar.
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182
Ammonites Rnpellensis d'Orb.
1845. Ammonitcs Rupellentis. d'Orbigny, tenr. jur. Taf. 205.
Pazzone, Brentonico.
Ein Exemplar von Pazzone am südlichen Abhang des Mt. Baldo hat
400mm. Durchmesser. Hierher dürfte wohl auch gehören, was Schauroth
(Verzeichniss der Versteinerg. p. 148) als A. perarmatifortnis von Fondi
in den VII. Comuni beschreibt und auf Taf. XXX, Fig. 4. a. b. nicht recht
deutlich abbildet. Wenigstens spricht er im Texte von kräftigen, spitzen
Knoten und der Umriss stimmt ziemlich mit dem von A. RupeMensis.
2 Exemplare.
Ammonites cf perarmatus Sow.
EinPerarmat von Sella mit zwei Knotenreihen und von gerundetem Quer-
schnitt liegt in zwei Exemplaren vor. Vielleicht ist dies Catullo's nodulosus
(Cat. Intorno ad una nuova class. etc. Taf. IV, Fig. 5). Meine Exemplare
sind Jugendformen, gestatten daher keine hinreichend sichere Bestimmung.
Ammonites polyoleus Benecke.
Taf. VIII, Fig. 1. 2.
Fundort des abgebildeten Exemplars: Sella. Sonst bei Brentonico,
Roveredo, Domegliara.
Dieser Ammonit mag bisher mit unter A. Zignodianus d'Orb. begriffen
worden sein, mit dem er in derselben Gruppe von Heterophyllen steht. Di-
mensionen: Durchmesser des Gehäuses 129 mm., Höhe des letzten Umganges
68 mm., Höhe desselben in der Windungsebene 40 mm. Seiten ziemlich
flach, Querschnitt der Mundöffnung nicht aufgeblüht. Die auf dem Rücken
theilweis erhaltene Schale zeigt die, vielen Heterophyllen eigenthümliche feine
Streifung. Auf den Umgang kommen 12—13 Einschnürungen, die auf dem
Kerne und der Schale sichtbar sind. Dieselben setzen gleich vom Nabel an
scharf ein, verflachen sich aber in der Mitte der Seite, wo sie breiter werden
und in einer Ecke nach vorn ausbiegen, um dann etwas nach rückwärts
geschwungen über den Rücken zu laufen. Die Loben in Fig. 2 nach einem
anderen Exemplar gezeichnet, unterscheiden sich von denen beim A. Zigno-
dianus von d'Orbigny angegebenen nicht, wie es ja auch bei so nahe stehenden
Formen nicht zu erwarten ist, dass sich in den Loben auffallende Unter-
schiede finden werden.
A. polyoleus hat konstant mehr Einschnürungen als A. Zignodianus,
nämlich 12 — 13 gegen 5 bei der d'Orbigny'schen Art. Auch die Exem-
plare, welche ich im Diphyakalke sammelte und für die ich den Namen
A. Zignodianus vorläufig beibehalte, haben nie mehr als 8 Einschnürungen.
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183
Auch ist A. Zignodianus bei d'Orbigny bei Weitem aufgeblähter als
A. polyolcus. Eine Vergleichung der betreffenden Abbildungen zeigt die
Unterschiede am besten. Die konstante Verschiedenheit in Verbindung mit
einem Vorkommen in bestimmtem Niveau bewog mich zur Aufstellung dieser
neuen Art.
6 Exemplare.
Ehe ich zur Beschreibung der nächsten Art übergehe, möchte ich Einiges
über Ammonites tatricus Pusch bemerken, denjenigen Ammoniton, den man
am häufigsten als Leitversteinerung in den rothen Ammonitenkalken ange-
führt findet, dessen Fehlen in meiner Liste daher auffallend erscheinen muss.
Bekanntlich bildete Pusch einen Heterophyllen ziemlich ungenügend ab,
den er Ammonites tatricus nannte, und Buch verschaffte demselben eine
grosse Berühmtheit, indem er ihn als Leitfossil für gewisse weit verbreitete
jurassische Ablagerungen angab, welche seinem mittelländischen Meeresbecken
angehörten. Hohenegger wies nach (Jahrb. geol. Reichsanst. VI. p. 308),
dass der Ammonit, den Pusch A. tatricus genannt hatte, sehr wahrschein-
lich mit A. opalin ns und A. Murchisonae zwischen Rogoznik und Schaf-
lary in denselben Schichten liege, also dem unteren Dogger angehöre. Später
zeigte derselbe Forscher (Jahrb. geol. Reichsanst. VIII. p. 145), dass dieser A.
tatricus Pusch verschieden sei vom d'Orbigny 'sehen A. calypso, identifizirte
jedoch einen in weit höherem Niveau liegenden Iloterophyllen wiederum mit
dem A. tatricus. Kudernatsch, bei Beschreibung der Ammoniten von
Swinitza, befand sich ebenfalls in Zweifel, wie er sich mit dem A. tatricus
abfinden sollte. Keinenfalls wird man in seiner schönon Abbildung das ver-
muthen, was Pusch als A. tatricus abbildete. Wieder etwas anders deutete
Hauer in den Heterophyllen der österreichischen Monarchie den A. tatricus,
den er aus den Ammonitenkalken der Südalpen zitirt, von den sehr abwei-
chenden Angaben Catullo's und Mcneghini's gar nicht zu sprechen.
Der Name A. tatricus war schliesslich ein sehr weiter Begriff geworden, in
den man die verschiedensten Dinge hineinsteckte. Bayle (Bull. soc. geol
18 18/49 p. 325) ging am weitesten im Vereinigen, indem er den A. tatricus
vom Liaa bis in den obersten Jura verbreitet sein lies, den Arten Namen
also zum Gruppennamen machte. Solchen Meinungsverschiedenheiten gegen-
über bleibt der einzig sichere Weg, auf den Begründer der Art, also Pusch
zurückzugehen. Da dieser seine Art nicht kenntlich abbildete und seine
Originale, meines Wissens, nicht erhalten sind, muss man den Namen fallen
lassen. Wollte man ihn neu annehmen, so wäre eine Uebertragung wohl
nur auf eine gleichaltrige Art gestattet, also etwa auf einen Heterophyllen
der Oolithe von Cap S. Vigilio, welche ebenfa'ls mit A. Murchisonae zu-
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184
sammen vorkommen. Für die Arten des Malm wird es, da man nicht von
einem A. tatricus Buch im Gegensatz zu A. tatricus Pusch sprechen kann,
gestatten sein, neue Benennungen zu wählen, soweit sich dieselben durch
Beschreibung und erkennbare Abbildung gut charakterisiren lassen. Ich gebe
aus dem mir vorliegenden Materiale vorläufig folgende Arten.
Ammonites isotypns Benecke.
Taf. VII, Fig. 1. >.
Fundort: Sella, Torri.
Dimensionen: Durchmesser des Gehäuses 110 mm., Höhe des letzten
Umganges 64 mm., Höhe desselben in der Windungsebene 40 mm., Quer-
schnitt des letzten Umganges gerundet vierseitig. Rücken breit, schwach
gewölbt, Seiten flach, steil nach dem 7 mm. weiten Nabel einfallend. Kern
ganz glatt, ohno alle Spur von Einschnürung. Schale mit der gewöhnlichen
feinen Streifung der Heterophyllen. Loben ziemlich einfach, wie die des
A. heterophyUtis Sow., nicht nach Art des A. Zetes doppelt zerschlitzt. A.
isotypus gehört zur Gruppe der echten Heterophyllen und steht unter diesen
wohl dem A. Kudtrnatschi Hau. am nächsten.
Ausschliesslich auf die Region de» Ammonites acanthiais beschränkt. We-
der unter den Heterophyllen des Diphyakalkes noch auch in den oberliasischen
Schichten der Lombardei scheint sich ein identischer Ammoniak zu finden.
6 Exemplare.
Ammonites cf. Kudernatseai Hau.
Fundort: Brentonico, Roveredo.
Mehrere Exemplare eines sehr schönen Heterophyllen mit erhaltener
Schale fanden sich an genannten Orten. Querschnitt und besonders die
Art der Streifung stimmen ganz überein mit A. Kudernatschi, von dem ich
denselben nicht zu unterscheiden vermag. Die Dimensionen eines grösseren
Exemplares von Brentonico sind folgende: Durchmesser der Scheibe
102 mm., Höhe des letzten Umganges 62 mm., Höhe desselben in der
Windungsebene 45 mm.
Im Diphyakalk konnte etwas Aehnliches bis jetzt nicht aufgefunden
werden. Was man sonst als A. tatricus aus dem südalpinen rothen Animo-
nitenkalke anführte, mag unter die beiden eben genannten Arten gehören
und auf diesen Horizont beschränkt sein. Die echten Heterophyllen (Gruppe
des A. hetcrophyUus Sow.) erreichen hier ihr Maximum und treten in den
Diphyakalken seltener und in eigenthümlichen Formen auf, z. B. A. ptychoi-
cus Qu., A. ptychostoma Benecke, (s. unt. p. 190.)
8 Exemplare.
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185
Aehnlich wie die Heterophyllen, erreichen auch die Flexuosen in den
Schichten des A. acanthicus ihre grösste Entwicklung und treten in den
beiden folgenden sehr extremen Formen auf.
Ammonites compsus Opp.
1863. Ammonites compsus Opp«l, pal. Mitth. p. 215. Taf. 57, Fig. la. b.
Fundorte: 8. Giacomo, Roveredo.
3 Exemplare.
Ammonites Strombecki Opp.
1846. Ammonites lingulatus nudus Qu. Ceph. Taf. IX, Fig. 8.
1857. Ammonites Strombecki Opp. Juraf. p. 687.
Fundorte: Sella, Roveredo.
3 Exemplare.
Lineaten sind im Gegensatz zu den beiden eben besprochenen Ammo-
nitenfamilien seltener in unseren Schichten und finden sich häufiger mit
T. diphya, wo sie den Uebergang in Arten des Biancone vermitteln.
Planulaten sind ungemein häufig, ihre Trennung von Formen aus dem
Diphyakalk vermag ich aber nicht ganz durchzuführen. Ausgezeichnet ist:
Ammonites Achilles d'Orb.
1845. Ammonites Achilles d'Orbigny. terr. jur. Taf. 207, Fig. 1. 2.
Fundort: Brentonico, Roveredo und sonst nicht selten.
Durchmesser eines grossen Exemplares von Brentonico ca. 300 mm.
Andere Planulaten nähren sich dem A. biplex Sow. Auffallender Weise
fehlen die echten Polyplocen.
Aptychus cf. lamellosa« Voltz.
So lange man nicht im Stande ist, die Aptychen auf bestimmte Amrao-
niten zu beziehen, scheint es nicht zweckmässig, andere als etwa sehr ab-
weichende Formen neu zu benennen. Ich behalte desshalb auch den Namen
Aptychus lamellosus für Aptychen aus unseren Schichten bei, die zu flexu-
osen Ammoniten, etwa dem A. compsiis Opp. gehört haben dürften.
Aptychus cf. latus Mnst.
Fundort: Sella.
Aptychen aus der Gruppe des A. latus, wie die mir vorliegenden,
gehören wohl zu A. acanthicus. (cf. Oppel pal. Mittheilungen p. 219.)
Inoceramus cf. gigantens Gldf. sp.
Posidonia gigantea Gldf. Taf. XIV. Fig. 4.
Fundort: Sella, häufig.
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Etwas mehr in die Länge gezogene Formen, als die bei Goldfuss
abgebildeten.
Terebratala sp.
Ein einziges, schlecht erhaltenes Exemplar einer TerebrattUa der T.
Bouei Zeuschm. nicht unähnlich fand sich zu Brentonico.
b. Arten des Diphyakalk.
Spbenodus- Zähne.
Hier und da durch den ganzen Diphyakalk.
Zähne von Lepidotus.
Gewöhnlich als Sphacrodus aufgeführt.
Häufig von den Steinbrechern als occhi dem Sammler angeboten. Ein-
zeln überall, aber nicht zu häufig.
Belemnites cf. semisulcatns Mnst.
Die beiSerrada und anderwärts besonders in oberen weissen Diphya-
kalken nicht seltenen Belemniten, stehen dum B. semisulcalus Mnst. aus
ausseralpinem oberen Jura nahe.
Belemnites cf. latus Qu. (non Blainv.).
Breiter Belemnit, doch noch weit entfernt vom B. dilatatus Blainv.
Es wird bei der Härte des Gesteins und der Zerbrechlichkeit der Belemniten
noch viel Zeit und Mühe kosten, bis man diese alpinen oberjurassischen
Belemniten scharf wird fixiren können und doch bieten sie grosses Interesse
dar, da sie den Uebergang in echte Neocorafurmeti vermitteln.
Ammonites. Inflat. sp.
Ammoniten aus der Gruppe der Inflaten sind nicht selten, besonders
in den unteren Lagen der Diphyakalke anzutreffen. Ich sammelte deren
mehrere in Vallunga bei Roveredo, wage aber bei dem schlechten Er-
haltungszustand keine Bestimmung vorzunehmen. Solchen Inflaten mögen
die Aptychen vom Typus des A. gigantis angehören, (s. u. p. 102.)
Ammonites lithographicas Opp.
18G4. Ammonites Uthogmphicu* Oppel. Paläont. Milth. p. J48. Tnf. LXVIII,
Fig. 1-3.
Fundort: Vallunga. Sella.
Dimensionen dos Exemplar es von Vallunga: Durchmesser des Ge-
häuses 83 mm., Weite des Nabel« 19 mm., Höhe des letzten Umganges
39 mm., Dicke desselben ca. 27 mm. Die Mundöffnung mit dem Ohre,
wie solche von Oppel von Solenhofcn nachgewiesen wurde, ist an den
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Tiroler Exemplaren nicht mehr erhalten. Etwas mehr als der halbe letzte
Umgang ist Wohnkammer und finden sich die Knötchen sowohl auf dem
gekammerten als ungekammerten Theile. Die Suturfläche fällt senkrecht
ab. Rücken zu Ende des letzten Umganges etwa 8 mm. breit, flach.
Kein Kiel zu bemerken. Loben stark zerschnitten, ein langer erster Seiten-
lobus und zwei kürzere lassen sich auf der Seite beobachten.
2 Exemplare.
Amnionitis hybonotus Opp.
Taf. XI, Fig. 1 a-c!
1863. Ammonitca htßonotus Opp. Pal. Mitth. p. 254. Taf. LXXI, Fig. 1-3.
1863. Ammonites Autharis Opp. Pal. Mitth. p. 255. Taf. LXXI. Fig. 4-6.
Von Volano.
In den paläontologischen Mittheilungen bildete Prof. Oppel A. hybo-
notus und Autharis als zwei verschiedene Arten ab, da dieselben nur in Seiten-
und Rückentheilen erhalten waren, an welchen eine Zusammengehörigkeit
beider sich nicht mit Bestimmtheit nachweisen liess. Das vollständig erhal-
tene Exemplar von Volano gestattet, beide Arten in eine einzige zu-
sammenzuziehen.
Dimensionen des Exemplares von Volano: Durchmesser des Gehäuses
140 mm., Weite des Nabels 66 mm., Höhe des letzten Umganges 42 mm.,
Dicke desselben 31 mm.
Mundöffnung höher als breit, nahezu quadratisch. Auf dem Rücken
verläuft eine, am Ende des letzten Umganges 7 mm. breite Rinne, welche
von erhöhten, mit feinen Knötchen besetzten Rändern begrenzt ist. Kaum
bemerkbare Ausläufer ziehen an der Basis nach hinten, verschwinden aber
bald. Die flachen Seiten tragen zwei Reihen kräftiger Knoten, auf denen
sich einst starke Dornen erhoben, die sich auf den inneren Umgängen, ge-
schützt durch den je nächst folgenden Umgang, in den sie sich einlegten,
noch erhalten haben. Auf dem letzten Umgang lassen sich auf der inneren
Reihe IS, auf der äusseren 22 Knoten zählen. Die Nahtfläche fallt steil
ein, beinahe senkrecht gegen die Seite. Breite, kräftige Rippen verbinden
beide Knotenreihen und sind noch am Ende des letzten Umganges deutlich
zu bemerken. Die Knoten sind verschieden stark und stehen nicht in ganz
regelmässiger, gleicher Entfernung von einander. Eine Einschnürung dicht
hinter der Mundöffnung. Von Aptychen, die zu diesen Ammoniten gehören,
wurde nichts aufgefunden.
Ammonites praecox Benecke.
Taf. IX, Fig. 2.
Fundort: Serrada in rothem Kalke der Diphyaschichten.
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Dimensionen : Durchmesser des Gehäuses 70 mm., Nabelweite 20 mm.,
Höhe des letzten Umganges über der Naht 32 mm., Dicke desselben 21 mm-
Querschnitt des letzten Umganges annähernd 4 seitig, höher als breit. Rücken
ziemlich flach, mit einer perlschnurartigen Reihe von Erhöhungen auf der
Medianlinie. Unter derselben tritt bei etwas abgeriebenem Zustand der
Sipho hervor. Auf der inneren Hälfte der Seiten des äusseren Umganges
12 — 13 etwas sichelförmig nach vorn konkave Anschwellungen, die auf der
Mitte der Seite mit ihrer höchsten Erhöhung plötzlich abbrechen. Zwischen
diesen stärkeren Rippen setzen sich feinere (bis drei zwischen zwei aufein-
anderfolgenden stärkeren) ein, die in gleicher Breite mit jenen ebenfalls
verschwinden. Auf der Gränze des Rückens und der Seite stehen auf dem
äussersten Umgang 40 Knoten, die in Rippen von der Grösse der schwächeren,
auf der inneren Fläche der Seite beschriebenen, verlaufen. Auch diese erreichen
die Mitte der Seite nicht ganz, so dass zwischen dem inneren und äusseren
Rippenkranze auf der 8eite ein glatter Ring entsteht. Die Loben am vor-
liegenden Exemplar sind unkenntlich, von der Wohnkammer ist höchstens
der Anfang erhalten.
Animonites praecox ist eine zweite Form aus dem Diphyakalk, welche
so recht in der Mitte zwischen Jura- und Kreideformen steht. (Vergl. das
bei den Belemniten gesagte.) Einerseits lehnt er sich an jurassische Flexu-
osen besonders den A. Shombecki an, der denselben weiten Nabel und ähn-
liche Skulptur, aber den gerundeten Flexuosenrücken und auch mehr Flexu-
osenform im Gesammthabitus zeigt. Andrerseits hat er manches gemeinsame
mit dem A. asper Mer. aus den Neokom, der ebenfall« einen breiten, aber
kiellosen Rücken und beiderseits an den inneren Anschwellungen deutliche
Knoten hat, während solche bei A. praecox nur nach aussen hin zu bemer-
ken sind.
1 Exemplar.
Amnionitis ptychoiens Quenst.
1*45. Ammomtes latidorsatus (Mich.) Cat. Cenni «opra il <i«tema cretaced.
Taf. III, Fig. 2').
184r>. A. ptychoicu» Qn. Br. Leonh. Jahrb. p. (W.
184ö. A. latidorsatm (Mich.) Cat. Memoria ffeogn. - palaeozoica. Taf. VII,
Fig. 2. p. 1H9.
184?. A. Zignii Cat. Appendice I alla memoria etc. Taf. XII, Fig. X
1847. A. ptgehoicus Qu. Ophalop. Taf. XVII, Fig. 12. p. 219.
1853. A. Zignii Cat. Intorno. Taf. IV, Fig. X
') Vergleiche über die Schriften Catullo's den Anhang «u dieser Arbeit.
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Häufigste und bezeichnendste Art der Diphyakalke. Ueberall in dem-
selben verbreitet
A. ptychoicus bekommt die Wülste auf dem Rücken stets erst, wenn
der Scheibendurchmesser 50 mm. beträgt. Durchmesser eines der grossten
Exemplare, welches die Wülste noch hat 110 mm. Kleine Heterophyllen
von 40 mm., welche mir in abgeriebenem Zustande vorliegen, sind wohl
Jugendformen von ptychoicus.
80 Exemplare.
Ammonites geminns Benecke.
Taf. X, Fig. 3 a. b.
Ebenso verbreitet, wie ptydioicus, aber nicht so häufig.
Dimensionen des abgebildeten, mit dem Mundsaum erhaltenen Exem-
plares: Durchmesser des Gehäuses 45 mm., Höhe des letzten Umganges
über der Naht 23 mm., Höhe desselben in der Windungsebene 15 mm.
Die Wülste beginnen auf der Wohnkammer schon bei 30 mm. Scheiben-
durchmesser, während dieselben bei ptychoicus erst bei 50 mm. Durch-
messer beginnen und sich zwischen diesen beiden Dimensionen keine Ueber-
gänge finden. Das konstante Auftreten dieses Verhältnisses veranlasst mich,
die neue Art aufzustellen. Es ist ist nicht unwahrscheinlich, dass A. geminus
ausschliesslich auf die unteren Lagen des Diphyakalkes beschränkt ist.
30 Exemplare.
Ammonites tortisnlcatns d'Orb.
184f>. Ammonites tortisulcatus d'Orbigny. terr. jur. Taf. CLXXXIX.
Ich besitze nur ein kleines, abgeriebenes Exemplar eines Ammoniten,
der sich als A. tortisidcatus deuten lässt, von Yolano. Hauer (Hetero-
phyllen p. 43) führt denselben von Monte Errera und Ai giardini bei
Trient an. Ausserhalb der Alpen geht A. tortisitlcatus von der Region
des A. athleta bis in die Lochenschichten (Oppel, Paläont. Mitth. p. 166),
bleibt also, soweit man den ausser den Alpen überhaupt seltenen Ammoniten
kennt, noch in Horizonten tief unter dem Diphyakalk. (Kimmeridgien.)
d'Orbigny führt denselben im Prodrome I. p. 349 aus dem Oxfordien an.
Ammonites Zignodianns d'Orb.
1845. Ammonites Zignodianus d'Orbigny. terr. jur. Taf. CLXXXII.
Von Vallunga, Volano, Monte Nago.
Wie schon bei Gelegenheit des A. polyoleus aus den Schichten des
A. acanthkus erwähnt wurde, zeigen die zur Gruppe des A. Zignodianus
d'Orb. gehörigen Ammoniten aus dem Diphyakalk stets eine geringere An-
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zahl Einschnürungen (bis 8). Der Querschnitt, sowie der Verlauf der Ein-
schnürungen stimmen aber mit der Abbildung bei d'Orbigny, so dass ich
den Namen für die vorliegenden Exemplare adoptiren kann. Zwar giebt
d'Orbigny den Ammoniten aus dem Callovien des südlichen Frankreich
an, allein diese Angaben des Lagers sind wohl, zumal bei alpinen Vor-
kommnissen, nur approximativ richtig. Auch d'Orbigny spezifische Be-
stimmungen ausserfranzösiscber Vorkommnissen sind nicht immer genau, so
dass man auf seine Abbildungen und Beschreibungen allein angewiesen ist
Ich sah bei Baron v. Zigno eine Reihe von Exemplaren, welche d'Orbigny
selbst in der Hand gehabt hatte, darunter echte A. Ziyitodiamts, als solche
bestimmt, dafür fand sich A. ptychoiats Qu. in deutlicher Erhaltung mit
A. tortistdeatus d'Orb. vereinigt.
8 Exemplare.
Ammonites ptychostnma Benecke.
Taf. X, Fig. 2 a. b.
Das abgebildete Exemplar von Vallunga, sonst zu Volano, Monte
Nago, Torri.
Dimensionen des abgebildeten Exemplares: Durchmesser des Gehäuses
87 mm., Höhe des letzten Umganges über der Naht 50 mm., Höhe des-
selben in der Windungsebene 35 mm., Dicke 31 mm. Das bezeichnende
Merkmal dieses ausgezeichneten Heterophyllcn bosteht iu der auf die
"Wohnkamraer beschränkten Faltung der Schale, eine Eigentümlichkeit, die
A. ptychostoma mit A. srroplicatus Hau. (Heterophyllen Taf. I) aus alpinem
Lias gemein hat. Es fehlt aber jede Andeutung der dem A. seroplicatus
eigenthümlichen Furchten. Die Gestalt des Gehäuses, sowie die Lobenzeich-
nung ist aus der Abbildung hinreichend zu ersehen.
G Exemplare.
Ammonites Folgariacus Opp.
18G3. Ammonites Fvtgariacus Oppel. PalÄont. Mitth. p. 199. Taf. LIV, Pig. 6.
Von Volano.
1 Exemplar.
Ammonites birnncinatns Qu.
184.r>. Ammonites biruncinatwt Quon«tedt, Rr. Leonh. Jahrb. p. 6Ä3.
1848. Ammonites biruncinatus Qaenstedt, Cephalop. Taf. XIX. Fig. 14.
Verbreitete und sehr bezeichnende Art der Diphyakalke. Volano,
Vallunga, Monte Nago u. s. w.
6 Exemplare.
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Ammonites Volanensis Opp.
1863. Ammonites Volanensis. Oppel, pal. Mittheilung. Taf. LVIII, Fig. 2 p, 231.
Etwa« häufiger als A. bmmcinatus, mit dem er zusammen in den Samm-
lungen liegt. Volano, Folgaria, Mt. Nago.
10 Exemplare.
Ammonites fasciatns Qu.
184"). Ammonites fasciatus Qu. Bronn-Leon h. Jahrb. p. «83.
1848. Ammonites fasciatus. Quenstedt Cephalop. Taf. XX, Fig. 11, p. 271.
Monte Nago. Vallunga.
2 Exemplare
Ammonites quinqnecostatus Cat.
1817. Ammonites quinquecostatus Catallo. Memoria geogn. palaeoz. Append. I.
p. 1, Taf. XII, Fig. 1.
Der ausgezeichnetste Lineat unter mehreren, schlecht erhaltenen Arten
der Diphyakalke ist als A. quinqnecostatus bei Oatullo gut abgebildet. Das
Exemplar soll von Malcesine stammen, was möglich ist, aber nicht bestimmt,
da die Angaben der Fundorte bei Catullo gänzlich unzuverlässig sind.
Ich sammelte zwei Exemplare, eines bei Sella aus einem Blocke, ein
anderes bei Volano.
Ammonites qaadrisuleatas d'Orb.
1844. Ammonites quadrisvlcatus. d'Orbigny, terr. cret. Taf. XXXXIX, 1—3.
Quenstedt Cephalop. Taf. XX, Fig. 6.
Nach d'Orbigny stammt sein A. quadrisulcatus aus Kreideschichten.
Es scheint aber bei manchen südfranzösischen Vorkommnissen zweifelhaft,
ob sie in der Kreide oder in dem obersten Jura liegen. Jedenfalls lässt sich
ein Lineat, der häufig in den Ammonitenkalken mit T. diphya liegt, von
A. quadrisulcatus nicht unterscheiden. Qucnstedt hat denselben abgebildet.
Ausserdem eine ganze Reihe von Lineaten in abgeriebenen Steinkernen,
deren schon Quenstedt erwähnt, besonders einer mit schneller Windungs-
zunahme.
Ammonites flexuose sp.
Taf. X. Fig. 1. a. b.
Folgaria bis Roveredo.
Ich bilde diesen Ammoniten ab, da derselbe den Beweis liefert, dass
auch im Diphyakalk noch echt jurassische Flexuosen sich finden.
Von Prof. Oppel gesammelt 1861.
Ammonites cf. Achilles d'Orb.
Unter den sehr zahlreichen Planulaten Bteht einer dem A. AcJiittcs d'Orb.
nahe. Dass sich hier gar keine echten Polyplocen finden, kann nicht auffallen, da
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dieselben im lithographischen Schiefer ebenfalls fehlen; dafür ist das Fehlen
derselben in den Schichten des A. acanfhicus auffallend (Oppel pal. Mitth. 247).
Amnionitis exomatns Cat.
1847. Ammonitts ejcornatus. Catullo, Mem. geogu. palaeoz. Append. II, p. 10,
Taf. XIII, Fig. 2.
Mit diesem Namen hat Catullo einen Planulaten mit entfernt stehenden
starken Rippen, die sich gegen den Rücken hin 3 auch 4 fach gabeln, belegt.
Hauer (Jahrb. geol. Reichsanst. 1858. IX. Verh. 48) führt denselben eben-
falls an.
Nicht selten in den Schichten der T. diphya.
Aptychns enrvatus Gieb.
18-18. Aptychus «p. Quenst. Ccphaiop. Taf. 22, Fig. 7.
I8.V2. Aptychus curtatus Gieb. Fauna d. Vorw. p. 770.
18fö. Aptychus punetatus Schaur. Ver*eichn. Taf. IV, Fig. \ X
*
Häufigster Aptychus des Diphyakalks, bereits von Quenstedt be-
schrieben. Etwas mit Apt. exscidptus Schaur. (Terz. Taf. IV, Fig. 14)
Uebereinstimmendes fand ich nicht.
Aptychus cf. gigantis Qu.
Quenst. Cephalop. Taf. 22, Fig. 7.
Hier und da, nicht selten.
Terebratnla diphya Col. sp.
KiOG. Concha diphya. Fab. Columna Lvnceus. Minus cognitarum stirpium tx-
ipptctt Taf. XXXVI.
Im Jahre 1852 veröffentlichte Süss die bekannte Abhandlung über T.
diplnja (Sitzungsber. Wien. Akad. Bd. VIII. p. 533) und vereinigte in der-
selben T. diphya Col. sp. und T. triqtwtra Park. Ich halte diese beiden
Arten noch auseinander und belasse für die dreieckigen, undurchbohrten
Formen den Namen T. triquetra. Die von Catullo 1853 (Intorno ad una
nuova classificatione delle calcare rosse ammonitiche, in Vol. V delle Memorie
dell I. B. Ist. Veneto etc. p. 12) nach mehrfachen früheren Versnchen noch-
mals geltend gemachte Trennung in eine T. diphya, ddtoidm, anyidata, an-
gusta scheint mir jedoch nicht begründet. Einmal finden zwischen diesen
Formen l'ebergänge statt, dann ist auch die Vertheilung nach dem Lager,
die Catullo angiebt, unrichtig. Die verschiedensten Varietäten finden sich
bei einander, sogar ein Exemplar der ganz offenen, wie sie im Klippenkalk
der Karpathen häufig zu sein scheinen, erhielt ich bei Trient.
Das oben erwähnte Vorkommen der T. diphya im Biancone bezieht
sich auf ein in Baron v. Zigno's Besitz befindliches Exemplar von den
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Euganeiechen Hügeln, das im unzweifelhaften Biancone liegt. Möglich,
das« es einer besonderen Art, mit der T. diphyoides aus französischem Neo-
kom identisch, angehört, ich konnte bei Besichtigung des Exemplars Unter-
schiede gegen Formen des Diphyakalkes, z.B. Fig. 8 Taf. XXXI bei Süss,
nicht heraus finden.
60 Exemplare.
Terebratula triqoetra Park.
1811. Terebratula triquetra. Parkiiuon Organic. Remains Vol. HI. p. 229 Tab. XVI,
Fig. 4.
Etwas seltener als T. diphya.
40 Exemplare.
Collyrites cf. trigonalis Des.
Eine jedenfalls neue Art, die von Prof.Desor in der Münchener
Akademischen Sammlung vorläufig mit diesem Namen belegt wurde. Meist
sohlecht erhalten.
14 Exemplare.
Cellyritos sp.
Eine zweite, spitz dreieckige Art, die sich mit voriger nicht selten findet.
13
Anhang.
Einige Nachweise Aber diejenigen Schriften Catullo's, in welchen jurassische
Ammonium der Sudalpen abgebildet sind.
Es wurden bereits im paläontologischen Theil diejenigen Schriften nam-
haft gemacht, in denen »ich Arten aus südalpinem Jura abgebildet finden.
Die in Deutschland erschienenen derselben sind einem Jeden mehr oder
minder leicht zugänglich und ein angeführtes Citat ist ohne weiteren
Kommentar verständlich. Keineswegs ist dies bei Catullo's italienischen
Abhandlungen der Fall. Nicht uur sind sie in Zeitschriften veröffentlicht,
welche man in deutschen Bibliotheken selten trifft, auch die Art und Weise
der Publikation ist eine so eigentümliche, sonst nicht übliche, dass es nicht
überflüssig erscheint, einiges Genauere über dieselben mitzutheilen. Ich
beschränke mich jedoch auf die Abhandlungen, in denen nicht blos Be-
schreibungen, sondern auch Abbildungen gegeben sind. Diese allein haben
zunächst Anspruch auf weitere Berücksichtigung, wenn es sich um Identifi-
kationen und Wahrung der Priorität Catullo's handelt.
Im Jahre 1845 erschien ein Aufsatz, betitelt Cenni sopra il sistema
cretaceo, der die Ankündigung einer späteren Abhandlung enthielt und
dem — wenigstens in manchen Fällen — eine Reihe von 7 Tafeln bei-
gegeben war, die eben dieser späteren Abhandlung einverleibt werden sollten,
aber bereits lithographirt vorlagen. In dieser Verfassung erhielt Bronn
die Cenni und dio 7 Probe-Tafeln und verfertigte nach denselben den Aus-
zug im Jahrb. 184G. p. 739. Die Tafeln waren handschriftlich nummerirt
und ich erhielt noch mehrere derselben durch gefällige Vermittlung in Padua.
Im Jahre darauf erschien dann (184G): Memoria geognostico pa-
laeozoica sulle Alpi Venete. Inserta nolla parte prima del
tomo XXIV delle memorie della societä Italiana delle scienze
residente in Modena. Modena 1846. con 11 Tav.
Wie es scheint, auch 1847, unter dem Titel: Prodromo di geognosia
paleozoica delle Alpi Venete. Modena 1847. So zitirt wenigstens
Hauer in den Heterophyllen der österreichischen Alpen die Catullo 'sehen
Ammoniten. Siehe auch Schrauf, Katalog der Bibliothek des k. k. Hof-
mineralienkabinet8 in Wien. p. 183.
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195
Die ersten vier dieser 11 Tafeln enthalten Arten meist aus triadischen
Schichten und haben für den vorliegenden Zweck keine Bedeutung.1) Die
Tafeln 5—11 sind dieselben, die bereits früher mit den Cenni ausgegeben
waren und führen natürlich hier andere Nummern. Die Nummern der ein-
leben Spezies stimmen aber in den Tafeln der Cenni und denen der Me-
moria überein. Wir finden in Folge dieses Umstände» dieselben Dinge
unter verschiedenem Citat, je nachdem dieselben nach Cenni oder Memoria
angegeben werden. Es muss zur Tafelzahl der Cenni jedesmal
4 addirt werden, um auf die Memoria zu kommen. So hat Bronn
1. c. p. 742 A. Zuppani Taf. II. Fig. 1, Hauer in den Heterophyllen p. 8.
aber Taf. VI. Fig. 1 u. s. w.
Eine eigene Gesohichte hat noch Taf. V der Memoria, resp. Taf. I der
Cenni. Dieselbe wurde in Folge einer von anderer Seite gemachten Be-
merkung über die geringe Uebereinstimmung der Abbildung des A. Beudanti
mit dem Original (Bronn Leonh. Jahrb. 1847. p. 290) zurückgezogen und
der Ammonit neu gezeichnet. Diese ältere Tafel bekam ich ebenfalls noch
in Padua. Hier kann man also unter demselben Citat verschiedenes ver-
stehen, je nachdem man sich auf die alte oder neue Tafel bezieht. Leider
stimmt das in der Universitätssammlung zu Padua befindliche Original-
exemplar weder mit der einen, noch mit der anderen Abbildung.
Zu der Memoria erschienen zwei Nachtrage unter dem Titel: „Ap-
pendice al Catalogo degli Ammoniti delle Alpi Vencte. Speoie
neocomiane con 1 Tav. l'adova Maggio 1847. Socondo Appen-
dice etc. con 1 Tav. Fadova Luglio 1847. ebenfalls mit „specie neo-
comiane14 bezeichnet, jedoch mit ebenso wenig Recht, als die Tafel des
ersten Appendix. Diese Tafeln sind der Memoria angeheftet und führen
die Nrn. XII und XIII.
Sieben Jahre später erschien: Intorno ad una nuova classifica-
tione delle calcaree rosse amraonitiche delle alpi Venete. Inserta
nel volume V. delle Memorie dell I. R. Ist. Veneto di Scienze
Lettere ed Arti. Venezia 1853 con 4 Tav.
Die Tafeln IU und rV dieses Aufsatzes sind jedoch genau die Tafeln
der beiden Appendixe der Memoria, die vor 6 Jahren bereits erschienen
waren, und zwar ist III=XIII, IV=XII.
Auch der Text hat nur geringe Zusätze erfahren. Also auch hier können
dieselben Dinge nach zwei Werken zitirt werden; ich gebe unten diese
doppelten Citate.
*) Auch tohon frflher separat renandt
13*
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196
Gehen wir nun die einzelnen Arten der Reihe nach durch; ich setze
bei allen Arten, die ich nach den Originalen in Padua als aus Kreide stam-
mend erkannte, einfach Kreide hinzu, ohne Rücksicht zu nehmen, ob die
Bestimmung eine richtige sei. Bei den jurassischen Ammoniten werde ich
angeben, was in einem solchen Erhaltungszustande sich befindet, dass es
einer weiteren Berücksichtigung werth ist und was wegen Unbestimmbarkeit
einfach als nicht vorhanden anzusehen ist. Da mir zu einer Bestimmung
der Mehrzahl der Planulaten das nöthige Material fehlt, stelle ich diese meist
unter eine Rubrik: „Planulaten"; dieselben werden bei späteren Arbeiten noch
zu berücksichtigen sein. Baron t. Zigno hatte die Güte, mich bei dieser
Revision zu unterstützen und befand ich mich mit ihm in Padua in voller
Ueberein8timmung. Auffallend erscheinen mir daher einige seiner Angaben
im Jahrb. 1847. p. 290, die mit meinen Notizen nicht stimmen, doch sind
es nur wenige.
Bemerken muss ich noch, dass die in Padua aufgestellten Originale oft
in auffallender Weise nicht mit den Abbildungen stimmen, so dass man bei
der Aufstellung Verwechslungen zu vermuthen geneigt ist. Da dies aber
die einzigen Originale sind, muss man sich eben an sie allein halten und
jetzt entscheiden, was zu entscheiden ist, das andere bei Seite lassen und
als unbrauchbar bezeichnen, wenn endlich einmal die langen unverständlichen
Namenregister aus den Südalpen beseitigt werden sollen.
Ich zitire die Tafelnummern wie folgt: Memoria V— XI, dann zu-
gleich Mem. XII, XIII und Intorno III, IV, endlich Intorno I, II.
1. Unbestimmbar sind:
Memoria Taf. VI, Fig. 7 Amtnonites sitnplus d'Orb.
Memoria „ VIII, „ 3 Ammonites Jitületi d'Orb.
Memorial „ XIII, „ 6 Amtnonites ptdehettus d'Orb.
Intorno J „ III, „ 6 Ammonites ptdeheüus d'Orb.
2. Aus Lias stammen:
Memoria Taf. V, Fig. 3 Amtnonites bifrons Brug.
Memoria „ VI, »3 Ammonites bicingulatus Cat.
Memoria „ VI, w 6 Ammonites Hehns d'Orb.1)
Memoria „ IX, „ 3 Ammonites bicunatiis Mich.
Memoria „ IX, ,4 Ammonites Bouchardiatws d'Orb.
') Pieser und die beiden folgenden radians-Sbnliohe Ammoniten aus
oberem Lias der Umgebungen von Bergamo und Brescia in der Lombardei.
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197
Memorial Tat XII, Fig. 4 Ammonites Capitanei Cat.
Intorno / „ IV, „4 Ammonites Capitanei Cat.
(bei Hauer, Heterophyllcn , p. 27, zu tatricus gestellt.)
Memoria
Intorno
Tat XIII, Fig. 3 Ammomtes
Venantii Cat. = subcari-
uatus Y. & B.
3 Ammonites Venantii Cat. = subcari-
natus Y. & B.
Intorno „ I, „ 3 Ammonites Dödcrleinianus Cat.
(bei Hauer 1. c., p. 8, zu hcterophylUts Sow. gestellt.)
Intorno Tat II, Fig. 4 Ammonites Toblinianus Cat.
Schöne Art, von Gümbel aus dem Lias der bayerischen Alpen zitirt.
3. Aus dem Biancone stammen:
Memoria
Taf.
vi,
Fig. 4
Ammomtes fascicularis d'Orb.
Memoria
VIII,
»
4
•Ammomfes semistriatus d'Orb.
Memoria
VIII,
n
5
./Immomfcs bidichotomus Leym.
Memoria
IX,,
1
Ancylcceras nodosus Cat.
Memoria
1»
IX,
n
2
Hamites Labatii Cat.
Memoria
x,
Sämmtlich evolute Cephalopoden.
Memoria'
w
5
Ammonites Livianus d'Orb.
Intorno \
ni,'
1»
5
Asnmonites Livianus d'Orb.
Memoria
1:
XIII,
1
7
? Ohne Bezeichnung.
Intorno \
Hl,
1
7
Amtmmito5 salina Cat.
4.
übrig.
Es bleiben für den Malm die in folgender Liste vereinigten Arten
DieHe, insoweit sie nicht im paläontologischen Theil dieser Arbeit
als neu und selbstständig anerkannt, oder mit bereits bekannten Formen
identtfizirt sind, werden späterhin noch zu berücksichtigen sein. Dass sich
Kreide-Namen wie Asterianus für jurassische Arten vergeben finden, kann
nicht in Erstaunen setzen, da Catullo Kreide und Jura nicht richtig trennte,
a) Planulaten.
Memoria Taf. VI, Fig. 5 Ammonites Gazzotae Cat
Memoria „ VII, „ l Ammonites subfascicularis1) d'Orb.
(bei Zigno, Br. Leonh. Jahrb. 1847. p. 292, in die Kreide ge-
stellt. Was ich unter dieser Bezeichnung in Padua sah, war
aus dem Malm.)
Memoria Taf. VII, Fig. 3 Ammonites maälcntus d'Orb.
(3 c. ist etwas anderes.)
') Diese und andere Kreide-Namen können natürlich nicht beibehalten werden.
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198
n
XI,
»
1
XI,
n
2
1
XI,
»
3
XIII,
2
n
in,
2
n
XIII,
»
4
•»
m,
4
n
n,
1
r?
n,
3
Ammonites Asterianus ') d'Orb.
Ammonites Ambrosianus d'Orb.
yl#wfK>utto (mntdtdus 8ow.
Ammonites biplcz Sow.
Ammonites exomatus Cat.1)
Ammonites exornatus Cat.
^w»>w«»7«} contiguus Cat.
Anunonites contiguus Cat.
-4wwwontfe$ Fontana Cat
Ammonites Albertinus Cat.
Memoria Taf. VIII, Fig. 1
Memoria
Memoria
Memoria
Memoria 1
Intorno J
Memoria |
Intorno
Intorno
Intorno
b) Heterophyllen.
Memoria Taf. V, Fig. 1 .^mroon»*«* Beudanti Brug.
(Original abgerieben und sehr unkenntlich,3) vermuthlich aus den
Schichten des Ammonites acanthicus. Bei Hauer Heteroph., p. 27,
zu hetcrophyüus Sow. gestellt.)
Memoria Taf. V, Fig. 2 Ammonites Zuppani Cat.
(Heterophylle aus dem Malm, bei Hauor 1. c, p. 8, zu hetero-
phyUus Sow.)
Memoria Taf. XIII,) Fig. 1 Ammonites Benacensis Cat.
Intorno „ III,/ „ 1 Ammonites Benacensis Cat.
(Vielleicht der von mir als cf. Kudematschi aus den Schichten
des Ammonites acanthicus aufgeführt. Bei Hauer 1. c, p. 27, zu
tatricus gestellt)
c) Aus anderen Familien:
Ammonites strictus Cat. = fasciatus Qu.
Ammonites laditorsatus Mich. = pty-
choicus Qu.
Ammonites quadrisulcatus. Ist richtig.
Ammonites qumquecostatus Cat. Ist
eine gute Art.4)
Ammonites quinquecostatus Cat.
Ammonites Zignii Cat. = ptychoi-
cus Qu.
Ammonites Zignii Cat = ptychoicus Qu.
Memoria
Memoria
Taf.
VI,
VII,
Fig. 2
■ 2
Memoria
Memoria
a
VIII,
XII,
. 2
. 1
Intorno
Memoria
■
•
IV,
xn,
. 1
, 3
Intorno
n
IV,
. 3
*) Da? Original in Padua stimmt nicht mit der Abbildung.
*) Siehe paJaont. Th. p. 192.
') Siehe oben p. 195.
*) 8iehe palftont. Th. p. 191.
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199
Memorial Taf. XII, Fig. 5 Ammonites noduiosus Cat.
Intorno J „ IV, „5 Ammonites noduiosus Cat.
Ich vermag über diesen Ammoniten, der eine Jugendform dar-
stellt, nicht zu entscheiden.
Intorno Taf. I, Fig. 1 Ammonites turgescens Cat.
Steht Ufdandi Opp. sehr nahe.
Intorno Taf. I, Fig. 2 Ammonites linguiferus d'Orb.
Schönes Exemplar des A. rectelobatus , wohl aus Posidonomyen-
gestcin.
Intorno Taf. I, Fig. 4 Ammonites perarmatus Sow.
Vielleicht RupeUensis d'Orb.
Intorno Taf. II, Fig. 4 Ammonites Benianus Cat.
Aehnliche Ammoniten nicht selten im rothen Ammonitenkalk,
besonders mit T. diphya, besonders im Museo civico zu Vicenza.
Ich wage nicht, über die Selbstständigkeit der Spezies zu ent-
scheiden.
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200
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201
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8 „ * .2 ■§ 3 eo S
S bt"" b ü ■■ e j m o o
Iil^ii llsll
Obere Abtheilung : entsprechend dem
deutschen Hauptmuschelkalk , noch
nicht nachgewiesen.
Untere Abtheilung: wahrscheinlich ent-
sprechend dem deutlichen Wellenkalk:
Brachiopodenschichten von Marcheno,
Pieve u. d. Umgebungen von Recoaro.
Untere Gypse und Rauchwacken als Grenz-
gebilde gegen d. bunten Sandstein.
Obere Abtheilung: 8chiefrige, glimraer-
reiohe, seltner kalkige, rothe u. grüne
Sandsteine mit Naticella costata, Turbo
rectecostatus, Poeidonomya Ciarai.
Untere Abtheilung: Versteinerungsleere
8andsteine u. Conglomerate.
Kalke von Ardeie (Corioni)
?Dolomia di 8. Difendente
< (Stoppani seit 1864)
fYon Btoppani nicht unter -
1 schieden, oder mit der
| Oruppo di Öorno e Dos-
( sena verwechselt
Muschelkalk
1 §
[Haiistatter Kalk (Österreich.
1 Geol.)
< Unterer alpinischer Keuper-
j kalk (Oümb.)
[Oberer Alpenkalk (Pichler)
Schichten v. 8. Cassian
Wenger Schiefer im Besond.
Partnachschichten (üümbel)
zum Theil
«
I
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»«fa^ti ».«nun 1
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202
Gliederung des siidtiroler Jura.
E
<e
Kimmridge-
Oruppe
Dipliyakalke mit T. diphya, (In den Nordalpen: Schichten
Amin. hybonotus , litho- mit T. diphya von Hab bei
irriiuhicuj DtvchoiiuH Ziiraa» Wever T-twi'n^tpin AuAHAr-
dianug etc. halb den Alpen: Lithogra-
phische Schiefer von Solen-
hofen, Mussplingen, Cirin)
Oxford-
Gruppe
Nicht bekannt
Kelloway-
Gruppe
_
Nicht bekannt (Vilser Kalke deV Nordalpen.
Srhirlitrtn fl Taf nala an.
k/v> IIIIIIIQU U> Ivl) UMn | cm»
tiplecta, Rh. trigona)
Dogger
Bath-
0 nippe
Posidonomyengestein. Schich- (Klausschichten der Nordalpen)
ten d. Pos. alpina, Terebr.
curriconcha, Amm. rectelo-
batug etc. '
Unteroolith
Schichten der Rhynchonella bi-
lobata.
f Grane Kalke mit T. firubria,
fimbriaeformis, Rotzoana, he-
xagonalis etc.
Pflanzenlager Ton Rotzo, Per-
nigotti, Rovere, Volano.
Oolithe des Cap. 8. Ytgilio am
Garda-See mit Amm. Mur-
chisonae , fallax, scissus.
m
«
Oberer
Rothe Kalke von Entratico bei
Bergamo mit Amm. bifroni
und »ubcarinatus
Mittlerer
Graue Kalke mit verkiesten Graue Kalke vom Berge Do-
Ammonitcn und Belemniten maro etc. in der Provinz
von Val di Conzei. p. 3b\ Brescia mit Amm. margari-
tatu», Taylori.
Unterer
Rothe Kalke von 8altrio mit
Orvphaeu arcuata.
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Inhalt.
Einleitung.
Geognostischer Theil.
Betreibung eiliger Profile pag. 6
Das Monte Baldo-Gebirge , 6
Umgegend von Roveredo . , 22
Monte Zara zwischen Etachthal und Roreredo „ 22
Umgebung ron Nomi „ 25
Umgebung ron Volano „ 27
Borgo in Val 3ugatiH • „ 29
Piere di Bono in Indioarien „ 82
Gegend zwischen 8toro und dem Gardasee , 34
Deuting der Profile , 37
Bteinkohlenformation r 39
Trias , 41
Untere Trias „ 41
Obere Trias , G3
Lias »101
Dogger »103
Schichten der Terebratuia fimbria und des Ammonites Murchisonae . . , 107
Schichten der Bhynchonella Irilobata «113
Schichten der Terebratuia curviamcha (Posidonomyengestein, Klausschichten) , III
Malm w 123
Schichten des Ammonites acanthicus „ 130
Diphyakalke „133
Paläontologischer Theil.
Tri« * 153
Hallstatter Gruppe «153
Hauptdolomitgruppe * 155
l>ogger .... ,160
Graue Kalke mit Terebratuia fimbria «160
Oolithe mit Ammonites Murchisonae «169
Schichten der Khynchonella bihbata « 174
Posidonomyengestein «175
Malm «180
Schichten des Ammonites acanthicus « 180
Schichten der Terebratuia diphya «186
Anhang. Nachweise aber einige 8chriften CatuUo's ,191
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Druckfehler.
Pag. 1, Zeile 17 von oben: war statt waren.
6,
-
1
-
unten: diphya) statt diphya.
-
10,
-
11
-
oben: verwaschen statt verwachsen.
12,
«
18
-
oben: unförmlicher statt unförmliches.
12,
19
oben: Steinkern statt 8teinkorn.
-
13,
r«
-
oben: hinter Schichten fehlt: des.
13,
<•
.11
oben: parallel statt parallel.
-
Ks
8
-
oben: Schutthalde statt Schutthalle.
18,
9
unten: einschiebende statt einschliessende.
1
T1
n
unten: petragraphischen statt petographischen.
23,
2
-
unten: Atmosphärilien statt Athmospharilien.
35,
"
11
«
unten: Lumach. statt Lumch.
*
49,
n
3
1
unten: Pieve statt Piere.
?3,
n
3
unten: moyenne statt myoenne.
119,
7
unten muss A. Maritim in den Unteroolith gesteUt w<
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ÜBER DIE ZONE
DR-
AMMONITES TRANSVERSARIÜS
VON*
DR- ALBERT OPPEL,
PROFESSOR AN ORR UNIVERSITÄT MÜNCH EX, COXSERVATOR DES PALXONTOI.OOISCHEN MUSRUM*.
A ORU MITGLIED DER KON 10 L. BAYER. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.
BKKNDET UND HKKAUSfiKOKRKN
VON
DTi- W. WAAGEN,
DOCKNT AN DER UNIVERSITÄT MÜNCHEN.
MÜNCHEN, 1866.
R. OLDKNBOURO,
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»
Vorwort
Die Malmformation hat in neuerer Zeit wohl mehr als irgend eine
andere Abtheilung des Jura die Aufmerksamkeit der Geologen auf sich ge-
EOgen, indem sich die Entdeckungen in diesem Gebiete der Flötzformationen
innerhalb kurzer Zeit in wahrhaft staunenswerter Weise häuften. Die
Hauptmasse derselben aber verdanken wir den regen und scharfsinnigen
Forschungen des durch einen frühen Tod der Wissenschaft so bald ent-
rissenen Prof. Dr. A. Oppel. Wie es seinen Studien gelungen war, zuerst
mit grosser Schärfe und Sicherheit die einzelnen Unterabtheilungen der
unteren und mittleren Region der Juraformation festzustellen und in einem
grossen Theile von Europa nachzuweisen, so war es ihm auch vorbehalten,
die im oberen Jura herrschenden Verhältnisse endlich aufzuklären und so
die Geognosie jener Gesteinsschichten auf die Stufe zu bringen, die die-
selbe gegenwärtig einnimmt.
Wie schwierig die Frage, welche hier zu losen war, lässt sich am
besten aus Oppels eigenen Arbeiten beurtheilen. Die im Jahre 1858 ver-
öffentlichte dritte Abtheilung seiner „Juraformation'4 machte es sich zur
Aufgabe den Malm nach dem damaligen Stande der Erfahrungen in Unter-
abtheilungen zu bringen, und dieselben über eine grössere Erstreckung zu
verfolgen. Das grösste Verdienst erwarb sich darin der Verfasser durch
gründliche Beseitigung des bisher herrschenden Irrthumes, dass die Korall-
rüfe des oberen Jura immer als ein und derselben Bildungsepoche angehörig
zu betrachten seien: dagegen reichten die bis dahin bekannt gewordenen
Thatsachen nicht hin, das Gleiche auch für die Spongitenfelder dieser
Formationsabtheilung nachzuweisen. Dies Letztere ist denn auch als Haupt-
grund zu betrachten, dass der, damals von Oppel gegebenen Eintheilung
bei ihrer Durchführung in einzelnen Gebieten sich so grosse, ja theils sogar
unüberwindliche Schwierigkeiten in den Weg stellten, und dass der, den
oberen Jura behandelnde Abschnitt von Oppels „Juraformation'' als der
schembar wenigst durchgebildete uns entgegentritt.
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(*)
208
Nachdem, durch die Verhältnisse dazu geleitet, Oppel für einige Jahre
Bein Hauptaugenmerk auf die Geognosie alpiner Bildungen gerichtet hatte,
wurde erst im Jahre 1862 durch Gümbels Studien in der Gegend von
Streitberg, sowie durch meine Reise nach der Schweiz seine Aufmerksam*
kcit wieder dem ausseralpinen oberen Jura zugewendet. Durch die eben-
erwähnten Forschungen war festgestellt worden, dass, wie Korallenriffe, so
* auch Scyphienbildungen in den verschiedensten Niveaus des oberen Jura
auftreten können, doch war es noch nicht möglich, jeder einzelnen dieser
Bildungen ihren Platz mit Sicherheit anzuweisen. Der damalige Stand der
Erkenntniss spiegelt sich in einigen Bemerkungen auf pag. 158 und 159
von Oppel 8 paläontologischen Mittheilungen. Durch eine im Sommer
1863 nach Franken, Württemberg, Baden und einem Theile der Schweiz
unternommene Reise war Oppel indess in den Stand gesetzt, alle dort
herrschenden Verhältnisse vollständig aufzuklären, und so konnte er im Winter
desselben Jahres mittels mehr als 100 meist neu aufgestellter Animoniten-
Arten vier neue Zonen charakterisiren : die Zonen des Ammonites trans-
versarius, des Ammonites bimammatus, des Amnionitis tenuilobatus und
des Ammonites steraspis.
Seitdem Hess er den oberen Jura nicht mehr aus den Augen. Reisen
in den tyroler und bayrischen Alpen, im südöstlichen Frankreich und der
Schweiz, sowie nach Galizien und Mähren dienten dazu, seine Kenntnisse
in dieser Beziehung durch eine reiche Fülle von Beobachtungen zu er-
weitern, deren Ausfluss denn auch einige Aufsätze: „Geognostische Studien
im Ardeche Departement" und „Die tithonische Etage" waren. Letztere
Abhandlung sollte indess nur einen vorläufigen Bericht über ein erst zu
publicirendes grösseres Werk bilden, zu dem bereits viele Tafeln in Folio
gezeichnet waren, dessen Ausführung jedoch durch den raschen und uner-
warteten Tod Oppels vereitelt wurde.
Aber noch ein Aufsatz war aus diesen Studien hervorgegangen : es ist
der hier vorliegende „Uebcr die Zone des Ammonites transversarius", zu-
gleich der einzige aus dem Nachlasse, welcher vom Verfasser selbst noch
seiner Vollendung nahe gebracht war. So traurig es an und für sich ist,
die Papiere eines geliebten Verstorbenen zu ordnen, so übernahm ich dies
doch gerne, und hielt es für eine Gelegenheit, meiner tiefgefühlten Dank-
barkeit gegen den unvergesslichen Lehrer und Freund Ausdruck zu geben,
indem ich aus dem Schiffbruche seines so frühe dahingewelkten Lebens
für die Wissenschaft zu retten trachtete, was zu retten möglich war, be-
sonders, da ich in der glücklichen Lage bin, durch häufige Besprechungen
mit dem Verstorbenen den Plan, den er bei dem vorliegenden Aufsatze zu
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■
209
0»
verfolgen gedachte, genau zu kennen, und so hoffen darf, bei den nöthig
gewordenen Veränderungen und Ergänzungen den Absichten des Verfassers
gemäss verfahren zu sein. Die Ergänzungen erstreckten sich vorzüglich
auf einige Theüe des Manuskripts, welche entweder ganz fehlten, oder nur
durch einige flüchtige Notizen angedeutet waren: namentlich möchte ich
als grossentheils von meiner Hand herrührend bezeichnen die Abschnitte
über Galizien, Ungarn und Mähren, über Franken, die schwäbische
Alp, Baden, die Cantone Aargau, Solothurn, Neuchatel und
Vaud, endlich das Dep. Vaucluse, Spanien und Algier. Ich habe
die vorhandenen .Notizen, sowie die Reisetagebücher des Verstorbenen hiebei
möglichst sorgfältig benützt und ausserdem, wo es thunlich, Stellen aus
früheren Publikationen desselben wörtlich angeführt, so dass die Lücke, die
sich hier findet, doch wie ich hoffe nicht allzu fühlbar werden wird. Der
erste Grundsatz aber, der mich bei alledem leitete, war, das Vorhandene
möglichst unverändert zu lassen und das Hinzugefügte dem ersteren mög-
lichst anzuschmiegen.
Ich 8chliesse diese Vorbemerkungen mit dem lebendigen Wunsche, dass
dies sein letztes Werk, welches ich dem Publikum hiemit vorzulegen die
Ehre habe, noch ein Blatt in dem Lorbeerkranze bilden möge, welchen
der als Gelehrter wie als Mensch gleich ausgezeichnete Verfasser sich
während seines kurzen Lebens durch seine unermüdliche, fruchtbringende
Thätigkeit gewunden hat.
Um einen kleinen Ueberblick über diese Thätigkeit zu gestatten, füge
ich ein Verzeichnis sämmtlicher Publikationen Oppels bei.
München, im März 1866.
Dr. W. Waagen.
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Chronologisches Verzeichniss von Professor Oppels
Publikationen:
1853. Der mittlere Lias Schwabens, neubearbeitet von Dr. Albert Oppel,
mit 4 lithographirten Tafeln, Württemb. naturw. Jahresh. X. 1854
p.39. Separatabdruck. Stuttgart: Verlag von Ebner und Seubert.
(Gekrönte Preisschrift.)
1855. Ueber einige Cephalopoden der Juraformation. (Württemb. naturw.
Jahresh. XII. Bd. I. Heft pag. 104.)
1856 — 1858. Die Juraformation Englands, Frankreichs und des südwest-
lichen Deutschlands nach ihren einzelnen Gliedern eingetheilt und
verglichen von Dr. Albert Oppel, mit einer geognostisohen Karte.
(Erschienen in den württemb. naturw. Jahresh. und zwar
im Jahrgang 1856 pag. 1—438,
„ „ 1857 „ 439-694,
„ „ 1858 „ 695-857.
Als selbststandiges Werk im Verlag von Ebner und Seubert.)
1856. (In Gemeinschaft mit E. Süss): Ueber die mutmasslichen Aequi-
valente der Kössener Schichten in Schwaben (Juliheft des Jahrg.
1856 der Sitzungsbcr. d. mathem. naturw. Classe der kais. Akad. d.
Wissensch, in Wien) mit 2 Tafeln.
1857. Weitere Nachweise der Kössener Schichten in Schwaben und Luxem-
burg (Oktoberheft d. Jahrg. 1857 d. Sitzungsber. d. mathem. naturw.
Classe der kais. Akad. d. Wissensch, in Wien). Der Separatabdruck
trägt die Jahreszahl 1858.
1858. Tableau resume de la Classification du terrain jurassique (Bulletin
de la aoeiete geologique de France 2. ser. t. XV p. 657).
1858. Ueber die geognostische Verbreitung der Pterodacrylen und einen in
den Posidonienschiefern von Boll gefundenen Unterkiefer von Ptcro-
dactylus Banthensis Theod. (Vortrag.) (Württemb. naturw. Jahresh.
Bd. XIV pag. 55.)
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211 (7)
1859. Die neueren Untersuchungen über die Zone der Avicula contorta
mit besonderer Berücksichtigung der Beobachtungen M. Marti n's
über das Auftreten dieser Zone im D6p. Gtte d'Or. (Württemb.
naturw. Jahresh. Bd. XV pag. 315.)
1860. üeber die Arten der Gattungen Glyphaea und Pseudoglyphaea.
(Württemb. naturw. Jahresh. Bd. XVII. pag. 108.)
1861. Ueber die Arten der Gattungen Eryma, Pseudastacus , Magila und
Etallonia. (Württemb. naturw. Jahresh. Bd. XVII pag. 355.)
1861. Ueber die weissen und rothen Kalke von Vils in Tyrol (Württemb.
naturw. Jahresh. Bd. XVII pag. 130) mit 2 Tafeln.
1861. Ueber die Brachiopoden des unteren Lias (Zeitschr. d. deutsch.
geolog. Gesellsch. Jahrg. 1861 pag. 529) mit 4 Tafeln.
1861. Entdeckung von Kreidegesteinen in der Schichtenfolgc bei Vils.
(Briefliche Mittheilung an Prof. Bronn.) (Neues Jahrb. etc. v. Bronn
und Leonhard 1861 p. 674.)
1862. Ueber das Alter der Hierlatz-Schichten. (Neues Jahrbuch von Bronn
und Leonhard 1862 pag 59.)
1862—1865. Paläontologische Mittheilungen aus dem Museum des kgl.
bayerischen Staates: Ein Band Text und ein Atlas von 88 Tafeln
in 8°, enthält folgende Aufsätze:
I. Ueber jurassische Crustaceen (Decapoda macrura) publicirt
18G2 pag. 1—120, tab. 1—38.
IL Ueber F&hrten in lithographischen Schiefer (Ichnites litho-
graphicus) 1862 pag. 121—125, tab. 39.
III. Ueber jurassische Cephalopoden 1862 pag. 127—162, tab.
40—50; Fortsetzung 1863 pag. 163—266, tab. 51 — 74.
IV. Ueber ostindische Fossilreste aus den sekundären Ablagerungen
von Spiti und Gnari-Khorsum in Tibet, Beschreibung der von
den Herren Adolph, Herman und Robert v. Schlag-
intweit während der Jahre 1854—1857 gesammelten Arten,
1863 pag. 267-288, tab. 75-82; Fortsetzung 1865 pag.
289—304, tab. 83-88.
V. Geognostische Studien im Ardcche Departement. 1865 pag.
305—322.
1863. Ueber das Vorkommen von jurassischen Posidonomyen-Gesteinen in
den Alpen (Zeitschr. d. deutsch, geolog. Gesellsch., Jahrg. 1863 pag.
188 tab. V-VII) mit 3 Tafeln.
1864. Ueber das Lager von Öeesternen im Lias und Kcuper. (Württemb.
naturw. Jahresh. Bd. XX pag. 206.)
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(8) 212
1865. Die tithonische Etage. (Zeitechr. d. deutsch, geolog. Gesellsch. Jahrg.
1805 pag. 535.)
1 865. Virgloria-Kalke bei Reutte (Tyrol). (Briefl. Mittheilung an Prof. Oeinitz.)
(Neues Jahrbuch etc. v. Leonhard und Oeinitz, Jahrg. 1866 pag. 75.)
1865. Ueber die Zone des Ammonites transversariue, beendet und heraus-
gegeben von Dr. W. Waagen (die vorliegende Arbeit).
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Einleitung.
Bei einem früheren Versuche, welcher den Zweck hatte, die im süd-
westlichen Deutschland und einem Theil des Schweizer Jura verbreiteten
oberjurassischen Spongiten-Kalke zu classificiren, Hess sich in der untersten
Region dieser Bildungen ein paläontologisch wohl charakterisier Horizont
erkennen, welcher nnch einer seiner bezeichnendsten Arten die Benennung
„Zone des Ammonites transversarius" erhielt.1)
Bisher wurde diese Zone als solche in Franken, Schwaben, dem
Grossherzogthum Baden, dem Aargauer und Neuchateier Jura bis
in die Departements Jura, Cöte d'Or, Ain und Ardeche nachgewiesen
.und beschrieben. Für andere Gegenden war ihr Vorkommen durch das
Auftreten von Spongiten-Kalken oder einzelne bezeichnende Leitmuscheln
gleichfalls angedeutet. Da jedoch ein eingehenderer Vergleich dieser
Schichten noch nie ausgeführt wurde, so mag es zeitgemäss erscheinen,
deren weitere Verbreitung nunmehr im Zusammenhange festzustellen. Es
geschieht dies in dem Nachfolgenden unter Hinzufügung einiger allgemeiner
Angaben über die Bezeichnungsweisen, die Begrenzung und die palaon-
tologischen Merkmale der Zone.
Synonymik: Mergel und Kalk von Birmensdorf: Mousson 1840
geologische Skizze der Umgebungen von Baden pag. 23. Argovien
(pars infin.) Marcou 1846, Recherches geol. sur le Jura salinois pag. 88.
Unterste Muschelreiche Lagen des weissen Jura von Birmens-
dorf: Quenst. 1847, die Cephalop. (Vergl. auch Quenst. 1843, das
Flötzgeb. pag. 498 u.499.) Assise calcareo — marneuse avec couches
spongiaires et calcaire a nodules: Beaudouin 1851. Bullet de la
Soc. geol. de France II tome 8 pag. 594. Spongitenk alk (pars):
Merian 1852, Bericht der naturf. Ges. in Basel X pag. 141. Calcaire
ä spongiaires, etage argovien: Albin Gras 1852, Catalogue des
— - ,
') Paliontolog. Mittheil. 18tf?/t>3 pag. 159 u. 165.
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(10) 214
corps organises fossil» pag. 20. Lacunosa-Schichten: Mosch 1856,
das Flötzgebirge im Canton Aargau pag. 50. Couches d'Argovie ou
Argovien (parB. inf.): Marcou 1857, Lettres sur les Roche* du Jura
pag. 37. Spongitien: Etallon. 1857, Eequisee d'une description geol.
du Haut Jura pag. 29 Soc. imper. d'agric. de Lyon. Scyphien-Kalke
von Oberbuchsiten, Trimbach, Egg, Birmensdorf: Oppel 1857,
die Juraformation pag. 680, 681. Zone des Amm. Arolicus, des Amm.
canaliculatus oder des Amm. transversarius: Oppel 1862, Paläont.
Mittheil. pag. 159. Birmensdorfer Schichten: Möach 1863, Vor-
läufiger Bericht pag. 5. Verhandl. Schweiz, naturf. Gesellsch. in Luzern.
Zone des Amm. transversarius: Oppel 1863, Paläont. Mittheil,
pag. 165. Zone des Amm. transversarius: Waagen 1864, der Jura
in Franken, Schwaben und der Schweiz, pag. 137. Birmensdorfer
Schichten: Heer 1864, die Urwelt der 8chweiz, pag. 150, Calcaire 4
scyphies, Etage Argovien: Desor 1864, Tableau des formations geol.
du Canton de Neuchätel. Birmensdorfer Schichten: Merian 1864,
in Geinitz Neues Jahrb. pag. 523.
Begrenzung der Zone des Ammonites transversarins. Gegen unten
füllt es gewöhnlich nicht schwer, eine feste Grenzlinie zu gewinnen, cach
welcher sich die Zone des Ammonites transversarius von den tieferen Be- .
gionen der Oxford-Gruppe abtrennen lässt. Ein verbreiteter und längst be-
achteter pal&ontologischer Horizont bildet ihre Grundlage und deutet auch
an solchen Localitäten das ungefähre Niveau der Zone an, an welchen
deren eigenthümliche Merkmale bisher nicht nachgewiesen werden konnten.
Dieser tiefere Horizont, welcher die Bezeichnungen „Oxford- Thon,
Oxford-clay, Marnes oxfordiennes" oder auch „Zone des Am-
monites biarmatus" oder des „Ammonites cordatusu erhalten hat,
besteht in manchen Gegenden aus einer dünnen, obschon gewöhnlich sehr
versteinerungsreichen Lage, während er an anderen Orten eine beträchtliche
Mächtigkeit erlangt. Ist letzteres der Fall, so vertheilen sich die fossilen
Reste innerhalb des Durchschnittes. Einzelne derselben charakterisiren die
Basis der Schichtengruppc und bilden hier durch das häufige Vorkommen
der Ammonites Lamberti, Mariae, Hersilia, glabettus, Sutherlandiae,
Lalandeanus u. s. w. eine paläontologisch unterscheidbare Gesteinslage.
Ihr gegenüber zeichnet sich ein etwas höheres Niveau durch andere
bestimmbare Einschlüsse aus, unter welchen Ammonites cordatus, Eucharis,
scaphoidcs, Delmontanus, Christoli, Bubianus u. s. w. bereits an vielen Stellen
als leitende Arten festgestellt werden konnten. Bei den meisten Species
ist es aber noch unermittelt, ob sie beiden Zonen gemeinsam, oder nur
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215 (11)
einer derselben angehören. Bei genauerer Kenntnis» der einzelnen Arten
und ihres Vorkommens wird sich die Fauna einer jeden dieser beiden Zonen
später gewiss schärfer sondern lassen. Da es sich jedoch in gegenwärtiger
Arbeit um die Bestimmung eines höheren Horizontes handelt, so dürfen
wir hier die Aufzählung der in den Zonen des Ämm. cordatus und Lam-
berti verbreiteten Reste in einer gemeinsamen Liste vornehmen und auf
einige der bezeichnenderen Species beschränken. Es sind dies folgende:
Fossile Arten aus den Zonen des Ämm. Lamberti und des
imm. cordatus.
Die mit einem * versehenen Arten gehen auch in andere Schichten über.
* 1) Belemnites hastatVS Blainv. 1827, Obs. tab. 1, Fig 4.
* 2) Belemnites Sauvanaasns d'Orb. 1843, Terr. jurass. tab. 21, Fig. 1—3
und 6—10.
3) Belemnites laevis Röm. 1836, OoL pag. 165.
4) Ammonites Enehaiis d'Orb. 1847, tab. 198, Fig. 4-6.
5) Ammonites VUiersensis d'Orb. 1850, Prodr. 12.52.
6) Ammonites Pidanceti Coquand. 1853, Journ. de Conch. tab. 14, Fig.
3, 4 und 1856, Mem. Soo. d'Emul du Doubs Bd. 7, pag. 49, tab. 5,
Fig. 18, 19.
7) Ammonites mendax Seebach 1864, der Hannoversche Jura pag. 154,
tab. 9, Fig. 3.
8) Ammonites Hersilia d'Orb. 1850, Prodr. 13.49.
9) Ammonites Henrici d'Orb. 1847, Terr. jurass. tab. 198, Fig. 1—3.
10) Ammonites Delmontanns Opp. 1863, Pal. Mitth. pag. 194, tab. 54, Fig. 3.
11) Ammonites Kaoracns Mayer 1864, Journal de Conchyliologie tab. 7,
Fig. 4. Ämm. Murchisoriil Pusch 1837, tab. 13, Fig. 5 (non Fig. 4,
non Sow.).
12) Ammonites scabridlis Opp. Eine dem Ämm. punetatus Stahl nahe-
stehende Art, jedoch durch breitere, weniger zahlreiche Rippen und
flachere Seiten davon unterscheidbar. Findet sich nicht häufig in den
untersten Oxford- Schichten vom Ursulaberg bei Reutlingen
(Württemberg) im Oxford-Thon von Chatillon bei Delemont
(Schweizer Jura) und von la Fauche (Haute Marne). Collect.
Greppin und Schlumberger.
13) Ammonites glabellns Leckenby 1859, Quarterly Journal geol. Soc 24,
März 1858, tab. 2, Fig. 5.
14) Ammonites scaphoides Coquand 1853, Journal de ConchyL tab. 14,
Fig. 9, 10. Mem. Soc. d'Emul. du Doubs 1856, Bd. 7, pag. 48, tab. 5,
Fig. 16, 17.
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(12)
210
15) Ammonites Polonicos Opp. Aebnlioh dem Amm. scaptoides jedoch mit
aufgeblähteren Windungen und gerundeteren Seitenwandungen ver-
sehen. Nabel bei 17 Mm. Durchmesser des Gehäuses noch enge ge-
schlossen. Steinkern beinahe glatt, nur gegen das Ende der beinahe
einen ganzen Umgang einnehmenden Wohnkammer mit vereinzelten
radialen Runzeln versehen. Durchmesser des grössten Exemplars
18 Mm., Dicke 7 Mm. Findet sich mit Amtnonitcs cordatus in
hellgrauem Kalkmergel zu Kobilany nordwestlich von Krakau
(Galizien).
16) Ammonites Baylei Coquand 1853, Journal de Conchyl. tab. 14, Fig. 5,6
und 1856 Mem. Soc. d'Emul. du Doubs Bd. 7, pag. 49, tab. 5, Fig. 20, 21.
17) Ammonites Rcnggeri Opp. 1863, Pal. Mitth. pag. 203. Den brief-
lichen Mittheilungen J. Marcou's zufolge, findet sich Amm. Renggeri
im Jura-Departement zu Andelot und Arc-sous-Montenot sowohl
in der Zone des Ammonites cordatus als in derjenigen des Amm.
Lamberti, wodurch der Nachweb einer direkten Verbindung des Amm.
audax mit den Dentaten der Birmcnsdorfer Schichten in Beziehung
auf die verticale Verbreitung dieser zu der gleichen Ammonitenfamilie
gehörigen Arten hergestellt wird.
18) Ammonites Brunneri v. Fischer Ooster 1860 in W. A. Ooster Cata-
logue des Ceph. suisses IV. Partie pag. 85, tab. 20, Fig. 8— 10.
19) Ammonites hirsutns Opp. Charakteristische Art, welche sich im All-
gemeinen an Amm. flexispituUus Opp. anschlie8st, jedoch weit zahl-
reichere Knoten besitzt, indem dieselben sowohl in der Medianlinie
dos Rückens, als zu beiden Seiten dicht gedrängt aufeinanderfolgen.
Wird noch etwas dicker als Amm. ßexispinatus. Ein mit der Wohn-
kammer erhaltenes Exemplar erreicht einen Durchmesser von 10 Mm.,
wobei die Dicke 7Vt Mm. beträgt Zu Combe d'Eschert bei
Delemont (Canton Bern) in den dunkeln Oxford-Thonen von Herrn
Dr. Greppin gesammelt
20) Ammonites Spixi Opp. Kleine Flexuosen-Art, welche mit grössten-
theils noch erhaltener Wohnkammer einen Durchmesser von 21 Mm.
erreicht. Dabei beträgt die Höhe des letzten Umgangs 11 Mm.,
dessen Dicke 7 Mm. Rippen nieder und auf den innern Windungen
kaum bemerkbar. Rücken anfangs gerundet auf dem letzten halben
Umgang mit einer niedern Medianlinie versehen. Nabel eng ohne
Nabelkante, jedoch mit steil einfallender Nahtfläche. Loben fein ver-
zweigt und nach Art der bei der Familie der Flexuosen gewöhnlichen
Zeichnung gebildet, indem zwischen Rücken- und Naht-Lobus 5 der
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217
(13)
Reihe nach kleiner werdende Loben Platz nehmen. Oxford-Thon
von Ghätillon bei Delemont (Canton Bern). Aus der Sammlung
des Herrn Dr. Greppin.
21) Ammonites Pnschi Opp. 1863, Pal. Mitth. pag. 216.
• 22) Ammonites tortisnkatus d'Orb. 1840. Terr. crt. I, pag. 161, Terr.
jur. 1847, tab. 189.
*23) Ammonites Lamberti Sow. 1819, tab. 242, Fig. 1—3.
24) Ammonites Afariae d'Orb. 1847, Terr. jur. tab. 179.
25) Ammonites pntealts Leckenby 1859, Quarterly Journal geol. Soc.
24. März 1858, tab. 2, Fig. 8.
26) Ammonites cordatns Sow. 1813, tab. 17, Fig. 2—4.
27) Ammonites Sntherlandiae Murch. Sow. 1827, tab. 563.
28) Ammonites Lalandeanus d'Orb. 1847, Terr. jur. tab. 175.
29) Ammonites Goliathos d'Orb. 1847, Terr. jur. tob. 195 -und 196.
30) Ammonites Christoll Beaudouin. 1851, Bullet Soc. geol. de Fr. Bd. 8,
pag. 596, tab. 10, Fig. 1. Asnm. nux d'Orb. 1850, Prodr. 13.48.
Nach der Beschreibung nicht zu erkennen.
31) Ammonites eakaratns Goquand 1853, Journal de Conebyl. tab. 14,
Fig. 7, 8. Mem. 8oc. geol. d'Emul. du Doubs. 1856, Bd. 7, pag. 48,
tob. 5, Figs 14, 15.
32) Ammonites perarmatus Sow. 1822, tab. 352.
33) Ammonites biarmatss Ziet. 1830, tab. 1, Fig. 6, Amm. Babeanus
d'Orb. (pars).
34) Ammonites Edwardsianos d'Orb. 1847, Terr. jur. tob. 188.
35) Ammonites distractns (Amm. Backeriae distractus Quenst 1857, Jura
tob. 71, Fig. 4).
36) Ammonites torosns Opp. Amm. caprinus Quenst. 1847, Geph. tob. 16,
Fig. 5 (von Schloth).
37) Ammonites spissns Opp. Schwach nach rückwärts gebogene Rippen
erstrecken sich von der Nahtgegend über die Seiten und den gerun-
deten Rücken. Ihre Zahl, weit grösser als bei der vorhergehenden
Art, betragt auf der Rückseite eines Gehäuses von 60 Mm. Durch-
messer ungefähr 70; auf den Seiten ist dieselbe etwas geringer, da
einzelne Rippen, ehe sie den Rücken erreichen, in zwei Aeste gespalten
sind. Hiedurch unterscheidet sich die Art von dem ihr benachbarten
Amm. Arduennetisis , dessen Kippen sich bei Exemplaren gleicher
Grösse der Mehrzahl nach bereits in der Nahtgegend theilen.
38) Ammonites Ardaennensis d'Orb. 1847, Terr. jur. tob. 185, Fig. 4—7.
30) Ammonites Engeni d'Orb. 1847, Terr. jur. tob. 187.
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218
40) Ammonites Constanti d'Orb. 1847, Terr. jurass. tab. 186.
41) Ammonites plicatilis Sow. 1817, tab. 166.
42) Aptychns politus Pbill. 1829, tob. 5, Fig. 8.
43) Aptychus Berno-jnrensis Thurmann 1851 (Ä. Thurmatm VoltzP 1837).
44) AptychüS heteropora Thurmann 1851 {A. heteropora VoltzP 1837).
45) Rhynchoteuthis Coquandianus d'Orb. 1850, Prodr. 13, 25.
4G) Pleurotomaria Mfbisteri Röm. 1839, Nachtr. tab. 20, Fig. 12.
47) J'leuromya sinuosa Röm, spec. 1839 (Lutraria Rom. Panopoea d'Orb.).
48) Mytilus cancellatns Röm. spec 1836. Ool. tab. 4, Fig. 13.
* 49) Mytilus Villemnsis Opp. 1857, Juraform. Myt. bipartitus Goldf. (non
Sow.) Mytüus imbricattis d'Orb. (non 8ow.)
* 50) Gervillia avicnloides Sow. 1826, tab. 511.
51) Lima snbantiquata Röm. 1836, Ool. pag. 78.
52) Perna mytiloides Lam. 1819, An. s. v. 6, pag. 142.
53) Pecten snbflbrosus d'Orb. 1850, Prodr. 13, 423.
54) Pecten vitreis Röm. 1836, Ool. pag. 72.
* 55) Oryphaea dilatata Sow. 1816, tob. 149.
56) Ostrea gregaria Sow. 1815, tob. 111, Fig. 1.
57) Terebratula Arduennensis d'Orb. 1850, Prodr. 13, 480.
*P58) Terebratula Gallienei d'Orb. 1850, Prodr. 13, 47C-
59) Terebratula Baugieri d'Orb. 1860, Prodr. 13, 479.
60) Terebratula Bernardiua d'Orb. 1850. Manche Exemplare lassen sich
nur durch ihre etwas grössere Oeffnung im Schnabel der grösseren
Klappe von Terebratula impressa unterscheiden, mit weloher die Spe-
eles häufig verwechselt wird.
*?61) Rhynehonella Thurmanni Voltz, Thirria 1833 (Ter. spatbica Lam.?).
62) Rhynehonella minnta Buv. spec. 1843, Mem. Soc. philom. Verdun. '
tab. 5, Fig. 4—6.
63) Rhynehonella Ardnennensts Opp. 1857, Juraform. pag. G08.
64) Pentacrinns subteres Goldf. 1831, tob. 63, Fig. 5.
65) Pentacrinns Orbignyanus Opp. n. spec (Pentaorinus pentagonaUs
d'Orb. von Goldf.)
* 66) Millericrinus verschiedene Arten.
67) Turbinolia Delmontana Thurm. 1851, Gagnebin tob. 2, Fig. 24.
Ammonites altenmns fehlt in den unteren Zonen der Oxford -Gruppe
entschieden1), sein verticaler Verbreitungsbezirk liegt etwas höher, und es
existirt keine einzige sichere Nachricht für dessen Zusammenvorkommen
') Diese Thateache durfte auch bei der Deutung der untern Schichten Ton Quliowa,
in welchen 4m«. alternaru sehr häufig gefunden wurde, in die Wagichale fallen.
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219
(15)
mit Am$nonites Lamberti und eordatus. Dagegen wurden an einzelnen Lo-
kalitäten (insbesondere zu Neuwizi in den Ardennen und zu ChAtillon
bei Delemont im Schweizer Jura) noch viele ausgezeichnete Species
aufgefunden, welche hier unerwähnt bleiben, und deren genaue Zusammen-
stellung eine sehr lohnende Aufgabe bilden würde.
Alierdings, finden sich in der Natur an aufgeschlossenen Stellen des
Gebirges häufig nur einzelne Arten der vorhergehenden Liste. Doch reichen
dieselben zur Feststellung ihres Horizontes in den meisten Fällen um so
sicherer aus, als die Zonen der Antmottiies Lamberti und cordattts gewöhn-
lich durch ammonitenreiche Niederschläge gebildet werden, welche durch
die Gleichmässigkeit und ausgedehnte Verbreitung ihrer wesentlicheren Merk-
male sehr zuverlässige Anhaltspunkte für die Alterbestimmung ihrer Schich-
ten liefern.
Mannigfaltiger gestalten sich dagegen auf dem gleichen Terrain die
Uebergänge solcher Arten, welche sich aus der Zone des Ammonites trans-
rersarius in höhere Regionen erstrecken. Aus diesem Grunde wurden
früher1) die mächtigen Mergelkalke mit Terebratula impresso,
welche an vielen Orten über der eigentlichen Hegion des Ammonites trans-
versarius folgen, mit diesem Horizonte zu einer Zone vereinigt. Wir unter-
scheiden nunmehr eine jede dieser Abtheilungen als besondere Zone, da
sich bei wiederholten Untersuchungen und Vergleichen doch das Er-
gebniss herausgestellt hat, dass eine Anzahl beachtenswerther paläonto-
logischer Merkmale jedem dieser Horizonte ausschliesslich zukomme. Es
hat sich gezeigt, dass viele wichtige Leitmuscheln, welche in der Zone des
Ammonites transversarius zum Theil eine grosse Häufigkeit erlangen, hier
aussterben, ohne sich bis zu der Zone der Terebtatuta impresso zu erstrecken.
Als Beispiele führe ich hier folgende Arten an : Bclcmnites testatus Blainv.,
Ammomtes Bruckneri Opp., Amm. tenuiserratus Opp., Amm. Anar Opp.,
Amm. Gessneri Opp., Amm. Badiianus Opp., Amm. Gmelini Opp., Amm.
Rotari Opp., Amm. Meriani Opp., Amm. transversarius Quenst., Amm. Col-
iinii Opp., Amm. Hiemeri Opp., Amm. Schüli Opp., Amm. MarteUi Opp.
u. s. w. Doch ist ihre Zahl noch weit beträchtlicher, wie aus dem paläon-
tologischen Theile gegenwärtiger Arbeit ersichtlich wird. Mit dem Erlöschen
der genannten Arten verschwinden auch die für die Zone des Ammonites
transversarius bezeichnenden Merkmale und hiemit bestimmt sich die Be-
grenzung des Horizontes nach oben. Zugleich dürfen Belemnites presstdus
Quenst., Belemnites Dumortieri Opp. und Terebratula impresso Bronn als
') Opp. 1863 PJäontoU.gi*che Mitteilungen pag. 1f>f..
(2) 15
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(lü) 220
solche Species hervorgehoben werden, welche in der tieferen Zone des Am-
monites transversarius noch fehlend, sich auf die eigentlichen Impressa-Thone
beschränken.
Wie aus dem Nachherigen zu ersehen ist, lässt sich diese Art der Ab-
trennung an vielen Profilen durchfuhren, o.b die Zone des Arninonites trans-
versarius nun als Spongitenkalk oder als eine den Charakter einer Cepha-
lopoden-Facies an sich tragenden Ablagerung gebildet ist. Nur an solchen
Punkten, an welchen sowohl die Zone des Ammonites transversarius als
der darüberfolgende Horizont in Form von schlammigen Myacitcn-Schichten
abgelagert sind, blieb die gegenseitige Begrenzung bisher meistens unsicher,
doch gelang es neuerdings, wenigstens an einem Punkte (Aubigne im
Sartbe-Departement) auch bei dieser Art der Gruppirung die Tren-
nungslinie zwischen beiden Horizonten noch mit einiger Sicherheit heraus-
zufinden.
Paläontologisene Merkmale der Zone des Ammonites Iransversarins.
Die Liste von 2 1 7 Arten, welche im Anhange aufgezählt werden, trägt nur
im Allgemeinen dazu bei, ein Bild über das Vorkommen organischer Reste
in der Zone des Ammonites transversarius zu geben. Der eigentliche
Charakter, welchen die jeweiligen Faunen dieses Horizontes bei seiner
grossen Verbreitung über ein weites Gebiet annehmen, bleibt noch festzu-
stellen. Es soll dies hier versucht werden.
Spongiten-Facies. Man hat die Gruppirung der fossilen Reste,
unter welcher die Zone des Ammonites transversarius im Aargauer Jura
und in andern Gegenden auftritt, Spongiten-Facies genannt ') und diese Be-
zeichnung auf alle diejenigen Bildungen angewendet, an welchen die Zone
eine an Cephalopoden, Br'&chiopoden, Radiaten und Amorpho-
zoen reiche Fauna enthält. Eine Menge von Arten, welche zumeist den
Inhalt der nachfolgenden Liste bilden, kommen in den der Zone des Am-
monites transversarius angehörenden Spongiten-Bänken zum Theil in grosser
Individuenzahl vor, während hier Myaciten und andere Bewohner schlam-
miger Schichten fehlen oder doch zu den Seltenheiten gehören. Kaum
angedeutet in den tiefern Lagen der Oxford-Gruppe erlangt die Spongiten-
Facies ganz plötzlich in den Schichten des Ammonites transversarius eine
ungewöhnlich grosse horizontale Ausdehnung, um aber in verticaler Richtung
*) Vorgl. Ober die verschiedenen Faeies oberjurassischer Bildungen die Schrift
Gressly'a 1838—1846 Observation« geoL sur le Jura Soleurois. Ferner Oppel 18f»6—
iari8 Juraform. pag. 690. Waagen 1864, der Jura in Franken, Schwaben und der
Schweiz pag. 98.
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221
(17)
am so rascher wieder zu verschwinden. Es ist auffallend, dass ihre Mäch-
tigkeit überall gering bleibt und es erscheint diese Entwicklung nur als ein
rasch vorübergehender Versuch der Natur Spongitenfelder zur Entstehung
zu bringen, ihnen aber die Bedingungen ihrer Existenz alsbald M'ieder zu
entziehen.
Immerhin bilden aber diese Anfänge einer Spongiten-Facies durch ihre
reich von Mollusken, Echinodermen und Schwämmen bevölkerten Schichten
wichtige Anhaltspunkte für die Erkennung der Zone des Ammonites trans-
versarius und ihrer paläontologischen Verhältnisse. In manchen Fällen
gründet sich sogar die Unterscheidung des Horizontes beinahe ganz auf das
Vorkommen jener eigenthümlichen Facies. An folgenden Lokalitäten konnte
die Art der Genossenschaftung organischer Reste in der Zone des Am-
monites transversarius als Spongiten-Facies bestimmt werden:
Paczaltowice und Trzebinia in Galizien; Randen, Küssaburg,
Dangstetten: Grossherzogthum Baden; Birmensdorf; Canton Aargau;
Oberbuchsiten, Günsborg: Canton Solothurn; Locle: Canton Neu-
ch&tel; Supt, Chappois und St Claude: Departement Jura; Tenay:
Departement Ain; Trept: Departement Isere; Crussol b. Valence und
Yoyeuse b. Aubenas: Departement Ardeche; Magne und Tranchö
des grosses terres b. Niort: Departement Deux-S6vres.
Cephalopoden Facies. Unzweifelhaft unter ähnlichen Bedingungen
wie die eben beschriebenen Spongiten- Kalke, entstunden auch die grauen
Mergel- und Ealk-Bänke, welche im fränkischen und schwäbischen
Jura den Horizont des Ammonites transversarius zusammensetzen. Dennoch
macht sich in zoologischer Beziehung ein wesentlicher Unterschied bemerk-
bar, indem die paläontologischen Reste eine abweichende Art der Grup-
pirung zeigen, als solche in eigentlichen Spongiten - Lagen vorzukommen
pflegt. Die Amorphozoen, Radiaten und Brachiopoden fehlen hier entweder
ganz, oder sind es nur vereinzelte Arten, durch welche sie repräsentirt
werden. Ueberhaupt ist die Mannigfaltigkeit der Fauna hier geringer,
indem Cephalopoden durch die Zahl einzelner Individuen die Oberhand ge-
winnen. Durch ihre Roste gelingt es trotz der Einförmigkeit der fossilen
Vorkommnisse dennoch leicht die Zone des Ammonites transversarius auf-
zufinden und deren Niveau festzustellen. Ich nenne die Art der Gruppirung
Cephalopoden-Facies. Nach diesem Typus bildete sich die Zone des
Ammonites transversarius einerseits an den weiten Contouren des fränki-
schen Jura mit ihrer südöstlichen Verlängerung gegen Passau hin, an-
dererseits längs der schwäbischen Alp ungefähr bis zur Badenischen
Landesgrenze hin aus. Beobachtungspunkte:
(2*) 15*
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(18) 222
Voglarn bei Passau: Niederbayern; Streitberg: Oberfranken;
Oberhochstadt: Mittelfranken; Lautlingen bei Balingen: Schwäbische
Alp; Glärnisch und Schilt: Canton Glarus; Lafare und Grand-Mont-
mirail bei Gigondas: Departement Yaucluse; PRians, Andon und
Cau ss ol: Departement Var.
Myaciten-Facies.1) Eine gänzlich verschiedene Art der Gruppirung
stellt sich dagegen an einigen Lokalitäten des untersuchten Terrains den
ebenbeschriebenen Formen gegenüber. Thonige schlammartige Niederschläge
mit zahlreichen Austern und Myariern verdrängen hier die Cephalopoden-
Schichten und Spongiten- Kalke und bilden eine Ablagerung, welche als
seichtere Uferbildung eigen thiimliche zoologische Charaktere besass. Ich
wähle hiefür die Bezeichnung Myaciten-Facies. Es mag von Werth sein,
ausser den allgemeineren paläontologischen Charakteren für die Entwicklung
der Myaciten-Facios in der Zone des Ammonites transversarius noch
speciellere Merkmale hervorzuheben, welche, soweit sie sich bisher zu er-
kennen gaben, in dem Vorkommen folgender Arten liegen: Chemnitzia
Ileddingtonensis Sow., Pholadom. parcicasta Agass., loeviusada Agass.,
Trigonia sp. indet., Mytilus Viller sensxs Opp., Ctenostrea Marcousana Opp.,
Perna sp. indet., Pectcn vimineus Sow., inaegnicostatus Phill, Plicattda sp.
indet., Östren gryphaeafa Schloth.
Diese Reste gehen nicht in die Spongiten-Schichten über. Sie bilden für
sich den Kern einer eigentümlichen Fauna, welche derjenigen der Spongiten-
Facies parallel läuft und sich scharf von derselben absondert. Selbst manche
der sooben angeführten Gattungen (Trigonia, Permi) meiden in der Zone
des Ammonites transversarius sowohl die Spongiten als die Cephalopoden-
Facies und beschränken sich auf die schlammigen Myaciten*) und Austern-
banke anderer Distrikte. Lokalitäten
Klein Lützel (Canton Solothurn).
Chätillon (Canton Bern),
Aubigne (Sarthe).
Unzweifelhaft hat sich der Horizont mit Mvaciten und Austern-Facies
auch an der Küste der Normandie und in England ausgebildet. Auch
') Diese noch unzureichenden Ausdrücke sollen nur vorübergehend der Kurze wegen
in Gebrauch treten.
*) Eine von J. Marcou 184U Rech. geol. 8ur le Jura salinois pag. 93 gelegentlich
der Aufzahlung zahlreicher Myaciten aus dem Argovien des Jura-Departements gemachte
Bemerkung scheint mir hier besonders erwahnenswerth. Dieselbe lautet: „II e«t a re-
marquer que dans les localites oü ceg Myc« Bont reunieB dang des bancs assez puissants,
on ne rencontre pa* de polypiers spongieux, ces deux genres d'associatioiu «'excluent
mutuellement.
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223
(19)
für Hannover lässt sich nach den Arbeiten von Credner und Seebach
eine ähnliche Entwicklungsweiso vermuthen.
Coral-Faci es. Die Untersuchungen des Terrain ä Chailles der
Schweiz, des Coralrags von Natt he im und anderer Corallenriffe haben
schon vielfaches Licht über die allgemeinen zoologischen Verhältnisse ver-
breitet, welche sich während der jurassischen Periode mit den Ansiedelungen
von Cor allen verbanden. Man kennt einen grossen Theil der Echinodermen,
Acephalen und Gasteropoden , welche in jenen Zeitläufen ihre Wohnsitze
inmitten solcher meerischer Corallen-Felder ') hatten und welche nunmehr
in Gesellschaft zahlreicher Astreeny Lithodcndren u. s. w. meist in vortreff-
licher Erhaltung*) aus dem Gesteine wittern. Ebenso weis man aus vielen
Beobachtungen, dasa die Cephalopoden hier seltener vorkommen.
Bei einer grossen zoologischen Verschiedenheit von den Spongiten-
Schichten zeigen die Corallenriffe der Oxford -Gruppe dagegen viele An-
näherung zu der Fauna der schlammartigen Niederschläge mit Myaciten
und Austernbänken. Doch bot sich auf dem hier beigezogenen Terrain in
der Zone des Ammonitcs transversarius keine durch Corallenbildungen
charakterisirte Ablagerung dar.
Vertheiling der Organismen bei verschiedener Meerestiefe. Die von
Forbes gesammelten Resultate über die verticale Verbreitung lebender
Thiere in verschiedenen Tiefen des Meeres bieten wichtige Anhaltspunkte
für das Verständnis* der Vorgänge wahrend vergangener Perioden unserer
Erdbiltrang dar. Insbesondere liefern dieselben eine sichere Grundlage für
die Beurtheilung und Erklärung der Facies-Erscheinungen, wie sie durch
die fossilen Reste bei den einzelnen Formataonsabtheilungen dargestellt
werden. Ich zweifle nicht daran, dass es später gelingen wird, bei dem
hier betrachteten Horizont geographisch ziemlich genau diejenigen Distrikte
zu bestimmen, an welchen sich dessen Niederschläge in mehr oder weniger
seichtem Wasser absetzten oder an welchen die Meerestiefe beträchtlicher
wurde. Es lässt sich annehmen, dass die schlammigen Bänke aus der Zone
des Ammonites treutsversarius mit Austern und Pholadomyen, d. h. die
') Zu Riff-Bildungen kam es nicht immer.
*) Es ist ein gewöhnlicher Fall, das« die Reste jurassischer Corallen rerkieselt ge-
funden werden, ob dieselben nun in reinerem Kalkstein, oder in thonigeren Banken ein-
geschlossen sind, um so seltener bildet dagegen Schwefelkies ihr Ycrsteinerungsmittel.
Vergleicht man hiemit die überaus häufige Verkiesung der Reste in thonigen Cephalopoden-
Schichten, so gewinnt es den Anschein, als stünde auch die Erhaltungsweise der fossilen
Arten bisweilen mit den früheren Facies - Verhältnissen mancher Niederschlage in enger
Verbindung.
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(20) 224
Schichten mit Myaciten-Facies in geringer Entfernung von dem Meeres-
spiegel entstunden und dass auch die jurassischen Corallenriffe dem
seichteren Wasser ihren Ursprung verdanken, während die Spongiten-
felder und noch mehr dio Cephalopoden-Schichten einer weit tieferen
Region angehörten. Allein es fehlen doch noch viele wesentliche Anhalts-
punkte, um es mit solchen Bestimmungen zu befriedigender Sicherheit zu
bringen, wesshalb wir, entfernt von der Küste und ausser Möglichkeit durch
häufige Untersuchungen in den jetzigen Meeren stets neue Vergleiche für
die in den Formationen gemachten Beobachtungen ziehen zu können, zu-
nächst vielleicht besser thun die Facies- Verhältnisse der Schichten für sich,
möglichst weit und sogar über das durch Analogie gesteckte Ziel einer ver-
gleichenden Deutung hinaus zu verfolgen.
Einfluss der Facies -Verhältnisse auf den lebergang fossiler Reste
von der Zone des Ammonites transvcrsarius in die nächst höheren Forma-
tionsgüeder. Die Erfahrung hat gelehrt, dass sich die fossilen Faunen nicht
selten durch mehrere übereinanderfolgende Stufen unserer festen Erdrinde
erstrecken und dabei nur allmähliche Veränderungen erleiden. Eben so
häutig hat es Bich aber auch gezeigt, dass an der Grenze oder inmitten
zweier Formationsglieder ein rascherer Wechsel eintritt, indem die seit-
herigen Arten plötzlich verschwinden, um durch andere verschiedenartige
Reste ersetzt zu werden.
Dieser Gegensatz und scheinbare Widerspruch gab sich auch bei den
Untersuchungen zu erkennen, welche über die geognostischen und paläon-
tologischen Verhältnisse der Zone des Ammonites transversarius und der
zunächst darüber folgenden Horizonte angestellt wurden. Es wurde in dem
Vorhergehenden bereits mitgetheilt, dass die genannte Zone des Ammonites
transrermritis in der einen Gegend als Cephalopoden-Schicht, in der andern
als Spongiten-Kalk , ein drittes Mal als thonige Bildung mit Myaciten und
Austern-Bänken ausgebildet ist. Beobachtungen über die fossilen Einschlüsse
der nächst höheren Zone zeigten, dass sich auch hier nicht überall die
gleichen Faunen ausbreiteten, sondern dass innerhalb dieser Zone in hori-
zontaler Richtung ein Wechsel zwischen Cephalopoden- und Myaciten-Facies
statthatte. Bei der obersten Zone der Oxford -Gruppe, wo sich ähnliche
Veränderungen wiederholen, kommt ausser den drei ebenerwähnten Grup-
pirungen noch eine vierte hinzu, welche sich an verschiedenen Lokalitäten
als ausgezeichnete Corallen -Facies kund giebt. Je nachdem nun Schich-
ten mit übereinstimmender oder abweichender Facies über-
einanderfolgen, demgemäss zeigen sich stets auch die Ueber-
gänge von Arten grösser oder kleiner.
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225
(21)
So erscheint z. B. die seitherige Fauna plötzlich abgeschnitten über
der Zuno des Ammonites transversarius an dem Profile von Günsberg
bei Solothurn, wo über den Spongitenkalken mit Amin. Arolicus, cunali-
culutus, callicerus; Terebrat. bisuffarcinata, Iihymh. Arolica mächtige Mergel-
bildungen folgen, welche in ihren versteinerungsreichen Lagen vorwaltend
Pholadomyen und andere Myaciten -Arten bergen. Keine einzige Art der
tieferen Zone des Atmn. tratisversaritts konnte in diesem Horizonte, welchen
wir der Zone der Terebr. impresso, gleichstellen, wiedergefunden werden. —
Folgen dagegen Cephalopoden- Schichten, wie sie in den eigentlichen
lmpressathonen ausgesprochen sind, über den Spongitenkalken des Amin,
transversarius, so lassen sich in der That viele Uebergänge constatiren, und
es sind namentlich die Ammoniten, unter welchen zahlreiche Arten in beiden
Horizonten gemeinsam vorkommen. In Württemberg aber wo Cephalopoden-
Facies über Cephalopoden-Facies liegt, ist es nur eine kleine Reihe von
Arten, welche jedem der beiden Horizonte eigentümlich erscheint. Einige
sterben in der tiefern Zone aus, ohne nach oben fortzusetzen, andere beginnen
erst oben. Die Hauptmasse der Species aber findet sich bei der eben be-
rührten Art und Weise der Facies-Entwicklung in beiden Horizonten, ohne
dass die Individuen einer und derselben Art, je nachdem sie dem höheren oder
tieferen Horizonte entstammten uns wahrnehmbare Unterschiede zeigten.
Kein Profil kennen wir aber bis jetzt, an welchem über dem Spongiten-
kalke der Zone der Atmn. transversarius unmittelbar als nächst höhere Zone
zum zweiten Male ein Spongitenkalk auftritt, um die Stelle des Impressa-
thones einzunehmen. In einem solchen Falle, welcher in der Natur sehr
wohl möglich wäre, würde sicher ein grosser Uebergang von Arten statt-
finden, da wir sogar in dem erst über der Zone der Ter. impresso sich
einstellenden Spongitenkalk der Zone des Atnm. bimammatus noch viele Arten
antreffen, welche den Formen aus der Zone des Amm. transversarius sehr
nahe stehen, oder mit solchen sogar identisch sind. Es scheint sonach, als
hätten sich dieselben während der Ablagerung der Cephalopodenmergel (Zone
der Ter. impresso) nach anderen uns bis jetzt noch unbekannten Wohnsitzen
zurückgezogen, seien aber, nachdem nun von Neuem durch Entstehung
einer Scyphien- Facies für ihre Existenz günstige Bedingungen eingetreten,
wieder in ihr schon früher innegehabtes Areal zurückgekehrt. Als Beispiele
hiefür könnten Pect, subpunetatus , Terebrat. nucleata, Meyerlea pectunculus^
Eugeniacr. curiophyüatus, nutans und compressus, sowie mehrere Spongiten
angeführt werden, welche in beiden Regionen auftreten und bei welchen
eine Unterscheidung verschiedener Arten nach deren vertikaler Verbreitung
als unmöglich sich darthut
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(22) 22G
Dennoch scheinen einzelne dieser nunmehr zum zweitenmale auftreten'
den Typen während des langen Zwischenraumes Veränderungen erlitten zu
haben'), deren sorgfältige Prüfung zu dem Resultate führt, dass die Zahl
der sicher identischen Species aus den beiden Zonen des Atnm. transtersarius
und Amm. bimamtnatus nicht so gross ist, als es früher den Anschein hatte.
Schon vor zwei Jahren konnte ich nach Untersuchung der Ammoniten die
bestimmte Versicherung geben, dass doch verhältnissmässig nur wenige Arten
Bich aus der tiefern Zone des Amm. transversaritts in die Region des Amm.
bimamtnatus erstrecken. Nach weiteren Vergleichungcn der übrigen Fossil-
reste beider Horizonte, ergab es sich nun, dass auch aus den übrigen Ab-
theilungen der Mollusken, so z. B. namentlich unter den Brachiopoden,
sowie aus anderen Klassen der niedern Thiere zahlreiche Specien sich auf
eine der beiden Zonen beschränken.
Die folgondo Tabelle gestattet eine Uebersicht über die Anordnung der
einzelnen Facies in einigen Theilen des Verbreitungsgebietes der Zone des
Amm. transversaritts.
') Ein Beispiel hiefür würden die Terebrateln aas der Gruppe der Megerlea loricata
bilden, welche sich Ton der Zone des Amm. trantvtrsariu» an durch verschiedene Hori-
zonte bis in die mittlere und obere Region der Kimmeridge Gruppe erstrecken. Vergleicht
man Exemplare dieser Terebratel, welche aus der Zone des Amm. transversarius stammen,
mit solchen, die der Zone des Amm tenuilobatus entnommen sind, so bemerkt man erheb-
liche Unterschiede, welche zu der Abtrennung der tiefer liegenden Exemplare (als Megerlea
runcinata) geführt haben, während die jüngere Species aus der Zone de» Amm. tenuilobatus
als ächte Megerlea loricata identificirt wurde. Zwischen den Lagern dieser beiden Vor-
kommnisse existiren nun mehrere Zwischenlager, in welchen gleichfalls loricate Terebrateln
verbreitet sind. Die Form dieser letzteren stimmt aber weder mit denen der höheren
noch minderen der tieferen Zone fiberein, sondern steht in manchen Beziehungen zwischen
beiden in der Mitte. Interessant dürfte in dieser Hinsicht besonders ein Vorkommen an
einer Stelle der Lochen (Württemberg) sein, woselbst sich in den tiefsten Lagen der
Zone des A. bimammatus wohlerhaltene Exemplare einer loricaten Terebratel sammeln
lassen, welche durch geringere Knotung der Bippen der Megerlea runcinata, durch ihren
starken Sinus dagegen der Megerlea loricata nahe stehen.
Es wird sich spater zeigen, ob diese Zwischenformen auf allmähliger Veränderung der
Arten während ihrer horizontalen und vertikalen Wanderungen beruht. Um solche Beispiele
in grösserer Anzahl und Bestimmtheit zu erhalten, dürften noch riele genaue Beobachtungen
über die Verbreitung der Arten in unseren Erdschichten erforderlich sein.
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227
(23)
£3 M
Facte«.
Es wurden für dieselbe nur solche Distrikte gewählt und eingetragen,
deren Faciesverhültnisse genau bekannt sind, während andere übergangen,
namentlich aber jener Entwicklungsweise kein Ausdruck gegeben wurde,
welche uns in den Karpathen als Klippenkalke, in den Alpen als
Aptychen -Schiefer oder gefärbte Marmore und Crin oideen-Ge-
steine entgegen treten. Zu eigen thümlich in ihrer Erscheinung gestatten
diese über die allgemeinen Verhältnisse, unter denen sie entstanden sein
mögen , bis jetzt noch keine sicheren Schlüsse.
■
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Verbreitung der Zone des Ammonites transversarius.
Untersuchungen über die geographische Verbreitung der Zone des Am«
monites transversarius haben das Ergebniss geliefert, dasa die Entfernung
der entlegensten Punkte, an welchen das Vorkommen der Zone durch eine
Anzahl bezeichnender paläontologischer Merkmale constatirt werden konnte,
in gerader Linie über 250 geographische Meilen betragt. Es ist die Distanz
zwischen dem südwestlichen Theile von Polen und dem spanischen
Jura -Distrikte. Eine andere etwas kürzere Linie Hesse sich zwischen
Krakau und Niort (Deux-Scvres) oder le Mans (Sarthe) ziehen. Auf
einer geognostischen Karte würde sich die Ausdehnung der Zone über einen
Theil der Fläche erstrecken, welche dio Schichten der Oxford-Gruppe ein-
nehmen. In dem Nachherigen soll der Versuch gemacht werden, die Zone
nach ihrer geographischen Verbreitung, soweit es zur Zeit möglich ist, in
diese und jene Gegend zu verfolgen und zu sehen, welche Veränderungen
bei weiterer horizontaler Ausdehnung eintreten. Ich beginne mit den öst-
lichst gelegenen Distrikten, in welchen die Zone des Ammonites transver-
sarius bisher erkannt wurde.
Südwestliches Poleil. Regierungsbezirk Krakau (Galizien).
Nachdem durch die Schriften PuschV) und ZeuschnerV) schon früh-
zeitig manche schätzenswerthe Thatsache über die geognostischen Verhält-
nisse Polens und des damaligen Freistaates Krakau bekannt geworden
war, veröffentlichte Beyrich3) im Jahre 1844 eine Abhandlung, welcho,
das Vorhergehende zusammenfassend, zum erstenmale ein ebenso übersicht-
liches als richtiges Bild des Auftretens der jurassischen Schichtenglieder
') P tisch 1833, Geognostische Beschreibung von Polen, 2 Bde.
Pusch 18.17, Poleng Paläontologie.
Pusch 1837, Geognostischer Atlas von Polen.
*) Zeisznera 1841, O Formacyi Jura nad brzegami wisly.
J) Beyrich 1844, Uebcr die Entwicklung des Flötzgebirges in Schlesien. Karstens
Archiv Bd. 18, pag. 3.
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(26)
in diesen östlichen Gegenden lieferte. Während l'usch1) kurze Zeit vorher
den mittleren Jura im westlichen Polen noch für jünger gehalten hatte als
den oberen, wurde diese Ansicht von Beyrich beseitigt, da durch einige bei
Lublimitz angestellte Bohrversuche die Auflagerung des weissen Kalkes
auf den mittleren Jura positiv ermittelt werden konnte. Zugleich wurde von
Beyrich auf die frappirendo Aehnlichkeit des dortigen, durch seine Schwamm-
corallen ausgezeichneten Jurakalkes mit den Bildungen in Schwaben und
Franken aufmerksam gemacht. Einige spätere Aufsätze Zeuschners
zum Theil in polnischer Sprache geschrieben, enthalten speciellcre Versuche,
Versteinerungen und Schichtenglieder des polnischen Jura mit denen der
schwäbischen Alp im Einzelnen in Uebereinstiramung zu bringen. Wohl
die reichhaltigsten Bei träge wären jedoch aus den langjährigen Untersuchungen
des Direktor Hohenegg er hervorgegangen, hätte nicht dessen zu früh
erfolgter Tod dio Vollendung der unternommenen Arbeit gerade vor ihrem
Abschluss unterbrochen. Eine in grösserem Maassstab ausgeführte geo-
gnostische Karte des Regierungsbezirkes Krakau liegt beinahe druckfertig
vor und bedarf nur weniger Ergänzungen, um zur Veröffentlichung gebracht
werden zu können. Glücklicher Weise ist diese Aufgabe in erfahrene
Hände gelegt, indem Herr Schichtmeister Fall au x in Teschen die Leitung
und Herstellung dos Werkes übernommen. Ihm verdanke ich die Einsicht-
nahme und Benützung dieser Karte auf einer unter freundlicher Begleitung
des Herrn Ad. Hohenegger in die Umgebungen von Krzeczowice und
Trzebinia westlich von Krakau vom 11.— 13. April 1 80 5 unternommenen
Exkursion. Durch die Anschauungen, welcho ich mir auf diesen Ausflügen
sammelte, noch mehr aber durch das Studium des in der Hoheneg-
ge r 'sehen Sammlung befindlichen ausgezeichneten Materiales vermochte ich
in Bezug auf Schichtenstellung des Jura der Umgegend von Krakau zu
ermitteln:
1) dass oolothische Kalke, welche sich an den von mir besuchten Lo-
kalitäten als dünne, wenig mächtige Lage zwischen gelben Sanden und den
holleren Kalken und Mergeln des weissen Jura ausscheiden, die Stellvertreter
des braunen Jura von der Bathgruppe aufwärts darstellen, aber ausserdem
auch noch die unterste Zone der Oxfordgruppe, die Zone des Lamberti in
sich schliessen,
2) dass die oberen helleren Ablagerungen des weissen Jura mit der
Zone des Ammoniks cor dal us beginnen, höher die Zone des Ammoniks
transversarius als schwammreiche Lage einschliesson, und endlich in wohl-
') Pu»ch: Polcn's Paläontologie pag. IW.
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(27)
geschichtete graue Kalke mit Kieselausscheidungen, welche noch keiner ge-
naueren Untersuchung unterzogen worden sind, fortsetzen.
Diese Verhältnisse Hessen sich namentlich deutlich in der Nähe von
Paczalto wice NW. v. Krakau, dann in der Umgegend von Krzeszo-
wice an einigen Punkten beobachten. Ein vorzügliches Profil bietet eine
Sandgrube südlich von Paczaltowice. Die Schichten liegen nahezu hori-
zontal und neigen sich nur kaum bemerklich nach BW. Ich gebe hier
eine kleine Skizze dieses Profiles
Sandgrube südlich Ton Paczaltowice, nw. von Krakau,
a. Kalke mit Spongiten. b. graue Mergel mit Amm. cordatus. c. braune verateinerungs-
reiche Oolithbank. d. gelber Sand.
Die tiefste zu Tage tretende Schicht (d.) ist ein gelber loser Sand,
vollständig leer an Versteinerungen. Ihm folgt eine wenig mächtige, aber
sehr fossilreiche Bank von braunem Eisenoolith (c), unter dessen Einschlüssen
sich namentlich
Amnionitis aspidoiths Opp.,
Ammonites macrocephalus Schloth. und
Ammonites Lamberti
auszeichnen, vieler Gasteropoden und Pelecypoden nicht zu erwähnen.
Darüber beginnen hellgraue Mergel, in denen Versteinerungen nicht sehr
häufig: Bei hastatus, Amm. cordatus und Amm. perarmatus fanden sich
hier vor.
Die letzte anstehende Schicht endlich ist ein weisser, weicher Kalk
mit vielen Spongifen und
Bei. testatus Blainv.
Ammonites Arolicus Opp.
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(28)
232
Ammonites subclausus Opp.
Ammonites canalictdatus Buch.
Ammonites Erato d'Orb.
Ammonites Bachianus Opp.
Ammonites Anar Opp.
Ammonites plicatilis Sow.
Isoarca cordiformis Scheuchz.')
Rhynchon. Visulica Opp. ')
Aber noch viele andere Stellen des Krakauer JuragebieteB zeigen die
Zone des Ammonites transversaritis sehr reich an Ueberresten ausgestorbener
Thierarten, unter denen sich auch stets zahlreiche Spongiton befinden. Wohl
die artenreichsten Fundorte bietet die Umgegend der Station Trzebinia
an der Bahn von Krakau nach Wien.
Bei. haStatus Bl.
Bei. Argovianus K. M.
Ammonites Arolicus Opp.
Ammonites subclausus Opp.
Ammonites canaliculatus Mnst.
Ammonites Erato d'Orb.
Ammonites callicerus Opp.
Ammonites Bachianus Opp.
Ammonites Anar Opp.
Ammonites alternativ Buch.
Ammonites Man/rtdi Opp.
Ammonites crenatm Brug.
Ammonites Oegir Opp.
Ammonites SchilU Opp.
Ammonites Martelli Opp.
Ammonites plicatilis Sow.
Isoarca cordiformis Scheuchz.
Mytüus Studeri Opp.
Terebr. Birmensdorfensis Escher.
Terebr. cf. bisuffarcinata Schi.
Terebr. nucleata Schi.
Megerlea runcinata Opp.1)
Rhynchon. Visulica Opp.
Pseudodiadema cf. Langt.
liegen von dort in der Hohen egg ergehen Sammlung.
') Vgl. den pnlÄontologischen Theil dieser Abhandlung.
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233 (29)
Von anderen Lokalitäten sind noch zu erwähnen:
Ammonites transversarius Quenst. von Zalas westl. von Krakau,
Ammonites tortisulcatus d'Orb. von Zalas westl. von Krakau,
Ammonites CoTlini Opp. von Grojec, westl. von Krakau,
Ammonites stenorhynchtts Opp. von Baczyn,
welche an den obenbezeichneten Orten neben vielen anderen Arten Bich
finden. Ueberall ist die Schichtenfolge der von Paczaltowice sehr ähnlich.
Die höheren Ablagerungen werden durch meist wohlgeschichtete Kalke
mit Kieselausscheidungen gebildet, doch gelingt es nach der vorhandenen
Literatur nicht Aequivalcnte der Zone des Ammonites bimamnuitus u. s. w.
nachzuweisen. Zeuschner1) macht mehrere Unterabtheilungen in diesen
Jurakalken, die er jedoch nicht paläontologisch charakterisirt; aus dem
Ganzen geht aber doch hervor, dass die Schichten des Krakauer Jurage-
bietes, wie dies auch schon Beyrieh ausspricht, in ihrem ganzen Habitus,
mit jenen in Schwaben und Franken die grösste Aehnlichkeit haben.
Wie hier, so wird auch dort durch die nahezu horizontalgelagerten festen
Jurakalke der landschaftliche Charakter der Gegend bestimmt. Ziemlich
weit ausgedehnte Plateaus auf ihrem Rücken tragend, bilden sie an den
Rändern derselben mauerartige Abstürze, zwischen denen sich häufig enge,
tief aufgerissene, schluchtenartigo Thüler hinziehen. Lias kommt indess
nirgends vor, die obenerwähnten gelben Sande sind im Gebiete der Krakauer
Jura allenthalben das tiefste vorhandene Juragestein.
Karpathen in Ungarn und Galizien (Umgebungen von Neumarkt).
Um die bisherigen Wahrnehmungen über das Yorkommen der Zone des
Ammonites transversarius in den Karpathen zu veranschaulichen, gehen wir
von den Verhältnissen einer Ablagerung aus, welcher schon frühzeitig in
der Literatur Beachtung geschenkt wurde, und welche durch Pusch ihres
landschaftlichen Charakters wegen die Benennung „Kar pathi scher Klip-
pen kalk" erhielt, indem „sie fast stets in mauer- oder ruinenförmigen
steilen Felsklippen aus dem Sandstein hervorragt." Unter den zahlreichen
Versteinerungen, welche Pusch') aus dem Klippenkalk erwähnt, figuriren
sehr bezeichnende Jura-Ammoniten, nebst der hier überaus häufigen Te-
rebr. diphya.
Eine noch reichhaltigere Liste von fossilen Arten des Klippenkalkes
') Zeuschner: Die Glieder des Jura an der Weichsel; Karatens Archiv für Minera-
logie etc. 1845, Bd. XIX, pag. 605.
*) P lisch: 1836, Oeognostische Beschreibung von Polen, II. Bd., pag. 650.
Pusch: 1«:J7, Polens Paläontologie pag. 170.
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(30) 234
wurde 1855 von L. Hohenegger1) im Jahrbuch der k. k. geologischen
Reiehsanstalt veröffentlicht. Atmnoniles irausrersarius wird hier als Speoiea
des Klippenkalkes angeführt. Mit diesen palüontologischen Zusammenstel-
lungen verband L. Hohenegger in der gleichen Abhandlung einen Bericht
über die Lagerungsverhältnisse des Klippcnkalkes in den Umgebungen von
Neumarkt in Galizien, durch welchen die Stellung der eigentümlichen
Marmorbildung gegenüber den darangrenzenden Schichtengliedern bestimmt
wurde. Die von ihm angegebene Reihenfolge der Schichten bei Marus-
zynu. südwestlich von Neumarkt (Galizien) ist folgende:
3) Neocom: Dünngeschichtete gelblichweisse Kalke zwischen weiss-
grünlichen Schiefem, in denen er unter Anderem aiuh Aptychus Didayi
anführt.
2) Klippenkalk.
1) Opalinus-Schichten: Grünlicher Mergelsandstein mit schwarzen
bituminösen Schiefern. s)
Es ist demzufolge die Abtheilung Nr. 2, welche unsere Aufmerksam-
keit namentlich auf sich ziehen muss, da allein die in ihr begriffenen
Schichten da« Lager von Arnmonitcs transrersariwi bilden können. Leider
hat es bisher noch Niemand versucht, an Ort und Stelle Unterabtheilungen
in dieser Schichtengruppe zu machen, obwohl aus den in der Sammlung
des verewigten L. Hohenegger auf bewahrten Fossilresten aufs deutlichste
hervorgeht, dass in diesen Kalken nicht weniger als drei ganze Etagen der
Juraformation enthalten sind. Die oberste lässt sich selbst in Handstücken
mit ziemlicher Leichtigkeit schon an der Gesteinsbeschaffenheit erkennen,
indem ein wahres Haufwerk von Schalenbruchstücken, welche die Gesteins-
masse einschliesst, und die zum grössten Theile von den Schalen der Terebr.
diphya herstammen, eine Muschelbreccie darstellt, deren charakteristisches
Aussehen nicht leicht täuschen kann. Es ist die Tithon ische Gruppe,
welche durch diese oberste Abtheilung vertreten wird.
') Hohen egger: 1H!,;S Neuere Erfahrungen aus den Nordkarpathen; Jahrbuch d.
k. k. geolog. Reichsanstalt pag. 3u4.
*) Ausser den schon von Hohenegger angeführten Arten des untern Drogger finden
sich in dieser Schicht Nr. 1 von Maruszina auch noch mehrere andere »ehr bezeich-
nende 8peeies. Offenbar wurden einige dieser Reste von Pusch unter den Benennungen
Ammmitex fonticola, Ammonite« Schaflariensis (=opalinus Rein) und Ammomtes tatrkus
abgebildet, und es verdient die von Hohenegger zuerst richtig erkannte Stellung des letz-
tern dieser Ammoniten namentlich beachtet zu werden. Vcrgl. hierüber auch Oppel in
Zeitschr. d. deutsch, geol. Oes. 18bo, p. 540 und Benecke: Briefliche Mittheilung an
Prof. Leonhard; Neues Jahrbuch f. Mineralog. v. Leonh. u. Geinit* 18»,6, p. 71.
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% 235_ (31)
Die beiden tieferen Gruppen können nach dem äusseren Habitus der
vorhandenen Stücke weniger leicht unterschieden werden, und es sind hier
hauptsächlich die organischen Reste, welche die Annahme der Vertretung
beider als nothwendig erscheinen lassen, dass aber die Arten jeder einzelnen
Etage doch auch ein gesondertes Lager einnehmen, ist wohl wahrscheinlich.
Die Kimmeridge-Gruppe lüssfc sich namentlich durch das nicht seltene
Vorkommen von Arten aus der Zone des Ammonites tennilobatus ') nach-
weisen, während die Oxford-Gruppe Amnionitis transverseuws und andere
bezeichnende Spccies geliefert hat.
In Galizien ist wohl die Gegend von Neumarkt die erforschteste,
und hier hat vor Allem wieder der Klippenkalk von Rogoznik, durch
die eifrigen Bemühungen Hoheneggers eine reiche Ausbeute geliefert,
und hier ist es denn auch, wo sich Ammonites transversarius in mehreren
Exemplaren gefunden hat.
Aehnliche Verhältnisse wie bei Neumarkt zeigt auch der Klippenkalk
bei Puchow an der Waag in Ungarn. Leber diese Distrikte bietet
eine Arbeit von Stur') sehr gute Anhaltspunkte, und man kann aus einigen
seiner Bemerkungen mit ziemlicher Sicherheit entnehmen, dass die Muschel-
breccie der tithonischen Etage mit Ter ehr. diphya hier auch strati-
graphisch deutlich von den tieferen Abtheilungon des Klippcnkalkes geschieden
ist. Diese tieferen Abtheilungen charakterisiren sich a. durch Infiaten
(Ammonites inflatus ß binodus Stur) und flexuosen als Stellvertreter der
Kimmeridge-Gruppe, b. durch Ammonites transversarius Quenst, Oegir
Opp., tortisulcatus d'Orb. , plicutilis Sow., Schilli Opp. als Stellvertreter der
Oxford-Gruppe und zwar der Zone des Ammonites transversarius.
Die Unterlage des ganzen Klippcnkalkes bilden in den "Waag-Gegenden
allenthalben Crinoideen - Gesteine mit Terebr. pala also Vilser Kalke, das
Aequivalent der Kelloway-Gruppc.
In Mähren lässt sich die Zone des Ammonites transversarius nur ver-
muthen, sie nachzuweisen ist vorderhand noch nicht möglich. Die meisten
Anhaltspunkte bietet ein Aufsatz von Reuss über die geognostischen Ver-
hältnisse Mährens3), in welchem namentlich eine dort beschriebene
«) Ueber dieBtellung dieser Zone Yergl. Oppel: Pal. Mitth. 1863 p. 188 und Waagen
18t;r>: Versuch einer allgemeinen Classification der Schichten des oberen Jura.
*) 8tur 1860: Geologische Uebersichtsaufnahme des Wassergebietes der Waag und
Xeutra, Jahrbuch der k. k. geolog. Reichsanstalt 13G0 p. 17.
>) Reuas: Jahrb. der k. k. geolog. Reichsaiutalt 1801: Beiträge zur geognostischen
Kenntnis» Mährens; Jura, p. 679.
(3) 16
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230
Lokalität für uns von Interesse, nämlich Olomuczan in der Kühe von
Brunn. Es findet sich, als die tiefste aufgeschlossene Juraschicht, bei der
Steingutfabrik in der Nähe von Olomuczan eine Folge von grauen,
zerbröckelnden, dünngeschichteten, sandigkalkigen Mergeln, welche nach
unten einige feste graue oder gelbliche Kalkbfinke, nach oben aher Lagen
sehr reich an Spongiten einschliessen. Die schwammarme Region der Mergel
beherbergt viele andere Versteinerungen, unter denen, nach dem Material
der Hohenegger'schen Sammlung, eich folgende Arten bestimmen Hessen:
Ammonites cordatun Sow.
Ammonites Greppin* Opp.
Ammonites Arduenncnsis d'Orb.
Ammonites plicatilis Sow.
Ammonites perarmatus Sow.
Bei. hastatus Blainv.
Die Schwammschichten dagegen haben bis jetzt nur Spongiten geliefert,
so das« man dieselben eben nur, weil sie über der Zone des A. cordatus
unmittelbar folgen, als die Stellvertreter der Zone des Amin, transversarius
vielleicht zu betrachten berechtigt ist.
Niederbayeril und Oberpfalz. Hier habe ich die Aufmerksamkeit vor
Allem auf einige Stellen am rechten Ufer der Donau, westlich von Passau
zu lenken. Die beschränkte Verbreitung jurassischer Schichten in diesem
gegen Osten vorspringenden Theile Bayerns ist aus der G Ambe lachen
Uebersichtskarte1) und einer ungefähr gleichzeitig mit dieser erschienenen
Abhandlung von H. Dr. Egger*) zu ersehen, in welcher eine Beschreibung
des Jurakalkes bei Ortenburg gegeben wird. Unter den von Genanntom zu
Voglarn und Sölden au gesammelten Fossilresten Hessen sich Arten der
Zonen des Amm. macrocephaltts , des Amm. transversarius und des Amm.
tenuüobatus leicht erkennen. Je nach den einzelnen Horizonten unterschei-
den sich diese Reste zugleich durch ihre Gesteinsmasse und ihr Vorkommen.
Die Exemplare aus dem weissen Kalk von Sölden au, welche H. Dr. Egger
mir neuerdings zur Untersuchung anvertraute, stammen beinahe ohne Aus-
nahme aus der Zone des Amm. tenuüobatus. Es sind unter denselben sehr
bezeichnende Arten, wie Amm. canaiiferus, tennihbatus, Rupellensis, circum-
spinosus, AUenensis, iphicertts, binodus, plattjnotus, polypheus vertreten.
Andere Vorkommnisse in grauem hartem Kalk (Kieselnierenkalk Egger*)
') G Um bei 18f»8: Geognostische Karte des Königreichs Bayern.
*) Egger 18T>8: Der Jura-Kalk bei Ortenburg und seine Versteinerungen. Krstcr
Jahresbericht des naturhistorischen Vereins in Passau.
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(33)
eingeschlossen, welche H. Dr. Eggor aus dem Steinbruche von Voglarn
erhielt, erwiesen sich als Leitmuscheln der Zone des Antm. transveraarius,
indem hier Amm. Arolicus, Armn. Oegir, Amm. plicatilis bestimmt werden
konnten. An einzelnen Stellen geht das kalkige Gestein in glauconitische
Masse über, welche vermutlich der gleichen Schicht angehört, möglicher-
weise aber auch die tiefere Zone des Amm. corduttis repräsentiren könnte.
Ausser Kahlreichen Bruchstücken von Amm. chloroolithicw* Guemb.1) enthielt
das dunkel gefärbte Gestein noch einen zu Amm. Henrici oder canaliculuhis
gehörigen Ammonitenkern. Marmorartig und sehr hart ist dagegen die
Beschaffenheit des Kalkes, in welchem Amm. macrocephaltts bei Voglarn
gefunden wurde.
Ein wohlerhaltenes, in der Münster 'sehen Sammlung befindliches Exem-
plar von Amm, transversarius , welches der Etiquette zufolge bei Amberg
gesammelt wurde, macht es wahrscheinlich, dass in den Umgebungen dieses
Stadtchens die Zone zu Tage trete. Ohno Zweifel folgt dieselbe über einer
braunrothen Eisenoolith-Schicht, welche an der sechsten Station des Maria-
Hilf-Berges sich durch die Einschlüsse von Belemnitcs hastatus, Amm.
Henrici, perarmatus und plicatilis als Zone dos Amm. cordatus kund gab.
Grosse Abweichungen von der horizontalen Ablagerung und plötzliche Unter-
brechung der Profile haben bisher bei Amberg und bei Ortenburg dio
Aufnahme sämmtlicher Schichten der Juraformation in einem zusammenhän-
genden Profile nicht gestattet Um so vollständiger gestalten sich dagegen
die Durchschnitte in dem Jura Frankens, Schwabens, des Gross-
herzogthums Baden und der Cantone Aargau und Solothurn. Es
konnte hier die geographische Verbreitung der Zone auf weite Strecken
ermittelt und zugleich die Ausdehnung in verticaler Richtung und die Be-
grenzung gegen oben und unten festgestellt werden.*) Ich entnehme das
wesentlichste über dio dortigen Verhältnisse den schon früher (Paläont Mitth.)
zusammmengestellten Angaben.
') Oümbel 1864: Die geognoatiachen Verhältnisse der fränkischen Alp pag. 55. 8e-
pnratnbdruck aus Riehl'* Bararia III. Bd. IX. Buch.
•) Vgl. MS geh 1856: Das Flötzgebirge im Kanton Aargau pag. 50.
Cartier 1861: Der obere Jura in Oberbuchaiten. Verhandl. der naturf. Oes. zu
Basel III, pag. 48.
MSsch 1863: Vorlauf. Bericht. Verhandl. der naturf. Oes. in Luzern.
Maller 1863: Beiträge zur geoL Karte der Schweiz pag. 23.
Oppel 1863: Pal. Mittheil. pag. 165—174.
Waagen 1864: Der Jura in Franken, Schwaben und der Schweiz pag. 137—151.
Merian 1864: in Oeinitz Jahrb. pag. 520.
(3*) 16*
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238
In Franken, namentlich in den nordöstlichen Theilen desselben ist die
Zone des A. transrersarius nur durch eine sehr wenig mächtige Lage eines
sehr festen gelblich weissen oder röthüchen Kalkes, welcher sehr kleine
pulverfürmige grünliche Körnchen (Glauknit) oft in grosser Zahl einBchliesst,
vertreten. Gümbel1) machte zuerst auf diese Kalke aufmerksam, und hat
seitdem z) auch noch einen A. cloroolithicus daraus beschrieben, welcher wohl
für Franken das leitendste Petrefakt dieser Schicht ist. Andere Arten
sind selten, doch wurden von einzelnen Fundorten einige angeführt, so Amm.
hispidus von Streitberg 3), Amm. Oegir, plicatilis MartelU von Oberhoch-
Btadt bei Weissenburg4). An letzterer Lokalität schliesst sich die Zone
der Ter. impresso mit verkisten Petrefakten sehr schön entwickelt an
während je weiter man sich von der schwäbischen Grenze entfernt, diese
Schichten immer undeutlicher werden. In der Gegend von Bamberg sind
es graue weiche groboolithische Kalkmergel, welche diese höhere Zone
vertreten, und welche die Petrefakten verkalkt und sehr schlecht erhalten
einschliessen.
Die Zone des Amm. cordatus in Franken gesondert für sich auszu-
scheiden, ist bis jetzt noch nicht gelungen.
Schwäbische Alp. Es war hier lange Zeit nur die höhere Zone der
Terebr. impresso, welche die Aufmerksamkeit der Forscher auf sich zog
und mit diesen Schichten waren die eigentlichen Acquivalente der Zone des
A. transversarius vereinigt worden. Die Zone ist aber, nachdem einmal
ihre Abtrennung durchgeführt worden ist, überall leicht wieder zu erkennen,
da die ihr beizurechnenden Schichten hier schon bedeutend mächtiger ent-
wickelt sind, als diess in Franken der Fall ist. Sie ist in der ausgepräg-
testen Cephalopoden-Facies ausgebildet und ausser Cephalopoden sind kaum
ein Paar Arten niederer Thiere bekannt geworden.
Die lehrreichsten Profile bietet bis jetzt immer noch die Gegend um
Balingen.
„Die untere Region des ganzen Durchschnittes wird hier durch ein 40
— 50 Fuss mächtiges System grauer Kalkbänke gebildet, welche mit hellen
Tbonschichten wechsellagern. Es fällt nicht schwer, den Uebergang gegen
unten in die dunkleren Thonschichten der Kelloway-Gruppe mit Amm.
ornatus, bicostatits, Baugieri, flexispinatus, Fraasi, athleta, Orion u. s. w. zu
') Quin bei: Die 8treitberger Schwammlager und ihre Foraminiforen- Einschlüsse,
Württemb. naturw. Jahrcsh. 18fi2 p. 192.
») 0 Um bei: Die geognost. Verh. der frankischen Alp 1864.
*) Waagen: Der Jura in Franken u. t. w. 1804 pag. 139.
♦) Oppel: Paläont. Mitth. 1863 pag. 174.
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(35)
beobachten, während eich die dazwischen liegende eigentliche Grenzschicht
der Oxford-Gruppe, eine Geodenbank mit Amm. Lamberti, cordatus und
perarmatus an diesen Stellen etwas schwierig nachweisen läset.
Mit dem Verschwinden der festeren grauen Kalkbänke gegen oben geht
die Zone des Amm. transversarius an mehreren von mir untersuchten Stellen
(Lautlingen, Wannenthal) sehr deutlich in die feinkörnigen, schlemm-
baren Thonlagen mit Ter. impresso über.
Unter den Fossilresten, welche sich in den grauen Kalkbänken einge-
schlossen finden, lassen sich mehrero Arten unterscheiden, aus deren Vor-
kommen mit Bestimmtheit gefolgert werden darf, dass die genannten über
den Lamberti-Knollen und unter den Impressathonen abgelagerten Schichten
das gleiche Alter besitzen, wie die Spongiten-Lager von Birmensdorf. Es
wird bei längerem Verweilen nicht schwer fallen, noch weitere Species
nachzuweisen ; die bisher aufgefundenen erhielt ich in kurzer Zeit an den
bei Lautlingen und Wannenthal aufgeschlossenen Profilen.
Es sind folgende, für die Zone des Amm, transversarius bezeichnende
Fossilrestc :
Ammonites Arolicus Opp.
Ammonites stenorhynchus Opp.
Ammonites subclausus Opp.
Ammonites hispidus Opp.
Ammonites catia&iculatus Buch.
Ammonites plicatüis Sow.
Bei, hastatus Blainv.
Man gewinnt diese Arten durch Zerschlagen der grauen Kalkbänke, in
welche sie sich in grosser Menge in verkalkten Exemplaren eingeschlossen
finden, während die Fossilreste aus den thonigen Zwischenlagen von selbst
auswittern, und in verkiestem Zustande in ähnlicher Erhaltung, wie die
bekannten Vorkommnisse der Impressathone zusammengelesen werdon kön-
nen. Ich fand in diesen Zwischenlagen:
Ammonites Arolicus Opp.
Ammonites hispidus Opp.
Ammonites canaliculatus Buch.
Ammonites plicatüis Sow.
Bei, hastatus Blainv.
Coliyrites carinata Lest
Pentacrinus subteres Gdf." *).
') Oppel: PalÄont. Mitth. pag. 171 und 172.
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240
Die höher fortsetzenden weichen Mergel der Tercbrat. impresso zeichnen
sich, -wie schon seit lange bekannt, durch das häufige Vorkommen der
ebengenannten Art aus, während die meisten übrigen Arten, namentlich
aber viele Cephalopoden, auch schon in der Zone des Amm. transversarius
auftraten. Amm. transversarius nebst den in der Einleitung angegebenen
Species fehlt aber der Zone der Ter. impressa vollständig, und findet sich,
wenn auch nicht sehr häufig, so doch ausschliesslich in den tieferen Schich-
ten. Die Umgegend von Balingen hat bis jetzt die meisten Exemplare
dieser Art geliefert.
Wie in Pranken, so ist es auch im Jura der schwäbischen Alp
vor der Hand noch nicht möglich gewesen, die Zone des Amm. cordatvs
von der des Amm. Lamberti abzutrennen. Beide Zonen werden durch eine
nicht sehr mächtige Lage dunkelgrauen Thones gebildet, in dem an der
Oberfläche braun erscheinende Knollen eines verhärteten Steinmergels liegen,
welche, ausgenommen die Belemniten, beinahe ausschliesslich die Versteine-
rungen in sich bergen. Diese Knollen sind oft von sehr kleinen, pulver-
furmigen Glaukonitkörnchen durchschwärmt.
Orossherzogthnm Baden. Indem wir das Gebiet des Randenberges
und der ihm benachbarten Höhenzüge betreten, verlassen wir wieder jene
Gegenden, in denen die hier in Betracht zu ziehende Zone in wohl-
charakterisirter Cephalopoden-Facies vertreten ist. Ueber den Schichten des
Amm. cordatus, welche hier stratigraphisch von den tieferen Zonen nicht
abgetrennt werden können, und mit diesen in eine etwa 1 — 1'/, Fuss mäch-
tige Bank oolithischen Thoneisensteins verschmolzen sind, begegnen uns
allenthalben Scyphien- Schichten, reich an den Resten organischer Wesen:
sie stellen die Zone des Amm. transversarius dar.
Am Randen ist es zunächst die Umgegend des Städtchens Blumborg,
welche an mehreren Stellen gute Aufschlüsse der Zone bietet. Hat man
hier am sog. Eichberg die in einer Mächtigkeit von 15—20 Fussen an-
stehende Kelloway-Gruppe überschritten, so stösst man unmittelbar darüber
auf die Zone des A. transversarius, eine „versteinerungsreiche, licht gefärbte
Mergel - und Thonablagerung, mit der hier die mächtige Thon- und Kalk-
formation beginnt, welche die Geologen jener Distrikte „weissen Jura"
genannt haben.
Untor den in der Zone des Amm. transversarius am Eichberg bei
Blumberg gesammelten Versteinerungen Hessen sich folgende Cephalopoden-
Species bestimmen:
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(37)
Auunonitts Arolicus Opp.
Ammonitcs steuorhynchus Opp.
Amtnonitcs Brurkncri Opp.
Ammonitcs cwmlkulatus Buch.
Ammonites setniplanus Opp.
Ammonites transvcrsaritts Quenst.
Ammonites plicatüis Sow.
Bclemn. Argoviunus Mayer.
Belcmn. hastatus Blainv.
Die Erhaltungsweise dieser Reste, die Gesteinsbeschaffenheit der nur
wenige dünne Logen bildenden Abtheilung, die eigentümliche Facies und
das damit zusammenhängende Vorkommen gewisser charakteristischer Arten
von Brachiopodcn , Radiaten, insbesondere aber von Spongiten, zeigen, dass
hier eine ziemlich vollständige Uebereinstimmung der Zone mit deren ty-
pischer Entwicklung im Canton Aargau besteht.
Die über der Zone des .4«»». tratisxersarius folgenden mächtigen grauen
Thune enthalten an einzelnen Stollen braune verkieBte Reste, welche sich
mit den Vorkommnissen der Zone der Ter. impresso, indentificiren lassen.
Im allgemeinen sind ihre ausgedehnten Aufschlüsse an den Abhängen des
Eichbergs äusserst arm an Versteinerungen. Gegen oben gehen sie in
wohlgeschichtete weisse Kalke über, welche einer höheren Zone zuzuthcilen
sein werden* •)•
Von der, schon in den „paläontologischen Mittheilungen " 1863*) er-
wähnten Lokalität Siblingen (westlich von 8chaffhausen) haben neuer-
lich die beiden Herren Würtenberger ein ziemlich ausführliches Profil
gegeben1). Es beginnt mit den Schichten der Bathgruppe und setzt sich
von unten nach oben folgendermassen zusammen:
wa) Mehrere gelbe, innen bläuliche, unregelmässig zerfressen aussehende,
thonig sandige Bänke mit Amm. Württembergicus Opp. Mächtig-
keit 10'.
b) Eine nur 12—15" mächtige, unrein thonig -sandige, sehr leicht in
Knollen und Schutt zerfallende Schicht, welche häufig die schönsten
Exemplare der Ter. lagenalis Schloth. einschliesst.
c) Dunkelbraune oolithische Bänke, häufig Rhytich. varUuis Schloth. sp.
') Opp ol: l'aläont. Mitth. pag. 170 u. f.
M Kbend. pag. IM*.
3I ISliG, F. J. und L. W Qrtenbcrgcr: I>cr wcis«o Jura im Klettgau und angren-
zenden Kandengebirg (Vcrli. d. naturw. Ver. zu KurUruhe II). 8eparatabdr. pag. 5.
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242
einschh'essend; Amm. subcosiaritts Opp., Amin, funatus Opp. , Trig.-
costata Park., Mcspilocr. maerocephakis Quenst.
d) Eine höchstens 1 — l'/oFuss dicke Bank eines rostgelbcn, oolithischen,
sehr eisenschüssigen, thonigen Gesteins: Belcmn. CaUorieiisis Opp.,
Amm. denticulatus Ziet., Amm. cordatus Sow. und Planulaten ent-
haltend. Es ist diese Schicht theilweise durch Schutt verhüllt.
e) Darüber folgt eine gegen 30 Fuss machtige Ablagerung hellasch-
grauer, thoniger, 6—15" dicker Steinmergelbänke , welche vielo
Spongiten und eine Unzahl anderer Petrefakten einschliessen. Be-
sonders findet man hier: Amm. Arolicus Opp., A. canalictdat us Buch.,
A. crenatus Brug., A. lophotus Opp., A. Ginelini? Opp., A. caüi-
cerus Opp., A. Ocgir Opp., A. Botari Opp., A. plicatüis Sow., A.
Murtelli? Opp., Bei. hustatus Blainv., B. pressulus Quenst., Bostel-
laria bicaritiata impressae Quenst., Rhynch. lacunosa Schi, sp.1), Bh.
triloboidvs Quenst., Terebr. bisuffarcinata Schi., T. Orbis Quenst.,
T. Birmensdorfcnsis Escher., Cid. coronata Gdf., ßfograna Agass.,
Ast. jurensis Gdf. , Turbinol. impressae Quenst., Scyph. obliqua Gdf.,
Sc. biparüta Gdf., Spong. reticulatns Quenst., Sp. Lochensis Quenst.,
Ntdlipor. Hechingensis Quenst. sp. etc. etc. Die Petrefakten sind
besonders in der unteren und oberen Region häufig. In der Mitte
nimmt der Reichthum der Schwämme wie der übrigen Fossile
etwas ab.
f) Es folgt nun eine etwa 150—180 Fuss mächtige Abtheilung dünn-
geschichteter, bläulichgrauer, weicher Thone, in denen sich von Zeit
zu Zeit eine etwas festere Bank zeigt. Die Amorphozoen sind spur-
los verschwunden und mit ihnen fast alle andern Fossilreste. Wir
fanden hier nichts Erwähnenswerthes, als hie und da eine Bank,
die von Ntdliporitcs Hechingensis Quenst. sp. durchzogen ist. Na-
mentlich in nördlicher Fortsetzung sind dann direkt über diesen
petrefaktenarmen Mergelablagerungen aufgeschlossen :
g) feste, 2 — 4' dicke, gelblichgraue Kalkbänke, die meist nach allen
Seiten hin von Spongiten durchzogen sind. An Petrefakten ist
hier wieder grosser Reichthum. Die Schalen derselben sind fast
immer zu Brauneisenstein verrostet, was für diese Schichtenabthei-
lung sehr charakteristisch ist. Man findet Amm. cf. Arolicus Opp.,
A. cf. microdomus Opp., A. altcrnans Buch., A. Lochctisis Opp.,
A. tricristalus Opp., A. flexuosus Mnst., A. sp. (Quenst. Jura T. 74.
') Wahrscheinlich Rhynch. Arulica Opp., siehe unten.
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243^ (39)
f. 2 u. 3), Rhyneh. lacunosa Sehl, sp., Terebratelu, Gasteropoden,
viele Pelecypoden, Echinodermen , Bryozoen, mehrere Arten Spon-
giten otc. etc. Mächtigkeit dieser Abtheilung etwa 30—45'.*
Soweit die Herren Würte nberger. Daus wir in Abthciluiig e die
Zone des -4«/»». traustersarius , in Abtheilung f aber die der Tvnbratula
impresso vertreten haben, unterliegt keinem Zweifel. Auf zahlreiche kleine
verkieste Ueberreste von Amm. plicatilis, caUicerus und alkrnans in letzterem
Schicbtencomplex wurde bereits in den , paläontologischen Mittheilungen *
aufmerksam gemacht. Terebratula impressa kommt in den grauen Thonen
wenigstens an benachbarten Lokalitäten vor.
Ein ebenso schönes Profil wie das oben angeführte beschreiben die
U. Würtenberger von einem etwas westlicher gelegenen Punkt, aus der
Umgegend des Dorfes Weis weil. Die Verhältnisse sind die gleichen, wie
sie schon oben erwähnt wurden, wesshalb ich mich begnüge, darauf kurz
hinzuweisen.
Ausgezeichnet aufgeschlossen ist aber die Zone des Amm. transversarius
in den Umgebungen des Küssenberges bei Bechtersbohl und Dang-
stetten. „Wie im Aargauer Jura folgt auch hier unmittelbar über dem
rothen Gestein mit A. Lamberti und perarmatus ein heller versteinerungs-
reicher Spongitcnkalk oder Mergel mit zahlreichen für die Zone des Amm.
transversarius charakteristischen Arten, in gleicher Beschaffenheit und mit
denselben Merkmalen der Facies ausgestattet wie im Aargauer Jura. Der
westlichste auf der rechten Rheinseite gelegene Punkt, an welchem ich
diese Ueberlagerung antraf, befindet sich ganz in der Nähe von Dang-
stetten an dem steilen Abhang dea mit Conglomeraten bedeckten Hügels.
Mit zwei anderen etwas günstiger gelegenen Stellen machte mich Hr. Dr.
Schill aus Fr ei bürg bekannt. Dieselben waren von ihm schon zuvor
bei den geognostischen Landesaufnahmen ausgebeutet worden, doch fanden
sich auch bei dem diessjährigen Besuche, den ich unter seiner freundlichen
Leitung unternahm, noch einige der bezeichnendsten Ueberreste. Ich sam-
melte an dem einen unweit der Kelter von Bechtersbohl am Fusse der
Küssaburg gelegenen Punkte einige deutliche Exemplare von Amm. Aro-
licus, crenatus, alternans, loplwtm, so wie mehrere Brachiopoden und andere
für die Zone des Amm. transversarius leitende Arten.* *)
Die über der Zone der Terebratula imjtressa sich anschliessende Zone
des Amm. bimammatus beginnt nach Würtenberger am Randen wie im
Klettgau fast durchgängig mit artenreichen Scyphionbildungen , welche
') 1863, Oppel; Paläont. Mitth. pag. IH8.
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(40) 244
indcss nach oben grösstenteils sehr bald in mächtige wohlgoschiuhtctc
Kalkmassen übergehen.
fanton Aargau und östlicher Theil des (antun Solothnrn. „Es shd
vorzugsweise die zahlreichen Versteinerungen der Birmcnsdorfer Spongiten-
Schiehtcn, durch welche es möglich wurde, die Zone des Amm. transversurins
paläontologisch festzustellen. Diese Spongitenschichten aber besitzen nicht
nur an der typischen Lokalität Birmensdorf selbst, sondern auch an vielen
andern Punkten des Canton Aargau und Solothurn eine ganz ausgezeichnete
Entwicklung. Die bekanntesten, an denen bisher günstige Aufschlüsse an-
getroffen wurden, sind Birmensdorf bei Baden, Frickthal und Kreis-
acker nordwestlich von Brugg, Trimbach bei Ölten und Oberbuch-
site n. An diesen Punkten fanden sich folgende Cephalopoden-Species in
der Zone des Amnwnitcs transversariits:
Anmwnites Arolicus Opp.
Ammonites stenorhynchus Opp.
Ammonites tnmuryinatus Opp.
• Ammonites subclausus Opp.
Ammonites canaliadattts Buch.
Ammonites hispidus Opp.
Ammonites alternans Buch.
Ammonites tenuiseiratus Opp.
Ammonites crenattts Brng.
Anmionites jwlitus Opp.')
Ammonites Erato d'Orb.
Anvmonites Anar Opp.
Ammonites Gessneri Opp.
Ammonites ccdlieerus Opp.
Ammonites Bachiamis Opp.
Ammonites semiplanus Opp.
Anmionites Gmelini Opp.
Ammonites Manfrvdi Opp.
Aimnonites totiistdeatus d'Orb.
Ammonites Oegir Opp.
Ammonites Rotari Opp.
Ammonites Meriani Opp.
Ammonites transversarius Quonst.
Ammonites Chapuisi Opp.
') Siebe den paliiontologi«chen Theil.
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245 (41)
Ammonites Collini Opp.
Ammonites Hicmeri Opp.
Ammonites Schilli Opp.
Ammonites pUcatilis Sow.
Ammonites Marteüi Opp.
Bei. hastatus Blainv.
Bei. Argovianus Meyer.
Ausserdem können noch angeführt werden: _ .
Isoarca cordiformis Opp.
Nucula sp. indet.
Hinnites ef. velatus Gdf. sp.
Terelnrat. nucleata Schloth.
Terebrat. Binnensdorfcnsü Eschor.
lihynehon. Arolica Opp.
Cidaris laeviuscula Agass.
Cidaris ßograna Agass.
Pseudodiad. Langt Des.
Magnosia decorata Agass. sp.
CoUyrites carinata Leske sp.
Eugeniacrinus nutans Gdf.
Eugeniacrinus compressus Gdf.
Eugeniacrinus coronatus Quenst.
Ettgemacrinus cariophyllatus Gdf.
Pentacr. sttbtcres Gdf.
u. s. w.
Gegen unten legt sich die Zone destimm, transversarius hnAargauer
und Solothurner Jura auf die Eisenerze mit Amm. Lamberti, cordatus
und peraitnatus, welche schon früher (Juraformation pag. 626 — 628) von
mir beschrieben wurden.
Zur Bestimmung der oberen Grenze enthalten die Arbeiten von Mosch
die ersten genaueren Angaben. Derselbe weist in seinen interessanten
Abhandlungen nach, dass die Birmensdorfer Spongitenschichten nach oben
in ein mächtiges System graublauer, bröckelnder Thonkalke übergehen, mit
welchen festere Kalkbänke wechsellagern. Mösch nennt diese Formations-
Abtheilung, deren Mächtigkeit im Aargauer Jura 300 Fuss beträgt, Effinger
Schichton. Die darunter liegenden Spongitenschichten von Birmensdorf
besitzen dagegen nur einen Durchschnitt von 28 Fuss.
Diese Effinger Schichten stellen im Aargauer Jura die Zone der
Terebr. impressa dar, wie die, wenn auch seltenen, verkiesten Versteinerungen
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24f.
von einigen Fundorten des Frickthales beweisen. Schon Quenstedt1)
führt Terebr. impressa von dort an, und Mosch und Waagen fügen noch
einige weitere Arten hinzu.
Günsberg: Canton Solothurn. Ich habe schon früher*) die ChiBe
von B aletal 1 als einen Punkt bezeichnet, an welchem die untern Thone
der Oxford-Gruppe durch Eisenerze und Spongitenschichten ersetzt werden.
Ausgezeichnete, etwas weiter westlich gelegene Profile, welche bei Güns-
berg in der Nahe von Solothurn blossliegen, bestätigen diese merkwürdige
Erscheinung und zeigen häufig in auffallender Weise, wie hier die Oxford-
Gruppe in ihrer untern Hälfte nach Aargauer Typus zusammen gesetzt
gegen oben in Pholadomyen-Schichtcn sowie in oolithische Mergel übergeht,
welche durch das Vorkommen von Cid. florigemma, Hemicid. crentdaris,
Glypt. hieroglyphicus und andern charakteristischen Arten des Terrain a
chaillos die grösste Verwandtschaft mit den Corallenschichten dieser Bil-
dung erkennen lassen.
Schematisch dargestellt zeigen sich nämlich die Faciesverhältnisse der
einzelnen Schichten dort folgendermassen :
Corallenschichten mit Cid. florigemma
Corallen- Facies.
Pholadomyon - Schichten und dünnge-
schichtete graue Mergel, den Impressa-
Thonen entsprechend.
Myarier- Facies.
Kalkmergel mit Spongiten, Zone des
Amm. transversarius.
— . __ .«
Spongiten -Facies.
Eisenoolith mit Amm. cordatus.
Diese höchst eigenthümliche Folge der verschiedensten Entwicklungs-
formen erschien mir boachtenswerth genug, um ihr auf der Tabelle pag. 227
eine besondere Rubrik (5) zu widmen und dieselbe um so deutlicher, im
Zusammenhange mit den Faciesverhältnissen anderer Lokalitäten zu ver-
anschaulichen.
Aehnliches setzt sich, wenn auch nicht in gleicher Deutlichkeit, noch
weiter gegen Westen fort und wiederholt sich bei Sa lins u. s. w.
Speciellere und genauere Angaben, als ich sie nach kurzem Besuche der
durch die Arbeiten von Gressly, Müsch und Waagen bereits früher
') Quenstedt: Flötzgobirge pag. iOd.
*) Oppol: Juraform. pag. G'JU.
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247
(43)
bekannt gewordenen Lokalität hier zusammen zu stellen vermag, dürfen wir
aus den in Aussicht stehenden Mittheilungen des II. Müsch erwarten.
Nordwestlicher Theil des Canton Solotiinrn und (anton Bern. Während,
wie wir sahen, die Niederschläge der Oxford-Gruppe von dem Aargauer
Jura aus sich gleichmäßig durch einen Theil des Canton Solothurn, wie
auch des Canton Basel fortsetzen, so ändert sich dagegen der Charakter
dieser Bildungen in den nordwestlicheren Gebirgszügen wesentlich. Die
Spongitenkalke mit den unmittelbar darunterliegenden Eisenerzen, welche
bei Oberbuchsiteu und der Cluse von Baistall noch deutlich zu sehen
waren, verschwinden plötzlich mit den Ketten des Graitery u. Raimereux1).
An ihre Stelle treten dunkle thonige Schichten neben den kieseligen Aus-
scheidungen des Terrain ä Chailles.
Mit dem Erscheinen dieser Bildungen in den nördlichen und nordwest-
lichen Theilen derCantone Basel, Solothurn und Bern findet ein eigen-
tümlicher Wendepunkt statt, indem hier die mittleren und oberen Schichten
der Oxford-Gruppe gleichzeitig ihre Facies, ihre Mächtigkeit und ihre Ge-
steinsbeschaffenheit verändern. Die Zone des Amm. transrersarius verliert
bei diesem Wechsel eine Menge ihrer bezeichnendsten Merkmale, wesshalb
ihre Parallelen in diesem Gebiet weit unsicherer werden als in den zuvor
erwähnten Gegenden. Thonige Kalke mit Pholadomyen treten an ihre
Stelle und ersetzen sowohl die Spongitenbänke des Ammonites transrersarius
als die mächtigeren Impressa-Mergel des Aargauer Jura. Beinahe unmittelbar
darüber folgen die Corallriffe mit Cidaris florigemma, während die Basis
der Zone durch den wohlbestimmten Horizont des Ammomtes cordatus ge-
bildet wird, in dessen grauen Thonkalken Dr. Greppin neuerdings zu Cha-
tillon bei Delemont bezeichnende Fossilreste wie Amnionitis DeJmontanus,
Christoli und cordatus auffand. Gegen unten werden die Schichten noch
thoniger, Ammonites cordatus verschwindet allmäblig und es stellt sich die
artenreiche in verkiesten Exemplaren erhaltene Fauna der tieferen Oxford-
Thone mit Ammonites Lamberti und Mariae ein.
Aus der geringen Mächtigkeit des Durchschnittes bis zu der Region, in
welcher Cidaris florigemma zum ersten Male auftritt, könnte die Wahrschein-
lichkeit hervorgehen, dass in diesen Districten Cidaris florigemma zu einer
Zeit erschien, in welcher sich in andern Gegenden die obern kalkigen
Niederschläge der Impressa-Thone absetzten. Die Parallele zwischen unteren
Diceras-Kalken und bimaramatus-Schichten wäre eine weitere Folgerung,
') Opp. lRr>7. Juraformation pag. 678—679.
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248
welcher ich jedoch auf der Tabelle keinen bestimmteren Ausdruck geben zu
dürfen glaubte, da weitere Beweisgründe nicht existiren.
Für den Canton Nencliätcl lässt sich das Vorkommen von Spongiten in
der Zone des Ammonites transversarius aus den schon erwähnten Schriften
von Desor, Gressly und Waagen ersehen. Die Lage soll bei la Chaux-
de-Fonds und im Val Travers boi Noiraigue zahlreiche Fossilreste
einschliessen , unter welchen H. Dr. Waagen sehr bezeichnende Leit-
muscheln erkannte ') und in eine Liste zusammenstellte, in der neben einigen
Cephalopoden und Conchiferen die Reste von Brachiopoden , Radiaten und
Spongiten besonders vorwalten.
Bei Locle wurde die Schicht von U. Jaccard entdeckt. Sie liegt
hier über der Zone des Amin, cordatus, welch letztere entweder in der
Form von Eisenerzen mit der Region des Amm. Lamberti eng verschmolzen
(Entre-deux-monts bei Locle) als wenig mächtige Schicht zu Tage tritt,
oder sich von dieser durch ihre thonige Beschaffenheit noch besonders ab-
scheidet (Col-des-roohes bei Locle) und dann die Fossile in verkiestem
Zustand einschliesst.
Die Zone des Amm. transt'ersarit4S steht erst darüber au als versteiner-
ungsreicher Mergelkalk, aus welchem H. Jaccard in Locle folgende Arten
in seiner Sammlung bewahrt.
Serpula.
Bei. testatus Blainv.
Ammonites Arolicns Opp.
Ammonites canalicuhtus Buch.
Ammonites subclausus Opp.
Ammonites alternans Buch.
Ammonites crenatus Brug.
Ammonites caJlicerus Opp.
Ammonites Anar Opp.
Ammonites Oegir Opp.
Ammonites transversarius Quenst.
Ammonites plicatilis Sow.
Lima sp. div.
Nucula sp.
Leda sp.
Terebratüta ef. bisuffareinata Sch.
Terebratula Birmensdorfensis Escher.
«) Waagen i$C4: Der Jura in Franken, Schwalon und der Schweiz pa;?. 149.
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240
(46)
Terebratula Kurri Opp.
Cid. ßlograua Agass.
Cid. propiuqm Mnst.
Cid. coronata Gdf.
Magnosia decorata Agass.
Pentacr. subteres Gdf.
Euycniacr. cariophyllatus Gdf.
Sponyiten.
Arm an Versteinerungen, dagegen um so mächtiger erheben sich die
nächst jüngeren Formationsglicder. Sie bilden einen Ucbergang von Im-
pressa-Thonen zu Pholadomyen-Schichten mit zahlreichen Myacitcn und
Östren yiyphacata. Erst 60—80 Meter über der Zone des Amm. transrer-
sarius beginnt das Terrain a chailles mit Cid. floriyemma und zahlreichen
anderen in der Sammlung des Hrn. Jaccard aufbewahrten Fossilresten.
Canton Vaild. Aehnlich wie bei Locle mögen sich auch die Ver-
hältnisse der Oxford-Gruppe, bei St Croix gestalten. Zwar fehlen noch
eingehendere Untersuchungen der einzelnen Glieder, doch oxistiren wenig-
stens paläontologische Anhaltspunkte über die hier in Frage kommende
Schicht. Dieselbe ist in mancher Beziehung besonders günstig ausgestattet
und liefert manches ausgezeichnete Stück, auch scheint hier Amin, transver-
sarius häufiger gefunden zu werden als irgendwo.
Im Naturalienkabinet zu Lausanne, in der Sammlung des H. Favre
in Genf, sowie in anderen Museen der Schweiz werden folgende, der Zone
des Amm. transversarius von St. Croix entstammende Arten aufbewahrt:
Belemnites luistatus Blainv.
Ammonites Arolictts Opp.
Ammonites subclausns Opp.
Ammonites catlicertis Opp.
Ammonites canaliculatus Buch.
Anmtonites crenatus Brug.
Ammonites tenuiserratns Opp.
Ammonites Oeyir Opp.
Ammonites transversarius Quenst.
Ammonites plicatilis Sow.
Ferna sp.
Pholadom. sp.
Goniomya 8p.
Sponyiten.
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(46)
250
Tirol, Alpengebirge von Bayern und der Schwell. Die von GümbeP)
besonders für Liaa-Schichten festgestellte Thatsache, dass in dem Gebiete
der bayerischen und österreichischen Alpen gefärbte Marmorgesteine und
Grinoideenkalke in mehreren zum Theil von einander getrennten Horizonten
auftreten, bestättigt sich nicht allein vielfach durch neuere Beobachtungen,
sondern gewinnt überhaupt für die Untersuchung dieses schwierig zu erfor-
schenden Terrains immer mehr Bedeutung. Es ist die* vor Allem bei den
Schichten des obern Jura der Fall, da es hier stets die Marmorgesteine
waren, in welchen dio bezeichnenden Fossilresto in grösserer Menge und
guter Erhaltung eingeschlossen gefunden wurden, während die sie vertretenden
Schiefer, einförmig durch ihre wenigen paläontologischen Merkmale, kaum
geeignet erscheinen, eine speciellere Gliederung durchzuführen.
Es ist demnach zunächst zu erwarten, durch Erforschung der versteiner-
ungsreichen Jura-Marmore und Crinoidecn-Kalke Aufschlüsse über das Vor-
handensein und die Verbreitung paläontologisch bestimmbarer Zonen in den
obern Jura-Bildungen unserer Alpen zu erhalten.
Die Beobachtungen der letzten Jahre haben denn auch in dieser Hin-
sicht viele Beiträge hiefür geliefert. Es erwies sich das Brachiopodengestein
dos Vilser Kalkes immer mehr als ein weit verbreiteter, an zahlreichen Tunkten
unserer Alpen wiedererscheinender geognostischer Horizont'). Noch grösser
') Gümbel 1861: Geognostische Beschreibung des bayerischen Alpcngebirges pag. 434.
*) Die Zahl der Stellen, an welchen die Vilser Kalke aufgefunden wurden, ver-
mehrte sich in den letzten Jahren noch weiter. Einer der ausgezeichnetsten Punkte, an
welchem heller, nur wenig geschichteter Kalkstein mit den charakteristischen Versteine-
rungen des Vilser Kalkes zu Tage ansteht, liegt eine Stunde nördlich von Reichen-
hall (bayerische Alpen). Ich sammelte hier aus dem anstehenden Fels, auf welchem das
Försterhaus ßtaufeneck gebaut ist, folgende Arten: Lima spec. indet., Pecten spec.
indet., Terebratula Schcnki Winkl., Terebratula antipUcta Buch-, Terebratula pala Buch.,
Terebratula Teissenbergensis Winkl., Terebratula bifrotu Opp., Terebratula spec. indet.,
llhynchonella trigona Quenst., Rhynehonella Vilsensi* Opp.. Obschon die Ausdehnung der
jurassischen Schichten bei Staufen eck gering ist, so trifft man die Andeutungen dieser
Ablagerung dennoch auch in grösserer Entfernung von dem genannten Punkte. Einzelne
Rollsteine, welche aus den in jener Gegend an vielen ßtellen entblösstcn Geschiebmassen
hervorwittern und sich an ihrer lichten Farbe und kalkigen Beschaffenheit erkennen lassen,
verrathen durch ihre häufigen Einschlösse von Vilser Terebrateln und Rhyncho-
nellen ihre gleichseitige Entstehung mit dem Gestein, aus welchem die Felswände von
Scbloss 8taufeneck gebildet sind. Auch der von Dr. Winkler in Leonhard und Geinitz
Jahrbuch 1863 pag. 809 beschriebene Brach iopoden-KaJkstein von Teisendorf besitzt
eine übereinstimmende Beschaffenheit. Diese und andere Kalkgesteine, welche an dem
Nordrusse unserer Alpen aus jüngeren Schichten gegraben wurden, erinnern durch ihr
Vorkommen auffallend an die exotischen Blöcke von Tesehen in Schlesien, welche
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(47)
zeigte sich die horizontale Aundohnung des Diphya-Kalkcs. Ohne auf die
ganzo Verbreitung dieses merkwürdigen Schichtengliedes einzugehen, fuge
bei dem Werth des Kalkes für die Eisenproduction jener Gegend sorgfaltig auagebeutet
und gewöhnlich vollständig aus ihrem Lager herausgenommen werden. Hohonegger
erwähnt, da« die dortigen exotischen Jura-Blöcke in verschiedenen Horizonten auftreten
und sowohl in tertiären ah in Kreide - Schichten (Xeocom, Oault) gefunden werden.
Hohenegg er ISfil, die geogn. Verhältnisse der Kordkarpathen pag. lö. Vergl. ferner:
Hachmann, lieber petrefaktenreiche exotische Jurablöcke im Flysch des Sihlthalg und •
Toggenburgs 1WJ2.
Während ich beim Begehen der am Nordfusse des Staufengebirges gelegenen Lokalität
durch die Oümbel'sche Karte ron Bayern geleitet wurde, auf welcher nördlich ton
Reichenhall ein schmaler, gegen Schloss Staufeneok herabziehender Jurafleck mit blauer
Schraffirung eingezeichnet ist, fand ich kurz nachher Gelegenheit, in Gesellschaft Bergrath
Gümbel's das Auftreten von Vilser Kalk an einer andern Stelle untersuchen zu können.
Eine gemefhsam im Frühjahr 1 St»4 in die Vorberge südlich vom Chiemsee unternommene
Excursion führte uns unter andern Touren auch, in die Gräben von Staudach, woselbst
sich der oberjurassische Marmor an mehreren Stellen unserer Beobachtung darbot. Beson-
deres Interesse gewährten die zu beiden Seiten des Mühlbaches aufgeschlossenen Profile.
Der Weg durchschneidet verschiedene liasische Schichten, und fuhrt zuletzt zu einer
höchst eigentümlichen bornsteinreichen Lage, deren verwitterte Brocken dem Auge nicht
leicht entgehen. Etwas weiter nach aufwärts bezeichnet eine aus Baumstämmen zusammen-
gelegte Brücke den Ort, an welchem die Brachiopodenschichten des Vilser Kalkes anstehen.
Dieselben treten als fleischroth gefärbte Kalklage an dem schrägen Rand des Weges her-
vor, um sich von hier weiter gegen Südwesten fortzusetzen. Sie durchschneiden hier den
kleinen Waldbach, welcher auf dem topographischen Kartenblatt Beichenhall die Bezeich-
nung Kreuzgraben trägt. Der daneben führende Weg ist nicht angegeben. Wir sam-
melten hier mehrere charakteristische Versteinerungen , welche den rothen Kalk des
Kreuzgrabens bei Staudach (Bayern) als Bruchiopoden-Scluchten der Kelloway-Gruppe
entsprechend dem weissen Vilser Kalke erkennen Hessen. Es konnten folgende Arten
bestimmt werden: Bclemnitea spec itvlet., Terebratula antiplecta Buch., Terebratula
Schenki Winkl., Terebratula Teissenbergemis Winkl., Terebratula bifrons Opp., Hhyttclto-
nella trigona Quenst. , lihynchonella Vilsensi* Opp. , Crinoideen-QlieAer. An vereinzelten
Stellen geht die fleischrothe Farbe im Innern des Gesteins sogar ins dunkelblaue Uber,
häutiger wird sie jedoch lichter, indem sich manche der höhern und tiefern Plattenlagen
hellgrau färben. Die Bänke fallen bei h 5,7 Str. unter 79° nach Süden ein und bilden
einen wohlgeschichteten Durchschnitt von mindestens 30 Fussen, ohne sieb jedoeh
an ihrer obern Grenze von den darflberfolgenden Aptychen-8chiefern durch irgend ein
ausgeprägtes Merkmal abzusondern. Thonige Schichten der Kreideformation, welche wegen
ihrer Versteinerungen eine detaillirtere Untersuchung verdienen würden, stehen etwas
weiter oben im Bache an. Gegen Nordosten verschwindet die Vilser-Knlkschicht unter
dem Boden des Waldes, dennoch dürfte es sich aber durch genauere Messungen feststellen
lassen, ob in ihre Verlängerung eine der weiter östlich beobachteten Marmor -artigen
Kalkablagerungen zu fallen kommt. Jedenfalls gewinnen die schon früher von Emmrich
gegebenen Nachweise über das Vorkommen von Terebratula antiplecta und Rhynchonella
concinna in einer Kalkstein -Breccie der Bayrer Alp durch die Erfunde am Kreuzgraben
17
(48)
ich hier nur bei, dass demselben nunmehr nueh in unseren nördlichen Alpen
seine Stelle eingeräumt werden darf, nachdem lcrzterzeit Terebratula diphya
von II. Dr. Stelzner im jurassischen Kalke zu Losensteiii gesammelt
wurde und nachdem es gleichzeitig auch in d»m bayerischen Gebirge ge-
lungen ist, die charakteristische Terobratel mit zahlreichen andern Arten des
Diphycn-Kalkes in dem Haselberger Marmor bei Ruhpolding
aufzufinden
erneutem Interesse Vergl. E mm rieh Geognost. Beobachtungen pog. 11. Separatubdruek.
Juhrb. der geol. Reichsanstalt 7. Jänner 1S:»3.
Noch Ton andern Punkten des bayerischen Gebirges wurde in letzter Zeit das Vor-
kommen des Vilser Kalkes festgestellt. Herr Professor Schuthüutl füiirt in der Lcthäa
Südbayerns pag. -112 verschiedene Rruchiopoden aus den graulieb weissen Kalken des
zwischen den Stationen Rosen he im und Kufstein gelegenen 4118 par. Fuss hohen
Biedenkopfes an. Terebratula Schenkt Winkl., Terebratula bifrons Opp. und IthynclioneUa
myriacantha Dcsl. Hessen sich unter diesen Vorkommnissen erkennen. Auch die in der
Lethfta tab. G."> f. Fig. 16 aus dem rothen Kalke von Hohenschwangau abgebildete, zu
letzterer Art gehörige ßpecies, kann als charakteristische Leitmuschol zur Bestimmung des
dortigen Marmorkalkes und dessen Gleichstellung mit dem weissen Vilser Kalke hinlciten.
') Ich sammelte im Sommer des verflossenen Jahres in dem s. g. Haselberger
Marmor der Umgebungen von Ruhpolding, südlich von Traunstein, folgende Arten:
Sphenodus spec. indet., Bdemnites semisulcatus Münst., Belemnites sjtec. ituUt., Ammonites
cf. euylyptus Opp., Ammonites quinquecostatus l'atullo, Ammonites hybotiotus Opp., Am-
monites cf. latus Opp., Ammonites cf. acanthicus Opp., Ammonites ptychoicus Quenst.,
Ammonites tortisulcatus d'Orb., Ammonites Ziynodianus d*Orb., Ammonites cf. Achilles
d'Orb., Aptychus alpino-jurensis Guemb., Aptychus protensus Guemb., Aptychus lamellosus
Guemb. , Aptychus nov. spec, Aptychus cf. latus Myr., Terebratula diphya Col. von der
Form der Terebratula diphoros Zeuschn. Heber dem Haselberger Marmor ändert sich die
Farbe des Gesteines, doch gehören bei vollständigen Profilen die nächst höheren Schichten
noch zur Juraformution. Es sind graue Wetzsteinschiefer, welche den rothen Marmor in
einer Mächtigkeit von 40 Fussen bedecken. An den zahlreichen Aptychen von der ge-
wöhnlichen jurassischen Form des Aptychus aljrinus Guemb. {Aptychus striata -punctalus
Emmr.) und des Aptychus protensus Guemb. lässt sich das dünngeschichtete Gestein als
muthmassliches Aequivalent der bei Hohenschwangau und Oberammergau ausge-
beuteten Aptychen -Schiefer bestimmen. Zugleich erinnert dasselbe ungeachtet seiner
rauheren Oberfläche au den lithographischen Schiefer von Solenhofen, mit dem es auch
in der That beinaho da» gleiche Alter besitzt.
Im untern Theile des Sulzermoosgrabens, südwestlich von Ruhpolding, steht diese
oberste jurassische Scbieferzone über dem rothen Jura-Marmor deutlich
an. Etwas höher beginnen die untersten Mergel und schieferigen Thone der Neocom-
Formation mit Ammonites maciletUus, einer Species, welche nuch den mündlichen Mit-
theilungcn Prof. Hebert's auch in den provencal'schen Alpen stets in den untersten
Neocom-8chichten vorkommt. Abgesehen von einzelnen Schwankungen und localen Ab-
weichungen scheinen Jura- und Kreide -Schichten hier ziemlich parallel übereinander
ju liegen.
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"Wie durch den Vilser Kalk die Basis der Malmformntion in unsern
Alpen angedeutet wird, so ergiebt sich durch die Unterscheidung des Hasel-
bergcr Marmors und durch dessen Bestimmung als Zone der Terefa-atitlu
diphya auch die Begrenzung der jurassischen Schichten gegen oben. Nur
durch eine dünne Schieferlage von der Ncocom- Formation goschieden, be-
stimmen sich die Diphya-Kalke unserer Alpen sowohl nach Lagerungs-
verhültnissen als nach Fossilresten als eines der obersten Glieder des
oberen Jura'). Obschon nun hieraus die Folgerung gezogen werden
könnte, dass die Zone des Ammonitcs transtrersarius als Glied der Oxford-
Gruppe ihren Platz in dor Mitte zwischen Vilser Kalk und Ilaselberger
Marmor einzunehmen hätte, so ist es doch bisher nicht gelungen, diese
Horizonte in unsern Alpen an einem und demselben Durchschnitt überein-
ander anzutreffen, da die geschichteten Niederschläge der Aptychus-Schiefer
oder Hornstein reichen Kalke durch ihre Armuth an Versteinerungen die
Unterscheidung der Zone des Ammonitcs transversarius bisher ebensowenig
gestatteten, wie die ungeschichteten massigen Marmor-Gesteine. Nur eine ein-
zige Andeutung für das Vorhandensein wurde bisher gewonnen, indem die
charakteristische Species, nach welcher der Horizont benannt ist : Ammonitcs
transversarius in den rothon Kalken des Rottensteins bei Vils (Tirol)
An einer andern Stelle, am Hochorbgraben westlich von Buhpolding, fehlte da-
gegen der eben beschriebene oberste jurassische Aptychus-Schiefer vollständig. Ich beob-
achtete hierdas unmittelbare Zusammentreffen von Haselberger Marmor und
mergeligen Neocom-Schichten mit Ammonitcs Astierianus. Daboi lies« sich
eine ausgesprochene Diacordanx der Schichten an der Grenze beider Formationen nicht
verkennen.
') Die überauä wichtige Parallele, welche zuerst von ßenocke für den Diphyen-Ealk
von Südtyrol gezogen wurde, erlangt auch für die übrigen jurassischen Diphyen-Kalke
eine grosse Bedeutung. Aus den pag. 233 u. 231 geraachten Angaben erhellt, dass auch der
Diphven-Kalk oder Klippenkalk der Umgegend von Neumarkt in Oalizien, sowie von
Puchow in Ungarn dem obersten Lager des Jura entspricht. Dasselbo gilt f(lr den
Diphyen-Kalk des bayerischen Gebirges, für den Calcaire de la Porto de France
und fOr andere jurassische Diphyen-Kalke. Es ist nirgends ein Grund vorhanden, das
Niveau der Terebr. diphya in die tiefere Region der Oxford- oder Kelloway-Gruppe herab
zu versetzen. Die Citate des .4mm. athleta in dem Diphyen-Kalk von Südtyrol erklären
sich durch Verwechslungen, zu welchen die eigentümliche Form des Amm. Volanensis
Veranlassung gab. Wir dürfen desshalb annehmen, dass ein Coral rag von dem Alter des
Corallien von Tonnere unter dem Haselberger Marmor seinen Platz haben, und
in den Umgebungen von Grenoble unter dem Calcaire de la Porte de France
liegen würde, womit die mehrfach ausgesprochene Annahme hin wegfallt, als h&tten sich
die Wasser des Meeres nach Absatz der Oxford- Gruppe aus den juras-
sischen Distrikten der Dauphin6er Alpen zurückgezogen. Vgl. Lory: De-
sertion geologique du Dauphinö 1861 pag. 176 § 150.
(4*) M*
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254
in einem gut erhaltenen Exemplare gefunden wurde, welches ziemlich nahe
mit den bei Birmensdorf vorkommenden Stücken übereinstimmt.
Obschon immerhin noch viele sorgfältige Untersuchungen erforderlich
sein werden, um die räthselhafte Entstehungsweise dieser eigentümlichen
Marmorgesteine zu definiren , so ist eine Vertretung der Zone des Ammonites
transversarius in den Kalken des Rottensteins uro so wahrscheinlicher, als
ausser dem genannten Ammoniten auch noch andere Arten der Oxford-
Gruppe an der gleichen Localität aufgefunden wurden.
In einem Theile der Schweizer Alpen erscheint eine Sonderung der
Zonen der Oxford-Gruppe um so leichter. Ich darf sogar die Vermuthung
aussprechen, dass sich hier die Zonen des Ammonites cordatus und des Am-
monites transversarius in Beziehung auf ihre Bildungsweise auf da« Engste
an ausseralpine Verhältnisse anschliessen.
Dass beide Horizonte in den Schweizer Alpen überhaupt vorkommen
und zugleich allgemein bezeichnende Leitmuscheln enthalten, ergiebt sich
schon aus den Berichten im zweiten Bande des inhaltsvollen Werkes von
Studer über die Geologie der Schweiz. Die späteren Publicationen
von Ooster in den Schweizer Denkschriften bestätigen die Studerschen
Angaben und fügen noch manches weitere Thatsächliche bei. Ich entnehme
denselben die Angaben über das Vorkommen von Ammonites Lamberti,
Mariae, tortisidcatus, perarmatus, Edicardsianus, canaHadatus ?, transversarius
am Er zeck in den Berner Alpen, von Ammonites Lamberti, Christoliy
tortisulcattis, Brunneri, Eugeni an der Tannenalp in Unterwaiden, von
Ammonites Babeanus, tortisulcatus, Eucharis, Constanti, plicaitiis, perarmatus
Eugeni zu Chatel St Denis in den Freiburger Alpen u. s. w.
Eine paläontologische Vertretung der 3 untern Zonen der Oxford-Gruppe
lässt sich nach Obigem nicht wohl mehr bezweifeln. Dagegen ist der isolirte
Nachweis einer dieser Zonen erst den neuesten Untersuchungen des streb-
samen und kenntnissreichen Geologen J. Bachmann1) zuzuschreiben, indem
derselbe mehrere für das Niveau des Amin, transversarius charakteristische
Leitmuscheln im 0 an ton Glarus in einem gesonderten Lager antraf. Neben
einigen nicht genauer bestimmbaren Arten fanden sich Belemnites hastatus,
Blainv. und Sauvanausus <f Ort, Ammonites Arolicns, Gessneri, calliccrus, torti-
sulcatus in dem grauen, schieferigen und knolligen Kalkgestein, welches am
Glärnisch und Schilt (Glarus) unmittelbar unter dem mächtigen Hoch-
gebirgskalk hinzieht. Noch von andern Stellen der Glarner Alpen wurden
die Aequivalente der Birmensdorfer-Schichten von n. Bachmann ange-
M Berner Mitteilungen November 1863 p»g. 14 X
255
(51)
geben, während liier die tiefere Kegion des Ammonites cordatns und Lam-
berti sich der Beobachtung noch nicht darbot. Dagegen sollen diese Zonen
in den Hochgebirgen von Untcrwalden, Bern und Freiburg eine grosso
Verbreitung besitzen. Nach Bachmann werden dieselben in den Berner
Alpen durch schwarze glänzende Schiefer gebildet, deren Fossilresto, ver-
gleichbar mit den Einschlüssen der „Marnee oxfordiennes" von Chatillon sich
durch ihren verkiesten Erhaltungszustand auszeichnen. Eine Abtrennung der
höheren Region des Ammonites tranmersarius ist jedoch in diesem Gebiete
bisher nicht ausgeführt worden.
Haute Saöne und Bonns- Departements. Nach den von Thirria«) in
den Jahren 1830 und 1Ö33 veröffentlichten Untersuchungen zerlegt sich dio
Oxford-Gruppe im Departement der Haute-Saöne in drei Horizonte, deren
oberster durch Cidaris ßorujemma charakterisirt , unter der Bezeichnung
„Terrain ä chailles* seither allgemeiner bekannt geworden ist, während
der unterste durch die sogenannten Oxford-Thone gebildet wird, welche sich
ähnlich wie in manchen Gegenden des Schweizer Jura durch zahlreiche
verkieste Reste des Ammonites cordatns, biarmatus u. s. w. auszeichnen.
Die mittlere Parthic der dortigen Oxford -Schichten legt sich als eine
12 Meter*) mächtige Thonbildung zwischen dio Zono des Cidaris florigemtna
und diejenige des Ammonites cordatns hinein und deutet hiedurch wenigstens
indirect eine Parallelstellung mit den Horizonten an, welche wir unter den
Bezeichnungen Zone der Tcrebratida impressa und Zone des Ammonites
transversarins unterscheiden. Diese Annahme entspricht zugleich der Auf-
fassung J. MarcouV), welcher die Abtheilung an Ort und Stelle unter-
suchte und als Couches d'Argovie ou Argovicn in seine Classification
jurassischer Schichten einreihte.
In ähnlicher Weise lassen sich die Aequivalente der Zonen des Am-
monites transversarius und der Tvrebratida impressa in dem Departement
des Doubs bestimmen, indem wir aus der Feststellung einer höhern und
einer tiefern Zone auf das Alter der dazwischen liegenden Abtheilung
schlicssen, wozu uns dio von der geologischen Gesellschaft von Frankreich
während ihrer ausserordentlichen Versammlung in Besancon gemachten
') Thirria 1830—1833: Statist .min. et g«'oI. du D£p. de la Haute-Saöne, Mem. de
la Soc. d'hist. nat. de Strassb. Bd. I. Notice sur le terrain jurass. du Dep. de la Haute-
Saöne und Carte gfol. du Dep. de lti Haute-Saöne, Separatabdr. pag. 18.
*) Nach Thirria würde der Durchschnitt dieser Abtheilung 18 Meter betragen, wovon
jedoch das oberste Drittheil den Beobachtungen J. Marcou's zufolge bereits der Zone
des Cidaris florigemtna entspricht.
») J. Marcou 18'»7— 18«0: Lettre? *ur le- Koches du Jura pag. 148-154.
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256
Beobachtungen «lie Grundlage bieten1). Auf den am 9. und 12. September
16(10 ausgeführten Excursionen erkannte die Gesellschaft in den Umgebungen
von Larnod und Merey-sous-Montrond (J)oubs) die charakteristischen
Stufen der Oxford-Gruppe in folgender Ordnung:
1) Oberste Lage: Terrain ä chailles mit Cidaris ßorigemma, Phill.,
(ilyptkus Imroyhjphkus Agass. und anderen bezeichnenden Arten
(Forges de Oouille bei Larnod).
2) Wechsel dünner kalkiger Schichten und gelblich grauer Mergel mit
Auatimi unduta d'Orb. , Gteaslya suhosa Agass., Pholadomya pclu-
yica Agass., dnyttlata Agas»., vardissoides Agass., paucicosta Rom.,
Uurinsndu Agass., carinata Goldf., umpla Agass., cxaltatu Agass.,
trupczina Agass., Pa ten iimcquistriatus Phill., Jibrosw Sow., Ostrea
ddututa Desh., lihynehonella Thurmunni Voltz (Merey-sous
M ontrond).
3) Graue Mergel mit verkalkten Fossilresten (Merey-sous-Montrond).
4) Unterste Lage: Bläuliche Mergel (PThone) mit zahlreichen ver-
kiesten, oder in Brauneisenstein verwandelten Versteinerungen mit
Ammouites Jleurici d'Orb., Arditcnmnsis d'Orb., Renyyeri Opp., Ma-
nnt d'Orb., perarmatus d'Orb., tortistdaUus d'Orb., Goliathus d'Orb.,
cordatus Sow., Belcwnites Ituxtatus Blainv., Fentacnnus OrlAgnyanus
Opp. und andere Arten, welche ich nicht namentlich anführe
(Merey-sous-Montrond).
Lidern hier die Abtheilungen 2 und 3 die Stelle des Impressa-Thones
und der Zone des Amin, transvet'surius einnehmen, wäre es denkbar, dass
bei gründlicherer Ausbeute der fossilen Reste noch die genauem Nachweise
für jeden dieser beiden Horizonte zu erlangen wären. Aus den vorhandenen
Angaben lassen sich diese nicht ableiten, wohl aber die allgemeinen Faciea-
verhältnisse, nach welchen sieh die mittlem und obem Oxford-Schichten in
den Umgebungen von Bosau con abgelagert haben und welche sich den
auf der Tabelle pag. 227 veranschaulichten Gruppen 6 und 9 anzuschliessen
acheinen.
Jura -Departement. Von besonderem Werthe war mir in letzter Zeit,
bei einem Besuche in Salins über die in dem eigentlichen Marco u'schen
Ai govien vorkommenden Versteinerungen durch eigene Anschauung ein
Urtheil zu erlangen. Es bot sich diese Gelegenheit bei der Besichtigung
der Gervais'schen Sammlung, zu der ich durch die Vermittlung meines
Freundes J. Marco u Zutritt erhielt. Unter dem roichen Inhalt an Fossil-
•) Bullet Soc. geol. de France löai Bd. 1? pag. «2, S->3, 8 >7 und N.*.
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(53)
Resten de* Jura-Departements waren auch die wichtigsten Vorkommnisse
der Spongiten-Schichten von Andolor., Chappois und andern Lokalitäten
der Umgebungen von Salins vertreten, welche J. Marcou 1846 *) seiner
Aargauer Etage (Argovien Marc.) zu Grund gelegt hatte. Die Fauna
zeichnet sich durch eine Menge grosser Exemplare von Schwammcorallen
au», während dio übrigen Einschlüsse an Echinodermen, Brachiopoden und
Cephalopoden hier weniger häufig zu sein scheinen als am Randen und im
Aargauer Jura. Doch konnte ich mehrere charakteristische Cephalopoden-
Species bestimmen, wie Annnonitcs Arolicns, canaliculatus, altcmans, Oe(jh\
plicaiilis, 3Iitrti'Ui , aus deren Vorkommen sich die Gleichstellung der
spongitenreichen Schichten des Arjrovicn Marc, mit der Zone
des Ammonitcs transversarius ohne Bedenken folgern lässt.
Die tieferen Oxford-Thone, welche in den Umgebungen von Salins
verkieste Fossilreste aus den Schichten der Ammonites cordatus und Lamberti
etnschliessen , lassen sich den Beobachtungen J. Marcou's zufolge in zwei
paläontologisch unterscheidbare Horizonte absondern, deren oberer sich bei
Arc-sous- Monte not durch die charakteristischen Exemplare der Ammo-
nitcs Emharis, scaphoides und cordatus auszeichnet, während hior wie bei
Andelot an der Basis der 15 Meter machtigen Thone Ammonitcs Lamberti
und Amm. tortisttkaius verbreitet sein sollen. Zahlreiche andore Arten
scheinen auch hier beiden Zonen gemeinsam anzugehören.
Die über den Spongiten- reichen Lagen folgenden Mergel und Kalke
entsprechen vermuthlich unserem Impressa - Thone. Ihre Mächtigkeit ist
jedoch gering, denn es beginnen den Mittheilungen J. Marcou's zufolge
25 — 30 Fuss über der Zone des Ammonites transversarius bereits die fossil-
reichen Schichten der Conillcn-Oolithes, in welchen Cidaris florigctnma und
Hcmkidaris crcnuJaris liegt.
Andere Stellen des Departements hat Etallon einem genaueren Stu-
dium unterworfen, und es ist namentlich St. Claude (Jura), auf das wir
hier die Aufmerksamkeit lenkon möchten.
In einer Beschreibung der geologischen Verhältnisse dieser Lokalität2)
wurden von demselben viele paläontologische Beiträge niedergelegt, welche
die Kenntnis« der in der Zone des Amm. trawcrsariifs ausgesprochenen
Fauna wesentlich vermehren. Zugleich erhob Etallon diesen Horizont zu
einer besondern Etage, welcher er den Namen Spongitien beilegte,
M J. Mtircou 1SIG: Reclicrelics sur le Jurn salinois.
*) Ktallon t8T»7: KsquUse d'unc De«ription geologique du Haut-Jura. 8cparatabdr.
aus d. Socict. iraper. d'agriculturc do Lyon IT Juli 18f>7.
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258
während er don früheren Marcou'schen Bestimmungen entgegen die Be-
zeichnung Argovion auf diejenigen höheren Niederschläge beschränkte,
welche das ungefähre Acquiyalcnt unserer Impressa-Thone bilden. In
Beziehung auf die tieferen Lagen der Oxford-Gruppe, äussert Etallon die
Ansicht, dass dieselben die Spongitensehichten bisweilen vertreten1), und
dass letztere gewöhnlich auf Callorien ruhen.
Es ist nicht ermittelt, ob hier die angeblichen Kelloway - Schichten
Etallon's nicht ähnlich den Eisenerzen des Aargauer Jura's zugleich die
unteren Glieder der Oxfordgruppe mit Amm. cordatus und biarmatus reprä-
sentiren. Wäre letzteres der Fall, so würde das Aequivalent der Oxford-
Thone durch die Eisenerze gebildet, über wolchen dann die Spongitenkalke
aus der Zone des Amm. transvcrsarius ganz regelrecht folgen würden.
Unter Berichtigung einiger Benennungen') führe ich in der Liste die be-
zeichnenderen Arten an, welche von Etallon' aus dem Spongitien von
8t. Claude erwähnt werden, ohne hier dessen ganze Reihe der vorkom-
menden Fossilreste wiederzugeben:
Pühonoton qttadratum Etall.
Pithonoton gibboswn Etall.
Belenm. Argovianus Meyer.
Ammonitcs Chapuisi Opp.
Ammonites altemans Buch.
Ammonitcs canalictdatus Buch.
Ammonitcs crenatus Brug.
Ammonitcs tortisulcatus d'Orb.
Ammonitcs transvcrsarius Quenst.
Pectcn subpmctatus Gdf.
Ostrea Blandina d'Orb.
lAnguta Ox/ordiana d'Orb.
Megerka pectunctdtis Schi. sp.
Conodictyum truncatum Etall.
Cidaris ßlograna Agass.
Comatula Claudiana Etall.
Eugeniacr. cariophyllatus Gdf.
Etigeniacr. coromtus Quenst.
Eugeniacr. compressus Gdf.
Eugeniacr. nutans Gdf.
') Etallon 18G0: Pul6ontostatique du Jura. Separatabdr. pag. ?. Societc imp6r.
<1 agriculture de Lyon 20 Juli 1860-
•) Bei. Argovianus, Amm. Chapuisi statt Bei. Sauvanausus, Amm. Acropus.
259
(55)
Pentacr. subteres Gdf.
Pentacr. cinyidatus Gdf.
29 verschiedene Arten von Spongitun.
Ain- und ausseralpiner Theil des IsereDlpartenieiits. Die Geologie der
Scbweiz von Studer1) enthält in ihrem zweiten Bande beachtcnswcrthe Bestim-
mungen der jurassischen Ablagerungen, welche in den unmittelbaren Umgeb-
ungen von Nantua (Ain) an einem nördlich von diesem Städtchen gelegenen
Durchschnitte entblösst sind. Ueber cisenoolithischen Schichten liegen ungefähr
auf halber Höhe des Berges eigentliche Oxford-Thone, ausgezeichnet durch
eine unglaubliche Menge kleiner verkiester Ammoniten, Belemniten und
Pentacriniten. Es sind dies die Schichten, aus welchen d'Orbigny im
ersten Theile des Prodrome's Amin, cordatus, Arduennensis, perartnatus, pli-
catilis und andere Arten anführt. Unmittelbar darüber folgen 12—20 Meter
graue Mergelschichten mit zahlreichen verkalkten Versteinerungen. Studer
erwähnt Amm. plicatilis, canalicidatus , Tcrebrattda ittsignis nebst violon
Scyphien aus dem unteren Theile, während grosse Pholadomyen in den
höheren Lagen vorherrschen sollen. Die oberste rings herum mauorartig
abgestürzte Docke des Berges wird durch weissen Korallenkalk gebildet,
welcher sich dem äussern Rande des Gebirges zu mit den jüngsten Gliedern
der Juraformation bedeckt.
Bisher wurde nicht ermittelt, welchen Zonen die mächtigen Corallen-
kalke von Nantua und besonders die versteinerungsreichen Diceraten-
Schichten von Oyonnax entsprechen. Man theilte diese Ablagerung dem
Corallien zu und es bedürfen die von d'Orbigny*) daraus beschriebenen
Versteinerungen noch einer Altersbestimmung. Dagegen ist alle Wahrschein-
lichkeit vorhanden, dass die von Studer aufgefundenen Mergel mit Spon-
giten, mit Amm. plicatilis, catialictdatus u. s. w., hier die Zone des Amm.
transversarius darstellen. Das Auftreten von Amm. cordalus in den unmit-
telbar darunter liegenden Oxford-Thonen bekräftigt diese Annahme.
Noch directere Belege für die Verbreitung der Zone des Amin. trans~
versarius im Ain-Departement ergeben sich aus den von E. Dumortier
bei Tenay3) gesammelten Versteinerungen. Zahlreiche Exemplare der Er-
haltung und Gesteinsbeschaffenheit nach mit den Fossilresten von Streit-
berg oder der Lochen übereinstimmend lagen hier an einer neben der
>) 8tuder 1853: Geologie der 8chweia II, pag. :Hm», ;j<U.
*) Pal. franc. Terr. jurass. Bd. II.
■>) Tenay: Station zwischen Genf und Lyon. Die Stelle soll sich nach Aussage E.
Dumortieri auf dem Wege nach Chaley am linken Abhang der Bahnlinie befinden.
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(r>t;> 260
Bahnlinie aufgedeckten Mergclschicht ausgewittert. Aus der Untersuchung
der in der Duniortier'scben Sammlung befindlichen Stücke geht jedoch hervor,
duss die Spougitenbank von Tonay (Ain) der Zone des Amin, inms-
rersarins augehört, indem sich unter deren Einschlüssen folgende Arten be-
stimmen Hessen :
Antmoiiitcs Arolicus Opp.
Amnionitis subdimsua Opp.
Amman ites alUrnans Buch.
Amnionitis Clutpnisi Opp.
Ammonitcs transwrsarius Quellst.
l'ectm subpttnctatiis Goldf.
Ostrea Blandina d'Orb.
Tcnbrattda pectuucidua Schloth.
Conodictyum striatum Goldf.
Cidaris ßlograua Agass.
Euyeniauinus curyophyllalus Gdf.
Pentacrinus subhres Gdf.
Spongiten.
Von Oxfordthonen unterlagert, behält die Zone auch weiter gegen Süden
ihre bisherige Fauna bei, leicht erkennbar an den zahlreichen Spongiten und
den verkalkten Cephalopodenresten, welche sich schon durch ihr Aussehen
von den Kieskernen der tiefern Cordatus-Schichten unterscheiden. Die am
häutigsten erwähnte im südlichsten Ausläufer des eigentlichen Jura-Gebirges
befindliche Lokalität Trept (Isere), welche schon vor Jahren von V. Thiol-
liere ausgebeutet wurde, lieferte eine Menge bezeichnender Arten. Obgleich
diese Vorkommnisse in der Literatur schon öfters erwähnt wurden'), so füge
ich hier doch einige neuere Bestimmungen bei, welche ich im verflossenen
Jahre in der nunmehr dem öffentlichen Museum zu Lyon gehörigen Thiol-
lier'schen Sammlung inachte. Ich erkannte hier folgende Arten, welche die
Einreihung der Spongitenschichten von Trept (Isere) in die Zone
des Amm. transversarius gestatten:
') Albin Gra9 lS>2: Catalogue des corps orgnnis6s fossil« pag. 20, 21. Es werden
in dieser Schrift folgende meist nach der Thiollie re 'sehen Sammlung bestimmte Arten
von Trept erwähnt: Amm. hedinus, Backcriae, turtisulcattui, plicatiti«, canaliculalns,
(nulatu.s, Hemitlu'ris senticom, Hhynchonella lacunosa, Terebratula tnsigni«. Verg!. ferner
Albin Oras 18-13 : Deser. des oursins foss. du Dep. de Hsere pag. 79. d'Archiac
Histoiro des progres de la geologic VI, pag. (ii.»2. Oppel 18">7: Juraformation pag. GS.».
Lo ry 1>S(I0: Deseript. geol. du Dauphin* pag. :}('.,
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261
(57)
Belcmnitcs hastatus Blainv.
Belcmnites unkanaliatlatus Ziot.
Belcmnites Argovianus Mayr.
Ammonites Arolicus Opp.
Ammomtcs mthclattsus Opp.
Ammonites cunaliculutw Buch.
Ammonites hispidns Opp.
Ammonites callicertts Opp.
Ammonites scmiplamts Opp.
Ammonites Buchianus Opp.
Ammonites tortisulcatus d'Orb.
Ammonites Oeyir Opp.
Ammonites tratisversarius Quenst.
Ammonites plicatilis Sow.
Pecten subpundatas Ooldf.
Mcgerlea pedunculns Schi.
Bhynchondla Arolica Opp.
Cidaris ßlograna Agass.
Pentacrinus subteres Ooldf.
Zahlreiche Spongiten.
Ardeehe -Departement. Ueber die Verhältnisse, unter welchen die Zone
des Amin, transversarius am Berge Crussol bei Valence und in den
Umgebungen von laVoulte auftritt, finden sich die wesentlichsten Angaben
bereits in meinen paläontologischeu Mittheilungen veröffentlicht. Hier ver-
mag ich noch die Liste der Vorkommniese einer andern gleichfalls im Ar-
deche-Departement gelegenen Lokalität hinzuzufügen. H. Eduard Du-
morti er sammelte zu Yoyeuse bei Aubenas (Ardeche) in einem grauen
mergeligen Kalke folgende Species, welche das Vorhandensein der Zone des
Amm. transversarius an dem genannten Punkte ausser Zweifel stellen:
Bdemnites Argovianus Mayr.
Ammomtcs Arolicus Opp.
Ammonites hphotus Opp.
Ammonites Bachianus Opp.
Ammonites callicerus Opp.
Ammonites tortisulcatus d'Orb.
Ammonites plicatilis Sow.
Vamluxe, Yar - Departement. Wie im Dop. der Ardeche finden wir
auch hier die Bildungen dieses Alters an alpinen Typus erinnernd, ent-
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(58)
2G2
wickelt. Es sind namentlich zwei Lokalitaten in den westlichen Ausläufern
des zumVaucluse Departement gehörigen Alpengebirges, welche häufig
Arten aus der Zone des Amtn. transversarius in verschiedene Sammlungen
geliefert haben: Lafare und Grand Montmirail bei Gigondas. Ich
kenne von diesen Fundorten folgende Species:
Asnmonites Arolicus Opp.
Ammonites trimarginatus Opp.
Ammonites sttbclausus Opp.
Ammonites Erato d'Orb.
Ammonites tortisidcattts d'Orb.
Ammonites transversarius Quenst.
welche im grauen mergeligen Kalk erhalten sind.
Aochtc Oxford-Thone mit Geoden verhärteten Steiumergels bilden bei
Grand-Montmirail die Zone des Amm. cordatus. Dieselbe ist an diesem
Punkte reich an Resten von Ccphalopodcn , und ich vermag daraus anzu-
führen:
Bd. hastatus Blainv.
Ammonites Henrici d'Orb.
Ammonites cordatus Sow.
Ammonites Babcunus d'Orb.
Ammonites Eugeni d'Orb.
Ammonites perarmatus Sow.
Ammonites' Constanti d'Orb.
Ammonites Lamberti Sow.
Bhynchoteuthis Coquandianus d'Orb.
Für einen noch südlicher gelegenen Punkt dor provencalischen Alpen,
nämlich für die Gegend von Rians (Var) geben uns ebenfalls die dort
vorkommenden Fossilrestc Aufschluss über das Vorhandensein der Zone des
Ammonites transversarius.
Einige der bezeichnendsten Arten der Zone, von Rians und Caussol
stammend, wurden von d'Orbigny als Species der Oxfordgruppe beschrie-
ben. Es war mir durch die Gefälligkeit Vic. d'Archiac's gestattet, diese
nunmehr im Jardin des Plantes zu Paris aufbewahrten Stücke zu vergleichen.
Andere Exemplare, von der gleichen Lokalität herrührend, sind schon seit
vielen Jahren Eigenthum der ßcolo des mincs. Auch in den Sammlungen
von E. Hebert in der Sorbonne und von E. Reynes zu Marseille befinden
sich oinigo Vorkommnisse von Rians. Sämmtliche an diesen Orten auf-
bewahrte Reste, welche sich als Arten der Zone des Ammonites transversarius
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263 •
(59)
erkennen Hessen, besitzen eine übereinstimmende Gesteinsbeschaffenheit und
bestehen aus grauem mergeligem Kalke. Ich bestimmte unter den Cepha-
lopoden von Rians zehn ausschliesslich für die Zone des Amm. transversarius
leitende Arten, deren Namen in dio Tabelle eingetragen wurden. Andere
Horizonte unterscheiden sich durch abweichende Gesteinsbeschaffenheit ihrer
Fossilreste. So zeichnet sich z.B. unter einer zu Andon (Var) gesammelten
Serie von Arten, welche das hiesige palüontologische Museum der gefälligen
Mittheilung des H. L. Saemann verdankt, die Einschlüsse ans der Zone
des Amm. cordatus durch schwarz gefärbtes Kalkgestein aus, während die
von gleicher Lokalität stammendem Species aus der Zone des Amm. trans-
nrsarius in grauem Kalkmergel erhalten sind. Eingehendere Untersuchungen
nebst einer gründlichen Ausbeute der fossilen Reste würden in diesen alpinen
Districten des südlichen Frankreichs gewiss noch viele interessante Resultate
über die horizontale und verticale Verbreitung zahlreicher Arten, sowie über
die Gliederung der dortigen Jurabildungen liefern.
(töte d'Gr-, Yonne-, Nievre-, Sadne- et Loire-, Cher-, Vienne-I)e*partements.
Aus einigen in den Schriften von G. Cotteau1) und V. Raulin*) nieder-
gelegten Angaben lässt sich ersehen, dass die mergeligen Oxford-Kalke von
Ch4tel-Cen8oire (Yonne) die Wohnsitze mehrerer bezeichnender Arten
aus der Zone des Ammonites transversarius bilden. Eigentliche Schwamm-
lager wurden hier nicht beobachtet und es scheint, dass dieselben in den
nördlicheren Districten des Pariser Beckens verschwinden. E. Hubert3)
erwähnt ausdrücklich, dass er weder vom Departement der Yonne bis zu
den Ardennen, noch im Nordwesten von Frankreich, von der Loire an,
Spongiten-Schichten angetroffen habe. Dagegen wird von J. Beaudouin4)
aus den Umgebungen von Chatillon (Cöte d'Or) die Anwesenheit eines
Schwammlagers constatirt, welches, da es unmittelbar über den Eisen-
Erzen von Etrochey6) auftritt, unzweifelhaft in die Zone des Ammonites
trausrersarius fällt. Kalke mit Geoden und mergelige Kalke, zusammen
4 Meter mächtig, mit Cephalopodon, Brachiopoden und Spongiten,
lassen sich hier als solche unterscheiden, während die darüber folgonde
') O. Cotteau 1855: Notice sur Tage de couchea inferieureg et moyenues de l'etage
corallien du Departem. de I'Yonne Bullet. 8oc. geol. de Fr. XII, pag. 093.
O. Cotteau 1853— 1857: Etüde« sur leg mollusques fossiles pag. 10, 11.
*) V. Raulin 1853: Sur l'oxfordclay du Dep. de 1' Yonne. Bullet. 8o«\ geol. de Fr.
X, pag. 485.
') Bullet 8oc geol. de France XV Bd. 8. Sept. 1858 pag. 710.
•) J. Beaudouin: Bullet. 8oc. göol. de Fr. VIII. Sept. 18M pag. 5!>1.
*) Opp. 1857: Juraformation pag. «36.
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(«0)
2fi4
Abtheilung dem Impressa-Thono gleichzustellen wäre, ohne jedoch genauer
damit übereinzustimmen. Gegen oben geht die Bildung in die charakteri-
stischen Cidariten-Schichten und Corallriffo aus der Zone des Cidaris flori-
(jcmma über.')
Auch Tür das Nievre -Departement konnte aus dem auf der Vorsamm-
lung französischer Geologen zu Ncvers gegebenen Berichte*) gefolgert werden,
dass hier Spongiten-Schichten in der Zone des Ammoniks frans rcrsarius
auftreten. Eine Parallele der letztern mit dem Kalke von Crussol, welche
damals für möglich gehalten wurdo'), erscheint dagegen nach den neuern
Bestimmungen nicht mehr zulässig.
Noch entschiedenere Nachweise wurden seither von Th. Ebray4) hin-
zugefügt, welcher in einer interessanten Abhandlung zeigte, dass in den
Departements der Nievre und Saöne-et- Loire mergelige Kalke mit
Anmumiks plicatilis und Spongiten-Kalko zum Theil unmittelbar über
der Zone des Amtnoniks cordatus folgen. Eine genaue Erforschung der in
den Spongitenkalkcn verbreiteten Kesto wäre für diese Districtc nicht minder
wünschenswerth, ala die weitern Belege über die bereits angedeutete Ver-
breitung der Zone in den Departements Chor und Vionno. *)
SartUe - Departement. Während die Zone des Amm. transrcrsarhui in
den Oxford-Bildungen der normannischen Meeresküste bisher nicht nachge-
wiesen wurde, so gelang es wenigstens in dem benachbarten Departement
der Sarthe die Spuren des Horizontes aufzufinden. Gelbe thonige Kalke,
welche in den Steinbrüchen unweit Aubigne südlich von le Mans ausge-
beutet werden, setzen hier den obern Thcil der Zone in einer Mächtigkeit
von wenigen Metern zusammen. Das weiche Gestein ist mit den Resten
einer reichen Fauna angefüllt, welche den Charakter einer in schlammigen
Niederschlagen des seichteren Meeres entstandenen Myaciten- und Austern-
Facieß an sich trägt. Zahlreiche Loitmuscheln vermitteln die Ueberein-
stimmung mit deu Ablagerungen des Calcareus Grit und Oxford-
Oolith der Normandie und des onglischen Jura, während die besonderen
Eigentümlichkeiten der Spungiten-Facies den Kalken von Aubigne bei-
. nahe ganz fremd sind. Dennoch fehlen aber diejenigen Koste keineswegs,
') J. Marcou |S'»7— 18CO: Lettre« sur los Roche« du Jura nag. lf>3 nnd O. de
Nerville, Legende explic. de la carte geol. du Dep. de la Cöte d'Or. 1S'>3.
*) Bullet. Soc. geol. do Fr. XV. 8 Sept. ls:>8 pag. 710.
\) V. Thiollicre ebendaselbst pag. 711.
♦| Th. ßbray: Note sur la compo«. g^ol. du sol des environa de Mdcon. Bulla. S«>o.
geol. de Fr. XVII. Bd. 1SG0 pag. M4.
*) Gillot und ßbray ebendaselbst pag. 710.
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265 (CA)
welche zu einem Vergleiche der dortigen Schichten mit den jurassischen
Schwammlagen anderer Districte führen können. Schon nn Ort und Stolle
liessen sich die bezeichnenden Cophulopoden-Spoeies Ammonitcs eanaliittlatus,
Ammonitcs trunscersarius , Amnionitis MarteUi erkennen, aus deren Vor-
kommen sich der Synchronismiis der Kalko von Aubigne mit den Schwnm-
Lagorn aus der Zone des Ammonitcs transmsorius als sehr wahrscheinlich
folgern licss. Durch die mikroskopische Untersuchung de8 Gesteins, wolehc
in letzter Zeit von Herrn C. Schwager ausgeführt wurde, vermehrte sich
die Zahl der übereinstimmenden Arten noch beträchtlich, indem besonders
die I'orarainiferen vielfach mit nnderwärtigen Vorkommnissen aus gleichem
Niveau identificirt werden konnten. Nach diesen und den vorhergehenden
Bestimmungen setzt sich die Fauna der gelben Kalke von Aubigne
(Sarthe) aus folgenden zum grossen Thcile der Zone des Ammonitcs frans-
tersarius angehörigen Arten zusammen:
Cythcridcis stimnlca Schwng.
Bairdia fabiformis Schwag.
Pclemnitcs hastatus Blainv.
Ammonites eanaliculatus Buch.
Ammonitcs transvcrsariits Quenst.
Amnionitis MarteUi Opp.
Chcmnit-ia Hatdinytononsis Sow.
Pholadomya parckosta Agass.
Pholadomya lacvinscula Agass.
Triyonia spec. indet.
Mytilus Villersensis Opp.
Ctenostreon Marcousanum Opp.
Verna sp. ind.
Pcctcn rimineus Sow.
Preten inacquicostatus Phill.
Pccten spec. indet.
Plieatnln spee. indet.
Ostrea gryphacuta Schloth.
Terebrattda spec. indet. ,
Chirodota vetusta Schwag.
Hemicidaris spec. indet.
Hojilostiehe horrida Schwag.
Cornuspiru tenuissima Gümb.
Spiriloculina panda Schwag.
Nodosoria pistUliformis Schwag.
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(«2)
2iit>
Nodosaria prima? Torq.
Dcntalina Sartliacensis Schwag.
Dmtalina piüuligera Schwag.
Vaginulina raduliformis Schwag.
Frondictdaria linguliformis Schwag.
Margimdina ambigua Schwag.
Cristellaria suprajurassica Schwag.
Cristellaria Sartltacensis Schwag.
Cristellaria sublentictdaris Schwag.
Polymorphem nitidiuscula Schwag.
Textilaria THgeri Schwag.
Textilaria tympaniformis Schwag.
Rosalina parapsis Schwag.
Bläulich graue Thone (mit Belcmnites unkanaliculatus, BJiynchonella spi-
nulosa und andern kleinen Resten von Brachiopoden, Conchiferen und Ra-
diaten), welche in einem höher gelegenen Theile des Steinbruches entblöst
waren, boten hier durch ihren unmittelbaren Anschluss über der Zone des
Ammonites tränst er sarius zu einem Vergleiche mit den Impressa-Thonen
Anlass. Doch fehlten anfänglich die nöthigen Anhaltspunkte für die Alters-
bestimmung mittelst bezeichnender patäontologischer Merkmale. Dieselben
ergaben sich erst aus den neueren mikroskopischen Untersuchungen Herrn
C. Schwagor's, welche das Vorkommen zahlreicher Foraminiferen-Arten
in den bläulich grauen Thonen von Aubigne entdeckte und zugleich deren
grosse Uebereinstimmung mit den in ojner früheren Abhandlung beschrie-
benen Arten des Impressa-Thones nachwies.
Die Zahl der von Herrn C. Schwager in den bläulich grauen
Thonen von Aubigne (Sarthe) aufgefundenen Foraminiferen-Spccies be-
trägt zur Zeit1) 41, wovon sich die folgenden mit Arten des Impressa-
Thones von Schwaben und Franken identificiren Hessen.
Haplostiche horrida Schwag.
Cornuspira temiissima Gümb.
Spirilocidina panda Schwag.
Nodosaria tuberosa Schwag.
Dentalina mutabüis Schwag.
Dmtalina pilluligera Schwag.
') Da Herr C. 8chwager die Untersuchung einer grösser n Parthie des im Besitze
der hiesigen paläontologischen Sammlung befindlichen schlemmbaren Materials Ton Aubigne
auszufuhren beabsichtigt, so lässt sich voraussehen, dass sich obige Zahl später noch ver-
mehren werde.
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2G7
(63)
Dentalina fusiformis Schwag.
Dentalina seorsa Schwag.
Dentalina dolioligera Schwag.
Dentalina Quenstedti Schwag.
Margintdina flaccida Schwag.
Marginulina resupinata Schwag.
Cristeüaria suprajurassica Schwag.
Cristeüaria comptula Schwag.
Cristeliaria pauperata Jones.
Polymorphina nmtabüis Schwag.
Rotalia pusilla Schwag.
Einige dieser Arten erstrecken sich ähnlich den übrigen Einschlüssen
des Impressa-Thones in die nächst angrenzenden Zonen, die Mehrzahl der-
selben besitzt jedoch keine grössere Vertical- Verbreitung. Zwar werden
sich bei längerer Ausbeute der ebenbeschriebenen Lokalität noch manche
bezeichnende paläontologische Merkmale auffinden lassen, immerhin bildet
aber schon jetzt die von Herrn C. Schwager unternommene Bearbeitung
der daselbst vorkommenden fossilen Foraminiferen einen interessanten Ver-
such für Bestimmung und Unterscheidung jurassischer Schichten mittelst
ihrer mikroskopischen Reste.
Herr Triger, unter dessen ausgezeichneter Leitung ich diesen, südlich
von le Man s (Sarthe) gelegenen Punkt besuchte, stellt die Schichten von
Aubignc über dio Thone und Sandkalke (Zone des Amin, cordatus)
von la Vacherie bei Ecommoy (Sarthe), während er die Region des
Cidaris florigemma unweit der Station Ecommoy über beide, d. h. noch
etwas höher als die thonigen Lagen von Aubigne einreiht. Die Aufein-
anderfolge der Schichten nach H. Triger's Bestimmungen würde demnach
gegenüber der paläontologischen Stufenreihe anderer Lokalitäten keine Wider-
sprüche verursachen.
Mit den Co rolle nkalken von Ecommoy (Sarthe) schliesst in diesem
südlichen Theile des Departements ,der Durchschnitt jurassischer Schichten
gegen oben ab. Mittlere Kreide lagert sich direct und anscheinend parallel
über den Muschelbänken, welche sich eng an die Zone des Cidaris flori-
tjennna anschließen und bei den letzten Häusern des Fleckens Ecommoy
durch einen Steinbruch cntblösst werden. Jüngere Glieder der Jura-Formation
folgen mehr gegen Norden und wurden schon früher aus den Umgebungen
von Belldme und Mortagne (Orne) zur Erwähnung gebracht.
Deux-Sevres und Vendee. Das hiesige paläontologische Museum erhielt
in neuerer Zeit durch die gefällige Mittheilung des Herrn L. Saemann in
(5) 18
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(G4) 268
Paris eine interessante Suite jurassischer Versteinerungen aus den Umgeb-
ungen von Niort (Deux-Sevres), welche ursprünglich einen Theil der
Baugier'schen Sammlung bilden. Unter den zahlreichen als Species der
Oxfordgruppe bezeichneten Resten trennen sich besonders 2 Parthien durch
verschiedene Art der Erhaltung von einander ab. Der eine Theil besteht
aus bräunlichen Kieskernen, unter welchen besonders die innern Windungen
der gewöhnlichen Ammoniten - Species aus der Zone des Amm. cordatus zu
erkennen sind. Ohne Zweifel wurden dieselben an der Oberfläche thoniger
Logen, aus welchen sie zuvor ausgewittert waren, zusammengelesen. Auf
den Etiketten befinden sich bei diesen aus der Zone des Amm. cordatus
• der Umgebungen von Niort (Deux-Sevres) herrührenden Arten folgende
Lokalitäten bemerkt: Magne, St. Florent, Tranche des grosses
terres, Serreau. Ich bestimmte von hier
Belemnites hastatus Blainv.
Amtnonites Delmontanus Opp.
Amtnonites cf. Henrici d'Orb.
Ammonites Renggeri Opp.
Ammonites cordatus Sow.
Ammonites cf. Brunneri F. Oost.
Ammonites cf. Eugeni d'Orb.
Ammonites perarmattts Sow.
Ammonites Christoli Beaud.
Ammonites plicatilis Sow.
Pleurotomaria spec. indet.
Pentacrinus Orbignyanus Opp. (Pent. pentagonalis d'Orb.
non Goldf.).
Die zweite Parthie, durch verkalkte Exemplare gebildet, und zum Theil
von den gleichen Fundstellen kommend (Magn6, St. Florent, Tranche
des grosses terres, Chamaillard), entspricht der höhern Region des
Amm. transversarius. Die bezeichnenden Leitmuscheln dieser Zone scheinen
in den Umgebungen von Niort in einem eigentlichen Spongiten-Lager
vorzukommen , da die Zahl und der Formenreichthum der in der Serie ent*
haltenen Schwämme erheblich sind. Zur Ergänzung der in der Tabelle
zusammengestellten Arten gebe ich hier eine vollständigere Liste der aus
der Zone des Amm. transversarius von Niort (Deux-Sevres) erhaltenen
Fossflreste :
Serpula 2 verschiedene Arten.
Belemnites hastatus Blainv.
Ammonites AroUcus Opp.
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269 (65)
Ammonites trimarginatus Opp.
Ammonites oatudiculatus Buch.
Ammonites subdausus Opp.
Amtnonites Erato <TOrb.
Ammonites tenuiserratus Opp.
Ammonites crenaUis Brug.
Ammonites calliceriis Opp.
Ammonites BacManus Opp.
Ammonites tortistdcatus d'Orb.
Ammonites transversarius Quenst.
Ammonites Oegür Opp.
Ammonites piicaHUs Sow.
Aptychus spec. indet.
Natica spec. indet.
Chemnitz™ spec indet.
Phasianella spec. indet.
Isoarca cordiformis Scheuchz.
Lima spec. indet.
Pecten spec. indet.
Terebrattda cf. bisuffarcinata Schloth.
Terebr. Birmensdor/ensis Esch.
Terebrattda cf. Orbis Quenst.
Megerlea pectunculus Schloth sp.
Cidaris fihgrana Agass.
Dysaster cf. granulosus Agasa.
Pentacrinus subteres Goldf.
Eugeniacrinus compressus Goldf.
Verrucospongia verrucosa Goldf. spec.
Cribroscyphia Baugieri d'Orb. spec.
Cribroscyphia obliqua Goldf. spec.
Chenendroscyphia lamellosa d'Orb. spec.
Gonioscyphia texturata Goldf. spec.
Gonioscyphia texata Goldf. spec.
Gonioscyphia canceUata Goldf. spec.
Gonioscyphia jurensis Etall. spec.
Iletiscyphia conica d'Orb. spec.
Cupulochonia grandis d'Orb. spec.
Cupulochonia patella Goldf. spec.
Bei ihrer weiteren Verbreitung nach Westen geben sich die Schichten
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(66)
270
des Amm. transversarius an der südlichen Grenze des Vendee-Departe-
ments durch das Vorkommen zahlreicher Fossilreste kund, welche zu Ile-
Delle schon von d'Orbigny gesammelt wurden und als Arten der Oxford-
Gruppe in dem 13. Kapitel des Prodrome's Erwähnung fanden. Es ist nicht
daran zu zweifeln, dass sich diese Zone als spongitenreiche Lage über den
hier gleichfalls vorhandenen Schichten des Amm. cordatus ausbreitet. Allein
ihre gesonderte Abtrennung unterblieb bisher. Auch die neuesten Be-
stimmungen A. d' Archiac's *), welcher einige beachtenswerthe Notizen
über die Ablagerung von Oxford-Schichten im Westen von Ile-Delle
und über die daselbst entdeckten Fossilreste veröffentlichte, enthalten
nur Bestätigendes für die Annahme, dass an diesem Punkte sich die beiden
Zonen des Amm. cordatus und des Amm. transversarius der Untersuchung
darboten.
Spanien. Zu dem Ausgezeichnetsten, was mir im Herbst des verflossenen
Jahres, während eines kurzen Aufenthaltes in Paris zu sehe« vergönnt war,
gehören die von E. de Verneuil hergestellten Sammlungen spanischer Ver-
steinerungen. Wichtige Beiträge, welche diese Vorkommnisse zur Kennt-
niss der geognostischen Verhältnisse Spaniens geliefert haben, sind, wie be-
kannt, theils schon veröffentlicht, thcils werden dieselben durch die bevor-
stehende Publikation der geognostischon Karte dieses Landes weiteren Aus-
druck gewinnen.
Während mir durch die Besichtigung der Sammlung und die dabei von
E. de Verneuil erhaltene vielseitige Belehrung ein allgemeines Bild über
das Auftreten jurassischer Faunen auf der iberischen Halbinsel gegeben
wurde, so gewann, ich zugleich über die Verbreitung einer einzelnen Zone
genauere Kunde, deren Erwähnung sich den vorhergehenden Nachweisen
anschliesst. E. de Verneuil beutete an mehreren Stellen ein graues Jura-
Kalk-Mergel-Gcstcin aus, dessen zahlreiche Fossilreste sich ihren Formver-
hältnissen nach als Species der Oxford -Gruppe zu erkennen gaben. Es
sind raoistens Cephalopodcn, welche in allen Beziehungen den Einschlüssen
der Birmensdorfer Schichten gleichen und auch im Einzelnen mit Arten der
Zone des Amm. transversarius übereinstimmen. Ich vermag hier einige der
von E. de Verneuil zu Frias aufgefundenen Species: AmntonUes canali-
culattts, hispidus, subclausus, transversarius, plkatilis aus der Erinnerung an-
zuführen. Aehnliche Reste der gleichen Schicht bewahrt E. de Vorneuil
von andern Lokalitäten auf, deren ich mich nicht mehr genauer entsinne.
Sind desshalb eingehendere Angaben erst noch hinzuzufügen, so geht doch
>) A. d'Archiac 1856: Histoire des progre* de la g^ologie VI, p«g. 4b$.
271
(67)
ftus Obigem die Gewissheit hervor, dass der vcrsteinerungsreicho Horizont
der Oxford-Gruppe, welcher seither (entsprechend Marcou's Argovien und
Etallon's Spongitien) als Zone des Amm. transversarius in Frankreich, der
Schweiz und Süddeutschland verfolgt wurde, auch in Spanien unter ähn-
lichen mineralogischen und paläontologischen Verhältnissen entwickelt ist.
Das Nähere über die Schichtenfolge und über die Entwicklung der
Juraformation in diesen Gegenden überhaupt ist aus einigen Aufsätzen von
IL de Verneuil und Ed. Colomb, welche im Bulletin der geologischen
Gesellschaft von Frankreich enthalten sind, zu ersehen. Ich nehme hier
namentlich auf einige dort veröffentlichte Durchschnitte Bezug, welche sich
den genannten Forschern in der Umgegend von Frias und Albarracin
(Arragonien) darboten. Die meisten derselben erscheinen in ihrer Glie-
derung sehr lückenhaft, indem die Schichten des mittleren Jura durchgängig
zu fehlen scheinen1). Bei Albarracin ist es namentlich Lias, welcher,
durch eine Verwerfungsspalte neben die Trias versetzt, zu Tage tritt und
nur an einer Stelle sogleich von Oxfordschichten bedeckt wird, bei Frias
dagegen lii>gt der Lias nirgends am Tage, sondern das tiefste Anstehende
sind die Kalke der Oxfordgruppe, über welche Bich fossilreiche Mergel an-
schliesaen.
Die grös8te Mannigfaltigkeit an jurassischen Schichten bietet ein Durch-
schnitt zwischen Frias und Villar del Cobo, welchen ich desshalb hier
wiedergebe.
1. \ ( Weisser Kalk.
2. J Äjrei(le | Weisser Sandstein und QuaraU.
3. \ l Oolithischer Kalk.
4. / \ Oxford -Mergel.
5. > Jura < Oxford -Kalk.
6. \ I Oberer Lias.
7. / v Mergel des mittleren Lias.
') Maren u; Lettres sur les roches du Jura p. 223 führt freilich, nach den Angaben
Ton Don Santjago Rodriguez (Revista minera, tomo II p. 39 Madrid 1851), aus der
Umgegend von Albarracin auch folgende Arten an, die vielleicht auch noch in den von
Verneuil und Colomb sogenannten Oxford-Kalken ihr Lager haben könnten: Ammonites
Humphric3ianus, TrutlUi, Tcrebrat. digona u. s. w.
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272
Frias selbst liegt auf dem von Verneuil und Colomb sogenannten
Oxford-Kalk (5), welcher indess nach den aus demselben angeführten Am-
monitcn-Arten auch die Kelloway-Gruppe wenigstens theilweise zu vertreten
scheint. Ueber ihm folgt der graue versteinerungsreicho Mergel (4), der
mit aller Wahrscheinlichkeit die oben angeführten Petrefakten in sich schlieast,
denselben überlagert ein oolithischer Jurakalk (3) noch unbestimmten Altere,
mit welchem zugleich die Juraformation ihren Abschluss erhält. Die Schichten
1 und 2 stellen bereits Glieder der Kreideformation dar. An der anderen
Abdachung des Berges, gegen Villar delCobo, haben sich bereits die
beiden höheren Juraschichten 3 und 4 wieder ausgekeilt und unmittelbar
unter den Gliedern der Kreide steht hier der „Oxford-Kalk" an, unter dem
sich sogleich die Kalke des oberen Lias (6) zeigen, die Sohle des Thaies
aber nimmt der mittlere Lias (7) ein. Aehnlich erscheint die Zusammen-
setzung des Jura allenthalben im nördlichen Spanien, bis gegen Burgos hin').
Algerien. Die neueren wichtigen Entdeckungen im oberen Jura der
südalpinen Distrikte haben auch für die geognostischen Verhältnisse Algiers
manche Aufklärung gebracht und es lässt sich vermuthen, dass sich in den
oberjurassischen Schichten des Atlas in kurzer Zeit die Mehrzahl jener
Unterabtheilungen erkennen lassen werde, welche in ausaeralpinen Jura-
distrikten Deutschlands und Frankreichs gemacht worden sind. Die Art und
Weise des Auftretens dieser Ablagerungen ist am besten ersichtlich aus dem
schönen Profile, welches Coquand*) vom Foum Islamem oder Ravin
bleu nordwestlich von Batna (Prov. Constantine) veröffentlicht hat
Dasselbe stellt sich folgendermassen dar:
Djebel Chellalah Batna
o M
') Vergl. 18f>2 Coup cToeil sur la Constitution g£ologique de quelque provinces de
l'Espagne parM. M. do Terneuil et Ed. Colomb: Bai. soc. geoL de France 10 pag. 61.
18T>6 de Verneuil et Colomb: Observations geologiques et barometriques faites en
Espagne cn 18Ö5. (Hierin einige Notizen Ober den Jura in Sud-Spanien.)
*) 18Ü0 Coquand: Geologie et Paläontologie de la region aud de la Pro*, de Con-
stantine pag. 19—23.
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273
(63)
Wenn man von Bat na den Weg nach dem Djebel Chellaläh verfolgt,
schreitet man erst über ein Plateau, welches in seiner Unterlage von grauen
Mergeln (L) mit Uemiaster Africanus und Inoceramus problemuticus, die von
Coquand seiner Etage carantonien zugetheilt werden, in seinen ober-
flächlichen Schichten aber von Kalken (M) mit Radiolites cornu-pastoris, zur
Etage angoumien gehörig, gebildet wird. Die Schichten liegen horizontal
und setzen mit einer Verwcrfungsspalte gegen die aufgerichteten Lager des
Jura ab.
Die Reihe der jurassischen Gesteine beginnt:
A. mit mächtigen Ablagerungen von Kalk und Dolomit in dicken Bän-
ken, aus denen keine bestimmbaren Versteinerungen aufzufinden waren. Die
Schichten stellen ein aufgebrochenes Gewölbe dar, in dem die mittelsten
Bänke auf dem Kopfe stehen, die höheren Lagen aber nach beiden Seiten
abfallen. Das Profil in nordwestlicher Richtung fortsetzend, schliessen sich an
B. Graue Mergel, etwa 12m mächtig, welche Amm. lunula und Amin.
Imnidus geliefert haben.
C. Rothe eisenschüssige Kalke mit Bei latesukatus, Amm. anceps, Amin.
Backeriae (diese Schichten werden von Coquand mit den Eisenerzen von
La V o ul t e parallelisirt).
D. Grünliche Kalke von muachligem Bruch mit Kieselausscheidungen
ohne bestimmbare Fossile.
E. Rothe grüngefleckte Kalke mit rothen Mergelzwischenlagen in nicht
sehr dicke Bänke abgetrennt 9 — 12n> mächtig, schon von den Alten als
Marmor verwendet: Bd. hastatus, Sauvanausus , Amm. biplex, tortistdeatus,
Homairei, Eucharis, Viator, tatricus einschliessend.
F. Graue Mergel und Kalkbänke sehr mächtig mit Atnm. plkatüis in
Massen.
G. Graue in ihrer Struktur den lithographischen Steinen ähnliche, com-
pakte Kalke mit Terebratula diphya.
Die nächste petrographisch unterscheidbare Schicht gehört schon der
Kreideformation an. Es folgt nämlich ein harter gelber Sandstein (H.) mit
Zwischenlagen von Thon, in dem sich an dieser Stelle keine Versteiner-
ungen auffinden Hessen. Darüber schliessen sich blaue von knolligen Kalk-
lagern durchzogene Mergel (I.) an, die, nicht sehr hart, ziemlich leicht ver-
wittern; sie beherbergen: Bei. latus, dilatatus, bipartitus, sub/ttsi/ormis, Amm.
diphyllus, Ncocomiensis, Aptychus Didayi. Sie sind von einigen Bänken eines
Sandsteins (J.) ohne Versteinerungen bedeckt. Ueber diesen Sandsteinen
erheben sich gelbliche dulomitische Kalke (K.) in grosser Mächtigkeit, welche
die Hauptmasse des Djebel Chellaläh zusammensetzen. Versteinerungen
274
Rind bis jetzt noch nicht darin aufgefunden, doch lassen sich diese Dolomite
mit ziemlicher Sicherheit als das Aequivalent des Urgonien betrachten.
Für uns sind in diesem Augenblick nur die Schichten von A— G von
Wichtigkeit. WelcheB Niveau die Kalke und Dolomite A innerhalb des
mittleren Jura einnehmen mögen, wollen wir dahingestellt sein lassen, mit B
aber beginnt die Formation des Malm und zwar lassen sich in B und C die
Aequivalente der Kelloway-Gruppe erkennen. D mag vielleicht die unteren
Oxford-Schichten darstellen, während E die Oberregion der Oxford- und die
Unterregion der Eimmeridge-Oruppe in sich zu bergen scheint. Es lässt sich
diess schon theil weise aus den von Coquand angeführten Arten schliessen,
noch mehr aber aus den von Escher und Desor von dort mitgebrachten
Stücken, welche nun im Züricher Museum aufbewahrt werden. Sie sind in
einem rothen Kalke erhalten und stammen mit vieler Wahrscheinlichkeit aus
Schicht E; es Hessen sich unter denselben erkennen:
Ammonites plicatüis Sow.
Antntonites tortisuHeatus d'Orb.
Ammonites fimbriat sp.
Ammonites iphicerus Opp.
Ammonites acanthicus Opp.
Eine Notiz über das Vorkommen von Amm. transvcrsariits Quenst.
(A. Toucasianus d'Orb.) in einem gelben mergeligen Kalk der Umgegend von
Batna verdanke ich der freundlichen Mittheilung des H. Prof. Coquand;
auch das Lager dieser Art glaube ich in irgend eine Region der Schicht
E versetzen zu müssen.
Dass die Schichten mit Amm. transversarius im nördlichen Afrika eine
grössere Verbreitung besitzen, beweist ein zweites Exemplar dieser Art,
welches in einem rothen Kalk bei Ouarencenis (Prov. Algier) ge-
funden wurde.
Die Abtheilungen F und G des Profiles stellen die höheren Kimmeridge-
Schichten und endlich die Ablagerungen der tithonischen Gruppe dar.
Die fossilen Arten der Zone des Ammonites
transversarius.
Herr C. Schwager unterzog das von mir im letzten Jahre gesammelte achlemmbare
Material einer besondern Untersuchung unter dem Mikroskope, bei der ea ihm gelang, eine
Anzahl neuer und merkwürdiger Reite Ton Cruataceen, Badiaten und Foraminifcren zu
entdecken. Ich füge in dem Nachherigen die mir von Herrn ßchwager mitgeteilten
Bestimmungen und Abbildungen bei.
Herr de Fromentel hatte die Freundlichkeit, die ron mir zusammengestellte Liste
der in der Zone de« Ammonites transversarius verbreiteten Amorphozoen zu revidiren und
zu ergänzen und deren richtige Einreihung bei den nunmehr unterschiedenen Gattungen
auf Grundlage seiner neuerdings veröffentlichten Classification auszuführen.
1. Notidanus Münster! Agass.
1833-1843. Notidanus Münsteri Agass. Rech, sur les poiss. fo«s. p. 222.
Tat XXVII, Fig. 2, 3.
Zone des Ammonites transversarius. Chapois bei Salins (Jura).
2. Sphenodns longidens Agass.
1833 — 1843. Sphenodus (Lamna) longidens Agass. Rech, sur les poiss. foss.
DJ, p. 298. Tab. XXXVII, Fig. 24—29.
Zone des Ammonites transversarsius. Birmensdorf (Canton Aargau),
St. Claude (Jura). Findet sich auch in hohem und tiefern Schichten.
3. Pithonoton gibbosum EtalL
1857. Pithonoton gibbosum Stall. Esq. d'une Descr. geoL du Haut-Jura p. 32.
1857. Pithonoton gibbosum EtalL Bullet, 8oc geoL de Fr. Bd. XVI, p. 179.
Zone des Ammonites transversarius von Ie Pont et bei St. Claude
(Jura).
4. Pithonoton qnadratnm EtalL
1857. Prosopon quadratum EtalL Esquisse geol. Haut-Jura p. 32.
1858. Pithonoton quadratum EtalL Bullet. 8oc. geoL de Fr. XVI, p. 177.
1861. Pithonoton quadratum EtalL Notes sur les crustaces jurass. p. 9.
Mit der vorhergehenden Art
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5. Oytliereis stimulea Schwager M. S.
Fig. L
Schale länglich mit nahezu parallelem Bauch- und Kückenrande. Vorder-
Rand schräge, oben und unten gerundet. Der niedere Hauptkörper fallt
rasch gegen den Bauchrand ab, langsam gegen den Kückenrand. Die Schale
läuft in eine hohe scharfe Spitze aus, deren schief- hufeisenförmige Ba»Ls
gegen vorne mit einer kleinen Erhöhung endigt. Länge 0,45 Mm.
Mit Atnmonitcs transiersarius Quenst. (Toucasiuuus d'Orb.) in den thonigen
Kalken der Oxford-Gruppe zu Aubigne (Sarthe).
b. Bairdia fabiformis Schwager M. S.
Fig. 2.
Gehäuse länglich mit höckerigem Kücken, eingebogenem Bauchrande,
an den sich der kurze gewölbte Vorderrand nahezu unter einem rechten
Winkel anschliesst. Die Oberfläche ist glatt, ziemlich rasch gegen den
Bauchrand abfallend, nach dem Rücken gleichmässig abschüssig. Im Innern
der Schale befindet sich unter dem Rande eine Lamelle, welche auf der
Vorder- und Hinterseite weiter hervortritt, als gegen unten, an dem Rücken-
Rande jedoch verschwindet. Länge 0,5 Mm.
Mit der vorigen Art zu Aubigne (Sarthe).
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7. Terebella ef. lapüloides Goldf.
Etallon vereinigt eine im Spongitien (Zone des Amtnonites transversarius)
von St. Claude (Jura) vorkommende Terebella mit der von Goldfuss aus
höheren Jura-Schichten beschriebenen Art.
8—17. Serpula spec. div.
Etallon zählt 7 verschiedene Serpula- Arten aus dem Spongitien (Zone
des Amtnonites transversarius) von St. Claude (Jura) auf, wozu Cartier
noch 3 bei Oberbuchsiten (Canton 8olothurn) in gleichem Niveau vor-
kommende Species fügt. Auch zu Birmensdorf (Canton Aargau) und zu
Niort (Deux-Sevres) fanden sich mehrere meist auf Schwämmen sitzendo
Exemplare.
18. Belemnites hastatns Blainv.
1827. BdemniU» hastatut Blaiur. M£m. mr leg Bolemn. Tab. I, Fig. 4.
Belcmmtes Iwutatw setzt sich aus den obersten Lagen der Kelloway-
Gruppe bis zur Zone des Anmonites transversarius fort und erlischt hier
unter besonders häufigem Vorkommen von Formen, wie sie d'Orb. Tab. XIX,
Fig. 8 — 10 zeichnet In tiefern Lagen sind die Exemplare schlanker und
beinahe ohne Ausnahme symmetrisch gebildet. Es ist desshalb nicht un-
wahrscheinlich, dass diese angeblichen Monstruositäten mit eigentlichen Spe-
cies-Unterschieden zusammenhängen. Zone des Amtnonites transversarius
von Paczaltowice und Trzebinia (Galizien), Oberhochstadt, Tbal-
mäsaing, Streitberg (Bayern), Lautlingen (Württemberg), Zollhaus,
Sieblingen, Küssaburg (Baden), Birmensdorf (Canton Aargau),
Firstwand am Glärnisch und Schilt (Glarner Alpen), St. Claude
(Jura), Trept (Isere), Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Niort
(Deux-Seres).
19. f Belemnites latesuloatlts (Voltz) Thurmann.
Ich führe diese zweifelhafte Art nur an, um einen Theil der Wider-
sprüche zu beseitigen, welche sich an die Bezeichnung Belemnites latesulcatus
allmählig geknüpft haben. Nach Thurmann 's erstmaliger öffentlicher Er-
wähnung (Essay 1832, p. 27) gehört die Voltz'sche Species den Oxford-
Thonen an, wofür auch die späteren Angaben Etallon's, welcher die Art
aus demOxfordien und Spongitien von St. Claude (Jura) angibt, sprechen.
Es sind vielleicht nur die mit besonders breiter Furche versehenen
Exemplare darunter zu vorstehen, welche bisher gewöhnlich mit Belemnites
hastatus vereinigt wurden.
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273
Dass die Speoies von d'Orbigny (Prodr. XII, 2) richtig gedeutet wurde,
welcher dieselbe in das Callovien versetzt, und die Abbildung eines im
Buchhandel nicht existirenden Werkes citirt, ist unwahrscheinlich.
20. Belemnites nnicanalicnlatns Ziet.
1832. Belemnites unkanaliculatus Ziet. Tab. XXIV, Fig. a
Eichberg bei Blumberg (Baden), Trept (Isere), Berg Crussol
bei Yalence (Ardeche). Beginnt in der Zone des Amnwnites transversarius^
erstreckt sich jedoch bis zur mittlem und obern Region der Malmformation.
Vermuthlich wird es später gelingen, mehrere Arten zu unterscheiden.
21. Belemnites Argovianns Mayer.
1843. Belemnites Sauvanausus (pars) d'Orb. Pal. fr. Terr. jurass. I. Tab. XXI,
Fig. 4, 5.
1862. Belemnites Argovianus Majer. Liste des Belemn. jurass. p. 14.
Trzebinia (Galizien), Eichberg bei Blumberg (Baden), Frick-
thal und Birmensdorf (Canton Aargau), St. Claude (Jura), Trept
(Isere). Doch weicht die gewöhnliche Form der an genannten Lokalitäten in
der Zone des Amnwnites transversarius verbreiteten Species von derjenigen
der d'Orbigny'schen Figur wesentlich ab. Scheint auch in höhere Schichten
überzugehen.
22. Belemnites Sauvanansns d'Orb.
1843. Bekmnites Sauvanausus (pars) d'Orb. Pal. fr. Terr. jurass. 1. Tab. XXI,
Fig. 1—3.
1862. Belemnites Saucanausus Mayer. Liste des Belemn. jarass. p. 8.
Vereinzelt in der Zone des Ammonites transversarius. Schilt in den
Glarner Alpen und Kuchen stock in Unterwaiden (Schweizer Hochgebirge).
Findet sich auch in tieferen Zonen der Oxford- und Kelloway-Gruppe.
23. Nautilus spee. indet.
Zone des Ammonites transversarius zu Birmensdorf (Canton Aargau).
24. Rhvnehoteuthis spec indet.
Zone des Atnm. transversarius. Berg Crussol bei Valence (Ardeche).
25. Peltarion Argorianum Opp.
Hierher gehören die in der Zone des Amnwnites transversarius vorkom-
menden Exemplare von Peltarion , deren Existenz zuerst durch die Schriften
von Mösch (1856 Flötzgeb. im Canton Aargau p. 53) und von Etallon
(Eaq. d'une Descr. g6ol. du Haut-Jura p. 36) bekannt wurde. Die Art wird
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daselbst unter der Bezeichnung Problematicum Quenst. von Zeihen (Aar-
gauer Jura) und von 8t. Claude (Jura) angeführt. Doch wurde bisher
nicht untersucht, ob die Exemplare der verschiedenen Spongitenhorizonte
zu derselben Species gehören. Ueber die weitere Verbreitung der Gattung
Poltarion Deslongch. (Scaphanidia undCyclidia Rolla) vergl. Quenst.
1852, Handb. Tab. 55, Fig. 45. Quenst. Jura Tab. 81, Fig. 8. Des-
longchamps 1858, Bullet. Soc. Linn, de Norm. III, p. 48. Deslongch.
1863, Notes paleontol. p. 23. Rolle 18G2, Ueber eine neue Cephalopoden-
Oattung. Sitzungsbericht der kaiserl. Akad. der Wissenschaften Bd. 45,
p. 119. Moore 1861, Quarterly Journal of the geoL Society, Tab. XVI,
Fig. 28.
26. Aptychus spec. indet.
Die gerippten Aptychen, welche in der Zone des Ammonites transver-
sarius nicht selten vorkommen, und welche vermuthlich den Familien der
Flexuosen, Canaliculaten und Trimarginaten angehören, konnten
den einzelnen nach der Form ihres Gehäuses unterschiedenen Ammoniten-
Arten bisher nicht zugetheilt werden. Sie fanden sich am Eichberg bei
Bluiuberg (Baden), Birmonsdorf (Canton Aargau), St. Claude (Jura),
Berg Crussol bei Valence (Ardeche).
27. AptychtLs Oegir? Opp.
Uebergänge in der Form und allgemeine Uebereinstiminung der Loben-
Zeichnung zwischen Perarinaten, Biarmaten und Bispinosen- Ammo-
niten machen es wahrscheinlich, dass die Aptychus-Rcste mit celluloser
Structur, welcho in der Zone des Ammonites transversarius gefunden wer-
den, zu Ammonites Oegir (Perarmat) gehören. Sollte sich diese Vermuthung
bestätigen, so würde Aptychus Oegir als besondere Art zu streichen und
mit der gleichnamigen Ammoniten-Species zu vereinigen sein. Eichberg
bei Blumberg (Baden), St. Claude? (Jura), Berg Crussol bei Valence
(Ardeche), Niort (Deux-Sevres).
28. Ammonites Arolicns Opp.
18ß2. Ammonites AroHcus Opp. Pol. Mittheil. p. 160 und p. 188. Tab. M,
Fig. 1, 2.
Zone des Ammonites transrersarius von Pac/.altowice und Trzebinia
(Gali/.ien). Voglarn bei Passau (Niederbayern), Wannenthal und Laut-
lingen (Württemberg), Blumberg, Fützen, Sieblingen, Bechters-
buhl (Baden), Birmensdorf, Frickthal, Bötzen (Canton Aargau),
Oberbuchsiten (Canton Solothurn), Noiraigne im Val Travers (Canton
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Neuchatel), Schilt und Walenstadt (Schweizer Alpen), Umgebungen von
Salins (Jura), Tenay (Ain), Trept (Isere), Berg Crussol bei Valence
und Yoyeuse bei Aubenas (Ardeche), Gigondas (Vaucluse), StMaixent
und Niort (Deux-8evres). Erstreckt sich bis zu der Zone des Ammonites
29. Ammonites stenorhynchus Opp.
1863. Ammonites stenorhynchus Opp. PaL Mitth. p. 189. Tab. 52, Fig. 1.
Zone des Antmonites transversarius zu Baczyn (Galizien), Lautlinge n
und Wannenthal (Württemberg), Blumberg (Baden), Frickthal und
Birmensdorf (Cant. Aargau). Erstreckt sich vermuthlich noch etwas hoher
bis in die mergeligen Schichten der Terebratuia impresso.
30. Ammonites trimarginatns Opp.
1862. Ammonites trimarginatus Opp. Pal. Mitth. p. 159. Tab. 50, Fig. 2.
Ursprunglich aus den geschichteten Kalken des Ammonites Haufßanus
vom Hundsrück bei Balingen beschrieben, wurde die Species seither auch
in der tiefern Zone des Ammonites transversarius an folgenden Lokalitäten
nachgewiesen: Birmensdorf (Cant. Aargau), Gigondas (Vaucluse), Niort
(Deux-Sevres).
31. Ammonites subclansns Opp.
1863. Amtnonites subclausus Opp. Pal. Mittb. p. 19a Tab. 52, Fig. 3.
Zone des Ammonites transversarius zu Paczaltowice, Trzcbinia
und Grojec (Galizien), Wannenthal und Lautlingen (Württemberg),
Blumberg (Baden), Frickthal und Birmensdorf (Aargau), Tenay
(Ain), Gigondas (Vaucluse), Rians (Var), Niort (Deux-Sevres), Frias
(Spanien). Reicht bis in die untere Region des Impreasa-Thones.
32. Ammonites Bruckneri Opp.
1863. Ammonites Bruckneri Opp. Pal. Mittb. p. 192. Tab. 54, Fig. 4 a.
Zone des Ammonites transversarius : B 1 u m b 6 r g ( Baden), Berg C r u s s o 1
bei Yalence (Ardeche).
33. Ammonites canalienlatas Buch.
1831. Ammonites canaliculatus Bach. Recveil de Planches de Petrific. remarq.
Tab. I, Fig. 6—8.
Zone des Ammonites transversarius: Paczaltowice und Trzebinia
(Galizien), Wannenthal und Lautlingen bei Balingen (Württemberg),
Eichberg bei Blumberg (Baden), Frickthal und Birmensdorf (Gant.
Aargau), Oberbuchsiten (Cant. Solothurn), Umgebungen von Salins und
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von St. Claude (Jura), Nantua (Ain), Trept (leere), Rians (Var),
Aubigne (Sarthe), St. Maixent und Niort (Deux-Sevres), Frias (Spa-
nien). Reicht bis in die untere Region des Impressa-Thones.
34. Ammonites hispidus Opp.
1863. Ammonites hispidus Opp. Pal. Mittheil. p. 193. Tab. 52, Fig. 2.
Zone des Ammonites tratisversarit4S zu Streitberg in Oberfranken
(Bayern), Lajutlingen bei Balingen (Württemberg), Bechtersbohl bei
Thiengen (Baden), Frickthal und Birmensdorf (Aargau), Trept (Isere),
St. Maixent (Deux-Sevres), Frias (Spanien). Findet sich auch rostgelb
verkiest in den thonigen Lagen an der Basis der Zone der Terebr. impresso.
35. Ammonites alternans Buch.
1831. Ammonites alternans L. v. Bach. Reoaeil de Planches des Petrification«
rem. Tab. VII, Fig. 4.
1837. Ammonites alternans Posch. Pol. Pal. p. 155. Tab. XIII, Fig. 12.
Von Pusch aus dem Jura von Hloszowa (Krakau) erwähnt, woselbst
sie von Zeuschner gesammelt wurde, fand sich die Art spater noch an
zahlreichen Lokalitäten des Polnischen Jura. Ausserdem Bechtersbohl bei
Thiengen (Baden), Birmensdorf (Cant. Aargau), Umgebungen von Saline
und von St. Claude (Jura), Tenay (Ain), Berg Crussol bei Valence
(Ardeche). Beginnt in der Zone des Amm. transversarius und setzt sich
gegen oben bis in die mittlere Region der Kimmeridge-Gruppe fort
36. Ammonites tenniserratns Opp.
1863. Ammonites tenuiserratus Opp. Pal. Hitth. p. 200. Tab. 53, Fig. 2 a — o.
Zone des Ammonites transversarius. Hornussen, Kreisacker und
Birmensdorf (Aargau), Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Rians
(Var), Niort (Deux-Sevres).
37. Ammonites crenatns Brug.
1792. Ammonites crenatus Brug. Encycl. meth. I, p. 37.
Zone des Ammonites transversarius. Trzebinia (Galizien), Bechters-
bohl bei Thiengen (Baden), Birmensdorf (Aargau), St. Claude (Jura),
Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Rians (Var), Niort (Deux-Sevres).
Erstreckt sich gegen oben bis zu der Zone der Terebratula impressa.
38. Ammonites politns Opp.
1863. Ammonites lophotus (pars) Opp. Pal. Mitth. Tab. 53, Fig. 4 (nonFig. 3).
Zone des Ammonites transversarius zu Bechtersbohl bei Thiengen
(Baden), Birmensdorf (Aargau), Yoyeuse bei Aubenas (Ardeche).
(78)
2S2
89. Ammonites Hyaeinthus d'Orb.
1818- Ammonites Hyaeinthus d'Orb. Pal. franc. Terr. jarass. I, p. 672 (pars).
1851. Ammonites Hyaeinthus d'Orb. Prodr. XIII. 50 (pars).
Eine dem Ammonites microdomus Opp. nahestehende Art aus der Zone
des AmmoniUs transversarius von ftiort (Deux-Sevres). Der im Prodrome
von Neuvizi erwähnte Ammonit gehört zu einer verschiedenen Species,
dagegen findet sich Ammonites Uyacinthus zweifelsohne auch in den Spon-
gitenschichten von Birmensdorf (Canton Aargau.)
40. Ammonites Erato d'Orb.
1848. AmmoniUs Erato d'Orb. PaL fr. Terr. jorasj. Tab. 201, Fig. 3-6.
Zone des Ammonites transversarius : Paczaltowice und Trzebinia
(Ualizien), Birmensdorf (Canton Aargau), Berg Crussol bei Valence
(Ardeche) Gigondas (Vaucluse), Iii ans (Var), Kiort (Deux-Sevres). Er-
streckt sich auch in tiefere und höhere Lagen, doch ist der verticale Ver-
breirungsbezirk dieser Species noch nicht genauer ermittelt.
41. Ammonites Anar Opp.
1863. Ammonites Anar Opp. Pal. Mitth. p. 207. Tab. 55, Fig. 1 a— d.
Zone des Ammonites transversarius: Trzebinia, Grojec (Galizien),
Birmensdorf, Thalheim, Frickthal (Canton Aargau), Berg Crussol
bei Valence (Ardeche).
42. Ammonites öessneri Opp.
1863. Ammonites Gesaneri Opp. PaL MittheiL p. 208. Tab. 51, Fig. 2 a — d.
Zone des Ammonites transversarius: Birmensdorf (Canton Aargau),
First wand am Glärnisch (Canton Glarus).
43. Ammonites Bachianns Opp.
1803. Ammonites Bachianus Opp. Pal. MittheU. p. 208. Tab. :»:., Fig. j.
Zone des Ammonites transversarius: Trzebinia, Mloszowa, Grojec
(Galizien) Frickthal, Birmensdorf (Canton Aargau), Oberbuchsiten
(Canton Solothurn), Trept (Isere), Yoyeuse bei Aubenas, la Voultc,
Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Rians (Var), Niort (Deux-S^vrcs).
44. Ammonites semi planus Opp.
1803. Ammonites semiplanus Opp. Pal. Mittheil. p. 209. Tab. i>:>, Fig. 4.
Zone des Ainmonites transversarius: Birmensdorf und Frickthal
(Canton Aargau), Trept (Isöre), Rians (Var).
283
(79)
45. Amnionitis («llfeerus Opp.
Ammonites callicerm Opp. Pal. Mitthell. p. 210. Tab. 55, Fig. 2, 3.
Zone des Antm. transversarius: Trzebinia (Galizien), Birmensdorf,
Thalheira und Frickthal (Cant. Aargau), Oberbuchsiten (Cant Solo-
thurn), Firstwand am Glärnisch (Glarner Alpen), Trept (Isere), Yoyeuse
bei Aubenas und Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Rians (Var),
Niort (Deux-Sevres).
46. Animonites G nielin i Opp.
1863. Ammonites Gmelini Opp. Pal. Mittheil. p. 210. Tab. 54, Fig. 7 a— c.
Zone des Amm. transversarius : B i r m e n s d o r f (Cant. Aargau ), 1 a V o u 1 1 e
und Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Rians (Var).
47. Ammonites Maufredi Opp.
1863. Ammonites Manfredi Opp. Pal. Mittheil. p. 215. Tab. 57, Fig.2a-c.
Zone des Anm. transversarius von Trzebinia (Galizien), Bechters-
bohl bei Thiengen (Baden), Kreisacker bei Brugg, Birmensdo rf (Cant
Aargau), Berg Crussol bei Valence (Ardeche). Erstreckt sich auch in die
darüberliegende Zone der Terebraitda impresso.
48. Ammonites tortisnleatns d'Orb.
1840. Ammonites tortisulcaius d'Orb. Terr. cfet. I, p. 162. Tab. 51, Fig. 4-6.
Terr. jutmi. I, 1847 p. 189.
Zone des Anm. transversarius: Zalas westl. von Krakau (Galizien),
Birmensdorf (Cant Aargau), Firvtwand amGlärnisch und Walenstadt
(Schweizer Hochgebirge), St. Claude (Jura), Trept (Isere), Yoyeuse
bei Aubenas, la Voulte, Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Gigondas
(Vaucluse), Niort (Deux-Sevres). Geht in höhere und tiefere Lagen über.
49. Ammonites spec. indet. (Fimbriat),
Zone des Amin, transversarius: Berg Crussol bei Valence (Ardeche)..
50. Ammonites Oegir Opp.
1863. Ammonites Oegir Opp. Pal. Mittheil. p. 226. Tub. 63, Fig. 2.
Zone des Amm. transversarius: Trzebinia (Galizien), Puchow (Un-
garn), Voglarn bei Passau und Oberhochstadt bei Weissenburg (Bayern),
Birmensdorf, Frickthal, Trimbach (Cant. Aargau), Umgebungen von
Salins und von St. Claude (Jura), Trept (Isere), Berg Crussol bei
Valence (Ardeche), Niort (Deux-Sevres).
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284
51. Amnionites Rotnri Opp.
1863. Ammonites Rotari Opp. Pal. Mittheil. p. 227. T»b. 63, Fig. 3.
Zone de» Amm. transversarius : Bozen bei Brugg (Cant. Aargau).
52. Ammonites Meriaui Opp.
1803. Ammonites Meriaui Opp. Pal. Mittheil. p. 230. Tab. 65, Fig. 1.
Zone des Amm. transversarius: Frickthal und Birmensdorf (Cant.
Aargau).
53. Ammonites tnnsversarins Quenst
1847. Amnionitis transversarius Quenst Ceph. p. 199. Tab. XV, Fig. 12.
1847. Ammonites Toueasianus d'Orb. p. 508. Tab. 190.
Zalas und Mirow westlich von Krakau und Rogoznik in Galizien,
Puchow in Ungarn (Oesterreich), Amberg in der Oberpfalz (Bayern),
Lautlingen (Württemberg), Pützen, Blumberg (Baden), Birmens-
dorf (Cant. Aargau), St. Croix (Cant. Vaud), Erzcck übor Engstlen Alp
(Berner Oberland), Rottenstein (Tiroler Alpen), St. Claude (Jura), Tenay
(Ain), Gigondas (Yaucluse), Rians und Caussol (Var), Chatel-Censoir
(Yonne), Aubigne (Sarthe), Niort (Deux-Sevres), Frias (Spanien), Batna
und Ouarenccnis (Algier).
54. Ammonites Cliapnisi Opp.
1847. Ammonites mierostoma impressae Quenst Ceph. Tab. XV, Fig. 6.
1857. Ammonites Chapuisi Opp. Juraform. p. 605.
Zone des Amm. transversarius: Birmensdorf (Cant. Aargau) und
vermuthlich St. Claude (Jura), wie 'aus der von Etallon erwähnten
d'Orbigny 'sehen Art Amm. Aeropus hervorzugehen scheint. Da sich die
Kieskerne aus den Tmpressa-Thonen von Reichenbach bei Boll früher
ausschnüren und kleiner bleiben als die verkalkten Exemplare von Birmens-
dorf, so ist es nicht unwahrscheinlich, dass letztere einer besondern Art
angehören, für welchen Fall ich die Species Ammonites glomns nenne.
55. Ammonites Collinii Opp.
1863. Ammonites Cottinii Opp. Pal. Mittheil. p. 235. Tab. 65, Fig. 3, 4.
Zone des Ammonites transversarius von Grojec im Reg. -Bez. Krakau
(Oesterreich) und von Birmensdorf (Canton Aargau).
56. Ammonites Hiemeri Opp.
1863. Ammonites Hiemeri Opp. Pal. MitttteiL p. 243. Tab. 65, Fig. 6.
Zono des Amm. transversarius : Birmensdorf (Cant. Aargau).
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57. Ammonit«s Schill! Opp.
1863. AmmoniUt SckOli Opp. PaL MittheU. p. 215. Tab. 65, Fig. 7.
Zone des Amm. transversarius von Trzebinia und Grojcc Reg.-Be*.
Krakau (Galizien), Puchow an der Waag (Ungarn), Kreisacker nord-
westlich von Brugg* (Cant. Aargau).
58. Ammonites plicatilis Sow.
1817. Ammonites pliaUÜis 8ow. Min. Coach. Tab. CLXTI.
Zone des Amm. transversarius von Trzebinia, Mloszowa und Pa-
caaltowice bei Krakau (Galizien), Puchow an der Waag (Ungarn),
Voglarn bei Tassau und Amberg in der Oberpfalz, 8treitberg und
Oberhochstadt in Franken (Bayern), Lautlingen bei Balingen (Würt-
temberg), Zollhaus, Fütaen, Sieblingen (Baden), Birmensdorf,
Frickthal (Cant. Aargau), Oberbuchsiton (Cant Solothurn), Rüchen-
stock in Unterwaiden (Schweizer Hochgebirge), Umgebungen von Salin»
und von St Claude (Jura), Kantua (Ain), Trept (Isdre), Yoyeuse bei
Aubenas und Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Niort (Deux-Sevres),
Frias (Spanien). Weit verbreitete Art, welche sich in höhere und tiefere
Zonen erstreckt
59. Amnionitis chluroolitkicus GümbeL
1864. AmmomU» chlorooUthicus GümbeL Oeagn. Verb, der frank. Alp p. 55.
8eparatabdr. au* EiebU Bararia Bd. III, Buch IX.
Zone des Amm. transversarius von Streitberg und Oberhochstadt
in Franken (Bayern). Es wäre möglich, dass auch, noch andere bei der
vorigen Species angeführte Lokalitaten sich auf Vorkommnisse des Ammonites
chlorooUthicus bezögen.
60. Ammonites Martelli Opp.
1863. AmmoniUs Martelli Opp. Pal. Mitthefl. p. 247.
Zone des Amm. transversarius. Polnischer Jura westlich von Krakau
zu Trzebinia. Eines der besterhaltenen Exemplare wurde von Herrn
Schichtmeister Fallaux in dem Jurakalk zu Tenczy unweit der Station
Crzeszowice gesammelt Oberhochstadt bei Weissenburg in Mittelfranken
(Bayern), B ö z e n bei Brugg (Cant Aargau), Umgebungen von S a 1 i n s (Jura),
Aubigne (Sarthe).
61. (hemnitzia Heddingtonensis Sow. apec.
1813. Mtlania Heddingtonenns Sow. Hin. Concb. Tab. XXXIX, Fig. 2.
Zone des Amm. transversarius von Aubigne (Sarthe). Geht auch in
die zunächst angrenzenden Zonen über.
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62. Chemnitzia spec. indet
Zone des Amm. trunsversarius von Niort (Deux-8evrea>. Steinkern,
vielleicht zu Chemniteia Blandina d'Orb. gehörig.
63. Natica cf. (Hytia d'Orb.
185a Natica Clytia? dOrb. Prodr. XIII, 9 »
im. Natica Clytia (pars) d'Orb. Terr. jur. II, p. 2(X). Tab. 292, Fig. 3-4.
Einige Steinkerne von Niort (Deux-Sevres). Ich vermuthe, das»
d'Orbigny mehrere Arten unter der Bezeichnung Natica Clytia vereinigte.
64. Neritopsis albida Scheuchz. spec.
1752. Neritite* albidtut u. s. w. Bcbeuchx. Natur- Hietorie des Schweizerlande«
III, p. 275, Fig. 59.
Zone des Amm. traiisversarius von Birmcusdorf (Cant. Aargau).
Scheuchzer erwähnt diese Art vom Lägernberg.
65. Pleuroiomaria spec. indet
Unvollständig erhaltene, verschiedenen Species angehörige Steinlierne,
von welchen schon 1708 in Lang's Hist. Lap. Tab. XXX und 1752 in
Scheuchzer Nat. H. Fig. 64, 65 mehrere angeblich vom Lägern her-
rührende Stücke abgebildet wurden, finden sieb nicht selten in den ver-
steinerungsreichen Mergel-Schichten des Amm. transversaritts zu Bir Hiens-
dorf (Cant. Aargau), woselbst ohne Zweifel auch die Lnng'schen und
Schcuchzer'schen Exemplare gesammelt wurden.
66. Pholadomya parcicosta Agass.
1842. Pholadomya parcicosta Aga». Myei Tab. VI, Fig. 7—8, Tab. VI b, c.
Klein Lützel (Cant. Solothurn), Umgebungen von Salins und St.
Claude (Jura), Nantua (Ain), Aubigne (Sarthe). Wurde in den spon-
gitenreichen Lagen der Zone des Amm. transversarius bisher nicht aufge-
funden, charakterisirt dagegen die thonigen Niederschläge, welche sich in
der obern Hälfte der Oxford-Gruppe als schlammige Uferbildung in vielen
Gegenden ausbreiten. Doch beginnt diese eigentümliche Facies gewöhnlich
erst über der Zone des Amm. transversarius.
67. Pholadomya laevi&scula Agas».
\m. Pholadomya laeviuscula Aga«. Mye« p. 131. Tab. VIII, Fig. 13-15,
Tab. VI', Fig. 8-1U.
Umgebungen von Salins (Jura), Aubigoe (Sarthe). Findet sieh in den
gleichen Schichten wie die vorhergehende Species.
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287
(«»)
r.». l'holadoinya rf. coiioentriea Rom.
183t». Pholadomya concentriea K3m. Ool. p. I». Tab. XVI, Fig. 2.
Häufig zu Chappois, Supt und Montmarlon in den Umgebungen
von Sali na (Jura). Marco u führt ausser Phol. parcicostu, cardissoides und
tumida noch zahlreiche andere Pholadomyen -Arten aus dem Argovien des
Jura-Departements an. Seinen Beobachtungen zufolge fehlen die Spongiten
da wo die Myaciten häutiger auftreten und umgekehrt.
69. Pholadomya ringulata Agass.
18*2. Pholadomya cingulat« Agus. Jfyes p. 133. Tab. VI .
Mehrere benachbarte Arten, welche sich an Pholadomya cingulata an-
schliessen, wie Pholadomya aaminata Ziet. Pholadomya clathrata Ziet. und
Quenst. werden in der Literatur von verschiedenen Lokalitäten erwähnt, an
welchen dieselben in der Zone des Ammonites transversarius vorkommen.
Da es mir an Vergleichsmaterial fehlt, so unterbleibt eine genauere Prüfung
ihrer Morkmale vorläufig. Aargauer Jura und Umgebungen von Satins
und St. Claude (Jura). Vergl. 1846 Marcou Rech, sur le Jura Snlinois
p. 93. Mösch 1856 Plötzgeb. im Cant. Aargau p. 53. Etallon 1857 Esq.
dune Descr. geol. du Haut Jura p. 34. Waagen 1864 Der Jura in Fran-
ken, Schwaben und der Schweiz p. 198.
70. Trigonia npec. indet.
Zone des Amm. transversarius von Aubigne (Sartbe). Die seltenen
Vorkommnisse von Trigonien, welche bisher in der Zone des Amm. trans-
versarius nachgewiesen werden konnten, beschränken sich auf diejenigen
Lokalitäten, an welchen dieser Horizont in Myaciten und Ausrern-Facics
entwickelt sich zeigt; während an den Lokalitaten, an denen Spongitenfacics
herrscht, wie in den höheren jurassischen Scyphien kalken, so auch in der
Zone des Amm. transversarius die Reste von Trigonien gänzlich fehlen.
71. Cyprina Calliope d'Orb.
1K»0. Gyprina Calliope d'Orb. Prodr. XIII, 279.
Eine vermuthlich aus der Zone des Amm. transversarius stammende
Muschel, welche d'Orbigny von Fontenelay bei Besancon (Doubs) und
von Niort (Deux-Sdvres) anführt.
72. I nicardium globosnm Agass. spec.
Mactromya globosa Ajjmj. Myes p. 2<H). Tab. IX d, Fig. !)— Ii.
l.HjO. Vnicardium globoxum d'Orb. Prodr. XIII, 313.
Oünsberg (Cant. Solothurn), Brillat bei Pont de fil-de-fer und St.
Claude (Jura). Den Bestimmungen J. Marcou's und Etallon's zufolgn
dürfte das Niveau dieser Muschel der Zone der Terebrattda impresso- entsprechen.
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238
73. Isocardia Schüli Opp.
Höhe 28 Hm., Länge 29 Mm., Dicke 26 Mm. Wirbel kräftig und stark
fibergebogen, beinahe zusammenstossend. Gleicht der von d'Orbigny Terr.
cret. Tab. 250, Fig. 9 — 11 abgebildeten Isocardia Neocomiensis, doch ver-
jüngt sich das hintere Ende rascher als das bei letzterer Art, auch ist die
Aussenseite des Steinkerns von Isocardia Sckitti schon in der Wirbelgegend
mit feinen radialen Streifen bedeckt, welche sich jedoch leicht vorwischen.
Wurde von H. Dr. Schill in der Zone des Anmonites transversarius an
der Wannensteige bei Zollhaus (Baden) angefunden. Isocardia tenera
Etailon (von Sow.) aus dem Spongitien von 8t. Claude (Jura) und Iso-
Cftrdia elongata (PZiet.), welche Mosch aus dem Aargauer Jura anfuhrt
(Mosch Flötzgeb. p. 53), durften zu der gleichen Species gehören.
74. Isoarca cordiformfa nov. spec.
1752. Concha cordi formt* u. s. w. 8cbeuchz«r. Natur -Historie des Schweiler-
Landes III, p. 292. Fig. 80.
)&)?. Isocardia truncata P Etall. Esq. geol. du Haut- Jura p. 34 (nou Ooldf.).
18G1. Isoarca Lochcnsis? Cartier, Verband!, der naturf. Ges. iu Basel III, p. 53.
Zone des Amtn. transversarius von Trzebinia (Oalizien), Birmens-
dorf (Cant. Aargau), St Claude (Jura), Niort (Dcux-Sevres).
75. Leda spec. ladet,
1857. Leda nuda (pars) EtaUon. Esq. d'une Descr. geol. da Haut-Jura p. 34
(Young * Birdf).
8pongitien (Zone des Amm. transversarius) von St. Claude (Jura).
76. Nacnla spec. ladet.
Zono des Amm. transversarius von Fützen (Baden), Birmensdorf
(Cant. Aargau). Vergl. N. Calliope d'Orb. von Etallon Esq. d'une Descr.
geol. du Haut -Jura p. 34 aus dem Spongitien von St. Claude (Jura)
angeführt.
77. Area spec, lud.
Steink ern einer kleinen Art mit aufgeblähten Wirbeln von Niort
(Deux-Sevres).
78. MytilDs ef. Villerseasis Opp.
Vergl. im Vorhergehenden p. 218(14). Zone des Amm. transrersarius
von Aubigne (Sarthe).
(85)
79. MytiliLs Stnderi Opp.
Von ähnlicher Form und Umfang wie Modiola tetmstriata Ooldf., doch
ist die Oberflüche der Schale statt mit feineren Streifen mit unregelmässigen
Runzeln bedeckt. Zone des Amm. transversarius von Trzcbinia westlich
von Krakau (Galizien). Von IL C. Möse h wurde die Speciea in zahlreichen
Exemplaren an mehreren Punkten des Aargauer Jura gesammelt, loh
benenne dieselbe Herrn Professor Stüde r in Bern zu Ehren.
80. Lima Niortoosta Opp.
Kleine Muschel von 23 Mm. Länge mit glänzender Schale, deren Ober-
fläche eine ähnliche Punktation zeigt, wie die von Goldfuss Tab. 101, Fig. 2
abgebildete Speciea. Doch fehlen bei Linkt Niortensis die feinen concen-
trischen Vertiefungen, indem sich nur vereinzelte Anwachsringe in unregel-
mässigen Zwischenräumen bemerklich machen. Zone des An»», transversarius
von Niort (Deux-Sevres).
81. Lima (Ctenostrea) Marronsana Opp.
1846. Lima tuhrtriata Marco u. Roch. geoL gar le Jura salinois p. 92. M6tn.
8oc. g&ri de Fr. T Bd. I. (non Ooldf.).
Eine von Lima pectini/ormis verschiedene Art, welche ich ihrer eigen-
tümlichen blättrigen Schalenbeschaffenheit und anderer bezeichnender Merk-
male wegen mit der fitchwald'tscaen Gattung Ctenostreon vereinige. Iläufig
in der Zone des Atnmonites transversarius zu Aubigne (Sarthe), seltener
im Argovien von Supt (Jura). Ein Exemplar von Supt, welches mir von
J. Marco u mitgctheilt wurde, stimmt mit den bei Aubigne gesammelten
Stöcken vollständig aberein.
82. Ferna spee indet.
Zone des Amm. transversarius von Aubigne (Sarthe). Dieses Genus
acheint der Myaricr-Faciea ausschliesslich eigenthümlich zu sein.
83. Pecten spee. indet.
Kleine Speciea, deren beinahe glatte Oberfläche feine concontrische
Linien zeigt Zone des Amm. transversarius von Aubigne (Sarthe).
84. Peeten sabpunetatus Goldf.
1833. PtcUn $ubpnnctatua Ooldf. II, p. 48. Tab. IX, Fig. 13.
1861. PecU* subpumeiatus Cartier. Verhandl. n«t. Oo». in BaieL III, p. 53.
Zone des Amm. transversarius von Eichberg bei Blumberg (Baden),
Oberbuchsiten (Cant. Solothurn), Noiraiguo im Val Travers (Canton
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2yu
Neuchätel), St. Claude (Jura), Tenay (Ain). Erstreckt sich bis zu der
Zone des Ammonites bimammutus, aus welcher die Species zuerst beschrie-
ben wurde.
85. Pecten vimineus Suw.
1826. Pecten vimineu» 8ow. Tab. .>C(, Fig 1, 2.
Fehlt in den Cephalopoden - reichen Spongitenachichtcn der Zone dos
Ammonites transversarius, findet sich dagegen in Bildungen gleichen Alters,
jedoch verschiedener Facies zu Aubigne, südlich von le Mans (Sarthe).
Gegen oben erstreckt sich Pecten vimineus bis zu der höheren Zone des
Cidaris florigemma oder des „Coralbne Ooliteu, aus welchem die Spccics
zuerst beschrieben wurde.
86. Pecten Inaeqnicostatus Phill.
1829. Pecten inaequicostatus Phill. Tab. IV, Fig. tO.
1836. Pecten octocoetattu Röm. Ool. Tab. III, Fig. 18.
Mit der vorigen Art, sowie zu Mesmay bei Quingey (Jura).
87. Hinnites cf. velatns Goldf. spec.
1836. Spondylus txlatus Goldf. Tab. CV, Fig. 4, p. 94.
Zone des Amm. transiersarius von Birmensdorf (Cant. Aargau),
Xoiraigue im Val Travers (Cant. Neuchätel), St. Claude (Jura). Beschränkt
sich nicht auf die einzige Zone, sondern erstreckt sich auch in höhere
Schichten , doch wurde der verticale Verbreitungsbozirk dieser Species bisher
nicht mit Genauigkeit ermittelt.
88. Plicatula spec. indet.
Mösch erwähnt eine noch unbestimmte Art der Gattung Plicatula aus
den Birmensdorfer Schichten des Aargauer Jura, während Etallon eine
Species als Plicatula tubifera aus gleichem Niveau von St. Claude (Jura)
anführt. Auch in den thonigen Schichten von Aubigne (Sarthe), welche
sich dorten in der oberen Kegion der Zone des Ammonites transvetsarius
ausbreiten, findet sich eine durch ihre schuppige Oberfläche charakterisirte
Art nicht selten. Desgleichen zu Niort (Deux-Sevres).
89. Ostrea Blandina d'Orb.
Diese Species nebst mehreren anderen zweifelhaften Arten wie Crania
porosa Goldf., Sitondylus pygmueus Quensr., PKmtula indet. Quenst.
Jura Tab. 78, Fig. 5, finden sich ziemlich spärlich in der Zone des Am-
monites transversarius zu Birmensdorf (Cant. Aargau), Noiraigue im
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Val Travers (Cant. Neuchatel), 8t. Claude (Jura), Tenay (Aiu), Niort
(Deux-Sevres), Aubigne (Sarthe). Doch erstrecken sich die gleichen Formen
auch in höhere Schichten.
90. Ostrea gryphaea tt Schloth spec.
1820. Ostracite* gryphaeatu* Sohloth. p. 235.
18G4. Gryphaea cotUroversa Waagen. Der Jura in Fr. u. «. w. p. 153 (non Koem).
Erinnert an Gryphaea dilatata, besitzt aber eine flachere unregelniäs-
sigere Form, indem zugleich die Krümmung des Schnabels beinahe vollständig
hinwegfällt. Findet sich sehr häufig zu Aubigne (Sarthe) in der Zone des
Ammomtes transversarius oder an deren oberer Grenze. Marcou erwähnt
die Art, aus dem Argovien von Poupet und Supt bei Salins (Jura)
unter Hinweis auf deren Verschiedenheit von Gryphaea dilatata (Vergl.
Marcou Jura Salinois p. 92, Anm.). Es scheint, das» die Muschel hier ein
etwas höheres, den Impressa-Thonen ungefähr entsprechendes Niveau ein-
nimmt, desgleichen zu St. Claude (Jura). Im Schweizer Jura besitzt die
Art eine weite Verbreitung. Ziemlich selten in den untern Schichten des
Terrain a chailles findet sie sich dagegen in grosser Häufigkeit unter
den durch Cidaris florigenmu und Heniiädaris creitularis charakterisirten
Kalken von der Stelli bei Ölten (Cant. Solothurn). Dass der „Jurakalk-
stein der Gegend von Aarau", aus welchem Schlotheim diese Species
zuerst erwähnt, der Zone des Amm. biimtmirnttus oder einer der beiden von
Müsch unterschiedenen Formationsabtheilungen der „Geisberg-Schichten und
Crenulnris-Schichten44 in der That entspricht, scheint aus den tabellarischen
Zusammenstellungen des letzteren (Verhandl. der Schweiz. Naturf. Ges. 1863)
hervorzugehen.
91. Ostrea ef. rastellaris Goldf.
1833. Ottrea ratteUaris Mttnit. Goldf. Tab. LXXIV, Fig. 3
Zone des Amm. transversarim von Oberbuchsiten (Cant. Soluthurn).
92. Terehratula ef. binuffamnata Schloth. spec.
1820. TerebrattUUes bisuflarcinatus Schloth. Petrefk. I, 279.
1856. Ttrebratula büuflarcinata Möscli. FlStzgeb. Cnnt. Aarg. p. 53.
1857. Terebratula bicanalieulata Etat). E»q. geol. Haut-Jura p. 35.
1801. Terebratula büuffarcinata Curtier. Verh. naturf. Oes. in Basel p. 53.
Biplicate Terebratel, ähnlich der in höheren Schichten vorkommenden
Terebratula bisuffarcinata Schloth. (Ziet. Tab. IV, Fig. 3) oder mit derselben
übereinstimmend. Zone des Amm. transversarius von Trzebinia u. Grojec
bei Krakau (Galizien), Blumberg (Baden), Birmensdorf (Cant. Aargau),
Oberbuchsiten (Cant. Solothurn), Locle, Noiratgue im Val Travers
{Cant. Xeuch&tel), St. Claude (Jura), Niort (Deux-Sevres).
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93. Terebratula Birmnisdorfensin Escher.
Terebratula Birmensdorfensi« K scher von der Linth. M. 8.
1864. Terebratula Birmensdorfensi» Waagen. Württemb. narurw. Jahresh. Der
Jura in Franken, Schwaben und der Schwei! p. 199.
Bleibt etwas kleiner als die vorige Species und unterscheidet sich von
dieser durch ihre schmalere Form. Zone des Amm. transversaritts von
Trzebinia und Mloszowa bei Krakau (Galizien), Eichberg bei Blum-
berg und Bechtersbohl bei Thiengen (Baden), Frickthal, Birmens-
dorf (Cant Aargau), Locle (Cant Neuchdtel), Niort (Deux-Sevres).
94. Terebratula cf. orbls Quenst. (Waldheimia.)
1857. Terebratula orbü Quenatedt. Jura p. 639. Tab. 79, Fig. 23—29.
Kleine Terebratel von breiter Form, mit deutlicher Medianleiste auf
der kleineren Klappe. Da die Exemplare viele Aehnlichkeit mit der aus
höheren Lagen beschriebenen Terebratula orbis Quenst. Jura Tab. 79,
Fig. 23 — 28 zeigen, so führe ich dieselben unter dieser Bezeichnung an.
Mit Ammonites transversarius in den Umgebungen von Fützen und Blum-
berg (Baden), Ober buch siten (Cant Solothurn), Noiraigue im Val
Travers (Cant Neuchatel), Niort (Deux-Sevres).
95. Terebratula cf. gutta Quenst
1857. Terebratula gutta Quemtedt. Jura p. 639. Tab. 79, Fig. 21 u. 22.
Diese von Quenstcdt Jura p. 039, Tab. 79, Fig. 21, 22 aus der Zone
des Ammonites bunammatus beschriebene und abgebildete Art wurde neuer-
dings von H. Dr. Waagen auch in der Zone des Amm. transversarius zu
Birmenadorf (Cant. Aargau), und zu Noiraigue im Val Travers (Cant
Neuchatel) aufgefunden.
96. Terebratula nicleata Schloth spec.
1820. Terebratulitet nucUatus 8chloth. Petrefk. p. 281.
Findet sich bei Trzebinia (Galizien), Eichberg bei Blumberg (Ba-
den) und zu Birmensdorf (Cant Aargau) in der Zone des Ammonites
transversarius und erstreckt sich von hier bis in die untere Region der
Kimmeridge-Gruppe.
97. Terebratula Karri Opp.
1820. Terebratulites rtticulatus (pars) Schloth. p. 269-
1852. Terebratula reticulata Quenst. Handb Tab. 37, Fig. 20 (non Will. 8mith,
non Sow.).
1857. Terebratula Kurri Opp. Juraform. p. 688.
Beginnt in der Zone des Amm. transversarius, aus welcher mir mehrere
Exemplare von H. Pfarrer Cartier in Oberbu chsi ton (Cant Solothurn)
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mitgetheilt wurden. H. Dr. Waagen sammelte die Art zu Noiraigue
(Cant. Neuch&tel). Häufiger in der Zone de» Anm. bimammatus, durch
welche sich die Art bis zu der Zone des Anm. tenuilobatus erstreckt. Je
nach ihrem Vorkommen zeigen die einzelnen Exemplare Unterschiede in
der äussern Form, welche jedoch bisher nicht zu der Abtrennung mehrerer
Arten geführt haben. Von der als Terebratula retiadata Suess Brach, der
Stromberger Schichten Tab. IV, Fig. 1 abgebildeten Art, weichen jedoch
die aus»eralpinen Vorkommnis«; sehr wesentlich ab, wesshalb ich die kleine
Muschel vom Stramberg als besondere neue 8pecies benenne: Terebratula
seahrosa.
98. Megerlea runefnata Opp.
1856. Terebratula loricata MSscfa. Flötxgeb. Cant Aar*, p. 5.1 ( non gchlolh).
1857. Terebratella loricata? Btallon. Eiq. d'nne Descr. geol. doHant-Jara p. 35.
1861. Terebratula loricata Cartier. Verliandl. naturf. Oe«. in Basel III, p. 53.
1864 TcrtbrateUa loricata Waagen Der Jura in Franken, Schwaben etc. p. 143.
Diese bei Birmensdorf häufige,' auf die Zone des Anmonites trans-
versarius beschrankte Art unterscheidet sich Ton Megerlea loricata durch
geringere Ausbildung des mittlem Sinus und Wulstes, durch schwächere
oder beinahe fehlende Knotung der Radialrippen, durch eine etwas schma-
lere Form sowie noch andere Merkmale, welche die leicht erkennbare
Muschel besitzt und welche ich später durch eine besondere Abbildung zu
veranschaulichen gedenke. Zone de« Ammonites transversarius von Blum-
berg und Bechtersbohl bei Thiengen (Baden), Birmensdorf (Aargau),
St. Claude (Jura). Beträchtlichere Unterschiede zeigt die von Zieten
Tab. XL III, Fig. 6 als Terebratula truncata abgebildete, von der Sowerby'-
schen wie von der Gmelin'schen Terebratula truncata abweichende Art au»
dem Nattheimer Coralrag, für welche ich die Bezeichnung Megerlea Guenibeli
wähle. Quenstedt Jura p. 743 fuhrt diese Art unter der Bezeichnung
Terebratula loricata truncata an.
99. Megerlea minima Lang. sp. Meg. pectancnliu versch. Aut.
1708. Pectunculut minimtu Lang. H. L. Tab. XLV, Fig. 1, 2 ip. 147).
Meytrlta oder Terebr. pectunculus rersrhiedener Autoren.
Ich habe in den vorhergehenden Listen die Bezeichnung Megerlea pec-
tunvulus beibehalten, richtiger würdo aber in Zukunft die Lang'sche Species-
bezeichnung zu wählen sein, da die Abbildung der vom Lägern berg zuerst
erwähnten kleinen Muschel in dem Lang'schen Werke die mit Megerlea
pectunculus identische Art wohl erkennen Iässt. Zone des Anm. transversa-'
rius von Birmensdorf (Cant. Aargau), Oberbuchsiten (Cant. Solothurn),
8t. Claude (Jura), Tenay (Ain), Trept (Isere), Niort (Deux-Sevres).
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100. Metrie* tmbtrigonella Opp.
Charakteristische Art ähnlich der Teicbrattda trinyonella , jedoch von
breiterer Form, mit hohen Radialrippen versehen, zwischen welchen sich
zahlreiche, dem Rande parallel laufende Qucrfalten legen. Breite 16 Mm.,
Länge 13 Mm., Dicke 7 Mm. Da ich es nicht für unmöglich halte, das»
Spiriyera sitbtrigonella , welche Etallon (Esq. geol. Haut-Jura p. 35) aus
den Spongitenschichten von St. Claude (Jura) erwähnt, zu der gleichen
Species gehört, so wähle ich eine hiemit vereinbare Bezeichnung. Einzelne
Exemplare der Muschel, bei welchen die symmetrische Stellung der radialen
Erhöhungen durch Einschiebung von Zwischcnfalten verloren geht, nähern
sich ihrer äussern Form nach der vorher gehenden weit kleineren Species,
wesshalb ich die Muschel nach den für T. pectunetdus gegebenen Suess'schen
Bestimmungen zu der Gattung Megerlea stelle. Findet sich ziemlich selten
zu Birmensdorf (Cant. Aargau).
101. Theridiom ef. antiqunm üoldf.
Eine kleine als Tlteeidea aniiqua und Thccidea Virdunensis in den
Schriften von Waagen und Etallon angeführte Art findet sieh nicht selteu
in der Zone des Ammonitcs trunsrersaritts zu Oberbuchsiten (Cant. Solo-
thurn), zu St. Claude (Jura) und zu Aubigne (Sarthe).
102. Rfaynehoiiella Arolira. Opp.
18Ü6. Terebratula laeunosa Hö*ch. Flßtzgeb. Cant. Aargmi p. 5 5 (non 8chloth. >.
]»57. Bhynchonella lacunota Etall. Esq. d'une Deicr. geol. du H.-Jura p. 35
(non 8cbJoth.).
1664. Rhyndwnclla sparsicosta (pars) Waagen. Jura in Franken, Schwaben
und der 8chweiz p. 199 (non Opp.).
186-1. JthynchoneUa laeunosa (pars) Heer. Die Urwelt der 8chweix p. 137.
Fig. 87 (non Schloth.).
Unterscheidet sich von Rhynchonella laeunosa durch stärkere, weniger
zahlreiche Falten, welche zu dreien (ausnahmsweise auch 2 oder 4) auf dem
hohen Wulst der kleiueren Schale angebracht sind, während auf beiden
Seiten gewöhnlich je 2 etwas schwächere Rippen verlaufen. Von Rhyncho-
nella sparsicosta weicht die Species dadurch ab, dass ihre Falten nicht erst
auf der Mitte der Schalen, sondern in der Wirbelgegend beginnen. Ich
beziehe mich auf die neuerdings von H. Prof. Heer veröffentlichte Ab-
bildung, indem ich die in der Zone des Amnionitis trausrersarius ver-
breitete Species Rhynchonella Arolica nenne. Sie findet sich am Zollhaus
und zu Bechtersbohl bei Thiengen (Baden), Birmensdorf und Frick-
thal (Cant. Aargau), Oberbuchsiten (Cant. Solothuru), Noiraigue im
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Val Travcn (Cant., Neuchafel), ?St. Claude (Jura), Trept (Isere), Berg
Crussol bei Valence (Ardeche). Eine grossere Varietät von RkynehoneUn
Arolira, welche im Krakauer Jura an vielen Lokalitäten in der Zone des
Ammonites transversarius vorkommt und von Hohenegger insbesondere
zu Trzebinia in grosser Menge gesammelt wurde, unterscheide ich als
Rh. Visnliea.
104. Rhyiifhonflla ef. striocineta Quenst. spec.
1852. Terebratula striocineta Quenst. Handb. p. 455. Tab. 36, Fig. 24.
Zone des Ammonitrs transversarius von Birmensdorf (Cant. Aargau),
Ober buch siten (Cant. Solothurn), Noiraigue im Val Travers (Cant.
Neucbatel), St, Claude (Jura). Doch wird erst eine genauere Untersuch-
ung der in der Zone des Amm. transversarius vorkommenden Exemplare
lehren, ob dieselben in der That mit der aus höheren Schichten beschrie-
benen Quenstedt'schen Art vollkommen übereinstimmen.
105. Rhynchonella ef. strioplieata Quenst.
1852. Terebratula strioplieata Quenst. Handb. p. 455. Tab. 36, Fig. 23.
Zone des Amm. transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Solothurn),
St. Claude (Jura). Auch bei dieser Species ist die Identität zwischen den
Exemplaren der höhern und tiefern Schichten noch nicht sicher erwiesen.
10G. Rhynchonella rf. triloboides Quenst. spec.
1852. Terebratula triloboides Quenat. Handb. p. 455. Tab. 36, Fig. 29.
Zone des Amm. transversarius von Eichberg bei Blumberg (Baden).
107. Rhynchonella ef. Hpinolosa Opp.
1856. Terebratula spinosa Moesch. Flfttzgeb. im Cant. Aargau p. 53.
1857. Rhynchonella spinulosa Opp. Juraform. p. 608.
1857. Hemithiris senticosa Etall. Esq. Descr. geol. du Haut-Jura p. 35.
1861. Terebratula senticosa Cartier. Verh. naturf. Oes. au Basel. III, p. 53.
Zone des Amm. transversarius von Birmenadorf (Cant Aargau), Ober-
buchsiten (Cant. Solothum), St. Claude (Jura), Aubigne (Sarthe).
Aehnliche Formen finden sich auch in höheren und tieferen Lagen.
108. Craula ef. aspera Goldf.
1841. Crama aspera Mngt., Gdf. Petrof. Germ. II, p. 297. Tab. 163, Fig. 7.
Diese von Goldfuss, Tab. 163, Fig. 7 aus höhern Jura - Schichten
beschriebene Art wurde neuerdings von H. Dr. Waagen in der Zone des
Amm. transversarius bei Oberbuchsiten (Cant Solothurn) undzuNoiraigue
im Val Travers (Cant. Neucbatel) nachgewiesen. Vergl. W.Waagen 1864
der Jura in Franken, Schwaben und der Schweiz p. 148 und p. 150.
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29(5
108*. Disrina Moeachi Opp.
1856. Orbicula radiata Mösch. Das Flötzgebirge im Canton Aargau p. 51
{Orb. radiata PhilU).
Zone des Amm. transversarius im Canton Aargau.
109. Lingula Oxfordiana d'Orb.
1850. Lingula Oxfordiana d'Orb. Prodi-. XIII, 155.
1857. Lingula Oxfordiana Etall. Eiq. geol. Haut-Jura p. 35.
1862. Lingula Oxfordiana Deslongeh. Et crit aur les Brach, nour. p. 37.
Tab. VI, Fig. 15, 16. *
Wird von Etall on aus, dem Spoogitien von St. Claude (Jura) er-
wähnt. Das Exemplar der d'O rb ig ny 'sehen Sammlung stammt, wie Des-
longchamps angiebt, von Lagrange-Lapraille-de-Charnix, Um-
gebungen von Nantua (Ain), aus mergeligem, hartem, rauchgrauem Kalk-
stein, welcher vermuthlich der gleichen Zone angehört
110. Cellepora orbiculata Goldf.
1831. Cellepora orbiculata Ooldf. I, p. 28. Tab. XII, Fig. 2.
1850. Diastopora orbiculata d'Orb. Prodr. XIV, 403.
Zone des Amm. transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Solothurn),
Aubigne (Sarthe). Findet sich auch in den höheren Spongiten-Schichten
der Zone des Ammonites bimammatusy aus welcher die Species zuerst be-
schrieben wurde.
111. Stomatopora cf. eorallina d'Orb. spec.
1831. Äulopora dichotoma Ooldf. p. 218. Tab. LXV, Fig. 2 (non Lamouroux).
1848. Stomatopora dichotoma Bronn. Index p. 1201.
1850. Alecto eorallina d'Orb. Prodr. XIV, 401.
Zone des Amm. transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Solothum).
Bei Streitberg findet sich die Species in höheren Schichten.
112. Ceriopora clavata Goldf.
1831. Ceriopora clavata (pan) Ooldf. p. 36. Tab. X, Fig. 15 o— f (noo Fig. 15 a, b).
Zone des Amm. transversarius von Noiraigue im Val Travers (Cant.
Neuch&tel). Von Goldfuss aus jurassischen Schichten unbestimmten Alters
beschrieben.
113. Ceriopora compada Quenst
1857. Ceriopora compada Quenst Jura p. 665. Tab. 81, Fig. 62, 63.
Zone des Amm. transversarius von Oberbuchsiten (Cant 8olothurn).
Die Schichten vom Böllart, aus welchen die Species von uenste dt be-
schrieben wurde, gehören der Unterregion der Zone des Amm. bimammutus an.
297
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114. Ceriopora radiciformis Ooldf.
1831. Ceriopora radiciformin Ooldf. I, p. 34. Tab. X, Fig. 8.
Zone des Amm. transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Solothurn),
St Claude (Jura). Die Goldfuss'schen Originalexemplare stammen aus
verschiedenen Horizonten der Oxford- und Kimmeridge-Oruppe.
115. Chirodota vetusta Schwager. M. 8.
Fig. 3.
Mikroskopisch kleine, in der Zone des Amm. transversarius vorkom-
mende Kalkräder einer Holothurie von ähnlicher Form wie sie bei den
Chirodoten vorkommen.') Die Räder werden von einem Ringe gebildet,
auf welchem sich sieben, gegen die Peripherie ziemlich deutlich begronzto,
mit einem stumpfen Stiele versehene Speichen abheben, welche sich in der
Mitte zu einer flachen vertieften ungetrennten Platte vereinigen. Die Unter-
seite ist entsprechend gewölbt mit sternförmig ausstrahlenden, kurzen, ge-
rundeten, den Speichen parallel laufenden Leisten versehen. Der Zwischen-
raum der Speichen ist ausgefüllt, doch Hess sich nicht entscheiden, ob er
erst 'später incrustirte oder ob er ursprünglich geschlossen war. Findet sich
nicht selten in der Zone des Amm. transversarius zu Aubign6 (Sarthe)
und Crussol bei Valence (Ardeche).
116. Cidaris propinqua Goldf.
1831. CidariUs propinquus Goldf. 1, p. 119. Tab. XL, Fig. 1.
Zone des Amm. transversarius: Frickthal, Birmensdorf (Cant. Aar-
gau), Oberbuchsiten (Cant. Solothurn), St. Claude (Jura), erstreckt
sich auch in höhere Zonen.
117. Cidaris oenlata Agass.
1840. Cidaris oculata Agass. Descr. Ech. s. II, p. 63. Tab. XXI a, Fig. 15—17.
Soll nach Des or Syn. aus dem Argovien vom Randen (Baden) stammen.
') Chirodota violacea Peters ton Mosambique. Bronn Clasa. und Ordn. des Thier-
reichs p. 372. Tab. XLV, Fig. 9.
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298
118. Oidaris laevigata Des.
iar)8. Cidaris laevigata Desor. 8yn. p. 10.
Nach Desor aus dem Argovien von Birmensdorf und Weesen-
berg bei Mandach (Cant. Aargau).
119. Cidaris coronata Goldf.
1831. Cidaritcs coronatus Ooldf. I, p. 119. Tab. XXXIX, Fig. 8.
Zone des Amm. transvcrsarius von Birmensdorf (Cant. Aargau), Ober-
buchsiten (Cant. Solothurn), Noiraigue im Val Travers (Cant. Neu-
chätel), St. Claude (Jura). Erstreckt sich bis in die Corallriffe der Ki-
meridge-Gruppe.
120. Cidaris laevinsmla Agass.
1840. Cidaris Uieciuscula Agass. Descr. Ech. s. II, p. 64. Tab. XXI a, Fig. 18-20.
Zone des Amm. transvcrsaritts von Birmensdorf (Cant. Aargaul,
Oberbuchsiten (Cant. Solothurn).
121. Cidaris fllograna Agass.
1840. Cidaris ßograna Agass. Descr. Ech. s. II, p. 77. Tab. XXI a, Fig. 11.
Zone des Amm. transvcrsarius von Birmensdorf (Cant. Aargau),
Oberbuchsiten (Cant. Solothurn), Noiraigue im Val Travers (Cant.
NcuchÄtel), St. Claude (Jura), Trept (Isere), Niort (Deux-Sevres).
122. Cidaris Cartieri Dos. M. S.
1861. Cidaris Cartieri Carl. Verb, naturf. Ges. in Basel III, p. 53.
Zone des Amm. transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Aargau).
123. Cidaris semiaspera Des. M. S.
1861. Cidaris semiaspera Cart. Verb, naturf. Oes. in Basel III, p. 53.
Zone des Amin, transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Aargau).
124. Rhabdocidaris prismatica Des.
1858. Hhabdocidari« prismatica Desor. Syn. p. 437.
Nach Desor aus kalkigen Schichten der Oxford-Gruppe vom Bützberg
(Cant. Aargau). Lager unsicher.
125. Rhabdoddaris Remos Desor.
1858. Hhabdocidaris Remus Desor. 8yn. p. 43.
Zone des Amm. transversarius von St. Claude (Jura). Wird auch
aus tieferen Schichten angeführt.
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126. Hemicidaris Hegii Desor. M. S.
1861. Hemicidaris Hugii Cartier. Verh. naturf. Oes. in Basel III. p. 53.
Zone des Amin, transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Solothurn).
127. Pseadodiadema tangi Desor.
1858. Pseudodiadema Langt Desor. 8jn. p. 65.
Zone des Amm. transversarius von Trzebinia (Galizien), Bir Hiens-
dorf und Kreisacker (Cant. Aargau).
128. Pseudodiadema priscnm Agass. spec.
1840. Diadema priscum Agas«. Descr. Ech. foss. 8. II, p. 21. Tab. XVII,
Fig. 11—13.
1859. Pseudodiadema priscum Cottoau & Trig. Eohin. du Dep. de la SarUie
p. 93. Tab. XXI, Fig. 1-4.
Findet sich nach Cotteau in den Oxfordkalken vonAubigne (Sarthe),
während Etallon die Species aus dor Zone der Terebratuia imjyressa von
St. Claude (Jura) anführt. Greasly sammelte die Art in den bekannten
Oxfordschichten vom F ringe Ii (Cant. Bern). Vermuthlich liegt dieselbe
unmittelbar über der Zone des Amm. transversarius.
129. Magnosia derorata Agass. spec.
1846. Eucosmus decorat us Agass. Cat rais. p. 52. Tab. XV, Fig. 12, 13.
1858. Magnesia decorata Desor. Syn. p. 116.
Zone des Amm. transversarius vom Randen (Baden) und von Bir-
mensdorf (Cant. Aargau). Es ist noch unentschieden, ob Echinus nodulosus
Quenst. aus der Zone des Ammonites bimammatus zu der gleichen Art gehört.
130. Disaster granulöses Goldf. spec.
1831. Nudeolües granulosus Goldf. I, p. 138. Tab. 43, Fig. 4.
Zone des Amm. transversarius von Niort (Deux-Sevres). Besitzt eine
grössere verticale Verbreitung, welche jedoch bisher nicht genauer fest-
gestellt wurde.
131. Collyrites carinata Leske spec.
1839. Disaster carinatus Agass. Descr. Echin. s. II, p. 4. Tab. IV, Fig. 4—6.
Zone des Amm. transversarius von Lautlingen (Württemberg), Bir-
mensdorf (Cant. Aargau).
132. Astropecten spee. indet
Einzelne Tafeln von ähnlicher Form, wie sie Goldfuss als Asterias
jurensis abbildet Eichberg bei Blumberg (Baden), Birmensdorf
(Cant. Aargau).
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300
133. I'edice Ilaria (Astropecten) Sarthaceiwis Schwag. M. S.
Fig. 4.
Gleicht der Pedicellaria von Goniaster imprcssus Quenst. (vergl. Schwa-
ger Beirr, zur Kenntniss der mikrosk. Fauna jurassischer Schichten, Separat-
Abdr. Württemb. naturwissensch. Jahresh. 18G5 Heft 1, Tab. VII, Fig. 27),
ohne jedoch vollständig damit übereinzustimmen. Dagegen könnten diese
Theile sehr wohl zu der vorhergehenden Art gehören. •
Basis erweitert, in der Mitte etwas eingedrückt, Stiel kantig, gegen
oben von gleichmässiger Dicke. Der zangenförmige Körper besitzt eine
breite, dreieckige, spatolförmige , durch scharfe Ränder begrenzte Gestalt.
Länge 0,3 Mm.
Mit Amm. transversarius in den thonigen Kalken von Aubigne (Sarthe).
134. Comatnla Claudiana Erall.
1857. Comatuia Claudiana Etall. E*q. d une d*scr. geol. da Haut-Jura p. 116.
Wird von Etallon aus dem Spongitien von St. Claude (Jura) ohne
genauere Bestimmung der Speciesmerkmale angeführt.
135. 13G. Solanocrinos 2 Spec
Herr Pfarrer Cartier erwähnt zwei Arten der Gattung Solanocrinus
als S. scrobiculaUts und S. asper (1803 Verhandl. der naturf. Ges. III, p. 52)
aus den Spongitenschichten von Oberbuchsiten (Cant. Solothurn).
137. Engeniacrinos carvophyllatus Goldf.
1752. Cqryophyllu* lapideu* 8cheuchz. Natur-Historie des 8chweizerlandcs III,
p. 330. Fig. 164-1 6ß.
1813. Encriwtes caryophyllites Schloth. Taschenb. p. 50.
1822. Eugemacrinites quinquanoulari* Schlot». Nachtr. p. 8G.
1831. Eugeniacrinites caryophyllatus Goldf. I, p. 16,1. Tab. T>0, Fig. 3.
Zone des Amm. transversarius vom Randen (Baden), Frickthal,
Birraensdorf (Aargau), Xoiraigue im Val Travers (Cant. Neuchätel),
St. Claude (Jura), Tenay (Ain). Aus gleicher Lage scheinen die
Scheuch zergehen Exemplare zu stammen. Es wird sich bei genauerer
Untersuchung ermitteln lassen, ob die in höhern Zonen vorkommenden
Exemplare zu derselben Species gehören, wie bisher angenommen wurde.
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138. EUgeniacrinaä coronatus Quenst.
1852. Eugeniacrinites coronatus Quentt. Handb. p. 615. Tab. 53, Fig. 45.
Zone des Amm. transversarius von Birmensdorf (Cant. Aargau), St.
Claude (Jura).
139. Eugeniacrinns nntans Goldf.
1831. BugtntacnmUs nutans Ooldf. I, p. 164. Tab. 50, Fig. 4.
Zone de« Amm. transversarius von Birmensdorf (Cant Aargau), Noi-
raigue im Val Travere (Cant. Neuchatel), St. Claude (Jura). Aehnliche
Formen erstrecken sich von der Zone des Ammonites Lamberti an bis in
die untere Region der Kirameridge-Gruppe.
140. Engeniacriniis comp renalis Goldf.
1752. Scyphoida lapiüus pedanculo carens 8cheochz. Natura, des Sobweiaerl.
UI, p. 33a Fig. 176.
1831. Eugmiacrimte.» compressus Ooldf. I, p. 164. Tab. 50, Fig. 5.
Zone des Amm. transversarius von St. Claude (Jura), Niort (Deux-
Sevres). Reicht bis zu der Zone des Ammonites tenuäobatus.
141. EngeniaeriiMs Hoferi Goldf.
1831. Eugeniacrinites Hoferi Ooldf. I, p. 166. Tab. 60, Fig. 9.
Zone des Amm. transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Solothurn).
Häufiger findet sich diese Art in der Zone des Ammonites bimatnmatus.
142. Tetracrinus moniliformis Goldf. spec.
1831. Eugeniacrinites moniliformis Ooldf. I, p. 165. Tab. 60, Fig. 8.
1839. Tctracrinus moniliformis Mttnst. Beitr. I, p. 88. Tab. IX, Fig. 3, 4.
Zone des Amm. transversarius von Birmensdorf (Cant Aargau),
Noiraigue im Val Travers (Cant. Neuch&tel), St Claude (Jura). Er-
streckt sich bis zu der Zone des Ammonites bimatnmatus.
143. Pictetierinos parasitier Etall.
Wird von Etall on (Esq. d'une Descr. geol. du Haut-Jura p. 36) aus
dem Spongitien von St Claude (Jura) ohne Angabe von bezeichnenden
Merkmalen erwähnt.
144. PentaoriniLS cingulatus Goldf.
1831. Pentacrimte* cingulatus Ooldf. I, p. 174 Tab. 53, Fig. 1.
Zone des Amm. transversarius von Birmensdorf (Cant Aargau),
Oberbuchsiten (Cant Solothurn), Noiraigue im Val Travers (Cant
Neuchatel), St Claude (Jura). Säulenglieder von ähnlicher Form erstrecken
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302
sich durch die Spongitcnkalkc der Zone des Ammomtcs Inmantmatus bis in
die untere Region der Kimmeridge-Gruppe.
M.r). Pentacrinos subteres Ooldf.
1831. Pentacriuites ȟbleres Ooldf. I, p. J 70. Tab. 53, Fig. 5.
1845. lialanocrinu« subteres Desor. Bullet. Keuch, p. 178.
Zone des Amm. transversarius vom Randen (Baden), Frickthal,
ßirmensdorf (Cant. Aargau), Oberbuchsiten (Gant. Solothurn), Noi-
raigue im Val Travers (Cant. Neuchätel), St. Claude (Jura), Tenay
(Ain), Trept (Isere), Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Niort (Deux-
Sevres). Man kennt nur Säulenglieder, welche jedoch in ähnlichen Formen
auch in höheren und tieferen Schichten gefunden werden.
14(5. Pentaerinns cf. paradoxes Ooldf.
1831. Pentacrinus paradoxus Ooldf. I, p. 200. Tab. CO, Fig. II.
Soll den Angaben Etallons zufolge im Spongitien von St Claude
(Jura) vorkommen. Weit verbreiteter ist diese Art dagegen in der Zone
des 'Amm.' bimamtmtus. Qucnstedt vereinigt dieselbe neuerdings mit
Enyeniacrinus caryophyüatus.
147. 148. Sphaerites 2 Species.
Es ist anzunehmen, dass die von H. Mosch (1856 Flötzgeb. im Cant,
Aargau p. 52) als Asterias scututa und von Herrn Pfarrer Cartier (1861
Verhandl. der naturf. Ges. in Basel III, p. 5) als Sphaerites punetatus und
Sphaerites tabulatus erwähnte Vorkommnisse zweien Arten angehören, bei
welchen durch Vergleich mit den Exemplaren von Streitberg und Hei-
ligenstadt zu entscheiden sein wird, ob dieselben mit den aus höheren
Lagen beschriebenen Resten übereinstimmen oder ob durch sie besondere
Species gebildet werden.
149. Goniolina spee. ludet.
St. Claude (Jura). Von Etallon aufgefunden.
150. Conodictyum trnncatam Etall.
1857. Conodictyum truncatum Etall. Esq. g6ol. Haut- Jura p. 35.
Zone des Amm. transversarius von St. Claude (Jura).
151. Conodictyum striatnm Goldf.
1830. Conodictyum ttriatum Goldf. I, p. 104. Tab. 37, Fig. 1.
Zone des Amm. transversarius von Tenay (Ain), St. Claude (Jura).
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152. Orbulina Oxfordiensis Etall.
18o7. Orbulina Oxfordiensis Etall. Esq. gcol. Haut-Jura p. 3r>.
Zone des Amm. trausversarius von 8 t. Claude (Jura).
153. Haplostiolic horrida Schwag.
18t>3. MaplosticJte Itorri da 8chwager. Beitrag zurKenntniss der mikroskopischen
Fauna jurassischer Schiebten. Scparutabdruck p. 92, Tab. II, Fig. 2. Würt-
tetnb. naturwisscnschaftl. Jahreshefte, 2 Ister Jahrgang 18G5, Heft I.
Zone des Amin, trausversarius von Bechtersbohl bei Thiengen
(Grossherzogthum Baden). Erstreckt sich bis zu der Zone der Terebratula
impresso, aus welcher die Species ursprünglich beschrieben wurde.
154. Plecaninm depravatnm Schwag.
1863. l'Ucaniuin depravatum Schwag. 1. c. p. 93. Tab. II, Fig. 3.
Die in der Zone des Atmn. transversarius am Berge von Crussol bei
Valence (Ardeche) vorkommenden Exemplare gleichen den von C. Schwa-
ger in höhern Lagen aufgefundenen, früher beschriebenen Stücken, besitzen
jedoch bauchigere, durch schärfere Nähte getrennte Kammern. Es ist dess-
halb zu vermuthen, duss dieselben einer besondern, von Pkcauutm depra-
vatum verschiedenen Art angohören.
155. Cornnspira temiissima Günib. sp.
J.s(i>. Spiritlina temiissima Oucmb. Die Streitbergcr Schwummlager und ihre
Foraminiferen-Einiclilüsse p. 214. Tab. IV, Fig. 12. Württemb. naturwissensch.
Jahre sh. Jahrg. 18.
ISÜl!. Cornuspira tenuissima 8chwag. I. c. p. 94.
Häufig in der Zone des Amm. transtersaritts von Bechtersbohl bei
Thiengen (Baden), Berg von Crussol bei Valence (Ardeche), Aubigne
(Sarthe). Oeht bis zu der Zone des Ammonites bimammatus, in welcher die
Species zuerst bei Streitberg nachgewiesen wurde.
156. Spiriloculina panda Schwag.
' 18G.5. Spiriloculina panda Schwag. I. c. p. 95. Tab. II, Fig. 6.
Zono des Amm. transrersaritts von Bechtersbohl bei Thiengen
(Baden), Berg von Crussol bei Valence (Ardeche) und Aubigne (Sarthe).
Erstreckt sich von hier aus durch den Imprcssa-Thon bis zu der Zone des
Anuuouitcs bimammatus und findet sich in diesen beiden Horizonten an ver-
schiedenen Lokalitäten der. schwäbischen Alp und des fränkischen Jura.
157. Xodosaria pistilliforuiis Schwag. M. S.
Länge 0,25 Mm., Gehäuse von kurzer keulenförmiger Gestalt, aus 6 — 8
bauchigen Kammern gebildet, welche durch tief eingeschnittene Nahtlinien
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(100)
Fig. b.
von einander abgetrennt werden. Ueber die Oberfläche des Gehäuses ver-
laufen je 11 — 14 scharfe Rippen, welche jedoch auf der ersten Kammer
verschwinden. Zone des Amm. transversarius, von Aubignä (Sarthe).
158. Nodosaris prima Terq.
1858. Nodosaria prima Terq. Mein. Acad. Mets p. 29. Tab. I, Fig. 6.
Einige in der Zone des Amt*, transversarius zu Aubigne (Sarthe)
gesammelte Exemplare stimmen ihrer äussern Form nach so nahe mit der
von Ter quem aus basischen Schichten des Mosel-Departements
benen Species überein, dass eine Trennung zur Zeit nicht ausführbar
159. Dentalina Sarthacensi* Schwag. M. S.
Fig. 6.
Länge 0,4 Mm. Das schlanke Gehäuse wird durch 5 — 6 elliptische
ziemlich lange Kammern gebildet, welche gegen abwärts langsam und regel-
mässig an Grösse abnehmen und unter einander durch deutlich ausgespro-
chene Nähte abgetheilt werden. Mündung klein, undeutlich gestrahlt. Zone
des Ammonites transversarius von Aubigne (Sarthe).
160. Deutßlina pilluligera Schwag.
1863. Dentalina pültüigtra Schwag. I. c. p. 107. Tab. III, Fig. 14 und 15.
Zone des Amm. transversarius von Aubignä (Sarthe).
305
(101)
161. Vaginalina raduliformh Sckwag. M. S.
Fig. 7.
Gehäuse 0,32 Mm., kurz, spateiförmig, nach unten gerundet und aufge-
trieben, nach oben erweitert, schräg abgestumpft. Septalnuche zugeschärft.
Auf jeder Seite erheben sich 3 — 4, anfänglich scharfe gegen oben all-
mählig verschwindende Längsrippen, welche sich unterhalb der ersten
Kammer in einem Punkte vereinigen. Nähte undeutlich. Kammerscheide -
wände beinahe parallel. Mündung abgesetzt, gestrahlt. Zone des Amtnoniles
transversarius von Aubigne (Sartho).
162. Frondicularia linguliformis Schwag. M. S.
18G3. Frondicularia linguliformis Schwag. 1. c. p. 113. Tab. IV, Fig. 11.
Zone des Amin, transrersarius von dem Berge von Crussol bei Va-
lence (Ardeche) und von Aubigne (Sarthe). Erstreckt sich bis zu der
Zone der Terebratida impresso, aus welcher die Species zuorst vonC. Schwa-
ger beschrieben wurde.
163. Marginnlina ambigna Schwag.
Fig. 8. »
Länge 0,34 Mm. In Beziehung auf die iiussoren Formverhültnissc
zwischen Marginulina und Cristellaria in dor Mitte stehend. Gehäuse
I
(102) 30G
ziemlich lang, aus schiefen, wenig divergirenden, massig gewölbten Kammern
gebildet, welche durch vertiefte Nahtlinien von einander abgetheilt werden.
Letztere schneiden auf der gewölbteren ßauchscite weiter ein als auf der
etwas schmäleren Rückseite. Mündung gestrahlt. Zone des Ammonitcs trans-
rersariits von B echte rsboh 1 bei Thiengen (Baden), dem Berg von Crussol
bei Valence (Ardeche) und von Aubigne (Sartho).
164. Cristellaria trimarginata Schwag. M. S.
Fig. 9.
Länge 0,42 Mm. Eine eigenthümliche, sehr verlängerte Rhabdogonienartig
aufgebaute Cristellarie, deren wenig divergirende massig hohe, schiefe Kam-
mern, etwas hinter der Mitte geknickt erscheinen, in Folge dessen sie mit
drei Armen an dem gekielten Rücken, sowio an den scharfen vorgezogenen
Rändern der Septalfläche herablaufen. Seiten und Septalfläche vertieft und
nur in der Mitte schwach gewölbt. Nähte undeutlich, durch sehr niedrige
Rippen gekennzeichnet. Mündung klein, rund im Carinalwinkel gelegen.
Fand sich sehr sparsam in der Zone des Ammonites transversarius am Berge
von Crussol bei Valence (Ardeche).
165. Cristellaria Sarthacensis Schwag. M. S.
Fig. 10.
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307
(103)
Länge oder grösster Durchmesser des ovalen Umkreises 0,3—0,4 Mm.
Spirale gewöhnlich vollkommen geschlossen, indem sich die letzten Kammern nur
bei ausgewachsenen Exemplaren von dem vorhergehenden Umgang abtrennen.
Seiten abgeflacht, rasch gegen den flflgelartig erweiterten Kiel abfallend.
Man unterscheidet 10 — 11 Kammern, auf deren gemeinschaftlichen Rändern
sich hohe, schwach gebogene Rippen erheben, Septaltiächc der letzten
Kammer leicht gewölbt, mit einem Rande versehen, dessen Seheitel die
massig grosse dreieckige Mündung einschliesst. Zone des Antmonites truns-
rermriun von Bcchtersbohl bei Thiengen (Baden), dem Berge von
Crussol bei Valence (Ardeche) und von Aubigne (Sarthe).
l»iü. CriMtellaria sublenthiilari» Schwag. M. S.
Fig. 11.
m
Vr
Durchmesser des linsenförmigen Gehäuses 0,25—0,3 Mm.; Seiten ge-
wölbt, ziemlich rasch gegen den kielartig vorspringenden Rücken abfallend.
Den Kammern entsprechend tritt die spirale Umfangslinie an einzelnen
Stellen schwach hervor, zugleich erheben sich auf den Seiten niedere radiale
Erhöhungen. Septalfläche der letzten Kammer flach, dreieckig, wenig aus-
geschnitten, von zwei Leisten eingefasst, unter deren Scheitel die grosse,
gerundet -dreieckige Mündung liegt. Zone des Atmnonites trunMxrsarius vom
Berge von Crussol bei Valence (Ardeche) und von Aubigne (Sarthe).
Erstreckt sich an letzterem Punkte auch in die blaugrauen Thone, welche
p. 2(io (62) als mutmassliches Aequivalcnt des Impressa- Thunes bestimmt
wurdon.
167. Cristellaria paupei'ala? Jones und Park.
IStiO. Cristellaria paujterata Jone« & Purker. Quart. Journ. gt'ol. Soc. f. Hbi.
Tab. XX, Fig. 3«J.
Selten in der Zone de» Amm. iransversarim am Berge Ton Crussol
bei Valence (Ardeche). Wird sich vielleicht später bei grösserem Material
von der aus angeblichen Trias-Schichten von Chcltenham beschriebenen
Art unterscheiden lassen.
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(104)
308
168. Cri stellaria suprajurassiea Schwag.
1863. Oristellaria suprajuratnca Schwag. L c. p. 130. Tab. VI, Fig. 1! u. 12.
Zone des Amm. transversarius von Aubigne (Sarthe). Geht auch in
höhere Lagen über und findet sich sowohl in den Impresaa-Thonen , als in
den zu der Zone des Amtnonites bimammatus gehörigen Spongiten-Schichten
des fränkischen Jura und der schwäbischen Alp.
169. Polymorphie nitidinscula Schwag. M. S.
Fig. 12.
Gehäuse 0,3 Mm., seitlich comprimirt, von ovaler, an den Enden etwas
verlängerter Form, aus 3—5 Kammern bestehend, welche sich durch ver-
tiefte Nähte in schräger alternirender Linie von einander abtheilen. Seiten-
ränder zugeschärft, oder mit einem eigentlichen Kiele versehen. Mündung
gerundet, von geringer Grösse und nahezu in der Mitte der obern Ränder
befindlich. Zone des Ammonites transversarius von Aubigne (Sarthe).
170. Polymorphie mutabili» Schwag.
1863. Polyinorphina mutabilis Bchwog. L c. p. 138. Tab. VII, Fig. l'J, 13.
Zone des Amm. transversarius vom Berge von Crussol bei Yalence
(Ardeche). Erstreckt sich bis zu der Zone der TerebraUda impressa, aus
welcher die Species von IL Schwager neuerdings beschrieben wurde.
171. Textilaria Trigeri Schwag. M. S.
Fig. 13.
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(105)
Länge 0,3 — 0,35 Mm. Im abgebildeten Zustande besitzt das Gehäuse
eine schlanke unten gerundete, seitlich comprimirte Gestalt. Es besteht aus
zahlreichen durch horizontale Nähte geschiedenen Kammern, welche in der
Jugend flach beginnen, später sich jedoch starker wölben und eine kugelige
Form annehmen. Die Mündung bildet eine breite elliptische Spalte, welche
sich am Rande der letzten Kammer senkrecht zur grössten Durchschnitts-
fläche öffnet. Findet sich häufig in den gelben Kalken aus der Zone des
Amtnonites transversarius von Aubigne (Sarthe) und erstreckt sich von
hier in die grauen unmittelbar darüber folgenden Thone. Herrn Triger
in le Man s zu Ehren benannt.
172. Textilaria Dumortieri achwag. M. 8.
Fig. Ii.
Länge 0,35 Mm. Erinnert ihrem Oesammthabitus nach an die von Prof.
Keuss aus der Kreide "Westphalens beschriebene Gaudryina oxycotia, ohne
jedoch damit übereinzustimmen. Gehäuse verkehrt kegelförmig, rasch an-
wachsend mit schräg gegen einander geneigten Septalflächen der beiden
letzten Kammern. Die Mündung besteht aus* einer niedrigen breiten Spalte,
welche unmittelbar über den Inuenrand der letzten Kammer verläuft. Naht-
linien schief nach innen und abwärts gerichtet, wonig vortieft, regelmässig
alternirend. Ziemlich häufig in der Zone des Anmwnite» tratisversarius von
Aubigne (Sarthe). Herrn E. Duraortier in Lyon zu Ehren benannt.
173. Rotalia pnsllla Schwag.
Itotalia pwilla Schwag. 1. c. p. 141. Tab. VII, Fig. 20.
Zone des Amm. transveisarius von Bechtersbohl bei Thiengen
(Baden), vom Berg von Crussol bei Valcnce (Ardeche) und von Aubigne
(Sarthe). Fand sich zuerst in der Zone der TerebraUda impresso, zu Gruib-
ingen bei Boll, von wo die Species schon früher von Herrn C. Schwager
beschrieben wurde.
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(IOC)
31U
174. Kolalia tympauiforwis Schwag. M. S.
Fig. J.r».
Der grösste Durchmesser des ziemlich stark gewölbten, convex-eoncaven
Gehäuses beträgt 0,2 — 0,25 Mm. und liegt zwischen den Rindern zweier
einander gegenüberstehender Kammern. Man unterscheidet auf dem letzten
Umgang im Ganzen nur vier bis fünf Kammern, welche auf der Obenseite
des Gehäuses nur undeutliche Spuren hinterlassen, während sie auf der
untern Fläche durch vertiefte, radial verlaufende Nähte bestimmter abgetheilt
werden. Mündung unbekannt. Zone des Amnwnites transrersarius vom lierg
von CrUBSol bei Valence (Ardeche) und von Aubigne (Sarthe).
175. Rosalina parapsls Schwag. M. 8.
Fig. 16.
Das 0,45 Mm. lange, unregelmäßig elliptische, oben wenig gewölbte-,
unten flache oder coneave Gehäuse zeigt auf dem letzten Umgang 6, durch
vertiefte Nähte von einander abgetheilte Kammern. Während das abgebildete
Exemplar auf seiner Unterseite von Gesteinsmasse bedeckt ist, so zeigen
dagegen einige Bruchstücke von Rosalina parapsis diesen Theil noch deutlich
erhalten. Die ersten Kammern Bchliessen sich nicht vollständig an einander
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311
(107)
an, sondern bilden einen un regelmässig sternförmigen Zwischenraum. Nur
die letzte Kammer sendet eine zungenförmige Verlängerung gegen die Mitte,
uhne jedoch die Lücke zu schlieasen, wodurch die Stellung dieser Art bei
der Gattung Rosalina bestimmt wird. Zone des Ammonites transversarius
von Aubigne (Sarthe).
I7G. Siplionocoelia corrngata Fromentel M. S.
Zone des Amm. transversarius voii Le Pont et bei St Claude (Jura).
177. Yerrncospongia verrucosa (Goldf. spec) Fromentel.
1830. Scyphia verrucosa Goldf. I, p. 91. Tab. 33, Fig. 8.
1850. Hippalimus verrucosus d'Orb. Prodr. XIII, Fig. 2.
18W). Verrucocoelia verrucosa Ktall. 8oc. jurass. d'Emul. 185S, p. 14"».
t.SfJ». Verrucvspongia verrucosa Fromentel M. S.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura),
Saint Maixent, Niort (Deux-Sevres). Erstreckt sich auch in höhere Zonen.
173. Yerncospongia nvacformbj (Etall. spec.) Fromentel.
1830. Scyphia verrucosa und uvaeformis Goldf. p. 91. Tab. 33, Fig. 8 a, b.
1860. Yerrucocoeiia uvaeformis Etall. 8oc jurass. d'Emul. 1858, p. 145.
I8»i[>. rerrucosjtonffia uvaeformis Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
179. Yerrucoscyphia insignis Fromentel M. S.
Xone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
180. Orlbrescynbia Raigieri (d'Orb. spec.) Fromentel.
1850. Cribrospongia Baugieri d'Orb. Prodr. Xm, 662.
18fö. Cribroscyphia Baugieri Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius der Umgebungen von Nantua (Ain),
Saint Maixent, Niort (Deux-Sevres).
181. Cribroscyphia obliqua (Goldf. spec.) Fromentel.
1830. Scyphia obliqua Goldf. I, p. 9. Tab. III, Fig. 1 (non Fig. 1 a).
1850. Cribrospongia obliqua d'Orb. Prodr. XIII, 649.
1800. Cribrocotlia obliqua EtalL 8oe. jur. d'Emul. 1858, p. 141.
1805. Cribroscyphia obliqua Fromentel H. 8.
Zone des Amm. transversarius von Noiraigue im Yal Travers (Cant
Neuch&tel), le Pontet bei St. Claude (Jura), Niort (Deux-Sevres). Er-
streckt sich bis zu der Zone des Amm. bimammatus, aus welcher die Species
zuerst beschrieben wurde.
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(108)
312
182. Cribroscyphia reptans (Etall. spec.) Fromentel.
1860. Cribrocoelia reptans Etall. Soc. jur. d'Emul 1808, p. 141.
1865. Cribroscypttia reptans Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
183. Cribroscyphia Favrei (Etall. spec.) Fromentel.
1860. Goniocoelia Favrei Etall. So«, jur. d'Emul 1858, p. 142.
1865. Cribroscyphia Favrei Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
184. Cribroscyphia intermedia (Etall. spec.) Fromentel.
1860. Goniocoelia intermedia Etall. 8oc. jur. d'Emul 1858, p. 142.
1865. Cribroscyphia intermedia Fromentel M. 8.
Zone des Amm. traiisversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
185. Cribroscyphia clavaeformis (Etall. spec.) Fromentel.
1860. Goniocoelia clavaeformis Etall. Soc. jur. d'Emul 1858, p. 142.
1865. Cribroscyphia clavaeformis Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
186. Cribroscyphia Coqnandi Fromentel M. S.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
187. Cribroscyphia digitalis Fromentel M. S.
Zone dea Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
188. Chenendroscyphia clivosa (Etall spec.) Fromentel.
1860. Cribrocoelia clivosa Etall. Soc. jur. d'Emul 1858, p. 141.
1865. Chenendroscyphia clivosa Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
189. Chenendroscyphia porata (Quenst spec.) Fromentel.
ia57. Spongites poratus Quenst. Jura p. 687. Tab. 83, Fig. 4.
1860. Cribrocoelia porata Etall. Soc. jur. d'Emul. 1858, p. 141.
1865. Chenendroscyphia porata Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
Erstreckt sich bis zur Zone des Amm. bimammatus, aus welcher die Specics
zuerst beschrieben wurde.
190. Chenendroscyphia crateriformis (Etall. spec.) Fromentel.
1860. Cribrocoelia crateriformis Etall. Soc. jur. d'Emul 1858, p. 141.
1865. Chenendroscyphia crateriformis Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei 8t. Claude (Jura).
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313 (109)
191. Chenendroseyphta infrarostata (Etall. spec.) Fromentcl.
1860. Cribrocodia iufracostata Etall. Soo. jur. d'Emul 1858, p. 141.
1865. Chenendroscyphia infracostata Fromentel M. 8.
Zone des Am/m. transversarius von Le Pontet bei 8t. Claude (Jura).
192. ('henendroscyphia dolata (Etall. spec.) Fromentel.
1860. l'orospongia dolata Etall. Soc. juras. d'EmuL 1858, p. 143.
1865. Chenendroscyphia dolata Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
193. Chenendroacypkia eomplanata (d'Orb. spec.) Fromentel.
1850. Chenendopora eomplanata d'Orb. Prodr. XIII, 709.
1865. Chenendroscyphia eomplanata Fromentel M. 8.
Zone den Amm. transversarius von Sain t -Maix ent und Niort (Deux-
Sevres).
194. CheneadroMcyphia lamellosa (d'Orb. spec.) Fromentel.
1850. Chenendopora lamellosa d'Orb. Prodr. XIII, 710.
1865. Chenendroscyphia lamellosa Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Niort (Deux-Sevres) , Ile Delle
(Vendee).
195. Chenendrom phia punctata Fromentel M. S.
Zone des Auw*, transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
196. Oonioscyphia Münster! (Goldf. spec.) Fromentel.
1830. Seyphia Münsteri Goldf. I, p. 89. Tab. 32, Fig. 6.
1850. Cribrospongia Münsteri d'Orb. Prodr. XIII, 655.
1860. Gonioceelia Mimteri Etall. Soc. jur. d'Emul. 1858. p. 142.
1865. Gonioscuphia Münster» Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von LePontet bei St Claude (Jura).
Erstreckt sich auch in höhere Zonen.
197. Gonioscyplüa snbclathrata (Etall. spec.) Fromentel.
186a Goniocoelia subelathrata Etall. 8oe. jur. d'Emul. 1858, p. 142.
1865. Qonioscyphia subclathrata Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
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Cuo)
314
198. Gonioseyphia texturata (Goldf. spec.) Fromentel.
1830. Scyphia texturata (pars) Goldf. I, p. 88. Tab. II, Fig. 9 (mra Tab. 36.
Fig. 6).
1850. Cibrospongia texturata d'Orb. Prodr. XIII, 656.
1860. Ooniocoelia texturata Etall. 8oc. jur. d'Emul. 1858, p. 142.
1860. Ooniocoelia decorata Etallon ibid. (Goldfuss?).
1860. Goniocoeiia parallela Etall. ibid. (Goldfuss?)
1865. Gonioscyphia texturata Fromentel M. 8.
Zone des Amm. tratisversaritts von Birmensdorf (Aargauer Jura), Le
Pontet bei St. Claude (Jura), La Latte und Apremont bei Nantua
(Ain), Ile- Delle (Yendee), Niort (Deux-Sevres). Erstreckt sich auch in
höhere Schichten.
199. Gonioscyphia texata (Goldf. spec.) Fromentel.
1830. Scyphia texata (pars) Goldf. I, p. 7. Tab. II, Fig. 16 (non Tab.
Fig. 4).
1850. Cribrospongia texata d'Orb. Prodr. XIII, 645.
1860. Dictyonocoelia subtexata Etall. 8oo. jur. d'Emul 1858, p. 142.
1865. Gonioscyphia texata Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius Lägern (Aargau), Le Pontet bei St.
Claude (Jura), la Latte bei Nantua (Ain), Niort (Deux-Sevres) Ile*
Delle (Vendee).
200. Gonioscyphia jnrensis (Etall. spec.) Fromentel.
1860. Dictyonocoelia jurensit Etall. 8oc. jur. d'Emul. 1858, p. 143.
1860. Porospongia intermedia Etall. ibid.
1865. Gonioscyphia jurensis Fromentel J*. S.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
Es kann sich fragen, ob Porospongia intermedia d"Orb. Prodr. XIII, 668
von St. Maixent und Niort (Deux-Sevres) zu der gleichen Art gehört.
201. Gonioscyphia eancellata (Goldf. spec.) Fromentel.
1&30. Scyphia eancellata Goldf. I, p. 89. Tab. 33, Fig. 1.
1850. Cribrospongia eancellata d'Orb. Prodr. XIII, 637.
1860. Dictyonocoelia eancellata Etall. 8oc. jur. d'Emul. 1858» p. 143.
1865. Gonioscyphia eancellata Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura),
la Latte bei Nantua (Ain), Saint Maixent und Niort (Deux-Sevres).
Erstreckt sich bis zu der Zone des Amm. bimammatus.
202. Gonioscyphia parva (Etall. spec.) Fromentel.
1860. Dictyonocoelia parva Etall. 8oc. jur. d'Emul. 1858, p. 143.
1865. Gonioscyphia parva Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
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203. Goniosn pitia tlclformis Fromentol M. S.
Zone des Amin, transvtrsnrius von Le Pontet hei St. Claude (Jura).
204. Retiscyphia reflexa (d'Orb. spec.) Fromentel.
lÄjn. Perispongia reflexa d'Orb. Prodr. XIII, tu!).
1865. Retiscyphia rtfle.ro, Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transrcrsarius von Saint Maixcnt (Ik'ux-Scvrcs),
Ile-Delle (Vendee).
205. Retiscyphia conica (d'Orb spec.) Fromentel.
1850. Perispongia conica d'Orb. Prodr. XIII, 1580.
1865. Retispongia conica Fromentel M. 8.
Zone des Anm. transversarius von Saint-Maixent und Niort (Deux-
Sevres).
206. Cameroscyphia reflexa (Etall. spec.) Fromentel.
1860. Camerocoelia reflexa Etall. 8oc. jur. d'Emul. 1858, p. Iii.
1865. Cameroscyphia reflexa Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Lo Pontet bei St. Claude (Jura).
207. Cameroscyphia Gresslyi Fromentel M. S.
Zone des Amm. transversaritts von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
208. Porostoma Mareoa (Etall. spec.) Fromentel.
1860. Cribrocoelia Marcou Etall. 8oc. jur. d'Emul 1858, p. 141.
1865. Porostoma Marcou Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
209. Porostoma marginata (Goldf. spec. pars) Fromentel.
1830. Manon marginatum (pars) Goldf. I, p. 91. Tab. 34, Fig. 9 d, e, f, g (non
Fig. a, b, c, b, i).
1850. Porospongia marginata d'Orb. Prodr. XIII, 666.
1860. Porospongia marginata Etall. 8oo. jur. d'Emul. 1858, p. 143.
1865. Porostoma marginata Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Birmensdorf (Cant. Aargau), Le
Pontet bei St. Claude (Jura), Saint-Maixent und Niort (Deux-
Sevres). Erstreckt sich bis zur Zone des Ammonitcs bimammatus.
210. Polyseyphia flabellnm (Etall. spec.) Fromentel.
186a Adelphocoelia flabettum Etall. 8oo. jur. d'Emul. 18r;8, p. 146.
1865. Polyseyphia flabellum Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transrcrsarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
(8) 21
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31G
211. Clipulodionia Oppeli (Etall. spec.) Fromontcl. '
l.siio. Cupulo&tdia Oppeli Etall. 8oc. jur. d'Emul. ls:>8. p. Itl4.
18M), Cupuhnhonia Oppeli Fromentel iL 8.
Zone <ic* Amm. iransnrsurius von Lo Pontet bei St. Claude (Jura).
212. (upulorhonia Brandis (d'Orb. spec.) Fromontcl.
KS'.O. Cupulotpongiu grandis d'Orb. Prodr. XIII, 7L\).
W>b. CupultK-hoHta grandi» Fromontcl M. 8.
Zone fe» Amin, transversarius. Umgebungen von Nantua(Ain), Niort
(Deux-Sevres).
213. Cupulorhonia patella (Ooldf. spec.) Fromentel.
1830. Tragus patella Ooldf. I, p. 14. Tab. V, Fig. 10, Tab. :i;>, Fig. >.
18"iü. Cupulospongia patella d'Orb. Prodr. XIII, 715.
1865. Cupulochonia patella Fromentel M. 8.
Zone dea Amm. transversurius von Birmensdorf (Cant. Aargau), Noir-
aigue im Val Travers (Cant. Neuehatel), Niort (Deux-Sevres). Erstreckt
»ich bis zu der Zone des Ammonites bimammatus.
214. Dischonia jnrensis Fromentel M. S.
Zone des Amin, transversarius vonLe Pontet bei St. Claude (Jura).
215. Aniorpliofnnjsna anguinea (Etall. spec.) Fromentel.
1800. Amorphocotlia anguinea Etall. 8oc. jura«. d'Emul. 1858. p. 146.
1805. Amorphofungia anguinea Fromentel M. S.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Ciaudo (Jura).
216. Amorphofungia ine ras (ans (Etall. spec.) Fromentel.
1860. Amorphocotlia inermtans Etall. Soc. juras. d'Emul. 1858, p. 146.
1865. Amorphofungia incrustans Fromentel M. 8.
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura).
217. Amorphofüngia porosa (d'Orb. spec.) Fromentel.
1850. Amorphospongia porosa d'Orb. Prodr. XIII, 728.
1805. Amorphofungia porosa Fromentel M. 8.
Zone des Amin, transversarius von Niort (Deux-Sevres).
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Inhalt
Vorwort pag. ?07 (3)
Chronologisches Verzeichnis* von Prof. Oppeln Publikationen , 210 (6)
Einleitung.
8ynonymik , 213 (8)
Begrenzung der Zone des Amm. transversarius , 214 (10)
Paläontologischc Merkmale der Zone des Amm. transversarius ... , 220 (IG)
Vertheilung der Organismen bei verschiedener Heerestiefe .... „ 223 (19)
Einfluß der FaciesvcrhiUtnisse auf den Ueborgang fossiler Reste Ton
der Zone des Amm. transrersarios in die nächst hSheren Formations-
glieder ,224 (20)
Verbreitung der Zone des Amm. transversariu».
Südwestliches Polen » 229 (25)
Karpathen „233 (29)
Mähren , 235 (31)
Niederbayern und Oberpfalz , 236 (32)
Franken , 238 (34)
Schwäbische Alp 238 (31)
Grossherzogthum Baden , 240 (36)
Canton Aargau und östl. Tlieil des Canton Solothurn , 244 (40)
N.W. Theil des Canton 8olothurn und Canton Bern , 247 (43)
Canton NouchAtel , 248 (44)
Canton Vaud , 249 (45)
Tyrol, Alpengebirge von Bayern und der Schweiz , 250 (16)
Haute 8a6ne und Doubu-Departements 255 (51)
Jura-Departement , 256 (52)
Ain- und ausseralpincr Theil des Isere-Dcpartements , 259 (55)
Ardeche-Departcment , 261 (57)
Vaucluse-, Var-Departements , 261 (57)
Cöte d"Or-, Yonne-, SaAono et Loire-, Cher-, Vienne-Departcnicuts . . „ 263 (59)
Sarthe-Departement , 264 (60)
Dcux-8evrc und Vcndec , 267 (63)
Spanten , 270 (66)
Algerien , 272 (68)
Die fossilen Arten der Zone des Amm. transyersariiw . . pag. 275 (71) - 316 (112)
(8*) 21*
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» 234 (30)
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unten: Dogger statt Drogger.
• 238 (34)
9
oben: fohlt das Comma nach plicatilis.
• 258 (54)
1
unten: A. Aeropus statt Acropus.
„ 261 (57)
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unten: Yaucluse statt Vancluse.
» 263 (59)
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8
unten: moyennes statt moyenues.
• 265 (61)
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oben: Cythereia statt Cy therideis.
• 266 (62)
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22
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oben: welcher statt welche.
* 266 (62)
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unten: Partie statt Parthie.
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8
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unten: 1858 statt 1857.
» 280 (76)
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1
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oben: Neuchatel statt Neuchatel.
, 288 (84)
10
oben: non statt von.
• 296 (92)
1
2
1
unten: Quenstedt statt uenstedt.
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pag. 264 (60).
:. 267 (63).
pag. 270 (66).
pag. 272 (68).
t«l Cöte d'Or-
'*)• Departement.
Sarthe-
Departemont.
Deux-Sevres-
D^partement.
Umgebungen von
Niort.
Spanien.
Algerien.
ra- Kalke.
>rnllicn.
Untere» Coralrag
Cid. florieemma
Olypt. hltrajIypKitu»
Mtgrrlta prc/wncuJtu
Sution K c o m m o jr.
Helle Kjüke, nicht ge-
Nicht
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Rothe Kalke mit
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Exemplaren von
Amin, acanthirus.
Von Ii a I na,
Provinz C o n -
» t a n 1 1 n e.
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'in untersten Theilc v.
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Oelbe thonige Kalke mit
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Von Aubigne- Büdlich
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Sollen, (AemitiMa
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Terror, liirmetudorftn-
tU, tp<'t-
MegtrUa prtfuncttJui
Cidarit ßlogrma
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Zahlreiche Sjxmyiten.
M a g n e* und Tran-
en«? de« grutt«!
terrea bei Nlort.
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von Frlas.
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Gelblicher Kalk
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Arten tieferer
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Graue Thone und Kalke
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Amm, Bahetmtu , öo-
lUUhut.Cotulanli, Oerr.
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Calluvien.
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ZUR FAUNA
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HALLSTÄDTER KALKE.
-
NOVA AU8 DER 8AMMLUNO
I>ES I1KRRK
HOFRATHES DR VON FISCHER IN MÜNCHEN.
vos
DR ALPHONS VON DITTMAR.
MÜNCHEN, 1866.
R. OLDENBOURG.
-
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Die Fuuna der Hallstüdtcr Kalke gehört trotz des kurzen Zeitraumes
seit ihrer Entdeckung und trotz der vielfachen Schwierigkeiten, die sich
ihrer Ausbeutung und Aufsammlung entgegensetzten, dennoch in Folge der
anerkenncnswerthen und ununterbrochenen Bemühungen einiger weniger
ebenso fleißiger als einsichtsvoller Sammler und durch die Aufzeichnungen
einer Reihe unserer hervorragendsten Paläontologen schon jetzt mit unter
die besterforschten Stufen organischen Lebens in dem Gebiete der Alpen.
Die Mühe, die der Forscher an die Untersuchung der Hallstädter Kalke
wendet, hat sich aber auch stets reich belohnt, denn die Fossilien, die man
hier findet, sind nicht nur immer rund und voll und bis in die feinsten
Verzierungen erhalten, — sie bieten auch vom paläontologischen Gesichts-
punkte aus eine Fülle der interessantesten Daten, denn wir finden hier
unter jeder Reihe neu entdeckter Formen immor wieder neue Verbindungs-
glieder zwischen vor- und nach -triadischen Mollusken — Arten — Gattungen
— Gruppen, — wir sehen eine Reihe von Beziehungen und Verknüpfungen
vor unsern Augen hergestellt, deren Möglichkeit wir kaum vermuthet hätten.
Auch die vorliegende Arbeit wird dafür einige Proben geben können, die
nicht bloss für die specielle Paläontologie von Interesse sind.
Herrn Hofrath Dr. v. Fischer in München, dessen reichhaltige
Sammlung schon mehreren Autoren ganze Reihen von schönen neuen Arten
geliefert hat, verdanke ich sowohl die Anregung für den vorliegenden pa-
läontologischen Versuch als auch dio Ausrüstung mit dem dafür erforder-
lichen Material.
Dio Aufgabe schien bei der nicht zu ausgebreiteten Literatur anfangs
leichter, als sie sich in der Folge herausstellte, denn in der That sind die
Verhältnisse von Variabilität und Constanz der Formen hier verwickelter
als ich sie bisher anderswo kennen lernte. Diese Schwierigkeit ist auch
schon von geübteren Paläontologen empfunden worden und ihre Consequenzcn
gipfeln sich in der Streitfrage, dio sich um die Definition des Atnmonites
Aon Mü. bewegt, obgleich dieser Fall von Unsicherheit durchaus nicht ver-
einzelt dasteht. Aber gerade hier ist die Differenz besondors auffallend,
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(4)
322
da die Einen den Namen Aon als Bezeichnung für eine ganze Familie
oder Gruppe von sehr verschiedenen Formen nehmen'), während andere
diese verschiedenen Formen als eine und dieselbe Species auffassen, deren
Varietäten ohne bestimmbare Grenze in einander übergehen. Das hindert
sie aber nicht, diese Varietäten dennoch zu unterscheiden und zu benennen,
weil sie keine Möglichkeit sehen, die Species durch eine allgemein stich-
haltige Diagnose zu charakterisiren 8). Die grossen Schwierigkeiten bei der
Sache, die ich keineswegs verkenne3), haben mich gleichwohl nicht abge-
halten, mich an die Lösung der Aon-Frage, die man seit einiger Zeit mit
einer gewissen Scheu auf sich beruhen lässt, zu wagen.
Es möge mir gestattet sein, hier in kurzen Zügen die Principicn
anzudeuten, von denen ich mich bei Behandlung dieser so wie der Species-
Frage überhaupt leiten Hess.
Der Begriff der Species, ursprünglich ein künstlicher, von dem man
jedoch nicht zweifelte, dass er den Erscheinungen in der Natur vollständig
angemessen sei, sollte in seiner ersten Bedeutung wohl nur solche Formen
umfassen, die unter sich in allen Stucken übereinstimmten. Dem gegenüber
verlangte man für das Genus nur mehr eine Uebereinstimmung in einzelnen
allgemeineren Charakteren.
Da»8 man bei Untersuchung der Merkmale anfangs nicht eben scrupulös
zu Werke ging, ist sehr wahrscheinlich. Mit dem Fortschreiten der Beob-
achtung musste man aber bald bemerken, dass zwischen die solchermassen
festgestellten Species sich immer mehr neue Zwischenformen eindrängten,
die man dann als neue Species, als Subspecies, als Varietäten, als
abweichende Individuen in das früher gewonnene Schema einzuschalten
versuchte. Endlich sah man aber doch ein, dass die ganze Begrenzungsart
der früheren Species eine willkürliche, ja zufällige, z. Th. nur von dem
Umfange des in Betracht gezogenen Materiales abhängige gewesen sei und
dass man somit nach neuen stichhaltigeren Principicn für die Behandlung
der Sache sich umsehen müsse. In Folge der dadurch hervorgerufenen
Bestrebungen nun haben sich zwei ziemlich entgegengesetzte Richtungen
geltend gemacht. Die eine, die den Begriff der Species als einen in der
Natur der Dinge wesentlich begründeten erfasst, sieht »ich genöthigt, wegen
') t. Hauer: Keue Cephal. von Hallstadt und Ausaee, in Haidungcr* naturw. Abb.
1Ö40, Bd. Ii, p. 8 u.
») Quenstedt: Opbalopoden p. 1KU ff.
*) Es heisst sich du? Sache leicht machen , wenn mun joden kleinen Unterschied ab-
bildet, benennt, ohne darüber nachzuforschen, wio diese mannigfaltigen Glieder zusammen-
hingen. Quenstcdt: Cephalopoden p. 236 f.
323
(5)
deB namentlich bei niedern Organismen in den häufigsten Fällen zu beob-
achtenden vollständigen U eberganges verwandter Formen in einander, die
Grenzen der Species so weit auszudehnen, bis in dem vorhandenen Bcob-
achtungsmaterial solche Uebergangsformen zu den nächstverwandten Gestalten
nicht mehr gefunden werden. Diese Begrenzungsweise, so natürlich sie
scheinen mag, ist demnach nur eine willkürliche, da wir wohl nicht mit
Gewissheit annehmen dürfen, dass die Natur diese scheinbar fehlenden
Formen wirklich nicht kenne, so lange namentlich dio paläontologischen
Aufsammlungcn nicht weiter als zu der gegenwärtigen, verhältnissmässig
immer noch sehr geringen Ausdehnung gediehen sind.
Die andere Art der Auffassung nimmt dagegen den Begriff der Species
von vorn herein als einen durchaus künstlichen, als einen Wissenschaft-
liehen Behelf, der zur Erkenntniss der Wahrheit erst führen soll, — als eine
jener, gleichviel ob richtigen oder unrichtigen Hypothesen, denen die Natur-
Wissenschaften seit jeher ihre bedeutendsten Fortschritte zu danken haben.
Von dieser 8eite könnte der Speciesbegriff selbst dann noch beibehalten
werden, wenn der bestimmte Nachweis geliefert würde, dass er in der
Natur nicht begründot soi. Wenn der Begriff somit als ein künstlicher
aufgefasst wird, so darf natürlich auch seine Begrenzung eine künstliche sein
und der weite Spielraum individueller Ansichten wird allein in Rücksicht
auf die Zweckmässigkeit zu reguliren sein. Ob nun zwar von Niemandem
bestritten werden kann, dass eine scharfe Unterscheidung der (künstlichen)
Species, namentlich in der Geognosie, sich auch praktisch als nützlich be-
währt hat, so hat doch die consequente Durchführung einer solchen
Scheidung (Speciesmacherei?) mannigfachen mehr oder weniger gravirenden
Vorwürfen nicht entgehen können, die im Allgemeinen darauf hinauslaufen,
dieselbe als etwas Unnützes hinzustellen. Ich meinestheils glaube aber, dass
die sog. Speciesmacherei für den Geognosten nur dann unnütz sein würde,
wenn man Ursache hätte anzunehmen, dass ihre Anwendbarkeit auf bathro-
logische Vergleiche und Unterscheidungen sich auf die bisher beobachteten
Punkte beschränken müsste.
So lange das nicht dor Fall ist, so lange ferner nicht geradezu be-
hauptet oder erwiesen wird, dass die Grenzen der Species als Inbegriff
ähnlicher Formen genau mit den bisher angenommenen Grenzen der geo-
logischen Formationen und Formationsglieder zusammenfallen müsse, so lange
endlich die Verthcidiger der natürlichen Species uns überhaupt keine stich-
haltigen Anhaltspunkte für die Auffindung der natürlichen Grenzen der Species
anzugeben vermögen, — insolange werden wir fortfahren dürfen, alle Varia-
tionen der Form getrennt zu halten, welche sich sicher in einer Reihe
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324
übereinstimmender Individuen ausprägen und die wir durch Wort und Bild.
Anderen kenntlich zu machen im Stande sind, ohne Köcksicht darauf, oh
auch gleich im Augenblick interessante Resultate unsere Bemühungen belohnen.
Ob den solchermassen fixirten Variationen der organischen Form dann
noch der Namen der Species in der hergebrachten Bedeutung zukomme, ist
eine andere Frage, welche für Systematiker einige Wichtigkeit haben mag.
Für die Praxis scheint es mir bequemer, einen derartigen allgemeinen
Ausdruck anzuwenden, statt zwischen Species, Subspeeies, Varietät etc.
ängstlich zu unterscheiden, denn man vermeidet damit den schwerfälligen,
unbequem zu handhabenden Apparat der Doppel- und mehrfachen Namen,
welche man sonst consequenter Weise ebenfalls annehmen müsste.
Wendet man nun diese Betrachtungen beispielsweise auf den Amnionitis
Ami Mfl. an, auf eine Gruppe von Formen, die kaum in einem Punkte
mit einander übereinstimmen, nemlieh in der vertieften Bauchrinne'), die
aber dennoch von den Vertheidigern der natürlichen Species bisher als eine
einzige Species betrachtet Wurden, so ist es einleuchtend, dass auf Grund-
lage des künstlichen Spcciesbegriffcs hier eine Reihe von Formvariationen
unterschieden werden muss. Von den Cassianer Vorkommnissen sind die-
selben schon durch Münster und Klipstein angedeutet und aus den Hall-
städter Schichten habe ich in der vorliegenden Abhandlung 17 Formarten
festzustellen versucht, von denen die meisten in beträchtlichen Reihen von
Individuen eine auffallende Constanz beweisen. Wenigstens noch ebensoviel
habe ich einstweilen unbeschrieben gelassen, weil einerseits das .Material
nicht mehr die Sicherheit der Anhaltspunkte gewährte, andererseits mir der
Raum zu eng zugemessen ward. Es war mir dabei nicht unerwünscht, dass
mit den beschriebenen Formvariationen beim Aon sich auch parallellaufende
bestimmte Verschiedenheiten im bathrologischen Lager in Einklang zeigten,
und die es befürworten mögen, dass es unbeschadet der Zusammengehörig-
keit der Gruppe keine so ganz müssige Aufgabe gewesen sein dürfte, die
wahrgenommenen Verschiedenheiten der Form zu fixiren. Dass auch inner-
halb der Hallstädter Schichten paläontologisch unterscheidbare Horizonte
vorhanden seien, wäre schon a priori wahrscheinlich, selbst wenn sie nicht
schon von den Herren v. Fischer2) und Süss ') angedeutet worden wären.
') Ich bezeichne, in Folge der von Herrn l'rof. Süss gegebenen Anregung, bei den
Cephalopoden diejenige Seite, «n welcher der Si|»ho liegt, ah Bauch, die entgegengesetzte
uls Kücken.
') Bei v. Hauer: Beiträge zur KenntnUs der Ccphalopodenfauna der Hullstüdler
Schichten. Denkschriften der Wiener Akad. IS.'».», Bd. !», p. II.» (.>).
J) Bei v. Hauer: Nachtrüge zur Kenntniss der l'ephalopodenfauna der Hnlhtfldter
Schichten. SiU.-Ber. der Wiener Akad. IStiO, Bd. 41, p. 113, 114 (l, 1).
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325
(7)
Wenn diese Horizonte bisher noch nicht genauer fixirt wurden, so geschah
das, glaube ich, weniger aus dem Grunde, weil man die Durchführung einer
paläontologischen Niveaubestimmung überhaupt für unmöglich gehalten hatte,
als vielmehr, weil man die paläontologischen Beobachtungen noch für unzu-
reichend erachtete. Ein weiterer Grund möchte aber wohl in den Schwierig-
keiten liegen, die sich dem Besuche der Fundörter entgegenstellen und in
Folge deren nur in den seltensten Fällen die paläontologischen Aufsamm-
lungen an Ort und Stelle von Fachmännern geleitet wurden.
Da auch ich nicht in der Lage war, die nöthigen Studien an den Fund-
stellen selbst zu machen, die uns hier beschäftigen, so steht es natürlich
auch nicht in meiner Macht, die Art der Vertheilung der Organismen auf
verschiedene Niveaus der Hallstädter Schichten festzustellen. Ich habe blos
die Absicht, eine Beleuchtung der bisher gemachten Beobachtungen zu ver-
suchen, um zu sehen, ob nicht schon diese uns einige Folgerungen gestatten,
einige Schlüsse auf die Verhältnisse, wie sie wahrscheinlich da sind.
Was zunächst die Petrefactenfunde von St. Oassian betrifft, so ist die
Annahme wohl nicht sehr gewagt, dass nicht alle von hier beschriebenen
Formen wirklich nur einem bestimmten Schichtensystem entnommen sind.
Hier, wo Buchensteiner Kalk, Wenger Schiefer, St. Cassianer Tuffe und
• Kalke und Schierndolomit recht nahe bei einander liegen, hat das Volk die
„Kurretsch", wie sie von Graf Münster und Klipstein beschrieben wurden,
in Bachrissen etc. zusammengelesen. Münster hat sich nun allerdings selbst
davon überzeugt1), dass cino bemerkbare Aenderung der Fauna in den
verschiedenen Schichten nicht stattfindet. Weit entfernt davon, diese Beob-
achtung anzugreifen, mache ich nur darauf aufmerksam, dass Münster's
Originale wahrscheinlich lediglich aus den Tuffen von Cassian stammen,
wovon man sich leicht an seiner hinterlassenen Sammlung überzeugen kann.
Anders Klipstein, üier fällt schon an den Abbildungen die ungewöhnliche
Grösse einiger Arten auf. Es sind das Ammonites Johannis Anstriae (nur
ein Exemplar aus der Sammlung des Erzherzogs Johann) Amin. Gaytnni,
Amin, nodidosocostatiis, Amm. Credneri und Amm. acquinodosits. Da ich die
Klipstein'schen Originale nicht kenne, so wäre es eine blosse, wenngleich
naheliegende Vermuthung, dass diese grösseren Arten nicht in den Tuffen,
sondern wahrscheinlicher in Kalkbänken lagen, wenn nicht Klipstein selbst
schon eine dahin zielende Bemerkung ausgesprochen hätte'). Es ist dies
aber um so interessanter, da gerade diese Arten es sind, die neben noch
') Münster: BeitrSge B<1. I, p.
») Klipute in: BoitrBgc. p. f»0.
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(8)
326
einigen anderen auch in den Hallstädter Kalken gefunden wurden1), und
es wäre darum um so Wünschenswerther, die relative Lage des Niveaus zu
kennen, in dem sie sich bei St. Gassi an finden. Obgleich es nicht un-
wahrscheinlich ist, dass dieses Niveau repräsentirt wird durch die gegen oben
überhandnehmenden Kalkbänke, die den St. Cassianer Tuffen eingelagert
sind, so möchte ich das doch nicht als Behauptung hinstellen, da die Fol-
gerungen, die sich daran knüpfen müssen, zu wichtig sind und ich den
sichern Boden der Empirie darum nicht ohne Noth verlassen mag.
Ausser den genannten Ammoniten werden als den Cassianer- und
Hallstädter Schichten gemeinsame Formen von verschiedenen
Autoren noch citirt:
Ammonitcs Metternichi Hau.
Amtnonites Aon Mü.
Ammonitcs Achclous Mü.
Ammonitcs Ruppclli Kl.
Ammonitcs pisum Mü.
Ammonitcs Jarbas Mü.
Ammonitcs Eryx Mü.*)
Orthoccras stdiundattm Mü.
Phasianella variabilis Kl. sp.
Natica pseudospirata Orb.
Natica impressa Mü.*)
Mttrchisonia tricarinata Klipst. sp.
Turbo decoratus Mü.
Pcctcn alternam Mü.
Inoceramtts aretus Braun.
Mytilus Münsteri Kl.8)
Cidaris alata Mü.
ddaris transversa Mey.*)
Stromatopora porosa Kl.
Chaetetes Münsteri Ed. et Haime.
Cladophyllia subdichotoma Mü. sp.
und aus den Wenger- und Hallstädter Schichten
Ilalobia Lommeli Wissm.
Wir haben also bis jetzt 27 identische Arten, die uns die nahe Ver-
wandtschaft der Ablagerungen von 8t. Cassian und von Hallstadt ver-
'.) Ueber Amm. aequinodosus, siehe weiter unten.
*) Vgl, weiter unten den palflontologUchon Thcil.
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327
bürgen. "Wenden wir uns nun zu den letzteren. Die typische Gegend bei
Hallstadt und Aussee zählt eine ganze Reihe verschiedener Fundorte,
von denen die meisten sehr reiche Ausbeute an Versteinerungen geliefert
haben. Es sind das: der vordere Sandling, die Teltschenalp, der
Leislingkogel, der Raschberg, Hallstädter Salzberg, Sommerau-
und Steinbergkogel, der von Rossmoos gegen den Hallstädter See
hinabführende Graben, der Taubenstein im Gosauthalc, der Moosberg,
der Hundskogel bei Ischel und die Pötzschenhöhe bei Geisern. Dio
Reihenfolge steigt von den reichston zu den ärmeren Fundstätten herab.
Nehmen wir den ganzen Complex der hier vertretonen Schichten zum Typus
der „Hallstädter Schichten", was er ohnstreitig ist, so füllt uns bei
der Durchsicht der paläontologischen Erfunde eine gewisse Verschiedenheit
in der Vertheilung der Organismen auf, die entschieden nicht in dem Maasse
stattfinden könnte, wenn an allen diesen Stellen genau dieselben gleichzei-
tigen Ablagerungen vertreten wären. Man würde wenigstens vergebens nach
einem Grundo forschen, welcher ein Gesetz, das überall beobachtet würde,
gerade für die Gegend von Hallstadt illusorisch machen sollte. Dass diess
auch gar nicht der Fall ist, müssen Sammler häufig genug zu ihrem grossen
Missvergnügen erfahren, wenn die andauernde und fleissige Ausbeutung
eines Punktes ihnen fast nur eines der häufigsten Petrefacte in reicher,
alles übrige verdrängender Fülle liefert. Es sind also auch gar nicht die
selteneren Arten allein, die eine ungleichförmige Vertheilung über die ge-
nannten Lokalitäten bemerken lassen, im Gegentheil, selbst die häufigsten
und überall als Leitfossilien der Hallstädter Kalke anerkannten Species sind
nur an einzelnen der Fundorte vertreten, während sie an anderen fehlen.
So suchen wir am Rossmoos vergebens den Asnm. Jarbas MüM am vordem
Sandling den Amm. Oaytani KI., Amm. Morloti Hau. und Amm. Simonyi
Hau.; auf der Teltschenalp fehlt Amm. neojurensis Qu., am Leisling Amin,
respondens Qu., am Raschberg Amm. subumbilicatus Br., Amm. Gaytani Kl.
und Amm. galeiformis Hau. Ich halte es darum für unbestreitbar, dass,
wo ein solcher Ausfall vorliegt (der natürlich nicht durch unzureichende
Aufsammlung bedingt sein darf), auch folgerichtig auf das Nichtver tre-
ten sein eines gewissen Schichtensystems geschlossen werden muss.
Aber in der Regel erschwert die gleichförmige petrographische Beschaffen-
heit der Schichten die Auffassung der stratigraphischen Verhältnisse in hohem
Grade. Nur an wenigen bevorzugten Lokalitäten erleidet dieser Umstand
glücklicherweise eine Ausnahme. Das ist der Fall am vordem Sandling
bei Aussee und am Sommeraukogel und Raschberg bei Hallstadt.
Wir haben über die geognostischen Verhältnisse des vordem Sandling
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(10)
328
sehr werthvolle Beobachtungen von Herrn Hofrath v. Fischer1) und von
Herrn Prof. Süss1), die uns den Schlüssel zur Lösung wenigstens eines
Theiles der Frage liefern werden, die uns hier beschäftigt.
Ich gebe, der leichtern TJebersicht wegen, die Schichtenfolgc (von oben
nach unten) in dem beistehenden
Profil der Hallstädter Schichten am vordorn Sandling bei
Aussee (nach Süss)3).
Haselgebirge und Schutt
9.
lichrrother Kalkstein mit sehr vielen kleinen Globosen, mit einge-
backenen Particen von dunkelröfblichgrauem Kalk, worin ebenfalls
zahlreiche kleine Globosen. Im untern Theil dieser Bank ist Rhyn-
chonella longicollis Süss häufig.
8.
röthlicher, stellenweise grauer Kalkstein, etwa 3° mächtig, petre-
factenleer.
7.
dunkelrotber Kalkstein. Amm. Jarbas und respondens, Amm. Morloti
(oder neojureusis), viele Globosen, Holopclla.
Jj.
kleinere Lage lichtrothen petrefactenleeren Kalksteines.
5.
dunkelrother Kalkstein, wie Nr. 7 Amm. respondens, Amm. Jarbas,
Nautilus brevis (liegt nur hier), Globosen, Cochloceras (nur hier),
lihMuceras , Holo2>ella und sehr viele Gasteropoden.
4.
3.
Unterbrechung (wahrscheinlich durch Verdeckung) an einer Stelle, gegen
Norden, folgt nun
„Fasselschicht" (nom. vulg.) gelbe Kalkank, wenig mächtig, voll
Petrefacten. Ammonites subbullatns, Sandlingensis, retictdalns (erina-
ceus sp n.?), semiglobosus, Aulacoceras ef. reticulatum (alveolare? Qu.)
und sehr viele andere Arten, die in andern Lagen nicht sind.
2.
Verdeckung, darauf zerstreute Blöcke von weissem Kalk mit Nerita
div. sp., Rhabdoceras, Amm. bicornis, andere voll Monotis salinaria.
1.
mächtiger lichtgrünlicher Kalkstein, ähnlich jenen vom Stcinbergkogel
bei Hallstadt. Grosse Crinoidenstiele, grosse Globosen und Heterophyllen.
') r. Hauer: Beiträge aar Kenntnisi der Cepbalopoden-Fauna der Hallst&dter Schichten.
Donkochr. der Wiener Akad. 1855, Bd. 9, p. 142 (2).
*) v. Hauer: Nachträge zur Kenntniss etc. Sitzber. der Wiener Aknd. ISÖO, Bd. il,
p. 1 1 i en
^) Bei Stls« 1. e. i*t die Reihenfolge der Schichten scheinbar umgekehrt, al9 Folge
der Lagerunggvcrh<nisse. Die Schichten fallen nach Süss steil SSW und streichen OSO.
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32i>
(II)
Bis auf die Blöcke Nr. 2 wurden alle Schichten anstehend gefunden;
das» auch diese so ziemlich an der rechten Stelle eingeschaltet sind, lässt
sich vermuthen, da nach mir vorliegenden Handstücken Ammonites bieomis
mit einigen bezeichnenden Arten der Fassclhchicht zusammenliegt. AVenn
wir daher vorläufig von den Kalken Nr. 1 absehen, deren Fossilien wir
noch nicht genauer kennen, so dürfen wir sowohl nach petrographisehen,
wie paläontologischen Indicien 3 Horizonte unterscheiden, nämlich 1) den
Horizont, wo Halobia Lommili ihr Hauptlager hat (Blöcke Nr. 2); 2) darüber
den Horizont des Ammonitcs subbullatus mit einer Reihe weiterhin zu speci-
ficirender charakteristischer Arten (Schicht Nr. 3), und 3) die Gasteropoden-
Kalke (Schicht Nr. 5 und 7). Ob ein Horizont mit IlhymhoiulUi longicollis
sich noch darüber festhalten lässt, wage ich nicht zu entscheiden; ich habe
diese Art, wenngleich spärlich, auch in den Gastcropodenkalkcn angetroffen
und sonst fehlen uns ausser Amm. spinescens Hau., der auch in Schicht 9
zu liegen scheint, die paläontologischen Anhaltspunkte für eine Abtrennung.
Wohl zu bemerken ist übrigens, das» die Gastcropodenkalke von der
Schicht mit Amm. subbul latus durch die Ablagerungen Nr. 4 getrennt wer-
den, deren Mächtigkeit mir nicht bekannt ist, ebensowenig wie ihre paläon-
tologischen Charaktere.
Wegen der petrographisehen Verschiedenheit unserer angenommenen
Horizonte wird es möglich, hier auch ohne directe Beobachtungen an dem
Fundorte selbst, schon in einer Sammlung die Vertheilung der Organismen
mit Sicherheit zu erkennen. Ich habe nach eingehendem Studium der be-
bekannten reichen Sammlung des Herrn Hofratiis von Fischer folgende
Ergebnisse feststellen können:
In der „Fasselschicht4' (Profil Schicht Nr. 3) finden sich: ')
s. *Rhabdoceras Suessi Hau.
h. Orthoceras latiseptatum Hau.
h. Aulacoceras alveolare Qu. sp.
hh. Ammonites subbullatus Hau.
88. Ammonites Janus n. sp.
sä. Ammonites Phoebus n. sp.
hh. Ammonites Satumus n. sp.
s. Ammonites Jokehji Hau.
ss. Ammonites attetus n. sp.
88. Ammonites minimus Hau.
') hh = sehr hSufig, h = häufig, a =. ?olten, = selir selten. Mit einem • sind
die beiden Niveaus gemeinsamen Arten bezeichnet.
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(12)
330
88. Ammonites caducus n. sp.
s. Ammonites Sandlingensis Hau.
h. Ammonites velox n. sp.
hh. Ammonites Agriodus n. 8p.
hh. Ammonites Pamphagws n. ap.
h. Ammonites Oribasus n. sp.
8. Ammonites erinaceus n. sp.
88. Ammonites foliaceus n. sp.
88. *Ammonitcs Ehrlich* Hau.
h. Ammonites altcrniplicafus Hau.
ss. Ammonites modiens n. sp.
hh. Ammonites Henseli Oppol.
h. Ammonites nasturtiwn n. sp.
a. ,4rom<>m/es semiglobosus Hau.
b. Ammonites elevatus n. sp.
h. Ammonites inermis Hau.
s. *Ammonitcs Ausseanus Hau.
s. *Ammonites tornatus Broun.
h. Ammonites bicomis Hau.
ss. Ammonites cicer n. sp.
h. *^mmom7«f Jarbas MQ.
h. *Atnmonites imperator Hau.
hh. RhyticJwnella dilatata Ss.
h. Pleurotomaria turbinata Hörn.
s. *Pecten cutiformis Hörn.
8. Pecten scutella Hörn.
8. Monotis lineata Münst
s. *H(dobia Lommcli Wissm.
Dagegen liegen in den Gasteropodenschichten Kr. 5—7 folgende
Arten :
b. Ammonites Meternichii Hau.
8. *Ammonites imperator Hau.'
h. * Ammonites distinetus Gieb.
h. Ammonites sttbumbilicatus Br.
hh. Ammonites Johannis Austriae Kl.
hh. Ammonites gakiformis Hau.
8. * Ammonites Ausseanus Hau.
ss. Ammonites diffisus Hau.
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331
(13)
hh. *Ammonites tomatus Br.
hh. Ammonites respondcns Qu.
hb. *Ammonitcs Jurbas Münst.
hh. Ammonites ncojurensis Qu.
8. Amtnonites Ramsaueri Qu.
88. Ammonites Eryx Mü.
s. Ammonites geniadatus Hau.
8. Ammonites Ehrlkhii Hau.
88. Ammonites atrossus n. sp.
88. Ammonites Asbolus n. ep.
88. *Ammonit€s Harpahts n. sp.
s. Ammonites delphinocephoitts Hau.
s. Nautilus brevis Hau.
8. *RJtabdoceras Sttessi Hau.
s. Cochloceras Fischeri Hau.
s. Cochloceras canalictdatwm Hau.
8. CocMoceras breve Hau.
h. Natica pseudospirata Orb.
h. Natica KUpsteini Hö.
h. Natica impressa Mü.
hh. Loxonenut clegans Hö.
hh. Ilolopella grandis Hö.
s. Holopella tumida Hö.
es. Tttrbonilla stdndata n. 8p.
s. Scoliostoma fasciatum Hö.
8. Scoliostoma monili/erum Hö.
h. Nerita austriaca Hö.
8. Nerita Klips tedni Hö.
8. Nerita Munsteri Hö.
s. Neritopsis compressa Kl.
s. T«r6o decoratus Mü.
sp.
h. Phasianella rariabilis Kl.
8. Phasianella acuminata Hö.
8. Trochus sinistrorsus Hö.
8. Trochus strobiliformis Hö.
88. Platystoma Suessi Hö.
88. Platystoma Hörnesi n. sp.
ss. Delphimda sulcifera Hö.
(2) 22
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3:r2
Ii. Pleurototnuria Fi schert Hö.
s. Plvttrototnariu perreraa Hö.
s. Pleurototnuria Iieussi Hö.
h. Pleurototnuria ncxilis Hö.
h. Pleurototuaria Hatten Hö.
ss. Pleurototnuria Daphne n. sp.
as. Mutrhisonia triatrittata Kl. sp.
s. Citrus suj/erbtt8 Hö.
*s. Patclla cotttdus Hö.
s. Porullia abnonnis Hö.
Ii. Porcdlia Fischeri Hö.
s. Inoceramus arätts Braun.
hs. Miftiltts Münsteri Kl.
h. Monotia salinaria Br.
Ji. * Preten cutifurmis Hö.
s. Paten tenuicostatus Hö.
h. Pcctcn concentrkestriatus Hö.
Ii. *JIalobia Lomtneli \Vi.
sä. Lingida Fischen Süss.
s. llhynchonellu retrocita Ss.
Diese Listen dürften fast vollständig die bisher am vordem Sandling
gemachten Erfunde wiedergeben. Ich habe sie mit möglichster Sorgfalt
zusammengestellt, doch w erden kleine Irrthümer vielleicht nicht vollkommen
ausgeschlossen sein, da ich, wenn mein Material nicht ganz ausreichte, auch
Citate aus der Literatur beigezogen habo, sofern dieselben durch Angabe
petrographischer Charaktere dazu geeignet erschienen. Die angeführten 90
Arten, wenngleich sie schon ein ganz ansehnliches Contingent von der ge-
sammten Hallstüdter Fauna repräsentiren , erschöpfen dieselbe jedoch noch
keineswegs, wie man leicht ersieht, — ja wir vermissen sogar einige der
häufigeren Formen, wie Amin. Sitnonyi, Morloti, Guytani, die meisten
Orthoceren , Nuutilen und noch manches andere. Wenn diesclbon hier vor-
handen wären, so wäro es wenigstens sehr auffallend, dass dio gemachten
sorgfältigen und umfassenden Aufsammlungen sie nicht nachweisen konnten.
Allerdings könnte mau einwenden, dass der Gipfel des vorderen Sandling
(Schichtcncomplcx Nr. 1 des Profile« und ebenso die Schichten Nr. 4) noch
fast gar nicht durchsucht worden ist und dass hier ja wohl noch manche
der vermieten Arten stecken könnte. Zugcgebon, aber wenn man das Gesuchte
nun wirklich hier findet, dann haben wir auch einen willkommenen Beweis
mehr für eine schichtweise Vertheilung der Hallstädter Fauna.
:m (15)
Dass die beiden, von uns unterschiedenen Horizonte nicht illusorisch
oder blos lokal sind, beweist der Sommeraukogel westlich von Kallstadt
mit dem daneben liegenden Raschbergc und Sälzberge. Und zwar
finden wir am Raschberg die Schichten mit A mm. subbullatus vollkommen
typisch ausgeprägt, ja sogar in ihror petrographischen Beschaffenheit genau
übereinstimmend wieder. Es ist darum gewiss nicht sehr gewagt 4 wenn
man von allen, oben aus der beregten Zone angeführten Arten annimmt,
dass sie sich auch am Raschberge finden müssen. Ebenso ist anzunehmen,
dass, wenn der betreffende Thcil des Sommeraukogels mit der an-
dauernden Sorgfalt untersucht sein wird, wio sie dem vordem Sandling
namentlich durch Herrn Hofrath v. Fischer zugewandt wurde, dass sich dann
auch sämmtliche Arten der Gasteropodensehichten vom Sandling am Sommerau-
kogel finden werden. Dafür spricht der Umstand, dass an der letztern Lo-
kalität unter and er m auch schon viele der Arten nachgewiesen wurden,
die am Sandling sich auf das Niveau der Gasteropodensehichten zu be-
schränken scheinen. Da in der Sammlung des Herrn Ilofrath v. Fischer,
die ich allein bei meinen Studien benutzen konnte, die Fauna des Sommerau-
kogels nur verhültnissmüssig sparsam vertreten ist, da ferner in der werth-
vollen tabellarischen Ueborsicht des Vorkommens von Ilallstädter Versteine-
rungen, die Herr von Hauer im Jahre 1855 veröffentlichte1), dio einzelnen
Fundorte bei Hallstadt und Aussee weiter nicht auseinandergehalten
sind, so wäre ich ausser Stande, eine Verglcichung mit genügender Sicher-
heit vorzunehmen, hätte nicht Herr von Hauer selbst mit der liebenswür-
digsten Bereitwilligkeit mich auf meine Bitte mit den erforderlichen Angaben
ausgestattet. Ich verdanke seiner Güte die vollständige Liste der Vorkomm-
nisse vom Sommeraukogel, vom Ste inbcrgkogel und von der Teltschen-
alp (zum Theil), wie man sie in der weiter unten angefügten Tabelle finden
wird. Aus diesen Angaben und aus den Citaten bei Hörnes*) wurde es
mir allein möglich zu constatiren, dass, wie schon gesagt, die Gastero-
podenkalke vom Sandling auch am Sommeraukogel vorkommen müssen,
denn von den in denselben auftretenden Arten finden wir hier:
Ammonitcs Metkrnichi Hau.
Ammomtes imperaior Hau.
') Hauer: Beitrüge zur Kenntnis« der Cephalopodenfauna etc. Dcnknehr. der
Wiener Akud. lH.'»."», Bd. 9, p. IG-f (,'h ff.
*) H Arnes: Oasteropoden und Acephalcn der Hnlhtildter Schichten in Denkschriften
der Wiener Akad. tiSY», Bd. <t, p. X\ ff.
Hörnes: Oasteropoden am der Trias der Alpen in Denkschr. der Wiener Akad. 18r><;,
Bd. 12, p. 21 ff.
(2*) 22*
(16) 334
Ammonites distinctus Oieb.
Ammonites subutnbilicatus Br.
Amnionitis guleifonnis Hau.
Atnmonites tornatm Br.
Amnionitis respondens Qu.
Atnmonites tieojurcnsis Qu.
Atnmonites liamsaueri Qu.
Atnmonites Ehrlichi Hau.
Natica pseudospirata Orb.
Loxonema elegans Hf>.
Holopella grandis Hö.
Monotis Satinaria Br.
Monotis lineata Mü.
JrVrfrn concentricestriatus Hü.
Dass die Zahl der Gnsteropodenarten hier so gering ist, wird uns kaum
Wunder nehmen, wenn wir wissen, wie grosse Sorgfalt. Aufmerksamkeit
und Ausdauer auch am vordem Sandling zu ihrer Aufsamrolung erforder-
lich war. Es sind eben nur die häufigsten und dabei glatten, leicht aus
dem Gestein lösbaren Formen, die uns bis jetzt vom Sommeraukogel
bekannt sind. Die anderen folgen gewiss mit der Zeit noch nach.
Auffallender aber ist der Mangel von Amnionitis Jarhas und Amnionitis
Johannis Auxtriat , die doch am Sandling zu den häufigsten zählen und,
wie ich mich an Handstücken überzeugen konnte, mit den Gastoropoden,
namentlich mit Holopella und Loxonema, in nächster Berührung stehen.
Ausser den genannten Arten finden sich nun aber am Sommeraukogel
noch weiter eine Reihe von anderen, die am vordem Sandling bisher noch
nicht nachgewiesen wurden.
Es sind das:
Orfhoeeras dtdiium Hau.
Qrthoceras convergens Hau.
Ort honras depressttm Hau.
Orfhoveras salinarium Hau.
Anlacoccras stdeatum Hau.
Nautilus Quensfedti Hau.
Nautilus liamsaueri Hau.
Nautilus Salisburgcusis Hau.
Nautihts mesodicus Qu.
Nautilus Simonyi Hau.
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()<)
Nautilus reticulatus Hau.
Nautilus Goniatitcs Hau.
Nautilus trapezoidalis Hau.
Amnionitis Hörncsi Hau.
Ammonitcs scaphitiformis Hau.
Ammonitcs decoratas Hau.
Ammonites pseudoaries Hau.
Ammonitcs robustus Hau.
Ammonitcs Breunneri Hau.
Ammonitcs Simonyi Hau.
Amnwnitcs globus Qu.
Ammonitcs semiplicatus Hau.
Ammonites Pöschli Hau.
Ammonitcs JRüpelli Hau.
Ammonitcs rarestriatus Hau.
Ammonites bicrenatus Hau.
Chemnitzia salinaria Hö.
Pachyrisma columbclla Ho.
Avicula conciana Hö.
You diesen Kaden sich einige auch noch an andern Lokalitäten, nämlich
am Loisling, Kossmoos, an der Tcltsehenalp und am Stein bergkngel, und zwar
an der Teltsc Ii enalp:
Aulacoceras sukulum Hau.
AmMonitcs rarestriatus Hau.
Aricula conciana Ilo.
? Pachyrisma columbclla Hö.
am Leisling:
Ammonitcs Simonyi Hau.
am Stoinbergkogel und Rossmoos:
Nautilus mesodicus Qu.
und am Steinberg und Leisling:
Ürtltoccras converycns Hau.
Es wird darum nöthig sein, zu untersuchen, in welchor Vergesellschaftung
von Organismen wir diese Arten an den letztgenannten Lokalitäten antreffen,
und namentlich, ob wir an diesen Orten sichere Andeutungen für das Yer-
tretensein der Sandlinger Horizonte und welcher Schicht namentlich,
nachweisen können.
Was zunächst den Leislingkogel betrifft, so begegnen uns hier,
(18)
abgesehen von den Arten, die wir bisher nur von dieser Loka-
lität kennen1), folgondo Formen:
1) Ammonites galeiformis Ilau.
Ammonites ncojurensis Qu.
Amnionitis subumbiliealus Br.
Ammonites Johannis Austritte Kl.
Ammonites Ramsaucr^i Qu.
Ammonites delphinocephalus Hau.
Rhynchonella lonyicollis Sa.
Forcellia Fiseheri Ho.
(als Repräsentanten der Fauna der Sandlinger Gasteropodenschichton).
2) Ammonites altcrniplicatus Hau.
(am Sandling mit Amm. snbbullatus).
8) Ammonites tornatus Br.
Ammonites Jurhas Mü.
Ammonites distinetus üieb.
Ammonites Aasseanus Hau.
(beiden Sandlinger Horizonten gciuoinsam).
4) Ammonites Gaytani Kl.
Ammonites Simonyi Hau.
Nautilus Simonyi Hau.
Nautilus RamsaueH Hau.
Nautilus Salisburgcnsis Hau.
Orthoceras convergens Hau.
Tenbrutula Ramsaueri Ss.
(am Sandling noch nicht nachgewiesen).
Weiter. Der Steinbcrgkogel hat, nach den gütigen Mittheilungen
von Herrn Bergrath v. Hauer bisher die folgenden Arten geliefert:
1) Ammonites galeiformis Hau.
Ammonites neojttrensis Qu.
Ammonites subumbilicatus Br.
Ammonites Metterniehi Hau.
Ammonites respondens Qu.
2) Aidaeoceras alveolare Qu. sp.
Pleurotomaria turbinata Hö.
(Subbullatus-Horizont).
V) Wir werden uiicu iu den folgendeu Zusammenstellungen von solcherlei Arten ab-
gehen können.
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337_ O»)
3) Amtnonitcs tornattis Br.
Jmmonitcs dislinctus Gicb.
Amtnonitcs impcrator Hau.
Amtnonitcs Ehrlkhi Hau.
Uhabdoccras Surssi Hau.
(am Sandling in beiden Horizonten vorkommend).
4) Amtnonitcs reticulatus Hau.
Nautilus salisburgcn.sis Hau.
Nautilus mesodicus Qu.
Nautilus Goniatites Hau.
Nautilus heterophyllua Hau.
Nautilus acutus Hau.
Orthoccras comergens Hau.
Orthoccras satinariitm Hau.
(nm Sandling nicht nachgewiesen).
Vom Rosamoos (Graben gegen den Halhtiidter See) kenne ich aus
der Fi scher1 sehen Sammlung:
1) Ammonitcs galciformis Hau.
Amtnonitcs neojttrensis Qu.
Amtnonitcs respondens Qu.
Amtnonitcs subnmbilicatiis Br.
Ammonitcs Johannis Austriae KI.
Amtnonitcs Metternichs Hau.
*• (Gaateropodenhorizont).
2) Aulacoceras alveolare Qu. sp.
(Subbullatua - Schichten).
;}) Ammonitcs tornatus Br.
Ammonitcs imperator Hau.
(in beiden Sandlinger Horizonten).
4) Ammonitcs Gatjtani Kl.
Ammonitcs reticulatus Hau.
Nautilus mesodicus Qu.
Natttilus Simonyi Hau.
Nautilus acutus Hau.
Spirigcra nut Ss.
(fehlen am Sandling).
Endlich erübrigt noch die Teltachenalp. Hier finden sich nach den
gütigen Mittheilungen von Herrn von Hauer, die ich nach dem Überaua
reichen Material von diesem Fundort, das in der Sammlung von Herrn
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(20)
338
Hofrath vou Fischer liegt, in manchen Punkten vervollständigen konnte,
folgende Formen vor:
1) Ammonites yaleiformis Hau.
Amnionitis respondens Qu.
Ammonites sitbumbilkatus Br.
Amnionitis Johannis Austriae Kl.
Ammonites Iiamsaueri Qu.
Ammonites Attsseanus Hau.
Ammonites dclphinocephalus Hau.
Ammonites diffisus Hau.
Nautilus brevis Hau.
Cochlocerus Fischeri Hau.
Turbo dicoratus Mü.
Trochus sinistrorsus Hö.
Plcurotomaria Jieussi Hö.
Pleurotomaria FiscJteri Hö.
(Gasteropodenaehichten.)
2) Ammonites alter nipiicatus Hau.
Ammonites Jokelyi Hau.
Ammonites bkornis Hau.
Orthoceras latiseptatitni Hau.
Atdacucetas alveolare Qu. ap.
(Zone des Amm. subbullatus).
3) Ammonites tornatus Br.
Ammonites Jarbas Mü.
Ammonites distinetus Gieb.
Ammonites Ehrlichi Hau.
(beidun Horizonten gemeinsam).
4) Ammonites Gaytani Kl.
Ammonites Sinwnyi Hau.
Ammonites Morloti Hau.
Amnionitis tili2)liet4s Hau sp.
Ammonites rarestriutus Hau.
Ammonites nodtdosocostatus Kl.
Ammonites Cndneri Kl.
Ammonites furcatus Mü.
Ammonites Eryx Mü.
Nautilus mesodicus Qu.
OrtJiocaas convergeus Hau,
33!*
(Jl)
Aulacoceras sulcatttm Hau.
Aulacoceras reticulatum Hau.
Pleurotomaria subscaluriformis Hü.
Avictda eoncianu Hü.
Paihyrisma columbella Hü. %
(am Sandling nicht nachgewiesen ).
Es scheint demnach, dass an allen 4, soeben betrachteten Lokalitäten
sich beide Sandlinger Horizonte rinden, — ein für unsere Zwecke nicht
günstiges Resultat, insofern es uns jegliche Yermuthung über das Lager
eines Theiles der am Sommeraukogel gefundenen Arten abschneidet. Dus
gänzliche Fehlen eines der beiden Horizonte hätte uns einen, wenn auch
nur indirekten Fingerzeig in dieser Richtung gewähren künnen.
Wir bleiben also mit unseren Fragen ganz auf den Sommerau kogel
selbst angewiesen und hier spricht der absolute Mangel einer bestimmten
Andeutung der Schichten mit Amin, subbullatus, welche dagegen in der Xiihe
am Raschberg vollkommen typisch auftreten, mit Wahrscheinlichkeit dafür,
dass wir wenigstens einem Theil der Fauna vom So nunerauk oge 1
ein Niveau vindiciren können, welches höher liegt, als die
Oasteropodenschichten vom vordem Sandling. Für diejenigen
Species, die der Sommeraukogel mit dem Leisling, dem Steinberg, Rossmooa
und der Teltschen gemeinsam hat, muss es einstweilen noch zweifelhaft
bleiben, ob auch sie diesem höheren Niveau oder jenem angehüren, das
wir am Sandlinger Profil mit Nr. 4 bezeichnet haben. Es sind demnach:
Arten vom Sommeraukogcl, die wahrscheinlich hüher liegen, als die
Gasteropodenschichten vom vordem Sandling:
Orthoceras emvergens Hau.
Orthoca as dtpresstun Hau.
Orthoceras saliuarium Hau.
Aulacoceras sulcatmn Hau.
Nautilus Quenstedti Hau.
Nautilus Hamsaueri Hau.
Nautilus salisburyaisis Hau.
Nautilus Simon yi Hau.
Nautilus reticulatus Hau.
Nautilus goniatites Hau.
Nautilus trapczoidalis Hau.
Ammonites Hörnesi Hau.
Atmnonites scaphitiformis Hau.
Ammonites decoratus Hau.
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■
(22) 340
Ammonitcs pseudoarivs Hau.
slmmonites robustus Hau.
Ammonitcs Breunneri Hau.
Ammonitcs ylobns Qu.
Ammonitcs semiplicatus Hau.
Amnionites Göschli Hau.
Ammonitcs liüpclli Kl.
Amnionites bkrauttus Hau.
Chemnitzia salinariu Hörn.
Uis ho weit mochten die bisherigen Beobachtungen uns zu Folgerungen
verlocken, ja man könnte, gewiss mit einigem Recht, sagen, dass schon
diese Folgerungen zu weit getrieben seien. Aber es bleibt uns immer noch
viel des Wissenswerthen übrig, was keine grübelnde Combination ohne vor-
herige sorgfältige Eokalstudien zu beantworten vermag. Dazu gehört auch
die Feststellung der Grenzen der verticalen Verbreitung, namentlich
der häufigeren Hallstädter Arten. Wir haben bisher wegen der weiten
horizontalen Verbreitung mancher Faunen, namentlich der Globosen,
einiger Heterophvllen und der Aon-Arten mit Recht annehmen müssen, dass
diese Formen auch in den meisten, wenn nicht allen Niveaus der Hall-
städter Kalke vorkommen. Aber wo liegen die verticalen Grenzen der ein-
zelnen, wo berühren sich die Grenzen verschiedener Arten, wie weit greifen
sie in einander über? Das sind Fragen, die erst eine Jahre lange aufmerk-
same Forschung an Ort und Stelle zu lösen im Stande sein wird, auf
die wir aber jetzt noch kaum eingehen können. Eine Ueberzeugung, die
vielleicht mehr als ein blosses Vorurtheil ist, erlaube man mir jedoch hier
zu wiederholen: die als Amnionites Aon aut. bisher wenig unterschiedenen
Formen, mögen sie auch nur blosso Varietäten einer und der selben Art
auf ihrem Entwicklungswege darstellen — sie werden uns in den Variationen
ihrer Form innerhalb gewisser Grenzen gewiss ein verschiedenes Alter
der Schichten dokumentiren, in denen wir sie finden. So weit meine Beob-
achtungen reichen, habe ich diese Ansicht bestätigt gefunden. Mögen Andere,
wenn sie nicht durch l'rincipien daran verhindert werden, die Untersuch-
ungen in dieser Richtung weiter führen. Einstweilen stellt sich aber schon
das interrcssantc Resultat heraus, dass am vordem Sandling, dessen Gastcro-
poden und Bivnlven in dem rothen Marmor für eine nahe Verwandtschaft
mit den Ablagerungen von St. Cussian sprechen, bisher keine einzige von
den Gassianer Aon-Arten gefunden wurde. Dagegen stimmen viele von den
Äonen, von der Teltschcnalp auf das vollständigste mit manchen Casaianer
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(•23)
Alton. Während wir demnach einen Theil der Ablagerungen
von St. Cassian mit dem Gastcropodenmnrmor vom Sandling in
genaue Parallele stellen dürfen, werden wir ein on andern ebenso
gewiss mit einem Theil der Teltschcner Marmore auf gleiches
Niveau setzen müssen. Und das ist wieder ein Beweis mehr, dass in
den „Cassiancr Schichten* sich mehr als ein guter paläontologisehcr
Horizont versteckt. Dass der Nachweis der Details seine grossen Schwierig-
keiten haben mag, ist gewiss — ebenso gewiss ist es jedoch, dass fort-
dauernde vergleichende Beobachtungen und Studien an Ort und Stelle das
Problem zu lösen im Stande sein werden.
Um den Ueberblick über die Vertheilung der Organismen auf die
typischen Ilallstädter und Ausseer Fundorte zu erleichtern, habe ich die
beifolgende Tabelle zusammengestellt. Man wird aus ihr, besser noch als
aus den vorhergegangenen Bemerkungen ersehen können, in wie weit die
Resultate der bisherigen Aufsammlungeu eine zonenweise palüontologischo
Verschiedenheit der betreffenden Ablagerungen befürworten. Die Daten
über die anderweitigen Vorkommnisse au wenig ergiebigen oder sonst nicht
typischen Fundorten habe ich aus der schon oben erwähnten Uebersichts-
tabelle bei v. Hauer entlehnt. Sie finden unter kurzer Zahlenbezeichnung
ihre Stelle in einer allgemeinen Rubrik und bedeutet dabei:
1. St. Cassian.
15.
Brandstatt bei Klein-Zell.
2. Rnibl.
IG.
Klein-Reifling.
3. Bleiberg.
17.
Pötaehenhöho bei Goisern.
4. Wochein.
18.
Hundskogel bei Ischl.
5. Berg Obir.
19.
Moosbcrgkogcl bei Aussee.
ü. Agordo.
20.
Salzberg bei Hallstadt.
7. Val Trompia.
21.
Raschberg bei Hallstadt.
8. Schwarzenbach.
22.
Taubenstein im Gosauthal.
U. Idria.
23.
Hall in Tyrol.
10. Val Scalve.
24.
Halleiu und Berchtesgaden.
11. Steinbaur bei Wcidmannsfild.
25.
Spital am Pyhrn.
12. Ilornungsthal bei Buchberg.
2<i.
Neuberg.
13. Donuerswand bei Frein.
27.
Hornstein.
11. Wildalpenberg.
2s.
Hin ter-Schaf borg a. Wolfgangsee.
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(-24)
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Die Aufzählung der in den Hallstädter Kalken vorkommenden Spon-
gitarien, Polyparien ') und Kadiarier unterlasse ich hier, da die betreffenden
Beobachtungen noch gar zu vereinzelt dastehen und zu der Vervollständig-
ung des Ueberblickes über die Vertheilung der Fauna daher nur wenig
beitragen möchten.
Ceratites euryomphedus Ben. und Ammonites gibbus Ben. dagegen, welche
von Dr. Benecke*) als aus der „Hallstädter Gruppe" stammend angegeben
') Vergl. Reu ss : Zwei neue Antbozoen aus den HallstSdter Schichten. Sitz.-Ber. der
"Wiener Aknd. 1865. Bd. 15, p. 1.
*) Beneeke: Triaa und Jura in den Sudalpen 1866, p. 154, T. 2, F. 1. 2.
(3) 23
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(HO)
348
wurden, gehören nach neueren brieflichen Mittheilungen von demselben
wahrscheinlich in ein tieferes Niveau.')
Die folgende Beschreibung einer Reihe von neuen Arten wird ebenso
wie das oben gegebene Register einen Mangel nicht verbergen können, den
Mangel an ay s t ein n tischer Aneinanderreihung und Oruppirung der
Amnion itenspecies. Es zeigt eich hier immer deutlicher, dass die bisher
angenommenen Gruppen für die Einreihung der Hallstädter Vorkommnisse
nicht ausreichen. Da es mir nicht gelingen wollte, mit dem vorhandenen
Material die Aufstellung neuer Gruppen durchzuführen, so habe ich die
Arten jetzt blos nach ihrer üusserlichen Aehnlichkeit aneinander gereiht.
Es steht wohl zu erwarten, dass die neuesten systematischen Arbeiten von
Herrn Prof. Süss die naturgemässo Einordnung auch dieser Formen er-
leichtern werden. Zur unbedingten Annahme dos von Herrn v. Hauer
vorgeschlagenen genus Clydonites habe ich mich noch nicht entschliessen
können, weil ich seine Grenzen nicht genau festzuhalten vermag. Scheinbar
ganzraudige Lobenlinien zeigen unter der Luppe zuweilen schon eine feine
Zühnelung oder bekommen auch bei vorgerücktem Alter Zacken. Ob die
tiefere Lage des Sipho in einer besondern Düte wesentlicher Charakter des
genus sei, hat Herr v. Hauer nicht bestimmt ausgesprochen. In diesem
Falle wäre von den weiter unten behandelten Formen fast nur Amin, crassi-
testa sp. n. ein entschiedener Clydonit.
In Betreff meiner Terminologie der Cephalopoden erinnere
ich wiederholt, das* ich die von Quenstedt und neuerdings von Süss
vertretene BozeichnuugKweiHe adoptirt habe und infolge dessen, dem bis-
herigen Gebrauch entgegen, die S ip hon al seit»- als Hauch, die ent-
gegengesetzte als Rücken benenne.
') H«-rr I>r. !><ne«ke •rlin'ibi mir darüber: „Die mit (fr. euryomplurfius und Amt»,
ijtbbus bei Co lere und Prezzo gefundenen Halobien scheinen mir nach wiederholter
Untersuchung von der echten llal. Loinnicli W. abzuweichen, welche allerding* an den
nämlichen Fundftrtern ebenfalls Torkommt, wahrscheinlich aber erst in höheren Schichten
ihre Heimat hat.
.Die OesteintbeschafTenheit ist nämlich in beiden Niveaus so übereinstimmend, dass
sie gar keine Anhaltspunkte cur Unterscheidung derselben bietet. — Nach neueren Nach-
richten scheint es mir auch unzweifelhaft, dass mein Amm. gibbus mit Amm. Studeri Hau.
identisch sei, obgleich er mir nach der Abbildung abweichend erscheinen musste. Auch
den Cer. binodonu» Hau. habe ich neuerdings aufgefunden. Derselbe ist in den italienischen
Angaben mitunter mit Amm. Pemphix Mer. verwechselt. *
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349
(31)
Aulacoceras reticnlatom Hauer. Tab. 13, Fig. 3— 10.
Hauer in W. Haidinger's naturw. Abhandl. 1817, Bd. 1, p. 258, T. S, F. 11 — 11.
t. Hauer in Denkschr. der Wiener Akad. 185[», Bd. 9, p. (21) ff., T. :t, F. 7— IC.
Die abgebildeten Stücke, von denen zwar keines in directem Zusammenhang
mit der von Herrn v. Hauer beschriebenen Form aufgefunden wurde, scheinen
gleichwohl mit Sicherheit denselben zugerechnet werden zu müssen, und
zwar werden sie als die von Herrn v. Hauer noch nicht gekannten Spitzen
seines Aulacoceias zu betrachten sein. Die Form ist, wie schon Herr von
Hauer richtig vennuthete, eine keulenartige, wie bei Bei. semihastattis,
doch nicht ganz so regelmässig. Der Querschnitt und die Lage des Sipho
stimmen vollständig mit der Hauer'schen Art. Ebenso die fein längs*
gestreifte Oberfläche der Schale an dem gekammerten Ende. Wo die
Kammern innen aufhören, werden jedoch aussen diese Längstreifen wellig
und runzlig und verschwinden zuletzt auf der Keule in einer lederartig
krausen Sculptur, die durch engBtehende, unregelmässige, vertiefte Quer-
streifen bedingt wird. Schon diese, nicht von Verwitterung herrührende
Oberflächenbeschaffenheit lässt die Form leicht von Belemniten unterscheiden,
— sicherer noch wird der Unterschied durch die kri stallinisch späthige, nicht
radialfaserige innere Structur der Keule erwiesen. Die tiefen, paarigen, je
zwischen zwei scharfen feinern Nebenfurchen herablaufenden Seitenfurchen,
deren auch Herr v. Hauer erwähnt, werden gegen die Keule zu allraälig
flacher und verschwinden endlich da, wo diese ihre grösste Dicke erreicht,
oder, bei andern Exemplaren erst ganz kurz vor der 8pitze. An keiner
Stelle beeinträchtigen sie die vollkommene Kegelform der Alveole.
Denkt man sich die Peripherie des Querschnittes in 3 gleichweit von
einander entfernten Punkten getheilt, so liegt in dem einen derselben der
Sipho, in den beiden andern die erwähnten Längsfurchen. Der Sipho ist
sehr fein dorsal randlich und, nach Herrn v. Hauer, in dem ganzen Zwischen-
räume zwischen zwei Kammern sichtbar. Bei einem Längschliffe an dem
Exemplar Fig. 10, der in der Ebene des Sipho geführt wurde, ging der-
selbe leider verloren und bei dem Schliffe Fig. 3 konnte die Lage des Sipho
überhaupt nicht nachgewiesen werden.
Die Kammerwände der Alveole sind regelmässig nach unten convex
und stehen, bei einem Durchmesser der untern Wand = 100 Um 45 von
einander ab — genau dieselbe Entfernung, die Herr v. Hauer bei seiner
Orth, retiadatum angibt Bei dem Schliff Fig. 3 stehen sie weiter, bis 60
von einander entfernt Die Alveole selbst ist vollkommen kegelförmig zu-
gespitzt, — eine erste kugelige Kammer, wie bei Belemniten, ist nicht
vorbanden.
(3*) 23*
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(32)
350
Dimensionen. Ganze Länge des Stückes: Fig. 3 = 0"Ofifi. Länge
der Alveole: 0m029. Orösster Durchmesser der Keule: Fig. 10 = 0m0095.
Kleinster Durchmesser des Stieles = 0W006.
Fundort: Teltschen bei Aussee (4 Exemplare).
Bemerkungen. Die vorliegenden Stücke, von denen es, wie ich
oben gezeigt habe, höchst wahrscheinlich ist, dass sie zu Aulacoceras reti-
culatum Hau. gehören, machen diese Form somit zur bisher noch nicht ge-
kannten Vermittlerin zwischen Orthoceras und Belemnites. Für Orthoceras
spricht die lange Reihe von Luftkammern, umgeben von einer, im grössern
Theil ihres Verlaufes parallelwandigen Schale, welche von radial fasrigrer
Structur keine Spur zeigt, — für Belemnites der feine randliche Sipho und
die keulenförmige Anschwellung an der Spitze, zum Theil wohl auch der
von Herrn v. Hauer beschriebene Verlauf der ringförmigen Schalenzeich-
nung. Als Eigentümlichkeit des Genus Aulacoceras bleibt dann aber immer
noch 1) die kryllinische, nicht strahlige Structur der Keule; 2) die centrale,
nicht seitliche Lage der Spitze der Alveole; 3) die seitliche Lage der beiden
Längsfurchen- und Längsstreifen - Systeme; 4) die lederartige Runzelung
der Epidermis auf der Keule, — Charaktere, die, wenn sie auch nicht allo
dem ganzen Genus zukommen mögen, doch blos in diesem auftreten.
Es ist gewiss der Beachtung nicht unwerth, dass das Genus Aulacoceras
sich in den Hallstädtcr Schichten, im Keuper zeigte, da wo die letzten
Orthoceren erscheinen und noch keine Belemniten vorhanden sind. Ich kann
mich der Muthmassung nicht verschliessen , dass auch in andern marinen
Keuperabsätzen sich dieselbe Form wohl noch finden werde, namentlich
dass das, was man aus den Kössner Schichten bisher als Belemniten deutete,
hieher zu stellen sei, denn so viel mir bekannt, hat noch keiner der Kössner
Belemniten im Innern die strahlige Structur gezeigt, wie sie bei wirklichen
Belemniten nirgend vermisst wird. Auch jener Orthoceras (Mclia) sp. Hau.
cet. auet, der im Lias von Adnet, Enzesfeld, Hierlatz, Varese etc. auf-
gefunden wurde, wird wohl zu Aulacoceras gehören.
Nautilus gasteroptyehus Dittmar. Tab. 12, Fig. l. 2.
Gehäuse eiförmig aufgebläht. Die fast vollkommen umhüllenden Win-
dungen lassen einen tiefen, sehr engen Nabel offen. Sie nehmen rasch an
Höhe zu, — jede nachfolgende übertrifft die vorhergegangene um mehr als
da» 4fache. Die Mundöffnung hat ihren grössten Breitendurchmesser in der
Nähe des Nabels. Von hier fallen die Seiten gegen den Nabel plötzlich,
gegen den Bauch allraälig, beiderseits mit vollkommner Rundung ab; sie
gehen auch mit gerundeter Kante in die Wölbung des Bauches über. Auf
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351
(33)
dem letztern machen sich breite wellige Erhöhungen bemerkbar, die gegen
die Seite sehr bald verschwinden. Man zählt ihrer 15 auf dem letzten Um-
gänge. Die ziemlich dicke Schale ist mit dichten, äusserst feinen Anwachs-
streifen bedeckt. Auf dem Bauche weit nach hinten greifend, schwingen
sie sich von hier in weitem Bogen nach vorwärts; ob sie aber nicht, ehe
sie den Kabel erreichen, noch eine Rfickbeugung erfahren, Hess sich an
dem vorliegenden Stücke nicht nachweisen. So weit sich ihr Verlauf sicher
erkennen Hess, ist die Linie in der Begrenzung des Mundrandes angedeutet
worden. Die Lobcnlinie ist zweimal geschwungen. Der Bauch- (extern-)
Lobus flacher, als der Seitenlobe. Die Sättel gleich hoch, der zweite Lateral
breiter als der erste. Auf einen Umgang kommen etwa 1 6 Kammern. Das
vorliegende Stück hat noch keine Wohnkamraer. Die Lage des Sipho konnte
nicht ermittelt werden.
Dimensionen: Ganzer Durehmesser = 0"086. Für einen Durch-
messer = 100 ist
die Hohe der letzten Windung = 65
„ Breite „ „ „ = 54
„ Höhe „ vorletzten Windung = 15
„ Breite „ „ „ = 26
„ Weite des Nabels = 0.
Fundort: Rossmoos bei Aussee (1 Exemplar).
Bemerkungen. Durch die Faltung des Bauches steht dieser Nautilus
dem Amm. Mojsissoricsx Hau. parallel, er unterscheidet sich jedoch durch
denselben Charakter bestimmt von allen bisher beschriebenen Hallstädter
Nautilen.
Nautilus securis Dittra. Tab. 12, Fig. 3, 4.
Obgleich der einzige vorliegende Steinkern durch unvorsichtiges An-
schleifen und Verwitterung gelitten hat, so liessen sich doch alle wesent-
lichen Charaktere vollständig genug erkennen, um darauf eine neue Art zu
gründen. Das Gehäuse ist hochmündig, vollkommen involut, in der Gegend
des sehr engen Nabels am dicksten. Von hier fallen die Seiten flach ge-
wölbt gegen den schmalen, kantigen Bauch. Die Windungen nehmen sehr
rasch an Höhe zu, in einem Umgange fast um das vierfache. Schalen-
Hculprur unbekannt. Die Lobenlinie erhebt sich zu 2 hohen Lateralsütteln
und einem flachen Bauchsattel. Der erste Lateral zungenförmig, der zweite
breiter gerundet. In die um */.« verkleinerte Abbildnng Bind schon die
letzten Lobenlinien eingetragen. Man zählt ihrer bis 24 auf einen Unigang.
Lage des Sipho unbekannt.
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(3-1)
Dimensionen: Ganzer Durchmesser «e 0mH7; für einen Durch-
mesBcr = 100 ist
die Höhe der letzten Windung = 66
„ Breite „ „ „ = 38
„ llöhc der vorletzten Windung = 18
„ Breite „ „ „ =15
„ Weite des Nabels = 0.
Fundort: Leisling bei Aussee (1 Exemplar).
Nautilus spirolonns Dittm. Tab. 13, Fig. 1, 2.
Die dicke, kuglig geblähte Schale ist mit starken, auf den Seiten nach
vorn geschwungenen Anwachsringen geschmückt, welche sich jedoch am
Bauche schwach nach hinten beugen. Bauch, Seiten und Nabel gehen in
vollkommener Bogcnlinie in einander über. Die grüsste Dicke, die sogar
die Höhe der Windung übertrifft, liegt ganz nah an dem tiefen trichter-
förmigen Nabel. Die Umgänge sind vollständig involut. Sie wachsen sehr
schnell in Höhe und Breito an. Die Lobenlinie ist zweimal geschwungen
und bildet einen tiefern breiten Seitenlobus und einen kürzern, mit dem Seiten-
lobusder folgenden Linie auf gleicher Höhe stehenden Bauchlobus. Die Aussen-
seite des Laterallobus schliesst sich vollkommen der Spiralrichtung an und
da die aufeinander folgenden Lobenlinien sich hier berühren, so entstehen
hier zn beiden Seiten des Bauches 2 geschlossene Spirallinien. Dies Ver-
halten bleibt in allen Stadien des Wachsthums unverändert dasselbe. Der
feine Sipho liegt in dem innern Viertel der Mündungshöhe. Ein die Ab-
bildungen noch um */., an Durchmesser übertreffendes Exemplar zeigt noch
keine Wohnkammer. Auf einen Umgang kommen nur 15 Luftkammern.
Dimensionen: Das grösste vorliegende Exemplar hat einen Durch-
messer von 0",127; für den Durchmesser = 100 ist
die Höhe der letzten Windung = Gl)
„ Breite „ „ = 80
„ Höhe der vorletzten Windung = 18
„ Breite „ „ „ = 20
„ Weite des Nabels = 0.
Fundort: Rossmoos bei Aussee (2 Exemplare).
Bemerkungen. Als nächste Verwandte unsrer Art sind zu betrachten:
Ximtiltui Stmpt-n Hau., N. Goiiiotitcs Hau. und X. nt'mdiütts Hau. Von
den beiden erstem unterscheidet sie »ich durch den Verlauf der Lobenlinie.
X. tfluulalus mit ähnlichen Loben ist dagegen weniger involut, nicht so
kugfig gewölbt und durch die gegitterte Schale unterschieden.
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(35)
Amiiioiiites (Olydoiiiles) erassitesta Dittm. Tab. 13, Fig. 19—21.
Die sehr wenig involuten Umgänge nehmen langsam an Höhe und
Breite zu, so das« ein weiter flacher Nabel sichtbar bleibt. Mündung nahezu
quadratisch, wobei jedoch die Seiten ein wenig gegen den gerundeten Bauch
convergiren. Nahtkanten rechtwinklig gerundet. Die Schale zeigt auf den
verschiedenen Umgängen abweichende Sculpturen. Während die 3 innern
Windungen mit relativ groben Rippen versehen sind, von denen sich einige
V formig an der Naht schon spalten, bemerkt man , auf den äussern Um-
gängen nur noch allmälig mehr und mehr sich verflachende Wellen, die an
der Naht am stärksten sind, sich aber auf der Mitte dor Seiten schon ganz
verlieren. Dagegen macht sich nun auf und zwischen ihnen eine äusserst
feine sichelförmige An wachsstreif ung bemerklich. Ist die ziemlich starke
Schale entfernt, so gewahrt man eine sehr einfach geschwungene Loben-
linie, die sich zu 3 gleich hohen runden Sätteln erhebt, während von den
ebenfalls runden Loben der erste Lateral der tiefste ist. Der Sipho liegt
ein wenig vertieft, wie es scheint, in einer besondern Düte der Kammer-
wände. Auf der Abbildung sind schon die letzten Lobenlinien eingetragen.
Man zählt hier auf einen Umgang gegen 30. Die Wohnkammer, in der
Länge fast eineB ganzen Umganges erhalten, hat noch keinen Mundsauin.
Dimensionon: Ganzer Durchmesser = 0m027; für einen Durch-
messer = 100 ist
die Höhe der letzten Windung = 36
„ Breite „ „ „ = 3«
„ Höhe der vorletzten Windung = '20
„ Breite „ „ „ = 2<i
„ Weite des Nabels = 45.
Fundort: Teltschenalp bei Aussee (2 Exemplare).
Bemerkungen. Die vorliegende Species reiht sich durch ihre ein-
fachen ungezackten Lobon dem Hauer'schen Geschlecht Clydonitcs an, sie
unterscheidet sich dadurch bestimmt von den äusserlich sehr verwandton
Formen Amm. Morloti Hau. und Am». Simonyi Hau., welche beide bereits
in dem entsprechenden Alterszustando die charakteristischen Heterophyllen-
loben zeigen. Als nächst verwandte Form ist Amm. crassccanimtns Hau.
zu betrachten. Die Unterschiede liegen in dem sicheligen Verlauf der An-
wachsstreifen und in dem viel frühern Verschwinden der Rippen auf den
innern Windungen, hier bei einem Durchmesser des Nabels von 12""", dort
bei 21".
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(36)
354
Ammonites (Clydoniies) elevatns Dittmar. Tab. 12, Fig. 16-18.
Diese Art scheint in der Grösse, wie sie abgebildet wurde, ausgewachsen
zu sein, denn die letzten Lobenlinien stehen bereits sehr eng hintereinander.
Die Wohnkammer, soweit sie erhalten ist, nimmt nur einen halben Umgang
ein. Wahrscheinlich wird sie auch nicht länger. Sie ist mit sichelförmigen
Strahlenbündeln geschmückt, die auf der übrigen Schale, wenn nicht fehlen,
so doch wegen ihrer Feinheit verschwinden. Die Windungen nehmen rasch
an Höhe zu, ihre Involubilität ist gering, daher der Nabel flach, offen. Die
ganze Schale macht nur 2 Umgänge. Der Bauch ist etwas abgeflacht. Die
Seiten Bchliessen sich an ihn, wie an den Nabel in sanfter flacher Wölbung.
Die Lobenlinie einfach, scheinbar glatt, doch zeigt sich unter der Loupe
der Beginn einer Kerbung der Loben. Die Dunstkammern stehen sehr
gedrängt ca. 30 auf einen Umgang.
Dimensionen: Ganzer Durchmesser = 0"012; für einen Durch-
messer = 100 ist
die Höhe der letzten Windung =48
„ Breite „ „ „ = 36
„ Jlöhe der vorletzten Windung = 22
„ Breite „ „ „ = 22
„ Weite des Nabels = 25.
Fundort: Die Fasalschicht (Zone des Amm. subbullatus Hau.) am
vordem Sandling (5 Exemplare).
Ammonites (Clydonites?) roodiotLs Dittm. Tab. 14, Fig. 1-3.
Windungen flach, ziemlich hoch. Die schwach gewölbten Seiten gehen
gerundet in Nabel und Bauch über. Die Umgänge wachsen langsam in
Höhe und Breite, sie sind zu einem Drittel involut. Die dünne Schale ist
in büschelförmigen Sichelwcllen von verschiedener Höhe gerunzelt, zwischen
denen sich die Einsenkungen nur am Bauche scharf markiren. Auf dem
Steinkerne erscheint dieselbe Zeichnung, nur etwas flacher. Lobenlinie sehr
einfach, Clydonitenartig. Jederseits stehen 3 gleich hohe Sättel. Der erste
Lateral doppelt so gross als der zweite. Ein Umgang mag etwa 25 Dunst-
kammern enthalten. Die Wohnkammer beträgt, soweit sie erhalten ist,
*fh eines Umganges. Die innern Umgänge sind nicht erhalten.
Dimensionen: Ganzer Durchmesser = 0"02; für einen Durchmesser
= 100 ist
die Höhe des letzten Umgangs =37
„ Breite „ „ „ = 27
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355
(37)
die Höhe des vorletzten Umgangs = 20
„ Breite „ „ „ = 14
„ Weite des Nabels =27.
Fundort: Fasslschicht (Zone des Amm. aubbullatus) am vordem
Sandling (l Exemplar).
Bemerkungen. Trotz des grossen Materials von Amm. Henseli Opp.
haben sich keine Uebergänge zu dieser verwandten Art gefunden, die durch
die Schärfe und Einfachheit ihrer Radialfurchen so ausgezeichnet ist Noch
näher steht Amm. Eryx Mü., er ist jedoch durch seine einfachen, regel-
mässigen Sichelfalten und den Mangel der scharfen Kerbung der Bauchseite
unterschieden. Auch Amm. dccresceiis Hau. ist eng verwandt, weicht aber
durch die erst beim letzten Unigange auftretende Evolubilität durch gerun-
detere Windungen und viel schwächere Faltung ab.
Animonites (Cl ydonites?)* eomatns Dittm. Tab. 14, Fig. 4— 6.
Das vermuthlich klein bleibende Ochäuse besteht aus 4, bis zur Hälfte
involuten Umgängen, dio in der Jugend rundlich, später rasch an Höhe
zunehmen. Die Seiten wölben sich gleichmässig gegen Nabel und Bauch,
letzterer ist gerundet. Der Nabel ist ziemlich eng. Die starke Schale ist
mit einfachen, gleichmassigen Sichelwellen bedeckt, die am Bauche mit einer
runden Beugung nach vorne von beiden Seiten zusammenlaufen. Sie sind
auch auf dem Steinkerne sichtbar. Die Lobenlinie ist fein, aber deutlich
in Sätteln und Loben gekerbt. Sie bildet jederseits 3 Sättel von gleicher
Höhe. Ob die eingetragenen Linien die letzten sind, konnte nicht sicher
ermittelt werden, es ist jedoch wahrscheinlich. Man zählt ca. 20 Kammern
auf einen Umgang.
Fundort: die Teltschcnalp bei Aussee (5 Exemplare).
Dimensionen: Durchmesser des grössten Stückes = 0m0145. Für
einen Durchmesser = 100 ist
die Höhe der letzten Windung =49
„ Breite „ „ „ = 34
„ Höhe „ vorletzten Windung = 21
„ Breite „ „ „ =21
„ Weite des Nabels =27.
Bemerkungen. Diese Art, die der Quenstedt'schen Gruppe der
Capricorni polymorph angehört, wurde trotz ihrer zahlreichen Verwandten
in den Cassianer Schichten von denselben fern gehalten, weil sie doch mit
keiner einzigen vollständig übereinstimmt. In der That, mit demselben
Recht, mit welchem man sie zu GonuUiics Dufrenoyi Kl., G. iiifrafurcatns
(38)
Kl., G. Bcaumontii Kl. oder G. Eryx Mii. aus Cassianer Schicliten stellen
wollte, müsste man sie auch mit Ammonites hybrida Orb. oder A. polymor-
j)hus costatus Qu. au» dem J,ias y und mit einer Reihe anderer identificiren.
Bei genauer Betrachtung finden wir aber, dass sich Amm. comatus von
allen den genannten bestimmt durch den viel engeren Nabel, die größere
Involubilitat und die Schnelligkeit der Höhenzunahme unterscheidet.
Ammonites (Clydonites?) oboliniLS Dittm. Tab. 14, Fig. 7—9.
Das ziemlich flache Gehäuse, dessen Umgänge anfangs rasch an Höhe
zunehmen, hört beim Beginn der Wohnkammer in dieser Richtung zu
wachsen auf. Während daher die ersten stark involuten Umgänge in dem
engen Nabel kaum sichtbar worden, evolvirt sich die Wohnkammer so stark,
dass ein offner flacher Nabel sichtbar wird. Die Schale ist mit zahlreichen
flachen Sichelfalten bedeckt, die aus Bündeln sehr feiner Sicholstrcifen
bestehen und an dem schmalen gerundeten Bauche am deutlichsten aus-
geprägt sind.
Die fein gezähnelte Lobenlinie erhebt sich zu 3, gegen den Nabel
stark an Grosse verlierenden Sätteln. Man zählt ca. 30 Kammern auf einen
Umgang. Ob die Wohnkammer ganz erhalten sei, ist nicht zu entscheiden.
So weit sie vorhanden, beträgt sie einen halben Umgang.
Dimensionen: Ganzor Durchmessor = 0m02 ; für oinen Durch-
messer = 100 ist
Fundort: Teltschenalp bei Aussco (1 Exemplar).
Amnionitis (llydonites?) Eryx Münster sp. Tab. 3, Fig. 10, 11.
Goniatites Eryx Münster Beitr. Bd. IV, p. I J8, T. 14, V. !).
Ich glaube, dass man die abgebildete Form aus den Hallstädter Schichten
wohl mit der Münster'schen Art von St. Cassian identificiren darf, da mit
alleiniger Ausnahme der geringem Schärfe und Erhabenheit der Sichelrippen,
alle übrigen Charaktere vollständig übereinstimmen. Auf dem besterhaltenen
meiner Exemplare macht sich ausserdem noch eine feine Spiralstreifung der
Schale an der Bauchseite bcmerklich. Die Lobenlinie konnte nicht blos-
gelegt werden.
die Höhe des letzten Unigangs
„ Breite „ „ „
„ Höhe „ vorletzten Umgangs
„ Breite „ „ „
„ Weite des Nabels
40
22
20
15
25.
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357
(39)
Dimensionen: Ganzer Durchmesser = (T013; für einen Durch-
messer = 100 ist
die Höhe des letzten Umgangs =: 38
„ Breite „ „ „ =31
„ Höhe des vorletzten Umgangs = 20
„ Breite „ „ „ =21
„ Weite des Nabels = 40.
Fundort: Teltschenalp bei Aussee (2 Exemplare).
Amuionites (Clydon yten ?) Henseli Oppel. Tab. 14, Fig. 16—20.
Oppol: Pol. Mitth. 1802, Nr. III, p. 132, T. 41, F. 3.
Das Originalstüek von Amm. Henseli Opp., ein blosses Fragment, er-
hielt Herr Professor Oppel von Herrn Hofrath von Fischer angeblich
aus Hierlatzsehichten. Es blieb als solches ein Unicuni. Die Angabe des
Horizonte» beruhte aber jedenfalls auf einem Irrthum. Dieselbe Form, die
ich nach einem Abguss des Originals in der OppeTschen Sammlung iden-
tificiron konnte (das Original selbst ging verloren) findet sich nemlich in
solcher Häufigkeit in der Zone des Amm. subbullatus (Fasslschicht) am
vordem Sandling in Hallstädter Kalken, dass ohne Zweifel hier ihre wirk-
liche Heimath zu suchen ist. Es ist demnach Amm. Henseli aus der Fauna
der Hierlatzsehichten zu streichen. Ich habe die Art noch einmal abbilden
lassen, weil sie bei Oppel nach einem Steinkerne nicht ganz richtig rc-
stauriit ist. Die Rippen, die dort rund erscheinen, sind nemlich im Durch-
schnitt rechtwinklig und durch scharfe eckige Furchen getrennt, die unten
und oben gleich breit sind. Schale verhältnissmäsaig diek, doch prägen sich
auch auf dem Steinkerne noch die Furchen scharf aus. Die Lobenlinie mit
jederseit» 3 auf gleicher Linie stehenden Sätteln ist fein, aber deutlich ge-
zähnt. Das Fig. 21, 22 abgebildete Stuck ist das grösste vorhandene, scheint
aber noch nicht ausgewachsen. Die jungen Exemplare weichen in nichts von
der Form der ältern ab.
Dimensionen des Excmplares Fig. 21. 22. Durchmesser = 0"'023.
Für einen Durchmesser = 100 ist
die Höhe der letzten Windung = 38
. Breite , „ - 22
„ Höhe „ vorletzten „ = 20
„ Breite „ „ =11
„ Weite des Nabels =41.
Fundort: Fasslschicht am vordem Sandling (70 Exemplare).
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(40)
358
Bemerkung. Es ist nicht leicht, Amm. Hensdi mit irgend einer
andern bekannten Form zu verwechseln. Amm. modicus Dittm. sieht ihm
äusserlich zwar ähnlich, unterscheidet sich jedoch durch dünne Schale, wellige
ungleiche Falten und ungezackte Loben. Amm. nastwtittm Dittm. ist schon
näher verwandt, namentlich erfordert die Unterscheidung der jungen Indi-
viduen einige Aufmerksamkeit. Auch Amm. Didayanus Orb. (terr. cret.
tome I Tab. 108 Fig. 4. 5) ist zu vergleichen. Doch ist da der Rücken
kantig, flach, die Rippen sind grober, die Involubilität bedeutender.
Ammonites (Clydonites?) nasturtiuni Dittm. Tab. 14 Fig. 24—37.
Gehäuse wenig involut, aber. ziemlich rasch anwachsend, so dass der
Nabel nicht ganz flach ist. Die Windungen, von ziemlich kreisförmigem
Durchschnitt sind auf der Wohnkammer mit unregelmässig stehenden, ver-
schieden starken, groben runden Rippen versehen, die sich in höherem
Alter sogar kragenartig erheben. Die innern Umgänge sind dagegen ganz
regelmässig berippt. Sie unterscheiden sich von jungen Amm. Hensdi durch
ihre gedrungene Form und durch die gerundeten Rippen. Die Schale ist
dick. Die sehr gedrängten Lobenlinien, an denen eine Zähnelung nicht
bemerkt werden konnte, bestehen jederseits aus zwei runden Sätteln.
Dimensionen des grössten vorhandenen Stückes Fig. 3Ü. 40. Durch-
messer 0"017; für einen Durchmesser = 100 ist
die Höhe des letzten Umgangs = 35
, Breite „ „ „ = 35
„ Höhe „ vorletzten „ =18
» Breite „ „ „ = 24
„ Weite des Nabels = 38.
Fundort: Fasslschicht am vordem Sandling (30 Exemplare).
Ammonites (Clydonites?) foliaceus Dittm. Tab. 15, Fig. 10-12.
Diese sehr eigenthümliche Form hat ein so fremdartiges Aussehen, dass
man sie kaum für einen Ammoniten ansehen möchte. Die rasch anwach-
senden Umgänge sind gar nicht involut, ihr Durchschnitt bildet ein Trapez,
dessen längere Parallele die Bauchseite einnimmt. Die Seiten sind also
flach und umschliessen einen offenen vertieften Nabel, der Bauch ist ein
wenig gewölbt und schliesst sich mit kaum abgerundeten Kanten an die
Seiten. Auf diesen nun macht sich eine durch verschiedene Beugung der
Anwachsstreifen bedingte blattförmige Zeichnung bemerklich. Die Blätter,
deren 8 auf einen Umgang kommen, enden spitz an der Bauchkante in
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350
oder kurz vor einem langen etwas nach vorn gebogenen Dorn. Diese Dor-
nen, die natürlich entweder beim Herausschlagen des Ammonites aus dem
Gesteine oder auch schon früher leicht abbrechen, hinterlassen merkwür-
digerweise keine eigentliche Narbe, man erkennt ihre frühere Stelle nur an
einer länglichen Erhebung der Schale, sie scheinen daher nur der äussersten
Schalenschicht anzugehören. Die Stacheln correspondiren zu beiden Seiten
des Bauches und werden mit einander verbunden durch Systeme von oft
ziemlich tiefen, stark nach vorn geschwungenen Falten. Die Schale ist sehr
dünn. Die Lobenlinie eingezackt, Clydonitenartig. Sie bestehet jederseits
aus 2 schmalen Sätteln und dazwischenliegenden breiten Loben. Der Sipho
liegt jedoch nicht vertieft. Die Wohnkammer betrug wahrscheinlich nicht
mehr als einen halben Umgang.
Dimensionen: Durchmesser des grössten Exemplares (Fig. 10. 11)
= 0*019. Für den Durchmesser = 100 ist
die Höhe des letzten Umgangs = 37
„ Breite „ „ „ = 42
,, Höhe „ vorletzten „ = 24
„ Breite „ „ „ = 26
„ "Weite des Nabels — 32.
Fundort: Fasslschicht am vordem Sandling (17 Exemplare).
Ammonites Mojssissoricsi Hau.
Nachtr. Ceph. Hallst. 8ch. in Sitaber. der Wiener Akad. 1860. Bd. 41, p. 141 (29), T. 4,
F. 1-3.
Diese Art, deren Fundort Herr von Hauer zur Zeit ihrer Aufstellung
nicht kannte, fand Herr Hofrath von Fischer neuerdings in den Hallstädter
Kalken an der Teltschenalp bei Aussee auf.
Ammonites cieer Dittm. Tab. 13, Fig. 11-15.
Von dieser interessanten kleinen Art wurde bisher nur 1 Exemplar
aufgefunden, welches jedoch in vollkommnera Erhaltungszustande befindlich
ist. Durch einen Querschnitt wurde constatirt, dass dasselbe ein Ammonit
sei, kein Heteropode, wie nach der Schalensculptur vielleicht zu argwöhnen
war, namentlich da wegen der Länge der Wohnkammer durch Aetzen
der Oberfläche keine Lobenzeichnung zu erhalten war. Die Loben stehen
weit von einander ab. Es kommen nur 5 — 6 auf einen Umgang. Die äus-
sere Form ist fast vollkommen kuglig, die niedern breiten Windungen ganz
umhüllend, der Nabel daher nicht tief, aber deutlich eingesenkt. Der Mund-
rand ist gerundet und kaputzenförmig eingeschnürt.
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(42) 360
Sehr eigentümlich int die Schalensculptur. Diese bestellt aus feinen
gerundeten Spiralleisten mit gleich breiten Furchen dazwischen, die in sehr
schräger Linie vom Nabel bis zur Mittellinie des Hauches nach vorn ziehen.
Hier treffen die Leisten von beiden 8citcn unter sehr spitzem "Winkel zu-
sammen, ohne dass sich ein Kiel oder eine Furche bemerklich machte.
Vom Nabel bis zum Bauch zählt man jederseits 1 1 solche Leisten, um jedoch
vom Nabel bis zum Bauch zu gelangen, braucht jede Leiste fast einen
ganzen Umgang der Schale. An der Einschnürung des Mundes verschwinden
die Leisten plötzlich und lassen diesen selbst glatt.
Dimensionen: Ganzer Durchmesser = Om0O8; für einen Durch-
messer ä 100 ist
dio Höhe der letzten Windung = 50
„ Breite „ „ „ 92
„ Höhe „ vorletzten „ =41
„ Breite „ „ „ = 78
„ Weite des Nabels := 0.
Fundort: Schichten mit Amm. stibbuilatus am vordem Sandling
(1 Exemplar).
Ammonites Simoiiyi Hauer. Tab. 12, Fig. 22—24.
Haidinger'i naturw. Abhandl. 1817, Bd. 1, p. 270, T. 9, F. 4-6.
Als Beitrag zur Kenntnis dieser interessanten Form habe ich ein junges
Individuum abbilden lassen, da es eine Verschiedenheit der Schalensculptur
auf den innern Umgängen zeigt, welche der ganzen Art zukommt. Dieselbe
besteht in 6 scharf abgesetzten Ringeln, die jede der 4 innern Windungen
in gleichen Abständen zieren. Weiter hinaus markiren sich dieselben als
immer flacher werdende Wülste, die auf dem fünften Umgang bereits ganz
verschwinden, um den scharfen sichelförmigen Streifen Platz zu machen.
Diese sind auf den 4 ersten Windungen nicht zu sehen.
Fundort: Teltschenalp bei AuBsee.
Bemerkungen. Der verwandte Amm. Morloti ist auf den innern
Windungen vollkommen glatt. Amm. eleguns, schon durch die Lobirung
unterschieden, zeigt nie die Schärfe der Sichelstrcifen, wie Amm. Simouyi.
Ammonites Imperator Hauer. Tab. 14, Fig. 12. 13.
t. Mauer: Nene Cephalopoden Ton Aassee 1849, in Hnidinger* naturw. Abhandlungen,
Bd. 3, p. 21, T. 6, F. 1-3.
An dem angeführten Ort gibt Herr v. Hauer die Abbildung eines
Bruchstückes von einer äussern Windung eines grossen Exemplare*. Ich
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301
(43)
gebe nun eine Darstellung der inneren Umgänge, hauptsächlich um den
Unterschied von jungen Individuen des Amm. lMyeri Hau. zu constatiren.
Dass diess wirklich die Gestalt eines jungen Amm. imperator sei, davon
konnte ich mich an einem gut erhaltenen grossen Individuum dieser Species
aus rothem Marmor des vordem Sendling überzeugen. Ich wählte die ge-
ringe Grösse, um die Dimensionen zu versinnlichen, in denen diese Art,
allerdings ohne erhaltene Wohnkammer, in der Schicht mit Amm. subbtd-
latns am vordem Sandling auftritt, in welcher sie häufig ist. Die wesent-
lichen Charaktere hat schon Herr v. Hauer genügend festgestellt. Ich
kann mich deshalb hier darauf beschränken, zur Unterscheidung von jungen
A. Layeri darauf aufmerksam zu machen, dass letztere bei dem Durchmesser
meiner Abbildung noch vollkommen involut sind, einen punktförmigen Nabel
zeigen und eist später sich ausrollen. Bei dem A. imjterator sieht man
dagegen das Gewinde bis in die erste, merkwürdiger Weise kuglige Zelle
(nucleiis) geöffnet.
Dimensionen: Der Durchmesser des abgebildeten Stückes beträgt
0roo28. Setzen wir denselben = 100, so ist
die Höhe der letzten Windung = 54
„ Breite „ „ „ 7
„ Höhe „ vorletzten „ =14
n Breite „ „ „ = 3.5
„ Weite des Isabels = 20.
Fundort: Die Schichten mit Amm. subbuttatus am vordem Sand-
ling (20 Exemplare). Grössere Individuen hegen in dem Gasteropoden-
marmor am vordem Sandling, ferner am Sommeraukogel, Steinbergkogel,
am Rossmoos und Taubenstein (im Gosauthale).
Ammoiiites taducns Dittm. Tab. 14, Fig. 14. 15.
Eine kleiue glatte, ganz evolute Art mit erhöhtem viereckigen Durch-
schnitt der sehr langsam wachsenden Windungen. Auf dem Bauche bemerkt
man einen sehr flachen stumpfen Kiel, der eben nur durch seinen Schatten
erkennbar ist. Nabel weit, flach ; man sieht 5 Umgänge. Die Wohnkammer
beträgt mehr als einen Umgang. Die Lobenlinie nicht bekannt.
Dimensionen: Durchmesser = 0"0 13. Für einen Durchmesser = 1 00 ist
die Höhe des letzten Umgangs = 34
„ Breite „ „ „ = 28
„ Höhe „ vorletzten „ =16
„ Breite „ „ „ = 14
„ Weite des Nabels = 49.
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(44)
302
Fundort: Fasslschicht am vordem San düng (6 Exemplare).
Bemerkungen. Clyd. glaucus Mnst. sp. ist von St Cassian, steht dem
Amm. caditctts nahe , hat jedoch keine Andeutung eines Kieles und wächst
auch rascher; an dem Amm. caducus fehlen dagegen die feinen Sicheln.
Ammonites fulniinaris Dittm. Tab. 14. Fig. 21—23.
Das einzige vorliegende Exemplar, obgleich nur Steinkern, zeigt von
allem bekannten so abweichende Charaktere, dass es wohl der Beschreibung
werth escheint. Das Gehäuse ist stark involut, es bleibt nur ein enger
Nabel offen. Die Windungen, von fast rein elliptischem Querschnitt zeigen
auf den Seiten in ungleichen Entfernungen flache Rippen, von denen sich
einzelne (9—10) auf einem Umgange gegen den Bauch zu Dornen erheben,
von welchen aus tiefe Falten in wechselnder Anzahl nach vorn geschwungen
über den Bauch laufen. Von diesen Falten gehen die äusseren auf der
gegenüberliegenden Seite wieder zu einem alternirenden Dorn, die mittlem
verflachen sich getrennt auf der halben Höhe der Seite. Uebrigens herrscht
auch hierin, wie in der ganzen Anordnung der Rippen keine Regelmiissigkeit.
Die Schale, an einigen Stellen erhalten, ist dick und ohne äussere Sculpturen.
Die Loben, ringsum gezackt, erheben sich jederseits zu 4 auf gleicher Höhe
stehenden Sätteln, die eine gerundete fast blattförmige Spitze zeigen und
so an monophyllische Heterophyllen erinnern, zunächst jedoch mit den Loben
des Amm. inermis zu vergleichen wären.
Dimensionen: Durchmesser = 0"038. Für den Durchmesser = 100 ist
die Höhe des letzten Umgangs = 53
„ Breite „ „ „ = 32
„ Höhe „ vorletzten „ = 24
„ Broite „ „ „ =14
„ Weite des Nabeb = 8.
Fundort: Teltschen bei Aussee (1 Exemplar).
Ammonites inermte Hauer Tab. 15, Fig. 1-7.
Hauer: C«pbalop. Hallst, fleh., in Denkschr. mach. natw. Cl. der Wiener Akad-, Bd. 9,
p. 161 (21), T. 5, F. 24-27.
Ich bin in der Lage, gestützt auf ein reiches Material, zu dieser Art
einige Nachträge zu liefern, die nicht ohne Bedeutung für die Charakteri-
sirung derselben sind. Anknüpfend an die von Hauer am angeführten Orte
gegebene Diagnose ist zu erwähnen, dass der Durchschnitt der Windungen
bei weiterem Wachsthum sich beträchtlich erhöht, dass also die Kreisform
sich verliert, ferner ist aber die Kreisform auch bei Exemplaren von der
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Grösse, wie sie Herr von Hauer abbildet, nicht Regel, sondern Aus-
nahme, im allgemeinen herrscht auch hier schon die erhöhte elliptische
Mundöffnung. Ausser den sehr flachen und in ihrer Spaltung schwer zu
▼erfolgenden Radialfalten (in der Zeichnung Fig. 1 ist die Deutlichkeit dieser
Falten etwas fibertrieben) verläuft ferner über die ganze Schale, bei gut
erhaltenen Exemplaren eine dichte wellige Spiralstreifung. Die Wohn-
kammer beträgt beinahe einen ganzen Umgang.
Dimensionen: Bei kleineren Exemplaren von 0"022 (11'") Durch-
messer ist das gewöhnlichere Verhältniss für den Durchmesser =* 100
die Höhe des letzten Umgangs = 55
« Breite „ „ „ =41
„ Höhe „ vorletzten „ =23
,, Breite =23 .
„ Weite des Nabels = 14.
Herr von Hauer fand bei einem Exemplare von 9"' Durchmesser und von
der Form der Fig. 3. 4 für den Durchmesser = 100 gesetzt, die Höhe der
letzten Windung = 47, die Breite derselben = 55, die Weite des Nabels = 16.
Das grösste Exemplar Fig. 5. ß hat einen Durchmesser =* 0"072.
Dann ist für den Durchmesser = 100
die Höhe der letzten Windung = 69
„ Breite „ „ „ = 33
„ Höhe „ vorletzten „ = 22
„ Breite „ „ „ = 15
„ Weite des Nabels = 8.
Fundort: Fasslschicht am vordem Sandling (65 Exemplare).
Ammonitcs atropus Dittm. Tab. 15, Fig. 13-15.
Das Gehäuse ähnelt im Ganzen dem Amm. foliaceus , doch sind die
Windungen noch breiter und niedriger. Von den Seiten erheben sich gegen
die Bauchkanten zu in unregelmässigen Entfernungen und wechselnder An-
zahl (ca. 5 auf einem Umgange) breite lappenförmigc Dornen, die auf den
innern Windungen an die nächstfolgende angelehnt, gewöhnlich erhalten
sind und so den Umgängen eine unregelmäßige eckige Gestalt verleihen.
Zwischen ihnen stehen je 3 — 5 kleinere, ebenfalls in stumpfe Dorne endigende
Falten. Von allen diesen Dornen aus laufen hier nach ihrer Grösse eine
oder mehrere tiefe Falten stark nach vorn gerichtet zu der glatten, deutlich
begrenzten breiten Furche auf der Mitte des Bauches, die sie unter spitzem
Winkel treffen. Die Dornen von gleicher Stärke correspondiren zu beiden
Seiten des Bauches gewöhnlich nicht Schale sehr dünn. Die Lobenlinie
(4) 24
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3G4
zeichnet sich beiderseits durch 4 schmale, hohe, wenig gekerbte Sättel una
entsprechende spitze Loben aus. Die Wohnkammer nimmt an dem abgebil-
deten Stück 3/4 eines Umganges ein, doch fehlt ihr noch der Mundsaum.
Dimensionen: Durchmesser = 0"02. Für den Durchmesser = 100 ist
die Höhe des letzten Umganges = 40
„ Breite „ „ „ = 60
„ Höhe „ vorletzten „ = 20
„ Breite „ „ „ = 30
„ Weite des Nabels = 45.
Fundort: Gasteropodenachichten am vordem Sandling.
Bemerkungen. Amm. atropus und foliaceus, im äussern Ansehen
scheinbar verwandt, sind gleichwohl durch die Loben wie durch die Be-
schaffenheit der Bauchseite weit von einander getrennt Unter welche Gruppe
von bekannten Ammoniten man Amm. foliaceus am natürlichsten einreihen
könnte, ist mir, da ich die Clydoniten nicht festzuhalten vermag, nicht recht
klar geworden. Ebensowenig möchte ich aber auch der bisherigen Praxis
folgend, Amm. atropus in die Gruppe des Aon stellen, blos weil er eine
Furche auf dem Bauche hat (vergl. Quenstedt die Cephalopoden p. 237).
Auimonites signatns Dittm. Tab. 15, Fig. 8, 9.
Gehäuse mit einem breiten, scharf abgesetzten Kiel versehen, von dem
aus die flachen Seiten sich rasch zu ihrer grössten Breite erheben. Abfall
gegen den Nabel noch kürzer gerundet. Die Involubilität ist gering, sie
erstreckt sich nur auf den Bauch der Schale: und da das Gehäuse sehr
langsam m die Breite wächst, bo entsteht ein flacher weiter Nabel. Die
Schale, im allgemeinen glatt, trägt an der Naht auf jeden Umgang etwa
20 scharfe Erhebungen, die mit den stark nach vorn gebogenen Anwachs-
streifen in Verbindnng stehen und in derselben Richtung sich allmälig ver-
flachen. Die Wuhnkammer beträgt wahrscheinlich mehr als einen Umgang,
denn auf der letzten Windung konnten keine Loben nachgewiesen werden.
Dimensionen: Durchmesser des abgebildeten Stückes = 0*022. Für
den Durchmesser = 100 ist
die Höhe des letzten Umganges = 36
„ Breite „ „ „ =27
„ Höhe „ vorletzten „ =18
,, Breite „ „ „ = 18
„ Weite des Nabels „ — 36.
Fundort: Telt sehen bei Aussee (3 Exemplare).
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305
Ammonites verraetus Dittra. Tab. 15, Fig. 20, 21.
Die glatten, langsam in Höhe wie in Breite wachsenden, zu einem
Drittel involuten Umgänge lassen einen flachen, treppenförmig vertieften Nabel
offen. Die flachen Seiten fallen gegen denselben kurz, aber scharf ab ; auch
der Abfall zu dem starken hohen Kiele ist plötzlich, doch ohne scharfe
Kantenbildung. Die sehr feinen Anwachsstreifen verlaufen auf den Seiten
radial, gegen den Kiel zu machen sie eine starke Biegung nach vorn. Diu
Schale ist sehr dick. Die Lobenlinie besteht jederseits aus 3, auf gleicher
Höhe stehenden gerundeten Sätteln und 2 dazwischen liegenden Loben. Sie
ist einfach, glatt. Die Wohnkammer betrug wahrscheinlich mehr als einen
Umgang.
Dimensionen: Durchmesser des abgebildeten Stückes = 0*017.
Für den Durchmesser — 100 ist
die Höhe der letzten Windung = 35
„ Breite „ „ „ = 33
„ Höhe „ vorletzten „ =25
„ Breite „ „ „ = 25
„ Weite des Nabels = 38.
Fundort: Teltschenalp bei Aussee (2 Exemplare).
Ammoiiites niger Dittm. Tab. 15, Fig. 16—19.
Die rasch in die Höhe wachsenden glatten Windungen sind etwas mehr
als zur Hälfte involut, lassen aber dennoch nur einen kleinen Nabel offen.
Ihr Durchschnitt verflacht sich gegen den scharfen Kiel hin in allmäliger
Rundung und bedingt so eine vollkommene Linsenform des ganzen Gehäuses.
Wenn, wie ich glaube, die Gestalt Fig. 18, 19 nur einem weitern Entwick-
lungsstadium der Species Fig. 16, 17 zukommt, so ist damit zugleich eine
weniger rasch in die Höhe wachsende Varietät gegeben, die sich am Ende
auch noch deutlich evolvirt. Es stellt sich hier noch auf den letzten 3/4
des letzten Umganges (der Wohnkammer) zu beiden Seiten des Kieles eine
stumpfe, aber deutliche Kante ein. Die sehr feinen Anwachsstreifen biegen
sich gegen den Kiel stark nach vom. Es gelang mir leider nicht, Loben
zu präpariren.
Dimensionen: Durchmesser des 8tückes Fig. 16, 17 = 0"012. Für
den Durchmesser = 100 ist hier
die Höhe des letzten Umganges = 54
,, Breite ,, ,, „ = 33
„ Höhe „ vorletzten „ =25
(1*) 24*
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(48)
'MW
die Breite des vorletzten Umganges = 25
die Weite des Nabels = 23.
Durchmesser des Stückes Fig. 18, 19 = 0~01G. Hier dagegen ist für
den Durchmesser = 100
die Uöbe des letzten Umganges — 41
„ Breite „ „ „ = 31
„ Höhe „ vorletzten „ =31
„ Breite „ „ „ =31
„ Weite dos Nabels = 25.
Fundort: Teltschen (4 Exemplare).
Bemerkungen. Diese Art, wie auch wohl die beiden vorherbeschrie-
benen, sind mit Amm. scaphitiformis Hau. verwandt sowohl durch die äussere
Form, als durch die starke Vorwärtsbeugung der Anwachslinien am Bauche
und durch die einfache Lobenlinie (bei Amm. vermetus beobachtet). Dio
Unterschiede Wegen in der Involubilität und in den Verzierungen der Schale.
Ammonites tnrbiiia Dittm. Tab. 15, Fig. 22, 23.
Diese hübsche Form, die vielleicht der Familie der Globosen anzureihen
wäre, hat ein ziemlich aufgeblähtes Gehäuse, welches stark involut, nur
einen engen Nabel sehen lässt. Die Windungen, von einem starken Kiel
umspannt, haben einen nahezu kreisförmigen Durchschnitt und sind auf
jodem Umgange mit 4 tiefen kreuzständigen radialen Einschnürungen ver-
sehen, die sich erst am Bauche stark nach vorn krümmen, um den Kiel
eine Strecke weit als sehr flache Furchen zu begleiten. Die Schale ist sehr
dünn. Die Wohnkammer, soweit sie erhalten, beträgt 3/4 eines Umganges.
Die feingezackte Lobenlinie, die wegen der Geateinsbeschaffenheit nicht mit
genügender Schärfe zur Abbildung zu bringen war, besteht jederseits aus
4 allmälig kleiner werdenden Sätteln mit den entsprechenden Loben da-
zwischen.
Dimensionen: Durchmesser des abgebildeten Stückes = 0"0 13. Für
den Durchmesser = 100 ist
die Höhe der letzten Windung =61
„ Breite „ „ „ = Ül
„ Höhe „ vorletzten „ — 29
„ Breite „ „ „ = 22
„ Weite des Nabels = 8.
Fundort: vord. Sandling tiefste Lage (3 Exemplare).
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(40)
Ammenites Jokelyi Hauer.
Hauer: Beitr. Ceph. Hallst. Schichten in Denksclir. der Wiener Akad. iSb\ Bd. %
p. 151 (11), Tab. 4, F. 1—7.
Bei einem Durchmesser von 0B073 entbehrt dos vorliegende, Ausgezeich-
net erhaltene Exemplar, welches sonst genau mit Amin. Jokelyi überein-
stimmt, der Dornen auf dem letzten Umgange. Und zwar verschwinden
zuerst bei einem Durchmesser von 0m04 die Dornen an der Bauchkante
und bald darauf allmälig verflachend auch die Erhöhungen an der Nabel-
kante. Die Rippen bleiben jedoch bis ans Ende deutlich ausgeprägt.
Fundort: die Teltschenalp.
Zugleich möchte ich hier noch einer verwandten Form erwähnen, die
zwar nur in einem einzigen Exemplare von 0m056 Durchmesser vorliegt.
Sie stimmt in den meisten Charakteren mit Atnm. Jokelyi überein, nur tritt
hier auf der Mitte zwischen dem Kiel uud den an der Involutionsspiralu
stehenden Dornen des Amm. Jokelyi eine weitere Spiralreihe von Dornen
oder Knoten auf, an der sich die bisher meist einfachen Rippen regelmässig
in 2 stark vorwärtsgebogenen Aeste theilen. Diese Knoten sind an Zahl
und Stärke jenen ziemlich gleich. Für diese Art, die am vordem Sandling
im graugelben Kalke mit RJi. dilaiata Ss. zusammen vorkommt, schlage ich
den Namen Amm. auettts n. sp. vor.
Ammonites Satnrnns Dittm. Tab. 16, Fig. 1—8.
Nach wiederholter genauer Prüfung des nicht unbedeutenden Materials
habe ich mich überzeugen müssen, dass die ziemlich verschiedenen Varia-
tionen dieser Form, wie ich sie zur Abbildung gebracht habe, naturgemäss
einer und derselben Art zuzurechnen sind, da die Extreme durch vollständige
Uebergänge verbunden erscheinen. Gleichwohl Hessen sich von jeder dieser
Varietäten ganze Reihen übereinstimmender Individuen in den verschieden-
sten Stadien des Wachsthums zusammenstellen, so dnss es fast scheinen
möchte, als hätten wir hier die Andeutungen der verschiedenen Geschlechter
einer Art.
Am häufigsten treten die starkberippte Varietät Fig. 1—3 und die
Varietät Fig. 4—6 mit flacheren Rippen auf. Exemplare von der Grösse der
Fig. 5 sind selten, gewöhnlich werden sie in der Grösse der Fig. 2 ange-
troffen. Zu bemerken ist dazu, dass Fig. 5 durchaus nicht blos ein höheres
Altersstadium von Fig. 2 darstellt, denn die ältern Individuen der Varietät 2
ändern ihr Aussehen in keiner Hinsicht mit Ausnahme der Grösse, während
auch die jungen Individuen von Fig. 5 ganz den ausgewachsenen ähnlich
sehen. Die Varietäten Fig. 7 und 8 treten am seltensten auf.
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(50)
Der gemeinschaftliche Charakter in allen diesen Formen liegt in der
starken Involubilität, die den engen Nabel bedingt, in dem langsamen An-
wachsen und in den Bcrippungsverhältnissen der dünnen Schale. Die runden
starken Rippen bleiben, wenn sie auch sonst verflachen, an dem hohen
Kiel immer deutlich ausgeprägt und machen eine starke sichelförmige Krüm-
mung nach vorn. Sie sind nie einfach, sondern spalten sich entweder gleich
am Nabel oder auf der halben Höhe der Umgänge mehrmals. Die Gestalt
des Querschnittes ist nur geringen Variationen unterworfen. Er ist gewöhn-
lich rechteckig, mit ganz flachen oder nur schwach gewölbten Seiten. An der
Naht ist der Abfall deutlich rechtwinklig, am Bauche rundet er sich etwas
ab. Die Lobenlinic zeigt bei kleineren Exemplaren jederseits 3, bei grös-
seren 4 schwach gekerbte Sättel und die entsprechenden Loben ziemlich
stark geschlitzt. Die Kerbung wird bei altern Individuen bedeutender, doch
tritt nie eine wirkliche Verästelung ein.
Die Wohnkammer, noch nicht vollständig erhalten, beträgt an einem
ausgewachsenen Exemplare . der Var. Fig. 2 mehr als einen Umgang. Bei
Fig. 5 ist sie fast in der Länge eines Umgangs erhalten.
Dimensionen: Die Exemplare
Fig. 1. 2
Fig. 4. 5
Fig. 7
Fig. 8
zeigen einen Durchmesser von
0»02 1
0-044
0-033
0-082
Für einen Durchmesser
100
100
100
100
ist die Höhe des letzten Umganges
52
50
49
50
} J Bl*GltG yy yy yy
46
43
49
40
„ Höhe „ vorletzten „
24
30
24 •
25
„ Breite „ ,, „
24
30
33
30
der Durchmesser des Nabels
19
16
19
22
Fundort: Die Zone des Amtnonitcs sitbbullutus vom vordem Sand-
Ii ng bei Aussee (80 Exemplare).
Bemerkungen. Amin. Satumus gehört in die Gruppe des subbidlatus
und ist wie dieser ziemlichen Variationen der Form unterworfen. Bei dem
grossen Material, das mir auch von Amm. subbnllatus vorliegt, habe ich mich
jedoch überzeugen können, dass, obgleich bei Hauer noch lange nicht dio
extremsten Varianten abgebildet sind, zwischen den beiden Arten kein
Uobergang stattfindet. Wir werden Amm. Saturn us in Zweifelfällen stets
an der starken sichelförmigen Vorbeugung seiner Rippen wiedererkennen,
die einen spitzen Winkel gegen den Kiel beschreibt. Auch der Nabel wird
nie so tief und weit, wie bei Amtnoniics subbullutus^ wo bei weggebrochenen
äussern Umgängen die Ausfüllungsmassc des Nabels gern ähnlich einem
Radzapfen stehen bleibt. Noch grössere Aehnlichkeit besteht zwischen Anm.
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369 (51)
Saturnus und dem sogleich näher zu beschreibenden Amm. Phoebits spec.
Doch fehlen auch hier Uebergünge, so daas der letztere durch seinen offenen
Nabel gut charakterisirt bleibt.
Ammonites Phoebus Dittm. Tab. 16, Fig. 9—11.
Die etwa zur Hälfte eingerollten Windungen nehmen sehr langsam an
Hohe und Breite zu und lassen daher einen ziemlich flachen Nabel offen.
Der Durchschnitt der Windungen bildet ein Rechteck mit etwas gerundeten
Kanten. Die Schale ist mit groben Bippen bedeckt, die gleich an dem
Nabel und weiter hinauf sich spalten und mit stark sichelförmiger Biegung
nach vorn an den hohen scharfen Kiel laufen. Nach Entfernung der dünnen
Schale bemerkt man eine ganzrandige Lobenlinie von jederseits 3 gleich
hohen Sätteln. Der erste Lobe ist sehr tief, unten schwach geschlitzt, der
zweite dagegen flach und glatt. Die eingetragene Lobenlinie ist wahr-
scheinlich die letzte. Die Wohnkammer nicht vollständig erhalten, beträgt
*/3 eines Umganges.
Dimensionen: Durchmesser des grössten (abgebildeten) Stückes
= 0"029. Für einen Durchmesser = 100 ist
die Hohe der letzten Windung = 42
„ Breite „ „ „ = 38
„ Höhe „ vorletzten „ =21
„ Breite „ „ =21
Durchmesser des Nabels = 31.
Fundort: Der vordere Sandling; Zone des Amm. subbuUaius
(5 Exemplare).
Ammonites Janas1) Dittm. Tab. 16, Fig. 12—14.
Diese interessante Form ist je nach den Stadien ihrer Ausbildung ziem-
lich bedeutenden Variationen unterworfen. Ist sie ausgewachsen, was schon
bei einem Durchmesser von 0"022 (das abgebildete Stück) der Fall zu sein
. . •
') Da der obige, sowie noch zwei andere schon weiter oben im Text gegebene Namen :
Amm. crassitesta p. 353 (3y) und Amm. foliaceus p. 358 (40), ersterer durch Simpson
und Stoliczka, Iesterer durch Aldrovandi, Amm.Janus aber durch Hauer für andere
Arten bereits in Anwendung gebracht sind, so wäre es wohl angezeigt, im Falle die be-
treffenden Arten aufrecht erhalten werden,
statt Amm crassitesta Dittm Amm. densitesta Waagen,
„ Amm. foliaceus Dittm Amw. foliosus Waagen,
„ Amm. Janus Dittm Amm. vagus Waagen
zu schreiben. Leider war H. Dr. Dittmar vor Beendigung des8atzes nicht mehr brieflich
zu erreichen, um von ihm selbst Angaben betreffs der neu zu gebenden Namen sa erholen.
A. II
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370
scheint, so treten auf der letzten Windung dichotomirende tiefe Falten auf,
die in vorwärt« gekrümmten Bogen über den gekielten Bauch laufen und
dabei auch eine Einaeukung des Kieles verursachen. Die Form des Mund-
randes entspricht diesem "Verlaufe der Falten. Die Wohnkammer verengt
sich ausserdem und gewinnt, indem sie sich ausschnürt, an Höhe. Aber
schon in der ersten Hälfte des letzten Umganges gewährt die Schale einen
ganz andern Anblick. Die Falten sind schwächer und nur noch am Nabel
gut ausgeprägt. Den breiten glatten von 2 tiefen Furchen begrenzten Kiel
erreichen sie nur noch als scharf nach vorn gebogene Anwachsstreifen.
(Diese laufen auch nicht mehr im Bogen über den Bauch, sondern stossen
in spitzem Winkel an den Kiel.) Je weiter wir nun aber die Windungen
in's Innere verfolgen, desto breiter und niedriger werden sie, so dass bald
die vollständige Fassform erscheint, über welche der Kiel gleichsam als
Reifen Bich schliesst. Dabei bleiben aber die Nabelkanten gerundet, der
Nabel eng. Nach Entfernung der dünnen Schale erscheint eine Ceratiten-
artige Lobenlinie mit jederseits 2 Sätteln auf gleicher Höhe. Der gezähnelte
Laterallobus ist fast noch einmal so tief als der Bauch (Extern-) Lobus.
Die Länge der Wohnkammer beträgt wahrscheinlich mehr als einen Umgang.
Dimensionen: Durchmesser des abgebildeten Stückes = 0"022. Für
den Durchmesser = 100 ist
die Höhe des letzten Umganges = 50
„ „ „ vorletzten „ =25
„ „ „ drittletzten „ =14
„ Breite „ letzten „ = 70
„ „ „ vorletzten „ = 64
„ „ „ drittletzten „ = 50
Durchmesser des Nabels im letzten Unigang = 32
„ „ „ „ vorletzten Umgang = 18.
Fundort: der vordere Sandling bei Aussee in der Zone des Amin,
subbullatus (2 Exemplare).
Amnionitis Theron Dittm. Tab. 16, Fig. 15—17.
Diese Art kennzeichnet sich leicht als Verwandte des Anmwnitts
Sandlingensis Hau. Gleichwohl ist der Unterschied in der Höhenzunahme
des Gewindes auffallend genug, um eine Trennung zu rechtfertigen. Auch
der Querschnitt der Windungen ist hier bedeutend schmäler, bei überwie-
gender Höhe. Herr von Hauer führt bei der Diagnose des Amm. Sand-
lingensis an, dass der Bauch (Rücken) desselben „durch eine schmale ebene
.Flache, die von 2 sehr wenig vorstehenden Linien begrenzt wird, wie
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371 (53)
abgeschnitten" erschiene und dass ein deutlicher Kiel erst nach Entfernung
der Schale am Steinkerne bemerkbar werde. Das ist nun bei Atmn. Therm
nicht der Fall: die dünne Schale verbirgt hier den hohen schmalen Kiel
nicht im geringsten. Allerdings habe ich auch an Stücken, die ich für
Atmn. Sandlingensis Hau. halte, das oben angegebene Verhalten nicht
beobachten können, ebensowenig ist es in der von Herrn von Hauer gege-
benen Abbildung ausgedrückt.
Als ein weiterer Unterschied ist noch anzuführen, dass der Nabel von
Amm. Theron bedeutend enger ist und dass die flachen leistenartigen Rippen
durch scharfe winklige Furchen von einander getrennt werden, was bei
Amm. Sandlingensis der Fall nicht ist. In allen übrigen Punkten, auch
was die Loben betrifft, stimmt unsere Form mit Sandlingensis überein. Wer
die Trennung dieser beiden Arten nicht gelten Hesse, müsste unbedingt
auch Amm. Sandlingensis Hau. mit Atmn, Polygonius Zieten vereinigen.
Dimensionen: Das abgebildete Stück ist noch keines von den grösHten.
Es hegt ein Bruchstück eines Individuums vor, welches etwa 0*08 Durch-
messer erreicht haben mag.
Für einen Durchmesser = 100 ist
die Höhe des letzten Umganges = 78
„ Breite „ = 22
„ Höhe „ vorletzten „ =35
„ Breite „ „ „ = 10
Durchmesser des Nabels = 8.
Fundort: am vorderen Sandling bei Aussee in der Zone des
Amm. subbullatus (37 Exemplare).
Amnion i (es Asbolns Dittm. Tab. 16, Fig. 18, 19.
Das stark involute Gehäuse wächst ziemlich rasch in die Höhe, lang'
sam in die Breite. Daher der kleine Nabel nicht tief erscheint. Der Quer-
schnitt der Windungen ist fast rein elliptisch, also ohne kantigen Abfall
gegen Nabel und Bauch. Die Seiten sind mit groben, runden, glatten, vor-
wärts gekrümmten Rippen bedeckt, die sich durch Einschaltung auf der
halben Höhe des Gehäuses vermehren. Die Einschaltung findet ziemlich
regelmässig je nach der zweiten Rippe statt. Am Bauche enden die Rippen
correspondirend an einer tiefen gerundeten Furche. Auf den Seiten werden
sie von feinen welligen Spiralstreifen durchkreuzt, ähnlich wie wir sie bei
Amm. Tlieron sp. n. und Amm. Sandlingensis Hau. und anderen finden. Die
Wohnkammer beträgt wahrscheinlich mehr als einen Umgang, wenigstens
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(54)
372
konnten an dorn einzigen vorliegenden Stöcke auch am Anfang der letzten
Windung keine Loben nachgewiesen werden.
Dimensionen: Durchmesser = 0"035. Für einen Durchmesser = 100
ergibt sich
die Höhe der letzten Windung = 54
„ „ „ vorletzten Windung = 20
„ Breite „ letzten „ = 34
„ „ „ vorletzten „ = 20
Durchmesser des Kabels = 14
Fundort: vord. Sandling, Oasteropodenmarmor (1 Exemplar).
Ammonites Pamphagus Dittm. Tab. K>, Fig. 20—22.
Diese allerliebste kleine Art hat ein ziemlich flaches, linsenförmiges
Gehäuse. Die Umgänge sind fast elliptisch , fallen jedoch gegen den Nabel
rechtwinklig ab und tragen an der Bauchseite eine tiefe eckige Furche.
Sie sind zu drei Vierteln involut, so dass ein ziemlich enger Nabel entsteht.
Die Seiten sind mit verhältnissmässig breiten gerundeten Rippen bedeckt,
welche stark dichotomiren. Aus jedem der flachen Wärzchen, welche die
Kabelkante zieren, strahlen gewöhnlich 3 Rippen aus und diese spalten sich
weiter, unterhalb der Mitte der Seiten noch einmal, so dass an der flachen
Kante gegen den Bauch zu nun etwa 5 Rippen auf jene 3 kommen. Unter
starker Beugung nach vorn verflachen die Rippen jetzt gegen die Mittel-
furche hin, die beiderseits zopfartig von engstehenden Zähnchen begrenzt
ist, deren Zahl sich zu jener der Rippen (an der Bauchkantc) wie 5:3
verhält. An der Bauchkante und auf der Mitte der Seite ist jede der Rippen
mit einem scharfen Querleistchen geziert und diese Querleistchen bilden
aneinandergereiht 2 sägenartige Spirallinien, die in Verbindung mit den
Zähnchen neben der Bauchfurche die zierlichste Schalensculptur bilden. Die
einfach gekerbte Lobenlinie besteht jederseits aus 3 Sätteln und den ent-
sprechenden Loben, ziemlich genau zwischen den respectiven Radien. Die
Wohnkammer eines der grössten vorliegenden Stücke beträgt nur einen
halben Umgang. Die Grösse des abgebildeten Stückes ist die gewöhnliche,
grössere sind selten.
Dimensionen: Durchmesser des grössten vorliegenden Exeraplares
=s 0W026. Setzen wir den Durchmesser = 100 so ist
die Höhe des letzten Umganges = 56
„ Breite „ „ ,, = 33
„ Höhe „ vorletzten ,, = 28
„ Breite „ „ „ = 23
„ Weite des Nabels = 17.
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373
Fundort: der vordere Sendling bei Aussee in der Zone des
nwnites subbullatus (65 Exemplare).
Amwonites Agriodns Dittm. Tab. 16, Fig. 23—25.
Die Unterschiede dieser, von der vorherbeschriebenen Art sind zwar
nicht gross, jedoch in allen mir vorliegenden Exemplaren so constant, dass
ich keinen Anstand nehme, darauf eine selbstständige Species zu gründen.
Das Gehäuse des Amm. Ayriodus ist stets flacher als das von Amm. Pam-
phayus und mit weniger scharfen Sculpturen geziert. Die "Windungen wachsen
ziemlich rasch in die Höhe, bei geringerer Breitenzunahme. Die wenig
gewölbten Seiten fallen in rechtem Winkel gegen den engen Nabel ab,
während sie am Bauch scharf gegen eine tiefe breite Furche stossen. Die
Kippen dichotomiren stark, doch ist das Verhältnis« der Theilung wegen
des flachen Reliefs schwer festzustellen. Vom Nabel bis an die Bauchkante
spaltet sich jede Rippe in verschiedenen Höhen etwa in 5 Aeste und von
hier bis an die Zähnchen zu beiden Seiten der ßauchfurche noch weiter im
Verhältniss von 2 : 3. Die bei der vorigen Art beschriebene Knotcnspirale
auf der Mitto der Seiten fehlt gänzlich oder ist bei einigen Exemplaren
kaum bemerkbar angedeutet. Die Loben ähneln sehr denen des Amm.
Sandlinyeims Hau. und Amm. Theron Dittm. Sie haben die Form der
Zähne einer Schrotsäge. Zu jeder Seite stehen 3 Sättel. Die Wohnkammer
beträgt bei einem der grössten vorliegenden Exemplare kaum einen halben
Umgang. Die Schale ist äusserst dünn, und gleich der der vorigen Art
mit feinen welligen Spirallinien geziert.
Dimensionen: Durchmesser des grössten der vorliegenden Stücke
= U"Ü36. Setzen wir denselben = 100, so ist
die Höhe der letzten Windung =57
„ Breite „ „ „ = 25
„ Höhe „ vorletzten „ =18
„ Breite „ „ =14
Durchmesser des Nabels = 14.
Fundort: die Zone des Amm. subbuHatus am vorderen Sandling
(100 Exemplare).
Bemerkungen. Bei Vergleichung der Figuren könnte es scheinen
als gehöre die vorliegende Species zu Amm. Aon. punvtatus Qu. von St.
Cassian. Dem widerspricht jedoch der Text bei Quenstedt (Cephalopoden
p. 236) durch die Angabe, dass von den Rippen nur selten eine sich spaltet
und dass auf der Hinterseite derselben sich sehr feine Stacheln fiudeu,
ähnlich denen der RhynchoneUa senticom.
(56) 374
Ammonites Afcllo Dittm. Tab. 17, Fig. l. 2.
Das Gehäuse ist im Allgemeinen dem von Amm. Agriodus ähnlich, die
flach gewölbten Seiten fallen steil gerundet zum Nabel, während sie auf der
entgegengesetzten Seite unmittelbar an die Ränder der tiefen eckigen Bauch-
Furche stossen. Der Nabel aber ist weit offen, da die' Umgänge nicht
ganz bis zur Hälfte involvirt werden. Auf den Seiten verlaufen breite,
flache, sichelförmige Rippen, die sich nur wenig durch Einschaltung ver-
mehren. Die Bauchfurche wird durch 2 Reihen feiner engstehender Knöt-
chen begrenzt, welche die Zahl der Rippen wohl um das dreifache über-
wiegen. Die Lobenlinie konnte nicht mit genügender Schärfe zur Darstellung
gebracht werden. Sie besteht jederseits aus 3 hohen, ziemlich ganzrandigen
Sätteln und den entsprechenden Loben. Die Wohnkammör scheint kaum
einen halben Umgang zu betragen.
Dimensionen: Durchmesser des grössten vorliegenden Stückes =
0-039. Für einen Durchmesser = 100 ist
die Höhe des letzten Umganges = 46
„ Breite „ „ „ = 28
„ Höhe „ vorletzten „ =23
„ Breite „ „ „ =14
Durchmesser des Nabels = 31.
Fundort: Tcltschen (Rotheistein) bei Aussee (2 Exemplare).
Ammonites Dromas Dittm. Tab. 17, Fig. 3—5.
Dieser Ammonit beginnt häufig mit so unregelmäasig wulstigen Um-
gängen, wie Amtn. armatocingulatus Kl. oder Amnu mirabilis Kl., jedoch
mehr dem erstem genähert, aber oft treten diese Unregelmässigkeiten erst
später ein und sind dann, je später sie sich einstellen, um so weniger deut-
lich ausgeprägt. Diess ist z. R. an dem abgebildeten Exemplare der Fall,
wo die zwei innern Windungen mit ziemlich feinen runden Rippen bedeckt
sind. Leider gestattete der mir spärlich zugemessene Raum nur die Ab-
bildung dieses einen, besterhaltenen Stückes. Es zeigt kaum zur Hälfte
involvirte ziemlich flache, an den Seiten kaum gewölbte Umgänge, die am
Nabel am breitesten, hier mit steiler Rundung abfallen. Die Breite de«
Bauches wird auch hier ganz von einer tiefen eckigen Furche und den die-
selbe begrenzenden schiefgestellten Knoten eingenommen. Die Seiten werden
von groben unregelmässigen Rippen bedeckt, von denen sich erst etwa die
dritte in der Nähe des Bauches in 2 Acste spaltet. Die Knotung wird
scheinbar durch vertiefte Spirallinien hervorgebracht und hat das eigen-
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375 (57)
thüniliche, dass sie nicht über eine gewisse centrale Zone hinausreicht, wir
sehen daher an dem abgebildeten Exemplare die Kippen immer mehr und
mehr von aussen nach innen sich glätten. Diese Glättung tritt oft schon
sehr früh ein, selten später als an unserer Figur. Die Zahl der die Bauch-
furche einfassenden Knoten steht zu jener der Rippen im Verhältniss von
2:1. Ihr Zusammenhang mit dem Verlauf der Rippen ist wenig aus-
geprägt, doch noch erkennbar. Nach Entfernung der ziemlich dicken Schale
erscheint eine Ceratitenartige Lobenlinie, nur mit dem Unterschiede, dass
der zweite Lateral spitz ist. Die 3 Sättel scheinen vollkommen ungezähnt.
Die Wohnkammer beträgt, so weit sie erhalten ist, einen halben Umgang,
die eingetragene Lobenliuie ist nicht die letzte.
Dimensionen: Durchmesser des grössten vorhandenen Exemplares
= O-OK, des abgebildeten Stückes = 0™049.
Für einen Durchmesser = 100 ist
die Höhe des letzten Umganges = 41
„ Breite „ „ „ =27
„ Höhe „ vorletzten „ =19
„ Breite „ „ „ =19
„ Durchmesser des Nabels = 35
Fundort: Telt sehen (Rötholstein) bei Aussee (10 Exemplare).
Ammoiiites senticosus Dittm. Tab. 17, Fig. 9, 10.
Die Umgänge sind zur Hälfte umhüllend. Da sie aber ziemlich rasch
an Höhe* und Breite wachsen, so entsteht ein offener tiefer Nabel. Der
Durchschnitt der Windungen nähert sich einer Ellipse, die Einsenkung gegen
den Nabel ist jedoch steil gerundet. Ueber den Bauch zieht eine glatte
luänsig vertiefte Furche, begrenzt von schiefgestellten, einen lockeren Zopf
darstellenden Knötchen. Diese stehen in direktem unzweifelhaften Zusammen-
hange mit den einfach gespaltenen Bparrigen Rippen, welche die Seiten be-
decken. Die Rippen sind scharf und ziemlich regelmässig in der Nähe des
Nabels in 2 Aeste gespalten. Eine weitere Spaltung tritt erst wieder kurz
vor der Bauchfurche ein, wo sich unter starker Beugung der Rippen nach
vorn etwa jede 3. in 2 Aestchen theilt. Auf den Seiten gewahren wir zwei
Spiralen von kleinen Höckern, die auf den Rippen sich erheben, sie scheinen
jedoch nicht etwa die Narben von abgebrochenen Dornen zu sein. Am Nabel
und an der Rundung gegen den Bauch zu schwellen die Rippen ebenfalls
ein wenig an, ohne jedoch eigentliche Höcker zu bilden. Die Lobenlinie
konnte nicht mit genügender Schärfe dargestellt werden. Man bemerkt
jederseits 3 ziemlich hohe Sättel, die ganzrandig oder doch nur sehwach
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(58) 376
gekräuselt zu sein scheinen. Die Wohnkammer, so weit sie erhalten, betragt
einen halben Umgang.
Dimensionen: Durchmesser, des grössten Stückes = 0"020. Setzen
wir den Durchmesser = 100, so ist
die Höhe des letzten Umganges = 45
„ Breite „ „ „ =32
„ Höhe „ vorletzten „ = 20
„ Breite „ „ „ =18
Durchmesser des Nabels = 23.
Fundort: Teltschen (Röthelstein) bei Aussee (7 Exemplare).
Bemerkungen. Die Zahlenverhältnisse der Rippentheilung so wie die
Zahl der Höckerspiralcn ist einigen Variationen unterworfen (von den letzten
wurden bis fünf beobachtet, aber sie können auch ganz fehlen). Dennoch
lässt sich die Art gut fixiren, wenn man als bleibende Charaktere festhält:
1) die allgemeine Form des Gehäuses (Involubilität, Windungszunahme),
2) die Spaltungsweise der Rippen, nur in der Nähe des Nabels und kurz
vor den die Bauchrinne begleitenden Knötchen und 3) den deutlichen Zu-
sammenhang dieser Knötchen mit den Rippen.
Ammonites foreatus Münster. Tab. 17, Fig. 6, 7.
Ä. furcatua Münster. Beitrage Tab. 15, F. 29.
A. nodocostatus Klipstein. Beitrage Tab. 6, F. 12.
Ä. aequinodosut Klipstein 1. o. Tab. 7, F. 1.
Nach Vergleichung des abgebildeten Exemplares mit dem Mfinster'-
schen Originale habe ich mich von der Identität beider vollkommen über-
zeugt. Die Münater'sche Abbildung gibt die speeiflschen Charaktere nicht
vollständig wieder, daher Klipstein eine neue Art aus derselben Form
machte. Doch wenn ich mich auch nicht darin zu irren glaube, dasa die
Figuren Tab. 6, F. 12 und Tab. 7, F. 1 bei Klipstein den Atm%. fttreatus
Mü. darstellen sollen, so sind sie dennoch ebenfalls nicht gerade als gelungen
zu betrachten und aus diesem Grunde lies« ich dieselbe Art noch ein Mal
abbilden.
Das Gehäuse ist flach. Die Seiten der Umgänge convergiren schwach
gegen aussen und fallen gegen den Nabel steil gerundet ab. Der Bauch
trügt eine deutliche Furche von groben, runden Knoten, nicht zopfartig
eingefasst. Die Umgänge sind etwa zur Hälfte involut, der Nabel flach,
weit. Die groben, nach vorn sichelförmig gebogenen, gerundeten Rippen
spalten sich auf der Hälfte der Seiten ziemlich regelmässig in 2 Aeste,
deren Endpunkte weiter nicht getheilt, als grobe Knoten die Bauchfurche
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377
(59)
begrenzen. Ausser diesen tragen die Rippen noch G — 7 Knotenspiralen von
ziemlich gleicher Starke, und zwar sind die Knoten grob, flach, gewölbt
und in der Richtung der Spirale verlängert, so dass sie auf den Rippen
quergestellt erscheinen. Die Zahl dieser Spiralen scheint durch Einschiebung
nicht vermehrt zu werden. Die Lobenlinic zu präpariren, gelang nur un-
vollständig. Sie ist derjenigen des Amm. Giebdi liau. am nächsten ver-
gleichbar, und besteht jederseita aus 3 gekerbten runden Sätteln und ent-
sprechenden langgezahnten Loben. Die Wohn kammer mag die Hälfte eines
Umganges betragen.
Dimensionen: Durchmesser des grössten Exemplares 0"065. Setzen
wir denselben = 100, so ist
die Höhe des letzten Umganges =s 40
„ Breite „ „ „ = 25
„ Höhe „ vorletzten „ =17
„ Breite „ „ =15
Durchmesser des Nabels = 32.
Fundorte: Teltschen (Röthelstein) bei Aussee (4 Exemplare),
St. Caasian.
Ammeniten betulfnas Dittm. Tab. 17, Fig. 10, 11.
Ich habe diesen Namen für die vorhegende Art gewählt, weil in der
That die erhaben gerundeten knotigen Rippen jungem Birkenreisig sehr
ähnlich sehen. Dieselben sind in der Regel auf den Seiten einfach, nur
selten spaltet sich eine, gleich in der Nühe des Nabels in 2 Aeste. Eine
zweite Spaltung, an der fast alle Rippen theilnehmen, findet erst unmittelbar
vor der Bauchfurche statt. Auf jeder Rippe erheben sich 5 runde Knoten,
wie gewöhnlich in Spiralreiheu geordnet. Die scharfe Bauchfurche wird
von der üussersten derselben eingefasst, die Knoten stehen auch hier noch
ziemlich entfernt von einander. Die Umgänge, annähernd von quadratischem
Querschnitt, sind nur sehr wenig involut, der Nabel daher weit und offen.
Die Umgänge wachsen langsam in Höhe und Breite. Wegen der rauhen
Oberfläche gelang es nicht, Loben zu präpariren. Die Grösse des abgebil-
deten Stückes ist die gewöhnlichste, grössere Exemplare lagen mir nicht vor.
Dimensionen: Durchmesser des abgebildeten Stückes = 0"020.
Für einen Durchmesser = 100 ist
die Höhe des letzten Umganges = 45
„ Breite „ „ „ = 40
„ Höhe „ vorletzten „ = 20
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OiO) 37»
die Breite des vorletzten Umganges = 25
Durchmesser des Nabels — 35.
Fundort: Te Hachen (Röthelstein) bei Aussee (10 Exemplare).
Ammonites nodnlosocostatus Klipst. Tab. 17, Fig. 12—14.
Klipst: Beitrage pag. 123, T. 7, F. i> und T. 9, F. 3 (non F. 2).
Schon Herr von Hauer citirt ') diese Art aus den Hallstädter Kalken,
bemerkt jedoch, dass sie durch Uebergänge mit Ammonites Credneri Klipst.
verbunden sei. Ich vermag Klipsteins A. Credneri nicht sicher zu deuten.
Wenn ich jedoch die von Herrn von Hauer1) gegebene Abbildung als A.
Credneri annehme, so kann ich, nach sorgfältigem Studium des reichhaltigen
mir vorliegenden Materiales constatiren, dass in demselben kein so vollkom-
mener Uebergang beider Formen in einander angedeutet ist, dass man bei
der Einreihung der Individuen je in Zweifel gerathen könnte. Im Gegen-
theil will es mir scheinen, als wäre Amm. nodidosocostatus eine recht gut
festzuhaltende Form aus der Aongruppe. Ich habe die Art noch einmal
abbilden lassen, weil die klip st einWien Figuren ihre Charaktere nicht
recht vollkommen wiedergeben. Der Querschnitt der Windungen stellt un-
gefähr eine in der Längenachse halbirte Ellipse dar. Die mässig gewölbten
Seiten schliessen sich daher mit vollkommener Rundung der flach gefurchten
Bauchseite an, während sie an dem Nabel, wo sie den grössten Querdurch-
messer haben, steil, rechtwinklig und tief abfallen, daher der Nabel treppen-
förmig vertieft erscheint. Die Involubilität des Annn. nodidosocostatus reicht
bis zur halben Höhe der Seiten hinab (bei Credneri stets weiter, bis */»)•
Der Nabel bleibt daher weit offen. Der Durchmesser der Windungen nimmt
rasch zu, jedoch noch rascher in Höhe als in Breite. Die Grenzen der
vorkommenden Variationen von Höhen und Breiten Verhältnissen werden
weiter unten angegeben werden. Die Ornamente der Schale bestehen aus
Kippen und auf denselben stehenden spiral geordneten kurzen Dornen.
Erstere sind flach gerundet, längs gestreift, sie laufen über den Bauch in
schwach vorwärts gekrümmten Bogen und dichotomiren nur schwach. Gegen
den Nabel verschwimmen sie zuweilen so sehr in einander, dass man nicht
weiss, ob man ihre fernere Zertheilung als Spaltung oder als blosses Aus-
einanderrücken ansehen solL Vom Bauche aus findet nur eine sparsaruo
') Neue Cephalopoden aus den Marmorschichten ton Hallstedt und Aussee in Haidin-
gers Natw. Abhdlg. 1849, Bd. 3, p. 9.
') Neue Cephalopoden aus dem rothen Marmor ron Aussee in Haidingers Natw. Abhdlg.
1847, Bd. 1, p. 275, T. 9, F. 11—13.
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370
(<;i)
Einschaltung statt, so zwar, dass je nach der 3. bis 5. Hauptrippe eine
Secundärrippe sich einschiebt. Die Zahl der Knotenspirale nimmt mit dem
Alter zu. Sehen wir von den, zu beiden Seiten der Bauchfurche befind-
lichen Doppelknotcn ab, so beträgt ihre Zahl z. B. beim Beginne der letzten
Windung des abgebildeten Exemplares 9, weiterhin 10 und am Ende 11
Spiralreihen. Die Stärke der Dornen ist je nach den verschiedenen Spiralen
eine verschiedene (was leider auf der Figur nicht ganz vollkommen wieder-
gegeben ist) und zwar ist die aus den schwächsten Dornen bestehondo
Spirale stets die jüngste, letzteingeschobene. Hiebei stellt sich bei sorgfäl-
tiger Beobachtung das interessante Oesetz heraus, dass die Einschaltung der
(Augiliar-) Knotenspiralen zuerst am Bauch, weiterhin immer mehr dem
Nabel genähert stattfindet. Die Folge davon ist. dass die Entfernung der
dem Nabel am nächsten liegenden Spiralen von einander eine weit beträcht-
lichere ist als die Distanzen zwischen den übrigen. Je Wucher das Exem-
plar, desto rascher vermehren sich die Knotenreihen; ich konnte deren an
manchen Stücken bis 17 zählen.
Die Schale ist nicht sehr stark. In Figur 14 habe ich die letzte Lo-
benlinie eines Exemplares von 0m117 Durchmesser abbilden lassen, welche«
der Sammlung der Münchner Akademie gehört. (Siphonallobus unsicher
ergänzt.) Dieselbe weicht nicht unerheblich von der Gestalt jüngerer Loben,
sowie auch von der Klips tein'schen Zeichnung derselben ab. Der erste
Latoralsattel ist auffallend lang gefingert, der zweite zeigt Neigung zu blatt-
artiger Endung; drei Hülfasättcl nehmen reissend an Grösse ab, sie liegen
schon innerhalb des Nabels. Die letzten Lobenlinien stehen an dienern Stück
schon sehr gedrängt, es scheint demnach, als sei das Individuum ausge-
wachsen. Die Länge der "Wohnkammer unbekannt.
Dimensionen: Durchmesser des grössten Stückes 0"117. Ich gebe
ferner die Maasse von 1 ziemlich extrem ausgebildeten Individuen.
I
II
in
IV
Durchmesser
0m072
0m069
0»040
0m038
für einen Durchmesser
100
100
100
100
die Höhe des letzten Umganges
47
54
50
50
„ Breite „ „
36
35
50
39
„ Höhe „ vorletzten „
18
22
20
21
„ Brcito „ „ „
19
19
30
27
der Durchmesser des Nabels
26
20
25
24
Man ersieht daraus, dass nicht nur mit dem Alter das Vcrhältniss von
Höhe zur Breite wächst, sondern dass es auch Stücke gibt, die schon in
(5) 25
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380 •
der Jugond hochmündiger sind als andere. Diese« Verflachen ist allerdings
ein Charakter, der einen 1 'ebergang zu Atnm. Crvdntri Kl. andeutet. Um
jedoch das Verhaltniss vollkommen zu erläutern, in welchem beide Formen
zu einander stehen, gebe ich auch die Maasse von 4 Extremen des Amm.
Crcthieri (KU Hau.
I II III IV
Bei einem Durchmesser von 0-110 0"975 0m065 0"047
ist, wenn wir denselben = 100 100 100 100
setzen, die Höhe der letzten Windung = 55 41) 57 53
„ Breite „ „ „ = 2G 29 32 29
„ Höhe „ vorletzten „ = 20 17 21 15
., Breite „ = 17 IG 17 12
„ Weite des Nabels =18 21 14 17
Nr. III gibt die Maasse der Abbildung bei Hauer.
Es versteht sich, dass bei Vergleichung der Proportionen beider Arten
stets Stücke von nahezu gleichem Durchmesser beizuziehen sind. In diesem
Falle wird sich denn aber auch stets die grösstc Differenz herausstellen.
Fundort: Teltschen (Köthelstein) bei Aussee (115 Exemplare).
St. Cassian.
Bemerkungen: Es wird nicht unnütz sein, noch auf einige weitere
Merkmale zur Unterscheidung von Amm. Crcdneri aufmerksam zu machen.
Amm. Ordnen ist im Allgemeinen gegen den Bauch vollkommen abgeflacht,
daher scheinbar hochmündiger, der Bauch schmal, nie gewölbt, die schmale
Bauchfurche von schiefgestellten gedrängten Knoten begrenzt, daher auch
der Schein einer Communication der beiderseitigen Kippen aufgehoben. Die
Kippen sind stets schärfer, rauh, gedrängt und stark dichotomirend. Der
Nabel eng, nie so tief, wie bei Amm. nodtdosocostatus. Ich konnte zur
Vergleichung 35 Exemplare von Anm. Ordnen benutzen.
Animoiiites eriiiaceus Dittm. Tab. 17, Fig. 15-17.
Das stark geblähte Gehäuse zeigt in der Jugend eine fast kreisförmige
Mundöffnung, die sich jedoch im Alter zu einer Ellipse erhöht (das abge-
bildete ist kein ausgewachsenes Exemplar). Die Wölbung der Seiten gegen
Bauch und Nabel ist vollkommen und durch keine Kante unterbrochen. Die
Involubilität reicht bis über die Hälfte der Seiten, daher und wegen dos
raschen Wachsthums erscheint der Nabel eng und tief. Auf der Sckalen-
oberflächo erheben sich 24 (auf jeder Seite 12) Spiralreihen kurzer scharfer
gleichmässiger Dornen, die gegen aussen gedrängter stehen als am Nabel.
Die Bauchfuichc zeichnet sich nicht durch grössere Breite aus. Die Zahl
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381
(63)
der Spiralreihen ist bei allen von mir untersuchten Individuen constant, sie
vermehrt sich auch im Fortwachsen nicht Eigentliche Rippen sind nicht
vorhanden. Die Lobenünie ist einfach und kurz gczähnelt, sie besteht aus
einem schmalen kurzen Ventralsattel und jederseits 3 (der vierte versteckt
sich im Nabel) Lateralsätteln von nahezu rechteckiger (iestalt mit den ent-
sprechenden Loben. Die Entfernung der Lobenlinien von einander ist auf-
fallend gross. Die Länge der Wohnkammer konnto ich nicht constatiren.
Die Schale ist sehr dünn.
Dimensionen: Das grösste vorliegende Exemplar I. erreicht einen
Durchmesser von 0"056, das abgebildete Stück II. 0ra031. Auf einen
Durchmesser = 100 bezogen ist
für I für II
die Höhe der letzten "Windung 54 55
,, Breite „ ,, „ 46 05
Höhe „ vorletzten „ 2G 23
„ Breite „ „ „ 26 32
„ Weite des Nabels 22 16.
Fundort: der vordere Sandling bei Ausseo, mit Amin. subbitUatus
(20 Exemplare).
Bemerkungen. Amm. erhiaceus steht in manchor Hinsicht dem Amm.
retktdatus Hau.1) nahe. Es ist jedoch nicht möglich, beide zu verwechseln
1) wegen der constanten Zahl der Dornenspiralen und 2) wegen der Be-
schaffenheit der Dornen. Die Knoten des Amin. reticuiaUts sind innig mit
der Radial- und Längsfaltung verbunden, erscheinen daher in der Richtung
bald dieser bald jener ausgezogen. Die Dornen von Amm. crinaccus zeigen'
dagegen eine auffallende Selbstständigkeit. Sie stehen auf verlängert vier-
eckiger Basis und ragen starr und schroff empor, man möchte sagen, wie
die gesträubten Stacheln eines Igels. Am vordem Sandling kommen, eben-
falls mit Amm. subbullatus Formen vor, die dem Amm. retktdatus ziemlich
ähnlich sehen, die jedoch, wie es scheint, durch vollkommne Uebergänge
mit Amm. inermis und Atnm. atterniplkatus verbunden sind. Ob das Citat
von Amm. retktdatus bei Süss1) sich auf diese oder auf Amm. crinaccus
bezieht, wage ich nicht zu entscheiden.
') r. Hauer: Ueber neue Cephalopoden aus den Marmorsohicliten yon Hallstadt und
Auaiee in Haidinger1» naturw. Abhandl. J84ft, Bd. III, p. 16, Tab. 5, Fig. 1—3.
*) t. Hauer: Nachtrage zur Kenntnis! der Cephalopodenfauna der Hallstadtor Schich-
ten in 8it*.-Ber. der Wiener Akad. 1860, Bd. 41, p. 114.
(5*) 25*
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(04)
382
AmmoilitCS Ladoll Dittm. Tab. 18, Fig. 1, 2, 2 a.
Gehäuse flach, Windungen nur zu ein viertel involut, langsam anwach-
send, daher der Nabel flach und weit offen. Man sieht in ihm 5 Umgänge.
Mund Öffnung höher als breit, im Allgemeinen rechteckig, mit parallelen
Seiten und gegen Bauch und Naht abgerundeten Kanten. Am Hauch eine
Furche , von 2 hohen schmalen Leisten begrenzt. Auf den Seiten erheben
.sich flache, breite, gegen den Hauch zu stark nach vorn gekrümmte, un-
geteilte, längsgestreifte Kippen. Die Schale ist dick. Die eingetragene
Lobcnlinie, die schon zu den letzten zu gehören scheint, zeigt jederseits 2
hohe schrotsägcznhnartige Sättel und geschlitzte Loben. In Fig. 2 a ist die
stark abweichende Lobcnlinie eines jüngern Individuums (bei einem Durch-
messer = 0m02) wiedergegeben. Der erste Lateralsattel und Lobus sind
ganz Ceratitenarfig gebildet, der zweite Sattel spitz zungenförmig.
Dimensionen: Durchmesser des abgebildeten Stückes = Om043.
Für den Durchmesser = 100 ist
die Höho der letzten Windung = 33
„ Breite „ „ „ = 23
„ Höhe „ vorletzten „ =21
„ Breite „ „ „ =14
„ Weite des Nabels = 38.
Fundort: Te Hachen (Röthelstein) bei Aussee (2 Exemplare).
Ammonites Hylactor Dittm. Tab. 18, Fig. 3—5.
Diese Art zeichnet sich vor allen ihren Verwandten aus der Gruppe
des Aon durch die starken hohen Dornen aus, die, an der lnvolutionsspirale
stehend, sich fest an die Nabelflächc des nächstfolgenden Umganges anlehnen.
Stärkere wechseln mit weniger starken ab. Das abgebildete Stück zeigt
die extremste Entwicklung der Dornen, die mir in dieser Species bekannt
ist. Von jedem Dorn zum Nabel verläuft auf den äussern Umgängen eine
verhältnissmässig schwache Rippe (bei den grössten Dornen 2—3 Rippen)
mit kleinen Wärzchen von wechselnder Anzahl besetzt. Die 2 — 3 inneren
Umgänge lassen keine deutliche Berippung erkennen. Gegen den Bauch
zu entwickeln sich von jedem Dorn je nach seiner Stärke 1 —3 nach vorn
gebogene Rippen, die an der etwas geschlängelten flachen Bauchfurche
gewöhnlich nicht genau correspondiren. Jede Rippe endet hier mit einem
Doppelknoten. Dio Zahl der Knoton, die sich sonst noch auf den Rippen
vorfinden, wechselt nach den Individuen. Das Gehäuse ist durch seine
niederen, breiten Ilmgänge ausgezeichnet, dio beim Fortwachsen nur eben
383
(65)
den Hauch der vorhergehenden Windung bedecken. In der Jugend sind
die Umgiingo breiter als hoch, ihre Seiten parallel oder nach innen con-
vergirend. Weiterhin jedoch werden sie höher, runden sich gegen den
Bauch zu mehr ab und erreichen die grosste Breite am Nabel, zu dem «ie
steil abfallen. Der Nabel ist daher, obgleich weit offen, treppenförmig ver-
tieft. Dies die typische- Entwicklung dor Art. Es liegon mir aber auch
Exemplare vor, die durch grössere Feinheit der Dornen und Rippen, sowie
durch weniger rasche Zunahrao dor Breite der Umgänge abweichen, den-
noch aber mit den vorherbeschriebenen Formen durch Uebergängo verbun-
den sind. Man möchto hiebei gern an eine Verschiedenheit der Geschlechter
denken, denn die wesentlichen Charaktere sind noch dieselben: die geringere
Involubilität, der starko Abfall der Seiten zum Nabel uud die hier ange-
lehnten, wenn auch schwächeren und gleichmäßigeren Dornen.
Die Lobenlinie ist kaum mehr typisch Aonartig, da die Sättol nicht
zugespitzt, auch nicht in der Richtung der Spirale gebogen erscheinen.
Wir zählen jedorseits 3 kleinblättrige Sattel und die entsprechenden Loben.
Dirne nsionon: Das grösste vorliegende Exemplar hat einen Durchmesser
von 0*095. Vergleichen wir die Dimensionen der abgebildeten Varietät
mit denen der flacheren, erstere an einem Stücko von 0"038, letztere an einem
von 0m049 Durchmesser, so finden wir, diesen Durchmesser = 100 gesetzt,
1 II
die Höhe des letzten Umganges = 39 37
„ Breite „ „ „ = 58 37
„ Höhe „ vorletzten „ =19 21
„ Breite „ „ „ = 37 27
„ Weite des Nabel« = 37 37
Fundort: Toltschcn (Rörhelstcin) bei Aussoo (15 Exemplare).
Bemerkungen. Als nächsten Verwandten der vorliegenden Art haben
wir wahrscheinlich Ammonites infundiOiliforrnis Klipst. (Beitr. Tab. 8, Fig. 1)
von St. Gass i an zu betrachten, mit dem wir ihn wohl nicht leicht ver-
wechseln können. Von ausseralpinen Vorkommnissen Hesse sich manche
Art aus der Gruppo der Coronaten vergleichen z. B. Amm. corona Qu.
Eine nähere Verwandtschaft liegt aber wohl auch hier nicht vor.
Ammouitcs Harpalos Dittm. Tab. 18 Fig. G, 7.
Das Gehäuse zeigt bis zu einem Durchmesser etwa von 2 Mm. niedre,
breite Umgänge mit Hachgewölbtem, gegen die parallelen Seiten eckig ab-
fallendem Bauche. Die Seiten sind mit einfachen, geraden, gerundeten,
entferntstehenden Rippen bedeckt, die sich an der Kante gegen den Bauch
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(ö«) 384
zu nicht sehr hohen Dornen erheben und von lüer aus in der Regel in zwei
sohr stark nach vorn gebogene feinere Aeste gespalten zu den die Bauch-
furche begrenzenden hohen, glatten Leisten ziehen. Die Involubilität ist
gering, sie reicht nur bis an die seitlich am Bauche stehenden Dornen. Im
Fortwachsen gewinnen die Windungen mehr an Höhe, die Baucbsoite ver-
schmälert sich und geht gerundet, ohne Kante in die Seitenflächen über.
Die Dornen werden immer schwächer und verschwinden endlich bei 2'/* Mm.
Durchmesser, doch bleibt die Spaltung der Hippen wie bisher; die Involu-
bilität dagegen vermehrt sich durch die Hebung und Verschmälerung der
Bauchseite, so dass sie sich am Ende des abgebildeten Exemplares wahr-
scheinlich schon bis auf die Hälfte der "Windung erstrecken würde. Der
Nabel ist weit und nicht sehr tief. Die Gestalt der Lobenlinie konnte leider
nicht ermittelt werden.
Dimensionen: Durchmesser des abgebildeten Stückes = (T025.
Für einen Durchmesser = 100 ist
die Höhe des letzten Umgangs = 38
„ Breite „ „ „ = 4ü
„ Höhe „ vorletzten „ =21
„ Breite „ „ „* =29
„ Weite des Nabels = 38.
Fundort: Teltschcn (1 Exemplar).
Bemerkungen. Die vorliegende Art zeigt manche Achnlichkeit mit
Amm. psctidoarics Hau. Gegen eine Idcntificirung spricht 1) das Vorhan-
densein dor im Nabel sichtbar bleibenden Knoten der jungem Umgänge,
2) die Gabelung der Rippen, und 3) die bei gleichem Durchmesser ungleich
grössere Mundöffnung, die eine geringere Anzahl von Umgängen bedingt.
Amiuuiiites Üribasus Dittm. Tab. 18, Fig. 8-10.
Die Windungen sind halbumhüllend, von erhöht viereckigem Durch-
schnitt, wobei jedoch sowohl Bauch- als Nabolkanten abgerundet erscheinen.
Dor wenig vertiefte offene Nabel lässt (Fig. 9) 7 Windungen erkennen.
Die Figur 10 zeigt unrichtig nach aussen convergirende 6tatt parareller Sei-
ten. Die mit Dornen und Knötchen gezierten Umgänge werden weiterhin
glatter; dieser Uebergang ist in Fig. 8 und 9 vergegenwärtigt. Während
sich auf den innern Umgängen starke Rippen an der Naht der folgenden
Windungen zu hohen Dornen erheben, verschwinden diese Dornen späterhin
und auch die Rippen worden flacher, sio zeigen nun am Nabel die stärkste
Anschwellung. Die Rippen vermehren sich stark durch Spaltung und Ein-
schiebung, und zwar im Verhältnis» etwa von 4:1; eine jedo erhebt sich
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385
(07)
am Bauohe zu 2 kleine Knötchen, die Mittellinie des Bauches selbst bleibt
glatt, ohuo merklich vertieft zu sein. Beim Fortwachsen (Fig. 8) verschwin-
den nun aber auch diese Knötchen und die Kippen laufen mit beträchtlicher
Beugung nach vorn, gewöhnlich aber nicht genau corrospondirend, über den
Jiauch hinüber. Die Lobenlinie konnte nur undeutlich erkannt werden. Sie
besteht jederseits aus 3 flach gerundeten, kaum gekerbten Sätteln und ent-
sprechenden Loben.
Dimensionen: Die Grösse des abgebildeten Stückes ist die gewöhn-
lichere, doch liogt auch ein Exemplar von O"022 Durchmesser vor. Für
den Durchmesser 100 ergibt sich
die llöhe der letzten Windung = 47
„ Breite „ „ „ = 33
„ Höhe „ vorletzten „ = 20
„ Breite „ „ „ = 20
„ Weite des Kabels = 33.
Fundort: vord. San düng, mit Amin, sttbbuilatus (25 Exemplare).
Bemerkungen. Amm. Oribasus, der in der Jugend durch die glatte,
von Knötcheu begrenzte Bauchliuie den Aones ähnlich sieht, nähert sich
im Fortwachsen auffallend den Formen des Ceratites Modestus Buch, und
Amm. Hörnest Hau., bildet also ein Uobergangsglied zwischen beiden Grup-
pen. Ich glaube jedoch nicht, dass Atmn. Oriöasus nar ein junges Indivi-
duum von Ceratites modestus ist, dem er sonst am ähnlichsten wird. Die
Grösse ist denn doch wohl eine zu constant verschiedene.
Aiiimonites Thons Dittm. Tab. 18, Fig. 11—13.
Die Umgange, schmäler als hoch, zeigen gerade, nur wenig gegen aussen
convergirende Seiten, die mit steilem Abfall gegen den flachen weiten Nabel,
allmähliger gerundet gegen den Bauch zu abfallen. Die Windungen wachsen
rascher in die Höhe als in die Breite, sie sind zur Hälfte involut. Die
Schale ist mit groben runden Kippen bedeckt, die in der Kegel einfach und
ziemlich glatt sind, und in ihrem Verlauf mit den Anwachslinicn überein-
stimmen. Sie sind am Bauche nur schwach vorgebogen und endigen hier
jede in einem groben gerundeten Knoten an der glatt bleibenden nicht ver-
tieften Mittellinie. Einen weiteren Knoten trägt jede Kippe an der Bauch-
Seitenkante und, namentlich in der Jugend, an der Involutionsspirale. "Weitere
Unebenheiten fehlen in der Kegel, oder sind doch stets nur schwach ange-
deutet. Die Schale ist dick. Nach ihrer Entfernung stellt sich uns eine
Lobenlinie dar, die im Allgemeinen mit der des Amm. inermis Hau. ver-
glichen werden darf. Wir haben joderseits 3 Sättel, die eine Annäherung
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(60)
zu blattförmig gerundeter Zackung zeigen. Von den scharfgezahnten Loben
ist der erste Lateral sehr breit, der zweite auffallend schmal. Die Länge
der Wohnknmmcr konnte ich nicht sicher ermitteln, kuinonfalls beträgt sie
jedoch mehr als einen halben Umgang.
Dimensionen: Der Durchmesser des grösston vorliegenden Exemplar»
betrügt Ü"0G. Setzen wir denselben =s 100, so ist
die Höhe des lotzton Umgangs = 44
„ Breite „ n „ = 30
„ Höhe „ vorletzten „ = 24
„ Breito „ „ . „ = 20
„ Weite dos Nabels = 30.
Fundort: Teltschen (Röthelstein) bei Aussce (15 Exemplaro).
Bemerkungen. Unsere Art ist, abgesehen von Bauchfurche und
Loben, dem Clydonites ycnicttlatus Hau. im Allgemeinen ähnlich, auch durch
das stellenwcis bemerkbare engere Zusammenrücken der Rippen.
Amnionitis Bönens Dittm. Tab. 18, Fig. 14— IG.
Von dieser ausgezeichneten Art liegt zwar blos ein Exemplar vor, doch
erlaubt dasselbe, alle charakteristischen Merkmale gut festzustellen. Die
Windungen, zu */3 involut, nehmen rasch, namentlich an Hohe zu. Während
an der vorletzten die Seittm allmäh lig gegen den immerhin noch breiten
Bauch convergiren, erscheinen sie auf der letzten beinahe parallel und fallen
steil gerundet gegen Nabel und Bauch zu ab. Neben einer glatten Bauch-
furchc stehen 2 hohe schmale, fast glatte Leisten, an denen man jedoch
bei einiger Aufmerksamkeit leicht die vorgebogeno Anwaclisstreifung bemer-
ken kann, welche mit den am Bauche gleichfalls bedeutend vorwärts ge-
bogenen Rippen im Zusammenhange steht. Auf den Seiten verlaufen die
Rippen fast ganz gerade in radialer Richtung. Sie erscheinen hier als hohe,
gerundete, gedrängt stehende Leisten, die sich gegen den Bauch zu nur in
soweit durch Einschiebung vermehren, als zur Erhaltung eines gleichen
Abstände« zwischen ihnen nöthig ist.
Nach Entfernung der ziemlich starken Schale zeigt sich eine ringsum
gezahnte Lobenlinie, die eine Uebercinstitnmung mit der des Aon nicht
verkennen laust. Wir haben am Beginne dos letzten Umganges jederseits
3 Sättel, die beiden inneren kurz und aneinanderged rängt, und durch die
entsprechenden Loben getrennt. Die Längo der Wohnkammer konnte nicht
t onstatirt worden.
Dimensionen: Der Durehmosser des einzigen vorliegenden Stückes
mag 0,n113 betragen Imbun.
387
(69)
Für oincn Durchmesser von 100 haben wir ungefähr
die Höhe des letzten Umgangs = 38
„ Breite „ „ „ = 26
„ Höhe „ vorletzten „ =15
„ Breite „ „ „ =13
„ Weite des Nabels =41.
Fundort: Telf sehen bei Aussco (1 Exemplar).
Bemerkungen. Als Verwandte der vorliegenden Art könnten dem
äussorn Verhalten nach Cer. Hcrnösi Hau., Cer. Iiüppeüi (Klipst.) Hau. und
Anttn. Ladon n. sp. betrachtet werden. Mit keinem ist jedoch eine Ver-
wechslung denkbar. Amm.Flurli Gümb. (geogn. Besch r. von Bayern Bd. 1,
p. 859 Anm. 2) von Bommstein bei Berchtesgaden steht noch näher, unter-
scheidet sich jedoch durch engerstehende, mehr sichelförmig geschweifte
zierlichere Rippen. Die Beschreibung der Art bei Gümbel 1. c. p. 257
lässt, wahrscheinlich durch einen Druckfehler (es ist nur ein Kiel angege-
ben), den Irrthum zu, als hätte man es mit einer dem Amm. Sandlingensis
Hau. verwandten Art zu thun.
Plenrotoraaria Rancis Dittm. Tab. 19, Fig. 3.
Gehäuse breit, niedrig, Gowindowinkel 100°, Umgängo bauchig, rund.
Das deutliche quorgestreifte Band liegt fast unmittelbar über 'der Naht;
gegen die Spitze zu folgen dann 5— G feine Spiralstreifen, während wir deren
am letzten Umgang auf der Basalwölbung etwa 25 zählen. Die Spiral-
Btreifen werden von gleich starkon ziemlich dichton Anwachastreifen gekreuzt,
die gegen das Band zu sich doutlich uach hinten ziehen. Nabel offen.
4 Umgänge.
Bemerkungen: Von den St. Cassianer Pleurotomarien ist die PL
cancellata Kl. unserer Art am nächsten verwandt, sie unterscheidet sich
jedoch ebensowohl durch die äussero Form als durch die abweichende Lage
des Bandes.
Fundort: Teltschen bei Aussec (1 Exemplar).
Dimensionen. Höbe 0"020, Breite 0B,022, Höhe des letzton Um-
ganges im Verhältniss zur Höhe der ganzen Schalo te/l00.
Plenrot omaria Dapline Dittm. Tab. 19, Fig. 4, 5.
Die 3 — 4 Umgänge dieser hübschen Form umhüllen sich stark. Ausser
dem obeu abgeflachten Theil bleibt nur ein schmaler Saum der sich an-
schliessenden untern bauchigen Wölbung sichtbar. Der abgeflachte Theil
ist an der Naht mit engste he nden Längswülsten gesekmückt. Dieso spalten
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388
sich an einer Spiralfurche, die etwa auf halber Höhe verläuft, je in 3 bis 4
feinere nach rückwärts laufende Fältchen. An der scharf ausgeprägten Kante
gegen den gewölbten Theil der Schale folgt nun das schmale, glatte Plou-
rotomarienband. Die Kante selbst ist glatt, oder bei einer Varietät mit
Knötchen versehen. Der gewölbte Theil beginnt mit einem oder ein Paar
scharfer Spiralstreifen, dann folgt ein breiter glatter Saum, über den man
blos die äusserst feinen Anwachsstreifen in starkem vorwärtsgekrümmten
Bogen verlaufen sieht und endlich wieder eine scharfabgesetzte Zone von
Spiralstreifon, die gegen den offenen Nabol zu immer mehr an Stärke ver-
lieren, wo sie dann von einer feinen aber scharfen Längskerbung durch-
kreuzt werden. Gewindewinkel 120". Bei dem grössten der untersuchten
Exemplare verlässt der letzte Umgang die regelmässige Spiralrichtung.
Der 8piralwinkel wird grösser und es treten daher die frühern Umgänge
weiter heraus.
Fundort: vorderer Sandling im rothen Marmor (3 Exemplare).
Dimensionen: Länge des abgebildeten Stückes 0m012, Breite O-OH,
Höhe des letzten Umganges zur Höhe der ganzen Schale 76/IOo-
Tnrhe gutta Dittm. Tab. 19, Fig. 8—9.
Dos kleine zierliche Gehäuse besteht aus 5, sich nur wenig umfassenden
Umgängen von gedrückt sechseckigem Durchschnitte, die einen deutlichen
Nabel offen lassen. Die vorstehende Kante des Sechseckes ist mit zierlichen
gespaltenen Knötchen geschmückt, auf den 2 anstossenden Seiten verlaufen
je 4 Spiralleistchen. Die Basalfläche um den Nabel ist mit feinern Spiral-
streifen verschen. Die feinen Anwachsstreifen biegen sich in der Mitte der
"Windung nach vorn. Gewindewinkel 90°.
Dimensionen: Höhe 0"004, Breite 0™004, Verhältniss der Höhe des
letzten Umgangs zur Höhe der ganzen Schale *"/,(,,,.
Fundort: Teltschen (Köthelstein) 1 Exemplar.
Bemerkungen. Plcurotomtuia subsiulariformis Hörn, sieht unserer
Art sehr ähnlich ( nur trügt sie gerade da das Schlitzband, wo Turbo gutta
diademartig mit Knötchen versehen ist. Fast zum Verwechseln stimmt da-
gegen Turbo (Mphinuloidcs (Arch.) Orb. aus dem Grossoolith, nur seine
radialen Wülsto unterscheiden ihn.
Murihlsouia tricariiiata Klipst. sp. Tab. 19, Fig. 1, 2.
Klipstoin: Beiträge p. 171, Tab. II, Fig. 31.
Geliäusc thurmförmig, mit einein Gewiudcwinkel von 40*', so weit es
erhalten, zählt man 11 Umgänge von trapezförmigem Durchschnitt. Nabel
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(71)
weit offen, wahrscheinlich bis in dio Spitze reichend. Die grösste Breite der
eckigen Windungen Hegt in der Mitte ihrer Höhe. Auf dieser Kanto ver-
läuft eine zierliche Ornamentik, die das Band der Murchiaonio zu repräsen-
tiren scheint, obgleich die Schale hier am dicksten ist. Sie besteht aus
feinen, rückwärts gekrümmten Wülstchen mit entsprechenden Kerben da-
zwischen, über deren Mitte ein feiner Kiel verläuft. Von hior rfus laufen
die äusserst feinen Anwachsstreifen beiderseits mit starker Krümmung nach
vorn auseinander. Die Baaalseite der Windungen lässt 4 gleichmässig ver-
theilte starke Spiralstreifen sehen, die Apicalscite dagegen scheint glatt bis
auf einen oder 2 Spiralstreifen, die unmittelbar an der Naht liegen.
Dimensionen: Ganze Höhe 0"021, Breite 0"013, Höhe des letzten
Umganges zur Höhe der ganzen Schale ""'/„jo- Durchmesser des Nabels 0m004.
Fundort: vorderer Sandling im rothen Marmor (1 Exemplar).
St. Cassian.
Bemerkungen. Ucber die Richtigkoit der Idcntificirung des vorlie-
genden Stückes habe ich keinen Zweifel. Ich wähle jedoch den Genus-
Namen Murchisonia, weil derselbe eben für die thurm förmigen Plcurotoma-
rien angenommen ist.
Turbo indnlns Dittm. Tab. 10, Fig. ü. 7.
Gehäuse niedrig kreiseiförmig, aus drei bauchigen glatten Umgängen
bestehend, die nur an der Apicalseite eine stumpfe Kante zeigen. Unmit-
telbar an der obern Naht verläuft eine Spiralleiste. Mundöffnung unbekannt.
Gewindewinkol 80°.
Dimensionen: Höhe QmQ0b, Breite 0ra005, Höhe dos letzten Umganges
im Verhältniss zur Höhe der ganzen Schale tu/int.
Fundort: Teltschcn bei Aussee (l Exemplar).
Tnrhonilla snhulata Dittm. Tab. 19, Fig. 10. 11.
Das zierliche spitze Gehäuse lässt 13 Umgiinge erkenuen, die in stets
gleichbleibenden Abständen mit verhältnismässig groben, nach unten an-
schwellenden Qucrwulstcn vorsehen sind. Die 4 ersten Umgänge scheinen
glatt zu bleiben, die nächsten tragen 5, (>, dann 7 und 8, der letzte endlich
10 Wülste. Eine lineare Uebereinandcrstellung der Wülsto findet daher
nicht statt. Die Anwachsstreifen biegen sich an der Bnsalseite stark nach
vorn. Ausser ihnen macht sich auch eine feine Spiralstreifung auf dem
obern Theil der Umgänge geltend. Mundöffnung gerundet. Gewindr-
winkel I.V.
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(72)
Bemerkungen: In Caasinner Schichten finden sich sehr nahe Ver-
wandte unserer Art, nämlich Turritella Hauen KL, tornutu, Kl., Goldfusi Kl.,
Cerithiutn Brandis Kl., C. Albirti Kl. ; sie unterscheiden sich jedoch sämmt-
lich, abgesehen von anderen Charakteren, durch grössere Menge und ge-
drängtere Stellung der Knötchen.
Dimensionen: RöheO-Oll, Breite Om003, Höhe des letzten Umganges
zur ganzen Höhe l0/l00.
Fundort: vord. San düng im rothen Marmor (l Exemplar).
Platystoma Höinesi Dittm. Tab. 19, Fig. 12—14.
Windungen in cinor Ebene aufgerollt, sehr langsam wachsend, gar nicht
umhüllend, jede nachfolgende bedeckt nur den Hucken der vorhergehenden.
Das Gehäuse ist daher flach und symmetrisch, ammonitenartig. Der Durch-
schnitt der Windungen ist trapezförmig, nähert sich jedoch sehr dem Qua-
drat. Der Kücken, anfangs sehr wenig gewölbt, rundet sich auf dem letzten
Umgange und erhebt sich sogar zuletzt zu einem stumpfen Kiel. Mündung
nicht erhalten. 'Die Seiten der Windungen sind mit zahlreichen flachen
Qucrfalten (25 auf einem Umgang) von nicht ganz gleicher Stärke versehen,
über welche eine feine Avellige Längsstreifung verläuft. Die beiden Kücken-
kanten sind durch je eine dichte Reihe feiner Körnchen bezeichnet, welche
auf der letzten Windung mit den Querfalten zugleich orst da verschwinden,
wo dieselbe sich kiolartig erhebt. Ueber den Kücken laufen ausser den
welligen Längsstreifen nur noch einfache gerado Anwachslinien. Von einem
Schlitzbande ist keine Spur.
Bemerkungen. Obgleich das einzige vorliegende Exemplar die charak-
teristische Mimdöffnung nicht erhalten zeigt, auch wohl wegen der verän-
derten Form der letzten Windung nicht ganz mit der von Humes gegebenen
Diagnose der Platystoma übereinstimmt, so glaubte ich doch dasselbe zu
Platystoma stellen zu sollen wegen der vollkoramonou Symmetrie des Ge-
häuses sowohl, als wegen Mangels eines Schlitzbandcs. Diese Charaktere
Hessen die Einreibung unter die nächstverwandten Gattungen Straparollus
und Porcellia nicht zu. Ich erlaubte mir die Art nach dem Begründer der
Gattung Platystoma zu benennen.
Dimensionen: Durchmesser der Scheibe (P Ol 9, Höhe des letzten Um-
ganges (grössto Höhe der Scheibe) (TUOO, Breite des letzten Umganges IT 004.
Fundort: Teltschonalp (l Exemplar).
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39 1
(73)
<!yprina simplex Dittm. Tab. 19, Fig. 1»— 17.
Der Umriss der vollkommen glcichklnppigen Schale ist vorn und unten
gerundet, hinten dagegen fast gerade abgestutzt, so dass das hintern Ende
des Unterrandes ziemlich einen rechten Winkel bildet. Der Schlossrand
stösst beiderseits ntumpfwinklieh an die Seiten. Der breite aufgeblähte
Schnabel ist nach vorn gekrümmt und endet im vordem Viertel der Schale.
Von hier verläuft eine gerundete Kante zum hintern Eck der Schale. Vom
Schlosstheile konnte bloss jederseits ein bogiger langer Kreis blossgolegt
werden, der vom Schnabel an die Seitenränder zieht. Zahl und Stellung
der mittlem Schlosszähne war nicht zu ermitteln, daher die Bestimmung
des Genus unsicher bleiben musste. Die Schale ist solid, mit deutlichen
Anwachsstreifen verseben. Auf den Steinkernen erkennt man zahlreiche
vom Wirbel bis zum Mantelrand strahlende scharfe Radialstreifen. Der
Aussenrand bleibt glatt. Der Mantelrand zeigt keinerlei Ausbuchtung,
schwache Muskeleindrücke liegen beiderseits in nächster Nähe des Schnabels.
Dimensionen: Länge Om023, Breite 0ra0i.
Fundort: Tclt sehen bei Aussee (6 Exemplare).
Opis slobata Dittm. Tab. 19 Fig. 18-20.
Da die Charaktere des Schlossbaues dieser Art leider nicht ermittelt
worden konnten, so habe ich sie, von der allgemeinen äusseren Form ge-
leitet einstweilen zu Opis gestellt, ohne doch für die Tüchtigkeit dieser Be-
stimmung einstehen zu wollen. Die geblähte Schale ist nicht sehr dick,
concentrisch gestreift. Von dem dicken vorwärts gekrümmten Sehnabel
zieht eine schmale, scharfe, bogige Leiste an den Vorderrand. Dieselbe
macht sich auf der Innnenseite als Furche geltend. Sic begrenzt so einen
Schalentheil, den man vielleicht als Mondchen (lunula) deuten könnte,
obgleich er sonst nicht eingesenkt erscheint. Die hintere Seite des Schna-
bels verläuft in regelmässiger hoher Wölbung in die angrenzenden Schalen-
theile.
Dimensionen: Länge 0"'013, Breite 0m011.
Fundort: vorderer Sandling im rothen Marmor (1 Exemplar).
Bemerkungen. Da ich unter den bekannten Conchiforen-Oeschlech-
tem keines finde, welches die vordere Leiste zeigt, so glaube ich fast, dass
wir hier den Repräsentanten eines neuen -Genus haben, dessen Schloss-
charaktere übrigens noch nachzuweisen bleiben.
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392
Avioula quadrata Dittm. Tab. 19, Fig. 21—23.
Der Umriss der Schale ist nur wenig schief nach hinten gezogen, ihre
Länge und Breite ziemlich gleich. Vor dem gewölbten, nach vorn geboge-
nen Schnabel macht sich ein deutliches Ohr bemerklich, in welches die
scharfen engegestellten Anwachsstreifen zusammenlaufen. Der hintere Flügel
ist nur wenig verlängert, der Schlossrand schwach gekrümmt, hinten mit
einer deutlichen Längsleiste versehen.
Dimensionen: Länge CT 020, Breite 0ro018.
Fundort: Teltschenalp (1 Exemplar).
Gervillia amoena Dittm. Tab. 19, Fig. 24.
Schale nur mit concentrischen Anwachsstreifen versehen, kräftig, eiförmig
gerundet, nach hinten verlängert. Der kleine hohe Schnabel liegt weit
nach vorn. Der Rücken ist deutlich aber schwach gedreht Der Steinkern
zeigt hinten einen grossen starken Muskeleindruck und einen ganzrandigen
Mantelsaum. Eine radiale Fältelung der nächst anliegenden Schalentheilc
ist zwar vorhanden, doch lange nicht so stark ausgeprägt, als die Abbildung
sie darstellt. Der Bau der Schlosstheile war nicht nachzuweisen.
Dimensionen: Länge 0m0ü3, Breite 0"057.
Fundort die Teltschenalp (1 Exemplar).
Mytilns Miilisteri Klipstein Tab. 19, Fig. 25—26.
Klipätein: Beitrüge p. T. 17, F. 12.
t
Diese kleine Art scheint in Umriss, Faltung und Grösse so wenig von
der KlipsteLn'schen Art verschiedenes zu bieten, dass ich nicht anstehe, sie
damit zu vereinigen.
Dimensionen: Länge 0™005, Breite O'üülö.
Fundort: Am vorderen Sandling, in dem dunkelrothen Marmor
mit Gasteropoden (1 Exemplar). St. Cassian,
Poromnus iiov. gen.
Obgleich es bei Crinoideen immer gewagt ist, ohne Kenntnis» der Krone
eine Bestimmung des Genus vorzunehmen, so zeigen doch die schon am
Stiel zu beobachtenden Charaktere einer kleinen Reihe von Arten so viele,
von allem bekannten verschiedene Eigentümlichkeiten, dass die Aufstellung
eines neuen Genus wohl zu rechtfertigen ist. Die vorliegenden Formen
zeichnen sich sämmtlich dadurch aus, dass statt eines einzigen centralen
Nahruiigskaiiale« sehr viele feine runde Kanäle vorhanden sind (Fig. 1 7, 1.2),
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Kig. 17.
1
B
E
1 und 2. Schliffe durch die OclenkflRche, ;;. Läng^chliff, 1. Ein zwischen iwci längsten
Radien liegendes System der Oclenkflficlienkanftle */,.
deren Anzahl von der Grösse des Durchmessers des Stieles abhängt. Sio
durchziehen den Stamm in scinor ganzen Länge' und nehmen zwischen je
zwei Stielgliedern, wo sie sich spitz nach aussen biegen, feine Seitenkanäle
auf, so dass also in jeden Längskanal ebensoviel Seitenkanäle munden, als
der Stiel Glieder hat (Fig. 1 7, 3). Der centrale Kanal zeigt allein keine seit-
liche Abzweigungen, er ist desshalb auch ganz gerade. Wegen der grosson
Zahl der Längskanälo ist natürlich auch die Zahl der auf den Gelenkflächen
der Stielglieder sichtbaren, von den Seitenkanälen hervorgebrachten radialen
Furchen bedeutend. Man bekommt aber die natürlichen Gelenkflächen nur
selten zu sehen, da die Glieder sehr fest an einander haften. In Tab. 20,
Fig. 2 ist eino solche dargestellt und man bemerkt auf ihr zahlreiche bündel-
förmige Radialfurchen, über welche eine unrcgelmässig welligo concentrischo
Runzelung verläuft. Es ist einleuchtend, dass die Radialsculpturen benach-
barter Gelcnkflächen mit einander correspondiren und nicht alternirond
ineinandergreifen, weil sonst für die seitlichen Kanäle kein Raum überbliebe.
Verschafft man sich nun einen Schliff, der genau zwischen 2 Gelenkflächen
durchgeht, so erhält man wegen der in concctitrischen Systemen wechselnden
Länge der radialen Kanäle ganz das Bild einer Korallenzelle, mit dem
Unterschiede, dass natürlich die Grundzahl 5 nicht 6 ist. Aber auch dio
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Gcsctzo dor Einschaltung scheinen verschieden zu sein. Da ich über die-
selbe trotz mehrfacher Versuche nicht in's Klare kommen konnte, so habt»
ich in Fig. 17, 4 die genau bemessenen Längcnvcrhültnissel Vergrößerung = */■)
eines zwischen 2 längsten Radien liegenden Systems ('/* Kreis) von Poto-
crinus caudex n. sp. abgebildet. Auch die Figg. 17, 1 u. 2 sind mit grösster
Genauigkeit in natürlicher Grösse nach Originalen ausgeführt, nicht schematisirt.
Unter dem Mikroskop erweist sich die Hauptmasse des Cönenchjms als
sehr engmaschig, — nur die nächste Umgebung der Kanäle zeigt weitere
Zellen. Zwischen je zwei Kanälen sieht man ferner parabolische Cöncnchym-
freie Linien, deren Scheitol dem Centrum zugewendet ist, — möglicherweise
Verbindungskanäle (?).
Bemerkungen. In welcher Beziehung die als Kanäle aufgefassten
Bänder von Porocrinus zu den von Joh. Müller als Sehnen gedeuteten Or-
ganen stehen, wage ich nicht zu entscheiden. Die übereinstimmende Stärke
sowie die Gleichartigkeit der Infiltration des centralen evidenten Nahrungs-
kanalcs und der seitlichen oben beschriebenen Organe führte mich zu dem
Schluss der Gleichartigkeit ihrer Functionen. Etwas sicheres liisst sich
darüber wohl nicht eher aussprechen, als bis wir eine grössero Zahl von
Beobachtungen über den inuern Bau der Crinoidecn werden vergleichen
können. Einstweilen verweise ich auf die von ausgezeichneten Abbildungen
begleitete interessante Notiz von Herrn Stelzner in den neuen Jahrbüchern
p. 5ü5 ff. •
Als nächstverwandte Geschlechter haben wir zu betrachten Cyathoainus
[ruyosus Mill.), Rhodocrinus (quinquepartitus Gdf.) und Cuprcssocnnus (tes-
scrat na Gdf.), sämratlich paläozoische Formen. Die creteren beiden haben
radiale Seitenkanäle, die jedoch in den Stielgliedern, nicht zwischen ihnen
liegen, dabei einen einfachen Nahrungskanal. Ciqyressocrinus dagegen zeigt
eine Annäherung durch seine 5 Nahrungskanäle. Noch näher steht vielleicht
Klipsteins Fldbcllocrinus, doch niuss die Identität noch ungewias bleiben,
solange man die inneren Merkmale dieses Genus nicht kennt
Porocrinus caudex Dittm. Tab. 20, Fig. 1, 2.
Dicker 'Stamm mit sehr niederen, gleich hohen, oft ein wenig unregol-
mässig wellig gebogenen Gliedern. Von den Mündungen der Seitenkanäle be-
merkt man an der Aussenfläche nicht viel, sie treten jedoch deutlich an Schliffen
und Bruchstellen hervor. Die Zahl der Seitenkanüle ist wegen des bedeu-
tenden Durchmessers dieser Art sehr gross. Sie beträgt an der Peripherie
am untern Ende des abgebildeten Stückes ca. 140, oben etwa 100.
Fundort: Teltschonalp bei Aussee (3 Stücke).
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Foroerinns rctienlatiis Dittm. Tab. 20, Fig. 3—
Dieso Art unterscheidet sich von der vorigen durch geringeren Durch-
messer des Stiele» und durch höhere Glieder. Unter sich sind die Glieder
alle gleich hoch. Die Oberfläche erscheint ausserdem gitterartig sculpirt,
da die Mündung der Seitenkanäle regelmässig vertieft ist. Je dünner die
vorliegenden Stücko, desto weniger erhaben tritt diese Sculptur hervor. Ob
das in Fig. f> abgebildete Wurzelstück einem jüngeren Individuum unserer
Art angehört, lässt sich nicht sicher entscheiden. Wie am Wurzclende
gewöhnlich, sind die Glieder hier noch sehr unrogelmässig gebaut.
Fundort: Teltschen bei Ausseo (7 Stücke).
Poroerinas ornatns Dittm. Tab. 20, Fig. <»— 8.
Der vorliegende Stiel zeichnet sieh durch seine verschieden hohen
Glieder aus, von denen die höheren auch weiter in die Breite ausgedehnt
und gewölbt erscheinen. Auch hier findet sich eine gitterartige Sculptur,
die jedoch deutlich durch eine Längsfurchung hervorgebracht wird, von
welcher nur die breitesten (und höchsten) Glieder nicht getroffen werden.
Ich glaube, dass das in Fig. 7 abgebildete, in Fig. G von oben gesehene,
dem Kelche bereits offenbar sehr nahe liegende Sticlstück derselben Art
angehört. Die Analogie der vorigen Art würde die geringere Ausprägung
der Sculpturen erklären, die immerhin in der Zeichnung (Fig. 7) viel zu
glatt gcrathen sind. Dieses Stück zeigt einen öeckigen centralen Nahrungs-
Canal, der durch das Verschmelzen der 5 innersten Kanäle entstanden ist.
Fundort: Teltschen bei Ausseo (2 Stücke).
Cidaris lamellaris Dittm. Tab. 20, Fig. 9, 10.
Ein gegen oben zusammengedrückter Stachel, dessen Rander scharf
gezahnt sind.
Fundort: vorderer Sandling im Gasteropodenmarmor (2 Stücke).
Cidaris transversa Meyer.
H. t. Meyer: Paläontographica 18T.1, Bd. 1, p. 27t',, T. 32, F. 28-30.
Im rothen Marmor des vorderon Sandling fanden sich 2 Exemplare
von einer Form , die kaum von der citirten zu unterscheiden sein wird, ob-
gleich diese aus dem obersten Muschelkalkc stammt. Es sind dünne runde
Stacheln mit kurzen unregelmäßigen wirtalständigen Abzweigungen.
(6) 26
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I
39G
Rliizocorallium Tab. 20, Fig. 14, 15.
Vom untersten Muschelkalk bis in den obersten Keuper ausserhalb der
Alpen hat man ähnliche schlcifenformigc Formen von ungewisser Bedeutung
angegeben. Auch aus den Hallstädter Kalken, wo man sie bisher noch
nicht gefunden hatte, liegt mir ein sehr gut erhaltenes Exemplar vor, das
sehr vollständig mit den regelmässigeren Gestalten des lihie. Jenense Zenk.
übereinstimmt. Bei diesem so wie bei fränkischen Exemplaren suchte ich
vergebens nach etwaiger innerer Structur in dünnen, für die Beobachtung
mit dem Microscop präparirten Schliffen.
Fundort: Teltschenalp bei Aussce (1 Exemplar).
Koralle. Tab. 20, Fig. 11-13.
Einzelzelle von Ungewisser Stellung. Mit starker, nach unten verdickter
Wand, die äusserlich längs gerippt erscheint und an ihrer Ba*»is eine deut-
lich umgrenzte, kuglige Zelle einschliesst. Der Längsschliff Fig. 1 3 schneidet
die Form ein wenig schief, er entfernt sich gegen oben am weitesten von
der Achse. Der Querschliff Fig. 12 zeigt dennoch augenscheinlich eine zu
grosso Zahl von unregelmässig gegabelten Sternlamelkn — man sieht es
dem Bilde leider an, wie wenig der Zeichner auf diesem Felde geübt war.
Ein centrales Säulchen ist nicht vorhanden. Ob zwischen den Sternlamellen
Querbiilkchen liegen ist nicht bestimmt zu entscheiden. Auf dem Quer-
schliff 12 fehlen sie entschieden, während der Längsschliff 13 ein Confluiren
einzelner Lamellen paare bemerken lässt. Böden sind nicht vorhanden. Ob
der Oberrand der Sternlamellen gezähnt war, konnte an dem einzigen vor-
liegenden Stücke nicht nachgewiesen werden.
Bemerkungen. Da ich den vorliegenden Fossilrest als neu erkannte,
hatte ich ihn abbilden lassen, war jedoch nachher nicht im Stande ihm seine
Stelle in dem bisher aufgestellten zoologischen System anzuweisen. Herr
Trofessor Rcuss in Wien hatte die ausnehmende Güte mir auf meine Bitte
einige werthvolle Belehrungen über das fragliche Objekt (nach den über-
sandton Abbildungen) zukommen zu lassen. Obgleich wegen der ungenü-
genden Erhaltung eine sichere Einreihung nicht möglich, so scheint das
Stück am nächsten mit Montlivaltia verwandt Es müsste, um das Erscheinen
fiusserlicher Rippen zu erklären, nur nachgewiesen werden, dass die Epithek
verloren gegangen sei, was auch mitunter vorkommen soll. Die kugelförmige
Zelle an der Basis der Form sei wahrscheinlich etwas bloss zufälliges, viel-
leicht eine mit Steinmasso ausgefüllte Bohrhöhle (?) — jedenfalls finde sich
was ähnliches weder bei einer lebenden noch bei einer fossilen Koralle.
Fundort: Gastoropodenraarmor am vordem Sandling (1 Exemplar).
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Cristellaria sp.
Ein für microscopische Untersuchung gefertigter Gesteinsschliff von
Teltschener Marmor zeigte in überraschender Schönheit einen prächtigen
Längsdurchschnitt durch die ßpiralebene einer Cristellaria, die am nächsten
mit Cr. Tergucini Orb. (aus Lias von Metz) und mit Plantilaria elongata
Ehrbg. (aus Schreibkreide des Mississippigebietes) verwandt ist. Von der
letztern unterscheidet sie sich nur durch die schmälere Form und durch
weniger centripctale Kammerschcidewändc. Das Stück fand sich leider erst
nach Beendigung der übrigen lithographischen Abbildungen.
Fundort: Teltsctienalp (1 Exemplar.)
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Druckfehler.
Png. 3f>4 (36) Zeile 1 tob oben: Tab. 13 statt Tab. 12.
3:>G (38) „ 9 „ unten: Tab. H statt Tal». 3.
3G0 (42) „ • 19 . obon : Tab. 13 statt Tab. 12.
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ÜBER DIE BBACHIOPODEN
l»EK
NORDDEUTSCHEN
CENOMAN- BILDUNGEN.
VON
DR URBAN SCHLOENBACH.
■
MÜNCHEN, 1807.
R. OLDENBOURO.
Digitized
Die Arbeit, welche ich dem wissenschaftlichen Publicum mit der Bitte
um eino gleich nachsichtige und wohlwollende Aufnahme, wie sie meinen
bisherigen Publicationen zu Theil geworden ist, hiermit vorlege, gründet
sich theils auf das in meiner eigenen Sammlung befindliche, ziemlich um-
fangreiche Material, welches von meinem Vater, und bezw. von mir, in den
letzten zehn Jahren zusammengebracht worden ist, theils auf mehre grössere
und kleinere Suiten von Cenoman-Brachiopoden aus öffentlichen und Privat-
sammlungen, die ich zu untersuchen Gelegenheit gehabt habe. Für die
ausserordentliche Liberalität, mit welcher mir die unumschränkte Benutzung
dieser letzteren gostattet wurdo, bin ich den Herren
Professor Beyrich in Berlin
Dr. Ewald in Berlin
Dr. von Koenen in Berlin
Professor Dunker in Marburg
Professor Hosius in Münster
Cammerrath von Strombeek in Braunschweig
Bergrath A. Roemer in Clausthal
Senator H. Roemer in Hildesheim
Forstmeister von Unger in Seesen (Brschw.)
Dr. Griepenkerl in Königslutter (Brschw.)
Dr. A. Fritsch in Prag
Director Hörnes in Wien,
ganz besonders aber Herrn
Professor Gcinitz in Dresden,
der mich auch sonst vielfach mit Rath und Belehrung unterstützt hat, zu
grösstem Danke verpflichtet. — Ueberall, wo sich die Angaben im Text
auf Exemplare aus jenen Sammlungen gründen, habe ich den betreffenden
Namen stets ausdrücklich angeführt; wo dies nicht geschehon ist, beziehen
sich dio Angaben auf Exemplare meiner eigenen Sammlung.
■
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40 t
Das literarische Material, welches bei der Ausarbeitung der Schrift
benutzt wurde, ist im Wesentlichen dasselbe, wie bei meinen im vorigen
Jahre erschienenen „kritischen Studien über Kreide-Brachiopoden" '); auch
die gebrauchten Abkürzungen sind dieselben, die ich dort angewendet habe,
und ich darf deshalb einfach auf die einleitenden Bemerkungen zu jener
Schrift mich beziehen.
') Beiträge zur Paläontologie der Jura- und Kreidefonnation Im nordwestlichen Deutsch-
land; 2. 8tück (Palaeontographica XIII, 6).
*
Salzgitter (Hannover), 17. März 1867.
Dr. Urban Schloenbach.
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Einleitung
Der Schichtenooniplex, au« dem die auf den nachstellenden Blättern
beschriebenen, bezw. einer kritischen Prüfung unterworfenen Brnchiopoden-
Arten stammen, ist in Norddeutschland in verschiedener Weise entwickelt;
in Folge dessen sind dio einzelnen Schichten von den Autoren, welche sich
damit beschäftigt haben, nicht nur mit verschiedenen Namen belegt worden,
sondern zum Theil auch in verschiedener Weise zu einander und zu den
analogen Bildungen fremder Kreidegebiete in Parallele gebracht. — Es
dürfte daher, bevor ich zur Beschreibung der Arten übergehe, erforderlich
sein, zum leichteren Verständnisse der gebrauchten Schichtcn-Bezoichnuiigen
einige Bemerkungen über die stratographischen Verhältnisse vorauszuschicken.
Unter dem Namen „Ccnoman -Bildungen'4 oder „unterer, cenomaner
Pläner'4 begreife ich alle jene Schichten, welche über den obersten Ab-
lagerungen des Gault (Flammen-Mergel, Thon mit Bekinnites minimus List.)
und unter den ältesten durch Inoceramus labiatus Schloth. sp., Bronyniarti
Sow., Tercbratula semiylobosa Sow., Bhynchoneüa Cuvieri Orb. charakteri-
sirten Ablagerungen des sogenannten „oberen Plänen" (etage turonien, craic
marneuse, Lower Chalk, etc.) liegen. Dieser untero oder cenomane Pläner
tritt in Norddeutschland hauptsächlich in zweierlei Entwicklungsforraen auf,
von denen die erste in dem westphälischen Kreidebusen zwischen Rhein
und Weser und im Gebiete zwischen Elbe und Weser im Norden des Harzes
ausgebildet ist, während als Typus der zweiten dio Kreide Sachsens be-
trachtet werden kann. Diese beiden Kreide-Meere scheinen nur gering mir
einander communicirt zu haben.
I* Das westphüliHch-subherc^yni&clie Oebiet-
Dic genauesten und ausgedehntesten Untersuchungen über die Cenoman-
Bildungen Westphalens vordanken wir Prof. Ferd. lloemcr ') und Caminer-
') Zeitschr. geol. Ge*. 1851, VI, p. l>'.l ff.
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406
rath von Strom bock1). Dem Letzteren gelang es zuerst, im westlichen
Theile — in der Ruhr-Gegend eine Gliederung dieser Schichten nachzu-
weisen, welche mit der von ihm für das Gebiet zwischen Elbe und Weser
aufgestellten*) sich in Einklang bringen Hess. In neuester Zeit war es
Schlüter3) vorbehalten, auch für don südöstlichen Theil — namentlich
in den jüngeren Cenoman- Schichten — die Uebereinstimmung mit dem
östlich von der Weser liegenden Gebiete darzuthun. Nach ihm und Strom-
beck gliedert sich in Westphalcn der untere Pläner in folgender Weise
(von oben nach unten):
c) Schichten mit Ammonites Rotoiuagensis. Im Südosten mergelige
Schichten und feste weiaso Kalke; im Westen (an der Ruhr) fehlt dies
Glied. Zu den wichtigsten Petrcfacten-Fundorten gehören: Lichtenau und
an der Chaussee zwischen Buke und Altenbeken; die bezeichnendsten
Petrefacten sind:
Ammonites Rotomtgensis Dcfr.
Ammonites varians Sow.
Ammonites navicularis Mnnt.
Scaphitcs obliquus Sow.
Turrilites costatus Lam.
Turrilites Scheuchzeranus Bosc.
Nautilus clegans Sow.
lnoceramus striatus Mant.
Pecten Beaveri Sow.
Plicalida inflata Sow.
Ttrebratula bi plicata Sow.
RhyncJionclla Mantellana Sow. sp.
Disco'idea cylindrica Lam. sp.
Holaster sidjglobosus Leske sp.
b) Schichten mit Ammonites varians, Mantel Ii nnd Pecten Beaveri.
Im Osten: bläulicher fester Kalk in dicken Bänken; an der Ruhr: Grünsand
ohne Thoneisensteinskörner. Die Hauptfundorto sind Altenbeken, Rheine,
Bochum, nördlicher Steinbruch des Forstorts „Uebingsonu bei Fröh-
mern, Steinbruch der „Hohen Weide11 bei Drei hausen, sowie zwischen
Wilhelmshöhe und Billmerich. Wichtigste Petrefacten:
M Zeitschr. geol. Oes. lHfiO, XI, p. 27 ff.
') Ebenda, 1857, IX. p. 415 ff. and Neue« Jahrb. 18.17, p. 78',.
*,» Ebenda. 1806, XVIII, p. ffi ff.
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407
(7)
Ammonites varia>is Sow.
Amnionitis MantclU Sow.
Ammonites Rotomagensis Defr. (nach Schlüter)
Turrüitcs tuberculatus Bosc.
Turrilites Scheuchzeranus Boge.
Inoceramus striaius Mant.
Pctrfen Beaveri Sow.
Plkatula inflata Sow.
Terebratula biplicata Sow.
RhynchoneUa ManteUana Sow. sp.
Epiaster distinetus Ag. sp. (nach Schlüter)
Holaster subglobosus Leske sp. var.
Holaster nodtdosus Goldf. sp.
a) Schichten mit Pcctcn asper, Ostrea diluviana, RhynchoneUa dimi-
diata, Tercbratella Beanmonti. Im Osten gehört hierher wahrscheinlich
Schlüter'* versteinerungsarmer Plänermergel , im Westen Strorabeck's
unterer Grünsand mit Thoneisensteinskörnern (Orünsand von Essen, Tour-
tia, A. Roemer's Hilsconglomerat von Essen). Hauptfundorte: Stein-
brüche und Kohlenschächte der Umgebungen von Essen a. d. Ruhr, Spell-
dorf unw. Mühlheim a. d. Ruhr, Fröhmern, Billmerich, wahrschein-
lich auch der Steinbruch an der Waterlappe östlich vom Dorfe Bremen
bei Werl. Die wichtigsten Petrefacten sind:
Ammonites Mantelli Sow.
Ammonites varians Sow.
Turrüites tuberetdatus Bosc.
Nautilus elegans 8ow.
Glawotomark* texta Münst.
Isoaren obesa Orb.
Mytilus Cottai Roem. (= M. linmfus Auct.)
Pecten asper Lam.
Pect eil comans Roem.
Janira quinquecostata Sow. sp.
Janira notabilis Münst. sp.
Spondylus striatus Goldf.
Ostrea conka Sow. sp.
Ostrea lateralis Nilss.
Ostrea heüiotidkka Sow. sp.
Ostrea earinata Lam.
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(8)
Ostrm diltmana Goldf. (Linne?)
Tervbratida Tornacensis Arch.
Terebratula depressa Lam.
Terebratulina chrysalis Schloth. sp.
Terebratella Metiardi Lam. sp.
Terebratella (?) Beaumonti Arch. sp.
Megerlda Htna Defr. sp.
Thecidium digiiatum Sow.
Bhynchonelfa dimidiata Sow. sp.
Bhynchonelfa Alantelfana Sow. sp.
Hofaster nodtdosus Ooldf. sp.
Catopygns carinatus Ag.
Codiopsis dotna Desm sp. (nach Roemer)
Cidaris vesicidosa Ooldf.
Cidaris velifera Bronn
CAdaris Sorigneti Desor
Micrabacia coronula Gf. sp.
nebst zahlreichen Bryozoen- und 8pongitarien - Arten , welche letzteren von
A. Roemer kurzlich neu bearbeitet wurden. Diese Spongitarien waren es
besonders gewesen, welche die irrthümliche, durch Geinitz beseitigte An-
sicht hervorgerufen hatten, dass die Essener Grünsand-Schichten dem eben-
falls an solchen sehr reichen Hilsconglomerat der Gegend von Schöppen-
stedt etc. in Braunschweig entsprächen.
Durch die unermüdliche Thätigkeit Strom beck's wurden auch zwischen
Elbe und Weser im Norden des Harzes die Cenoman-Schichten zuerst
genauor bekannt und in Unterabteilungen getheilt. Das kurz zusammen-
gefasste Resultat dieser Untersuchungen ist niedergelegt in dem Aufsätze:
„Die Gliederung des Pläners im nordwestlichen Deutschland nächst dem
Harze" '). Danach besteht in diesem Gebiete der untere Pläner aus fol-
genden "Abtheilungen von oben nach unten:
4. Arme Rotoniafceusis - Schichten. Schmutzig -weisse, feste, massige
Kalke; organische Reste wie in der folgenden Schicht, jedoch viel seltener.
3. Rotomageiigis • Schichten. Graue Kalke oder Kalkmcrgel mit
Mergellagen abwechselnd; selten weisser, kreidiger Mergelkalk. Hauptfund-
orte: Zeltberg bei Lüneburg (Hannover), Rethen bei Sarstedt (Han-
nover), Broitzen bei Braunschweig, Umgebungen von Salzgitter
M Zeitsclir geol. Oos. 1*.%7 IX, p. lir. ff und Nour« J.thrb. 18'.7. p 78\
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109
(9)
(Hannover), Neuwallmodon (Braunschw.), Langelsheim am Harz
(Braunschw.). — Wichtigste Petrefacten:
Ammonites Rotomagensis Defr.
Ammonites varians Sow.
Lima elongata 8ow.
Inoceramus striatus Mant.
Plicatula inflata Sow.
Terebratula biplicata Sow.
Rhynchonella Mantellana Sow. sp.
Holaster subglobosus Leske sp.
Discoidea cylindrica Lam. sp.
Salenia petalifera Desm. sp.
Pdtastes clathratus Ag. sp.
Unter dieser Schicht zeichnet sich an gewissen Localitäten, z. B. na-
mentlich bei Broitzen1) eine Schicht aus, welche offenbar ein Uebergangs-
glied zur folgenden bildet und viele Petrefacten, besonders Amtnonites va-
rians, Inoceramus striatus, Plicattda inflata und namentlich Turrilites costatits
enthält, an der Basis auch Turrilites tuber culutus.
2. Varians -Schichten. Gesteinsbesehaffenheit wie bei der vorher-
gehenden Schicht, von der sie überhaupt schwer trennbar ist. Die Fundorte
sind sehr zahlreich; als die hauptsächlichsten sind zu nennen: Wrisberg-
holzen bei Alfeld (Hannover), Sarstedt (Hannover), Broitznn (Braun-
schw.), Burgdorf unw. Schladen (Hannover), Umgebungen von Salz-
gitter (Hannover), Neuwallmoden (Braunschw.), Langelsheim
(Braunschw.), u. 8. w. — Die wichtigsten Versteinerungen sind:
Ammonites varians 8ow.
Ammonites Mantelli Sow.
Ammonites falcatus Mant. (sehr selten)
Scaphites aequalis Sow.
Baculites baculoides Mant.
Turrilites tuberculatus Bosc.
Inoceramus striatus Mant.
Pecten Beaveri Sow.
Plicatula inflata Sow.
Terebratula biplicata Sow.
Terebratulina rigida 8ow. 8p.
Megerleia Uma Defr. sp.
l\ ßtrorabeck, über PtlUute* clathratun, in Zeitächr. geol. Oo?. XV, p. «43.
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(10)
RhifHchonella Manteüana Sow. sp.
Rhynchonella Grasana Orb.
Rhynchonella Martini Mant. sp.
Hemiaster bufo Brongn. sp.
Hemiaster Griepenkerli Stromb.
Holaster subglobosus Leske sp.
Holaster nodtdosus Goldf. sp.
Salenia petalifera Desm. sp.
I. Tourtia, (irünsand. Die Basis dos unteren Pinners übor dem
Flammenmergel bilden meistens chloritische Mergel oder Mergelthone; be-
sonders deutlich sind oder waren früher dieselben zu beobachten im Gold-
bachsthal unweit Halberstadt (Prov. Sachsen), am Langenberge und
bei der Steinholzmühl o (Poder Helmstein), sowie am Sülzebrunnen
bei Quedlinburg (Prov. Sachsen), bei Langelsheim am Harz (Braun-
schw.), im Chaussee-Einschnitt am Flöteberge bei Liebenburg (Han-
nover), bei Wolfenbüttel ( Braunsen w.). Petrefacten finden sich darin
im Allgemeinen sparsam, doch haben die Umgebungen von Quedlinburg
eine ziemlich grosse Anzahl von theilweise neuen Arten (namentlich Gastro-
poden und Brachiopoden) geliefert, von denen die letzteren unten beschrieben
sind, wahrend eine Beschreibung der übrigen organischen Einschlüsse dieser
Ablagerung durch die kundige Feder des Herrn Dr. Ewald zu erwarten
steht. Die wichtigsten und verbreitetsten Arten sind:
Belenmites ultimus Orb.
Ammonites varians Sow.
Ammonites Mantelli Sow.
Turrüites tuberculutus Boso.
Atncula gryphaeo'ides Sow.
Janira quinquecostata Sow. sp.
Ostrea carinata Lam.
Terebrutula biplicata Sow.
Terebratula Tornacensis Arch.
Terebratidina chrysalis Schloth sp.
Terebratulina rigida 8ow. sp.
TerebrakUa (?) Beaumonti Arch. sp.
JÜegerleia lima Defr. sp.
Hemiaster bufo Brongn. sp.
Die Parallelisirung dieser Schichten mit den obon beschriebenen west-
phälischen ergiebt sich fast von selbst. Die paläontologisch nicht zu tren-
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411 (11)
nenden Schichten 3. und 4. entsprechen zusammen der Schicht c) in West-
pbalen, 2. der 8chicht b), 1. der Schicht a).
Nahe Beziehungen zu diesen Bildungen zeigen die östlich der Elbe in
Meklenburg vorkommenden Cenoman -Schichten, deren Petrefacten Boll1)
beschrieben hat. Das genauere Niveau derselben dürfte sich jedoch danach
noch nicht mit Sicherheit feststellen lassen.
II. 1 >a.s sächsische Iir*eide-Grel>iet.
Die cenomnnen Bildungen dieses Gebietes zeigen ziemlich bedeutende
Abweichungen von dem eben beschriebenen Typus und sind dagegen in
ganz ähnlicher Weise entwickelt, wie in Böhmen und Schlesien; auch die
Kreide von Regens bürg ist offenbar aus demselben Meere abgelagert*);
alle diese letzteren mit Ausnahme der sächsischen liegen jedoch ausserhalb
des Bereichs dieser Arbeit, und sind nur hie und da die darin vorkommenden
Brachiopodcn-Arten zur Vergleichung herbeigezogen.
Die genauesten Nachrichten über die sächsischen Ereidebildungen finden
sich in den Arbeiten von Geinitz und sind namentlich übersichtlich in
dessen bekanntem Werke : „Das Quadersandsteingebirge oder Kreidegebirge
in Deutschland" (1849—50) zusammengestellt. Danach ist die Reihenfolge
der auf krystallinischen Gesteinen ruhenden sächsischen Cenoman-Bildungen
von oben nach unten eine sehr einfache: Unter dem „Plänerkalk" (von
Strehlen, Weinböhla, etc.) folgt zunächst der „mittlere Pläner" mit
IiwccratuHS labiaUts Schloth. sp., den Geinitz jetzt3) als obere Schichten
des unteren Pläners bezeichnet, der aber nicht mehr zum cenomanen
Pläner in dem oben von mir bezeichneten Sinne zu rechnen ist. Unter
diesem liegt
2) der eigentliche „untere Pläner", welcher in verschiedener, je
nach den localen Verhältnissen sehr wechselnder Gesteinsbeschaffenheit auf-
tritt. Bald sind es dünnplattige Kalke, welche den Namen für den ganzen
Schichten-Complex (Pläner) geliefert haben; bald mergelige Conglomerate,
welche letztoren meist sehr petrefactenreich sind und besonders die Spalten
des krystallinischen Gesteins, t. B. des Syenits im Plauen 'sehen Grunde
*) Archiv des Verein» der Freunde der Xaturgesch in Mecklenb. 1853, VII, p. 71,
und 1856, X, p. 31.
') Ich kann mich nur vollständig dieser in neuester Zeit von O Grabe I ausgesprochenen
Ansicht (ßitzungsber. d. kSn. Akad. d. Win. in München, J8»>6, II, p. 179) anschliesien,
wahrend Zittel (Bivalven d. Oosaugeb. p. 88) annahm, dass die Regensburger Kreide der
Gösau-Provinz des alpinen Kreide-Reiches angehörte.
1 1 Quaderiandsteingebirge etc., p. 19.
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(12) 412^
bei Dresden ausfüllen; bald ist es ein grünsandartiger, dunkelgrüulicher
Mergel, wie im Tunnel von Oberau nordwestlich von Meissen und im
Eibstollen zwischen Zaukerode und Priessnitz, der dann stets da«
tiefste Niveau unmittelbar über dem unteren Quadersandsteine einnimmt,
während über ihm noch andere Gesteine des unteren Planere folgen.
Hauptfundorte befinden sich im Plauen'schen Grunde bei Dresden, na-
mentlich oberhalb Plauen, bei Roschütz und bei Teltschen, ferner
bei Kauscha, Goppeln, Rippien, Welschhufa, bei Gross-Sedlitz,
Cunnersdorf südlich von Dresden; auch der sogenannte „Serpula-Sand"
von Banne witz bei Dresden ist nach Geinitz ein Aequivalent des
unteren Pläners, da er unmittelbar dem unteren Quader aufgelagert ist.
Die bezeichnendsten und häufigsten Petrefacten sind:
*Serpula septemsukata Reich. 1)
* Nautilus elegans Sow.
Ammonites ManteU* Sow.
TurrittUa granulata Sow.
Nerinea Gdnitei Gf.
Avellana cassis Orb.
Natica canaliculata Mant. sp.P
Nerita nodosa Gein. sp.
*Nerita dichotoma Gein. sp.
Nerita costulata Roem.
* *Pleurotomaria texta Münst.
Cerithium Bircki Gein.
Gastrochaena Ostreae Gein.
Protocardia Hillana Sow. sp.
Opis bicornis Gein.
Crassatella subgibbosula Arch.
*Trigonia Buch* Gein. *)
Pectunculus obsoletus Gf.
*Arca tricarinata Gein.
Area Gaüiennei Orb.
Mytüus Galliennei Orb.
**Mytüus Cottai Roem. (= peregrinus Orb., linea-
tus Auct.)
Mytihss Neptun* Gf. sp.
') Die Arten, vor denen ein * steht, kommen in 8achsen im Grttniunde, nicht aber
im eigentlichen „unteren PlÄner" ror; die mit ** versehenen in beiden Schichten.
») Ist vielleicht nicht verschieden von Trig eulcatoria
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413
(13)
Aviculu anomala Sow.
Perna hnceolata Gein.
**Jnoceramtts striatus Mant.
**Pecten orbicularis Sow.
*Pecteti comans Roem.
Pecten acttminatus Gein.
Pecten Brongniarti Arch.
** Pecten elongatus Lam.
*Pectcn asper Lam.
7amrr< tuqwostnta Lam. sp.
**Janira notabilis Milnst. 8p.
Zw»»<» /w/a Goldf.
* *Lima licichenbachi Gein.
Lwta elongata Sow. sp.
**IAma omata Orb.
**Spondylus striatus Sow. sp.
**Ostrea carinata Lam.
* *6Wrea (Wwrtana Goldf. (PLinn.)
Ös/ra» lateralis Nilss.
**Ostrea conica Sow. sp.
Ostrea haliotididea Sow. sp.
*Jladiolites agariciformis Delam. sp.
**Terebratula biplicata Sow.
**Terebratula phaseolina Lam.
*Terebrutttla capillata Arch.
Tcrebratulina clurysalis Schloth. sp.
*TercbrateUa Mcnardi Lam. sp.
Thecidium digitatum Sow.
Thecidittm vermiculare Schloth sp.
**Rhynchonella dimidiata Sow. sp.
**(/idans vestcwZosa Gf.
Cidaris Sorigncti Desor.
Codiopsis Dorna Desm. sp.
Holaster suborbicularis Defr. sp.
Pyrina Desmoulinsi Arch.
Micrabacia coronula Gf. sp.
Zahlreiche Spongitarien.
Den Uebergang von dieser Schicht zur folgenden bildet da, wo kein
Grünsand auftritt, häufig ein sehr grobes anscheinend versteinerungsleeres
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414
Congloiuerat ; namentlich läset sich dies gut am Gehänge des Plauen'schen
Grundes unterhalb Roschütz beobachten, wo in demselben Blöcke des die
Unterlage der dortigen Kreideschichten bildenden Syenits bis zu Kopfgrösse
enthalten sind.
1) Der untere Quadersandstein, dessen obere Lagen oft grün*
sandartig werden, ist meist von weisser Farbe und von verschiedenem, in der
Regel ziemlich feinem Korn. Häufig wechsellagert er an der Basis mit Schiefer-
thonen, die Pflanzenreste enthalten, wie namentlich bei Niederschöna
unw. Tharandt. Auch der berühmte „Muschelfelsen*' von Roschütz am
Südabhange des Plauen'schen Grundes ist nur eine ganz locale Facies
des unteren Quaders, anscheinend der Rest einer Spalten -Ausfüllung im
Syenit. Einige der wichtigsten Aufschlusspunkte des unteren Quaders sind:
Lückendorf unw. Zittau, Weissig, Bila'er Grund, Kotta, Banne-
witz, Rippien, Pirna, Rabenau, Dippoldiswalda, Cunnersdorf,
Wendisch-Carsdorf, Tharandt, u. s. w. Die bezeichnendsten Petre-
facten des sächsischen unteren Quaders sind:
Nautiius ekgans Sow.
Ammonites MarUfMi Sow.1)
Baculites baculöides Mant. sp.
TnrriteUa granuiata Sow.
Nerinea Geinitzi Gold f.
Natka canalictdata Mant. sp.
Gastrochaena Ostreae Gein.
Pholas Sclerotites Gein.
Protocardia HiUana Sow. sp.
Trigonia stdcataria Lam.
Pectunculus obsolettts Gf.
Area Ligeriensis Orb.
Pinna Cottai Gein.
Pinna düuviana Schloth. sp.
Mytilus Galliennei Orb.
MytUtts Cottai Roem.
Mytihis Neptuni Gf. sp.
') Auch Ammonites Botomagetuüt Defr. wird au« deni unteren Quader Sachsens und
Schlesiens angefahrt; doch möchten die so bezeichneten, gewöhnlich sehr grossen und roh
erhaltenen Exemplare um so mehr einer genaueren Prüfung noch bedürfen, als nach den
neueren Untersuchungen Pictet's, Renevier's und 8harpe's eine ganze Reihe ähnlicher
Arten aus dieser Gruppe unterschieden werden mUssen, welche fflr rerschiedene Schichten
bezeichnend sind.
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415
(15)
Avicula anomaUi Sow.
Inocerumus striatus Mant
Pecten cotnans Koem.
Pecten acttminatm Gein.
Pecten asper Lam. (nach Geinitz sehr vereinzelt»
Janira aequicostuta Lam. sp.
/antra quinquecostata Sow. sp.
«/antra notaUlia Münst. sp.
Ltma fccfa Of.
£iwa pseudocardium lieuss.
Lümu multicosUtta Gein.
Spondylon striatus Sow. sp.
Ostrea carinata Lam,
Ostrea dduvuinu Goldf. (Linn.?)
Üirtrca laterulis Nils«.
Osfra* colutnbu Lam. sp.
0*<ra* kulioUndea Sow, sp.
Terebrattdu phuseolina Lam.
likt/HcJumcIla dhnidiata Sow. sp.
Catopyyus carinattts Gf. sp.
Uuhister subwbictdaris Dofr. sp.
Asterüts Schuhet Cotta & Reich.
Man sieht aus diesem Verzeichnisse, dass in Bezug auf die organischen
Einschlüsse der untere Pläner und der untere Quader Sachsens nicht sehr
wesentlich von einander abweichen; nur ist ereterer sowohl an Arten- als
an Individuen-Zahl in der Regel weit reicher.
Dass die Schicht 2) der westphälischen Schicht a) und somit auch der
Schicht 1. im Norden des Harzes entspricht, geht aus der Gemeinsamkeit
zahlreicher charakteristischer Arten hervor; dio Schicht 1) dürfte dann als
eine locale tiefere Entwickelung desselben paläontologischen Horizontes zu
betrachten sein, deren Aequivalent in den übrigen norddeutschen Kreide-
gebieten noch nicht nachgewiesen werden konnte, die aber ganz entsprechend
in Niedersehlcsien vorhanden ist. Kuntb1) meint, dass sich vielleicht je
nach dem Vorhandensein oder Fehlen des Pecten asper in der Tourtia zwei
Horizonte unterscheiden lassen könnten; von diesen würde dann derjenige
mit Pecten asper der tiefere sein, da der „untere Pläner" von Plauen etc.,
in welchem diese Art fehlt, über dem „unteren Quader" und dem Grün-
'I Zeitschr. g. Üe*. lw.3, XV, p. 730.
12) 21
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(16)
416
sande des Elbstollens liegt, in welchem sie vorkommt; diesem tieferen
Horizonte wurde auch der „Grünsand von Essen" (Sch. a)) angehören,
während die Tourtia des nördlichen Harzrandes dem oberen Horizonte, dem
Plfiner von Plauen entspräche. Indessen sprechen doch auch manche
Gründe, für deren Erörterung hier nicht der Ort ist, gegen eine solche
Trennung, die jedenfalls für jetzt noch nicht allgemeiner durchführbar
»cheint. Andererseits scheinen in Sachsen die oberen Cenoman- Schichten
zu fehlen; wenigstens ist es noch nicht gelungen, ihre Aeqaivalente nach-
zuweisen. Dasselbe gilt von Böhmen ; denn die dort zunächst auf die Acqui-
valente der Tourtia folgenden Schichten (Plänersandstein), Exogyrensandstein
und Grünsandstein) gehören meiner Ansicht nach nicht mehr zu den Ceno-
man - Bildungen , sondern sind ein Acquivalent der unteren (Brongniarti-)
Schichten des Strombeck'schen „oberen Pläners*' und der französischen
Turon -Bildungen ').
Zur Vergleichung mit den obigen kurz charakterisirten Cenoman-Bildungen
Norddeutschlands werden vorzugsweise die übrigen nördlich von der Linie
der Alpen gelegenen, und zwar namentlich diejenigen Belgiens, des nörd-
lichen und westlichen Frankreichs und Englands in Betracht zu ziehen sein.
Die belgischen Cenoman-Bildungen
mit ihrem grossen Reichthum an wohlcrlmltenen Petrofacton in den unteren
Schichten sind öfter Gegenstand geognostischer sowohl als paläontologischer
Arbeiten gewesen8). Die geologischen Verhältnisse, die Gliederung diese»
Schichtencomplexes sind besonders in der 8chrift von Horion ausführlich
M Die in den obigen, vor 14 Tagen niedergeschriebenen Zeilen dargelegte Ansicht
über die unteren Schichten der böhmischen Krude, hatte ich bei meinen Exemtionen in
der Gegend zwischen Teplitz. Latin und Postelherg in den Sommern 18<>4 und 18i>".
mir gebildet und brieflich und mündlich bereits wiederholt — namentlich auch gegen
•Herrn Dr. A. F ritsch und Herrn Prof. Geinitz — ausgesprochen. Vor wenigen Tagen
habe ich nun durch die Gefälligkeit des nerrn Dr. Fritsoh bei meiner Durchreise durch
Prag Gelegenheit gehabt, die durch diesen in Gemeinschaft mit Herrn Prof. Krejci
aufgesammelten reichen Petrefakten-VoirStbe aus der böhmischen Kreide zu sehen und
dabei meine obige Ansicht durchaus bestätigt gefunden: mich ist es mir gelungen, die
Herren Prof. Krejci und Dr. Fritsch für die gleiche Anschauung zu gewinnen. —
Wien, am 2*». Milrz 18t>7. U. 8chl.
*) Unter den wichtigsten sind zu nennen:
Vic. d'Arrhioc. Rapport «ur lea Fossile* du Tourtia, in Mfa. geol. Fr.. - , II,
p. 291; 1818.
P. de Ryckliolt, Melanges paleontologique? II, lt».">4 ; III, 18»i<>~ (!2.
<Jh. Horion, Nottee sur le torrnin erfaer de Hclgique, in Bull. geol. Fr. 2, XVI,
p. «n;.; 1859. >
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417
dargelegt, der folgende Schichten von oben nach unten unterscheidet.
Unter dem „Systeme senonien" Dumont's (mit Bhynchonella vespertilio,
SpoHtlylus spinosus etc., also wahrscheinlich etwa der craie de Villcdieu des
westlichen Frankreichs und dem norddeutschen „Scaphiten-Pläner" oder der
Zone des Scaphites Geinitzi entsprechend) folgt Dumont's „Systeme ner-
vien'S welches nach Horion Orbigny's etage turonien und cenomanien
umfasst. Die oberen Schichten des „Systeme turonien" bei Horion werden
durch Inoceramus labiatus und Cidaris clavigcra charnkterisirt, während die
unteren, welche unter dem Localnaraen „dieves" als grünlichblaue oder
grüne Mergel bei Möns und Tournay bekannt sind, RhynchoticUa com-
pressa Lam. sp., Tcrebratula biplicata (Sow.?) Defr. und Ostrea lateralis
führen. Letztere dürften daher vielleicht schon als oberste Schicht des
Cenomans in unserem Sinne zu betrachten sein. Horion 8 „Systeme ceno-
manien ou Tourtia", welches nun folgt, umfasst die beiden von Duraont
als „Tourtia nervien" (obere) und „Tourtia hervien" unterschiedenen
Schichtencomplexe , deren Oleichalterigkeit Horion für erwiesen hält; Un-
terabtheilungen werden darin nicht weiter unterschieden. Hauptfundorte
sind: Tournay, Montignies-sur-Roc, Baudour, Luuviere, Mai-
ziere und Möns; letztere Localität repräsentirt Dumont's „Tourtia ner-
vien", während die übrigen der „Tourtia hervien" angehören. Taläonto-
logisch sollen beide nicht unterscheidbar sein. Einige der bezeichnendsten
Petrefacten, von denen sich vollständigere Listen in dem Werke von Archiac
und in Omalius d'Halloy's „Geologio de Belgique" finden1), sind.
Ammonites varians Sow.
Ammonitts Manteüi Sow.
Turrilites costatus Bosc. [PJ
Scaphites aequalis Sow.
Cerithium belgicum Münst.
TurriteUa Nejrtum Münst.
Aveüana Prevosti Arch.
Pleurotomaria texta Ooldf.
Pleurotomaria perspectiva Orb.
Turbo Lcblanci Aroh.
Trochus Leymcriei Arch.
Trochus Buneli Arch.
Delphtnula Bonmrdi Aroh.
M Zahlreiche neue, z. Th. sehr interessante Arten finden sich lutmeutlich in dem
3. Theile von Ryckholt's Melanies paleontologique*. wozu leider der Text noch nicht
erschienen ist.
(2*) 27*
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41«
Pileolus (?) subcentralis Arch. sp.
Panopoea substriata Orb.
Pholadomya gigas Orb.
Astarie striata Sow.
Crassatella sultgibbosula Arch.
Trigonia sulcataria Lam.
Isoarca obesa Orb.
Mytilus Cottai Roem.
Mytilus Gattiennci Orb.
Myocomha cretacea Orb.
Lima lleiclunbachi Gein.
Pecten acuminatus Oein.
Pecten cretosus Defr.
Sinmdyltts duplicatus Ooldf.
Osfrea can>Mi<a Lam.
Otfmi cWurtana Goldf.
Terebraiula depressa Lam.
Tercbratula Tornacensis Arch.
Terebraiula phaseolina Lam.
Terebrattda biplicata Sow.
Terebraiula Hobertoni Arch.
Terebraiula capillata Arch.
Terebrattdina chrysalis Schloth. »p.
Tercbratelh (?) Beamwnti Arch.
Megerle't'a lima Defr. ap.
Thecidium digitatum Sow.
Hhynchonella dimidiata Sow. sp.
Bhynchonella Mantellana 8ow. sp.
Hhynchonella Grasana Orb. sp.
Holaster nodtdostts Of. sp.
Catopygus eoltmbarius Lam. dp.
Codiopsis doma Dcsm. sp.
Unter der Tourtia folgt das sogenannte „Systeme oacbenien" Dum.,
dessen Altersbestimmung noch streitig zu sein scheint; die obersten Schichteu
desselben werden durch die sogenannte „meule" der belgischen Steinbruchs-
arbeiter gebildet, welche ausser Protocardia (Cardium) Hillana nur Gault-
Arten onthalten soll. An den meisten Legalitäten ruht jedoch die Tourtia
direct auf paläozoischen Schichten.
Uebrigens darf ich nicht unterlassen zu bemerken, das* manche Ueo-
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419
(19)
logen die Schichtenfolge der belgischen Cenoman-Bildungen anders auffassen
und an den zweierlei Tourtia-Horizonten von verschiedenem Alter festhalten.
Mehrere Aufsätze, die für diese Fragen von Interesse sind, finden sich im
16. Bande der 2. Serie des Bulletin de la Societe geologique de France.
Es würde zu weit führen, wenn ich hier näher darauf eingehen wollte.
Ueber die
französischen Genoman-Bildungen
besitzt die Literatur eine ziemlich grosse Anzahl specioller Aufsätze, von
denen die älteren in dem betreffenden Bande von Archiac's Histoire des
Progres de la Geologie mit vielen eigenen Beobachtungen sorgfältig ver-
arbeitet sind. Aus neuerer Zeit sind namentlich viele in den Bänden des
Bulletin de la Societe geologique de France enthalten. Zu den wichtigsten
darunter müssen, ausser den Arbeiten von Orbig ny und den Erläuterungen
zu der geologischen Karte von Frankreich (von Dufrenoy und Elie de
Beaumont), wohl diejenigen von Hebert, Triger und Goquand ge-
zählt werden, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, die oberen
Kreidebildungen des nördlichen und mittleren, des westlichen und südlichen
Frankreichs in möglichst genaue und naturgemässe Abtheilungen und Unter-
abtheilungen einzutheilen und deren Beziehungen zu einander und zu denen
anderer Gebiete darzulegen.
Im nordöstlichen Frankreich schliesst sich die Entwickclung der
Cenoman-Schichtcn nach Meugy und Gossel et') noch eng an den bel-
gischen Typus an. Anders ist dies schon im nordwestlichen Theilc des
Pariser Beckens, auf welchen sich besonders Hebert's Untersuchungen
beziehen. Ein kurzes Resume seiner Beobachtungen gibt derselbe *) in fol-
gender Gliederung der Genoman - Schichten (craio glaueonieuse) des nord-
westlichen Seine -Beckens: Unter der durch eine scharfe Domarcationslinie
abgegrenzten tiefsten Schicht der „craie marnouso" mit Inoceramus labiatus
Schloth. sp. folgen
H. Graue, harte und oben conglomerirte Kreide.
G. Graue homogene Kreide, arm an Petrefacton.
F. Graue homogone Kreide mit Feuersteinen und Holaster subylobosm.
E. Graue Kreidebank mit kleinen braunen Knauern, charakterisirt durch
zahlreiche Scaphites acqualis.
D. Sehr knollige, gewöhnlich in wahren Sandstein übergehende Kreide
mit zahlreichen Holaster (carinatus) nodtdostis u. Terebrattda biplkatu.
') Bulletin ghol Fr. 2, XVI, p. 201 ff.; 1859.
*) Comptes rendus bebdomadaires etc., 7 mar» I8«4.
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(20) 420
C. Grünsand, in die graue Kreide übergehend und mit schwarzen
Feuerstein-Schichten wechselnd, versteinerungsarm.
K. Dunkler Grünsand mit schwarzen, gerollten, oft sehr grossen und
von Bohrmuscheln durchbohrten Kieseln erfüllt ; reich an Petrefacten.
A. Schwarzer, blauer oder grüner, oft sehr glimmeriger, glaueonitischer
Sand mit Feuerstein-Schichten, welche in kieselige Kalke oder glau-
conitischen Sandstein übergehen. Lager des Holaster suborbicularis
Brongn. sp.
Die Vertheilung der zahlreichen namentlich an den Fundorten der
Hegend von Rouen, Hävre, Fecamp, Rougefort, ßtretat vorkom-
menden Versteinerungen in diesen einzelnen Schichten ist noch nicht allge-
mein genauer festgestellt; nur von einzelnen Localitäten, wie z. B. von
Rouen (Colline Sainte - Catherine) sind vollständigere Petrefacten -Listen
bekannt geworden.
Für das westliche Frankreich, besonders für das Sarthe-Departe-
ment hat Triger eine Gliederung der dortigen Cenoman - Schichten ausge-
führt, wie wohl noch keine minutiösere bekannt gemacht ist; dieselbe ist
auf einer Tabelle dargestellt, welche seine eben so sorgfältig ausgeführte
geologische Karte jenes Departements begleitet1). Dieser ausserordentlich
scharf beobachtende Geologe unterscheidet hier unter der zum Turon (craie
marneuse) gehörenden Gruppe des Inocerumus labiatus (problemaiicus Orb.)
zwei zum Cenoman gehörige Hauptgruppen mit 6* Zonen und 34 „assises"',
welche siimmtlieh sowohl petrographisch wie palaontographisch gut charakte-
risirt sind, wie ich mich selbst bei den unter seiner Führung unternommenen
Excursionen an Ort und Stelle überzeugen konnte. Es kann hier natürlich
nicht der Ort sein, diese ganze Gliederung in extenso zu reproduciren und
beschränke ich mich nur darauf, dieselbe in flüchtigen Umrissen zu skizziren,
soweit sie für die Vergleichung mit unseren äquivalenten Bildungen von
Interesse ist.
II. Die Gruppe des Amtn. naricularis, die oberste der Cenoman-Schichten,
besteht aus der Zone der Ostrea biauricidata und der der Rhynchonella cotn-
pressa. In letzterer befindet sich auch das Hauptlager der TcrebraieUa
Menardi, welche jedoch schon in tieferen Schichten anfangt.
L Einen weit grösseren und mannigfaltiger gegliederten, auch petre-
factenreicheren Schichtencomplex umfasst die Gruppe des Perlen asper. Die
Unterabtheilungen derselben sind
M Division* senr'-nilos ,\o In Cnrt* cfiolo^iqn«* U Stirtlio.
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421
1.20
d. die Zone des Turrilites costatus Lara., welche ihrerseits wieder zer-
fällt in folgende sieben Lager (assises):
7) Lager des Thecidium rugosüm Orb.
6) „ der Trigonia spinosa Park.
5) „ der Archiacia sandalina Arch. sp.
1) „ des Ammonitcs Rotomagensis Defr.
3) „ des Scaphites aequalis Sow.
2) „ der Trigonia dacdaUa Park.
1) „ des Nautilus Largilliertanus Orb.
Von diesen sind von besonderem Interesse die Lager des Amin. Roto-
magensis und des Scaphites aequalis^ von denen ersteres in jeder Beziehung
dem Hauptniveau des Amin. Rotomagensis im Norden des Harzes, letzteres,
welches ausser dem Scaphiten besonders Ammonites varians Sow., Tunilites
costatus Lam., Baculites baculoides Mant., AvcUana cassis Orb. und Holaster
subglobosus Leske sp. führt, dem zunächst darunter liegenden von Strom-
beck besonders bei Broitzen nachgewiesenen Hauptlager der Turriliten
und des Scaphites aequalis entspricht Zugleich schliesse ich mich Triger's
und Strombeck's Ansicht an, dass diese Schicht das wahre Aequivalent
der petrefactenreichen Schicht von Rouen ist (Schicht E. der Eintheilung
Hebert's, s. o. — eine Ansicht, die von Hebert nicht getheilt wird,
welcher die ganze Reihenfolge der Cenoman- Schichten des Sarthe-Departe-
ments für jünger hält als die chloritische Kreide des nordlichen Frankreichs.
Für die übrigen Lager durften die Aequivalente nicht mit gleicher Scharfe
nachzuweisen sein.
c. Zone des Pygurus lampas Dclabeche sp. Diese dürfte in ihrer Ge-
sammtheit der Tourtia von Essen entsprechen, in der es bis jetzt noch
nicht gelungen ist, weitere Unterabtheilungen nach der Vertheilung der
Petrefacten in verticaler Richtung nachzuweisen; Triger unterscheidet da-
gegen im Sartho-Departement sieben Lager, welcho er nach den fast sämmt-
lieh auch in der norddeutschen Tourtia vorkommenden Arten benennt:
7) Lager des Turrilites undulatus und Catopygus columbarius
(wahrscheinlich nicht speeifisch verschieden von Cat. cariwitus).
t>) Lager der Trigonia sulcatariu Lam.
5) „ des Pecten etongatns Lam.
4) „ der Zamien und Terebratula nvata Sow.
3) , der Perna lanceolata Oein.
2) „ der Lima ReicJtenbachi Gein.
1) , des Ammonites falcatus Mant.
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(22)
422
Aussnrdem gehören zu den bezeichnendsten Arten dieser Zone:
Pleurotomaria Mailleana Orb.
Turritella Cenomanensis Orb.
Varigera Guerangeri Orb.
Pterodonta inflata Orb.
Pitonellus Archiacanus Orb.
Mytilus Cottai Roem. (peregrinus Orb.)
Janira aequieostata Lam. sp.
Lima subconsobrina Orb.
Linux tecta Gf.
Lima rapa Orb.
Ostrea columba Desh.
Ostrea lateralis Xilss.
Terebratula phaseolina Lam.
Terebratclla Mcnardi Lam. sp.
Rhynchonella Lamarcki Orb.
(Maris vesiculosa Goldf.
i
Qodiopsis doma Desm. sp.
Anorthopygus orbictdaris Deaor. sp.
Holaster suborbicularis Ag.
Spongytarien und Bryozoen.
b. Die Zone des Turrilitcs tuberculatus Bosc. durfte mit der vorigen
Zone noch zu demselben Schichtencomplexe gehören, der in Norddeutsch-
land durch die Tourtia repräsentirt wird. Hier ist das Hauptlager von
Nautilus elegans Sow.
Ammonites ManttUi 8ow.
Ammonites Beaumonti Orb.
Turrilites tuber ctdatus Bobc.
Pleurotomaria Mailleana Orb.
Panopaea mandibula Sow. sp.
Protocardia (Cardium) Hillana Sow. sp.
Mytilus Ligeriensis Orb.
Janira quinquecostata Sow. sp.
Jantra longicauda Orb.
Pecten asper Lam.
Osfrea carinata Lam.
Osfrea lateralis Nilss.
Ostrea haliotoHdea 8ow. sp.
Holaster nodulosus Goldf. sp.
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423 (23)
Epiaster distinctus Ag.
Hemiaster bufo Brongo. 8p.
Orbitolina concava Lam.
Auch in dieser Zone unterscheidet Triger sechs verschiedene Lager,
von denen das des Hemiaster bufo das tiefste ist.
a. Triger's unterste Zone ist die der Ostrea vesiouiosa Lam., welche
aus zwei verschiedenen Grünsandschichten besteht, von denen die obere nur
Ostrea veskuksa Lam. fahrt, die andere versteinerungsleer ist; dieselben
könnten nach Triger's Ansicht vielleicht schon die jüngsten Schichten des
Gault darstellen. Es sind die ersten marinen Niederschläge, die sich im
Sarthe-Departement nach der Bildung der Aatartensohicbten des oberen Jura
abgelagert haben.
Ganz ähnlich wie im Sarthe-Departement sind die Verhältnisse der
Kreideschichten in dem nahen Departement Loir-et-Cher, denen eine Arbeit
von Bourgeois1) gewidmet ist. So werden wir allmählich hinübergeführt
zu den Departements Charente, Gharente-in ferieure und Dordogne,
die sich dann zunächst an die alpine Kreide *) anschliessen. Ueber die drei
letztgenannten Departements handelt eine grössere Abhandlung vonCoquand3).
Derselbe unterscheidet dort in der Kreideformation folgende Etagen:
Dordonien
Campanien
Santonien
Coniacien
Provencieti
Augoumien
Carentonien
Gardonien
Rotomagicn
') Distribution des espeees dans leg terrains eretaces de Loir-et-Cher, in Mem. geol.
Fr.. 2, XIX, p. 652; 1862.
») Ueber die alpinen Kreidebildongen des südlichen und südöstlichen Frankreichs,
welche ich hier nicht mit in Betracht gesogen habe, giebt die im Jahre 1861 erschienene
Arbeit des Dr. Heynes: „Etndes sur le synchronisme et la delimitation des terrains ere-
taces dn sud-est de la France; Paris 1861* übersichtliche Auskunft; Tgl. auch desselben
Verfassers 8chrift: „De l'etage dans la formation cretacee; Marseille 1864*.
*) Synopsis des animaux et des Teg6taux fossiles obserrees dans la formation cretacee
da sud-oaest de la France, in Bull, geol. Fr. 2, XVI, p. 945 ff., 1859; auch mit etwas
erweitertem Inhalt separat erschienen unter dem Titel: Synopsis des Animaux et des Ve-
getaux fossiles des departements de la Charente, de la Charente-inferieure et de la Dor-
dogne, 1860.
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»
(24) 424
Die letztgenannte Etage kommt indessen in jener Gegend nicht vor
und von den übrigen kommen nur das Carentonien und das Gardomen in
iietracht, da die anderen nicht mehr der cenomanen Kreide angehören.
b) Das Carentonien Coquand's umschliesst nach Triger's Ansieht seine
beiden untersten Zonon der Ornppe des Inoceramus labiatus, sowie von der
Gruppe des Ammonites naincularis die Zone der Ostrea Mawictdata nebst
der obersten 8chicht (Lager der Globiconcha rottmdata) der folgenden Zone.
Die bezeichnendsten der von Coquand angeführten Arten, ineist von den
Fundorten: Angouleme, St. Trojan, Bagnolet, Martrou, Ile d'Aix,
Chateauneuf, sind folgende:
Nautilus triangularis Montf.
Ammonites naincularis Sow.
Ammonites Woollgarei Mant.
Globiconcha rotundata Orb.
Actaeonella laevis Orb.
Nerinea mcnUifera Orb.
Nerinea Bauga Orb.
Vatigera carentonetisis Orb.
Pterodonta inflata Orb.
Trigonia sinuata Park.
Panopaea substriata Orb.
Arcopagia discrepans Orb.
Jüyoconcha cretacea Orb.
Mytilus Liyeriensis Orb.
Inoceramus labiatus Schloth. sp.i*
Lima intermedia Orb.
Pecten dongatus Lam.
Janira laevis Coq.
Ostrea columba Desh.
Ostrea diluviana Goldf.
Ostrea haliotoidea Sow. sp.
Ostrea flabeUa Orb.
Ostrea carinata Lam.
Ostrea lateralis Nilss.
Ostrea biauriculata Lam.
Sphaerulites foliaceus Lam.
Sphaerulites polyconüites Orb. sp.
Caprina adver sa Orb.
Caprina costata Orb.
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(25)
Terebratulu phaseolina Lam. (biplkata Orb.)
TerebrateUa Menardi Lam. sp.
Terebrateüa carentonensis Orb.
TerebrateUa pectita Sow. sp.
Rhynchoneüa compressa Lam. sp.
Rhynchoneüa Lamarcki Orb.
Goniopygus Menardi Ag.
Caratomus rostratus Ag.
Catopygus columbarius Lam. sp.
Pyyurus lampas Delabeche sp.
Archiacia sandalina Arch. sp.
Holaster nodulosus Ooldf. sp.
a) Das Gurdonien, welches Triger als Aequivalent des mittleren Theils
seiner Zone der Rhynchoneüa compressa betrachtet, enthält fast nur Pflanzen -
reste an der Localität Ile d'Aix. Das Rotomagien, welches die darunter
folgenden Schichten des Sarthe-Departements reprasentirt, fehlt, wie oben
gesagt, in dem Gebiete, über welches diese Coquand'sche Schrift handelt.
Die englischen Cenuman -Bildungen
»chliessen sich in ihrem ganzen Verhalten eng an die nordfranzösischen des
Pariser Beekens an. Sie sind zuerst von Fitton und von Phillips
genauer studirt. Die gebräuchlichste und in fast allen paläontologischen
Arbeiten der Engländer zu Grunde gelegte Eintheilung ist jene, auch in
Davidson's Brachtopoden- Werke adoptirte, nach welcher unter dem eigent-
lichen Chalk (Senon, obere Kreide)
Lotcer Chalk und Chalk Marl
Chloritic Marl
Upper Green Sand
und dann die Schichten des Gatüt folgen; doch scheinen diese Abtheilungen
nicht immer mit gleicher Schärfe begrenzt zu werden und ersetzen sich
wohl auch gegenseitig theilweise an verschiedenen Loealitäten. Einen inter-
essanten Versuch, alle Abtheilungen der Kreide in England von Osten
nach Westen in ihrem ganzen Verlaufe im Zusammenhange zu verfolgen,
hat kürzlich Mr. C. J. A. Meyer veröffentlicht1). Für die Cenoman-Bil-
dungen sind dabei namentlich die Umgebungen von Folkstone, Maidstone,
Sevenoaks, Nutfield, Farnham, Insel Wight, Warminster und
Blackdown berücksichtigt. Genauere und zuverlässige Angaben über die
— _
•> TW Oeolopica! Magazine, III, No. XIX, Jan. 18»>R.
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(26)
■426
verticale Verbreitung der Petrefacten in diene r Bchichtenfolge liegen mir
besonders bezüglich der Cephalopoden (nach Sharpe's leider durch den
Tod des Verfassers abgebrochener Monographie) und der Brachiopoden vor
(nach David son's Monographie der britischen Kreide-Brachiopoden).
4. Der Lower Chalk gehört nach den daraus angeführten Petrefacten
seinem grösseren Theile nach wohl nicht mehr den Genoman -Bildungen,
sondern schon der nächst jüngeren Etage an; indessen werden doch auch
charakteristische Cenoman -Arten, wie
Nautüus Largüliertanm Orb.
Ammonites Rotomagensis Defr.
Ammonites varians Sow.
Turrilites costatus Lam.
Terebratula biplicata Sow.
Terebratula so
RhynchoneUa Mantdlana Sow. sp.
daraus angeführt, welche es in hohem Grade wahrscheinlich machen, das»
auch Schichten cenomanen Alters in den Lower Chalk mit eingerechnet
werden; auch wird er von den englischen Geologen immer als eng zusam-
menhängend in seinen Verhältnissen mit dem folgenden Chalk Marl dar-
gestellt.
3. Der Chalk Marl und Grey Chalk gehören schon entschieden dem
Cenoman an. Wiest1) hat diese Schicht besonders bei Chard und
Ohardstock genauer studirt; er bezeichnet dieselbe dort als „Discoidean
Stratum" und nennt als besonders bezeichnende Petrefacten
Ammonites Mantelli Sow.
Disco'idea cylindrica Lam. sp.
Holaster subglobosus Leske sp.
Davidson führt folgende Brachiopoden - Arten an, die er von dort
daraus untersucht hat:
Terebrattda semiglobosa Sow.
Terebratula squamosa Mant.
Terebratula arcuata A. Roem. (rugulosu Morr.)
TerebrateUa incerta Dav. (Trigonosemus)
Mynchonella laiissima und compressa Dav.
RhynchoneUa Cuvieri Dav.
') Bei Davidson, Cret Brach., p. 114, 1855; — and Quenst , Epochen d. Natur,
p. 629.
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427 (27)
Ausserdem werden aua dem Chatk Marl besondere folgende Arten
angegeben:
Turrilites costatus Lam.
Pecten Beaten 8ow.
Uolaster subglobosus Leske sp.
Hemiastcr Morris* Forb.
Galerites castanea Brongn. sp.
2. Der CMoritic Marl und Chalk with Süiceous yrains, welche nach
der gewöhnlichen Annahme einander ersetzen, scheinen einen deutlichen
Uebergang von der vorigen Schicht zur folgenden zu bilden, in paläonto-
logischer Beziehung Bich aber enger an den Chalk marl anzuBchliessen.
Hierher wird Wiest's „Scaphites Bed" zu stellen sein, in welchem
Nautilus triangularis Montf.
Nautilus Fleuriauanus Orb.
Nautilus laevigatus Sow.
Ammonites varians 8ow.
Ammonites obtectus Sharpe
Scaphites aequalis Sow.
Terebratula squamosa Mant.
Terebratula arcuata Roem. (rwjulosa Morr.)
Terebratella Memrdi Lam.
BhynchoneUa dimidiata 8ow. sp.
ihr Lager haben. — Unter den übrigen aus dem CMoritic Marl anderer
Localitäten citirten Petrefacten sind die wichtigsten:
Ammonites Bamsayanus Sharpe
Ammonites Salteri Sharpe
Ammonites curvatus Mant.
Ammonites hippocastanum Sow.
Ammonites Botomagensis Defr.
Ammonites Coupei Brongn.
Inoceramus striatus Mant.
Janira quinepiecostata Sow. sp.
1. Der Upper Green Sand ist die fossilreichste Abtheilung des eng*
lischen Cenomans; zu ihm scheinen die drei untersten Schichten Wiest's
von Chardstock gerechnet werden zu müssen, nämlich:
c. Green Bed, welches sich deutlich von dem Scaphites Bed abtrennt
und zahlreiche charakteristische Arten des Upper Green Sand enthält. Unter
den Brachiopoden sind besondere zu nennen:
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(28) 428
Terebrututa ovata Sow.
Megerlcia litna Defr. sp.
Terebratella pectita Sow. 8p.
Lyra Meadi Comb.
Rhynchonella dimidiata 8ow. »p.
Rhynchonella depressa Sow. sp.(P)
Rhynchonella Grasana Orb.
b. Crustaceati Stratum mit zahlreichen Crustaceenresten , mehren Arten
von Pecten und
Terebratella pectitu Sow. sp.
Lyra Meadi Cumb.
RhynchoneUa Grasana Orb.
a. Nautilus laevigatus Layer, eine petrefactenarme Sandschicht mit dem
genannten Nautilus.
Nach Meyer würden die „Firestone-beds" von Godstone und Reigate,
der „Malmrock" des westlichen Sussex und die „Chert-beds" der Insel
Wight, sowie der „yellowish - brown sandstone with Chert -searas" von
Lyme- Regia ebenfalls dem Upper Green Sand angehören.
Zu den charakteristischsten und häufigsten Arten des Upper Grten Sund
gehören folgende:
Nautilus Fittoni Sharpe
Ammonites nuvicularis Mant.
Ammonites planulatus Sow.
Ammonites Austeni Sharpe
Ammonites varians Sow.
Ammonites falcatus Mant.
Turritella granuluta Sow.
Solarium ornatum Sow.
Area glabra Park. sp.
Area carinata Sow.
Trigonia Archiaci Orb.
Tftetis major Sow.
Cyprina orbiculata Roem.
Cyprina globosa Sharpe
Protocardia Hillana Sow. sp.
Panopaea mandibula Sow. sp.
Gervilleia vesiculosa Sow.
Inoceramus cuneifortnis Orb.
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429 (29)
Pinna Galliennei Orb.
Spondylus striatus Sow. sp.
Plicatula inflata Sow.
Avicula gryphacöides Sow.
Janh'a aequicostata Lam. sp.
Janira quinquecostata Sow. sp.
Pecten asper Lam.
Prr/c» elongatus Lam.
Pec/ew orbictdaris Sow.
Lima cenomanensis Orb.
LtMia simplex Orb.
Liw« semtormi/a Orb.
Osfrea canalicuiata Sow. sp.
Ostrea conica Sow.
Ostrea haJioto'idea Sow. 8p.
Catepygtts carinatus Goldf. sp.
Holaster nodulosus Goldf. sp.
Peltastes clathrattts Ag. sp.
Saleuia petalifera Defr. sp.
d'rtam insignis Gras.
Eine Frage, deren Entscheidung für die ßeurtheilung der Verbreitung
der eenomanen Brachiopoden-Arten von besonderem Interesse wäre, ist die
über das Alter der petrefactenreichen Schwammschichten von Farringdon
(..Farringdon Spange Gravel and Sand"), da dieselben eine besonders grosse
Anzahl von Brachiopoden enthalten. Leider ist aber gerade die Beantwortung
dieser Frage noch eine sehr zweifelhafte ; es stehen sich in dieser Beziehung,
wie ich schon an einer anderen Stelle1) kurz erwähnt, drei verschiedene
Ansichten gegenüber : Sharpe1) kam vom rein paläontologischen Stand-
punkte aus zu dem Resultate, dass diese Schichten nur als Aequivalente
der Tuffkreide von Maestricht betrachtet werden konnten. Da diese An-
sicht jetzt, wie es scheint, von sämmtlichen englischen Geologen als eine
irrthümliche erkannt ist, so darf sie auch hier wohl unberücksichtigt bleiben;
es handelt sich daher nur noch um die beiden anderen, deren Hauptvertreter
einerseits Davidson und andererneits C. J. A. Mover sind. Davidson')
gründet seine Ansicht, dass die Schichten von Farringdon dem Upper
Green Sand gleichalterig seien, vorzugsweise auf diu Untersuchung der
• » Zeitwhr. g. Oei. XVTI1. p. 371 ; 18fiH.
T» Quart. Journ. OeoL 8oc. X, p. 17«.
Monogr. Cret. Br. p. U-9 ff.; 1855.
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(30) 430
Brachiopoden , welche neben den Schwämmen für jene Schichten besonder«
charakteristisch und häufig und daher zur Yergleichung um so mehr geeignet
sind, als keine andere Thierklasse aus der englischen Kreide genauer be-
kannt und sorgfältiger studirt ist; im Gegensatz dazu sind die Schwämme
der englischen Kreideformation noch sehr ungenügend bekannt. Zu der
gleichen Ansicht wie Davidson ist auch Renovier1) durch die Unter-
suchung der Fossilien von Farringdon gelangt, dessen Urtheil bei seiner
genauen Kenntnis« nicht nur der englischen, sondern auch der französischen
und westschweizerischen Kreidebildungen und der darin vorkommenden
Petrefacten gewiss nicht unterschätzt werden darf. Dagegen steht an der
Spitze der anderen Geologen, welche die fraglichen Schichten von Far-
ringdon als Aequivalente des Lower Green Sand betrachten, C. J. A.
Meyer*), welcher diese Frage mit grossem Eifer verfolgt und immer
grösseres Material zur Beurtheilung derselben herbeizuschaffen bemüht ist.
Schon früher haben Godwi n -Austen und die Geologen der britischen
Landesaufnahme, Hull und Whitaker, die gleiche Ansicht gehabt, für
welche in neuerer Zeit auch Evans-1) sich ausgesprochen hat. Meyer
stützt sich theils auf stratographische, theila auf paläontologische Gründe.
Wenn aber vermittelst der ersteren wegen der schwierigen localen Verhält-
nisse, namentlich wegen fehlender grösserer Aufschlüsse bis jetzt ein stricter
Beweis noch nicht geführt zu sein scheint, so dürften auch die paläonto-
logischen Gründe noch nicht nach der einen oder anderen Seite hin ent-
scheidend sein. Denn neben einer Anzahl von Arten, welche als bezeich-
nend für den Lower Green Sand gelten, sollen bei Farringdon auch
einige sehr charakteristische Cenoman-Arten vorkommen. Zu den letzteren
gehören namentlich Terebrattda Tornacensis Arch., depressa Lam., Hobertoni
Arch., Terebratella Menardi Lam. sp., lihynchomila ditnidiutu Sow. sp.;
freilich sollen diese zum grossen Theile — namentlich die wichtigsten und
am leichtesten erkennbaren: T. depressa, Robertoni und Terebratella Menardi
— in England auch in entschiedenem Lower Green Sand vorkommen 4) und
andererseits werden einige der von Davidson von Farringdon citirten
Arten von Meyer anders gedeutet. Ausserdem kann Herr Meyer zu den
auch von Davidson anerkannten charakteristischen Lower Green Sand-
Arten von Farringdon (T. tatnarindus, Terebratella (?) oblonya) noch einige
') Zufolge einer gefälligen brieflieben Mittbeüung an mich.
*) The Geologist, Jan. 1HJ-1, p. 5.
J) Proceedings of the Oeologists' Association of London, p. 33.
«) Nach gefalliger brieflicher Mittheilung Herrn Meyer'?, in dem tu der oberen
Abtheilung ( Follwtone Reds ) de« Lower Green 8and gehörigen sogenannten „Burgate Stone".
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431
(31)
weitere eben so charakteristische hinzufügen, nümlich besonders Lingttla
trttncata Sow. und Ilhynchonella Gibbsana Sow. sp. — So scheint es für
jetzt, wenn man keine Gelegenheit hat, selbst Exemplare von Farringdon
mit unseren Arten zu vergleichen, noch nicht thunlich, sich für eine oder
die andere dieser beiden entgegengesetzten Ansichten zu entscheiden. Es
dürfte sich daher empfehlen, im Nachfolgenden bei der Vergleichung unserer
norddeutschen Cenoraan-Brachiopoden mit den Arten von Farringdon mit
doppelter Vorsicht zu Werke zu gehen; es wäre nicht unmöglich, dass bei
der Uebereinstimroung der Facies der Schichten von Farringdon mit der
derTourtia von Essen und Tournay die Identität gewisser Arten nur eine
scheinbare wäre, indem bei genauerer Vergleichung die Arten sich nur als
ähnliche, aber nicht identische erwiesen. Träfe diese Voraussetzung wirk-
lich zu, so würde hier ein ähnlicher Fall vorliegen, wie die langjährige
Verwechselung der verschiedenen Scyphien-Schichten des oberen Jura, welche
erst in neuoster Zeit durch die schlagendsten und überzeugendsten strato-
gniphischen und paläontologischen Beweise aufgeklärt ist; auch hier hat
man, nachdem durch die stratographischen Verhältnisse das Vorhandensein
zweier verschiedener Horizonte wahrscheinlich gemacht war, lange ange-
nommen, dass die Mehrzahl der organischen Reste beiden Horizonten ge-
meinsam sei, bis Oppel zuerst durch seine Untersuchung der Ammoniten ')
und sodann auch der übrigen Petrefacten *) nachwies, dass in den meisten
Fällen die vermeintliche Identität der Arten in Wirklichkeit nicht existirte.
— Ist doch auch unser cenomaner Grünsand von Essen selbst so lange
Zeit mit dem neocomen Hilsconglomerat verwechselt!
Ich schliesse diesen kurzen Ueberbliok über die Entwicklung der
Cenoman-Schichten im Norden der Alpen mit dem Versuch, den Synchronis-
mus der verschiedenen in den oben besprochenen Gegenden diesen Complex
bildenden Schichten auf einer Tabelle zur Anschauung zu bringen.
») Oppel, Peiiontologijche Mitteilungen, II, p. 163 ff.; 1863.
') Oppel, in geogn.-palüontol. Beitr. I, 2, p. 213 ff.; 1866. Siehe besonder« p. 226.
(3) 28
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1815. Terebratula biplicata Sow., M C. I, p. 201, t. 90.
1825. - biplicata Sow., M. 0. V, p. 53, t. 437, f. 2, 3.
— — obtusa Sow., — — p. 53, t, 437, f. 4.
1836. — fdba Sow. in Tranjact OeoL Soo. IV, p. 338, t. 14, f. 10.
1889. — ovoides Oein., Charakt I, p. 17, t. 8, f. 5 (nicht oooii. Sow )
1841. — curvirostris A. Boom., Kreid., p. 42 (nicht curvir. Nilss.).
— — ovoides A. Roem., ibid. p. 42.
— — biplicata A. Room., ibid. p. 43, e. Th. (Fundorte: Water.
läppe bei Werl und England).
1847. - sulcifera Morr. & Dar., Ann. Hag. XX, p. 254, t. 18, f. 7.
— — Dutempleana Orb., Cret. IV, p. 93, t. 511, f. 1—8.
1850. — ovoides Oein., Quaders, p. 215, *. Th.
— — biplicata Oein., Quaders., p. 216 *. Tb. (Fundort: Eisen
«. Th. (Waterlappe bei Werl).
1852. — obesa Dar., Cret.Br., p. 53 *.Th., t.5, f. 16 (nicht f. 18— 15).
1855. — biplicata Dar., Cret. Br., p. 55, t. 6, f. 1—44 (nicht f. 45—49).
— — .tato'/era Dar. — — p. 64, t. 7, f. 17—20.
1856. - biplicata Boll., in Meld. Arch. X, p. 41.
— — biplicata vor. obtusa Boll., in Mekl. Arch. X, p. 41.
1863. — obesa Stromb. in Zeitschr. g. 0. XV, p. 111.
Beschreibung. Ton mittler Grösse bis sehr gross, länglich ova),
meist etwas gerundet fünfeckig; die grösste Breite in der Mitte oder etwas
näher nach der Stirn zu, die grösste Dicke ungefähr in der Mitte oder
etwas näher nach dem Schnabel; die Oberfläche ist mit deutlichen, zuweilon
dicht stehenden und stark markirten Zuwachslinien versehen und nach Da-
vidson's Beobachtungen mit dichten strahlenförmigen Farbenstreifen un-
regelmäßig verziert; gegen die Ränder hin treten zuweilen auch bei beson-
ders guter Erhaltung der Oberfläche feine erhabene Radiallinien hervor. —
Die ungefähr gleich stark gewölbten Klappen vereinigen sich an den Rändern
in einer nach der Stirn zu gewöhnlich ziemlich stark gekrümmten Linie,
welche an der Stirn selbst oft zwei starke Bogen nach der Seite der kleinen
(3*) 28*
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Klappe besitzt. Die grössere, stärker gekrümmte Ventrulklappe ragt, ent-
sprechend diesen Bögen an der Stirn, meist ziemlich weit über die durch
die übrigen Kanten gelegte Fläche vor, und besitzt meist einen flachen
Sinus von grösserer oder geringerer Breite, der dann durch eine mittlere
stumpfe Falte in zwei Theile getheilt wird. Die kleinere Rückenklappe ist
in der Regel viel weniger gleichmässig gewölbt, indem sich etwa von der
Mitte ab nach den Ecken der Stirn zwei sehr deutliche und oft ziemlich
hohe, manchmal durch eine tiefe Furche von einander getrennte Falten in
divergirender Richtung hinziehen, den beiden flachen Furchen im Sinus der
anderen Klappe entsprechend. Der Schnabel der Bauchklappe ist sehr
stumpf und so stark übergebogen, dass das Dcltidium oft kaum sichtbar
bleibt; er wird parallel zur Axe oder etwas schräg von einem massigen
Foramen abgestutzt, welches nach vorn (der Stirn zu) von einem niedrigen,
aber ziemlich breiten Deltidium begrenzt wird. Die Schnabelkanten sind
ganz abgerundet. — Die Schale ist von regelmässigen, sehr feinen und
dichten Toren durchbohrt.
Der Brachialapparat ist kurz und erreicht nur etwa '/3 der Länge der
kleinen Klappe. Er besteht aus zwei kräftigen, breiten, von der Schloss-
platte vortretenden Lamellen, welche ziemlich stark divergiren und nahe
ihrem Anheftungspunkte mit kurzen kräftigen Fortsätzen versehen sind; die
ebenfalls sehr breiten rückkehrenden Lamellen schliessen sich in spitzem
Winkel an diese an und stossen, nach der Bauchklappe aufgebogen, ohne
eine horizontale Brücke in einem abgerundeten Winkel zusammen. Die
Schlossplatte ist nur schwach entwickelt. Die Muskel- und Gcfäss-Eindrücke
sind bei jüngeren Exemplaren schwächer, bei älteren stärker markirt. In
der grossen Klappe sind die Male der Adductor-, Retractor- und Feduncular-
Muskeln in einer seichten, rundlichen Vertiefung vereinigt; in der kleinen
Klappe machen sich besonders die Adduetor-Male bemerklich, welche durch
einen schmalen, erhöhten Zwischenraum getrennt sind, der durch eine ver-
tiefte Mittellinie in zwei Theile getheilt wird.
Bemerkungen. In Bezug auf diese vielgenannte Art schliesse ich
mich im Allgemeinen der Auffassung Davidson's an, dem ein sehr grosse»
rntersuchungs-Material zu Gebote gestanden hat. Indessen habe ich doch
einige Bemerkungen beizufügen.
Die Synonymik betreffend ist Davidson 1855 in der zweiten Abthei-
lung seiner Monographie der britischen Kreido-Brachiopoden (p. 55) zu der
Ansicht gekommen, dass Brocchi's Aconita bipheatu und Soworby'» 7>-
rcbratula biplicata wahrscheinlich eine» und dieselbe Art seien, während er
1 >Sf>2 in der er.sfon Abtheiltmg (p. 53) sich Orbigny angeschlossen hatte.
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435
(35)
welcher uniiimnit, dass beide Arten um einander verschieden seien, und
demgemäss für die mit der Sowcrby'schen Form identische, im franzö-
sischen Oault vorkommende Art den neuen Namen Terebratula Dutempleana
einführt. — Inzwischen ist diese Frago auf einen anderen Standpunkt ver-
setzt durch einen interessanten Aufsatz1), welchen wir den Herren Triger
und dem seinen zahlreichen Freunden und einer unermüdlichen, für die
Wissenschaft ausserordentlich erfolgreichen Thütigkeit leider zu früh ent-
rissenen L. Saeman verdanken. Diese beiden Herron sind durch Unter-
suchung des Broc duschen Original-Exemplars der Anomia biplicata, welches
sie auch Herrn Eug. Deslongchamps zur Untersuchung vorlegen konnten,
zu der Ueberzeugung gelangt, dass dasselbe nicht, wie Brocchi*) angiebt,
von San Quirico in Toscana stammt, sondern dass der italienische Gelehrte
das Exemplar höchst wahrscheinlich aus dem Lias des westlichen Frank-
reichs erhalten und später verwechselt hatte. Nach Doslongchamps's
Ansicht würde das Exemplar, welches Saeman n und Triger n. a. O. von
Neuem haben abbilden lassen, wahrscheinlich mit der hämischen T. indentata
Sow. übereinstimmen, und kann daher jetzt von der Identität der Typen
Brocchi's und Sowerby's um so weniger die Rede sein, als beide sogar
verschiedenen Scctionen oder Untergattungen von Terebratula (im weiteren
Sinne) angehören. Da indessen die speeifische Uebereinstimmung der
Brocc hi'schen Art mit T. indentata Sow. nicht mit voller Sicherheit fest-
zustellen ist (cf. Eug. DesL, Pal. franc., terr. jur., Brach., p. 136), so
dürfte der Brocchi'sche Name Anomia biplicata am Zweckmäßigsten ganz
unberücksichtigt bleiben, so dass die Sowerby'sche Terebratula biplicata
ganz unbeanstandet diesen Namen behalten kann. Wenn nun so auch ein
Theil der Schwierigkeiten, welche die Synonymik unserer Art darbietet,
beseitigt ist, so ist dieselbe damit doch noch keineswegs vollständig klar
gestellt. Vielmehr stellt sich jetzt die Frage entgegen, ob Orbigny und
Davidson dieselben Arten vor Augen gehabt haben; die Beantwortung
dieser Frage scheint nicht ganz leicht und einfach. Orbigny betrachtet
ab ident mit Brocchi's Anomia biplicata eine Art, welche er als Terebra-
tula biplicata in sein „etage cenomanien" stellt, während diejenige Art,
unter deren Synonymik er Terebratula biplicata Sow. aufzählt, aus dem
,, etage albien" stammt. Dass diese beiden Orbigny'schen Namen wirklich
zwei verschiedene Arten bezeichnen, scheint kaum zweifelhaft; ebenso dürfte
nach dem Obigen feststehen, dass Orbigny'a Ter. biplicata nicht dem
') Sur le« Anomia biplicata et vespertilio de Brocchi, im Bull. glol. Fr., 2, XIX,
p. IHO, t. 2.
») Couchol. foss »ubapp., p. »f,9, t. 10, f. 8.
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(3G)
436
Brocchi'schen Typus entspricht. Wie verhalten sich nun aber diese beiden
französischen Arten zu der englischen P Davidson betrachtet mit Orbigny
des Letzteren T. Dutempleana aus dem Albien als ident mit der englischen
biplicata, welche er aus dem englischen Gault, Upper Green Sand, Lower
Chalk citirt, zweifelhaft sogar schon aus dem Lower Green Sand. Indessen
scheinen mir die abgebildeten Exemplare aus der letzteren Schicht durch
ihren geraden Schnabel genügend als abweichend und mehr in die Ver-
wandtschaft der Ter. scüa gehörig charakterisirt. Dagegen liegt mir eine
Anzahl englischer Exemplare aus dem Gault von Cambridge (also von
der von Sowerby citirten Localität) vor, welche ich allerdings in keiner
Weise von den verschiedenen in unseren cenomancn Schichten vorkommen-
den V arietaten zu unterscheiden weiss. Zwar zeigen dieselben ebenso, wie
Davidson's Abbildungen die grösste Breite der Schale mehr aus der Mitte
nach der Stirn gerückt, als dies bei T. Dutempleana gewöhnlich der Fall
zu sein scheint; indessen erweist sich dies Merkmal als durchaus inconstant
und kann daher nicht zur specifischen Unterscheidung beider Formen Ver-
anlassung geben. Ich schliesse mich daher Davidson an, der Teretnbratula
Btäempleana Orb. als Varietät von biplicata Sow. betrachtet
Für entschieden abweichend von der So werby 'sehen Art halte ich in
Uebereinstimmung mit Davidson und mit Orbigny selbst die typische
Orbigny 'sehe sogenannte T. biplicata, von der mir zahlreiche schöne
Exemplare von mehren französischen Localitäten zur Yergleichung vorliegen.
Davidson ßtellt diese mit einigem Zweifel als Synonym zu seiner T. Tor-
nacensis var. Boemeri; indessen dürfte sie doch von dieser verschieden und,
wie ich unten zeigen werde, vielmehr dieselbe Art sein, welche Lamarck
als Terebr. phaseolina bezeichnet und von welcher Archiac verschiedene
Formen als Terebratula revokda etc. beschrieben hat
Demnach würden meiner Ansicht zufolge — abgesehen von den ober-
jurassischen und neocomen Arten, deren Verschiedenheit von den meisten
Autoren seit lange anerkannt ist — hauptsachlich drei verschiedene Arten
vorliegen, welche bei den Erwägungen über die Synonymik des Namens
Terebr. biplicata in Betracht zu ziehen waren :
1) Anotnia biplicata Brocchi, eine liasische Art, wahrscheinlich = Ter.
indentata Sow.
2) Terebratula biplicata Sow., Dav., aus englischem Gault, Upper
Green Sand, etc., nebst der synonymen Ter. Dideinpleana Orb. aus
französischem Gault.
3) Terebratula biplicata Orb. aus französischen Cenoman - Schichten,
welche als synonym mit Ter. phaseolina Lam. zu betrachten ist.
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J37
Von diesen ist die zweite als Typus beizubehalten. — Es könnte hier-
nach den Anschein gewinnen, ah wäre die in England und Deutschland so
häutige Ter. bipUcata in den französischen Cenoman - Schichten gar nicht
vorhanden, was jedenfalls eine auffallende Thatsache wäre. Indessen ist
dies eben nur anscheinend, indem meiner Ansicht nach in Frankreich die
echte, der englischen entsprechende bipUcata unter dem Orbigny'schen
Namen bipUcata gewöhnlich mit einbegriffen wird; auch Orbigny selbst
wird dies wahrscheinlich gethan haben, denn es ist kaum anzunehmen, dass
er die echte T. bipUcata, die im französischen Cenomanien durchaus nicht
selten ist, nicht gekannt hätte. Viele französische Paläontologen sind sich
wohl bewusst, dass man dort zwei verschiedene Arten unter einem Namen
vereinigt; so unterschied z. B. Saemann bei seinen Versendungen in den
letzten Jahren sehr wohl zwischen dem Orbigny'schen Typus der bipUcata
und der echten Sowerby'schen Art, von der mir eine grössere Anzahl
theilweise durch Saemann erhaltener, deutlicli charakterisirter Exemplare
aua cenomanen Schichten des nördlichen Frankreichs, z. B. von Fecamp,
Cap-la-Heve bei Havre, Rougefort bei Licques (Pas-de-Calais),
etc. vorliegen.
Dass Terebrattda obtma und faba Sow. (nicht faba Orb.) von Ter. bi-
pUcata nicht zu trennen sind, halte ich durch Davidsons Beobachtungen
für erwiesen. Ebenso schliessc ich mich vollständig dessen Ansichten über
das Yerhältnias zu Ter. semiglobosa Sow., praelonga Sow., seUa Sow. und
Tornacensis Arch. an, wie er dieselben bei Besprechung der betreffenden
Arten auseinander gesetzt hat; ich halte dieselben sämmtlich für gut cha-
rakterisirto Species. Wenn Dr. Herrn. Cred ner nicht nur Ter. Carteronana
und seUa, sondern auch die jurassischen Arten T. subseUa, bisuffarcinata
und selbst X. humeralis nicht scharf davon trennen zu dürfen glaubt, von
denen die letzte meiner Auffassung zufolge einer ganz anderen Gattung
oder wenigstens Untergattung (Macandreicia King — Waldheimui Eug. Desl.,
nicht Waldh. King) mit sehr verschiedener innerer Organisation angehört,
so würde man demgemäss auf epeeifische Unterscheidungen zwischen den
sogenannten biplicaten Terebrateln, ja schliesslich überhaupt zwischen allen
ungerippten Terebrateln gänzlich verzichten müssen — eine Ansicht, die
unter denjenigen Paläontologen und Zoologen, welche den Begriff der Species
nicht ganz leugnen, wohl kaum Anhänger finden dürfte.
Auch 0 oster vereinigt in seiner übrigens sehr verdienstlichen Schrift
über die Brachiopoden der Schweizer Alpen1) allerlei Formen mit Terebr.
') W. A. Oonter, Synopsis des Brachiopoden foaiilos do.< Alpes Suisses, p. 22.
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(38)
438
biplicata, die gewiss nicht dazu gerechnet werden dürfen ; so z. B. die Mehr-
zahl der auf t. 6 abgebildeten Exemplare, die sich durch ein ausserordentlich
grosses Foramen auszeichnen, wie es in den entsprechenden Altersstufen bei
der echten biplicata Sow. nicht vorkommt; t. 7, f. 9 gehört ihrem inneren
Pnu nach gar nicht zu den echten Terebrateln im engeren Sinne, u. s. w.
Schwierig ist das Verhältniss zwischen Ter. biplicata und obesa Sow.
Tcrebrattüa obesa wurde ursprünglich von Sowerby aus der oberen Belem-
niten-Kreide (ChaJk) von Norton Bevant bei "Warminster beschrieben1)
und Davidson gibt an, dass ganz übereinstimmende Exemplare in der
gleichen Schiebt sich bei Norwich finden, bildet auch drei Exemplare
(1. c. t. 5, f. 13—15) von dieser letzteren Localität ab. Zugleich vereinigt
er aber mit dieser Art ein Vorkommen aus dem Upper Green Sand von
Warminster (I.e. t. 5, f. 16), dessen Zugehörigkeit mir aus verschiedenen
eirunden zweifelhaft erscheint. Zunächst muss es schon einiges Bedenke»
erregen, anzunehmen, dass eine Art in zwei ihrer Ablagerungszeit nach so
weit aus einander liegenden Bildungen, wie der Upper Green Sand (unterer
Pläner) und CJudk (obere Kreide mit Bchtnmtes mucronatus) in gleicher
Weise verbreitet sein sollte, während wedor sie selbst noch eine ihr wenig-
stens sehr nahestehende Art in den Zwischenschichten, die im Uebrigcn
sehr reich an Brachiopoden sind , vorhanden ist; an die Erklärung einer
solchen Erscheinung durch die Theorie der Colonien kann man in diesem
Falle nicht wohl denken. Indessen selbst abgesehen von diesem Umstände
Hcheint nach dem mir vorliegenden Materiale die Art der oberen Kreide
auch durch ihre äusseren Merkmale wohl unterscheidbar, namentlich durch
den Bau des Schnabels. Während dieser bei den Formen aus dem unteren
Pläner, welche die grösste Aehnlichkeit mit Davidson's t. 5, f. 16 zeigen,
plumper und breiter, auch weniger schräg abgestutzt ist, als bei denen aus
der oberen Kreide, die den Figuren 13 — 15 entsprechen, ist bei letzteren
der Theil des Schnabels, unter welchem sich das Deltidium befindet, stark
zungenförmig vorgezogen; zugleich verdickt sich dabei der innere Hand des
Foramens sowie das Deltidium ausserordentlich stark, so dass ein Foramen
von 8 Millim. äusserem Durchmesser nur eine 3 Mm. weite, trichterförmig
nach aussen sich öffnende Röhre für den Fussmuskel besitzt. Dazu kommt,
dass bei der Art der oberen Kreide beide Klappen gewöhnlich einen weniger
stumpfen Schlosskanten-Winkel besitzen und dass überhaupt ihre ganze Ge-
stalt schlanker, namentlich im Verhältniss zur Länge weniger breit ist, als
in der Regel bei der Art des unteren Pläners. Auch die Aufbiegung der
M Sowerby, Min. Conch. V, p. 51, t. 438, f. 1; 1825.
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439
(3»)
Stirn nach der Seite der kleinen Klappe und die zwischen den Falten der
letzteren befindliche Furche bildet sich nicht so stark aus wie gewöhnlich
bei der Art aus dem tieferen .Niveau. Ich möchte daher beide Formen für
speeifisch von einander verschieden halten, und zwar würde für die jüngere
(aus der oberen Kreide), welche übrigens bereits von A. Roemer !) richtig
erkannt und dann von Hagen ow als T. Sowerbyi sehr gut beschrieben
ist1), nach Davidsons Darstellung der Name T. obesa beizubehalten sein,
während es mir kaum zweifelhaft erscheint, dass die betreffenden, auch bei
uns sehr seltenen, aber z. B. in der Tourtia bei Dresden in ausgezeich-
neter Weise vorkommenden grossen Exemplare der Genoman - Schichten ah
Riesen formen zu Terebr. biplicata gezogen werden müssen; auch Davidson
hielt seiner Zeit diese Ansicht schon für sehr wahrscheinlich. Solche Riesen-
formen finden sich in gleicher Weise auch in den cenomanen Bildungen,
welche in Belgien über der Tourtia folgon {inanies nerxiemes Dumont), wie
ein mir von dort mitgetbeiltes Exemplar beweist. — Wenn Hagenow a.
a. 0. die Art der rügianischen Kreide für ganzlich verschieden von T. obesa
Sow. erklärt, so kommt dies wahrscheinlich daher, dass er sie mit der in
Frankreich gewöhnlich als T. obesa bezeichneten Art verglich (vide Boll
in Mekl. Arch. X, p. 43), die gerade für die oben besprochene grosse
Varietät der biplicata wird gehalten werden müssen. — Auch Strombeck
ist der Ansicht , dass sich die typische Form der oberen Kreide von der-
jenigen des unteren l'läners gut abscheidet, behält dabei jedoch einstweilen
für beide den Species-Namcn obesa bei; früher begriff er die dem Lager
nach ältere Form mit unter dem Namen biplicata, und nur als Varietät
dieser Art muss auch ich die mir augenblicklich vorliegenden Exemplare
aus dem Eisenbahndurchstiche bei Neu wallmoden betrachten, welche ihm
zu der Bemerkung (a.a.O. p. 111 unten) Veranlassung gegeben habon; die
Unterschiede dieser Varietät von der typischen biplicata scheinen durchaus
nicht constant. — Oberbergrath Heinr. Credner4) lässt die Formen ver-
schiedener Schichten ebenfalls noch unter dem Namen T. obesa vereinigt
') Kreideg., p. 13; 1841.
*) Hagenow ^im „neuen Jahrb., * 1842, p. 541) beschreibt namentlich die Radial-
linien dieser Art, die auch Davidson so schön zur Darstellung gebracht hat, sehr treffend.
Die feine Körnung der Schalenoberfläche, die er ausserdem erwähnt, wird, wie mir vor-
liegende Typen von Rügen beweisen, durch die punktirte Schalenstructur hervorgebracht,
indem die sehr feinen Poren, wenn die oberste Schalenlage entfernt ist, von einem er-
habenen Rande umgeben erscheinen.
3) Zeitschr. d. deutsch, geol. Oes. 18G3, XV, p. 111 und 160.
*') Erläuterungen zur geogn. Kurte Acr Umgegend v. Hannover, p. 40; \M\b.
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(40)
440
und fuhrt dagegen T. biplicata aus der Gegend von Hannover, wo ich
sie z. B. im unteren Planer mit Amtnonites Rototnagensis bei Rethen sehr
charakteristisch gesammelt habe, gar nicht an. Terebr. obesa citirt er aber
ausserdem auch aus dem (oberen) „Brongniarti- Pläner", in welchem ich
zwar Tausende von Exemplaren der Ter. semiglobosa Sow., die Credner
nur aus dem „Rotomagensis-Pläner" kennt, gesammelt habe, aber nie eine
Spur von Ter. obesa. Sollte dabei vielleicht eine Verwechselung mit der
allerdings manchmal der Ter. obesa etwas ähnlich werdenden Ter. Garten
Dav. untergelaufen sein, welche in unserem norddeutschen „Brongniarti-
Pläner" nicht sehr selten vorkommt?
Eine Form muss ich noch hervorheben, welche Davidson als selbst-
ständige Art betrachtet, die ich aber nach dem mir vorliegenden Materiale
nur als eine Varietät der Ter. biplicata ansehen kann. Ich meine Ter. sul-
eifera Morris. Zwar liegen mir keine englischen Typen dieser Art vor,
doch habe ich das Modell eines englischen Exemplars (im Museum zu
Dresden) sowie französische Exemplare untersucht, welche von den fran-
zösischen Paläontologen als ident mit der Morris' sehen Art betrachtet
werden; diese stimmen sehr genau mit gewissen, im Grünsaride von Essen
(Berl. Mus.) und Uebingsen (Mänst. Akad.) in Westphalen, bei Qued-
linburg (Ew. Samml.) und in der Tourtia der Umgegend von Dresden
(Dresd. Mus., Schloenb. Samml.), besonders im Tunnel von Oberau auf-
gefundenen Exemplaren überein, welche ich wegen der deutlichsten vor-
handenen Uebergangsformen auf T. biplicata zurückfuhren zu müssen glaube.
Geinitz bezeichnete solche früher als Ter. ovoides und hat eine den Fi-
guren Davidson's ausserordentlich ähnliche Abbildung derselben veröffent-
licht. Nicht ohne Bodenken reihe ich hier noch einige Formen an, von
denen mir nur geringe« Material zu Gebote steht; ich meine namentlich die
von A. Roemer als Ter. curvirostris ') beschriebene Art, von der mir da»
kleine, schlanke, mit einem sehr stark übergebogenen Sohnabel versehene
Original -Exemplar aus der Römer'schen Sammlung vorliegt. An dieses
dürften sich einige grössere Exemplare aus dem Grünsande von Fröhmern
bei Unna zunächst anschliessen. Alle diese zeichnen sich theils durch ihre
flachen Klappen, theils durch die nicht deutlich biplicate Stirn in eigen-
tümlicher Webe aus.
Die übrigen Varietäten sowie die verschiedenen Altersstufen der Ter.
biplicata hat Davidson ausführlicher beschrieben, so dasa ich nicht mehr
näher darauf einzugehen brauche.
> A. Roem. Kreideg. p. 42.
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(41)
Vorkommen. Terebratula biplicata ist in der cenomanen Kreide
ausserordentlich verbreitet und kommt darin fast überall, wo dieselbe nach-
gewiesen ist, ziemlich häufig vor. Auffallender "Weise ist sie in dem Grün-
sande der Umgebungen von Essen selbst sehr selten; namentlich habe ich
die typische Form von dort noch nicht gesehen. Dagegen findet sie sich
Hehr deutlich und charakteristisch z. B. im Grünsande von Schelk bei
Unna (Münst. Ak.), sowie bei der "Wate r läppe unw. Werl in Westphalen.
Im Grünsande des Harzes ist sie ungemein häufig, und zwar findet sie sich
dort in den mannigfaltigsten, zum Theil sehr eigentümlichen Formen. In
der Tourtia der Gegend von Dresden kommt sie nicht häufig, aber in
sehr ausgezeichneten Exemplaren vor, welche theils den von Davidson
unter Ter. obesa mit einbegriffenen, theils den als Ter. stdeifera Morr. un-
terschiedenen Varietäten entsprechen. Ausser dem Grünsande findet sie sich
überall im eigentlichen unteren Pläner mit Atrnn. varians und ManteUi, so-
wie in dem mit Amrn. Itotomagensis. Aus jüngeren Schichten dagegen habe
ich sie noch nie gesehen, wie sie bei uns auch noch nicht im Gault auf-
zutreten scheint. Zwar giebt neuerdings Fischer-Benzon1) Ter. biplicata
auch aus dem dänischen Faxekalken, also aus den jüngsten Schichten der
Kreideformation an; doch ist darunter wahrscheinlich T. obesa zu verstehen,
die dieser Autor nicht erwähnt, die aber nicht sehr selten darin vorzukommen
scheint, wie ein mir vorliegendes sehr ausgezeichnetes und charakteristisches
Exemplar aus der Sammlung des Iierrn Prof. Dunker zu Marburg, sowie
einige andere im Museum zu Dresden und im Hof-Mineralien-Cabinet zu
Wien befindliche beweisen.
Terebratula phaseolina Lam. 1819.
1819. Terelrratula phaseolina Lam., An. s. Vert. VI, p. 251.
1841. — sella A. Roem., Kreid. p. 43 z. Th. (Fundort: Essen).
1843. — sella Gein., Charakt. IV, p. 17.
1846. ? — lentoidea Rexist, Verst. II, p. 58, t. 26, f. 13.
1847. — biplicata Orb., Cret IV, p. 95, t. 611, f. 9—15.
— — phaseolina Orb., Cret IV, p. 105.
1848. — revoluta Aroh., in Mem. geol. Fr. 2, II, p. 322, 1. 19, f. 3.
— — Boytii et var. Arch. — — — p. 321, t. 19, f. 4, 6.
— — Virleti Arch. — — — p. 321, t. 19, f. 6.
— — aubpectoralis Arch. — — — p. 325, 1. 19, f. 9.
— — Tchihatcheffi et var. Arch. - - - p. 828, t. 20, f. 8, 9.
-P — UveilUi Arch. - — - p. 329, t. 20, f. 11.
M Ueber das rclatire Alter de* Faxekalkes, 18M, p. 1P.
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(42) 442
185". Terebrahda bucculcuta Gein., Quadersandst., p. 21»"..
— — phaseolina Dav., in Ann. Mag. 2, V, p. 439, t. 13, f. 29.
Eine genauere Beschreibung dieser Art zu geben, nachdem dieselbe
von Orbigny und Archiac mehrfach abgebildet und beschrieben ist, darf
ich unterlassen, und beschränke mich daher auf einige
Bemerkungen über die Synonymik und das Verhälrniss zu den
nächstverwandten Arten. Nachdem der Name Terebrahda phaseolina harn.
von den Geognosten des westlichen Frankreichs oft gebraucht war, vielleicht
ohne daas man immer dieselbe genau begrenzte Art darunter verstand,
stellte Orbigny, welcher diesen L am arck 'sehen Namen als Synonym von
Anomia biplicata Brocchi betrachtete, die Art unter dem Namen Ter. bipli-
cata bestimmter fest. Gleichzeitig wurde Archiac's Abhandlung über die
Fossilreste der belgischen Tourtia verfasst, worin die ganze Reihe der Va-
rietäten, welche unsere Art bildet, unter mehren neuen Speciesnamen
beschrieben sind, während der alte Lamarck'sche Name unberücksichtigt
geblieben ist. Nicht lange nachher hatte Davidson Gelegenheit, die Ori-
ginale der Lamarck'schen Brachiopoden-Arten zu untersuchen; er erkannte
hierbei, dass die Art, zu welcher Orbigny T. phaseolina als Synonym
gestellt hatte, allerdings der Lamarck'schen Art entspricht, verwarf aber
mit Recht den von Orbigny angenommenen Brocchi'schen Namen, den
er als sehr ungenügend bekannt und sehr zweifelhaft bezeichnete; man ver-
gleiche darüber das bei T. biplicata Sow. Mitgetheilte. In neuerer Zeit hat
man im westlichen Frankreich — wahrscheinlich in Folge jener Arbeit
Davidson's — den Lamarck'schen Typus sehr richtig erkannt; es ist
eine Form, welche vorzüglich in den jüngsten Cenoman-Schichten zunächst
unter der Zone des Inoceramus labiatus — z. B. in den Umgebungen von
Man s (Sarthe) — ziemlich häufig vorkommt, und welche allerdings der
Abbildung des Lamarck'schen Typus, die Davidson veröffentlicht hat,
vollkommen entspricht. Indessen scheint diese Form nicht, wie man häufig
annimmt, auf diesen oinen Horizont beschränkt; denn in den Schichten,
welche durch Turrtiites undulatus und Trigonia sulcataria bezeichnet werden,
kommt eben dort in Menge eine Art vor, welche der Typus der Orbigny'-
schen T. biplicata ist. Diese Form stimmt in ihren zahlreichen Varietäten
so sehr mit dem Typus und den Varietäten der phaseolina in der höheren
Schicht überein, dass ich beide nicht von einander zu unterscheiden vermag.
Zwar zeigen seine Typen aus den älteren Schichten, zumal bei grossen
Exemplaren, meist etwas stärkere und höhore Falten; doch kommt das
auch bei den jüngeren Typen der phaseolina ebenso vor, und umgekehrt
fehlt dieser Charakter oft bei dem Orbigny 'sehen Typus. Zudem finden
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443
(43)
sich gleiche Formen auch in den zwischenliegenden Schichten, so dass die
verticale Verbreitung der Art keineswegs unterbrochen erscheint.
In Deutschland hat man unsere Art bisher oft verkannt; A. Roemer
scheint dieselbe zur Zeit der Ausarbeitung seiner „Versteinerungen des
norddeutschen Kreidegebirges" ganz fremd geblieben zu sein. Reuss hat
ein junges Exemplar aus dem böhmischen unteren Pläner, welcher der
Tourtia entspricht, als Ter. lentoidea Leyra. abgebildet, ein Name, dessen
richtige Deutung nicht ganz sicher festzustehen scheint, da derselbe von
verschiedenen Autoren zu verschiedenen (meist Neocom-) Arten als ßynonym
gerechnet wird. Geinitz, der anfanglich unsere in Rede stehende, im
unteren Planer (Tourtia) von Plauen bei Dresden häufig vorkommende
Art für ident mit Ter. sella Sow. hielt, glaubte später zu erkennen, das»
dieselbe am Genauesten mit Sowerby's Abbildung der Ter. bucculenta
übereinstimmte, zu welcher er auch T. pectoraJis A. Roem. zog. Indessen
wurde ja seitdem durch Morris und namentlich durch Davidson nach-
gewiesen, dasa T. bucculenta Sow. eine ganz verschiedene jurassische Art
ist, während T. pectoralis A. Roem. mit Negerleia lima Defr. sp. zusammen-
fällt. (Vgl. unten diese Art.) — Uebrigons findet man unsere Art in deutschen
Schriften wenig erwähnt, da sie im Allgemeinen nicht sehr verbreitet und
häufig ist.
Die nächsten Verwandten der T. phaseolina sind wohl unstreitig T. sella,
T. Tornacensis und T. biplicata. Die Unterschiede von ersterer Art hat
Ürbigny angegeben. Es ist nicht zu leugnen, dass gewisse Formen beider
einander ausserordentlich nahekommen, doch scheint der längere, ganz ge-
. rundete und nicht mit Kanton versehene Schnabel, welcher weiter vorsteht
und ein ziemlich hohes Deltidium sichtbar lässt, bei der Art der unteren
Kreide (Neocoui und Gault) ein constantes Merkmal zu sein; ich glaube
mich deshalb nicht der Ansicht Dr. Herrn. Credner's anschliessen zu
dürfen, der Ter. sella mit biplicata — worunter er ohne Zweifel auch For-
men wie T. j)haseolina begreift — vereinigt. — Auffallender sind schon die
Unterschiede von T. Tornacensis : die Form der letzteren, wie sie bei Essen
vorzugsweise vorkommt (var. lioemeri und ci'assa) steht der phaseolina durch
ihren nicht sehr langen und massig vorragenden Schnabel naher, während
sie sich durch ihre weniger eckigen Umrisse und die mehr divergirenden
Falten unterscheidet; dagegen ist die typische Form der Tornacensis der
Lamarck'schen Art in Bezug auf die Gestalt und die Falten ähnlicher,
weicht aber durch den langen, fast geraden Schuabol sehr ab. Zudem
besitzen beide Formen der Tornacensis ein viel grösseres Fornmen. Auch
Davidson (Cret.Rr. p. 02) hält die speeifische Identität der Lamarck'schen
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444
Art mit T. Tornaeensis für sehr zweifelhaft und spricht sich namentlich
gegen die Vereinigung der letzteren mit T. revoluta, Virleti etc. aus, welche
ich, wie schon oben erwähnt, nicht von der Lamarck 'sehen phaseolitia
speeifisch zu trennen vermag. — Von der typischen So werby'schen T.
biplicata ist T. pliaseolina durch ihre meist sehr ausgesprochen fünfeckige,
breite Gestalt, durch ihre schmalen und oft hoch vorragenden, fast parallelen
Falten und schmale Stirn, durch den nicht so stark übergebogenen und fast
immer mit deutlichen, wenn auch stumpfen Kanten versehenen Schnabel
leicht zu unterscheiden. — Von anderen ähnlichen Arten wäre etwa noch
T. Carteri Dav. zu nennen; indessen lässt eine Vergleichung der Abbildung
dieser Art bei Davidson die abweichenden Merkmale leicht erkennen.
Vorkommen. T. phaseolina Lam. findet sich ziemlich selten (und
zwar vorzugsweise in der von Archiac als T. revoluta bezeichneten Form)
in der Tourtia von Essen (Bcrl. Bergak.) und nur ganz vereinzelt in der-
jenigen der Gegend von Quedlinburg (Goldbachsthal bei Langenstein).
Dagegen kommt sie häufig und in allen Varietäten, namentlich aber in den
dem Typus Lamarck's entsprechenden Formen vor: im „unteren Pläner"
von Plauen und von Oberau unw. Dresden (Dresd. Mus.); in dem die-
sen unteren Pläner unterteufenden „unteren Quader" bei Welschhufa und
Banne witz unw. Dresden (Dresd. Mus.) ; ferner in Böhmen in der Tourtia
bei Weisskirchlitz (Reuss) '), bei Korycan, Holubice und Klein
Herrendorf (Knözivka) (Prag. Mus.). — In der Tourtia von Belgien
häufig. — Aus französischen Cenoman- Schichten verschiedenen Alters habe
ich zahlreiche Exemplare gesammelt, die mit den norddeutschen vollständig
übereinstimmen, namentlich von Rouge fort bei Licques (Pas -de- Calais).
Mans, Yvr6-l'Ev6que (Sarthe), Escragnolles (Var). — Dagegen
scheint sie in England nicht vorzukommen.
') Unter Terebraiula lentoidea soheint Prof. Renas ausser Jugendformen der Ter.
phaseolina auch eine Morrma mit einbegriffen zu haben, welche vielleicht mit der von
Davidson aus dem englischen oberen Grünsande beschriebenen übereinstimmt; wenigsten;
liegen im k. k. Hof.-Min.-Cab. zu Wien einige kleine Exemplare einer der Morrisia Suetsi
sehr nahestehenden Art aus dem „unteren Plftner" von Weisskirchlitse mit der Be-
zeichnung „ Terebratxila Untoidca Leym.", welche aus der Sammlung des Herrn Prof Rom*
»tammen. - Wien, ■_»:,. Marz «7. U. Sehl.
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445 (45)
Terebratula Tornacensis Arch. 1848.
T. 21 (I), f. 8.
1841. Terebratula subundata A. Roem., Kreid., p. 42, t. 7, f. 15 (nicht T.
subund. Sow.").
1848. Tornacensis Arch., in M6m. geoL Fr. 2, II, p. 816, 1. 18, f. 3-6.
— — Roemeri — — — — — — p. 318, 1. 18, f. G.
— — Bouei — — — — — — p. 317, 1. 18, f. 7.
— — crassa — — — — — — p. 818, 1. 18, f. 8, 9.
— - crauifieata — — — — p.319, 1 19, f. 1.
— — rustica — — — — — — p. 820, 1. 19, f. 2.
1850. — biplicata Dein., Quaders., p. 214 «. Th. (Fundorte: Essen,
Belgien).
1852. - biplicata Quenst., Handb. p. 473, t. 85, f. 45.
1854. — Tornacensis F. Roem., in Zeitschr. g. Oes. VI, p. 136.
1865. — Tornacensis vor. Roemeri Dar., Cret Br., p. 61, l 7, t 11
—16, t. 9, f. 1—8.
— — Tornacensis? Dav., Cret. Br., t 9, f. 86.
1859. — Tornacensis vor. crassa Strumb., in Zeitsohr. g. Oes. XI, p. 39.
Bemerkungen. Auch diese Art ist von Davidson als T.
rar. Roemeri gut und ausführlich behandelt.
Leider ist es mir nicht gelungen, genügendes Vergleichsmaterial der
echten Terebratula Tornacensis Arch. aus der belgischen Tourtia zusammen-
zubringen, um zu einer ganz festen Ansicht über die Frage zu kommen,
ob die Unterschiede der T. Roemeri Arch. von jener von Davidson be-
schriebenen Art constant sind, oder ob sich bei Tournay Uebergängc
zwischen beiden finden; die Abbildungen lassen letzteres jedoch vermuthen.
Freilich liegt mir eine grosse Anzahl von Terebrateln (etwa 60 Ex.) aus
der deutschen Tourtia vor, unter denen sich kein einziges Stück befindet,
welches die extremste Form der typischen T. Tornacensis von Tournay
erreicht, wie sie Archiac abbildet und wie sie fast noch auffallender ein
in meiner Sammlung befindliches Exemplar von dort zeigt. Die Haupt-
unterschiede scheinen in dem noch längeren, schlankeren uud geraderen
Schnabel, in den gewöhnlich noch starker ausgebildeten und fast parallel
laufenden, mehr einander genäherten Falten der belgischen Typen zu liegen,
welche bei der norddeutschen Form meistens mehr divergiren und eine
breitere Stirn einschliessen. Indessen scheinen doch Archiac's Figuren,
nach denen sich schwer eine scharfe Grenze ziehen lassen dürfte, sowie
DavidBon's mit zahlreichem Materiale angestellte Untersuchungen und einige
weitere mir vorliegende belgische Exemplare kaum einen Zweifel daran
übrig zu lassen, dasa wirklich Uebergänge zwischen beiden Formen existiren.
Auch A. Roemer's Beschreibung und Abbildung seiner T. subundata von
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Es süii, welche Archiac ausdrucklich als Typus seiner T. Tornacensis be-
zeichnet, nähert sich, obgleich sie in mancher Beziehung mehr mit den
gewöhnlichen Essener Exemplaren übereinstimmt, doch sehr der extremen
belgischen Tornacensis , so dass ich nicht wagen möchte, unsere Form —
etwa = T. Roeineri Arch. — von T. Tornacensis speeifisch abzutrennen,
sondern beide vereinigt lasse und mich begnüge, zu constatiren, dass die
grosse Mehrzahl unserer Exemplare eine ziemlich markirte Varietät bildet.
— Archiac selbst hielt ja nicht für unwahrscheinlich, dass wenigstens T.
Roemeri und Bo%m nur Varietäten seiner Tornacensis seien. — In derselben
Weise fasst auch Strombeck a. o. a. O. das Verhältniss auf»
Von anderen nahestehenden Arten (T. obesa, biplkata, seih) unter-
scheidet sich T. Tornacensis leicht durch den geraderen vorstehenden Schna-
bel mit seinem sehr grossen Foramen ; von T. praclonga Sow. durch viel
breitere Form, u. s. w.
Die Artbegrenzung bei Geinitz, der alle diese sowie ausserdem noch
T. Robertoni unter dem Namen T. biplkata vereinigt, und noch mehr bei
Orbigny, der ausserdem noch eine Reihe von Archiac unterschiedener
Arten als Synonyma betrachtet, dürfte zu weit gefasst sein.
Die feinen Streifen auf der Schalenoberfläche sind an gut erhaltenen
Exemplaren, wenn auch nicht so deutlich, wie bei der folgenden Art, stets
gut zu beobachten; an den Schlosskanten nehmen dieselben oft die Form
zarter Runzeln an, wie solche bei Ter. Robertoni und in noch entwickelterer
Weise bei Ter. arcuata (s. u.) vorkommen.
An einem meinor Exemplare von Essen, welches einer sehr breiten
Varietät angehört, ist es mir gelungen, das Armgerüst freizulegen, von dem
auch Quenstedt schon eine Abbildung nach einem Exemplare von Frohn-
hausen zu Essen, wo dieselben meistens hohl oder mit feinem Sande
ausgefüllt sind, veröffentlicht hat. Dasselbe hat in jeder Beziehung grosse
Aehnlichkeit mit demjenigen von Terebratula biplkata, wie solches von
Davidson (Cret. Br., t. 6, f. 7) dargestellt ist. Die vortretenden, abstei-
genden Lamellen der Schleife (branches ascendantes Eug. Desl. ; „Ilörner44
bei Quenst.) divergiren etwas stärker als bei T. biplkata; die einander sich
zuneigenden, sehr rudimentären dornartigen Fortsätze derselben, deren Vor-
handensein Quenstedt bei seinem Exemplare ganz leugnet, befinden sich
nahe den Anheftungapunkten ; die sehr breiten rückkehrenden Lamellen
(branches rectvrrentcs Eug. Desl.) schliessen sich unter einem spitzen Winkel
an die vortretenden an, convergiren stark gegen einander und sind durch
eine gerade, kurze Brücke mit einander verbunden. Die Muskcleindrücke,
welche denen von Ter. biplkata (Dav. Cret. Br., t. 6, f. 10) sehr ähnlich
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und keine besondere Eigentümlichkeit erkennen lassen, sind vorzC
an Steinkernen deutlich zu beobachten.
Vorkommen. Wie schon Strombeck bemerkt hat, ist T. Torna-
censis in Norddeutschland auf das tiefste Niveau der Cenoman -Bildungen,
die Tourtia oder den Grünsand von Essen, die Zone des Catopygus cor*-
natus und der Trigonia svicataria beschränkt, worin sie häufig ist; dagegen
ist das Vorkommen im Grünsand des nördlichen Harzrandes, woher Strom«
beck diese Art ebenfalls anführt, wohl in Frage zu stellen, da ich unter
sehr zahlreichen Brachiopoden von dort kein Exemplar gesehen habe, das
man mit Sicherheit als Ter. Tornacensis bestimmen dürfte; was dafür ge-
halten wurde, dürfte vielmehr zu Ter. biplkata zu rechnen sein. In der
Tourtia Sachsens und Böhmens scheint sie ebenfalls gänzlich zu fehlen. —
Im gleichen Niveau wie bei Essen findet sich T. Tornacensis in Belgien,
sowie nach Davidson in England, wo jedoch die typische Form, die auch
bei uns äusserst selten ist, nach Davidson's Angaben fehlt*); aus der
französischen Kreide ist T. Tornacensis überhaupt noch nicht mit Sicherheit
nachgewiesen.
Terebratula depresss Lam. 1819. .
T. 21 (I), f. 9.
1819. Terebratula deprewa Lam., Au. a. Vtrt. VI, p. Mit (nicht tv. b).
1 838. — longirostri« Buch., Ucb. Ter., p. 118 *.Th. (Fundort : Essen).
1841.? — — A.Roero., Kreii, p. 42 t Th. (Fundort: Essen),
t. 7, £ 16.
1848. — serwtuw Aren., in Mem. geol. Fr. 2, II, p. 318, 1. 17, f. 2— 10.
— — Viquesneli — — — — p. 316, t 18, f. 1.
1850. — ovoidee Gein, Quaders., p. 214 s. Th.
— — depressa Dar., in Ann Mag. 2, V, p. 435, t. 13, f. 15.
— — — Orb., Prodr. II, p. 172, e"t. 20, no. 589.
1854. • — nenrieneia F. Roera., in Zeitschr. g. Oes. VI, p. 136.
1855. — depressa Dar., Crct. Br., p. 70, t, 9, f. 9—24.
1859. — -- Stromb., in Zeitschr. g. Ges. XI, p. 39.
Bemerkungen. Nach der ausgezeichneten Darstellung dieser Art
durch Davidson wäre es wohl sehr überflüssig, dieselbe noch einmal aus-
führlicher zu beschreiben. Ich darf mich daher hier unter Verweisung auf
da» grosse Brachiopodenwerk des englischen Gelehrten darauf beschränken,
etwas näher auf einige Einzelheiten einzugehen.
') Davidson, Cret. Br., t. 9, f. 3<i kommt indessen der typischen T.
sehr nahe.
(4) 29
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(4b)
448
Zunächst ist in Betreff der äusseren Form zu bemerken, dass viele
Exemplare der Ter. depressa von Essen eine grosse Neigung haben, un-
symmetrisch zu werden, indem die Entwickelang der Muschel auf der einen
Seite stärker wird, während sie auf der anderen zurückbleibt. Manchmal
lässt sich deutlich erkennen, dass dies die Folge einer Verletzung ist,
während in anderen Fällen äusserlieh keine Spur einer solchen zu bemerken
ist; Aehnliches wiederholt sich ja auch bei anderen nahestehenden Arten,
wie z. B. bei Terebratula moravica (Glocker) Suess.
Die Schalenoberfläche ist ausser den concentrischen Zuwachslinien mit
von den "Wirbeln ausstrahlenden, mehr oder weniger deutlichen, sehr dichten
Radiallinien versehen, welche sowohl Davidson alsArchiac übersehen zu
haben scheinen; dieselben sind gewöhnlich in der Nähe der Wirbel am
Deutlichsten zu erkennen, woniger in der Mitte. Diese Linien bestehen aus
Hachen, oft nicht ganz geraden, sondern wellenförmig (ähnlich wie bei
Orbigny's Abbildung der T. disparilis, Cret IV, t. 512, f. 12—19) ge-
krümmten Furchen und dazwischen liegenden Erhöhungen. Dieselbe Er.
scheinung kommt in ganz übereinstimmender und besonders ausgezeichneter
Weise auch bei Ter. obesa Sow. und der damit zu identificirenden Tcrebr.
Sotcerbyi Hag. der rügianischen Kreide vor (s. o., p. 39), findet sich jodoch
auch schon sehr deutlich bei vielen jurassischen Arten, namentlich z. B. bei
Ter. punetuiu, subpnuetata etc. Sie hängt wahrscheinlich eng mit der Textur
der Schale zusammen, welche bekanntlich aus langen schmalen, in radialer
Richtung verlaufenden Kalklamellen besteht '). Es scheint indessen ungenau,
wenn Eug. Deslongchamps angiebt, diese Streifen würden nur dann
bemerklich, wenn die äusserste Lage der Schalenoberfläche entfernt sei.
Vielmehr habe Ich sie bei zahlreichen jurassischen und Kreide-Arten gerade
auch an Exemplaren aus mergeligen und thonigen Schichten mit besonders
gut erhaltener und zarter Oberfläche sehr deutlich beobachtet, und scheint
allerdings diese Eigenthümlichkeit gewissen Arten in besonders hohem Grade
zuzukommen; ich verweise in dieser Beziehung auf Ter. etqnUata, welche
derselben ihren Kamen vordankt. Orbigny scheint diese Linien bei Ter.
depressa wohl erkannt zu haben, da er8) Ter. nerviensis, ViqucsneH und
capillata Arch. zu einer Art vereinigt, was sonst nicht gut erklärlioh wäre.
Die punetirte Textur der Schale bat Archiac schon sehr genau und
richtig beschrieben; auch über den inneren Bau der Muschel, den er und
namentlich Davidson a. o. a. O. kennen gelehrt haben, weiss ich Nichts
hinzuzufügen.
') Eug. Dealongcharaps, Pal. fran?., terr. j«r.. Urach., p. »f>, t. 8.
' \ ProHr. II, i.. 172, .'t. 20, no. 6?t*>.
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I
449_ (49)
Auf die Aehnlichkeit der T. depressa mit 2\ Moravica (Glocker) Sueas ')
(= T. liepeliniana Orb.) hat zuerst Davidson hingewiesen. Viel grosser
ist der Unterschied von der auf die jüngsten Schichten der baltischen Kreide
beschränkten und so oft verkannten T. longirostris Wahlenb., mit welcher
A. Roemer die vorliegende, sowie eine dritte Art aus dem norddeutschen
Hils (Neocom) identificirt hat. Letztere Art, von Roemer in Ool., Nachtr.,
t. 18, f. 13 dargestellt, unterscheidet sich stets durch stärkere Wölbung
der Klappen, sowie durch deutlichere Falten und Sinus, während die echte
Ter. longirostris Wahlenb. — eine sehr eigenthümliche und wenn man ein-
mal Exemplare davon vor Augen gehabt hat, nicht leicht zu verwechselnde
Form — auch von ihr schon durch ihren weit stärkeren und dickeren
Schnabel, flachere Wölbung, sowie durch die Bildung der Stirngegend der
kleinen Klappe sehr verschieden ist, welche entweder ganz gerade, oder —
bei grossen ausgewachsenen Individuen — mit zwei undeutlichen und da-
zwischen mit einer sehr deutlichen und verhältnissmässig tiefen Furche ver-
sehen ist, während die grössere Klappe gleichmässig gewölbt bleibt.
Geinitz scheint im „Quadersandsteingcbirgo etc." unter seiner Ter.
Woldes unsere T. depressa mit einbegriffen zu haben, da er unter dereu
Synonymen auch T. longirostris A. Roem., Ncrv-iensis und Viqucsneli Arch.
anführt; seine Abbildung in der „Charakteristik", t. 8, f. 5 gehört entschieden
einer anderen Art (T. biplicata Sow. rar. sulcifera Morr. an).
Vorkommen. Die verticale Verbreitung der Terebr. depressa ist im
norddeutschen Kreidegebiete auf das ^Niveau der Tourtia beschränkt, worin
sie sowohl in Westphalen (namentlich schön und gross bei Essen, Bil-
merich, Frömern), als anscheinend auch am Harz, jedoch weit seltener
und kleiner (z. B. bei Quedlinburg) vorkommt. In dem unteren Pläner
zwischen Elbe und Weser sowie in dem durch seine Fauna der eigentlichen
Tourtia sehr nahestehenden unteren Pläner der Gegend von Dresden und
in Böhmen ist sie noch nicht beobachtet. Dagegen findet sie sich in ganz
gleicher Weise in der belgischen Tourtia, während sie in der cenomanen
Kreide (craie chloritee) Frankreichs nicht vorzukommen scheint. Ferner
tritt sie, wenn auch nie die gleiche Grösse, wie in Deutschland und Belgien
erreichend, wieder in England im Farringdon Sponge Gravel auf, wenigstens
scheinen ausser der Grösse diese Formen sich nicht weiter von dem Typus
•) „Terebratula longirostris Nilsson, sttbspec. Moravica" E. F. Olocker, Bemerkungen
über einige Terebr. aus dem Jurakalk Mährens und Ungarns, in Nor. Act. Acad. Caes.
Leop-Carol., XXI, ir, p. 497, 1815; Ter. Moravica Suess, Brach, d. Stramb. Seh., in
Hauer, Beitr. z. Pal. Oesterr. I, i, p. 15, t. 2, f. 4— fi. 18.r.8.
(4*) 29*
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450
der Tourtia zu unterscheiden. C. J. A. Meyer») citirt T. deprcssa aus dem
Lower Green Sand von Shanklin (Insel Wight); seine Abbildung stimmt
jedoch nicht recht mit unseren Tourtia -Exemplaren überein und hat einen
weit mehr ausgesprochenen Biplicaten- Charakter, als diese; sie nähert sich
vielmehr sehr gewissen in den obersten Schichten unserer Hilsforination
und im unteren Gault (Aptien) vorkommenden Formen der T. Moutonana
Orb. — Eichwalld*) führt T. depressa auch von Choroschöwo (Russ-
land) an aus Schichten, die von anderen Geologen als jurassische, von ihm
aber als Neocom gedeutet werden; diese Angabe möchte daher vielleicht
noch weiterer Bestätigung bedürfen um so mehr, da T. depressa anderweit
weder aus der Jura- noch aus der Neocora-Formation bekannt ist.
Terebratnla Robertoiii Arch. 1848.
T. 21 (1), f. 10, 11.
1848. Terebratula Bobertoni Arcb., M£m. geol. Fr, 2, II, p 316, t 18, f. 2.
- - Murchisont Arch., ibid. p. 327, t. 20, f. 5.
— — — vor. a. Arch., ibid. p. 327. t. 20, f. G
1855. — Bobertoni Dav., Cret. Brach., p. 72, t. 9, f. 26.
Bemerkungen. Es liegt mir eine Reihe von über 20 vortrefflich
charakterisirten Exemplaren dieser von Archiac und Davidson beschrie»
benen und abgebildeten Art vor, welche sich besonders durch die bei den
echten Terebrateln selten so stark ausgebildeten stumpfen Arealkanten aus-
zeichnen, die zu der Ansicht verführen könnten, als gehörte T. Robertom
der Abtheilung der Tercbrattda cranimi, nnmismalis etc. an (genus Alacan-
dreicia King = Waldheimia Eug. Deel. =r Waldheimia Dav. partim, non
King). Indessen lassen doch das Fehlen der Zahnplatten im Schnabel, des
Medianseptums in der Dorsalklappe, sowie die Form und Anordnung der
Muskeleindrücke diese Ansicht sogleich als irrthümlich erkennen, wenn man
das Innere der Art betrachtet, und weisen derselben mit ziemlicher Sicher-
heit ihren Platz bei den echten Terebrateln an, womit auch das grössere
Foramen übereinstimmt. Die Gestalt der Schleife habe ich leider nicht
untersuchen können, da die meisten vorhandenen Exemplare Steinkerne
sind, und ich die wenigen mit der Schale erhaltenen nicht einem wahr-
scheinlich doch vergeblichen Versuche opfern mochte: indesson ist nach den
übrigen Merkmalen kaum zu bezweifeln, dass dan Armgeriist kurz und dem-
jenigen der Ter. deprcssa ähnlich ist.
') The Oeol. Magnzine, 1804, p. 264, t. 12, f. 16.
') Lotliaift rossfci, Periode morenne, t. 18, f. 28 und Zeitsohr. g. Oe». 1800, Will,
f. 207. *
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(51)
Die Unterschiede der Ter. Robertoni von den ihr zunächst verwandten
Arten haben A roh iac und Davidson genauer auseinandergesetzt. Indessen
scheint doch Archiac zu weit gegangen zu sein, indem er Formen wie
t. 20, f. 5 und 6 (a. o. a. O.) von Ter. Robertoni speeifisch trennt. Die
Sculptur der Schale, welche nach ihm das Hauptunterscheidungsmerkmal
bildet, wird gewöhnlich bei weniger guter Erhaltung oder bei grossen Exem-
plaren undeutlich, während die übrigen Merkmale dieselben bleiben. Bei
guter Erhaltung zeigen sich nämlich in der Nähe der Schnabelkanten deut-
liche Runzeln, welche denen der Ter. arcuata (s. u.) sehr ähnlich sind, aber
sich nie über einen so grossen Theil der Schalenoberfläche ausdehnen.
Ob Ter. Boubei Aroh. (t. 19, f. 11) speeifisch zu unterscheiden ist,
scheint mir zweifelhaft; doch reicht mein Material zur Entscheidung dieser
Frage nicht ganz aus.
Vorkommen. Terebratula Robertoni findet sich nicht selten in dem
der untersten Cenoman-Etage angehörigen Grünsande von Quedlinburg,
namentlich am Langenberge (Ewald's Samml.), leider immer als Steinkern,
wobei aber die Male der Muskeln etc deutlich erkennbar sind; sie erreicht
dort eine bei dieser Art nicht gewöhnliche Grösse (35 Mm. Länge). Weit
seltener und gewöhnlich kiemer, jedoch mit erhaltener Schale, die in der
Nähe der Schnabelkanten oft noch die von Aroh iac so schön abgebildete
Sculptur erkennen läset, kommt sie in der Tourtia Westphalens vor. Ausser-
halb Norddeutschlands findet sich Ter. Robertoni in den äquivalenten Schichten
Belgiens, des nördlichen Frankreichs (von Wissant durch Saemann er-
halten) und Englands (Far ringdon); wenigstens scheint Davidson's Ab-
bildung von letzterem Fundorte mit dem belgischen Typus gut übereinzu-
stimmen. Meyer1) führt Formen, die sich den Abbildungen nach ebenfalls
nicht von der Archiac'schen Art unterscheiden lassen, von Surrey aus
einer 8chicht (Pebble bed) an, welche zum Lower Green Sand gerechnet wird.
Terebratula arcuata A. Roem. 1841.
T. 21 (I), f. 12.
1841. Terebratula arcuata A. Roem., Kreid. p. 44, t. 7, f. 1&
1847. — rugulosa Morris, in Ann. Mag. XX, p 263, t. 18, f. 5.
1848. ? — Vemeuäi Arch., in Mem. geol.Fr., 2, II, p. 326, t. 20, f. 4.
1860. — arcuata Gein., Quaders., p. 214.
1862. — ?rvgulo*a Dar., Cret Brn p. 49, 106, t 4, f. 14.
Beschreibung. Ovale Art mit abgerundeten Stirnecken. Verhältniss
der Länge zur Breite und Dicke = 1 1 Mm. : 8 : 6 und = 8 Mm. : 5,7 : 4,4;
•) The Geolog. Magazine I, t 11 (rect. 12), f. 5-7; 1864.
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(52)
452
die grösste Breite befindet eich etwa bei */j der Lauge von der Schnabel-
spitze ab, die grösste Dicke etwa bei */.v Die Kanten liegen ziemlich in
einer Ebene, nur die etwa der halben Breite gleiche Stirn ist nach der
Seite der Ventralklappe flach gebogen, so dass die kleinere Klappe in die
grössere schwach eingreift. Die beiden Klappen sind fast gleich gewölbt,
am stärksten zwischen der Mitte und den Wirbeln ; die kleine Klappe zeigt
eine flache Depression gegen die Stirn hin. Schnabel ziemlich gross und
vorstehend, massig gebogen, von einem ziemlich grossen Foramen schräg
abgestutzt, welches unten von einem deutlich aus zwei mit einander ver-
wachsenen Stücken bestehenden, fast eben so hohen wie breiten Deltidium
begrenzt wird; Schnabelkanten deutlich, aber ziemlich stumpf und eine
falsche Area bildend, auf welche die gleich zu beschreibende Oberflächen-
Zeichnung weniger deutlich fortsetzt und welche gegen das Deltidium durch
einen wulstfürmigen aufgeworfenen Rand abgegrenzt wird. Die Schalen-
oberfläche ist mit flachen kurzen Runzeln in ähnlicher Anordnung wie bei
Fetten arcuaim und wie Davidson namentlich bei Terebrattüa rugulosa
beschreibt, bedeckt; in der Mitte sind dieselben undeutlicher, nach den
Rändern zu, namentlich an den Seiten, nehmen sie aber sehr an Deutlich-
keit zu. Die Schalenstructur ist deutlich fein punktirt; die perforirenden
Punkte sind auch auf der Oberfläche der Runzeln deutlich sichtbar. Das
Armgerüst dieser kleinen Art ist unbekannt.
Bemerkungen und Vorkommen. Nur zwei kleine Exemplare dieser
interessanten Art liegen mir von Essen vor, und zwar ist eins davon das-
jenige, welches auch A. Roemer bei seiner Beschreibung und Abbildung
derselben vor Augen gehabt hat; das andere befindet sich in meiner eigenen
Sammlung. Diese zeigen abgesehen von ihrer geringeren Grösse eine so
auffallende Uebereinstimmung mit einem grösseren, vortrefflich erhaltenen
Exemplare meiner Sammlung aus der Mittelregion der Cenomanschichten von
Man 8 (Sarthe) und letzteres stimmt wieder so vollkommen mit der schönen
Abbildung der T. rugulosa bei Davidson überein, dass ich keinen Anstand
nehme, die letztgenannte Art als ein Synonym von Ter. arcuata Rom. zu
betrachten. Noch vollkommener ist die Uebereinstimmung in der Gestalt
mit den französischen Exemplaren und der englischen Abbildung bei zwei
Steinkernen aus dem Grünsande des Langenbergcs bei Quedlinburg. —
Ueber die Frage, wie sich zu dieser Art Ter. ovata Sow. verhält, und ob
dieselbe etwa auch nicht speeifisch davon verschieden ist, wie Davidson
(1. c. p. 49 unten) für möglich obgleich nicht wahrscheinlich hält, habe ich
kein Urthcil, da das mir vorliegende Material dazu nicht ausreicht Jeden-
falls aber halte ich mit Davidson Ter. squamosa Mant., von der ich eine
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(53)
Anzahl gut charakteriairter Exemplare aus der chloritischen Kreide des nörd-
lichen Frankreichs besitze, für eine selbständige von beiden genannten ab-
weichende Art. — Trotz der auagezeichneten Abbildungen Archiacs ist es
ohne Vergleichung natürlicher Exemplare doch nicht leicht zu bestimmen,
ob und welche der von ihm beschriebenen Arten aus der belgischen Tourtia
mit T. arcuata zu vereinigen sein möchten ; mit ziemlicher Sicherheit durfte
indessen wenigntens seine Ter. VcrneuUi (nicht Ter. (Waldh.] Verneuili. Eug.
Desl., Et. crit. III, p. 69, t. 11, f. 2, 3 aus dem spanischen Lina) nU
Synonym zu T. arcuata zu ziehen sein, während möglicher Weise seine
T. Keyscrlingi (I. c. p. 327, t. 20, f. 7) die von Davidson (Cret. Br.
p. 15, Anm.) in dem Archiacschen Werke vermissto Ter. ovata Sow. dar-
stellen könnte.
Loriol1) hat unter den Synonymen der Neocom-Art Ter. semistriata
auch Ter. arcuata Roem. angeführt; dass diese Angabe auf oinor irrthüm-
lichen Auffassung der Roemer'schen Beschreibung und Abbildung der
Cenoman-Art von Essen beruht, bedarf naoh der obigen genaueren Be-
schreibung wohl kaum der Erwähnung.
Davidson vereinigt Ter. ovata 8ow., rugtdosa Morr. und sqmmosa
Mant. zu einer natürlichen Qruppe, die er nur mit Zweifel zu den echten
Terebrateln stellt, indem er wegen einiger Aehnlichkcit in der Verzierung
der Schalenoberfläche mit Megerle'ia lima vermuthet, dass sie eher zu dieser
Section gehören und einen ähnlich complicirten inneren Bau haben möchten.
Indessen scheint mir diese letztere Vermuthung aus mehreren Gründen nicht
zutreffend. Was zunächst die Schale betrifft, so sind die sehr feinen und
dichten Poren bei den genannten Arten überall und sehr gleichmäßig ver-
theilt, so dass auch die feinen Runzeln, beziehungsweise erhabenen Linien
der Oberfläche von ihnen siebartig durchbohrt erscheinen; bei Megerleia
lima und ähnlichen Arten sind diese Poren weit gröber und stehen sehr
viel weiter von einander entfernt und die zarten Wärzchen, welche die
Schalenoberfläche zieren, werden nicht von ihnen durchbohrt. Ferner fehlen
bei T. arcuata (wie die beiden Steinkerne von Quedlinburg beweisen) und
bei T. sqmmosa sowohl das Dorsalsepturo, wie die bei vielen Terebratuliden
im Schnabel der Ventralklappe befindlichen Zahnplatten, welche bei der
Abtheilung, der Mcg. lima angehört, stets stark entwickelt und charakte-
ristisch sind; auch die Anordnung und Form der sehr deutlichen Muskel-
oindrücke bei T. sqmmosa weicht nicht wesentlich von der den echten
M Deacription dea Animaux Inrertebnh fossile* contenun dans l'etago N^ocomten
num-n du Mmit Salivf, H, p. 122; I8G3.
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454
Terebrateln eigenthümlichen ab; bei den Steinkörnen der T. arcuata sind
sie sehr schwach und undeutlich. Die Einreihung der in Rede stehenden
Arten in Terebratula im engeren Sinne dürfte daher für jetzt wenigstens
durchaus unbedenklich sein, um so mehr, da ein natürlicher Uebergang hin-
sichtlich der Oberflächen-Zeichnung von Ter. squamosa durch T. capülata
zu T. depressa und Tornacensis stattzufinden scheint.
Terebratula capillata Arch. 1848.
1842. Spondjflut undulahu Gein., Charakt. III, p. 82 «. Th., Nachtr. 1848,
t. 6, f. a
1848. Terebratula capillata Arch., M6m. g*ol. Fr. 2, II, p. 828, t.20, f. 1—3.
1850. — capülata Gein., Quadenandst., p. 212.
Bemerkungen. Bei dem geringen Material, welches mir von dieser
Art zur Untersuchung zu Gebote stand, habe ich mir kein bestimmtes Ur-
theil darüber bilden können, ob die beiden von Davidson untersuchten
Exemplare aus dem zum Gault gerechneten Red Chaüc von Hunstanton
Cliff, welche er als Ter. capillata? bezeichnet und von denen er eins auf
t. 5, f. 12 abbildet, wirklich mit der Art der belgischen Tourtia ident sind.
Sämmtliche Exemplare, die ich von verschiedenen Fundorten kennen gelernt,
stimmen in ihren Charakteren sowohl untereinander, ab mit den Abbildungen
bei Archiao vollkommen überein. Dagegen zeigt Davidson's Abbildung
die feinen Linien, welche die Art charakterisiren, weit gröber und starker
ausgeprägt, und zu feinen Bippen ausgebildet.
Hinsichtlich der systematischen Stellung der Ter. capülata sind einige
Schwierigkeiten vorhanden, welche Davidson1) veranlasst haben, die Richtig-
keit der Gattungsbestimmung in Frage zu stellen. 8ie nähert sich äusserlich
in mancher Beziehung Formen wie T. arcuata A. Roem. (rugulosa Morr ),
squamosa Munt, und ovata Sow., bei denen Davidson einen ähnlichen
inneren Bau vermuthet, wie bei Megerleia Uma; meine Gründe gegen die
Annahme einer solchen Verwandtschaft habe ich oben (bei T. arcuata) aus-
einandergesetzt. Ein mir vorliegendes sehr grosses und sehr dickschaliges,
anscheinend vollkommen ausgewachsenes Exemplar der T. capillata von
40 Mm. Länge und fast gleicher Breite, welches ich bei Essen gesammelt
habe, ist zum grossen Theile seiner Schale beraubt und lässt deutlich er-
kennen, dass von einem Dorsalseptum und den stark ausgebildeten Zahn-
platten, wie sie Meg. litna charakterisiren, keine Spur vorhanden ist, eben
so wenig wie bei Ter. squamosa und arcuata; auch die Anordnung der
') Cret. Brn p. 104,
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455
(55)
Muskelmale scheint keine wesentliche Abweichung von derjenigen der echten
Terebrateln darzubieten. Die Form und Grösse der Schleife habe ich leider
bei keinem Exemplar nachweisen können, so dass die Zugehörigkeit zu den
echten Terebrateln (im engeren Sinne) noch nicht mit Sicherheit nachzu-
weisen ist, zumal da auch der Schnabel mit sehr deutlichen (wenn auch nicht
sehr scharfen) Sehnabelkanten versehen ist — eine bei dieser Abtheilung
seltene Erscheinung, welche dagegen bei Megerleia Uma und verwandten
Arten in fibereinstimmender Weise vorhanden ist.
Vorkommen. Terebrattda capiüata Arch. ist in Norddeutschland auf
die Tourtia, also auf unsere tiefsten Cenoman-Schichten beschrankt. Sie
kommt darin sehr selten bei Essen (ein Exemplar in meiner Sammlung),
nicht ganz so selten in den Umgebungen von Dresden vor (mehre Exem-
plare aus dem Grünsande des Tunnels von Oberau im Dresd. Mus.). —
In der gleichen Schicht findet sich unsere Art ausgezeichnet schön und
nicht selten in Belgien, während sie aus Frankreich noch nicht bekannt ist.
In England giebt Davidson T. capükUa aus dem Gault an; doch scheint
derselbe später über die Richtigkeit der Bestimmung selbst zweifelhaft ge-
worden zu sein, da er p. 113 und 114 den Namen mit einem Fragezeichen
anführt.
Terebratulins rigida Sow. sp. 1829.
Wegen der Synonymik, Beschreibung und Auffassung dieser
Art in Bezug auf ihre Begrenzung und Varietäten verweise ich auf meine
„Kritischen Studien über Kreide-Brachiopoden", p. 17.1)
Vorkommen. In der eben citirten Schrift habe ioh die hauptsäch-
lichsten mir bekannt gewordenen Fundorte dieser veränderlichen Art zusammen-
gestellt und auch darauf hingewiesen, dass in der Tourtia Westphalens vorzüglich
die Varietäten a und y und im unteren Pläner nördlich vom Harz besonders
o und ß vertreten sind. Bemerkenswerth sind die unter dem Namen Tere-
brattda radians von A. Roemer aus dem Grünsande von Essen beschrie-
benen Formen — var. d — , welche der echten Terebrattdina gracilis ausser-
ordentlich ähnlich werden, sich aber doch immer durch das Vorhandensein
eines (wenn auch schmalen) geraden Schlossrandes und kleiner Ohren aus-
zeichnen, die bei der Schlotheim'schen Art aus der oberen weissen Kreide
fehlen. Sie scheint in den jetzigen Aufschlüssen ziemlich selten vorzukommen,
da man sie in Sammlungen wenig sieht; auch mir ist es bei meinen Besuchen
') Beiträge wir Paläontologie der Jura- und Kroidcformation im nordwestlichen Deutsch-
land, 2. Stück, au» Palflontographica XIII, <»; 1860.
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(56)
456 .
der Essener Tourtia-Locali täten nicht gelungen, sie selbst aufzufinden. Die
A. Roomer'sche Sammlung sowohl, wie das mineralogische Museum zu
Dresden bewahren jedoch eine grössere Anzahl von Exemplaren von Essen,
woraus hervorzugehen scheint, dass diese Art dort in früherer Zeit häufiger
gefunden ist Ganz übereinstimmende Formen kommen übrigens auch in
ähnlichem Erhaltungszustande in der sogenannten „zweiten Grünsandlagea
vor, wie ich mich an den mir von Herrn Professor Hosius gefälligst vor-
gelegten Exemplaren „aus den unterem Partieen der zweiten Grünsand Inge
der grossen Mergelgrube bei Aplerbeck" (nach der Etikette von Prof.
Becks) in der akademischen Sammlung zu Münster in Westphalen über-
zeugen konnte. Jener „zweite Grünsand" fällt bekanntlich nach Strom-
beck's Untersuchungen mit dem „dritten" zusammen und gehört mit diesem
der Abtheilung des „oberen Pläners" an ; dies Vorkommen entspricht mithin
vollständig demjenigen im oberen Pläner von Quedlinburg, Suderode
und Neinstedt am Harz.
Einer sehr wohlwollenden Besprechung meiner „Kritischen Studien"
schliesst Herr Prof. Geinitz1) die Bemerkung an, dass TerebraUdina gracüis
in der von mir eingeführten Beschränkung nicht ausschliesslich der oberen
Kreide angehöre, sondern dass ein damit übereinstimmendes Exemplar des
Dresdener mineralogischen Museums in dem zur Tourtia gehörenden Grün-
sande des Tunnels von Oberau gefunden sei. Nachdem ich jetzt selbst
Gelegenheit gehabt habe, das betreffende Exemplar genau zu untersuchen,
habe ich mich allerdings überzeugt, dass dasselbe vollständig mit der typischen
Terebrattdina gracüis aus der oberen Kreide mit Belemnites mucronatus über-
einstimmt, wie sie bei Vaels, auf Rügen, in England u. s. w. vorkommt,
und dass ich daher nicht umhin kann jenes Exemplar als Terebrattdina gra-
cüis Schloth. sp. anzusprechen. Indessen darf ich nicht unterlassen zu
bemerken, dass demselben deutliche Spuren eines weissen kreideartigen
Gesteins anhaften, genau so wie dem englischen Original-Exemplare Sohlot-
heim's, welchem es überhaupt täuschend ähnlich ist; es dürfte daher viel-
leicht nicht ausser dem Bereiche der Möglichkeit liegen, dass eine Ver-
wechselung des Fundortes oder der Etiketten stattgefunden hätte. — Dass
übrigens die beiden Arten, Terebrattdina rigida und gracilis, sehr nahe ver-
wandt Bind, leugne ich durchaus nicht; ja ich würde der Erste sein, sie zu
einer Species zu vereinigen, wenn nicht alle von mir bisher untersuchten
(sehr zahlreichen) Exemplare der Terebrattdina rigida den geraden Schloss-
rand stets deutlich erkennen Hessen, während er bei den ausgezeichnet er-
haltenen Exemplaren der gracüis von Vaels und Rügen stets fehlt.
M Neues Jahrbuch etc., 186<5, p. 863.
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457
(57)
Terebratuliim chrysalis Schloth. 8p. 1813.
Auch bei dieser Art darf ich mich hinsichtlich des Specielleren auf die
betreffenden Seiten meiner „Kritischen Studien etc." (p. 11 ff.) beziehen.
Ich erlaube mir nur noch einige Bemerkungen über das
Vorkommen der wichtigsten Formen, wie sie sich in unseren Cenoman-
Schichten finden, hinzuzufügen.
In der Tourtia von Essen zunächst, wo T. cJirysalis besonders häufig
ist, treten sowohl grob ala feiner gerippte Varietäten auf, die aber durch
eino ununterbrochene Reihe von Uebergängen mit einander verbunden sind.
Beide zeigen bei genügend guter Erhaltung deutlich die Körnelung, auf
deren vermeintliches, aber nur als Folge der Corrosion der Schalenoberfläche
sich ergebendes Fehlen A* Roemcr seine Terebratula auriculaia begründete.
Unter den feinrippigen Formen finden sich häufig solche, welche nahe an
20 Mm. lang werden und in allen ihren Merkmalen vollständig mit gleioh
grossen Exemplaren derjenigen Form übereinstimmen, welche aus der oberen
Kreide mit Belemnites quadratus sowie aus der mit B. mucronatus unter
dem Namen Ter. Defrancei bekannt sind. Allerdings erreichen letztere zu-
weilen eine noch erheblich bedeutendere Grösse, indessen sind doch die
kleineren damit vorkommenden und unzweifelhaft zu derselben Art gehörigen
Exemplare weit häufiger, und da diese mit den Formen aus der Tourtia
ident erscheinen, grössere Exemplare der letzteren aber, die etwa Abweich-
ungen von der grossen T. Defrancei zeigen hönnten, nicht bekannt sind, so
möchte ich es für nicht genügend indicirt halten, Terebratulina Defrancei
als besondere Art abzutrennen, wozu Herr Prof. Geinitz1) geneigt ist. —
Jugendformen der grob gerippten Varietät von Essen entsprechen der T.
Faujasi A. Roem. und chrysalis Schloth. aus der oberen Kreide, u. s. w.
— In dem der Essen'er Tourtia aequivalenten unteren Pläner von Plauen
bei Dresden und anderen Fundorten Sachsens ist eine Form ziemlich
constant, die auch bei Essen, besonders aber im Grünsande und im unteren
Pläner mit Amm. varians und Muntetti sowie in dem mit Anm. Rotoma-
gensis nördlich vom Harze häufig vorkommt, die sich dann im oberen Pläner
mit Scajriites Gehütet und mit Spondylus spinosns sowie im böhmischen
sogenannten „Plänermergel" (L Uschi tz, Priesen, etc.) und endlich in
der oberen Kreide mit Belemnites mucronatus wiederholt; diese Form ist
breiter als die unter dem Namen Defrancei bekannte, und besitzt sehr deut-
lich gekörnte Rippen von mittler Feinheit, welche, durch häufige Dichotomie
und Intercalation vermehrt, nur schmale Zwischenräume zwischen sich lassen.
M Neue» Jahrb. 1 *»!(;, p. Mi't.
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C58)
458
Meist besitzt die grossere Baucbklappe einen schwachen Sinus und die
kleinere einen flachen Längsrücken, der oft durch eine sehr seichte Längs-
furche halbirt wird. Indessen erweisen sich bei grossem Material auch diese
Merkmale als unbeständig, namentlich wenn man Exemplare aus anderen
Schichten hinzunimmt, die deutliche Uebergangsformen darstellen, und
können also nicht zur Charakterisirung der Art benutzt werden. — In der
Tourtia Böhmens, namentlich bei Zbyslav und Kamajk in der Gegend
von Caslau (Prag. Mus.) kommen mit Cidaris vesieuhsa Gold£ sowohl die
der Terebratuia aurieuiata A. Roem. entsprechenden Formen, wie die vor-
stehend aus dem unteren Pläner Sachsens charakterisirten vor.
Nach allem Diesen sehe ich daher keinen genügenden Grund, meine
früher dargelegte Ansicht über die Auffassung der Terehrahdina chrysalis
zu modificiren.
Terebratella Menardi Lam. sp. 1819.
T. 22 (II), t 1, 2.
1819. Terebratuia Menardi Lam., An. i. Vert. VI, p. 266, no. 50.
1829. — . truncata 8ow., M. C. VI, p. 71, t. 537, f. 3.
1838. — Menardi Buch., üeb. Ter. p. 98. t. 3, f. 42.
1841. — canaliculata A. Roem., Kreid., p. 41, t. 7, t 12.
1842. — truncata OeiiL, Charakt. III, p. 86, t. 19, f. 17.
1847. Terebratella Menardi Orb., Cret. IV, p. 118, t. 517.
1850. Terebratuia Menardi Oein., Quaders-, p. 210.
1852. — Menardi Dav., in Ann. Mag. 2, V, p. 446, t. 14, f. 50.
1852. Terebratella Menardi Dar., Cret. Brach., p. 24, t. 3, f. 34—42.
1854. Terebratuia canaliculata F. Roem., in Zeittthr. g. Qei. VI, p. 137.
Bemerkungen. Die ziemlich seltenen Exemplare dieser Art aus der
deutschen Tourtia — ich habe im Ganzen etwa 30 untersucht — geben
keine Veranlassung, die Beschreibungen, die Orbigny und Davidson von
derselben gegeben haben, in irgend wesentlichen Punkten zu ergänzen. Den
inneren Bau habe ich an keinem dieser Exemplare so vollständig beobachten
können, wie er von Davidson (1. c. t. 8, f. 40, 41) und von Eng. Des-
longchamps1) dargestellt ist, doch lässt eine isolirte Dorsalklappe von
Essen die Fragmente der Lamellen, welche die absteigenden Aeste der
Schleife mit dem Dorsalseptum verbinden, deutlich erkennen, und zeigt in
dieser Beziehung eine vollkommene üebereinstimmung mit den prachtvoll
erhaltenen französischen Vorkommnissen.
M Paläontologie francaijc, terr. jur., Brnchiop., t. 7, f. 3.
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459 (59)
Die deutschen Exemplare der TercbrateUa Mcnardi sind, wie dies auch
Davidson von den englischen bemerkt, in der Regel kleiner, als die schönen
französischen, indessen liegen mir auoh einige grossere, namentlich ein ausser-
ordentlich schön erhaltenes aus der Sammlung der königlichen Bergacademie
zu Berlin vor, welches denen von Man 8 (Sarthe) kaum nachsteht. Dies
Exemplar gehört ausserdem einer bemerkenswerthen , sehr fein und scharf
gerippten Varietät an, während die Mehrzahl der Exemplare von Essen
»ich durch ziemlich grobe und stumpfe Kippen auszeichnet; Sinus und Wulst
sind schmal, aber sehr stark markirt; der Schnabel ist ungewöhnlich stark
von der ungefähr einen Halbkreis bildenden kleinen Klappe abstehend und
fast in einem rechten Winkel gegen die Längsaxe geneigt. Die Anwachs-
linien treten ausserordentlich kräftig hervor und theilen die Rippen in dach-
ziegelförmig über einander liegende Abschnitte; auch auf der scharf be-
grenzten Area, welche ausserdem eine ziemlich senkrecht gegen die Schloss-
linie stehende Streifung zeigt, sind sie ebenfalls sehr ausgezeichnet; das
Foramen ist gross und kreisrund.
Die zu Hildesheim befindliche Sammlung des Herrn Bergraths
A. Roemer enthält zwei als Terebratula canalieulata von Essen bezeich-
nete Exemplare, von denen jedoch keins der Abbildung auf t 7, f. 12
(Verstcin. <L nordd. Kreideg.) ganz genau entspricht; sie gehören beide der
Form an, welche bei Essen die häufigste ist und mit welcher auch die
Exemplare von Oberau bei Dresden übereinstimmen. Das eine zwei-
klappige, welches das Original der citirten Figur sein durfte, ist etwa *//» 80
gross, wie diese, und das Verhältniss zwischen Breite und Länge ist etwa
— 5:7 statt 7:8; auch sind die Umrisse weniger symmetrisch als auf der
Abbildung, und das Foramen müsste etwas grösser gezeichnet sein und näher
an die Spitze des Schnabels reichen. Das andere Exemplar ist eine isolirte
Vcntralklappe. Beide entsprechen vollständig gewissen kleinen Formen, der
T. Menardi, wie sie bei Mans so häufig vorkommen; selbst die durch die
Zuwachslinien oft entstehende Körnelung der Falten ist trotz der ziemlich
rohen Erhaltung angedeutet. Ich kann daher nicht umhin Roemer'«
Terebr. canaiiculata mit TerebraieUa Menardi speeifisch zu vereinigen, wenn
ich auch zugebe, dass dioselbe eine in der Regel gut markirte Varietät der-
selben darstellt. — Archiac1) bezeichnet als TerebrattUa canaliculuta A. Roem.
eine Art, die gleichwohl, wie er im Text ausdrücklich hervorhebt, mit der
Roemer sehen Abbildung durchaus nicht übereinstimmt; er meint deshalb,
dass entweder die citirte Abbildung ungenau, oder seine Art aus der Tourtia
') Hirn. tfol Fr. 2, II, p. 331. t. 21, f. 15.
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(60)
460
von Gussignies von der Essener Art verschieden sein müsse; letztere An-
nahme dürfte, da man keinen Grund hat, an der Richtigkeit der schonen
Archiao'schen Abbildung zu zweifeln, zutreffend sein, wie ich schon an
einer anderen Stelle1) erörtert habe.
Vorkommen. Terebratella Menardi ist, wie schon oben erwähnt, in
der deutschen Tourtia ziemlich selten und ist bis jetzt nur bei Essen und
im Grünsand des Tunnels von Oberau bei Dresden nachgewiesen, von
wo sie Geinitz als Tcrebratida truncata beschrieben und abgebildet hat.
In den ältesten Ccnoman-Bildungen des Harzes ist sie noch nicht aufgefunden.
In der belgischen Tourtia, woher sie Archiac nicht beschrieben hat, soll
sie nach Geinitz*) ebenfalls vorkommen; doch bezieht sich dies Citat wohl
auf die oben erörterte Ter. canaliculata Arch.3) Aus französischen Cenoman-
Schichten wird sie von mehren verschiedenen Localitaten citirt. Bei Mans
(Sartho), wo sie sehr häufig vorkommt, findet sie sich vorzugsweise mit
Mynchonetta compressa Lam. sp., ebenso in den südwestlichen Departements,
wo sie nach Coquand4) besonders von Caprina adver sa Orb. begleitet ist.
In der englischen Kreide wird sie von Davidson aus dem Sponge Gravel
von Farringdon (siehe Einleitung), ferner aus dem Upper Green Sand von
Devizes und aus der Scaphiten-Schicht (mit Scaphites aequalis Sow., Am-
tnonites varians Sow. etc.) von Chardstock angegeben; diese letzteren An-
gaben entsprechen wenigstens annähernd demselben Niveau, wie in Deutsch-
land. Dagegen citirt C. J. A. Meyer5) Terebratella Menardi auch von
Surre y aus einer ah „Pebble-bed" bezeichneten Schicht, die er zum Lower
Green Sand rechnet, eine Lagorstättc, die allen übrigen Erfahrungen wider-
sprechen würde, nach denen T. Menardi auf die Conoman-Schichten be-
schränkt ist; an der richtigen Artbostimmung des englischen Autors kann
jodoch nach den gegebenen Abbildungen kaum gezweifelt werden.
') Kritische 8tudien etc., p. 28 in Paläontogr. XIII, (i.
*) Quadorsandst., p. 211.
5) Ich will nicht unterlassen, hier nachzufügen, duss das k. k. Hof-Mineralien-Cabinet
zu Wien eine Anzahl Exemplare einer kleinen Art von Qussignics aus der belgischen
Tourtia besitzt, welche mit Ausnahme des gerade abgestutzten langen Schnabels der Ar-
chiao'schen Abbildung ausserordentlich ähnlich sind und mit der oben beschriebenen
cor. canaliculata und Terebratella Menardi von Essen unzweifelhaft übereinstimmen. —
Wien, 25. März 1867. U. Schi.
*) Synopsis etc., p. 51.
*) The geological Magazine, Dec. 18T.4, t. 12 (reet 11), f. 24, 2b.
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$
461 (61)
Terebratella (?) Beaumonti Arch. sp. 1848.
T. 22 (II), f. 3-5.
1841. Terebratula dblonga A. Roem., Kreid. p. 39 i. Th. (Fundort: Esten).
1848. — Beaumonti Arch., in M6m. geol. Fr. 2, II, p. 381, t. 21,
f. 12-14.
185(1. — oblonga Gein., Quader«, p. 210 z. Th. (Fundort: Eggen).
1S54. — Beaumonti F. Roem., in Zeitschr. g. Ges. VI, p. 136.
1859. Terebratella ( Terebratula) Beaumonti ßtromb., in Zeitschr. g. Ges. XI, p. 38.
Beschreibung. Länglich eiförmig, fast fünfeckig mit gerundeten
Ecken, stark gewölbt, Stirn ziemlich breit und gerade abgestutzt; die grösste
Breite in der Mitte der Länge, die grösste Dicke meist etwas weiter nach
hinten (dem Schnabel zu). Dimensionen:
Länge 19, 17, 13, 11, 8 Min.
Breite 15, 13, lOj, 8, ß\ „
Dicke m, 11, 8," 6|, 5 „
Schalenoberfläche mit zahlreichen (14— 24) hohen, geraden und scharfen
Falten versehen, welche durch gleich breite Furchen getrennt fast sämmt-
lich von den Wirbeln oder doch sehr nahe an denselben beginnend ununter-
brochen und nur in selteneren Fällen durch Einschaltung oder Gabelung
vermehrt bis an den Rand gehen. Einzelne Anwachslinien treten als ziem-
lich starke Absätze hervor. Die durch die alternirenden Rippen gezähnelt
erscheinende Verbindungslinie der beiden Klappen ist nicht ausgeschweift.
Schale von ziemlich groben und etwas unregcl massigen Poren durchbohrt,
die fast schon mit dem unbewaffneten Auge zu erkennen sind.
Die grössere Klappe ist meist längs der Mitte vom Schnabel bis zu
den Stirnecken etwas abgeplattet und besitzt so zwei sehr stumpfe Kiole,
von denen die Schale nach den Seitenrändern in rascher Wölbung abfällt.
Der massig vorstehende Schnabel ist nur schwach gebogen und wird
durch ein rundes Foramen von müssiger Grösse fast rechtwinklig abgestutzt,
welches vorn durch das ziemlich hohe Do Iridium und einen Theil der Area
begrenzt wird; letztere nimmt die ganze Röckenseitc des Schnabels ein und
ist sehr deutlich und oft von ziemlich scharfen Scbnabelkanten begrenzt.
Die kleinere Klappe ist beinahe eben so stark gewölbt, wie die andere,
am stärksten am Wirbel, wo sie sehr steil ansteigt, um bald ihre höchste
Erhebung zu erreichen und dann in gleichraässiger Wölbung nach den
Rändern abzufallen. Die Schlosslinie ist nicht gerade, sondern stark
gerundet.
Im Innern sind die Rippen der Aussenseite nicht zu erkennen , sondern
die Schale ist fast glatt und nur mit undeutlichen Spuren von Radialfurchen
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(02)
4G2
versehen. Die grosse Klappe besitzt im Schnabel zwei Zahnplatten, welche
von den ziemlich kräftigen Zähnen bis zur entgegengesetzten Wand der
Klappe gehen. Zwischen ihnen hindurch ging der Fussmuskel, welcher vor
seinem Austritte durch das in Form einer kurzen Rohre nach innen fort-
gesetzte Foramen kragenartig umgeben war. In der Mitte zieht sich vom
Schnabel aus bis über die Hälfte der Länge hinaus eine schliesslich sich
gabelig verflachende wulstartige Erhöhung entlang, welche beiderseits von
ziemlich grossen, aber meist nicht sehr deutlich begrenzten und undeutlich
zweitheiligen gerundeten Muskeleindrücken eingeschlossen ist; zwischen die-
sen und dem Rande finden sich noch undeutliche Sparen von den Ovarien.
Die Schlossplatte der kleinen Klappo ist schwach entwickelt und in der
Mitte vertieft; der Schlossfortsatz ist kurz und nur wenig hervorragend.
Von der Mitte der Schlossplatte aus reicht ein hohes und scharfes Dorsal-
septum bis etwa zur Hälfte der Länge der Klappe vor, indem es nach vorn
immer niedriger wird. Dasselbe bildet die grosse Axe einer ziemlich
genauen Ellipse, welche durch die zu seinen beiden Seiten befindlichen
Muskeleindrücke gebildet wird; jeder der letzteren wird durch eine Längs-
linie undeutlich in zwei Theile getheilt, von denen der äussere kleiner ist,
als der an das Septum stossende. Die nach aussen an diese Muskeleindrücke
sich anschliessenden Ovarieneindrücke Bind undeutlich. Unmittelbar neben
dem Septum entspringen aus der Schlossplatte die beiden ziemlich breiten
Aeste der Schleife, welche nahe an ihrem Ursprungsorte mit massig langen,
aufwärts gerichteten und schwach convergirenden Fortsätzen versehen sind.
Mit dem Septum sind sie zunächst durch zwei etwa von der Mitte desselben
ausgehende, etwas nach vorn gerichtete Fortsätze verbunden. Bald nachdem
sie die Mitte der Klappenlänge überschritten haben, tragen sie einige zarte,
gegen die Stirn gerichtete Dornen und biegen sich nach aufwärts um,
werden sodann stärker und breiter, und vereinigen sich schliesslich mit
einander durch ein breites, schräg gegen die Längsaxe stehendes Querband,
welches beiderseits aussen mit einem kurzen nach der Schlossseite gerichteten
Fortsatze versehen ist und mit seinem hinteren, etwas ausgeschnittenen
Rande auf dem Septum in der Nähe der Querfortsätze desselben zu ruhen
oder doch demselben sich sehr zu nähern scheint, ohne damit verwachsen
zu sein.
Bemerkungen. Nachdem im Jahre 1847 durch Orbigny die alte
umfassende Gattung Terebrattüa enger begrenzt und von ihr mehrere andere
neubegründete Gattungen ausgeschieden waren, wurde — meines Wissens
zuerst durch Strombeck — die von Archiac beschriebene Terebratula
Bemmonti zu der neuen Gattung Terebratella gestellt, während Orbigny
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-ir.3
selbst sie noch bei Ter€&rafttfo belassen hatte. VermuthKch wurde Strom-
beck hierzu durch die grosso Achnlichkeit im ganzen äusseren Habitus
unserer Art mit der tieferen Schichten angehörenden Terebratula oblonga
Sow. veranlasst, welche letztere von Orbigny zu Terebratella gestellt war,
ohne dass jedoch bis jetzt — soviel ich weiss — die diese Frage entschei-
dende innere Organisation bei einer der beiden genannten Arten genauer
bekannt gewordon wäre. Davidson zog deshalb auch vor, in seinor Mono-
graphie der englischen Kreidebrachiopoden , eben wegen dieser Unkenntnis»
de» Brachialapparats, Terebratula oblonga einstweilen noch nicht in jene
neu aufgestellte Gattung einzuordnen. In neuerer Zeit wurde aus der engli-
schen Kreide durch C. J. A. Meyer in London eine der Terebrattda
oblonga äusserlich sehr nahe stehende und in ihrer Begleitung sich findende
neue Art unter dem Namen Terebratella Fittoni beschrieben und abgebildet1)
und in den Bemerkungen ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es noch
zweifelhaft bliebe, ob bei den mit dieser Art verglichenen Terebratula ob-
longa und Beautnonti die Schleife wirklich wie bei Terebratella Fittoni
doppelt, d. h. an die Schlossplatte und an das Septum angeheftet sei. Da
ich über diese interessante Frage sowie über die davon abhängende syste-
matische Stellung der Terebratula Beautnonti mir womöglich Sicherheit ver-
schaffen wollte, so opferte ich eine Anzahl Exemplare, bei denen ich Aus-
sicht zu haben glaubte, über den inneren Bau Aufklärung zu erhalten,
leider lange ohne den gewünschten Erfolg. Auch jetzt ist es mir noch
nicht gelungen, don Brachialapparat in seiner ganzen Vollständigkeit in
einem einzigen Exemplare erhalten zu finden, und ich habe deshalb,
um mir ein genaues und klares Bild von demsclbon machen zu können, das
nn mehren verschiedenen Exemplaren Beobachtete combiniren müssen. In-
dessen glaube ich mich bei dieser Combination überall an das thatsächlich
Vorhandene gehalten und wenigstens nichts Unrichtiges in die Construktion
hineingebracht zu haben, während die Möglichkeit, dass noch einige Einzel-
heiten der Beobachtung entgangen sind, nicht ausgeschlossen ist. Eine Un-
sicherheit will ich jedoch nicht hervorzuheben unterlassen; sie betrifft die
Frage, ob das Querband, welches die beiden rückkehrenden Aeste der Schleife
mit einander verbindet, mit dem Septura verwachsen ist, oder ob dasselbe
auf demselben aufliegt, oder endlich nur nahe an dasselbe heranreicht. Da
dies Querband bei allen von mir untersuchten Exemplaren abgebrochen
und nur noch mit kurzen Fragmenten der Aeste der Schleife versehen
war, so konnte ich über jene Frage nicht recht in's Reine kommen;
') The Geologie«! Magazine I, vi. Dec. 18U4, p. 250, t. II (verdruckt: 12), f. 1-1U.
(5) 30
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(64)
464
indessen scheint mir der letzte Fall am meisten Wahrscheinlichkeit zu haben
und habe ich deshalb auf der restaurirten Figur das Verhältnis« in dieser
Weise dargestellt.
Aus der oben gegebenen Beschreibung ergiebt sich einerseits eine grosse
Analogie mit der Anordnung des Armgerüstes bei Terebratdla, und anderer-
seits, wie wir sie bei verschiedenen zur Section Megerleia gestellten Arten
finden, und zwar vorzugsweise bei Quenstedt, Handb. d. Petr. 1 . Aufl., t. 37,
f. 16, 17 und Jura t. 90, f. 42, 44 und besonders 49. ImUebrigen erlaube
ich mir auch auf Dasjenige zu verweisen, was ich bei einer anderen Ver-
anlassung1) über Megerleia bemerkt habe; ich habe dazu nur noch einige
Bemerkungen über die dort angeführten Abbildungen Ch. MooreV) zu
machen, nachdem ich Gelegenheit gehabt habe, auch den dazu gehörenden
Text zu lesen. Es ergiebt sich daraus zunächst, dass die Zeichnung des
Brachial- Apparats, welche mir mit derjenigen von Ter. {Kingia) Deslong-
champsi sehr nahe übereinzustimmen schien (1. c, t. 13, f. 13) den inneren
Bau einer jungen Terebratulina darstellen soll, hier also nicht mit in Betracht
gezogen werden kann. Dagegen stellen f. 2, — 5 die Entwickelung des Arm-
gerüstes bei einer Art dar, die Herr Ch. Moore als Terebratdla BucJctnani
bezeichnet, und f. 9 und 10 denjenigen von TerebrateUa furcata Sow. sj>.
Uebrigens sieht Herr Moore das Verhältniss dieser Formen zu einander
gerade so an, wie ich angenommen hatte und behalten demnach meine oben
citirten Auseinandersetzungen ihre volle Geltung; nur hat der englische
Autor auf die nahen Beziehungen zu Kingia und Megerleia nicht hinge-
wiesen. Wenn ich danach die Einordnung unserer Art unter die Section
Megerleia auch für sehr wahrscheinlich halte, so belasse ich sie einstweilen
bis zu bestimmterer Feststellung noch bei TerebrateUa, weil man gewohnt
ist, Formen mit einem ähnlichen äusseren Habitus und mit doppelt ange-
hefteter Schleife eher zu dieser Section als zu Megerleia zu rechnen.
Interessant war es mir, durch eine briefliche Mittheilung des Herrn C.
J. A. Meyer zu erfahren, dass der innere Bau seiner TerebrateUa Fittoni,
soweit derselbe bekannt geworden ist, ganz genau mit dem unserer Tourtia-
Art übereinstimmt; die Form und Grösse des Dorsalseptums, die Verbindung
desselben an der gleichen Stelle durch Querfortsätze mit den absteigenden
Aestcn der Schleife, das breite Querband, welches die rückkehrenden Aeste
der letzteren mit einander verbindet, etc., sind bei beiden Arten gleich.
«) Zeitschr. g. Oes. XVIII, p. 368; 1806.
») The Geologist, III, no. 36, t. 13 (2 des Separatabdrucks). Der betreffende Band
iät vergriffen.
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405_ (G5)
Herr Meyer schreibt mir daher: „I am therefore equally of opinion that
Terebratella Fittoni may belong more correctly to the section Megerlia or
Kingia, in which respect it probably agrees with your Ter. Beaumonti." —
Aeusserlich unterscheidet sich die genannte englische Art von unserer nord-
deutschen durch die noch geringere Rippenzahl, durch die geringere Schärfe
derselben, durch die viel geringere Wölbung des Wirbels der kleinen Klappe,
und endlich durch die Yiel .stärkere Krümmung des Schnabels.
Eine zweite Art, die zur Yergleichuug mit Ter. Beaumonti heranzuziehen
wäre, ist Terebratula oblonga Sow. Ich muss hier zunächst bemerken, dass
die sehr grosse Mehrzahl unserer zu letzterer Art gerechneten Exemplare
aus den verschiedenen Schichten der norddeutschen Hilsformation insofern
nicht ganz mit Davidson'» Abbildungen und Beschreibung übereinstimmen,
als bei denselben fast immer die Stirn in ihrer ganzen Breite mehr oder
weniger, zuweilen sehr stark, nach der Seite der grösseren Klappe über-
greift, ähnlich, wie dies bei vielen lebenden Arten von Terebratella der Fall
ist, während Davidson bei den englischen Formen hiervon keine Erwähnung
macht. Auf diese Abweichung der norddeutschen Neocomform von dem
Sowerby'sohen Typus hat auch Buch1) schon aufmerksam gemacht, der
dieselbe irrthümlich in den oberen Lias stellt, weil die Neocomschichtcn
bei Schöppenstedt in unmittelbarem Contact mit dem mittleren Lias
stehen und daher früher lange als oberer Lias angesprochen wurden. —
Diese Abweichung würde, namentlich unter Berücksichtigung des Umstandes,
dass unsere Art stets ein etwas tieferes Niveau einnimmt und in Schichten
vom Alter des englischen Lower Green Sand wahrscheinlich bei uns gar
nicht hinaufreicht, Anlass zu Bedenken über die Identification beider Typen
geben können, wenn nicht Herr Meyer*) ausdrücklich erwähnte, dass die
englische Ter. oblonga ausserordentlich variirt, ganz in der Weise, wie Or-
bigny bei der französischen dargestellt hat, und wenn nicht auch bei uns
vereinzelte Exemplare vorkämen, die jenes Merkmal nicht besitzen. Auch
Loriol3) führt an, dass das Neocom des Salöve durch eine Varietät mit
gerader, in derselben Ebene mit den Seitenkanten liegender Stirnlinie cha-
rakterisirt werde, welche sich ausserdem stots durch einfache, nicht gegabelte
oder vermittelst Einschaltung vermehrte Rippen auszeichne. Alle diese
Formen scheinen daher eben nur Varietäten zu sein, während Ter. Beau~
monti von ihnen allen leicht zu unterscheiden ist durch die gewöhnlich viel
geringere Zahl ihrer Rippen, die sich ebenfalls nur in seltenen Fällen durch
') Ceb. Terebrateln, p. 77.
*) Tbe Geological Magazine I, p. 254.
*) Neocom. ßaleve, 18G3, p. 121, t. 15, f. 22.
(5*)
30*
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(OG)
4f,n
Bifurcation oder Eingchaltung vermehren; ferner ist bei der Neocom-Art
der Schnabel meist stärker gekrümmt und immer der Wirbel der
kleinen Klappe viel schwächer gewölbt; das Zurückgreifen der
Stirn gegen die grössere Klappe ist bei der Art aus der Tourtia nicht
beobachtet. Bei T. oblonga reicht das Dorsalseptum über die Mitte der
Länge hinaus und der Ansatzpunkt für die das Septum mit den absteigen-
den Aesten der Schleife verbindenden Querfortsätze befindet sich nahe an
dem vorderen Ende desselben ungefähr in der Mitte der Klappe; die Rippen
und Furchen sind auf der Innenseite der Schale bei dieser Art in der Regel
deutlicher bemerkbar.
Zu den in diese Gruppe gehörigen Arten ist ferner TerebrateUa Kneri
Bosq.') aus der unteren Region der oberen Kreide mit Belenmites mucro-
natus von Limburg zu rechnen. Bosquet hat bis jetzt diese neue Art
nur durch das Citat der Abbildung von Terebratula oblonga Kner2) begrün-
det; jene Abbildung unterscheidet sich von unserer Tourtia- Art durch ihre
dreieckige Form mit gerundeter Stirn und durch ihren stärker gekrümmten
Schnabel, sowie durch eine Feinheit der Rippen, wie sie allerdings bei T.
Beaumonti wohl vorkommt, aber nicht gewöhnlich ist. Uebrigens erlaube
ich mir darauf hinzuweisen, dass die Zugehörigkeit der Schichten von Miku-
lince (in Galizien), aus denen die Kn er 'sehen Exemplare stammen, zur
oberen Kreide mit Bei. mucronatus mehr als fraglich sein dürfte, indem
sehr charakteristische Cenoman-Arten, wie Anmonitcs varians u. a. daraus
angeführt werden. Die Möglichkeit, dass die genannte Abbildung der „Ter.
oblonga" eine Varietät der T. Beaumonti darstellen, dürfte daher nicht zu
leugnen sein, zumal da jene mit unserer Art die einfachen Rippen und den
stark gewölbten Wirbel der kleinen Klappe, sowie die nicht gebogene Stirn
gemein hat; in diesem Falle würde sich wahrscheinlich eine Verschiedenheit
der so viel jüngeren limburgischen Art von der galizischen nachweisen
lassen; erstere scheint, da sie bis jetzt nur durch die citirte Stelle bekannt
geworden ist, zu den Seltenheiten zu gehören.
Ter. Beaumonti variirt ziemlich bedeutend in Bezug auf das Verhältniss
zwischen Länge, Breite und Dicke. Junge Exemplare zeichnen sich beson-
ders durch geringere Dicke und Länge bei grösserer Breite aus. Die ge-
wöhnlich etwas fünfeckigen Umrisse, namentlich mit eckiger Stirn, werden
zuweilen rundlicher und auch dies ist besonders bei jungen Exemplaren der
Fall. Dass auch die Zahl der Rippen veränderlich ist, wurde schon erwähnt.
') In ßtaring, Bodem t. Nederl. II, p. 390.
>) Wien. Denkichr. III, 1852, Separatabdr. p. 2«, t. 3, f. 14.
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467
Vorkommen. Nicht häufig im Grünsande (Tourtia) von Essen
(Westphalen); sehr seitun (1 Exemplar — Steinkern) in der Tourtia vou
Quedlinburg a. H. Ausserdem mit Sicherheit nur aus der belgischen
Tourtia bekannt, wo sie vou Tournay und Gussigniea angeführt wird.
Megerleia (?) hemniea 8p. nov. 1867.
T. 22 (I), f. 6, 7.
Beschreibung. Ziemlich grosse ovale Art, länger als breit, massig
stark gewölbt; grösste Breite und Dicke etwa in der Mitte der Länge.
Dimensionen: Länge, 14,5 und 20; Breite, 13,5 und 18; Dicke, 7 und 13 Mm.
Schale nicht bekannt, weshalb die Beschreibung nur nach Steinkernen
gemacht worden kann.
Die grosse Klappe, die stärker gewölbt ist, besitzt einen wenig ge-
krümmten und ziemlich kurzen Schnabel mit einem Schnabclwinkel von
etwa 90° oder noch stumpfer. Das Foramen ist von mittler Grösse; dio
Form der Area ist auf den Steinkernen nicht zu erkennen. — Sechs hohe
und scharfe Falten zieren die Oberfläche, von denen die beiden mittleren,
eine tiefe Furche einBchliessenden die höchsten und breitesten sind, während
die beiden äusseren zuweilen bis zum Verschwinden flach werden. Dem
entsprechend trägt die kloinere Klappo 7 (seltener 5) eben solche mit denen
der anderen alternirende Falten, von denen die 3 mittleren die stärksten
sind und gewöhnlich gleich hoch hervorragen; nur selten erhebt sich die
mittlere noch etwas höher als dio beiden anderen; die beiden zwischen
diesen 3 Falten liegendon Furchen sind viel tiefer, und die Stirnlinie greift
deshalb an dieser Stelle tiefer nach der Seite der Ventralklappe zurück,
als zwischen den übrigen Falten. Dass die concentrischen Anwachslinien
auf der Schalenoberfläche dieser Falten ziemlich deutlich hervorgetreten sein
müssen, geht daraus hervor, dass sie selbst auf den Steinkernen raeist gut
zu bomerken sind; ob die Schalonoberfläche ausserdem noch in anderer
Weise geziert geweson ist (etwa mit feineren Radialrippchen), lässt sich nicht
bestimmt sagen, da eine solche Ornamentirung bei der gewöhnlich an den
Arten aus dieser Gruppe ziemlich dicken Schale auf den Steinkernen nicht
angedeutet ist. — Unabhängig von der Beschaffenheit der Schalonoberfläche
sind die ziemlich zahlreichen und dichten schmalen Radialrippchcn der Innen-
seite der Schalen, welche fast auf allen Steinkernen sich in Form feiner,
von den Wirbeln bis zu den Rändern gehender, wie mit einem stumpfen
Messer eingeschnittener Furchen auszeichnen, die sich «ach der Stirn zu
durch Einschaltung neuer vermehren. Dieselben endigen am Rande mit
kleinen Grübchen, ein Boweis, daas der innere Rand der Schalen fein
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(08)
gozähnclt war, ganz in derselben Weise, wie dies bei vielen Arten von
Megerleia und Terebratella der Fall ist. — Die beiden zu den Seiten des
Foramens befindlichen Lateralsepta (Zahnplatten) der Ventralklappe sind
auf den Steinkernen durch tiefe Einschnitte bezeichnet, zwischen denen die
verdickte Schale den durch das Foramen austretenden Fussmuskel kragen-
förmig umgab; ebenso in der Dorsalklappe das Medianseptum, welches etwa
bis zur Mitte der Klappe reicht; die Brachialscheibe ist nicht stark ent-
wickelt. — Die Muskeleindrücke sind nur sehr schwach, aber ziemlich gross
und reichen auf beiden Klappen bis zur Mitte der Länge.
Bemerkungen. Ueber die systematische Stellung der eben beschrie-
benen Art bin ich nicht ganz sicher, da ich bei der geringen Anzahl (6)
der von mir genauer untersuchten Exemplare nicht im Stande war, den
inneren Bau genügend kennen zu lernen, so dass mir namentlich die Form
der Schleife und die Art und Weise der Anheftung derselben ganz unbe-
kannt geblieben ist. Die beobachteten Merkmale lassen die Wahl zwischen
Terebratella und Megerleia übrig, und unter den bis jetzt ihrem inneren
Bau nach bekannten und daher in ihrer systematischen Stellung bestimmt
festgestellten Arten würden namentlich Terebratella Mcnardi Lam. sp. und
Megerleia pectunctdo'ides Schloth. sp. *) zu vergleichen sein. Von diesen
beiden zeigt unverkennbar Meg. peciunculöides in ihrem ganzen Habitus die
grösste Aehnlichkeit mit unserer Art; Steinkerne derselben weichen nur
durch die breitere Form und den breiteren und geraderen 8chlossrand, so-
wio durch .die gewöhnlich etwas grössere Rippenzahl von der Art der Tourtia
ab. Die Aehnlichkeit mit Terebratella Menardi Lam. sp. ist schon weniger
gross, so dass ich es für sehr wahrscheinlich halte, dass unsere in Rede
stehende Art zu Megerleia zu stellen sein wird. Hoffentlich wird es dem-
nächst gelingen, zahlreichere Exemplare dieser schönen und interessanten
Art aufzufinden und dann auch ihren inneren Bau genauer kennen zu lernen.
In dem Mai -Hefte des VH. Bandes (1864) der englischen Zeitschrift
„The Goologist8 (No. 7, p. 166) wurde von C. J. A. Meyer eine neue
') Suess, Claasif. d. ßrachiop. t. Davids , p. 49 Anm.; David?., Ann. Mag. 2, V.
p. 449, t. 15, f. 5; Quenst., Handb. d. Potr., p. 464, t. 87, f. 15—18 und Jura, p. 742,
t. 90, f. 47—51. — Ich benatze diese Gelegenheit, am ein Versehen zu berichtigen, das
ich vor einiger Zeit in einem kleinen Aufsätze Ober die Brachiopoden des Oault von
Ahaus etc. (Zeitschr. g. Oes. XVIII, IStiG, p. SG8) begangen habe; ich habe dort Ten-
hratula pectuneuloidts (Schloth.) Qu. als synonym von Megerleia Eicaldi Sucss. bezeichnet,
während letzterer Name sich in Wirklichkeit auf die von Qucnstcdt als Tcrebratula
peetmmdus e. Qu. bezeichnete Art bezieht; statt Sieg. Etmldi ist ulso dort stets Meg.
pcctuneuloides Schloth. *p. zu lesen.
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(69)
Brachiopoden-Art aus der englischen Kreideformation beschrieben, welche
den Namen TerebraUüa trifida erhielt; Abbildungen derselben wurden noch
in demselben Jahre im Dccember- Hefte des „Geological Magazine", mit
welchem „The Geologist* inzwischen verschmolzen war, auf t. 11 (ver-
druckt: 12), f. 17 — 23 mitgetheilt, zugleich aber die Gattungsbestimmung
mit einem Fragezeichen versehen, da die Genua -Charaktere nicht genügend
bekannt waren. Diese Art nun besitzt ebenfalls eine grosse Aehnlichkeit
mit unserer Meg. (?) hereynica, so dass ich anfänglich sie damit identificiren
zu dürfen glaubte; eine genauere Yergleichung der Abbildungen und Be-
schreibung ergiebt jedoch Unterschiede, welche, wie mir scheint, zu einer
speeifischen Trennung unserer Art von der englischen zwingen.
Was zunächst in die Augen fallt, ist der ausserordentlich stumpfe Schnabel-
kantenwinkel der grosseren Klappe bei Ter. trifida Meyer (1. c. f. 18, 19,
23), welcher offenbar zur Folge haben muss, dass der Schnabel kaum ül>er
den Wirbel der kleinen Klappe hervorragt. Sodann besitzt die englische
Art einen viel breiteren und geraderen Schlossrand, so dass die grüsatc
Breite der kleinen Klappe am Schlossrande selbst oder doch demselben sehr
nahe bt; bei Meg.{?) Jiercynica dagegen liegt sie in der Mitte der Länge.
Ferner ist die Mittelfalte der kleinen Klappe im Vergleich zu den beiden
ihr zunächst liegenden bei Ter. trifida viel stärker, wodurch die Schale in
3 Theile getheilt wird, während bei der norddeutschen Art die 3 mittleren
Falten gleich stark sind.
Vorkommen. Selten im Grünsande (Tourtia) von Quedlinburg
a. Harz, von wo 2 Exemplare im mineralogischen Cabinet zu Berlin, drei
in der Sammlung des Herrn Dr. Ewald daselbst und eins in der meinigen
sich befinden.
Megerleia lima Defr. sp. 1828.
T. 22 (II), f. 8.
1828. Terebratula lima Defr., Dict. LIII, p. 156.
1841. — pectoralis A. Roem., Kreid, p. 42, t. 7, f. 19.
1850. — düparili* Oein., Quader«., p. 212.
1850. — Hebertina Oein., Quaders., p. 216.
1852. — Wacoensis F. Roem., Kreid. Tex., p. 81, t. 6, f. 2.
1852.? — formosa Kner, Denktchr. Wien. Ak., III, p. 29, t. 3, f. Iii.
1852. Kitujcna lima Dar., Cret. Brach., p. 42, t. 4, f. 15—28, t. 5, f. 1-4.
1854. Tercbratula pectoralis F. Roem., Zeitsohr. g. O. VI, p. 137.
1856. Mtgerlia lima Boll, Meklenb. Arch. X, p. 41.
1857. Terebratula {MegcrUa) pcdoralis Stromb., N. Jahrb. p. 785 u. Zeitschr.
g. Oes. IX, p. 415.
- Megerka lima Stromb., N. Jahrb., p. 786, u. ZeiUchr. g. 0. IX, p. 416.
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(70)
470
1859. Terehratula (Megerka) peetorali» Strömt»., Zeitscbr. XI, p. 39.
1860. Alegerlea lima Bosq., Faun. FJ., p. 390.
1802. TerebratvXa (Kingena) texradiata Eug. Deal., Et orit p. 45, t. 8, f. 5—8.
— — — Bebertiana Eug. Desl., — — p. 46, t. 8, f. 9— 1 1.
18G3. {Terebratula) Megerlia lima Oo*t., 8ynop§. Brach., p. 35, t 12, f. 10.
1865. Mogat pumiltu Heiar. Credo., ErlSut p. 40. «. Th.
1806. Megerleia Uma U. 8chloenb., Zeitechr. g. Oes. XVIII, p. 368.
Bemerkungen. Da« grosse mir zur Untersuchung zu Gebote stehende
Material dieser Art bestätigt meiner Ansicht nach vollkommen die Richtig-
keit von Davidson's Auffassung derselben, nach welcher alle ähnlichen
Formen vom oberen Qault von Folkstone an bis zur obersten Kreide
speeifisch untrennbar sind. Allerdings hat in neuerer Zeit Eug. Deslong-
champs wieder versucht, einige der von Davidson zu ihr gestellten Sy-
nonyme, welche sich auf das Vorkommen in den jüngeren Schichten der
Kreido beziehen, als verschiedene Species abzutrennen und den Defrance'-
schen Namen auf das Vorkommen in der cenomanen Kreide zu beschränken.
Dabei giebt er als einziges Unterscheidungsmerkmal die Anordnung der
Tuberkeln auf der Schalenoberfläche an, deren Verschiedenheit jedoch selbst
nach seinen eigenen Abbildungen sehr gering ist. Untersucht man aber
eine grössere Anzahl von Exemplaren in dieser Beziehung, so wird man
finden, dass selbst aus einer Schicht genommene darin durchaus nicht mit
einander übereinstimmen, sondern die grösste Mannigfaltigkeit zeigen, wie
sie aus Davidson1« zahlreichen schönen Abbildungen ersichtlich ist, ja dass
die Grösse und Anordnung der Tuberkeln sogar an verschiedenen Stellen
der Oberfläche eines und desselben Individuums oft sehr variirt. Dagegen
zeigen andererseits oft Exemplare aus verschiedenen Schichten nicht nur in
der äusseren Form, sondern auch in der Verzierung der Oberfläche die
vollkommenste Uebereinstimmung. In vielen Fällen kann man sich auch
überzeugen, dass die anscheinende Verschiedenheit lediglich eine Folge des
verschiedenen Erhaltungszustandes ist. Dies zeigt sich namentlich bei den
Exemplaren aus unseren festen Kalken des oberen Pläners (vorzugsweise
des Galeriten-Pläners oder der Zone des Jnoceramus Brongniarti), an denen
oft keine Spur von den Wärzchen mehr zu entdecken ist; sobald aber die
oberste Schalenoberfläche derselben intact ist, treten jene Wärzchen stet»
hervor und sind z. B. an wohlerhaltenen Exemplaren von Ahaus deutlich
zu beobachton. Im Allgemeinen kann man annehmen, dass dieser Charakter
sich bei den in Thonen, Thonmergeln und kreidigen Gesteinen gesammelten
Exemplaren weit deutlicher erhalten hat, als in Kalkmcrgeln und Kalken. —
In allem Diesem scheint mir der Beweis zu liegen, dass man auf die
geringen Abweichungen bei den Tuberkeln innerhalb der Grenzen, wie sie
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(71)
Davidson t. 4, f. 15—28 und t. 5, f. 1—4 darstellt, nicht so viel Werth
legen darf, um darauf Speciesunterschiede zu begründen, wenn nicht noch
andere Kennzeichen hinzukommen.
Dass der inqere Bau der in unseren cenomanen Schichten vorkommen-
den Exemplare, welche A. Roemer als Terebratida pecUmüis bezeichnet
hat, mit dem von Davidson so schön abgebildeten aus der obersten Kreide
von Nor wich übereinstimmt, konnte ich an einigen Exemplaren aus der
Tourtia von Essen deutlich erkennen, an denen es mir gelungen ist, den
ganzen Brachialapparat bloszulegen; nur die Verbindung zwischen dem
Septum und der absteigenden Lamelle ist bei den Essen'er Exemplaren
etwa» dünner, als auf Davidson's Abbildung. Uebrigens constatirt ja auch
Davidson die Uebereinstimmung des Brachial -Apparates eines Exemplars
aus dem „Upper Green Sand" von Cambridge mit jenem aus dem „Upper
Chalk" von Nor wich. Von der Identität des Brachialapparats unserer im
Oaleriten-Pläner nicht seltenen Form habe ich mich durch eine Reihe von
Schliffen, die ich zu dem Zwecke in verschiedenen Richtungen ausgeführt,
überzeugt.
Die Muskelmale sind wenig deutlich.
Im Schnabel befinden sich zwei Zahnplattcn zu den Seiten des Delti-
diums, wie bei Macandreioiay Terebratella, Ithynchonella, etc.; dieselben sind
auch aus der oben citirton Abbildung bei Ooster deutlich zu ersehen.
Das Foramen ist in der Regel ziemlich gross und wird an den Seiten
von den beiden Platten des Deltidiums, vorn von dem Wirbel der kleinen
Klappe begrenzt. Ein Verwachsen der Deltidialplättchen mit einander oder
auch nur ein gegenseitiges Berühren derselben habe ich bei Megcrlda lima
nie beobachtet
Meine Ansicht über die systematische Stellung der in Rede stehenden
Brachiopoden-Art habe ich kürzlich bei Gelegenheit der Besprechung von
Megerleia tamarindus (Zeitschr. g. Ges. XVIII, p. 366) auseinandergesetzt.
Von dieser unterscheidet sie sich ausser dem inneren Bau durch weniger
scharfe Schnabelkanten und niedrige Area, durch das stets zweitheilige Del-
tidium, dessen Platten bei Meg. totnarindus oft zu einem Stücke verwachsen;
auch tritt in der Regel die verschiedene Wölbung der kleinen und grossen
Klappe bei M. lima mehr hervor als bei letzterer. — Sehr interessant war
mir eine briefliche Mittheilung von Ilerrn C. J. A. Meyer in London,
wonach derselbe in Veranlassung meiner oben erwähnten Notiz über M.
tamarindus eine Anzahl typischer Exemplare dieser Art von der Insel Wight
untersuchte und zu ganz ähnlichen Resultaten über den inneren Bau der-
»elben gelangte. — Meg. (Kingia) Raincourii E. Desl. aus französischen
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Tertiär-Schichten scheint mir durch ihre eigentümliche Form genügend ab
selbständige Art charakterisirt.
Dasa Ter. ovata Sow., arcuata Roem. ( = rugtdosa Morr.) und squamosa
Mant. zu derselben Section mit Meg. lima gehören sollten, wie Davidson
vermuthet, halte ich für sehr unwahrscheinlich, wie ich bereits weiter oben
erörtert habe.
Wegen der älteren englischen und französischen Synonymik verweise
ich auf Davidson; die auf das Vorkommen in Norddeutschland bezüglichen
Citate habe ich dagegen oben möglichst vollständig zusammengestellt Dass
Terebratula hippopus Gein.,' Reusa (non A. Roem.) nicht hierher gehört,
sondern zu der folgenden Art, habe ich schon an einer anderen Stelle er-
örtert. Wahrscheinlich ist auch Ter. pectoralis Reusa (Verst. t. 26, f. 12)
etwas Anderes, da daran keine Spur von dem gewöhnlich durchscheinenden
starken Dorsalseptum bemerkt wird.
Vorkommen. Eine sehr grosse Anzahl von Exemplaren von den
verschiedensten Fundorten und aus den verschiedensten Schichten liegt mir
vor. Am häufigsten findet sich die Art bei uns wohl in der Tourtia (Zone
des Catopygus carinatus und der Trigonia sulcataria) und im Galeriten-Pläner
(Zone des Inoceramus Brongniarti und Ammonitcs WooUgareü). Wenn auch
in Abrede gestellt werden muss, daas gewisse Formen derselben aus-
schliesslich auf bestimmte Schichten beschränkt seien, so ist es dagegen
doch sehr erklärlich und sogar natürlich, dass solche vorzugsweise in
bestimmten Schichten sich finden. In der Tourtia (von Essen, Quedlin-
burg) bleiben einmal die Exemplare meist ziemlich klein und ferner ist
die kleinere Dorsalklappe oft in der Wirbelgegend etwas abgeplattet, steigt
aber dabei ziemlich stark an; die Stirn ist gewöhnlich nach der Rückenseite
etwas aufgebogen. Aus dem gleichen Horizonte in Sachsen kenne ich nur
einige zweifelhafte Exemplare aus dem Grünsande des Tunnels von Oberau.
— In den übrigen Schichten des unteren (cenomanen) Pläners, -z. B. bei
Langelsheim, Neu-Wallmoden, Salzgitter, Wrisbergholzen, Sar-
stedt etc., ist die Art weit seltener als in der Tourtia und wird oft etwas
breiter. — Im Galeriten-Pläner (Zone des Inoceramus Brongniarti und Atnm.
Wooügarei) von Ahaus, Salzgitter, Vienenburg, Beuchte unweit
Goslar, etc. etc., sowie im Scaphiten-Pläner (Zone des Scaphites Oeinitzi)
von Salzgitter, Heiningen, Neinstedt bei Thale etc. kommen vor-
züglich diejenigen Formen vor, welche im Umrisse ein ziemlich regelmässige»
Fünfeck mit gerundeten Ecken darstellen und dabei eine verhältnissmässig
flache Dorsalschale besitzen; dabei sind jedoch alle anderen von Davidson
abgebildeten Formen auch vertreten, nur lässt der Erhaltungszustand die
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Warzen nicht so deutlich erkennen. Die Stirn ist oft nach der Rücken-,
zuweilen nach der Bauchseite etwas aufgebogen, in sehr seltenen Füllen
sogar schwach undulirt. Ein Fundort im sogenannten Orünsande der Um-
gebungen von Rothenfelde unw. Osnabrück, welcher zum oberen Pläner
gehören und dem Niveau nach der oberen Region des Scaphiten- Pläners
(Zone des Scaphites Grinitzi) entsprechen dürfte, zeichnet sich dadurch aus,
dass die Exemplare dort eine ungewöhnliche Grösse erreichen (bis 24 Mm.
Länge bei 21 Mm. Breite und 14 Mm. Dicke), und dass fast bei allen die
Stirn schwach nach der Seite der Ventralklappe zu gebogen ist. — Ziemlich
gross werden auch die Exemplare in der oberen Kreide mit Bclemnites qua-
dratus, woraus ich sie namentlich von Biewende unw. Wolfenbüttel
und von Linden bei Hannover besitze; wahrscheinlich gründet sich auf
letzteres Vorkommen Oberbergrath Heinr. Credners Citat des Magas pu-
imlus von der genannten Locaütät, sowie die an derselben Stelle citirten
Fundorte Rethen und Krohnsberg auf das Vorkommen der Megerleia
lima im dortigen cenomanen Pläner sich beziehen (vgl. Schloenb., Krit.
Stud. in Pala;ontographica XIII, b", p. 296). Aus der weissen Kreide mit
Behtnnites muaonutus des nordwestl. Deutschlands liegen mir nur einige
sehr kleine Exemplare unserer Art von Ahlten vor, welche jedoch die
Species- Charaktere, sowie besonders die Tuberkeln der Schale, schon sehr
deutlich erkennen lassen. Auch von Rügen wird dieselbe von Boll aus
dieser Schicht angegeben. — Sie ist auf diese Weise bis jetzt aus allen
norddeutschen Kreide-Schichten zwischen der Tourtia und der oberen Kreide
mit Bei. mttcronatus nachgewiesen, mit Ausnahme des rothen Pläners mit
Inoceramus labiatus und des Cuvieri- Pläners; doch sind diese beiden Schichten
überhaupt der Specieszahl nach bei uns sehr arm an Molluskenresten.
Das Vorkommen in der Kreide Böhmens und der deutschen Alpen ist
nicht sicher verbürgt; dagegen scheint sie in der galizischen Kreide vor-
banden zu sein, von wo Kner eine Ter. formosa beschreibt, die ausser-
ordentlich grosse Aehnlichkeit mit gewissen Formen unserer Art hat. —
Bei Maestricht wird sie von Bosquet mit einer zweiten Art angegeben,
lieg, pustulosa, deren Beschreibung und Abbildung noch zu erwarten ist. —
In Belgien findet sich Megerleia lima in der Tourtia (Terebr. subconatva,
arenosa Arch.) und in der oberen Belemnitenkreidc. — Die Verbreitung in
Frankreich und England stimmt mit derjenigen im nordwestlichen Deutsch-
land übercin. — Sucss1) nennt sie auch aus der portugiesischen Kreide.
Selbst über Europa hinaus scheint diese Art verbreitet zu sein; denn die
\» 8iug*ber. Wien. Ak. XLII, p. 594.
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Beschreibung und Abbildung, die F. Roemer von seiner Ter. Wacoensis
aus der Gegend von Neu-Braunfels in Texas giebt, stimmen so gut mit
unseren norddeutschen Plänerf ormen , dass man an der Identität kaum
zweifeln kann.
Mapas ffeinitzi U. Schloenbach 1866.
1866. Magas Geinitzi U. Schloenb., in N. Jahrb., p. 575.
- — — — - Krit. Stud., p. 32, t 2, f . 4—8.
Zu der in meinen „kritischen Studien" (a. o. a. 0.) gegebenen Be-
schreibung habe ich Nichts hinzuzufügen.
Bemerkungen. Die restaurirte Figur 5' auf t. 2 meiner genannten
Schrift ist insofern nicht ganz nach Wunsch ausgefallen, als die einzelnen
Theilo des Brachialapparats, welcher in Wirklichkeit aus papierdünnen La-
mellen besteht, in derselben sehr massiv erscheinen.
Vorkommen. Zu den früher von mir angeführten Fundorten habe
ich einige weitere Bemerkungen zu machen. Ob von den Steinkernen aus
dem Grünsandc von Quedlinburg am Harz einige zu dieser Art gehören,
dürfte schwer mit Sicherheit zu entscheiden sein; vielleicht gehören sie alle
nur verschiedenen Varietäten der so sehr veränderlichen Megcrlcia lima an,
welche in selteneren Fällen auch wohl eine schwache Längsdepression in
der Stirngegend der kleinen Klappe zeigt. — Dagegen konnto ich mich an
den Originalen der Tcrebratula ovoides vor. minima Gein.') im Dresdener
Museum überzeugen , dass auch diese nur kleine Exemplare des M. Geinitzi
sind; es kommt also der Fundort: Serpula-Sand (oberste Schicht des unteren
Quaders, äquivalent dem Grünsande des Elbstollens) von Banne witz unw.
Dresden hinzu. — Aus Böhmen wurden mir kürzlich einige dem Frager
Museum gehörige Exemplare durch die Güte des Herrn Custos Dr. A. F ritsch
zur Untersuchung mitgethcilt, von denen ein fragliches nach den Angaben
dieses thätigen Paläontologen von Klein Herrendorf (Knezivka) aus
den der Tourtia entsprechenden Schichten, eins von Vehlovice aus Schich-
ten „zwischen Tourtia und Senon" und zwei andere von Chlomek aus
„oberstem Senon" stammen; alle diese gehören mit Bestimmtheit derselben
Species (M. Geinitzi) an8).
') OeiniU, Charakt. I, p. 17, t. 17, f. 10; 1830.
*) Im k. k. Hof-Miucralien-Cubinet zu Wien befinden «ich Exemplare des Magiu.
Geinitzi niobt nur aus dem „Exogyrcii-Saiidstein" Böhmens, der, wie ich oben in der Ein-
leitung erwähnt, höheren Schichten als dem Cenomaii angehören dürfte, sondern auch toii
Kutschlin bei Bilin au* dem „oberen Planer* (mit Micratter Michelini) und toii
Kieslingswalde in Schlesien aus den dortigen petrcfactenreicl.cn Gesteinen, die, wenn
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Argiope decemcoslata A. Itoem. sp. 1841.
1841. Terebratula decemcostata A. Roem., Kreid., p. 41, t 7, f. 13.
1B'>0. — _ Gein., Quadersandst., p. 212.
1853. Argiope dtcemcostata 8uess, Wien. Sitzgsber. XI, p. 992, t. 3, f. 1 (non
Arg. decemcostata Dav. 1852).
1854. Terebratula dccemcostata K. Roem., in Zeitechr. g. Ges., p. 137.
1855. Argiope megatrema Dav., Mon. Cret. Br., p. 101 z.Th., t. 12, f. 36, SO
(non f. 31. 32, 84, non Ter. megatrema 8ow.).
1859. Argiope megatrema 8tromb., in Zeitachr. g. Ges. XI, p. 89.
18Ü0. Argiope decemcostata Schloenb., Krit. 8tud., p. 46.
Beschreibung. Grosse, breite, massig gewölbte Art, deren grösste
Breite durch die Schlosslinic bezeichnet wird; an derselben Stelle ist auch
die grösste Dicke. Durchschnittliche Dimensionen: Länge 7— 8, Broite 6— 7,
Dicke 4«/, Millim. Die Scbalenoberfläche ist mit etwa 10-14 gleichmas-
sigen, abgerundeten, aber hohen Bippen verziert, welche auf beiden Klappen
so von den Wirbeln bis zur Stirn gehen, dass die beiderseitigen an der
Stirn auf einander treffen und nicht, wie z. B. bei den Rhynchonellen,
alterniren. Die Verbindungslinie beider Klappen liegt auf diese Weise nicht
nur in einer Ebene, sondern bildet einen gleichmässigen , fast genau halb-
kreisförmigen Bogen. — Die grössere Klappe, die stärker gewölbt ist, als
die fast ganz flache kleinere, besitzt einen stumpfen, von geraden Kanten
begrenzten, nicht gekrümmten, aber doch auch nicht stark abstehenden
Schnabel, dessen ganze Rückenseite von einer platten, breiten und niedrigen,
vertical gegen die Schlosslinie fein gestreiften Area eingenommen wird.
Diese Area ist von einem dreieckigen Foramen durchbohrt, welches die
beiden schmalen , seitlichen Deltidial - Plättchen von einander trennt. — Die
kleinere Klappe besitzt eine gerade Schlosslinie , deren Wirbel zuweilen —
offenbar in Folge der engen Anheftung der Muschel vermittelst des Fuss-
muskels an einen fremden Körper — etwas abgeplattot oder sogar ausge-
schnitten ist ').
nicht jünger, jedenfalls nicht Älter »ind, als die „Scapbiten-Schichten" (oder der «obere
PlÄnerkalk 44 ) von Strehlen and Handorf etc. Die „obersten Senon-Scbichten* von
Chlomek dürften nach Allem, was ich bei meiner Anwesenheit in Prag (nach Abschluss
dieses Manuscriptes) durch die Gefälligkeit der Herren Dr. Fritsoh und Prof. Krejci
daraus gesehen, dem unteren Nireau der norddeutschen „ Quadraten-Kreide * entsprechen,
wie solches bei Gehrden, Bülten, am 8udmerberg bei Goslar, u. s.w. entwickelt ist.
— Es sind dies neue Bestätigungen für meine Annahme der grossen horizontalen und
verticalen Verbreitung dieser kleinen interessanten Muschel. — Nachgetragen in Wien,
Ende März 18G7. U. Sehl.
*) Nachdem ich die Präparate der inneren Organisation gesehen, welche Suess im
k. k. Hof-Mineralien-Cabinet zu Wien ausgeführt hat, darf ich unter Bezugnahme auf
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Bemerkungen. Uober die Beziehungen der Argiope dccemcostata zu
don verwandten Arten habe ich mich an einer anderen Stelle schon genü-
gend ausgesprochen. Ryckholt1) vergleicht mit Argiope deectiwostata anch
seine Argiope fwzaylochis, welche ich früher übersehen hatte ; dieselbe weicht
von jener, sowie von den meisten Kreidearten durch die drei Dorsalseptn
ab, und ähnelt in dieser Beziehung besonders der Arg. dejwcssa Orb. sp.
und Arg. Davidsoni Bosq., von denen sie sich dagegen wioder durch ihre
viel schmaleren und schärferen Rippen, von ersterer auch durch die viel
geringere Anzahl derselben unterscheidet.
In neuester Zeit sind noch einige neue Arten aus dieser Gattung
beschrieben, auf die ich zur Vervollständigung meiner früheren Liste hin-
zuweisen nicht unterlassen will. Dieselben linden sich in Zittel, Bivalven
der Gosaugebilde (Argiope ornata Suess) und in Seguenza, Paleontologia
malacologica dei Terreni terziarii del Distretto di Messina (Memorie della
Soc. italiana di sc. natur. , I). Auch Davidson hat im vorigen Jahre in
den Proceedings of the Zool. Soc. of London, Febr. 13, 186G, p. 103) zwei
neue lebende Arten von Argiope beschrieben; ebenso Crosse und Fischer
im Journ. de Conchyliol. XVI, 3- serieVI, p. 2G9, vom 1. Juli 186G, zwei
neue Arten von Guadeloupe.
Ferner benutze ich diese. Gelegenheit, einen Irrthum zu berichtigen,
der sich in meine eben erwähnte Liste eingeschlichen hat. In Ueberein-
stimmung mit dem in Suess, Wohnsitze der Brachiopoden , enthaltenen
kritischen Verzeichnisse der lebenden Arten hatte ich dort die von David-
son beschriebene Waitonia Valenciennesi als Argiope Vcdeticieimesi angeführt,
während inzwischen Reeve darauf hingewiesen hatte'), dass diese Art nur
der Jugendzustand von Ter. Evansi und mit dieser richtiger zur Gattung
Magas zu rechnen sei. Danach würde diesem letzteren Genus eine weit
grössere Lebensdauer zukommen, als man früher annahm.
Vorkommen. Argiope decemcostata A. Roem. sp. ist bis jetzt nur
aus dem Grünsande von Essen bekannt geworden und gehört auch dort
dessen genaue Beschreibung derselben constatiren , das» diese Präparate Bosquet's Ver-
mutbung (Monogr. Brach. Limb., p. 40, Anm. 2), es kannten die von 8uess erwähnten
und abgebildeten, nach innen gerichteten dornartigen Fortsätze der Schleife (1. c , t 3,
f. 1 M) Reste der Lamellen sein, die Bosquet (1. c, p. 40, t. 5, f. 13a etc.) an den
8chleifenbändern der nur mit einem Dorsalseptum versehenen Arten beobachtet hat, nicht
bestätigen. Vielmehr scheinen jene Fortsätze wirklich ein genaues Analogon der von
Suess in so ausgezeichneter Entwickelung bei Stringocephalus nachgewiesenen zu sein.
Wien, Ende März 18G7. ü. 8ohl.
') M61anges paleontologiques II, p. 171, t. 18, f. 13—15; 1864.
») Monograph of the genus Terebratula, spec. 31, Febr. 1861.
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ku den Seltenheiten; nur etwa 10 Exemplare dieser interessanten Art habe
ich in den verschiedenen Sammlungen (Dresd. Mus., Berl. Mus., Mimst.
Acad., Ung. Samml., Schloenb. Samml. und im Hof-Min.-Cab. zu Wien)
gesehen. Sie ist in den cenomanen Schichten Deutschlands die einzige Ver-
treterin ihrer Qattung.
Thecidinm digitatum G. B. Sow. 1823.
T. 23 (III), f. 14.
1798. TercbratuU qui se raproche des Grame», Faujas, Mont St. Pierre, p.116,
162, t 26, f. 16.
1828. Thecidium digitatum G. B. Sow., Gen. of Shells, No. 20, t £
1828. Theädea hieroglyphica Defr., Diet LIII, p. 435.
1837. — digitata Bronn, Leth. p. 604.
1839. — tetragona A. Roem., Ool. Nachtr., p. 22, t. 18. f. 4.
1841. — tetragona A. Roem., Kreid., p. 36.
— — Etsensis A. Roem., — p. 86.
— — digitata Goldf., II, p. 290, t 161, f. 6.
— — hieroglyphica Goldf., II, p. 290 %. Th.
1847. — digitata Arch., in Mem. geol. Fr. 2, II, p. 350.
— — tetragona Orb., Cret. IV, p. 152, L 622, f. 1—6.
1850. — digitata Gein., Quaderaandst., p. 215.
1852. — — Qu., Handb., p. 495, t, 40, f. 7, 8.
— — — Gieb., Deutschi. Petr., p. 441.
— — tetragona — — —
1853. — digitata E. Eud. — Deal., in Mem. Linn. Nonn , 1853, IX,
t. 12, f. 14.
— — digitata Saess, in 8ttzgsber. Wien. Ac. XI, p. 1004 (13), t. 3, f. 3.
1854. — digitata F. Roem., in Zeitachr. g. Gea. VI, p. 136.
— Thecidium digitatum Dar., Claas. Brach., p. 79, t. 6, f. 40.
1856. — digitatum Saegg & Dar, Claas. Brach., t. 2, f. 9.
1859. Thecidea digitata Stromb., in Zeitschr. g. Ges. XI, p. 39.
— Thecidium digitatum Bosq. Brach. Limb., p. 30, t. 8, f. 15, t. 4, f. 1—3.
1860. — — Bosq., Faun. Flor. p. 390, no. 550.
1864. Thecidium tetragonum Herrn. Credn., in Zeitachr. g. G. XVI, p. 669,
t. 21, f. 6-9.
Beschreibung. Grosse Art von unregelmässigen, aber rundlichen
Umrissen, in der Regel etwas breiter als lang, ziemlich stark gewölbt.
Grosse Klappe am Schnabel mit einem mässigen Theile ihrer Oberfläche
unregelmässig an fremde Körper angewachsen, stark und ziemlich gleioh-
mässig gewölbt, durch die Anwachslinien nur schwach gerunzelt; Pseudoarea
ziemlich gross, dreieckig und meist scharf begrenzt, mit einem deutlichen,
schmalen Pseudo-Deltidium versehen. Die kleine Deckelklappe ist aussen
platt oder nur sehr wenig gewölbt und besitzt einen fast geraden Schloss-
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47S
rand, über den sich der in das Pscudodeltidium der grossen Klappe ein-
greifende ziemlich breite Schlossfortsatz erhebt. Der Wirbel befindet sich
sehr nahe am Schlossrande. Die grösste Breite ist in der Nähe des Schloss-
randes. Durchschnittliche Grösse: Lunge = 10 Mm., Breite = 12, Dicke
= 51/, Mm.
Im Innern der grossen Klappe ragen die von dem stark verdickten
Schnabel ausgehenden, mit einander verwachsenen zarten Lamellen, welche
„das Schälchen" („la coque" bei Lacase-Duthiers) bilden und nach
Lacase-Duthiers ') dem Adductor-Muskel (oder Occlusor nach Hancock) als
Anheftungspunkte dienen, unter der Area in die Eingeweide -Höhle hinein.
Die mittlere dieser Lamellen ist in ihrem hinteren Theile einerseits mit der
Innenwand der Pscudoarea, andererseits mit der gegenüberstehenden Wand
der Klappe verwachsen und steht nur zu oinem kleinen Theile frei vor; die
beiden anderen seitlich damit verwachsenen Lamellen lehnen sich anderer-
seits z. Th. an die stumpfe Zahnleiste an, welche durch das beim Wachsen
' erfolgende successivo Vorrücken der Schlosszähne entstanden ist, sind jedoch
nicht damit verwachsen und ragen ebenfalls mit ihrem vorderen Theile frei
in die Eingeweidehöhle hinein. Die beiden grossen seitlichen Muskelcindrücke
lassen bei dem Erhaltungszustande der mir vorliegenden Exemplaro keine
getrennte Haftstellen für verschiedene Muskel erkennen, wie Dr. Herrn.
Credner abgebildet hat; bei jüngeren Exemplaren sind sie deutlieh be-
grenzt, stark vertieft und durch einen breiten, hügelartig längs der Mitte
vorstehenden Zwischenraum von einander getrennt; bei grossen ausgewachse-
nen Exemplaren und bei schlechterer Erhaltung werden die Eindrücke
undeutlicher und diese Unebenheit der Innenseite der Klappe verschwindet
fast ganz. Boi guter Erhaltung sind meistens in der mit ziemlich feinen,
gewöhnlich undeutlich in radiale Reihen geordneten Granulationen gezierten
Eingeweide-Höhle eine Anzahl sehr seichter Radialfurchen angedeutet, welche
mit den Digitationen des Brachialapparats der kleinen Klappe correspondiren.
— Ein verdickter Saum (biseau Eug. Desl.) fangt erst bei grösseren Exem-
plaren an sich deutlich auszubilden und ist dann meistons ziemlich scharf
gegen die Eingeweide-Höhle begrenzt; derselbe scheint oft nicht ganz von
dem Rande der anderen Klappe bedeckt zu sein.
Die kleinere Dorsalklappe zeigt einen sehr complieirten inneren Bau.
Sie ist von einem fein granulirten nach aussen schräg abfallenden Saume
umgeben, an den sich oft bei vollständiger Erhaltung noch ein dünner
•) Histoire naturelle des Brachiopodes vivants de la Mediterranee , in Annales de«
Science« Natur., 4— »ect, Zool., XV; 18<H.
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gerader Rand anschließt, welcher bei geschlossenen Klappen offenbar den
8aum der grossen Klappe bedeckt hat. Vom Saume aus, mit dem der
Brachialapparat (mit Ausnahme der nur selten erhaltenen, aus den mit ein-
ander verwachsenen Querfortsätzen gebildeten und frei über dem Eingange
in die Eingeweide-Höhle schwebenden, hohen, granulirten Brücke) so ver-
wachsen ist, dass man denselben nicht davon unterscheiden kann, erstrecken
sich nach innen ebenfalls schräg ansteigend eine Anzahl von 5 — 15 Digi-
tationen, von denen einige wenige zuweilen von einem mittleren Haupt-
stamme ausgehen. Zwischen diesen befinden sich vertiefte glatte Gruben,
welche zur Aufnahme der Digitationen des Mantelapparats dienen. Dieser
ist deutlich von der Brücke getrennt und besteht aus einem, zum Schlosa-
rande sich hinziehenden dichten kalkigen Gewebe, welches aus einem
Hauptstamme und den von diesem ausgehenden, an Zahl den eben erwähnten
Gruben gleichen und mit ihrer Unterseite mit dem Grunde derselben ver-
wachsenen Digitationen zusammengesetzt ist. Der Hauptstamm selbst zeigt
an der der Brücke zunächst liegenden Seite in der Mitte in der Regel einen
mit der Spitze nach vorn gerichteten Ausschnitt; doch ist dieser Theil nur
selten erhalten. Zwischen allen diesen Vorrichtungen und der inneren
eigentlichen Schalenwand befindet sich ein hohler Raum, der durch verticale
Wände, welche jene eben beschriebenen vorragenden Aeste des Brachial-
apparats stützen, in eben so viele kammerartige, nach der Stirn zu blind
endigende Abtheilungen getheilt wird; die hochsto und kräftigste und zu-
gleich am Weitesten nach rückwärts (nach dem Schlosse zu) reichende Wand
stützt den mittleren Hauptast.
Die Punktirung der Schale ist ziemlich grob und unregelmäßig.
Bemerkungen. Die Synonymik dieser Art ist von Bosquet in seiner
Monographie der Limburger Kreide-Brachiopoden aufgeklärt und eingehend
besprochen. Zuerst war dieselbe aus der Tuffkreide mit Bei. tnucronatus
von Maestricht abgebildet und später beschrieben worden. Goldfuss
führte sodann neben Thccidea hippoerepis (s. u.) aus dem Grünsande von
Essen: Thecidea digitata und aus den Schichten von Maestricht und von
Essen: Thec. hieroglyphica an. Letzterer Namen , wozu die Abbildung nach
einem Exemplare von Maestricht gemacht zu sein scheint, dürfte zwei
verschiedene Arten umfassen, von denen für die eine (der oberen Kreide
mit Bei tnucronatus angehorige) nach Bosquet's Vorgange der Namen
Thecidium hieroglyphicum Goldf. beibehalten werden kann, während die
andere von der nahestehenden zweiten Art, Thecidium digitatum, schwerlich
zu trennen ist. Es kommen nämlich allerdings in der Essener Tourtia mit-
unter Formen vor, die sich dem Thecidium hieroglyphicum, wie es von
(«) 31
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Bosquet fixirt ist, nähern; indessen habe ich unter den sehr zahlreichen
von mir untersuchton Exemplaren bestimmte Uebergänge zu letzterer Art,
welche sich durch die fast sämmtlich von dem mittleren Hauptstamme aus-
gehenden Aeste des Arrogerüsts auszeichnet, nicht gesehen; vielmehr lassen
sich dieselben alle leichter auf Thec. digitatum zurückführen. Dasselbe gilt
in Bezug auf F. Roemer's Angabe des Thec. digitatum und hieroglyphicum
von Essen. F. A. Roemer glaubte 1841 die bei Essen vorkommende
Art von Th. digitatum trennen zu müssen und benannte dieselbe neu als
Thecidea Essensisy ebenso wie die ihm nur sehr unvollständig bekannte Art
des Hila -Thecidea teiragona. Indessen haben spätere Autoren, namentlich
z.B. Suess und F. Roemer, die beiden erstgenannten Arten schon wieder
mit einander vereinigt uud Bosquet meint, dass Th. Essenais Roem. höch-
stens als eine Varietät des echten Maestri cht'er Thec. digitatum betrachtet
werden dürfe. Auch mir ist es nach Vergleichung der schönen Abbildungen,
die Bosquet von der Maestricht'er Art veröffentlicht hat, sowie nach
Untersuchung guter Typen von Maestricht selbst nicht möglich gewesen,
irgend welche constante Unterschiede zwischen den Formen aus diesen beiden
verschiedenen Schichten aufzufinden. Einzelne scheinbare Abweichungen der
Essener Exemplare von den Bos quet 'sehen Abbildungen erweisen sich
lediglich als Folge des schlechteren Erhaltungszustandes der ersteren; denn
wenn man ähnlich erhaltene Maestricht'er Exemplare vergleicht, so zeigen
sich dieselben Abweichungen und umgekehrt stimmen die besterhaltenen
Essen'er und Plauen'er Exemplare mit denen von Maestricht überein.
Auch die scheinbaren Unterschiede des Thcädium teiragonum A. Roem. aus
dem norddeutschen Neocom sind, wie ich mich durch Untersuchung von
weit über hundert Exemplaren von einer ziemlichen Anzahl verschiedener
Fundorte und aus verschiedenen Schichten überzeugt habe, durchaus un-
beständig ').
Bei meiner oben gegebenen Beschreibung habe ich vorzugsweise gut
erhaltene Essen'er Exemplare zu Grunde gelegt.
Neben Thecidium hieroglyphicum, dessen wichtigster Unterschied schon
oben angeführt ist, scheint Thecidium corrugatum Boll') sehr nahe mit Th.
digitatum verwandt zu sein; indessen ist jene Art zu ungenügend bekannt
als dass man über das Verhältniss zu unserer Art mit Sicherheit urtheilen
') Die im Hof-Mineralien-Cabinet zu Wien befindlichen Exemplare eines Thecidium
aus den Keoeom-Schichten von Pitulat bei Steierdorf im Banat, ron denen 8nes« a
o. a. 0. spricht, stimmen ganz mit den Vorkommnissen im Neocom des nSrdl. Deutschlands
flberein. - Wien, Ende Marz 18«7. U. Sehl.
•) Mekl. Arch. X, p. 34.
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(80
könnte. Die von Boll angegebenen äusseren Merkmale sind bei den The-
cidien theih überhaupt sehr inconstant, theils oft von dem Erhaltungszustände
abhängig.
Einige Aehnlichkeit mit Tftec. digitatum haben auch die liasischen Arten
Tkecidium complanatum Eug. Desl.1), Thecidittm Mayale Eug. Desl.«) und
Thecidium submayale Eug. Desl. 3) ; indessen ergeben sich die Abweichungen
bei einer genaueren Vergleichung der Abbildungen leicht von selbst.
Vorkommen. Thecidium digitatum findet sich in der Tourtia von
Essen besonders häufig bei Frohnhausen in den dortigen losen Sand-
Schichten , wo diese Art von Rhynchonella paucicosta , Tcrebratella (?) Jßeau-
monti, Megerleiu lima, Terebratula depressa etc. begleitet wird. In neuerer
Zeit wurde sie in kleineren Exemplaren auch in der Tourtia von Plauen
bei Dresden mehrfach gefunden; ich verdanke mehrere deutliche Stücke
von dort der Güte des Herrn Prof. Geinitz in Dresden und eine grössere
Anzahl bewahrt das Dresdener Museum. — Aus den übrigen deutschen
Tourtia -Gebieten ist sie noch nicht bekannt geworden; dagegen findet sie
sich in den gleichen Schichten bei Tour nay, wo sie jedoch ziemlich selten
zu sein scheint. — In den zwischen den cenomanen Grünsanden und der
senonen Kreide liegenden Ablagerungen ist Thecidium digitatum, sowie über-
haupt die Gattung Thecidium in Norddeutschland noch nicht aufgefunden
worden; dagegen tritt zuerst schon in verschiedenen Schichten des nord-
deutschen und französischen Neocoms, sowie später in der oberen senonen
Kreide — namentlich in den Schichten mit Bei. mttcronatus — nicht nur
überhaupt die Gattung Thecidium wieder häufig auf, sondern auch eine Art
derselben, die — wie ich schon oben ausgeführt — von dem cenomanen
Thecidium digitatum nicht unterscheidbar ist. Solche Lücken in der verti-
calen Verbreitung einer Gattung und noch mehr einer Art sind gewiss eine
ungewöhnliche Erscheinung und können wohl nur durch die Annahme eine
einigermassen genügende Erklärung finden, dass die localen Verhältnisse
an allen denjenigen Orten, wo jene zwischenliegenden Gault-, oberen Ce-
noman- und Turon- Schichten bis jetzt beobachtet und ausreichend unter-
sucht sind, nicht die Lebensbedingungen für die Gattung Thecidium und
speciell für Thecidium digitatum boten, dass aber gleichzeitig in andern
Gewässern, deren Niederschläge jedoch in paläontologischor Beziehung noch
nicht genügend bekannt geworden sind, die Art so lange fortlebte, bis sich
') Etodeg crit. I, p. 3, t. 1, f. 1—2; 18G2.
*) In M6m. Linn. Norm. IX, 1853, t 12, f. 1 — 12, t. 13, f. 1—8; X, 1854, t. 5, f. 6, 7;
Cotrche * Lcpt., p. 33, t. 2, f. 13, 14; 8nesi, Clara, d. Brach. Dav., t 2, f. 10.
») M6m. Linn. Norm. IX, 1853, t. 12, f. 18. t. 13, f. 3, 4.
(6») 31*
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482
die Schichten des Petersberges von Mac s tri cht ablagerten, in deren oberen
Lagen Thec. digitatum wieder in ziemlicher Häufigkeit auftritt. In der That
findet sich auch eine Andeutung von diesem Fortleben des Thec. digitatum
in der Angabe Bosquet's (Faun, en FL, p. 390), welcher das Vorkommen
desselben in der unmittelbar über dem sogenannten Aachener Sande folgen-
den Schicht 29) seiner Tabelle, also in der Unterregion der Kreide mit
Bei. quadratus anführt.
Entsprechend dieser offenbar sehr grossen verticalen Verbreitung, welche
durch eine lange Lebensdauer der Species bedingt ist, zeigt sich auch die
horizontale (geographische) Verbreitung des Thecidium digitatum als eine
nicht geringe, indem dasselbe nach den bisherigen Beobachtungen seinen
ostlichsten Fundort bei Dresden, seinen westlichsten im mittleren Frank-
reich hat. In der obersten Kreide des nordlichen Frankreichs, die in
mancher Hinsicht so grosse Aehnlichkeit mit der Tuffkreide von Macstricht
hat, scheint sie dagegen zu fehlen, obwohl andere Arten derselben Gattung
dort nicht selten sind.
Thecidium verniicnlare Schloth. sp. 1813.
T. 22 (II), f. 9, 10, t. 23 (III), f. 12, 13.
1798. Terebratule qui parait inedite Fauja», Mont. 8t. Pierre, p. 160, t. 26, f. 12.
1813. Tcreltratulite* vermicularis Sohloth., in Min. TWh. VII, p. 113
1820. — — Petref., p. 272.
1830. CranioUtes vermicularis Sohloth., System. Vera., p. 62.
1841. Thecidea hippocrepis Ooldf., Petr. II, p. 289, t. 161, f. 4.
1852. — — Oieb., DcuUchl. Petr. p. 441.
18"»3. — vermicularis ßucss, in Sitzgsber. Wien. Ak. XI, 8eparut»ln]r. i. 1, J.
1854. — hippocrepis F. Rocni., Zeifechr. g. Öe». VI, p. 136.
1859. Thecidium termiculare Bosq., Mon. Brach. Limb , p. 26, t. 3, f. 4 — 11.
Beschreibung. Massig grosse Art, deren Umriss, von der Rücken-
seite gesehen, die Form eines dem Rechteck sich nähernden Trapezes mit
abgerundeten Ecken hat, dessen Basis etwas breiter ist, als die gegenüber-
liegende Seite und dessen Höhe etwas grösser als die Breite; stark gewölbt.
Gewöhnlichste Dimensionen: Länge = 7, Breite = 6, Dicke = 5 Mm.
Grosse Klappe an dem wenig gekrümmten Schnabel mit einem ziemlich
grossen, fast rechtwinklig zu der durch die Klappenränder gelegten Ebene
stehenden ziemlich grossen Theile ihrer Oberfläche unregelmässig angewachsen,
stark und gleichmässig gewölbt, an der Stirn in der Mitte nur wenig in die
andere Klappe eingreifend. Anwachslinien undeutlich, l'seudoarea und
Pseudodeltidium sehr undeutlich begrenzt.
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483 (83)
Kloine Klappe flach oder nur wenig gewölbt; Scheitel sehr nahe dem
Schioasrande; Schlossrand eine ziemlich gerade Linie bildend, über welche
hinaus der viereckige, von den beiden Zähnen der Vcntralklappe einge-
schlossene Schlossfortsatz in das Pseudodeltidium eingreift.
Der innere Bau beider Klappen ist ziemlich complicirt.
In der grösseren Klappe ragen die zu beiden Seiten des Pseudodeltidium»
stehenden, ziemlich kräftigen Zähne aus dem stark verdickten Schnabel in
die Eingeweidehöhle hinein. An sie lehnen sich die boiden das „Schlichen"
bildendeu dünnen vorragenden Lamellen an, die indessen nicht damit ver-
wachsen, andererseits aber in der Mitte an der Lamelle befestigt sind, welche
das Pseudodeltidium mit der Mitte der gegenüberstehenden inneren Wand der
Klappe verbindet und so die Schnabelhöhle vertical in zwei getrennte Hälften
theilt. An den äussersten, glatten Schalenrand schliesst sich nach innen
ein ziemlich schmaler und flacher, unregelmässig radial granulirter Raum,
welcher nach hinten zu breiter und von einer geschwungenen Linie deutlich
begrenzt wird; derselbe correspondirt vollkommen mit dem schräg abfallen-
den Saume der anderen Klappe. Von der Mitte der Stirn aus geht ein
mehr oder weniger breiter und markirter Längswulst bis in den Schnabel;
derselbe ist namentlich nach hinten zu mit groben unregelmässigen Tuber-
keln dicht besetzt. Zu seinen beiden Seiten befinden sich die beiden tiefen
und raeist ziemlich scharf begrenzten, länglichen Divaricatormale, über denen
sich zuweilen noch Spuren der zuerst von Bosquct bei Thecidium vermi-
culare entdeckten „lamelles supradivaricateurs" befinden, welche einen Theil
des Mantelapparats ausmachen. Der ganze übrige Raum der Eingeweide-
höhle mit Ausnahme der glatten Muskelmale ist ebenfalls mit Tuberkeln
dicht besetzt. — Neben den Zähnen befinden sich auf der Innenwand die
Eindrücke des Ventral-Adjustormuskels.
Die kleinere Dorsalklappe ist von einem breiten, schräg abfallenden,
fein gekörnten Saume umgeben, welcher an der Stirn am flachsten ist,
nach dem Schlossrande zu aber immer steiler ansteigt und nach hinten
ziemlich weit über den Schlossrand hinausragt. Mit ihm ist die Schleife,
deren Querfortsätze über dem hinteren Theile der Eingeweidehöhle zu einer
schmalen Brücke sich vereinigen, an den Seiten vollständig verwachsen;
von der Stirn aus erstreckt sich ein Hauptstamm des Brachialapparates von
grösserer oder geringerer Breite (nach hinten breiter werdend), der nur
sehr wenig über die Klappen wand mit seinen Rändern hervorragt, bis in
die Mitte des Schlossrandes; von da aus erheben sich seine läppen- oder
vielmehr zu ngen förmigen mit ihren aufgebogenen Rändern eine Rinne
bildenden Dissepimente frei über den Hauptstamm nach vorn; diese Dis-
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sepimente oder Digitationen scheinen die Zahl zwei oder drei gewöhnlich
nicht zu überschreiten; ihre Händer, wie die des Hauptstammes, sind mit
zarten Spitzen besetzt, erstere zuweilen auch stellenweise von kleinen Löchern
unregelmäßig durchbohrt. Ein mittleres Septum unterstützt, von der inneren
Klappenwnnd ausgehend, den Hauptstamm wie ein Strebepfeiler. — Der
Mantelapparat (früher gewöhnlich als absteigender Apparat bezeichnet) be-
steht auf jeder Seite hauptsächlich ans einem grossen ohrförmigen Lappen,
welcher am Rande feiu gefrans't und nach aussen zu oft siebförmig mit
unregelmässigen Löchern durchbohrt und fast an seiner ganzen Unterseite
mit der Innenwand der Klappe verwachsen ist; nur in der Nähe des Schloss-
randes erhebt er sich darüber und vereinigt sich vor der Brücke mit dem
Lappen der anderen Seite; zugleich reichen von hier aus einige schmale
Digitationen in die rinnenförmigen Dissepimcnte der Schleife.
Bemerkungen. Die obige Beschreibung bezieht sich auf jene aus-
gezeichnete Varietät dieser interessanten Art, die vorzugsweise in der Tourtia
Norddeutschlands vorkommt. Ich war anfänglich geneigt, dieselbe für eine
besondere Art zu halten ; doch erscheinen die abweichenden Merkmale theils
an und für sich sehr geringfügig, theils nicht constant. Die hauptsächlich-
sten Unterschiede von dem in der Mae strich t'or Kreide vorkommenden
Typus scheinen mir folgende zu sein : Zuerst ragt der zunächst dem Schloss-
rande befindliche Theil des Brachialapparates bei der Tourtia -Form viel
weiter nach hinten zurück, ja sogar nicht selten weiter als der Schlossfort-
eatz, doch kommt dies auch zuweilen bei den Exemplaren von Maeetricht
in gleicher Weise vor. Die von Suess (Brachialvorrichtg. bei d. Thec,
t. 1 u. 2) und von Bosquet (Mon. Brach. Limb. t. 3, f. 7, 8) gezeichneten
merkwürdigen Zotten, welche bei Thec. vermiculare von Macstricht den
Rand der äusseren Brachial-Lamellen besonders in der Nähe des Schlosses
zieren, sind bei der Essener Form nicht beobachtet; allein das dürfte um
ho mehr Folge des Erhaltungszustandes sein, als das von mir abgebildete
Exemplar aus der Tourtia von Plauen die Spuren dieser Zotten deutlich
erkennen lässt. Ferner haben bei gleicher Grösse die Exemplare von Essen
in der Regel eine geringere Anzahl von Dissepimenten oder Digitationen
sowohl des Brachial-, als des Mantelapparates; bei der typischen Form er-
hebt sich der ganze Bracbialapparat höher über die Innenwand der Klappe,
als bei der cenomanen; der Mantelapparat der letzteren ist mehr mit dem
ßrachialapparate verwachsen; indessen auch diese Merkmale erweisen sich
bei Untersuchung grossen Materials als unbeständig. In der grösseren Klappe
sind die Unterschiede noch geringer; doch hat die gekörnte Linie, welche
die Berührungsfläche dieser Klappe mit dem Saume der kleinen Klappe
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(85)
nach innen begrenzt, meistens einen etwas anderen Verlauf und tritt etwa*
deutlicher hervor; der mediane Längswulst und die zu seinen Seiten befind-
lichen Muskelmale sind stärker ausgeprägt, als bei der typischen Form;
der Schnabel ist breiter und in der Kegel niedriger und die Oberfläche
gleichmässiger gewölbt und ohne deutlichen Sinus.
Dagegen scheinen die Abweichungen der Tourtia-Form sowohl wie der
typischen von dem auch in unserer oberen Kreide (z. B. bei Ahlten mit
Bei. mucronatuSy Crania Ignabergensis , Parisietisis , Argiope Bucht, Magas
pumüus, Morrisia Suessi etc.) vorkommenden Thecidium Wetherelli Morris*),
welches sich gleich äusserlich durch den ausgesprochenen Sinus der grossen
Klappe unterscheidet, allerdings constant zu sein; auch der Brachialapparat
im Innern der kleinen Klappe ist bei der von Morris beschriebenen Art
sehr viel einfacher.
Unter den übrigen bekannten Arten von Thecidium könnte nur etwa
das aus den jüngsten Schichten der nordfranzösischen Kreide stammende,
durch seinen langen Schnabel ausgezeichnete Thec. recurvirostre Defr., von
dem Eug. Deslongchamps neuerdings ") eine prachtvolle Abbildung
gegeben hat, ferner das lebende Thecidium mediterraneum Risso und das
liasische Thec. Perieri Eug. Desl. mit unserer Art verglichen werden3); indessen
machen sich schon bei einer oberflächlichen Betrachtung der Abbildungen die
Unterschiede dieser Arten leicht bemerklich.
Thec. vertniadare scheint zuerst durch Goldfuss genauer bekannt ge-
worden zu sein, der als Fundorte seiner „Thecidea hippoerepia" die Tuff-
kreide von Maestricht und den Grünsand von Essen anführt. Dass der
Name Thecidium vermiculare Schloth. sp. die Priorität vor dem Goldfuss-
schen hat, wurde später von Suess und von Bosquet bewiesen.
Vorkommen. Die verticale Verbreitung des Thecidium vermiculare
ist nach den bis jetzt bekannt gewordenen Beobachtungen eine ziemlich
grosse. Es erscheint zuerst in der norddeutschen Tourtia, in der es in den
Umgebungen von Essen in Westphalen und von Plauen bei Dresden
stets in Begleitung des Thec. digitatum vorkommt. Zu bemerken ist dabei,
dass an ersterem Orte Th. digitatum sehr viel häufiger ist, indem etwa auf
S— 10 Exemplare dieser Art erst ein Exemplar des Th. vermiculare kommt;
♦) Ann. Mag. Ib51, t. 4, f. 1—8; Datidt., Oret. Brach., p. 14, t. 1, f. 15— 2G.
') Organig. Hant Brach., t. 3, f. 18.
J) Oute Abbildungen Ton Thec. mediterraneum finden sich z. B. in 8ue«s, CJassif. d.
Brach, t. Dar., p. G8, f. 29; Woodw., Man. of Moll., p. 221, f. 128; Daridson in
Geolog. Mag. I, 1. 1, f. 1—7, t. 2, f. 4 — 10, etc.; Ton Thec l'erieri in E. De*!., Mem. Lept.
Thec. t 11, f. 7, 8 und Org. Mant. Brach., t. 3, f. 14.
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beide finden sich dort vorzugsweise in den losen sandigen Schichten, ge-
wöhnlich mit der Bauchklappe auf Schwämme oder Bryozoen aufgewachsen.
Geschlossene Exemplare mit beiden Klappen kommen viel seltener vor, als
einzelne Rücken- und Bauchklappen. Dagegen überwiegt bei Plauen der
Zahl nach entschieden Thec. vermiadare. Im Oanzen habe ich aus beiden
Gegenden etwa 50—60 Exemplare untersucht Ungleich häufiger ist aber
unsere Art in der obersten Kreide mit Bei. mucronatus von Maestricht.
Die horizontale Verbreitung ist ebenfalls ziemlich gross, indem Thec. vermi-
ctdare in Sachsen, Westphalen und Holland, sowie angeblich auch auf der
Insel Möen (nach Puggaard) vorkommt.
Rhynchonella dimidiata Sow. sp. 1821.
T. 23 (III), f. 1—8.
1819. Terebratula diflbrmis Lam., An. i. Vert. YI, p. 255, no. 48 t. Th.
1821. — dimidiata 8ow., M. C. III, p. 138, t. 277, f. 5.
1822. — gaUina Brongn., En*. Par., p. 84, t. 9, f. 2.
1825. — lata Sow., Min. C. V, p. 105, t 502, f. 1 (non T. lata Sow.
M. C. 1, t. 100, f. 2; 1812).
1829. — latissima Sow., M. C. VI, Index.
1833. — depressa Buch., Ueb. Terebr., p. 58 i.Th. (Fundorte: Harre,
B e u v a i s ? )
— — alata Buch., Ueb. Terebr., p. 68 ».Th. (Fundorte: Teltsohen,
Martiguea?)
— — plicatilis Buch., Ueb. Terebr. p. 71 «.Th.? (Fundort: Essen)
1836. - lata 8ow. (in Fitton) Transact. Oeol. 8oc. IV, 1. 14, f. 1 1.
— — convexa Sow. — — — — — 1. 14, f. 12.
— — dilatataSow. — — — p. 343, t 18, f. 2.
1841. — gallina A. Roem., Kreid., p. 87.
— — latissima — — — t. 7, f. 4.
1848. — latissima Arch., in Mem. geol. Fr. 2, II, p. 330, t. 21, f. 7—9.
— — rostrata var. Arch. — — — — p. 380, 1 21, f. 10.
— — Scaldisensis Arch. - - - - p. 330, t. 21, f. 11.
— — Dufrenogi Aroh. — — — — p. 832, t. 22. f. 1.
— — Desnoyersi Arch. — — — — p. 332, t. 22, f. 2.
— — dubia Arch. — — — — p. 333, t. 22, f. 3.
1850. - compressa a) et b) Oein., Quader«, p. 210.
1850. — diffbrmis Dar., in Ann. Mag. nat. bist. 2, V, p. 445, 1. 15, f. 48.
1854. — gallina F. Rocm., in Zeitschr. g. O. VI, p. 36.
— — latissima — — — — — —
1855. RhynchoneUa compressa Dar., Cret. Br. p. 80, t. 11, f. 1-5, 1. 12, f. 25
(niobt T. compressa Lam , Orb.).
— — latissima Dar., Cret Br. p. 82, t 11, f. Ü— 22, t. 12, f. 24.
— — depressa var. A. Dar., Cret. Br., p. 92, t. 12, f. 30.
— - - — B. - — — — t. 12, L 28, 29.
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(87)
1857. Rhynchontlla laHattima Stromb., in N. Jahrb. p. 785 (nicht p. 780).
1859. - — - in ZeiUchr. g. Oes. XI, p. 38.
Bemerkungen. Nach sorgfältiger Untersuchung mehrerer Hunderte
von Exemplaren, an die ich mit der vorgefassten Meinung herangetroten
war, das» dieselben mehre — wenigstens zwei — wohl zu unterscheidende
Arten darstellten , bin ich zu der Ueberzeugung gelangt, dass alle jene
Formen, welche durch die in der obigen Synonymenliste angeführten Namen
bezeichnet werden und die in neuerer Zeit oft als Rh. compressa und latis-
sima unterschieden sind, nur als Varietäten einer einzigen allerdings sehr
veränderlichen Art betrachtet werden müssen. Alle von verschiedenen Au-
toren für die Unterscheidung dieser beiden Varietäten angegebenen Merk-
male erweisen sich, wenn eine genügende Anzahl von Exemplaren untersucht
werden kann, als durchaus inconstant, und namentlich ist es leicht, aus
den in der Tourtia (unt. Pläner Gein.) des Plauen'schen Grundes bei
Dresden vorkommenden Exemplaren eine ununterbrochene Reihe der deut-
lichsten Uebergangsstufen herzustellen, welche von den extremsten, ziemlich
flachen, grob- und scharfrippigen Formen bis zu den starkgewölbten und
«ehr feinrippigen hinüberführen, wie sie sich so schön bei Essen und
Tournay finden (T. scaldisetisis Arch.). Prof. Geinitz hatte dies schon
1850 mit grossem Scharfblick erkannt, vereinigte aber damit zugleich die
doch wohl verschiedene T. ala Markl. (= Rh. plkatilis Sow. sp.) ') und
adoptirte für diese so festgestellte Art den Namen Ter. compressa, indem
er von der meiner Auffassung nach irrthümlichen Ansicht ausging, dass die
grob gerippten Varietäten mit der typischen RJi. compressa Lam. sp. von
Man 8 (Sarthe) ident seien. Ich werde auf diesen Punkt unten zurück-
kommen.
Zu den bemerkenswerthesten bei uns vorkommenden Varietäten, welche
auch Davidson aus England sämmtlich abgebildet hat, gehören namentlich
folgende. Zunächst kommt es öfter vor, dass sich die Rippen durch Ga-
belung oder Einschaltung vermehren. Indessen findet dies vorzugsweise bei
der grobrippigen Form Statt, welche dem Typus der L amar ck'schen
compressa nahe kommt. Davidson scheint diese Varietät zu Rh. dcjtressa
gestellt zu haben; denn was er auf t. 12, f. 30 aus dem Upper (rreen Sand
von Warminster und dem gleichaltrigen Chalk with chloritic grains von
Oh ardstock als Rhynchondla depressa var. A. abbildet, stimmt genau mit
') Herr Fror. Qcinitz i«t jetzt ebenfalls der Ansicht, dass T. ala Markl. von jenen
Formen, die er damals alj Varietäten der T. compressa mit den Namen T. lata und T.
iompre*m bezeichnete, speeifisch verschieden sei.
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gewissen Formen, die sich in der Tourtia von Plauen finden. Dieselben
führen in den deutlichsten Uebergängen durch Formen wie Dav. t. 12, f. 28
(depressa vor. B.) zu Dav. t. 11, f. 1 und t. 12, t 25 (Rhynch. compressa
Dav.) und von da durch Dav. t. 11, f. 2 (Ter. dilatata 8ow.) zu Dav. 1. 11,
f. 6 (RhyncJi. latissima) und zu Dav. t. 11, f. 17 (Rhynch. antidickotoma
Sharpe), etc. hinüber. Ueberhaupt scheint es mir nicht unwahrscheinlich,
dass man demnächst sich gezwungen sehen wird, auch die typische Ter.
depressa Sowerby's von Farringdon mit Rh. dimidtaüt zu vereinigen.
Da mir jedoch keine englischen Typen vorliegen, so muss ich diese Frage
einstweilen noch auf sich beruhen lassen. — Bei den feiner gerippten Varie-
täten kommt die Vermehrung der Rippen durch Gabelung und Einschaltung
in ganz gleicher Weise vor, doch fällt sie bei diesen viel weniger in die
Augen und man muss schon ziemlich genau darauf achten, um sie zu
bemerken. Seltener ist der Fall, dass die Anzahl der Kippen nach den
Rändern zu sich vermindert, indem je zwei oder drei Bich wieder zu einer
breiteren vereinigen; es ist dann fast immer nachzuweisen, dass äussere
Einflüsse, Verletzungen oder dergleichen die Ursache dieser bei unseren
Exemplaren jedenfalls nicht normalen Erscheinung gewesen sind.
Auch dass die Stirn nach Art der Rh. inconstans Sow. sp. unsymmetrisch
ist, indem sie auf der einen Seite nach dem Rücken, auf der anderen Seite
nach dem Bauche zu gebogen ist, ist etwas sehr gewöhnliches; der erste
Namen, der einem Exemplar dieser Species gegeben ist, bezieht sich ja
gerade auf diese Eigenthümlichkeit, die jedoch nicht constant ist. Bemer-
kenswerth ist, dass die zahlreichen mir vorliegenden Exemplare in dieser
Beziehung insofern eine vollständige Unregelmässigkeit zeigen, als bald
die eine, bald die andere Seite nach der Rückenklappe aufgebogen und
bald die aufgebogene, bald die andere Hälfte breiter ist, bald die Grenze
zwischen beiden in der Mitte der Stirn liegt. Nach Davidson gehören
hierher einige der in Lamarck's Sammlung mit T. difformis Lam. bezeich-
neten Exemplare, während die Mehrzahl derselben zu einer jurassischen
Art gehören.
Weitere Varietäten ergeben sich durch die mehr oder weniger groben
und scharfen Rippen; ferner sind die Exemplare bald stark, bald schwächer
gewölbt, besitzen bald einen gerade abstehenden und ziemlich spitzen, bald
einen mehr übergebogenen und stumpfen Schnabel, sind bald breit und
fünfeckig, bald mehr gerundet; auch der durch die Schnabelkanten gebildete
Winkel ist innerhalb gewisser Grenzen (etwa bis zu 80" herab) sehr ver-
änderlich.
Nach diesen Bemerkungen über die Auffassung der Rh. dimidiaia und
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ihre Varietäten muss ich noch einige Worte über den inneren Bau hinzu-
fügen, von dem der berühmte englische Paläontologe keine Kenntniss gehabt
zu haben scheint. Auf der Innenseite der Klappen sind die Rippen meist
nur nach den Rändern zu deutlich bemerkbar, während sie nach der Mitte
zu undeutlich werden und oft ganz verschwinden. Das Foramen der grossen
Klappe wird durch eine von den Deltidialplatten gebildete sowohl nach
aussen, wie nach innen fortgesetzte Röhre gebildet. Die zu beiden Seiten
im Schnabel befindlichen Zahnplatten oder Lateralscpta, welche in den
starken Schlosszähnen endigen, sind kräftig entwickelt; die Zähne sowohl,
wie die Zahngruben sind bei guter Erhaltung deutlich quer gerunzelt in
ganz ähnlicher Weise, wie bei Trigonia. — Die Muskeleindrücke sind wenig
vertieft und würden daher, wenn nicht hohle Exemplare mit ausgezeichnet
erhaltenem Inneren vorlagen, kaum zu erkennen sein. Der mittelatändige,
im Schnabel liegende, fast herzförmige Adductor - Eindruck wird beiderseits
von den ziemlich grossen Retractor-Malen umgeben, welche ihrerseits wieder
von den Eindrücken der Ovarien seitlich begrenzt werden, die an dieser
Stelle die ganze Breite der Muschel einnehmen und bis dicht an den Rand
reichen. Das Venensystem ist dem von Rh. sulcata, wie es Davidson
(Cret. Brach., t. 10, f. 35) abbildet, sehr ähnlich, stark verästelt nach den
Rändern zu. Die mässig entwickelte Schlossplatte der kleinen Klappe trägt
zwei schwach divergirende, halbmondförmig nach aufwärts gekrümmte La-
mellen von massiger Länge. Von der Mitte der Schlossplatte aus geht ein
scharfes und nicht sehr hohes Dorsalseptum bei jüngeren Exemplaren etwa
bis zur Mitte, bei älteren bis zu xJ.i der Länge; bei einem mir vorliegenden
grossen Exemplare von Essen ragt dies Septum, namentlich zunächst unter
dem Wirbel, nur sehr wenig hervor und trägt weiter vorn drei spitze, nach
der Stirn gerichtete dornartige Fortsätze (t. 23 (III), f. 2 d). Neben dem
vorderen (der Stirn zugewandten) Endo dieses Septums liegen zu beiden
Seiten die beiden undeutlich zweithciligen Adductor-Male, welche gegen die
Spitze des Wirbels durch den von der Leber eingenommenen Raum, gegen
die Seiten hin durch die undeutlichen Ovarien -Eindrücke begrenzt werden.
Das Venensystem in dieser Klappe ist eben ko complicirt, wie in der
anderen.
Rhynchonella dimidiata Sow. sp. — denn dieser Name wird für unsere
Art zu wählen sein als der älteste, der sich mit Sicherheit auf eine dazu
gehörige Form bezieht — ist eine ausgezeichnete grosse Art, die sich von
den ihr nahestehenden gut und constant abtrennt. Zu den nächstverwandten
gehören wohl lihynchonella compressa Lam. sp. und plkatilis Sow. sp. —
Krstere, von der ich eine Anzahl vorzüglicher typischer Exemplare bei
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Mana (Sarthe) gesammelt habe, und welche Davidson als ident mit
einem Theile der Formen betrachtet, die ich unter dem Namen Rh. dimidiata
vereinigen zu müssen glaube, ist nach meinen Erfahrungen eine in ihren
Charakteren sehr bestimmte und constante Art. Sie zeichnet sich nament-
lich aus durch ihre nach den Rändern zu ausserordentlich verflachte Form
während der Wirbel der kleinen Klappe verhältnissmässig stark gewölbt ist,
so dass der Schwerpunkt des Thieres nahe diesem Wirbel gelegen haben
muss; ferner durch den schlank zugespitzten, stark abstehenden Schnabel
mit sehr stumpfen Schnabelkanten, durch das hohe ziemlich schmale Del-
tidium und ein stet« sehr kleines, kreisrundes, dicht unter der Spitze
stehendes, ringsum von einem schwach erhöhten Saume umgebenes Foramen;
der Sinus ist in der Regel sehr flach, doch wird derselbe auch wohl tiefer
(Orb., Cret. IV, t. 497, f. 5); die grosse Klappe ist stets weit flacher, als
die kleine. Die Kippen stehen an den Wirbeln sehr dicht, vermehren sich
in ihrom Verlaufe gar nicht oder doch nur ganz ausnahmsweise, und
werden daher gegen die Ränder hin sehr grob, hoch und scharf dachförmig.
Die Schale ist bei ausgewachsenen Exemplaren namentlich am Rande sehr
dick, so dass die Rippen innen nur sehr undeutlich bemerkbar bleiben. Die
Gesammtheit dieser Merkmale, welche besonders in der Abbildung des
Lamarck'schen Originals, die Davidson in Ann. Mag. 2, V, p. 447, t. 15,
f. 54 veröffentlicht hat, in sehr charakteristischer Weise wiedergegeben sind,
scheint mir eine speeifische Trennung von Rh. dimidiata zu begründen.
Hierzu kommt noch, dass die typische Rh. compressa im westlichen Frank-
reich constant ein höheres Niveau, als unsere Art, über dem Hauptlager
des Amin. Rotomagensis einnimmt. Orbigny's Citate der Rh. compressa
dürften sich übrigens zum Theil auf unsere Rh. dimidiata beziehen, wenn-
gleich die in der Paleontologie franeaise abgebildeten Exemplare der La-
marck'schen Art angehören.
Rhynchonella plicatüis unterscheidet sich von dimidiata durch steta we-
niger hohe und scharfe und meist zahlreichere Rippen, sowie stärker über-
gebogenen Schnabel. — Constant geringe Anzahl der Rippen und geringere
Breite lassen nach Davidson's Ansicht auch Rh. sulcata Park. sp. von der
vorliegenden verschieden erscheinen; da ich keine authentische Exemplare
dieser Art vergleichen kann, so wage ich darüber kein Urtheil.
Orbigny hält im Gegensatz zu Davidson, dem ich mich in dieser
Beziehung anschliesse, die Sowerby'sche T. latissima für ident mit einer
Art des französischen Neocoms, vereinigt aber Archiac's T. latissima mit
»einer eigenen 2£A. Lamarckiana und führt ausserdem als Synonyme derselben
Tvrcbr. rostrata, Ücaldiscnsis , dubia und Du/rcnoyi Arch. an, welche auch
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ich als Varietäten von Archiac's und Sowerby's latissima betrachte.
Dagegen halte ich diese letztere Art, wie oben ausgeführt, für specifisch
nicht trennbar von Terebr. dimidiata Sow. und Rh. compressa Dav. (im
Monogr. Cret. Brach.), aber für verschieden von dem Typus der Rhynchonella
Lamarckana. Ich besitze eine Reihe ausgezeichnet erhaltener Exemplare
der letzteren Art aus der Unterregion der cenomanen Orünsande von Mans
(Sarthe), der zuerst von Orbigny citirten Localitüt, welche ich theils dort
selbst gesammelt habe, theils der gefalligen Mittheilung der Herren Sae-
mann und Triger verdanke. Unter diesen befindet sich eine Anzahl von
Stücken, welche vollständig mit den Abbildungen der Paläontologie frane.
(t. 496, f. 5 — 13) übereinstimmen, sich aber durch ihre dreieckigere Form,
viel geringero Breite und sehr spitzen Schnabel, sowie stärkere Wölbung
der kleineren Klappe am "Wirbel sehr leicht und constant von anderen
ebenfalls in Frankreich in gleichen Schichten nicht selten vorkommenden
Formen unterscheiden, die — wie Davidson sehr richtig bemerkt hat —
vollständig mit den englischen und belgischen, Bowie auch mit den Essener
Typen der Rhynch. dimidiata (incl. latissima Sow.) übereinstimmen. Mit
letzteren identische Formen (z. B. aus cenomanen Schichten von Neuvy-
sur-Loire) werden in französischen Sammlungen auch wohl als Rhynch.
dejyressa Sow. sp. bezeichnet, und in der Tbat kommen dieselben der
Sowerby'schen Abbildung oft ausserordentlich nahe. Man vergleiche übri-
gens hierüber sowie über das Verhältnis» zu Rhynchonella lata Orb. die
Bemerkungen Davidson's (Cret. Brach, p. 84 u. 85).
Vorkommen. Ziemlich häufig in dem unteren Grünsande (Tourtia)
von Essen, wo jedoch fast nur die feiner gerippton Formen vorkommen.
Ausserdem im nordwestlichen Deutschland noch nicht mit Sicherheit be-
kannt; denn was Strombeck im „neuen Jahrbuche'4 1857, p. 785 und 786
als Rhynchonella latissima Sow.P aus „Varians- und Rotomagensis-Schichten"
bezeichnet, dürfte wahrscheinlich zu Rhynchonella Grasana gehören; wenig-
stens befindet sich unter den sehr zahlreichen Brachiopoden , welche ich
aus diesen Niveaux in meiner Sammlung besitze, kein einzige» Exemplar,
das sich auf Rh. dimidiata (= latissima) beziehen Hesse, während die von
Strombeck nicht angeführte Rhynch. Grasana Orb. sich ungemein häufig
darin findet. — Häufig ist Rhynch. dimidiata in den der Tourtia entsprechen-
den Schichten Sachsens an mehren Localitäten, besonders bei Plauen unw.
Dresden; dort sind alle verschiedenen Varietäten vorhanden, wenn auch
die grob gerippten Formen sehr überwiegen. Aus Böhmen habe ich eine
Anzahl Exemplare untersucht, welche mir durch Herrn Dr. A. Fritsch
aus dem Museum zu Prag gütigst mitgetheilt wurden. Danach findet sich
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in den der Tourtia entsprechenden Schichten bei Korycan vorzüglich die
grob und scharf gerippte Form, die bei Plauen so häufig ist, in grossen,
ausgezeichneten Exemplaren, bei Zbyslav, Kamajk und Nov. Dvoru
die dem Typus der Terebr. latissitna Sow. entsprechende, bei Kl. Herren dorf
(Kn6zivka) beide Formen mit ihren Uebergängen, auch Exemplare aus dem
„unteren Plüner" der Schillinge bei Bilin habe ich gesehen, woher Reusa
diese Art als Terebr. gallina abgebildet zu haben scheint (Verst. bohm. Kr.,
t. 25, f. 1, 2). — In der Tourtia Belgiens, in unteren cenomanen Schichten
Frankreichs ist RhynchoneUa ditnidiata ebenfalls ziemlich häufig, z. B. bei
Mans(Sarthe) und Neuvy-sur-Loire, H&vre, etc. etc. Ebenso im üppa
Green Sand Englands; von dort wird sie auch aus dem Sponge Grave! von
Farringdon als ziemlich häufig angeführt, welcher von Davidson zum
Upper Green Sand, von anderen englischen Geologen aber zum Lower Green
Sand (Aptien — unterer Gault) gerechnet wird.
Ich kann nicht unterlassen, hier noch einige Exemplare (5) einer
RhynchoneUa zu erwähnen, welche mir aus dem cenomanen Grünsande de»
Langenbergs bei Quedlinburg a. H. (aus Ew. Samml. und Berl. M.) vor-
liegen, und die sich in mancher Beziehung nahe an RhynchoneUa ditnidiata,
sowie ich dieselbe eben festgestellt habe, anzuschliessen scheinen. Es sind
ausschliesslich Steinkerne ohne eine Spur der Schale, die in ihren Umrissen
und Formen mit Exemplaren, wie sie z. B. Dav. Cret. Br. t. 11, f. 7 dar-
stellt, übereinstimmen; dabei lassen dieselben jedoch deutlich erkennen, dass
die Berippung eine ähnliche gewesen ist, wie bei Dav. t. 11, f. 20, d. h. also,
dass die von den Wirbeln ausstrahlenden feinen Rippen nach dem Rande
zu antidichotomiren oder Bich zu einer geringeren Anzahl gröberer Falten
vereinigen. Dazu kommt noch — und das ist eine sehr auffallende Er-
scheinung — , dass diese Exemplare zum Theil gar kein Dorsalseptuni be-
sitzen, während bei einigen eine schwache Andeutung eines solchen gegen
die Mitte hin bemerkbar wird; von der Schlossplatte im Wirbel selbst geht
es bei keinem Exemplare aus.
Da ich einerseits nicht wage, diese Vorkommnisse mit Rh. dimidiata
bestimmt zu vereinigen, und da andererseits die vorhandenen Kennzeichen
noch nicht genügen dürften, um sie als eine selbständige Art zu charakteri-
siren, so bezeichne ich dieselben einstweilen, bis mehr und besseres Material
zur Entscheidung dieser Frage herbeigeschafft ist, als MynchoneUa cf.
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(93)
Rhynchonella cf. lineolata.
T. 23 (III), f. 4.
1835.? Terebratula lineolata Phil!., Yorks«. I, p. 17H, t. 2, f. 27.
1843. — . . . .? der Pmcheana Roem. nahe atehend, Gein., Charokt
IV, p. 17.
18Tiü. — Jugleri Oein., Quaders, p. 208 t. Th. (Fundort: Plauen).
1855. Bhynchonella lineolata Dar., Cret. Brach., p. 98, 1. 12, f. 7—10 (tt. 12, f. 6).
Bemerkungen und Vorkommen. Mit der Bezeichnung RJiyncho-
netta cf. lineolata belege ich einstweilen eine lihynchondla aus dem unteren
Pläner (Tourtia) von Plauen, welche 1843 von Geinitz a. o. a. O. ge-
nauer beschrieben worden ist. Ich habe dieser Beschreibung hinzuzufügen,
dass das Exemplar, welches mir durch die Gefälligkeit des Herrn Professor
Geinitz augenblicklich vorliegt und von dem ich eine Abbildung mittheile,
entschieden zu jener Abtheilung der alten Gattung Terebratula gehört, die
jetzt als RhynchoneUa abgetrennt wird, wie übrigens auch Geinitz bereits
1850 richtig erkannte. Die feinen und dichten Rippchen setzen auf den
an den Rändern sich ausbildenden gröberen Falten, deren jede etwa 3 — 6
derselben trägt, noch etwas fort; an der Stirn, wo die groben Falten noch
nicht so deutlich entwickelt sind, gehen die Rippchen bis zum Rande. Der
Schnabel, dessen Spitze abgebrochen ist, war offenbar, wie sich aus dem
übrig gebliebenen Fragmente ergiebt, kurz, stumpf und stark übergebogen.
Dies stimmt genau mit der Beschreibung überein, die Davidson von den
von ihm in der Tourtia bei Tournay gesammelten Exemplaren macht,
welche er als Rh. lineolata anspricht; und in der That ist das Plauen'sche
Exemplar (abgesehen von seiner nur wenig grösseren Breite, welche David-
son übrigens auch den belgischen Exemplaren zuschreibt) den Abbildungen,
welche Davidson a, a. O. t. 12, f. 8 und 9 von Exemplaren aus dem
Upper Green Sand von Cambridge — also aus analogen Schichten —
giebt, täuschend ähnlich. Darüber, dass diese Formen aus cenomanen
Schichten Belgiens und Englands mit unserer Art von Plauen ident sind,
kann daher, wie mir scheint, wohl kaum ein Zweifel bleiben; eine andere
Frage aber, die von Davidson ebenfalls bejaht wird, ist die, ob diese
Art mit der echten Rh. lineolata aus dem Speeton clay von Knapton
(Yorksh.) identificirt werden darf. Davidson konnte von letzterer nur ein
Exemplar — das Philipps'sche Original, welches er von Neuem abgebildet
hat — untersuchen, erkannte aber trotzdem, dass die Rippchen desselben
noch weit feiner seien, als bei den Exemplaren aus der Tourtia und dem
Upper Green Sand, ein Unterschied, der bei seinen Abbildungen nicht recht
hervorgehoben ist. Ich selbst habe Gelegenheit gehabt, eine Anzahl un-
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zweifelhafter Exemplare von Rhynchonella lineolata aus den Schichten mit
Amtnonites Martini, Nisus etc. („Gargas-Mergel4' Stromb.) von Cremmlingen
unw. Braunschweig, aus dem Forstorte Mast bruch bei Braunschweig,
von Bannsleben bei Schöppenstedt (Brschw.), etc. etc. in der Samm-
lung des Herrn Cammerraths von Strombeck zu Braunschweig, sowie
eine Anzahl anderer Exemplare, welche ich in den obersten Schichten des
sogenannten Hils- Eisensteins bei Steinlah unw. Salzgitter (Hannover)
in Begleitung von Terebratula Strombecki sp. nov. •) gesammelt habo, genauer
zu untersuchen. Alle diese bestätigen entschieden jene Angabe Davidson'»,
indem Rippchen oder Streifen, welche ausser den randlichen Falten die
Schalenoberfläche bedecken, bei der typischen Form kaum ohne Lupe zu
erkennen und daher ungleich feiner sind, als bei der in der Tourtia ge-
fundenen. — Indessen wage ich doch selbst unter Berücksichtigung der
Dav idson'schen Beobachtungen für jetzt noch nicht die Cenoman-Form
als eine selbständige Art neu zu benennen, da ich selbst, wie gesagt, nur
ein einziges unvollkommenes Exemplar aus diesen Schichten habe unter-
suchen können.
Dass unsere Form sich übereinstimmend im unteren Pläner von Plauen
bei Dresden, in der Tourtia von Tournay und im Upper Green Sand
von Cambridge findet, ist jedenfalls sehr bemerkenswert!!.
Von der antidichotomen Varietät der Rhynch. plicatilis (= Rh. Jugl&i
Qein. von N o 1 1 e) ist unsere Rhynchonella von Plauen durch den viel kürzeren
und stumpferen Schnabel, sowie durch die viel stumpferen und breiteren
Falten und den flacheren Sinus leicht zu unterscheiden; der weit stärker
vorragende und spitzere Schnabel der Rh. antidichotoma Buv. sp. Iäast auch
diese leicht als verschieden erkennen.
Rhynchonella Mantellana Sow. sp. 1825.
T. 23 (III), f. 11.
1825. TereWatula Mantclliana Sow., M. C. VI, p. 72, t. 537, f. 5.
1833. — — Buch., Ueb. Ter. p. 73 t. Th.
1811. — paudeosta A. Roetn., Kreid. p. 38, t. 7, f. ti.
1847. Hhynchonella Mantelliana Orb. Cret. IV, t. 4<«8, f. 12— IS.
1848. Terebratula paudeosta Axch., in Mem. geol. Fr. 2, II, p. 332.
1850. — — Gein., Quadersandst., p. 210.
') Mit dem Namen Terebratula Strombecki bezeichne ich jene Art, welche Orbigny
flllschlich mit Tereltr. hippopus Roem. identificirt und in der Pal. franc , Cret. IV, t. 50*S
f. 15-18 (nicht f. 12-14) abgebildet hat; »gl. hierüber meine Notiz im .neuen Jahr-
buohe", 186«*, p. 575.
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19:')
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1850. Mynchondla paucicosta Orb., Prodr. II, p. 172, 6t. 20, na 634.
1850. — Manteüiana Orb., — — p. 198, St. 21, no. 172.
1854. Terebr. paucicosta F. Boem., in Zeitschr. g. Ges. VI, p. ISO.
1855. Rhynchonclla Mantelliana Dar., Cret. Br. p. 87, t. 12, f. 20—23.
1857. — Maniellana nnd paucicosta Stromb., in N. Jahrb. p. 76').
1869. — paucicosta Stromb., in Zeitachr. g. Ge«. XI, p. 38.
1863. - Manteüiana Stromb., in Zeitachr. g. Ges. XV, p. 110.
Bemerkungen. Dass man bisher in Norddeutschland die Roemer'sche
Rh. paucicosta aus dem Grünsande von Es Ben von der in neuerer Zeit seit
Strombeck's Arbeiten richtig erkannten und oft eine etwas bedeutendere
Grösse erreichenden Rh. Maniellana des unteren Pläners immer getrennt
gehalten hat, ist wohl nur durch den ziemlich verschiedenen Erhaltungs-
zustand beider Vorkommnisse veranlasst; denn wenn man gut erhaltene
Exemplare aus den genannten verschiedenen Schichten mit einander ver-
gleicht, so läs8t sich in der That kein constanter Unterschied auffinden. In
ihren Umrissen übereinstimmend haben beide die schon an den Wirbeln
deutlich erkennbaren dachförmigen Rippen, welche sich hie und da durch
Dichotomie vermehren, aber die Zahl 18 kaum überschreiten und gewöhnlich
nicht einmal erreichen; auch der wenig ausgesprochene Sinus und der nur
schwach gekrümmte spitze Schnabel ist beiden gemeinsam. Letzterer besitzt
ein feines von einem röhrenförmig vorstehenden Deltidium umgebenes Fo-
ramen — ein Charakter, den Davideon bei Rhynch. Maniellana nicht er-
wähnt, der aber wohl nur in Folge des Erhaltungszustandes bei den eng-
lischen Typen, die im Uebrigen vollständig mit den unsrigen übereinstimmen,
unbeachtet geblieben ist
Zur Synonvmik habe ich zu bemerken, dass der Namen T. Mantelliana
bei uns, vielfach unrichtig gebraucht zu sein scheint. Leopold v. Buch
unterscheidet zweierlei Formen, von denen jedenfalls nur die erste, die
typische, zu unserer Art zu rechnen ist. A. Roemer unterscheidet Terebr.
paucisosta und Mantelliana) dass ein grosser Theil der zur letzteren Art
gerechneten Exemplare (wenn nicht alle) nicht dem Sowerby'schen Typus,
sondern wahrscheinlich einer grobrippigen Varietät der Rhynch. Cuvieri ent-
sprechen, geht aus den dazu citirten Fundorten hervor. In dieser Auffassung
sind dem Vorgange Roemer's mehrere andere deutsche Autoren gefolgt.
Dieselben im oberen Pläner vorkommenden Formen bespricht Strombeck
(Zeitschr. geol. Ges. XI, p. 110) und kommt dabei zu dem richtigen Resultate,
dass man sie doch wohl für mehr oder weniger zufallige Abänderungen
der Hauptformen (von Rh. Cuvieri und Martini) halten müsse und das» Rh.
Maniellana im Cenoman im Allgemeinen sehr bestimmt ihren Charakter
beibehalte. Das entscheidende Merkmal der echten Manteüana gegenüber
(7) 32
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(96)
49G
diesen ähnlichen Formen bleibt immer die Deutlichkeit und Scharfe der
Rippen an den Wirbeln. — Noch abweichender von der echten Rh. Mantel-
lana ist die Art, die Ford. Roemer (Zcitschr. VI, p. 210) als „Tcrebr. rf.
T. Mantelliatta" aus dem Galeriten-Pläner von Graes bei Ahaus bezeichnet;
es ist dies eine eigenthümliche noch unbenannte Art, die sich durch die
starke Wölbung der Rücken« und Flachheit der Bauchklappe, durch eine
breite gerade Stirn, durch glatte Wirbel und geringe Anzahl der Rippen
in sehr charakteristischer Weise vor allen anderen bekannten Rhynchoncllen
auszeichnet. Ich schlage für dieselbe den Namen Rhynch. ventriplanata vor
und werde sie bei einer anderen Gelegenheit genauer beschreiben und
abbilden.
Vorkommen. RhynchoneUa Manteilana hegt mir in zahlreichen wohl-
crhaltenen Exemplaren aus der Tourtia der Umgegend von Essen und des
Harzes, namentlich von Quedlinburg vor; dagegen ist sie selten in der-
jenigen von Plauen bei Dresden, von wo ich nur zwei deutliche Exem-
plare im Dresdener Museum sah. Ausserdem ist sie häufig in fast allen
Schichten des unteren Plüncrs mit Amm. Mantelli und mit Amm. Rotoma- •
gensis im ganzen Kreidegobieto des nordwestlichen Deutschlands. Auch
ausser Deutschland werden zahlreiche Fundorto angegeben. Orbigny und
Davidson citiren die Art auch aus jüngeren Schichten, indem ersterer sie
im „etage turonien", letzterer ausser dem Upper Green Sand und Chloritic
Marl auch im LotverChalk und Chalk Marl anführt; in Deutschland konnte
sie so hoch hinauf in der Schichtenfolge nicht nachgewiesen werden, sondern
scheint bei uns auf die Cenoman- Schichten beschränkt zu sein. Immerhin
ist sowohl ihre verticale, als besonders die horizontale Verbreitung eine
ziemlich bedeutende.
Rhynchonella Grasana Orb. 1847.
T. 28 (III), f. 8, 9.
1841. Terebratula variana vor. A. Roem., Kreide, p. 37 (*. Th.% t. 7, f. 3.
1847. Rhynchonella Grasiana Orb., Cret. IV, t. 497, f. 7—10.
185a Terebratula pisum Oein., Quadersandst., p. 210 z. Tb. (Fundort: Planen).
1854. P — nueiformu F. Roem., in Zeitsohr. g. Ges. VI, p. 136.
1866. Rhynchonella Grasiana Dav., Cret. Br., p. 96, t. 12, f. 17—19.
1863. — — 8tromb, in Zeitschr. g. Oes. XV, p. 110.
Beschreibung. Indem ich mich auf Orbigny's und Davidson'*
ausführliche und genaue Beschreibungen dieser Art beziehe, füge ich nur
noch einige Worte über den inneren Bau derselben hinzu, von welchem
jene beiden Autoren Nichts erwähnen. Derselbe ist namentlich deutlich zu
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(97)
orkenncn an den Steinkernen ans der Tourtia von Quedlinburg. Das
Dorsal-Scptum reicht etwa bis zur Mitte der Länge der kleinen Schale; zu
beiden Seiten liegen neben dem vorderen Ende desselben die ziemlich
grossen undeutlich zweitheiligen Adductor-Male; an diese schliessen sich
seitlich und nach dem Schnabel zu die Ovarien an, so dass der ganze
ümriss aller dieser Eindrücke die Form eines in die Quere gestellten Ovals
bekommt; die Gefaraeindrücke bestehen jederseits aus einem zwischen den
beiden Hälften der beiden Adductor-Male entspringenden Hauptstamme, der
sich dann anscheinend nicht stark verzweigt; ein deutlicher Zweig zieht sich
in einem stark geschwungenen Bogen nach dem Schlossrande hinauf. In
der grossen Ventralklappe sind im Schnabel die Zahnplatten oder Lateralsepta
in gewöhnlicher Weise entwickelt; zunächst vor der Schnabelspitze liegt die
Hnftstelle des Stielmuskels; hierauf folgt das zweitheilige Adductor-Mal,
welches seitlich und vorn von den beiden Retractor- oder Cardinal - Malen
umgeben wird, an die sich seitlich bis zum Rande die Ovarien anschliessen.
Die Verzweigungen der Venen sind nicht deutlich. Alle diese Eindrücke
nehmen einen quer- ovalen Raum ein, der etwa bis zu einem Drittel der
Klappenlänge reicht.
Bemerkungen. Die zahlreichen mir vorliegenden Exemplare stimmen
vortrefflich sowohl mit den Typen dieser Art, die ich aus der französischen
Craie chlorxtee — namentlich aus der Gegend von H&vro — mitgebracht
habe, als mit den Abbildungen der Pal. franc., sowie mit denen überein,
die Davidson nach englischen Exemplaren veröffentlicht hat. Dieselben
variiron, wie auch aus jenen Abbildungen hervorgeht, ziemlich bedeutend
in Bezug auf das Verhältniss zwischen Länge, Breite und Höhe, sowie in
Bezug auf die Tiefe des Sinus, der bei manchen Exemplaren flach und breit
wird, während bei anderen die Stirn sehr hoch nach der Rückenseite hin-
aufgebogen , dabei aber im Verhältniss ziemlich schmal ist. Auch die Grosse
der ausgewachsenen Exemplare schwankt innerhalb ziemlich weiter Grenzen ;
denn während die in dem Grünsande und im unteron Pläner in der Nähe
des Harzes vorkommenden bis zu 20 Mm. breit werden, übersteigen die-
jenigen der westphälischen Tourtia selten die Breite von 12 Mm. und es
liegen mir sogar ausgewachsene Exemplare (mit verdickten Rändern) vor,
die nicht mehr als 8'/« Mm. breit sind. Dagegen sind die grosse Anzahl
und Feinheit der flachen gerundeten, von schmalen, aber scharf eingeschnit-
tenen Furchen getrennten Rippen, welche sehr gleichmässig vertheilt und
hie und da durch undeutliche Gabelung vermehrt von den Wirbeln bis zu
den Rändern zu verfolgen sind, sowie der ziemlich kurze und spitze Schnabel
mit seinem von einer trichterartigen Ausbreitung des Deltidiums umgebenen
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498
Foramen ausgezeichnete und constantc Merkmale, welche die Art immer
leicht wieder erkennen lassen.
Die Unterschiede zwischen Rh. Grasana und einigen nahe verwandten
Arten, wie Rh. Martini und Cuvieri, welche beide auch bei uns vorkommen,
hat Davidson genauer angegeben. Dagegen sagt er Nichts über dasVer-
hältniss der vorliegenden Art zu Rh. nuäformis Sow. sp., die doch nach
Heinen Abbildungen und Beschreibungen auch oft sehr ähnlich wird. Da
ich keine authentischen Exemplare der Rh. nuciformis besitze, so vermag
ich nicht darüber zu urtheilen, ob sich dieselbe wirklich scharf specifisch
von Rh. Grasana, die als mit ihr zusammen vorkommend z. B. in den
chioritischen Schichten des Upper Green Sand von Chardstock angegeben
wird, sich unterscheiden lässt. Nur so viel kann ich sagen, dass gewisse
in unseren Schichten vorkommende Varietäten, die ich jedoch nicht von der
typischen Rh. Grasana durch constante Merkmale zu trennen weiss, Da-
vidson^ Abbildungen der Rh. nuciformis sehr ähnlich werden, ja das* zu-
weilen , dem Sinus der grossen Klappe entsprechend, ein vorstehender Wulst
auf der kleinen Klappe sich deutlich abgrenzt, ein Merkmal, welches Da-
vidson nur bei Rh. nuciformis und nicht bei Grasana angiebt; ferner sagf
er, dass bei Rh. nuciformis die Anzahl der Rippen 30 — 40 betrage, während
sie bei Rh. Grasana 46 — 56 ist; dagegen liegen mir franzosische sowohl,
wie deutsche Exemplare der Rh. Grasana vor, die in allen ihren übrigen
Charakteren mit Davidson's Beschreibungen und Abbildungen dieser letzteren
Art aufs Genaueste übereinstimmen, während sie zwischen 36 und 40 Rippen
besitzen.
Geinitz hat die bei Dresden im Plauen'schen Grunde vorkommen-
den Exemplare dieser Art, welche sich meist durch ziemlich starke Wölbung
bei verhältnissmässig geringer Breite auszeichnen, a. o. a. O. als T. pistm
bezeichnet, und in der That kommt auch die Sowerby'sche Abbildung
dieser Art der Form von Plauen ausserordentlich nahe; indessen wurde ja
seitdem von Davidson nachgewiesen, dass T. pisum synonym der mit Rh.
Grasana allerdings nahe verwandten Rh. Martini Mant. sp. sei und der
Name Rh. Grasana wird daher um so mehr beizubehalten sein, da bereits
lange Zeit vorher eine andere Art von Lamarck als Ter. pisum bezeichnet
war. Sollte Bich jedoch, wie ich oben die Möglichkeit angedeutet, die
Identität von Rh. nuciformis nnd Grasana herausstellen, so würde der entere
Name die Priorität haben; dies ausfindig zu machen, muss den englischen
Paläontologen überlassen bleiben.
Vorkommen. Nicht häufig in der Tourtia von Essen, häufiger im
Grünsande von Spelldorf bei Mühlheim a. d. Ruhr; ziemlich selten in
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der Tourtia (unt. Pläner Gein.) bei Dresden, namentlich bei Plauen,
von wo das Dresdener Museum eine Anzahl Exemplare (etwa 8—10) besitzt,
dagegen gehören die in unserem Pläner des nordwestlichen Deutschlands
(mit Atnm. Mantelli und Asnm. Rotomagensis) häufig vorkommenden Exem-
plare überwiegend den breiteren Formen an. Ueber den unteren (cenomanen)
Pläner hinaus ist Rh. Grasana noch nicht nachgewiesen, sowie sie auch
noch nicht in tieferen Schichten vorzukommen scheint Uebereinstimmend
hiermit ist das Vorkommen in Frankreich und England.
Khvnchonella Martini Mant. sp. 1822.
T. 23 (III), f. 10.
1822. Terebratula Martini Mant. 8ass., p. 131.
1826. — pitum 8ow., M. C. VI, p. 70, t. 636, f. C, 7.
1841. — bremrottris A. Roem., Kraii, p. 41, t. 7, f. 7.
1860. — — 0«in^ Quaders., p. 210.
1860. Bhynehondla pisum Orb., Prodr. H, p. 171, ht. 20, no. 581.
1866. - Martini Dav., Cret. Br., p. 94, t. 12, f. 15, 16.
Bemerkungen. Zu Davidson's Beschreibung und Bemerkungen
habe ich nur wenige Worte hinzuzufügen. Nicht selten werden unsere
norddeutschen Exemplare, die übrigens schon von Boom er sehr charakte-
ristisch beschrieben und abgebildet sind, etwas grosser, als Davidson die
englischen zeichnet, währond die mir vorliegenden Exemplare aus Frank-
reich, wo diese interessante Form wenig bekannt zu sein scheint, meistens
noch kleiner bleiben. — Die schmale, dreieckig eiförmige Gestalt, die breite,
gerade, abgestutzte Stirn und die Depression beider Klappen nach der Stirn
zu, der kleine stark gebogene Schnabel mit seinem von einem lappig aus-
gebreiteten Deltidium umgebenen kleinen Foramen, die ausgezeichnete,
namentlich bei grosseren Exemplaren häufig eintretende Dichotomie der
nicht nur durch Intercalation vermehrten Bippen sind Merkmale, welche
Eh. Martini meist leicht erkennen und von nahestehendon Arten, wie Rh.
Grasana und pisum unterscheiden lassen. Ich glaube daher, Rh. Mariini
als selbständige Art beibehalten zu müssen.
Vorkommen. Rh. Martini wird aus der englischen Kreide von zahl-
reichen Localitäten und aus verschiedenen Schichten, vom Upper Green Sand
bis zu dem wahrscheinlich unserem oberen Pläner z. Th. entsprechenden
Chalk Marl angegeben. Aus Frankreich liegt mir eine Anzahl kleiner vor-
trefflich erhaltener Exemplare aus cenomanen Schichten tiefen Niveau's von
Rougefort bei Licques (Pas -de -Calais) vor, welche sich dort in Be-
gleitung von Rhynch. Grasana, Mcgerl. lima, Mxcrubacia corontda etc. finden.
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500
In Nordjleutschland kommt Rh. Martini ziemlich häufig im unteren Planer
mit Amm. Manteüi im Norden des Harzes vor; ein sehr deutliches und
schönes Exemplar besitzt die acadcmische Sammlung zu Münster aus dem
wahrscheinlich Strombeck's „Grünsand ohne Thoneisensteinskörner" ent-
sprechenden Grünsande von der Waterlappe bei Werl, wo sich daneben
Rh. Grasana, Tcrebr. hiplicata vor. stdcifcra und die grosse der obesa Da-
vid so n's aus dem Upper Green Sand entsprechende Varietät finden. Auch
im unteren Pläner mit Amm. Rotomagensis scheint sich unsere Art im
Norden des Harzes zu finden ; doch konnte ich dies leider nicht mit Sicher-
heit constatiren, da die Fossilien dieser Schicht schwer getrennt von denen
der zunächst tieferen zu sammeln sind und in den Sammlungen meist mit
denselben zusammengeworfen werden. Dagegen habe ich RJi. Martini noch
nie aus höheren Schichten als dem unteren Pläner gesehen; denn was
Strombeck (N. Jahrb. 1857, p. 786 und 787) als Rh. Martini bezeichnet,
ist Rh. Cuvieri Orb., die in jenen Schichten in grosser Häufigkeit auftritt.
In der Tourtia von Essen, im Grünsande von Quedlinburg, in der Tourtia
von Sachsen und Böhmen ist Rh, Martini unbekannt.
Rhynchonella Sigma sp. nov. 1867.
T. 23 (III), f. 7.
Beschreibung. — Fünfeckig, gewöhnlich etwas breiter als lang, stark
gewölbt; die grösste Breite in der Mitte oder etwas näher nach der 8tirn
zu, grösste Dicke näher nach dem Schnabel. Dimensionen sehr verschieden:
Länge 17, 12, 7 Mm., Breite 19, 12, 8 Mm., Dicke 12$, 9{, 5 Mm. Die
Schalenoberfläche ist mit zahlreichen (24 — 36), sehr feinen, stumpf dach-
förmigen Radialrippen verziert, welche an den Wirbeln in geringerer Zahl
beginnend bis zur Stirn sich allmählich durch Dichotomie und Einschaltung
vermehren. Concentrische Anwachslinien sehr schwach. Die Verbindungs-
linie beider Klappen hat einen sehr eigentümlichen Verlauf; zunächst besitzt
die grosse Klappe zu beiden Seiten des Schnabels ein deutliches Oehrchen,
wodurch diese Linie mit einem kurzen Bogen nach der kleinen Klappe
beginnt; dann geht sie bis an die Stelle der grössten Breite der Muschel
schräg nach der Bauchseite zu, bildet hier einen kurzen, aber stark ge-
krümmten Bogen nach der Bauchseite; der andere Flügel dieses Bogens
setzt gerade fort bis zur Stirnecke und bildet dann, plötzlich geknickt, die
ötirnlinie; diese ist bei ausgewachsenen Individuen nicht, wie bei den meisten
Arten, gerade oder nach der Rückenseite gewölbt, sondern bildet einen
mehr oder weniger stumpfen Winkel, dessen Scheitel nach der Bauchseite
gerichtet ist. Die Stirnansicht bietet auf diese Weise die Figur eines he-
genden griechischen Sigma oder eines breit gezogenen M.
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(101)
Die grössere Klappe ist massig gewölbt, in der Mitte am flachsten,
während sie nach den Schnabelkanten zu am stärksten abfallt; obgleich sie
an der Stirn ziemlich weit nach der kleinen Klappe eingreift, so ist der
Sinus doch nur schwach vertieft. Dem Winkel der Stirnlinie entsprechend
bildet sich mitten im Sinus zuweilen ein schwacher, stumpfer Kiel aus. Der
Schnabel, dessen Kanten einen Winkel von etwa 90° einschliessen, ist spitz
und nur wenig gekrümmt und ragt daher ziemlich hervor. Die ziemlich
stumpfen Schnabelkanten begrenzen eine von einem runden Foramen durch-
bohrte Area; das Deltidium besitzt zu beiden Seiten lappige Ausbreitungen.
Die kleine Klappe ist meist bedeutend stärker gewölbt, als die Bauch-
klappe, namentlich am Wirbel, und fallt nach den Randern in der Kegel
ziemlich steil ab; in der Mitte ist die Wölbung am flachsten und es ent-
stehen auf diese Weise gewöhnlich zwei etwa in der Mitte beginnende und
nach den Stirnecken sich ziehende stumpfe Kiele; zwei ähnliche Kiele ent-
stehen zuweilen durch das steile Abfallen der Klappe nach den Schlosskanten
zu- Nach der Mitte der Stirn hin zieht dem Winkel der Stirnlinie ent-
sprechend eine seichte Depression.
Der innere Bau der Muschel bietet keine bemerkenswerthe Eigenthüm-
lichkeiten. Die Muskeleindrücke sind nur schwach markirt; sie reichen bei
beiden Klappen etwa bis zu einem Drittel der Länge von den Wirbeln ab»
etwas weiter reicht das Dorsalseptum. Im Schnabel der grossen Klappe
sind die beiden Zahnplatten stark ausgebildet. Die ziemlich dünne, nur an
den Kanten etwas verdickte Schale lässt auch innen die Rippen der Ober-
fläche deutlich erkennen.
Bemerkungen. Ich begründe die oben beschriebene sehr bemerkens-
werthe Art auf die Untersuchung von 12 Exemplaren, von denen fünf (von
Quedlinburg) Steinkerne sind, während bei den sieben andoren die Schale
vollständig erhalten ist. Die letzteren sind kleiner als ein Theil der anderen
und noch nicht ausgewachsen; die erhabene Stirn zeigt doshalb noch nicht
jene starke Einknickung, während die Depression der kleinen Klappe von
der Mitte nach der Stirn zu schon deutlich bemerkbar ist. Da sie übrigens
auch in allen ihren charakteristischen Merkmalen vollständig mit jenen grösseren
übereinstimmen, so nehme ich keinen Anstand sie damit zu identificiren.
RhyncJtondla Stoma ist durch ihre eigentümlichen Charaktere von allen
mit ihr vorkommenden Arten im entwickelten Zustande leicht zu unter-
scheiden. - Ünausgowachsene Exemplare dagegen, welche den in dem auf-
fallenden Bau der Stirn liegenden Charakter noch nicht vollständig aus-
gebildet zeigen, würde man versucht sein können, wegen der Feinheit ihrer
Rippen mit Sh. latissima oder mit ü/». nuäformis und Grasana zu ver-
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502
wechseln, wenn sie nicht von ersterer Art durch die stärkere Wölbung,
namentlich am Wirbel der kleinen Klappe, von den beiden letzteren durch
ihre grössere Breite und fünfeckigere Form leicht zu unterscheiden wäre.
Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass das Original zu A. Roemer's
Ter. nueiformis (Kreid., t. 7, f. 5) einer solchen Jugendform angehört — Eine
ähnliche Bildung der Stirn ist mir überhaupt bei Rhynchonellen aus so jungen
Kreideschichten wie die Tourtia nicht weiter bekannt; in älteren Schichten
kommt dergleichen wohl vor, doch sind dann gewöhnlich nur einzelne grobe
Falten vorhanden, während feine Rippen, wie sie .RA. Sigma besitzt, fehlen.
Vorkommen. In dem Grünsande von Essen ziemlich selten und
nur in kleinen Exemplaren (1 in Münst. Akad., 5 in Ung. Samml., 1 in
meiner eigenen); anscheinend nicht sehr selten und weit grösser werdend
in demjenigen bei der Steinholzmühlc und am Langenberge bei Quedlin-
burg (Berl. Mus. 1 und Ew. Samml. 4 Exemplare). Ausserdem ist die
Art noch nicht bekannt geworden. f)
Crania gracilis Mü. 1833.
1833. Crania gracilis Mü., Ot t. 163, t 2.
18C6. — — U. Schloenb., Krit. Stud., p. 66.
Während mir im vorigen Jahre bei meiner citirten Notiz über diese
Art nur eine verhältnissmässig geringe Anzahl von Exemplaren der unteren
Klappe vorlag, habe ich seitdem Gelegenheit gehabt, namentlich in den
Museen zu Dresden und Prag eine grosse Menge (über 150) von beiden
Klappen, besonders aber von der Oberklappe zu untersuchen, welche meine
früheren Angaben vollständig bestätigen. Die scharfen Radial -Lamellen,
welche sich bei der Goldfuss'schen Abbildung von den mittleren Occlusor-
Malen gegen den vorderen Rand im Inneren der freien Klappe hinziehen
und den Ovarien entsprechen, dürften nur individuelle Merkmale sein, da
unter den zahlreichen mir vorliegenden, in allen übrigen Charakteren überein-
stimmenden Exemplaren alle Zwischenstufen vorkommen, welche diese extreme
Form mit solchen verbinden, die nur einfache Ovarien -Eindrücke — ähn-
lich wie Crania Parisiensis — besitzen. Die im k. k. Hof-Mineralien-Cabinote
zu Wien befindlichen Original-Exemplare der von Reuse1) als Crania tr-
regtdaris aus dem unteren Pläner (Tourtia) der Schillinge bei Bilin citirten
') Eben bei Correctur dieses Blatteg geht mir durch die Qüte des Herrn Baron* P. de
Ryckholt eine ausgezeichnete 8uite von Brachiopoden aus der Tourtia tod Tournsy so,
worunter sich auch Eh. Sigma ganz übereinstimmend mit den Exemplaren von Essen findet.
Ausserdem erhielt ich einige andere Individuen derselben Art ganz kürzlich aus den un-
teren Cenoman-Bchichten von Harre durch Herrn Prof. Hebert. — • 0. Sohl.
*) Verstein. böhm. Kreid. U, p. 53, t. 02, f. 27, 28.
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503
Art lassen es ziemlich unzweifelhaft erscheinen, dass auch dies Citat künftig
unter den Synonymen der Crania gracüis aufgeführt werden muss; die dortige
Abbildung zeigt weit gröbere Rippen oder Runzeln auf der Schalenoberflächc,
als die Exemplare selbst besitzen.
Vorkommen. Crania gracüis ist auf dieTourtia beschränkt; sie findet
sich darin selten bei Essen in TVestphalen und bei Plauen unw. Dresden,
weniger selten bei Bilin und ziemlich häufig bei Eorycan in Böhmen.
In Frankreich kommt sie nicht sehr selten bei Man 8 (Sarthe) vor; das
Vorkommen in England ist nicht ganz sicher.
Craaia eximia U. Schloenb. 1866.
1866. Crania eximia ü. Schloenb., Krit. 8tad., p. 56, t. 3, f. 17.
Meiner früheren Beschreibung, die Bich auf Untersuchung eines ein-
zigen, nicht ganz vollständigen Exemplars gründete, habe ich hinzuzufügen,
dass die Schalenoberfläche gut erhaltener Exemplare ausser den feinen
Linien auch noch gröbere Falten oder Runzeln zeigt, die im Allgemeinen
eine radiale Richtung verfolgen.
Bemerkungen und Vorkommen. Durch die zuvorkommende Güte
der Herren Dr. A. Fritsch und Prof. Geinitz habe ich Gelegenheit ge-
habt, noch eine grössere Anzahl Exemplare dieser Art von mehren neuen
Fundorten zu untersuchen. So theilte mir der erstgenannte Herr aus der
Sammlung des Museums zu Prag 2 Exemplare einer grossen Crania aus
Tourtia von Korycan (Böhmen) zur Bestimmung mit, welche ich sofort
als ident mit dem Originale meiner Crania eximia von Essen erkannte.
Nur ein geringer Theil der Schale ist noch erhalten, dagegen sind die Ab-
drücke im Gestein von grosser Schärfe und lassen alle Details der interes-
santen Art deutlich erkennen; eins der Exemplare ist etwas stärker gewölbt,
als das im vorigen Jahre von mir abgebildete. Das Dresdener Museum
besitzt einen ganz übereinstimmenden, ebenfalls sehr scharfen Abdruck aus
dem unteren (cenomanen) Quader von Golberoda in Sachsen und ausser-
dem 4 z. Th. vortrefflich erhaltene Exemplare aus der Tourtia von Essen.
Alle diese Exemplare, die auch in der Grösse ziemlich mit dem zuerst von
mir beschriebenen übereinstimmen, sind nur freie Oberklappen, so dass also
die wahrscheinlich mit ihrer ganzen Oberfläche angewachsene Unterklappe
noch immer unbekannt ist.
Crania eximia erscheint hiernach auf das tiefste Niveau der deutschen
Cenomanschichten beschränkt, und kommt darin in Westphalen, in Sachsen
und Böhmen vor.
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604
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(105)
Aua vorstehender Tabelle ersieht man, dasa von den 25 in den Cenoman-
Schichten Norddeutschlands vorkommenden Arten nur eine (Thecidium di~
(jitutum Sow. = tetragonum A. Roem.) boi uns schon in tieferen Schichten
auftritt. Anders gestaltet sich dies Yerhältniss, wenn man Angaben aus
anderen Gegenden mit in Betracht zieht. Unbestritten ist das Vorkommen
der Terebratula biplicata Sow. im Gault Frankreichs und Englands. Auch
Terebraiula capiUata Arch. und Megerleia litna Defr. sp. sollen nach Da-
vidson in England schon im Gault vorkommen. Nach brieflichen Mitthei-
lungen C. J. A. Meyer's sollen sogar Terebrattda Tornaccnsis Arch., depressa
Lam., Bobertoni Arch., Terebratulina chrysalis Schloth. sp., Terebratella Me-
nardi Lam. sp., BhynchoneUa dimidiata Sow. sp. (= UUissima Sow.) schon
in den oberen Schichten des Lower Green Sand (Äptien Orb.) zuerst er-
scheinen; doch bedürfen diese Angaben vielleicht noch weiterer Bestätigung.
In höhere Schichten (aber dem Cenoman) reichen nach den bisherigen
Beobachtungen in Norddeutschland drei Arten hinauf, die sämmtlich noch
in den jüngsten Kreide -Schichten, der Tuffkreide von Macstricht und
deren Aequivalenten, gelebt haben; es sind TerebratuUna rigida 8ow. sp.,
chrysalis Schloth. sp., Megerleia lima Defr. sp. Bei Berücksichtigung ausser-
norddeutscher Gegenden sind diesen noch Thecidium digitatum Sow. und ver-
mieulare Schloth. sp., welche ebenfalls noch in der Kreide von Mae stricht
vorkommen, und Magas Geinitzi U. Schloenb. hinzuzufügen, dessen obere
Grenze noch nicht bestimmt festgestellt ist, der aber jedenfalls bis in das
Niveau des Belemnites quadratus hinaufreicht. BhynchoneUa Mantellana,
Grasana und Martini sollen nach einigen Angaben ebenfalls noch in höheren,
ab cenomanen Schichten vorkommen; doch dürften diese Angaben noch
weiter zu prüfen sein.
In Norddeutachlaod erscheinen also 20 Brachiopoden-Arten ausschliess-
lich auf die Cenoman-Bildungen beschränkt Dieselben finden sich sämmtlich
schon in der tiefsten Abtheilung dieser Schicht, in der Tourtia oder der
Zone der Trigonia sulcataria und des Catopygus carinatus. Weit ärmer an
Arten sind die beiden jüngeren Abtheilungen, die unter einander alle ihro
sieben Arten gemeinsam haben; nur ist zu bemerken, dass im Allgemeinen
die Zone des Scaphites aequalis oder die Schichten mit Ammonitcs Manklli
varians, Scaphites aequalis und Pecten Beaveri reicher an Individuen sind,
als jene mit Ammonitcs Rotomagcnsis. Von den 25 norddeutschen Arten
besitzen die Cenoman-Bildungen Sachsens = 14, diejenigen im Norden des
Harzes = 15— 17, "diejenigen Westphalens = 23. — Auf Norddeutschland
beschränkt sind nach den bisherigen Beobachtungen nur
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506
Megerläa (?) hercynica sp. noy.
Argiope decemcostata Roem. sp.
Dagegen fehlen uns manche Arten, die in den Cenoman-Schichten anderer
Länder vorkommen und unter denen besonders folgende zu nennen sind:
Tcrebratula ovata 8ow.
„ squatnosa Mant
Lyra Meadi Cumberl.
TerebrateUa pecüta Sow. sp.
„ Carantonmsis Orb.
Magas orÜU/ormis Arch. sp.
Argiope megatrema Sow. 8p.
Thecidium rugosum Orb.
Langula subovalis Dav.
Möchte es mit der Zeit gelingen, auch diese zum Theil höchst inter-
essanten Arten noch bei uns aufzufinden!
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ÜBER DIE ZONE
DES
AMMONITES SOWERBYI
VON
DR- W. WAAGEN,
MÜNCHEN, 1867.
R. OLDENBOURO.
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Die Arbeit, welche ich dem Publikum hiemit vorzulegen mir erlaube,
datirt sich in ihren ersten Anfängen schon ziemlich weit zurück, denn es
ist bereits mehr als fünf Jahre, dass ich das Material für dieselbe zusammen
zu bringen begann. Auf meinen seitdem unternommenen Reisen in ver-
schiedene Theile Centraieuropas widmete ich der dieser Arbeit zum Gegen-
stande dienenden Schicht stets meine besondere Aufmerksamkeit, und suchte
die organischen Einschlüsse derselben auszubeuten. So bereiste ich im Jahre
1862 das südwestliche Franken, einen Theil von Württemberg, und
brachte im Herbste mehrere Monate damit zu, den schweizer Jura zu studiren;
1 863 lernte ich durch geognostische Aufnahmen, welche ich im Auftragt) des
kgl. bayerischen Staates in der Gegend von Bamberg unter Oberleitung
des Hrn. Bergrathes Gümbel ausführte, einen grossen Theil des nordöst-
lichen Frankens genauer kennen; 1864 Hess mich eine mehrmonatliche Reise
in das südliche England und das nördliche Frankreich über den Unter-
oolith jener Gegenden eingehendere Studien unternehmen; 1865 nochmals
mit geognostischen Aufnahmen beauftragt, verweilte ich mehrere Monate im
Jura der Gegend von Erlangen und Nürnberg und verwendete nach
Beendigung derselben noch einige Tage zur specielleren Untersuchung der
am Hetzlasberg auftretenden Schichten, von hier aus begab ich mich auf
einige Wochen nach Norddeutschland, um auch die dort herrschenden
geognostischen Verhältniese näher kennen zu lernen; 1866 machte ich nach
eingetretenem Friedensschlüsse noch eine kurze Reise nach dem südwest-
lichen Württemberg und in die hohenzollern'schen Lande; endlich
im vergangenen Frühjahre führte mich eine grössere Reise nach Nord-
Italien auch in den Jura der Südalpen. — Andere Gegenden des in
Betracht zu ziehenden Gebietes musste ich leider nur nach der vorhandenen
Literatur behandeln, da mancherlei in letzter Zeit eingetretene ungünstige
Umstände die Ausführung früher beabsichtigter Reisen ins westliche und
südliche Frankreich mir unmöglich machten.
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(4)
510
Für den paläontologischen Theil vorliegender Arbeit lieferte mir na-
mentlich die von mir angekaufte Wittlingerache Sammlung grosses Ver-
gleichsmaterial, indess waren mir auch einige Suiten von Versteinerungen,
die das hiesige paläontologische Museum besitzt, und die mir zur freien
Benützung überlassen wurden, von grossem Nutzen. Es drängt mich, dem
Conservator des Museums, Hrn. Prof. Zittel, hiefür meinen verbindlichsten
Dank auszusprechen. Zu besonderem Danke bin ich aber auch noch dem
Hrn. Forstmeister von Unger in Seesen, Hrn. Obersalineninspektor Schloen-
bach und Hrn. Dr. U. Schloenbach in Salzgitter, endlich Hrn. Kammer-
rath von Strombeck in Braunschweig verpflichtet, welche mir die in ihren
Sammlungen befindlichen Vorkommnisse der Zone des Amm. Sowerbyi des
norddeutschen Jura zur Bearbeitung freundlichst zusandten.
"Was die Form des Aufsatzes betrifft, so liess sich eine gewisse Ueber-
einstimmung mit der von Oppel für die Darstellung der Zone des Amm.
traimersarius gebrauchten nicht vermeiden, doch wird dadurch, glaube ich, .
der Werth der Arbeit, insoferne dieselbe überhaupt einen solchen besitzt,
nicht vermindert. Ob der Inhalt aber auch der Form entspreche, ist eine
andere Frage, deren Beantwortung ich dem wohlwollenden Urtheile meiner
verehrten Fachgenossen überlassen muss.
München, im Juli 18G7.
Dr. W. Waagen.
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Einleitung
Die Schicht, welche ich in den folgenden Blättern zu beschreiben
unternommen habe, ist im Grossen und Ganzen von ziemlich untergeordneter
Bedeutung. Gewöhnlich nicht mehr als etliche 20' mächtig, sehr häufig aber
auch eine viel geringere verticale Erstreckung erreichend, und selbst vielleicht
gesondert für sich gar nicht zu unterscheiden, trägt sie im Allgemeinen nur
sehr wenig zum Aufbau des Gesammt- Jura, sowie zum Relief desselben
bei, da die häufig vorkommende Zusammensetzung aus sandig -thonigen
Gesteinen die Schicht der Verwitterung sehr zugänglich macht, und dann
höher liegende festere Bänke dieselbe leicht mit ihrem Schutte bedecken.
Dennoch hielt ich es nicht für überflüssig oder zwecklos, wenn ich die hie-
her gehörigen Ablagerungen durch ganz Centraieuropa zu verfolgen und die
Arten festzustellen versuchte, welche auch für dieses kleine Niveau oonstant
bezeichnend sind. Nicht als ob ich dächte, dass in solch fast minutiösen
Untersuchungen die Aufgabe der Geognosie bestehe, wohl aber weil ich
gerade diese für den einzigen Weg halte, auf dem mit voller Sicherheit
die Wissenschaft der endlichen Lösung ihrer Aufgabe, wenn auch langsam,
näher gebracht werden kann. Es ist durchaus nicht das Unterscheiden der
Schicht, noch auch das Unterscheiden der organischen Formen, die die
Schicht charakterisiren , welches den Zweck des gegenwärtigen Aufsatzes
bildet; sondern vielmehr mittels dieser Unterscheidungen eine bisher noch
weniger beachtete Station organischen Lebens festzustellen, ein neues, be-
stimmt fixirtes Glied in der Zeitskala des Bildungsprozesses des Jura nach-
zuweisen, das ist es, was nachstehende Bemerkungen sich zur Aufgabe ge-
macht haben. Ich will nicht behaupten, dass dieses Glied von den nächst-
liegenden Schichten abzutrennen immer und überall möglich sei, noch auch
dass die, dasselbe charakterisirende Fauna sich nie mit tiefer oder höher
liegenden Arten vermenge, das aber wage ich mit Bestimmtheit auszu-
sprechen, dass, wenn die betreffende Fauna gesondert für sich auftritt, sie
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(6) 512
stets in der Reihe der Ablagerungen die gleiche relative Position festhält.
Wenn wir nun diese Erscheinung an den meisten Punkten Centraieuropas
in constanter Weise sich wiederholen sehen, sollten wir dann nicht berechtigt
sein, diese Schicht als einen Zeitabschnitt zu betrachten, in welchem eine
eigenthümliche Fauna sich über Centraieuropa verbreitete, sie als solchen
für sich besonders zu bezeichnen und als Zone mit einem Namen zu
belegen ?
So weit diese Zoneneintheilung im Jura bis jetzt auch schon gediehen
ist, so muss doch unser Bestreben sein, dieselbe noch weiter zu führen,
die gewonnenen Abtheilungen möglichst genau zu begrenzen und über mög-
lichst grosse Erstreckungen so scharf als irgend thunlich nachzuweisen, denn
diess Verfahren allein gibt uns die Mittel an die Hand, über den eigent-
lichen Entwicklungsgang der Formation, über Bestand oder Veränderlichkeit,
über Wanderung oder Festsiedelung der Faunen sowie der einzelnen Arten,
Fragen, welche gerade jetzt am meisten diskutirt werden, zu irgend be-
stimmten Resultaten zu gelangen. Wie sollte man je etwas Sicheres über
all diese Dinge erfahren, wenn man die Mittel von der Hand weist, durch
welche man allein das successive Auftreten der einzelnen thierischen Formen
in verschiedenen Gegenden genau zu verfolgen im Stande ist? Das Mittel
ist aber eben die Feststellung einer Normal -Schichtenreihe, nach welcher
die Bildungen in anderen, entfernter liegenden Distrikten beurtheilt werden
können. Für den Jura haben dieselbe bis jetzt die ausseralpinen Distrikte
Centraieuropas geliefert; für andere Formationen mag das wieder anders
der Fall sein.
Ein solches Glied der Normal -Schichtenreihe möchte ich denn in der
Zone des A. Sowerbyi festzustellen suchen, und werde desshalb bemüht sein,
die Zone in stratigraphischer, wie in paläontologischer Beziehung etwas
näher zu charakterisiren.
Die Zone, welche ich hier im Auge habe, ist schon seit längerer Zeit
bekannt, und für begrenztere Distrikte schon ausgezeichnet beschrieben
worden. Der Erste, welcher der Zone grössere Aufmerksamkeit schenkte,
und dieselbe durch einige ihr eigenthümliche Arten, welche er hervorhob,
kennzeichnete, war Quenstedt1). Er fuhrt sie an als „Grenzregion Beta-
Gamma des braunen Jura", und beschreibt sie in seiner originellen, anregen-
den Weise in ihrer Verbreitung durch ganz Württemberg. Den Namen
„Zone des A. Sowerbyi" gab Oppel«) in einer flüchtigen Bemerkung
■) 1858, Qoengtedt: der Jura p. 866—370.
M 1862, Oppel: Pal. Mitth. p. 128.
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(7)
auf pag. 128 seiner paläontologischen Mittheilungen. Ich selbst ') hatte
Gelegenheit, in meiner ersten Arbeit über den Jura Einiges über diese Zone
zu bemerken und sie an einigen Stellen nachzuweisen.
Die Synonymik ist indess mannigfaltig; ich führe an:
In Deutschland: Franken: Muschelbank (Nr. 59) Theodori 1840
Profil; Muschelbank des Personaten-Sandsteins (z.Th.) und Schich-
ten des Bei. giganteus (z.Th.), Schrüfer 1861 : Die Jura-Formation in
Franken p. 50 u. 57; Riesenbelemniten-S tufe, untere Schiebten,
Qümbel 1864 : Die geognost. Verh. der frank. Alb (Bavaria Bd. III, Buch IX).
— Schwaben: Zone des A. Sauget (z.Th.), Oppel 1856: Juraformation
p. 335 u. 369; Orenzregion Beta-Qamma, Quenstedt 1858: Jura
p. 365 u. f.; Zone des A. Sowerbyi, Oppel 1862: Pal. Mitth. p. 128;
Zone des A.Sowerbyi, Waagen 1864: Jura in Franken u. s. w. p. 69 u. f.
Norddeutschland: Obere Liasmergel (z.Th.), A.Roemer 1839: Nachtr.
z. Ool.; Dunkler versteinerungs-leer er Thon (m) und Thon mit
A. opalinus Etage V (z.Th.), ?. Strombeck 1853: Zeitschr. d. deutsch,
geol. Ges. Bd. V, p. 102 u. s. w.; Oberster Lias, Schichten des A.
opalinus (z.Th.), F. Roemer 1857: Die jurassische Weserkette, Zeitschr.
d. deutsch, geolog. Ges. Bd. IX, p. 625; Schichten des Inoceramus poly-
plocus, Seebach 1864: Der Hannoversche Jura p. 33: Obere Zone des
A. opalinus (mit PI euromya ezarata n.sp.), Brauns 1864: Stratigrapbie
und Paläontographie des südöstlichen Theiles der Hilsmulde p. 47; Zone
des A. Sowerbyi, U. Schloenbach 1865: Zeitschr. d. deutsch, geolog.
Ges. p. 23; Zone der Pleuromya exarata, Brauns 1866: Nach-
trage p. 7.
Schweiz: Jura: Oolite ferrugineuse (z. Th.), Thurmann 1832:
Essai sur les Soulevements p. 36 (Mem. Soc. d'hist. nat de Strasbourg
Bd. I); Brauner Jura Beta (z. Th.), Rominger 1846: Vergleich des
Schweizer Jura mit der Württembergischen Alb (Bronns Jahrb. p. 297);
Eisenschüssiger Kalk mit A. Murchisonae und Pccten perso-
natus (z. Th.), Moesch 1856: Floetzgebirge im Canton Aargau p. 36;
Marlysandstone et Oolithe ferrugineuse (Bajocien) (z.Th.), De-
sor et Gressly 1859: Jura NeuchAtelois p. 96 (Mem. Soc. des sc. nat. de
Neuchatel Tome IV); Unterster Brauner Jura (Br. J. a u. ß) (z.Th.),
Alb. Müller 1862: Geognostische Skizze des Cantons Basel p. 14 u. 56;
Zone de VAmm. Sowerbyi, K. Mayer 1863: Journal de Conchiliologie,
Num. d'Avril; Murchisonae - Schichten (z.Th.) und Sowerbyi-
') 1864, Waagen: der Jura in Franken, Schwaben und der Schweix p. 69—71.
(1*) 33*
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514
Schichten (z. Th.), Moesch 1867: Der Aargauer Jura p. 75. Alpen: Tie-
ferer Unter-Jura (Bajocien) (z. Th.), Studer 1853: Geologie der
Schweiz II, p. 41 u. f.; Crinoideenbreccie, Bachmann 1863: lieber
exotische Jurablöcke p. 9; PZone des A. Murchisonae (z. Th.), Bach-
mann Novemb. 1863: Juraformation im Canton Glarus (Berner Mittheilungen
Nr. 549-552).
Frankreich und Luxemburg: Calcair de Longwy (z. Th.), Dumont
1841 : Mem. Acad. deBruxelles XV; Oolite ferugineuse (z.Th.), Marcou
1848: Jura Salinois p. 69; Calcair de Longwy, Dewalque etChapuis
1852: Mem. sur les Foss. des Terr. sec. du Luxembourg p. 14; Sousgroup
inferieure de l'Oolite inferieure, Buvignier 1852: Stat. geol. du
Dep. de la Meuse p. 178; Fer de la Roche Pourrie (z. Th.), Marcou
1856: Lettres sur les Boches du Jura p. 29; Calcair de Cuzon, Dumor-
tier 1859: Note sur le Terr. jur. du Mont d'Or lyonnais, Bull. soc. geol.
de France XVI, p. 1065; Calcair ä fucoides (z.Th.), Dumortier 1861:
Note sur le Calc. ä fucoides etc., Bull. Soc. geol. de France XVIII, p. 579 ;
Calcair ä Entroques vieler französischer Autoren, ich erwähne nament-
lich: Ferry 1861: Mem. sur le Group ool. inf. des Env. de Macon p. 8;
Ebray 1861 in Bull. ^oc. geol. de France XVIII, p. 501 u. XIX, p. 30;
Calcair ferrugineux (z. Th.), Chapuis 1862: Nouv. rech, sur les foss.
des Tefr. sec. du Luxembourg; Maliere (z.Th.) verschiedener französischer
Autoren; Niveau des Lima heteromorpha et Ter. p er ovalis (z.Th.)
und Oolite ferugineuse (z.Th.), E. Deslongchamps 1864: Etudes sur
les Et. ool. inf. de la Normandie p. 92 u. 103.
England: Fimbria Marl, Upper Freestone, Lower Trigonia-
grit, PGryphaea grit der Schriftsteller über den Jura in Gloucester-
shire; Lower Sandstone and Shale, Phillips 1829: Geol. ofYorkshire
p. 153, t. X.
Die Zone des A. Sowerbyi fällt in den Zeitraum zwischen dem Er-
scheinen des A. Murchisonae und dem Auftreten des A. Sauzei in den
Meeresbecken, welche damals Centraieuropa bedeckten. Die Begrenzung
der Zone sind also nach unten jene Schichten, welche den A. Murchisonae
beherbergen, nach oben wird sie abgeschlossen durch die Bänke mit A.
Sauzei. Leider sind das beides Zonen, welche noch sehr des genaueren
Studiums und der besseren Charakterisiruug bedürfen.
Was zunächst die Unterlage der Sowerbyi -Schichten betrifft, so fällt
vor Allem, wenn man die Murchisonae -Zoue auf weitere Erstreckungen zu
verfolgen bemüht ist, auf, dass bei meistens nicht unbedeutender Mächtig-
keit der Gesteine, die Fauna grossentheils einen ziemlich einförmigen und
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00
armseligen Charakter an sich trägt. Die bezeichnenden und stets leitenden
Vorkommnisse beschränken sich auf einige wenige Arten, unter denen die
Cephalopoden das meiste Gewicht haben. Ich möchte anfuhren: ßelemn. spinnt us
Quenst., Amm. Murchisonae Sow. , Amm. Stauf ensis Opp., Amm. Sieboldi
Oppel, Amm. amplus Opp. Die übrigen Vorkommnisse sind zum grössten
Theü an die Facies gebunden, und es ziehen die Tancredien, wie Tancr.
donaciformis Lyc, T. Lycetti Opp., T. axiniformis Phill., T. Rollet Opp.,
sowie die Trigonien: Trig. striata Sow. und T. tuberculata Ag. die sandigen
Niederschläge , die Eucyclus- Arten, die Pleurotomarien, Austern und Bra-
chiopoden mehr die kalkig -mergeligen Ablagerungen vor. So kommt es,
dass wir es in dieser Abtheilung des Jura mit mehreren localen Fauneu zu
thun haben, welche sich indess doch, wenn die für ihre Existenz günstigen
Faciesverhältnisse vorhanden sind, an mehreren, oft sehr weit von einander
entlegenen Punkten wiederholen. Es scheint diese Verschiedenheit so wie
die locale Uebereinstimmung der Faunen weniger in der Gesteinsbeschaffen-
heit selbst, als vielmehr in den allgemeinen Verhältnissen des Meeres zu
liegen, aus denen diese jeweiligen Gesteine abgesetzt wurden. In den
sandigen Straten und Sandsteinen, welche in Franken, wie in Württem-
berg die Zone darstellen, finden wir ungefähr folgende Arten; ausser den
schon oben erwähnten kosmopolitischen Cephalopoden:
Acteonina Sedgevici Phill.
Turbo ? gibbosus Orb.
Leda Deslongckampsi Opp.
Nucula Aalensis Opp.
Tancredia Lycetti Opp.
„ axiniformis Phill.
„ Rollet Opp.
Quenstedtia oblita Phill. sp.
Astarte Aalensis Opp.
Trigonia striata Sow.
ff tuberculata Agass.
Protocardia substriatula Phill. sp.
Area Lycetti Opp.
Avicula elcgans Mnst.
I nocet amus atnygdaloidcs Gdf.
Gervillia acuta Sow.
„ oolitlma Opp.
„ subtortuosa Opp.
Pecten pumilus Lamk.
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(10)
51 fi
Ostrea calceoU» Ziet.
Placunopsis Kurri Opp. sp.
Lingtda Beani Phill.
Crertaster prisca Gdf. sp.
Coelaster Mandelslohi Mnat. sp.
Fast dieselben Arten zeigen sich im sog. Dogger von Yorkshire,
dessen sandig -kalkige Schichten theilweise mit diesen Vorkommnissen erfüllt
sind. In beiden Bildungen haben wir, wie es scheint, Strandablageningen
einer ziemlich flachen, offenen Küste, welche von einem bewegten Meere
bespühlt wurde, vor uns. Während aber in den nächstfolgenden Zeit-
abschnitten in Franken wie in Schwaben das Meer an Tiefe zunahm,
wurde es dagegen in Yorkshire stets flacher, und es folgen hier die
pflanzenführenden Sandsteine, welche auf eine äusserst flach verlaufende,
theilweise vielleicht von Süsswasser überschwemmte Küste deuten.
Ganz anders sind die Verhältnisse im südlichen England, sowie in der
Gegend von Bayeux. Hier treffen wir an einer in Buchten zerschnittenen,
theilweise felsigen, von Riffen umgebenen Küste in kalkig mergeligen, nur
seltener etwas sandigen Schichten eine von der vorhergehenden fast ganz-
lich verschiedene Fauna an. Deslongchamps führt an:
*Amm. Murchisonae 8ow.
*Pleurot<maria actinomphala (Desl.)
* jf Baugieri Orb.
*Eueyclu8 capitaneus (?) Münst.
* „ pinguis Desl.
Cirrhus sp., Discohelix sp.
Cerithium sp., Chemnitzia sp.
*Pholadomya fidicula Sow.
Myopsis Jurassi Agasei.
Anatitia sp. nov.
*Ceromya Bajociana Orb.
Opis carinata Wright
Trigonia Ramsayi Lycctt
Cypricardia cordiformis Lycett
Hippopodium Bajocense Orb.
Astarte excavata Sow.
*GcrvMia tortuosa Sow.
*Lima proboscidea Sow.
Ostrea calccola Ziet.
*Tercbrat. perovalis Sow.
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517
*Terebrat. conglobata Desl.
* „ Eudesi Opp.
n cirthea Orb.
Ithynch. Deslongchampsi Dav.
„ cynocephala Rieh.
„ frontalis Desl.
„ senticosa Buch.
GW. Courtaudina Cott.
Mabdocid. tnaxinta Des.
Hterocid. Trigeri Cott.
All diese Arten finden sich zwischen den Riffen von May, Fontaine-
Etoupefour und Feuguerolles. An den offenen Küstenstrecken bei
Bayoux etc. sind die Schichten mächtiger, und werden von den Stein-
brechern Maliere genannt. Ausser den in der vorhergehenden Liste mit
einem Sternchen bezeichneten Arten kommen hier noch vor:
Bd. cf. canalictUatus
Naut. lineatus Sow.
„ siuimtus
Amm. Skboldi Opp. ' )
Pholadomya allica
Modiola veniricosa PRoem.
, plicata Sow.
Lima heteromorpha
Pecten barbatus Sow.
„ pumilus Lam.
Plicatuia catinus Desl.
» polyptica Desl.
Gryphaea cf. sublobata Desh.
Rhynch. ringens
Aus diesen Listen, welche Arten enthalten, die grossentheils äusserst
nahe verwandt oder selbst ident sind mit solchen aus dem Oolite de Bayeux,
geht deutlich hervor, dass wir hier die Wiege jener Fauna zu suchen haben,
welche später, in den Zonen des A. Humphriesianus und Parkinson*, zur
Verbreitung über ganz Centraieuropa gelangte.
In anderen Theilen Frankreichs herrschen wieder andere Verhältnisse,
welche zum grössten Theil noch weniger bekannt sind. Dem Ostufer des
Pariser Beckens entlang sind es meistens Eisenoolithe, welche in ihrer
') Von mir selbst gesammelt bei Evrecy, ein Exemplar dieser Art erhielt ich auch
hu« den Murchisonae-Schichten Ton Yeovil (Doreetab.).
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(12)
518
Fauna die Mitte halten zwischen dem schwäbischen und normannischen
Typus, im Süden von Frankreich aber, da wo sich das allemannisch-
frankische Meeresbecken mit dem mittelländischen verbindet, aber auch an
der Nordküste des Centralplateaus von Frankreich sind es hauptsächlich in
ihrer Fauna ziemlich arme, harte Kalke, welche die Zone zusammensetzen.
Pecten pesonatus in Vereinigung mit einer Fucus-Art, Chondrites scoparius
Thioll. , ist hier beinahe allein leitend. Am entwickeltsten erscheint diese
Facies an den Küsten de« mittelländischen und pyrenäischen Beckens
des Jura- Meeres.
Ablagerungen aus einer weiten, vor den Wellen der hohen See ziemlich
geschützten Bucht haben wir in den Tbonschichten der Norddeutschen
Jurabildungen vor uns. Die Fauna der Zone des Amm. Murchisonae scheint
indess nur eine sehr kleine Reihe von Arten besessen zu haben, welche in
Meerestheilen , denen grosse Schlammmassen zugeführt wurden, ihr Leben
zu fristen im Stande waren. Die Anzahl von Formen, welche die Zone
des Amm. Murchisonae im norddeutschen Meeresbecken bevölkern, ist daher
ausserordentlich gering. Wir treffen einige Arten von Qasteropoden und
Pelecypodcn, welche, aus der Zone der Trigonia navis noch hier herauf
fortsetzend, ihr kümmerliches Dasein fristen, einige Formen stellen sich
aber auch bereits ein, die anderwärts erst die Zone des A Sowerbyi cha-
rakterisiren, unter ihnen ist namentlich Bei. TrautschoUH hervorzuheben;
von für die Zone des Amm. Murchisonae aber einigermassen bezeichnenden
Arten kommen nur vor:
Amm. Murchisonae Sowerby.
TurriteUa cf. elongata Ziet.
Nucula Aalensis Opp.
Leda Deslongchampsi Opp.
Avicula elegant Mnst.
Pecten diseiformis Schübl.
Pecten pumilus Lamk.
Wir haben somit für die Unterlage der Zone des Amm. Sowerbyi fol-
gende eigentümliche Entwicklungsarten zu unterscheiden: Strandbildungen
an offenen Küsten mit sandigem Meeresgrund, Bildungen an mehr geschützten
Küsten mit theils schlammig -sandigem, theils felsigem Meeresgrund, Ab-
lagerungen aus weiteren Buchten mit durchaus schlammigem Meeresgrund,
und endlich in tieferem Wasser abgesetzte kalkige Niederschläge.
Diese Typen der Facies wechseln theils mit der nächst höheren Zone,
theils bleiben sie sich gleich, und dieses Verhalten gewährt gute Stützpunkte
zur Beurtheilung der eintretenden grösseren oder kleineren Voränderungen,
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(13)
welche die Meere der jurassischen Periode zur Zeit des Auftretens des
Amm. Sowerbyi sei es in ihrer Configuration, in ihrer Uferbeschaffenheit,
in den Meeresströmungen oder der Windrichtung erlitten haben. Je grösser
der Wechsel oder die Differenz in der Facies unmittelbar aufeinander
ruhender Schichten ist, um so bedeutender müssen auch die Veränderungen
in den eben angedeuteten Verhältnissen innerhalb kurzer Zeiträume gewesen
sein, und es lässt sich denken, dass solche Veränderungen auch auf die
die Küsten bewohnenden Faunen einen sehr bedeutenden Einflusa ausüben
mussten. Die Abweichungen in der Facies zwischen der Zone des Amm.
Murchisonae und der des Amm. Sowerbyi sind nun zwar im Allgemeinen
wenig beträchtlich, wie überhaupt die Facies in der letztgenannten Schicht
keinen ganz bestimmt ausgeprägten Charakter an sich trägt, indess lassen
sich doch aus der Betrachtung derselben manche Schlüsse ziehen. Man
kann erkennen, dass der Wechsel der Facies sich nicht auf grossen Strecken
gleichzeitig einstellte, aus dem verschiedenen Verhalten der einzelnen
Schichten zu einander an verschiedenen Localitäten. Während an einzelnen
Punkten die beiden hier in Rede stehenden Bildungen nur wenig miteinan-
der gemein haben, in Gesteinsbeschaffenheit wie in ihrer Fauna fast gänz-
lich differiren, macht sich an anderen Stellen kaum eine geringe Veränderung
in den allgemeinen Verhältnissen bemerklich, ein grosser Theil der bereits
tiefer vorhandenen Fauna erscheint auch oben wieder, jedoch merkwürdiger
Weise mit Formen vergesellschaftet, die in früheren Zeitabschnitten gänzlich
mangelten. Diese Formen stellen sich ein, gleichgültig, ob die Faciesver-
hältnisse sich gegen früher geändert hatten oder nicht, sie erscheinen gleich-
zeitig in ganz Central -Europa, die älteren Formen aber werden nur noch
so neben den neuen Eindringlingen geduldet, und verschwinden auch sehr
bald von dem Schauplatze, da gewöhnlich mit dem Verschwinden des A.
Sowerbyi die Facies -Verhältnisse nun auch an den Punkten sich ändern,
die bisher in dieser Beziehung keinem Wechsel unterworfen gewesen waren.
Es geht daraus hervor, dass erst dann uns in den Schichten eine gänzlich
neue Fauna entgegentritt, wenn die Summe der an einzelnen Punkten
successive stattfindenden Veränderungen gross genug geworden ist, um
sämmtliche Sprösslinge früherer Faunen zu vernichten , so dass der Wechsel
der Faunen nicht ein plötzlicher, sondern ein allmähliger ist Woher aber
die neuen Formen, welche sich zwischen die aus früheren Zeiten vorhan-
denen Arten eindrängen, und durch ihr, relativ gleichzeitiges Auftreten über
sehr grosse Erstreckungen die Mittel an die Hand geben zur Bestimmung
des Alters einer Schicht P Als nächsten Verwandten haben fast sämmtliche
Ammoniten- Arten der Sowerbyi - Schicht den A. Murchisonae. Bei Gingen
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(14) 520
(Württemberg) hatte ich zu beobachten Gelegenheit, dass die typische Form
des A. Mutchisonae hier in einer Lage angetroffen wird, in welcher er
mit der Unterseite noch in die eigentlichen Murcbisonae- Sandsteine einge-
backen ist, auf seiner Oberseite aber bereits von den sandig knolligeu
Thonbildungen der Zone des A. Sowerbyi überzogen wird, unmittelbar darauf
liegt A. patella n. sp. und A. jugifer n. sp. , ohne dass ich Uebergänge
dieser Arten in A. Mwrchisonae zu constatiren im Stande bin. Wo ist al»o
nun die Brutstätte dieser Ammoniten- Arten , haben sie sich in anderen
Welttheilen durch langsame Umbildung aus gemeinsamen Grundformen ent-
wickelt, oder sind sie so, wie wir sie finden, an Ort und Stelle geschaffen?
Für Ersteres spricht ihre nahe Verwandtschaft zu den zunächst vorher-
gehenden Formen; wie geschah es aber dann, dass sie sich von ihrer Brut-
stätte aus plötzlich über ganz Centrai-Europa verbreiteten, und gleichzeitig
an den entferntesten Punkten auftreten? Aehnliche Fragen drängen sieb
auf bei jeder einzelnen Art, welche in ganz Centraieuropa für das specielle,
minutiöse Niveau sich als leitend uns darstellt. Wir treten eben mit diesen
Fragen in das geheimnissvolle Gebiet des wirkenden Werdens, das der
Forschung so schwer zugänglich ist, da sich den Sinnen nur das Gewordene
darstellt. Das aber ist gerade die Aufgabe der nächsten Zeit, diese Fragen
womöglich zur Lösung zu bringen. Ich selbst hätte gerne einige Forschungen
in dieser Beziehung angestellt, doch machten mir die im vorigen Jahre
herrschenden politischen Verhältnisse die hiezu nöthigen Reisen in verschie-
dene Theile Frankreichs unmöglich.
Wie schon oben erwähnt, hat freilich die Facies in der Zone des Amm.
Sowerbyi eigentlich nirgends einen so bestimmt ausgeprägten Charakter,
dass man sie ohne Bedenken in eine der bis jetzt unterschiedenen Faciea-
Classen einreihen könnte. Zwar dürfte man vielleicht das Vorkommen , wie
es uns bei Gingen in Württemberg entgegen tritt, als Coral- Facies, die
Ausbildung der Zone in Norddeutschland aber mit ihren mächtigen Thon-
Ablagerungen als Myaciten- Facies betrachten, doch tritt der Charakter dieser
Facies nie so deutlich hervor, als diess in den Bildungen des oberen Jura
so häufig der Fall ist Dass sich indess auch bei der hier in Rede stehen-
den Zone bei Betrachtung der Gesteinsbeschaffenheit im Zusammenhalte mit
den Artvorkommnissen ein gewisser Entwicklungstypus, der nach den Le-
talitäten sich ändert, herausfinden lässt, ist natürlich.
Die Fauna der Zone ist ziemlich reich an Formen, wenn sie sich auch
mit jener in den Eisenoolithen der Zonen des Anm. HumpJuiesianus und
Amm. Parki^soni von Bayeux eingeschlossenen vor der Hand nicht messen
kann. Am Ende dieser Arbeit sind 2G4 Arten aufgeführt; würde ich die,
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(15)
welche an verschiedenen Legalitäten Frankreichs, so bei Nancy oder auch
bei Bayeux, sich finden, noch ausführlicher haben beiziehen können, würde
die Zahl wohl um ein Drittheil, namentlich an Gasteropoden, vermehrt wor-
den sein. Die Bearbeitung dieses Theiles der Fauna überlasse ich indess
Herrn Schlumberger in Nancy, der hiefür ein ausgezeichnetes Material
zusammengebracht hat, und hoffe, dass er die wissenschaftliche Welt recht
bald durch eine Publication hierüber erfreuen werde. — An keiner Localität
findet sich die ganze Fauna der Zone wieder, stets trägt das Zusammen-
vorkommen der Arten das Gepräge der jeweilig herrschenden localen Ver-
hältnisse; sehr selten findet sie sich auch rein, d.h. un vermischt mit höher
oder tiefer liegenden Formen. Diese Vermischung ist um so beträchtlicher,
je mehr sich die Faciesverhältnisse der Zone des Amm. Sowerbyi denen der
nächstliegenden Zonen anschlieseen.
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Verbreitung der Zone des A. Sowerbyi.
Um die specielleren Verhältnisse der Zone möglichst übersichtlich zu
machen, theile ich das ganze Territorium in einzelne Heeresbecken, welche
ich nach der Configuration der damaligen Küsten des Jura -Meeres abzu-
grenzen bestrebt bin. Es ergeben sich bei der Betrachtung der Karte des
Jura- Meeres sehr natürlich folgende Meeresbecken: I. Süddeutsches
Becken, welches den Jura in Franken und Schwaben, so wie auch
denjenigen des süd - östlichen Badens und des Randen umfasst; II. Hel-
vetisches Becken, den Jura der Schweiz von der Lägern angefangen
bis zu seinem Anschluss an die Alpen, in seinem Verlaufe durch die
Dep.'s Doubs, Jura und Ain in sich begreifend; ausserdem schliessen sich
hier noch an die Jurabildungen, welche den Ostrand des Centraiplateaus
von Frankreich umziehen in den Dep. Rhone, Saöne-et-Loire, Cöte
d'Or, der Jura am Südufer der Vogesen- Halbinsel, Dep. Haute-Saöne,
sowie die geringen Ueberreste der Juraformation im Rheinischen Meerbusen,
welcher die hieher gehörigen Bildungen im südlichen Baden, westlich vom
Schwarzwald nebst denen in den Dep. Haut-Rhin und Bas-Rhin in
sich schliesst; III. Mittelländisches Becken, das sich über die Jura-
Bildungen der Dep.'s Lozere, Aveyron, Herault, Gard, Ardeche,
Drdme, Basses- Alpes, Var und Bouches-du-Rhöne erstreckt (hier
könnte sich vielleicht auch noch der am Südfusse der Alpen abgelagerte
Jura anschliessen , der indess wahrscheinlich besser in ein gesondertes „Ita-
lienisches Becken" verwiesen wird); IV. Pyrenäisches Becken, die
Dep.'s Lot, Dordogne, Charente, Charente-infärieure, vielleicht
auch noch Deux-Sevres, so wie die Jurabildungen am Nordfusse der
Pyrenäen umfassend; V. Pariser Becken, schon von Hebert genauer
'ibgegrenzt und beschrieben; ich ziehe zu diesem Becken indess auch noch
die Jurabildungen im südlichen England, in Dorsetshire und Wiltshirc;
VI. Nordenglisches Becken mit den jurassischen Ablagerungen in
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r>24
Glouccstershire beginnend und sich bis nach Yorkshire fortsetzend:
VII. Norddeutsches Becken, schliesst den Jura in Hannover und
Braunschweig, so wie den der Gegend von Magdeburg ein.
Diese Aufzahlung der Meeresbecken gibt zugleich auch einen Ueberblick
über die Verbreitung der Zone des A. Sowerbyi. Die östlich und südlich
von diesem Verbreitungsbezirke gelegenen Gegenden haben bis jetzt noch
keine Andeutung der Zone geliefert. Der Unteroolith ist hier entweder zu
eigentümlich entwickelt, oder zu wenig bekannt, um in Betracht gezogen
werden zu können.
I. Süddeutsches Meeresbecken.
Franken. Hier war es zuerst Herr Dr. Schrüfer1), welcher Amt».
Sowerbyi in einem gesonderten Lager nachwies und in seine Tabelle eintrug.
Sein Profil ist folgendes:
Oberer
brauner
Jura
j
Graue Thone mit verkiesten Ammoniten
Mittlerer
brauner Jura
Oolithische Kalkmergel mit:
Antmomtes Humphriesianus, Trigonia costata j
Bdenmites giganteus
Ammomtes Tessonianus, Astarte minima
Ammonites Sowerbyi
Jura
ichten
C Graue versteinerungsleere Thone
© o
a m
2 — 3' Zwei dünne Sandsteinbänke
'
>rau
7' Gelbe und rothe Thone
9 'S
l' Muschelbank: Pecten personatus
Untei
Mürel
Mächtige Bänke von Personatensandstein
Er beobachtete dasselbe bei Friesen und Frankendorf, so ziemlich am
Nordende des fränkischen Meerbusens. Es ist im Allgemeinen vollständig
richtig, doch verwechselt er im Texte die hier mit dem Ausdrucke „Muschel*
bank" bezeichnete Schicht sehr häufig mit einer etwas höher liegenden
sandigkalkigen Bank, welche in das Niveau des A. Sowerbyi fällt.
') 18fll, Schrüfer: Die Juraformation in Franken p. 65.
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r,2 :>
(19)
Bedeutend genauere und bestimmtere Anhaltspunkte bietet ein etwas
später erschienener Aufsatz von Gürabel '), durch welchen man in den
Stand gesetzt ist, die hier in Betracht kommenden Schichten längs des
ganzen Randes des Jura in Franken zu verfolgen.
Wenn wir zunächst das Ostufer des fränkischen Busens näher in Be-
tracht ziehen, so zeigt sich, dass erst in den nördlicheren Theilen desselben
die Zone des A. Sowerbyi sich einigermassen befriedigend nachweisen lässt,
während in den südlicher gelegenen Distrikten die Schichten bei ziemlich steil
aufgerichteter Lagerung eine ziemlich kümmerliche Entwicklung zeigen. Der
untere Dogger wird hier so zu sagen allein aus Eisensandsteinen zusammen-
gesetzt, über dem einige Lagen harten eisenoolithischen Kalkes A. ParJdn-
soni beherbergen. Gümbel gibt ein Profil von Gross Saltendorf und
erwähnt, dass ähnliche Verhältnisse bis in die Gegend von Regensburg
sich finden. Erst in der Nähe von Pegnitz beginnt die Zone des Amm.
Sowerbyi deutlich sich hervorzuheben. Sie lagert hier über dem Eisensand-
«tein (Zone des A. MurcJiisonae), über welchen sich blauer lettiger Schiefer-
thon anschliesst, als ein gelber Sandstein und Sandkalk, bröcklich, mit
zahlreichen Knollen und Lagen voll Versteinerungen in einer Mächtigkeit
von 5', unmittelbar darüber folgen Eisenoolithe mit A. Humphriesianus:
die Zone des A. Sauzei ist hier noch nicht nachgewiesen. Weiter nördlich
gewinnt die Zone des A. Sowerbyi zwar nicht an Mächtigkeit, dennoch aber
ist sie leicht aufzufinden, indem ihre Gesteine an Härte bedeutend zunehmen,
und man schon bei einer ziemlich flüchtigen Begehung des Terrains die
ihre Köpfe weit hervorstreckenden harten Sandkalkbänke nicht leicht über-
sehen wird. Für die Ausbeutung der Schichten ist diess freilich nicht sehr
günstig, indem es unmöglich erscheint, aus dem mit den besten Werk-
zeugen nur schwer zu bearbeitenden Felsen die Versteinerungen unversehrt
herauszubekommen. Man muss sich mit dem begnügen, was auf der Ober-
fläche des Gesteins herauswittert. Ich sammelte auf solche Weise in der
(regend von Weismain, gerade da, wo das Ostufer des fränkischen Busens
in das Nordufer verläuft, folgende Arten:
Bei. Trautscholdi Opp.
Amm. jugifer n. sp.
Lucina sp.
Astarte elegans Sow.
') 1864, Gfimbel: Die geognostischen Verhältnisse der Fränkischen Alb. Separatabdr.
am Bavaria III. Bd., IX. Buch.
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(20)
ünicardium cf. depresswn Phill.
Trigonia trigona n. sp.
„ tubereulata PAgass.
Tancredia donaciformis
Gcrvillia subtortttosa Opp.
„ praelonga Lyc.
Pecten disciformis Schübl.
„ pumihts Lauck.
Placunopsis Gingensis Quenst.
Ostrea calceola Ziet.
Serptda cf. quadrilatera Gdf.
In der Gegend von Banz, an der nordwestlichsten Ecke des
Busens, sind die uns hier beschäftigenden Schichten bereits wieder be-
deutend weniger deutlich zu unterscheiden. Es sind rötbliche oder graue
Thone, welche über den Murchisonae-Schichten folgen, und einzelne Partien
grauer sandiger Kalkbänke einhüllen. Erst weiter gegen Süden gewinnt das
Gestein wieder an Festigkeit, und es stellen sich zugleich wieder häufigere
Petrefakten ein. Yon Uetzin g südlich wird man die Schicht nicht leicbt
vermissen, wenn auch die Mächtigkeit bisweilen auf ein Minimum herab-
sinkt, doch wird man auch dann in den in die Thonschichten eingeschlossenen
Brocken harten sandigen Kalkes Exemplare von Bei. Trautscholdi wobl
nirgends vergeblich suchen.
Immer noch an der Westküste des Fränkischen Meerbusens südwärts
schreitend erreicht man die Gegend zwischen Erlangen und Gräfenberg,
welche für die Beobachtung der Zone des A. Sotcerbyi vieles Interessante
bietet. Ich hatte Gelegenheit, hier an den Ausläufern des Hetzlas, eines
Berges in der Nähe von Erlangen, ein Paar Profile aufzunehmen, welche
ich desshalb hier anführen mochte, weil sie Gelegenheit bieten zu zeigen,
wie auf eine Erstreckung von wenigen Stunden nicht nur die Gesteins-
beschaffenheit einer Schicht, sondern selbst die ganze Entwicklung einer
Reihe von Schichten sich ändern kann.
Wenn man von Erlangen nach Neunkirchen am Brand und von
da nach Grossenbuch geht, so kann man, hinter letzterem Orte gegen
den Hetzlas-Sattel hinaufsteigend, nachdem man im Dorfe selbst Posi-
donienschiefer anstehen sah, und über Opalinus -Thon und Eisensandstein
langsam ansteigend, nahezu die Höhe erreicht hat, folgendes Profil beob-
achten. Schichtenfolge von unten nach oben:
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JJ
c £
a
o
x
TS
«
C
o
S5
x 'S
527 (21)
1) Eisensandstein, sehr mächtig, darüber
2) 15' grauer Thon, ohne Versteinerungen;
3) 11" gelber weicher Sandstein, knollig mit Fukoiden;
« 4) 2—3" grauer Thon;
5) 4—5" gelber, nicht sehr feinkörniger, weicher Sandstein mit
einer Thonzwischenlage;
6) 2\" grauer sandiger Thon;
7) 2" unregelmässige Lage gelblichgrauen Sandsteins mit Thon-
gallen und unzähligen Gliedern von Pentacr. cf. cristagdüi Quenst,
ausserdem Zähne und Knochen -Fragmente von Ichthyosaurus,
Lamma u. s. w.;
8) 1" unregehnässige Lage grauen Thones;
9) 2" braune harte, sandige Kalkbank mit vielen Versteinerungen
(Schicht des A. Sowerbyi)',
10) 4" brauner Thon;
11) 2" braune Kalkbank mit vielen Muschelbruchstücken;
12) 1' schwarzer Thon;
13) 2" knollige Kalkbank mit vielen aufsitzenden glatten Austern;
14) 1' schwarzer Thon;
15) 6" blauer, gelb überlaufender, zäher Kalk, beim Zerschlagen
rothe dendritische Flecken und zerstreute pulverformige Eisen-
oolithkörnchen zeigend;
16) \\' gelber, etwas oolithischer Mergel mit 2 knolligen, härteren
Zwischenlagen, nach oben durch eine unregelmässige Knollen-
lage mit vielen Muschelbruchstücken und Bd. Gingensis ab-
gegrenzt ;
17) 6" gelber Mergel mit Bd. Giganteus, Rhabdocid. Anglo-Suevicu,
Ehynch. spinosa;
18) 6" graue, gelb überlaufende, weiche Kalke, ähnlich Nr. 15,
\ \ aber mit selteneren Flecken und häufigeren Oolithkörnern : A.
N < polyschides n. sp. (Schicht des A. Sauzei);
(19) 2" gelblicher Thon;
T3|,I<20) mehrere Bänke blauen, sehr harten Kalkes mit A. Bornum,
^ J 1 [ Cerithittm tntmcato-co$tatumy WaWieimia Waltoni iL s. w.
Die Schicht Nr. 9 ist an vielen nahe gelegenen Punkten aufgeschlossen,
namentlich wurden viele der harten Kalkplatten bei Anlegung eines Hopfen-
gartens ausgebrochen und waren so eine Zeit lang der Verwitterung aus-
(2) 34
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(22)
528
gesetzt, wodurch allein die Petrefakten in dem harten Gesteine deutlich
entblösat werden. Ich erhielt an dieser Stelle:
Bdemnites Gingensis Opp.
„ Trautscholdi Opp.
A mmomtes furticarinatus Quenat.
„ discites n. 8p.
Tancredia cf. donaciformis Lyc.
Corbuia obscura Sow.
Astarte elegant Sow.
„ Aalensis Opp.
„ sp. ind.
Trigonia Goldfussi Agass.
Lima duplkala Sow.
Avicula elegans Mst.
Gervüiia subtortuosa Opp.
Pecten pumihts Lamk.
,, disciformis Schübl.
Hinnites Gingensis n. 8p.
Ostrea calceola Ziet.
Pentacr. cf cristagaUi Quenst.
Serpula socialis Gdf.
„ quadrilatera Gdf.
Die Facies, in welcher diese Schichten hier auftreten, int genau die-
selbe, in welcher der Eisensandstein und die in ihn eingeschlossene Fauna
entwickelt ist Die Brachiopoden fehlen gänzlich, die Radiaten fast ebenso.
Ausserdem finden wir die Pelecypoden nie in duplicaten Exemplaren, was
aufs bestimmteste auf eine Strandbildung hinweist.
Ganz anders stellt sich die Schichtenfolge dar, wenn wir uns nach
einem anderen Ausläufer des Hetz las, welcher etwas weiter gegen Grä-
fenberg zu gelegen ist, wenden. An einem Bergvorsprunge, unter dessen
Schutz das Dorf Pommer sich angesiedelt hat, zeigt sich folgende Schichten-
reihe deutlich aufgeschlossen, von unten nach oben darbietend:
1) Eisensandstein in machtigen Bänken;
2) 15' schwarzer Thon ohne Versteinerungen;
3) 1' braunrothe knollige Sandsteinbank;
4) G" schwarzer Thon;
5) 4" braunrother weicher Sandstein;
6) 2" Thon;
7) 3" hellgelber, sehr milder Sandstein;
«) r braungelber, knolliger, nach oben zerbröckelnder Sandstein.
^ 1
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529
(23)
9) 1' gelber Thon, vollgespickt mit weissen Schalenbruchstücken,
viele Knollen gleich denen von Gingen (Württemberg, siehe
unten) enthaltend: Bei Gingensis, A. Sowerbyi;
10) 9" grauer, gelbverwitternder Thon mit Belemnites cancdiculatus,
Rhabdocid. Anglo-Suevica ;
11) 5—6" graue, gelbverwitternde Kalkmergelbank mit vielen auf-
sitzenden Serpula;
12) 3" Thon;
13) 4 — 5" Bank grauen, sehr harten Kalkes, bei der Verwitterung
gelb überlaufend, an seiner Oberfläche von Bohrern zerfressen;
14) 8' Thon, schwarz mit grauen, fleckigen, harten Geoden;
15) 6" unregelmässige Knollen eines sehr grob eisenoolithischen
Kalkmergels, grosse schlecht erhaltene Planulaten, anscheinend
A. funatus Opp. enthaltend ;
16) 4—6' schwarzer Thon mit Bei. subhastatus? die oolithischen
Knollen setzen zerstreut hier herauf fort;
17) hellgrauer Thon mit Schwefelkies, Amm. ornatus.
Ohne mich auf die Deutung der über Schicht Nr. 9 folgenden Ab-
lagerungen, von denen ich nur erwähnen will, dass sie von den gleichen
Schichten des vorigen Profils in jeder Beziehung gänzlich abweichen, näher
einzulassen, will ich nur über die eigentliche Zone des A. Sotcerbyi einige
genauere Angaben machen. Es fallt sogleich auf, dass, obwohl auch hier
das Profil über dem Eisensandstein mit 15' Thon beginnt, es doch in den
darüber folgenden Schichten sehr bald von den gleichen Ablagerungen des
Profils von Grossenbuch bedeutend abweicht, indem die ganze Zone auf
eine nur 1' mächtige Thonschicht reducirt erscheint. Andrerseits ist auch
die Fauna eine von jener von Grossenbuch vielfach verschiedene. Ich
sammelte in der Schicht Nr. 9
• - 'S.
N!5C
«2
§ S
O o
z I
II
_: «,
- m
S
2
(2*)
CytJiereis Suevica n. sp,
Belcmnites Gingensis Opp.
„ TrautschoJdi Opp.
„ giganteus Sohloth.
Ammoniks Sowerbyi Mill.
Turbo sp.
Eucydus Balkis Orbigny
Pleurotonuiria AgatJvis Orb.
Nuctda Acdensis Opp.
Tancredia danaeiformis Lyc.
34'
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124)
530
Ästarte degam Sow.
Cypricardia Franconica n. sp.
Trigonia striata Sow.
„ cf. costata Park.
Protocardia striattda Phill.
-rlwcw/a elegans Mnst.
Verna crassitesta Gdf.
Pecten pumilus Lamk.
„ ambiguns Gdf.
Ostrea cretiata Gdf.
Heteropora retictdata Hainie.
Berenicea scobinula Mich.
Stomaiopora Terquemi H.
Goniaster sp. indet.
Montlivaltia trocJiöides H.
Fora*Mt>i*/«ren.
Unter all diesen Vorkommnissen ist Ferna crassilesta weitaus das häu-
figste, die Schicht ist wahrhaft angefüllt mit, freilich meist abgeriebenen
Bruchstücken dieser Schalen. Nebst dem kommen die beiden Trigonia-Arten
in Massen vor, das Uebrige ist etwas seltener. Die Gesammt -Fauna aber
weicht bedeutend ab von jener von Großenbuch, die Gasteropoden , viele
eigentümliche Formen von Pelecypoden, endlich das Auftreten vonBryozoen
und Korallen gibt ihr einen charakteristischen Typus. Es scheint wahr-
scheinlich, dass die Schicht von Pommer keine Strandbildung, sondern
aus etwas tieferem Wasser abgelagert ist. Aehnliche Verhältnisse wie bei
Pommer scheinen auch bei Gräfenberg noch die herrschenden zu sein,
das Meiste, was Goldfuss mit der Bezeichnung „Gräfenberg" abbildet,
stammt aus der Zone des A. Sowerbyi.
In der Gegend von Neumarkt öffnet sich der Fränkische Busen gegen
das grosse süddeutsche Meeresbecken, aber gerade hier wird die Zone des
A. Sowerbyi wieder ziemlich undeutlich; blaugraue Mergel mit sandigen
Kalkbänken vertreten nach Gümbel wahrscheinlich ihre Stelle. Ebenso
verhält es sich bei Weissenburg und noch weiter westlich nahe an der
bayerischen Grenze bei Heidenheim am Hahnenkamm. An letzterem
Orte scheint die Zone wohl vorhanden zu soin, doch wurde sie noch nicht
für sich nachgewiesen; eine harte sandige Kalkbank, welche über dem
Eisensandstein liegt, und noch viele Vorkommnisse mit demselben gemein
hat, wird wahrscheinlich den Pectiniten-Kalk (Zone des A. Sowerbyi)
der Wasseralfinger Gegend darstellen. Darüber liegt ein grauer Kalk
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531 ('>:>)
mit einzelnen Eisenoolithkörnchen, welcher .4. polyschides n. sp. und A. Samei
in sich schliesst.
Schwaben. Wenn man die bayerische Grenze vom Hesselberg aus,
dem westlichsten Punkte des bayerischen Jura, überschreitet, so ist es zu-
nächst der Jura der Umgegend von Bopfingen und Wasseralfingen,
welcher Andeutungen der Zone aufzuweisen hat. Ich vermag hier der aus-
gezeichneten Schilderung Q Henstedts ') wenig hinzuzufügen. Hinter Ober-
Alf in gen den Bachriss hinaufsteigend, überschreitet man erst die obersten
Lagen des Opaliumsthones, dann den Eisensandstein mit seinen Erzflötzen,
bis man in etwa 100' Höhe auf eine 15— 20' mächtige Ablagerung schwarzen
etwas sundigen Schieferthones stösst, der in seiner Oberregion graue harte
Steinmergelknollen einschliesst Hier liegt A. Sowerbyi nebst grossen Mengen
von Bei. Gingensis, denen sich einzelne Exemplare von Bei. Trautscholdi,
Ter eb ratein und Stacheln und Schalenbruchstücke von Bhabdocid. Anglo-
Suevica und Lima pecHniformis Schloth anschließen. L'eber dieser Thon-
bildung lagert eine nur wenige Fuss mächtigo harte Kalkbank mit vielen
pulverförmigen Eisenoolithkörnchen , welche Peäen pumilus in Massen be-
herbergt; ausserdem kommen Steinkerne grosser Gasteropoden und Ga&iro-
pygm Marcoui hier vor. Darüber schliesst sich nochmals dunkler Schiefer-
letten an, bis endlich graue, sandigkalkige Bänke -die Zone des A. Saiaei
andeuten.
Bei Gingen im Vilsthale, Eisenbahnstation unterhalb Geisslingen,
ist das Profil zwar ein ähnliches, dennoch aber machen sich bereits kleine
Abweichungen bemerklich. Die Gliederung ist sehr einfach, von oben
nach unten:
1) Gelbe Thonc mit Bei. Giganteus und B. canaliculatus ;
2) grauer, nicht sehr harter, sandiger Kalk in unregelmässigen Bän-
ken mit A. Sauzei und A. polyschides, etwa 4';
3) dunkle, etwas sandige Thone mit seltenen Gypskrystallen und
seltenen verkiesten Versteinerungen, A. patella, Leda sp., 20';
4) gelbe, sandige Thone mit vielen grösseren oder kleineren Knollen
sandigen Kalkes und Massen von Versteinerungen, A. Sowerbyi
u. s. w., 2—3';
5) Eisensandstein in mächtigen Bänken, auf seiner Oberfläche uneben
und von Bohrern vielfach zerfressen in mehreren Steinbrüchen
aufgeschlossen.
Man sieht, hier fehlt der, die Sowerbyi -Schicht gewöhnlich von der
') 1858, Quenstedt: Jar» p 36«.
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(26) 532
Zone de« A. Murchisonae abtrennende schwarze, etwas sandige Thon. Es
wurde an dieser Stelle während einiger Zeit kein Sediment abgesetzt, und
es gewannen unterdess bohrende Weichthiere Zeit, die bereits etwas er-
härteten Sandschichten des Eisensandsteins zu durchlöchern. Einige fran-
zösische Geologen haben solchen von Pholaden zerfressenen Bänken grossen
"Werth in Bezug auf Schichtenunterscheidungen und Formationsabtheilungen
beigelegt, indem sie den Grund des Vorkommens oder Fehlens solcher
Bohrlöcher in Niveausohwankungen des Meeresgrundes suchten. Mir scheint
diesen Dingen ein solches Gewicht nicht beizulegen zu sein, da es von
äusserst zufälligen und ganz partiellen Ursachen abhängen kann, das* einer
Stelle des Meeres mehr oder weniger, oder selbst auch gar kein Sediment
zugeführt wird und sich dann bohrende Mollusken ansiedeln können.
Die Localität Gingen ist unter allen mir bekannten die günstigste,
um die Fauna der Zone näher zu studiren, wenn sie gleich zunächst nur
eine Facies, die Korallenfacies kennen lehrt. In dem höchst gelegenen der
Eisensandstein-Brüche bei Gingen bildet die Schicht Nr. 4 des oben ge-
gebenen Profils den Abraum, und man kann auf den Schutthalden des
Steinbruchs die Sachen mit Bequemlichkeit auflesen. Ich erhielt im Laufe
der Zeit von dort:
Cythereis Suevica n. sp.
Bairdia Gingensis n. sp.
Serpula socialis Gdf.
„ flaccida Gdf.
„ filaria Gdf.
„ grandis Gdf.
Belemnites Gingetuis Opp.
t Eschert Mayer (m. s.)1)
„ brevi/omns Voltz
, brevispinatus n. sp.
„ Trautscholdi Opp.
„ gigunteus Schloth.
Nautilus U neu tun Sow.
Ammonites Sowerbyi Mill.
„ adicrus n. sp.
„ polyacanthus n. sp.
„ Muyeri n. sp.
') Die zur Gruppe de* B. breviformis gehörigen Arten wurden von K. Marer *elM
bestimmt.
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533
Ammonites furticarinatus Quenst.
, Gingensis n. sp.
• jugifer n. sp.
, iwtetta n. sp.
„ fissilobatus n. sp.
n Brocchi Sow.
Eucydus Bathis Orb.
Purpurina Sowerbyi n. Bp.
Pleurotomaria Ägathis Orb.
n sp. d*v. (Steinkerne)
Ceritkium cf. ßcxuosum
Ceromya Orbig nyana Opp.
Hotnomya gigantea n. sp.
Gresslya gregaria Roem. sp.
„ latirostris Agtws.
Goniomya Duboisi Agas«.
Pleuromya elongata Gdf. sp.
„ tenuistria Gdf. sp.
Pholcuhmya perovalis n. sp.
„ ßdicula Sow.
„ Wittlingeri n. sp.
lsocardia Aalensis Quenst.
Astarte eUgans Sow.
Lucina paradoxa n. sp.
, Gingensis n. sp.
Trigonia cf. costata Park.
„ sp. tnflL
„ sfrtato Sow.
„ trigona n. sp.
Xeda </. Deslongchampsi Opp.
Nucula Aalensis Opp.
Cucuttaea oblonga Sow.
Modiola plicata Sow.
„ scalata n. sp.
GervilUa subtarttwsa Opp.
„ c/. Hartmanni
„ praelonga Lyc.
^w'rWa eUgans Mnst.
, JftrtOia Orb.
534
Uma pectiniformis Schloth.
„ duplicata 8ow. sp.
, tenuistriata Gdf.
„ altkosta Dew. & Chap.
„ i»cwa n. sp.
„ pseudovaiis n. sp.
Pecten pumilus Lamk.
. cf. Saturnus Orb.
, Gents Orb.
, atmbiguus Gdf.
, Gingensis Quenst.
„ e/. barbattts Sow.
, eine tos 8ow.
, aratus n. sp.
„ laeviradiaUis n. sp.
, oWo«<?ms n. sp.
, Betcaiquei Opp.
Hinnite8 Gingensis n. sp.
/»oceromM^ polyplocus F. Roem.
Gryphaea stMobata Dosh.
, talceola Quensi
Osfrea sp. »nd.
Osfrea crenaia Gdf.
Terebratula globidus n. sp.
, dorsoplana n. sp.
, e/. globato Sow.
c/. Buchnanni Dow.
TTaldfatmia disculus n. sp.
Rhynchondla subangtdaris n. sp.
, parx'nla Desl.
, distracta n. sp.
Hrmithyris tenuispina n. sp.
Defirancia infraoolithiea n. sp.
Heteropora reiiadata Haime
Newopora? foliacea n. sp.
Ceriopora arborescens n. ap.
. e/. globosa Mich.
Stomatopora recurva n. sp.
, Terquemi Haime
536 (29)
Proboscina prorepens n. 8p.
, Jacquoti Haime
Berenicea scobintda Mich.
, margopuncta n. sp.
, compressa Gdf. sp.
■ glomerata n. sp.
Cricopora acutimargo n. sp.
Pu8ttdopora Quenstedti n. sp.
a arborea n. sp.
, tenms n. sp.
Escharites rhombifer n. sp.
Diastopora subramosa n. sp.
Cidaris ovispina Quenst.
, Gingcnsis n. sp.
, loracatt/Aa n. sp.
, Zschockei Des.
Rhabdocidaris Anglo-Suevica Opp.
Gcderopygus Marcoui Des.
Pwi/amww cristagalli Quenst.
Eugeniacrinus annularis Roem.
Cyclocrinus rugosus Orb.
Chirodota atava n. sp.
Thecophyllia excavata n. sp.
Thamnastraea Mettensis Edw. a. H.
, Terqucmi Edw. a. H.
MonÜivcdtia trochoides Edw. a. H.
Thccosmüia gregaria Edw. a. H.
Isastrea tenitistria WCoy sp.
, «p. ttufef.
i*bramt«i/ere«
Cupuhchonia sp.
Tafptna edtdiformis Quenst.
Dieses Verzeichniss gibt einen ziemlichen Ueberblick über die bei
Gingen sich findende Fauna, wenn auch manche Schalenbruchstücke,
welche ich Ton dort erhalten habe, auf weitere Arten schliessen lassen.
Die etwas höher liegenden blauen Kalke der Zone des A. Sautet boten
dagegen nur wenige Fossilreste:
Belemnites gigantcus Schloth.
Ammonitrs Sauzri Orb.
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(30) 536
Ammonites polyschxdts n. sp.
, falcogigas Quenat.
GerviUia sp. ittdet.
Ptxten
und Stücke mit vielen Fukoiden ist alles, was diese Stelle bisher geliefert
hat. Die Korallen fehlen hier diesen höheren Schichten gänzlich.
Von Gingen westlich zeigen sich die Schichten des A. Sowerbyi stets
als eine mehr oder weniger mächtige sandige Thonbildung, in der meist
festere sandigkalkige Bänke die verkalkten Fossile führen. Vereinzeint
findet man indess auch im Thon verkieste Ammoniten, welche meist zu
A. paiella, Gingensis und jugifer gehören; der Schwefelkies, aus dem die-
selben bestehen , ist aber fast durchgehende Wasserkies, wesshalb sich diese
Vorkommnisse nur schwer conserviren lassen. In solcher Beschaffenheit
erreicht die Schicht bei Kirchheim a. d. Theck das Neckarthal und
zieht von da am Hohenneuffen vorbei nach dem Hohenzollern, wo
der Fundort Jungingen schon seit lange eine gewisse Berühmtheit er-
langt hat.
Bei einem kurzen Besuche der Gegend von Jungingen habe ich die
Zone des A. Mwrchisonae nicht deutlich auffinden können, indem ich in
unmittelbarer Umgebung des Dorfes nur die Schicht mit Gryphaea calceola
als tiefstes Anstehendes sah. In einem Bachrisse hinter dem Dorfe lässt
sich von dieser Schicht an aufwärts folgendes Profil beobachten:
1) 6" sandige Kalkbank mit Gryphaea calceola in Massen, ausserdem
Bei. cf. Trautscholdi und Pect, pumilus;
2) 9 — 12' schwarzer Thon;
l 2" sandiger, gelblicher Kalk i
3) { schwarzer Thon; ) Gryphaea calceola;
' 2' 6" sandiger, gelblicher Kalk '
4) 1' 10" schwarzer Thon;
5) 4" gelblicher, sandiger Kalk;
6) 18' schwarzer Kalk mit localen, festen, grauen Sandkalkbänken,
Arnrn. ßssilobatus, Bei. Gingetisis ;
7) 12 — 15' gelblicher Thon mit grossen sandig kalkigen Knollen und
vielen Bruchstücken weisser Muschelschalen: Trig. costata> Perna
crassitesta(?), Pustulopora Quenstedti, Ceriopora arborescens, Eschara
sp., Diastopora scobinula, Thamnastraea Mettensis, Thecostnilia gi e-
garia(?), Cydolithes Jungingensis ;
537
(31)
8) 12—18' schwarzer Thon;
9) graue Kalke, thcilweise auch Eisenoolithe mit A. Sauzet.
Schicht 6 und 7 vertreten hier unzweifelhaft die Zone des A. Sowerbyi.
Auch die übrigen, darunter liegenden Schichten mögen noch zur Zone ge-
hören, doch lüsst sich das nicht direkt beweisen, indem das Lager des A.
Murchisonae darunter nicht festgestellt ist. Da indcss Gryphaea calceola der
Zone des A. Sotoerbyi von Gingen eigentümlich angehört, dagegen in den
Sandsteinen und Erzflötzen von Heiningen und Wasseralfingen bis jetzt
noch nicht nachgewiesen wurde, scheint es nicht gerade ungerechtfertigt,
auch die Schichten mit Gryphaea calceola von Jungingen obiger Zone
zuzurechnen.
Weiter südwestlich nennt Quenstedt als erwähnenswerthe Localität
Streichen, wo unmittelbar am Dorfe unser Terrain mächtig vertreten sei:
„sandige Thone, glimmerig glitzernd wechseln zum öfteren mit einzelnen
festeren Bänken ab, wo man bei jeder meint, jetzt komme der blaue
Kalk /. Schon 100' unter dem ächten Gamma findet sich Bd. brevi/ormis
und andere Belemnitenbruchstücke bis auf Zolldicke, kleine Ter. perovalis,
AI yaciten , Austern , Trigonien , Alles in einer Art durcheinander , dass man
unwillkürlich denkt, diess seien die echten Vorläufer des mittleren braunen
Jura, der freilich dann erst mit den Steinbrüchen in Gamma seinen vollen
Charakter annimmt.ul).
Ehe ich mich nach dem Randengebirge wende, will ich noch kurz
eine Localität, die Katzensteige bei Gosheim erwähnen. Wenn man
von Frittlingen aus die Höhe gegen Gosheim zu gewinnen sucht, so
sieht man an den Steilgehängen des Berges die Zone des A. Mwchisonae
in ungeheuren Rutschen ganz prachtvoll aufgeschlossen. Der Fuss der
Rutschen ist von Schutt verdeckt, so dass man die Grenze zwischen Opa-
linus-Thon und Eisensandstein nicht deutlich zu beobachten im Stande ist.
Ich fand zu unterst mehrere Bänke eines ziemlich feinkörnigen, graugelben
Sandsteins, der stellenweise von Eisen roth gefärbt war. Ich gewann ans
diesen Schichten Amt». Mtwchisonae, Pholadomya sp. und Tancredia dona-
ci/ormits. Darüber lagen gelbliche, thonig sandige Schichten ohne Verstei-
nerungen, ausser hie und da Fncoiden in einer Mächtigkeit von 20 — 24';
höher folgten wieder Sandsteine in mehreren Bänken, nach oben von einem
Lager grosser, weiss anwitternder Thonknollen bedeckt 12'. Es schlost
sich an schwarzer Thon mit einzelnen Gnoden 6' und gelbliche, sehr weiche,
M Quenjedt: Jura p. 36'J.
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(32)
538
sandig thonige Schichten 20y; endlich ein Complex von Banken härteren
Sandsteins mit Zwischenlagen von schwarzoin Thon 12—20'. Hier bildet
das Relief des Berges einen Absatz, dio höher folgenden Schichten treten
etwas zurück, und es zieht sich in dieser Region rings um den Berg eine
Reihe schmaler Aeckerchen, welche auf einer Thonschicht, die die Berg-
contour bedingte, angelegt sind. Diese Thonschicht ist an einigen Stellen
ziemlich gut aufgeschlossen und zeigt sich dort als ein etwa 12 — 20' mäch-
tiger grauer Thon, in dem sich einzelne knollige härtere Bänke ausgeschie-
den haben, aus denen ich A. patella n. sp. herausschlug. Darauf legt sich
ein ziemlich mächtiger, dunkelrother Eisenoolith, aus dem Quenstedt
Amm. Sowerbyi anführt. Ich fand diesen Ammoniten hier nicht, wohl aber
Uinnites abjectus Phill. sp., Ter. cf. perovaiis und Ter. carinata, was auf
etwas höhere Schichten, als die Zone des A. Sowerbyi deuten wurde, doch
war mein Besuch zu flüchtig, als dass ich mir ein bestimmtes TTrtheil in
dieser Beziehung erlauben könnte.
Randengebirge. Ich vermag nur wenige Andeutungen über die Ent-
wicklung und das Auftreten der Zone des A. Sowerbyi in diesem Gebirgs-
zuge, dem letzten Ausläufer des Plateau-Gebirges der Alb im Süddeutschen
Meerea-Becken zu geben. Es waren namentlich zwei Stellen in der Um-
gebung dieses Gebirgszuges, an denen ich die Zone kennen lernte, nämlich
ein Wasserriss in der Nähe von Beggingen, wo ich über den Murchisonae-
Schichten einen dunkelschwarzgrauen Kalkmergel mit einzelnen eingespreng-
ten Eisenoolithkörnchen anstehend fand, aus welchem ich
Bei. Gingensis Opp.
Astarte excavata Sow.
Gryphaea calceola Quenst.
erhielt.
Die zweite Localität ist Asel fingen an der Wutach, wo in der
sog. Sehe ff äu über den Murchisonae-Schichten auch noch dio Zone des
A. Sowerbyi theilweise aufgeschlossen ist. Die Gesteinsbeschaffenheit stimmt
so ziemlich mit der der Zone des A. Murchisonae, es ist ebenfalls ein
grauer, sandiger Kalk mit Zwischenlagen eines dunkeln, sandigen Thones.
Als ich vor 5 Jahren diese Gegend besuchte, hatte sich Herr Stutz aus
Zürich als liebenswürdiger kundiger Führer angeboten, und mit seiner
Hülfe stellten wir folgende Schichten folge fest :
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53«
(33)
• 3
TS
I
Atnm. BUigdetri
1) Gelbbraune, feinsandig oolithische Kalkmergel, leicht verwitternd
Bei. giganteus, catudiculatus , Arnim. Humpkriesianus? , Lyons,
gregaria, Rhynch. guadriplicata 20'
2) Schwarze sandige Mergel 20'
3) Blauschwarze sandige Mergelkalke 3'
4) Graue sandige Mergel mit festeren Bänken, undeutlich auf-
geschlossen 50'
Bei. Gingensis, Amm. Gingensis
5) Grauer sandiger Kalk mit Thonzwischenlage, Mod. plicata C
6) 8andige gelblich graue Mergel 10'
7) Grauer sandiger Kalk !>' mit A. Murcftisonae, Stau/ensis u. s. w.
8) Opalinus -Thon.
Aus den Schichten Nr. 4, welche ich als Zone de» A. Sowerbyi deute,
(vielleicht dürfte auch noch Schicht Nr. 5 hicher zu rechnen sein), erhielt
ich folgende Arten:
Bdemnites Gingensis Opp.
Amm. Sowerbyi Mill.
v Gingensis n. sp.
Gresslya gregavia Roem. sp.
„ latirostris Ag.
Pleuromya tenmstria Gdf. sp.
Trigmia Goldfussi Ag.
Pecten aratus n. sp.
„ pumilus Lamk.
Modiola plicata 8ow.
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(34)
54 0
Östren sp. indet.
Ter ehr. cf. globtUa Sow.
Damit wäre nun die Betrachtung des süddeutschen Meeresbeckens ab-
zuschliessen. Wir haben gesehen, dass hier die Zone überall sehr überein-
stimmende Charaktere an sich trogt, dass aber die Fauna im Allgemeinen
grössere Verwandtschaft zu den Faunen der höheren Zonen des Unteroolithes
zeigt, als zu den naebstvorhergehenden aus der Zone des A. Murchisonae
und den Schichten des A. opalinus, und dass nur an einzelnen Localitäten
Frankens eine grössere Anzahl von Arten der Murchisonae -Zone noch hier
herauf fortsetzt, um dann aber für immer zu verschwinden.
11. neivetiscnes meeresDecKen.
Wir haben in diesem Meeresbecken dreierlei Arten von Ablagerungen
zu unterscheiden, nämlich littorale Ablagerungen, Ablagerungen der offenen,
jedoch nicht allzutiefen See, und endlich Hochseebildungen.
Ich beginne mit den Ablagerurigen der Küstenzone.
Canum Aargan nnd Canton Basel. Die Zone des A. Sowerbyi ist in
diesen Gegenden der Schweiz überaus deutlich und petrefaktenreich ent-
wickelt, wenn auch die Gesteine meist eine umfassendere Ausbeute nicht
erlauben. Eines der ausgezeichnetsten Profile, das gefunden werden kann,
zieht sich dem Ufer der Aare entlang, dort wo in der Nähe von Brugg
dieser Fluss den Jura durchbricht. Sämmtliche Schichten, vom Lias bis
in die Bathgruppe tauchen dort bei schwach südwestlicher Neigung nach
und nach aus dem Niveau des Flusses hervor. Wenn man von Brngg aus
mittels eines Schiffes die Aare herabkömmt, so sieht man, nachdem die
höheren Schichten passirt sind, die Thone mit Bei. giganteus in ziemlicher
Mächtigkeit, jedoch nicht reich an organischen Einschlüssen, darunter folgt
eine etwa 2' mächtige, sehr harte sandige Kalkbank, welche das Lager vou
A. Sauzei und A. polyschides bildet. Noch tiefer steigend schliesst sich
eine kaum mehr als 1' mächtige Bank, von ungefähr gleicher Gesteins-
Beschaffenheit wie die darüber liegende, an, welche bisher
Bei. Trautscholdi Opp.
, Gingensis Opp.
, Eschert Mayer m. s.
, praecursor Mayer
„ Moeschi Mayer
Amm. adicrus n. sp.
, Mayeri n. sp.
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541 (35)
Atmn. jugifer n. sp.
„ Sowerbyi Mill.
Gresslya latirostris Agass.
Pecten laeviraduüus n. sp.
, pumiius Lamk.
Gryphaea sublobata Desh.
RhynchoneUa subangularis n. sp.
geliefert hat. Die tiefer folgenden Schichten des A. Rlurchisonae sind An-
fange ebenfalls graue, harte, sandige Kalke, gegen die Mitte zu aber nehmen
sie mehr Sand auf und werden gelb, während die unteren Lagen wieder
grau und thunig sich zeigen.
In den Schambelen bei Lüllingen an der Reuss, einige Stunden
südwestlich von der vorher erwähnten Loyalität gelegen, ist die Zone des
A. Sowerbyi durch eine Bank gelb verwitternden, ausserordentlich harten,
sandigen Kalkes, der theilweise oolithisch wird, vertreten. Es lassen sich
aus ihm nur die an der Oberfläche herausgewitterten Sachen gewinnen,
doch ist der Fundort reich an verschiedenen Formen, und ein Besuch lohnt
sich hinlänglich. Ich sammelte dort:
Belcmnites Gingensis Opp.
„ Trautscholdi Opp.
„ cf. Blainvillei Orb.
Atmn. cf. affinis Seeb.
, cf. amplus Opp.
Ettcyclus Bathis Orb.
Pleurotomaria Agathis Orb.
Trochus cf. ornatissimus Orb.
Cerithium sp. ind.
Alaria sp. indet.
Astartc clegans Sow.
sp.
Lima duplicata Sow.
, alticosta Dew.
„ pectiniformis Schi.
Beeten Gingensis Quenst.
, laeviradiattts n. sp.
Hinnites Gingensis Quenst.
Gryphaea cf. sublobata Desh.
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542
Ostrea cakeola Ziet.
Rhynch. oligoptycha n. sp.
Thecocyathus sp.
Aehnliche Gesteine wie in den Schambelen trifft man auch am Frick-
berg im Frickthal, Nordrand des Aargauer Jura, in der Zone des A.
Sowerbyi an, doch ist diese Localität noch weniger ausgebeutet. Ich sam-
melte Bei. Gingensis, Pecten pumüus und ambigntts, und Hinnites Gingensis;
Moesch citirt Pleurotomaria decorata Ziet, Cirrhus nodosus Gdf., AstarU
elegans Sow. und Modiola plicata Sow.
Aus dem Canton Basel kenne ich erst wenige Andeutungen der Zone
des A. Sowerbyi. Während sich aus Dr. Hüllers erläuterndem Text zur
geognostischen Karte des Cantons1) nicht sicher ersehen lässt, ob die Zone
überhaupt dort entwickelt sei, gibt dagegen die 1846 erschienene Abhand-
lung von Dr. Rominger*) einige Anhaltspunkte in dieser Beziehung. Es
scheinen theils saudige, theils oolithische Gesteine zu sein, welche, in graue
sandige Thone eingebettet, die Zone vertreten. Rominger erwähnt von
den Wangenhöfen A. Murchisonae und A. Sowerbyi, GerviUia tortuosa,
glatte und gefaltete Terebrateln, Belemniten und Gryphaea lobata Quenst.
Breisgau, Baden. Wir treten hiemit, die Ufer des Helvetischen Beckens
verfolgend, in den Rheinischen Meerbusen. In der Zeit, welche wir
uns hier zum Gegenstande der Beschreibung gemacht haben, scheint der-
selbe im Norden bereits ganz abgeschlossen gewesen zu sein, oder höchstens
noch eine sehr unbedeutende Verbindung mit dem süddeutschen Meeres-
becken durch einen in der Gegend von Langenbrücken nach Südost
reichenden Meeresarm gehabt zu haben. Die Zone ist hier wohl meist
ziemlich deutlich entwickelt, jedoch weniger erforscht, indess scheint das
Westufer zur Beobachtung günstiger als das Ostufer, wohin wir uns zunächst
zu wenden haben.
Ueber den südlichen Breisgau gibt uns Sandberger gute Anhalts-
punkte. In der Gegend um Vögisheim und Kandern folgen über dem
Opalinus-Thon graugelbe, ziemlich mächtige Sandsteine, welche nach Ana-
logieen wohl die Zone des A. Murchisonae vertreten könnten. Diess sicher
festzustellen ist nicht möglich, da Versteinerungen hier gänzlich fehlen.
Darüber liegen, nach Sandberger3):
') 1862, Dr. Albert Müller: Geognostiscbe 8kizze des Canton Basel.
*) 1846, Dr. Rominger: Vergleich de« schwerer Jura mit der württembergisobeu
Alb. Bronns Jahrb. 1846, p. 297.
*) 1864, 8andberger: Beobachtungen im mittleren Jura des badUcheu Oberlandes
WQrzb. naturw. Zeitsohr. Bd. V, p. 5 n 6.
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543
(37)
Eisenoolith
4'
volUvl iulUwtvlII
3'
Lettenbank
V
Blauer Kalkstein
3ti
Lettenbank
5"
Blauer Kalk
3u
Lettenbank
2"
Blauer Kalk
2"
Lettenbank
1"
Rother Kalk
2"
Diese Schichtenreihe lieferte folgende Petrefakten:
Beletnnites spinatus Quenst.
Ammonites Murchisonae Sow.
Pholadomya ßdicula Sow.
Trigonia costata Park.
Gresslya zonata Ag.
Leda Deslongchampsi Opp.
Gerviüia subtortuosa Opp.
, oolithica
Avicula elegans Mnst.
Pecten pumilus Lam.
, disciformis Schübl.
Lima pectiniformis Schi.
Grypliaea calceola Quenst.
Es scheint mir wahrscheinlich, dass die, obige Fauna enthaltenden
Schichten die Zone des A. Sowerbyi darstellen, indem ich glaube, dass bei
hinreichendem Material Bekmn. spinatus und A. Murchisonae sich ab Bei.
Trautscholdi und A. Gingensis oder jugifer werden feststellen lassen.
Höher schliessen sich in diesem Profile noch an:
Brauner Thoneisenstein 2—5" mit Pholadom. Heraulti
und Panop. subovalis
Bläulichgrauer Schieferletten 5 — 18' mit Belenw.
giganteus.
Im nördlichen Breisgau, in der Gegend von Freiburg u.s. w. scheinen
die Verhältnisse ziemlich dieselben zu sein wie weiter südlich. Schill1)
') 1862, 8ohill: Geognosiische Beschreibung der Umgebung der Blder Glottertal
und Saggen tha); Beitrage zur Statistik der inneren Verwaltung Badens, 12. Heft.
(3) 35
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544
benennt Alles, was unter dem Hauptrogenstein bis zum Opalinus - Thon
hinab, folgt als „Eisenoolith". Derselbe beginnt mit sandigen Kalk-
mergeln und Kalksteinen mit Amt». Humphriesianus und Bei. Giganteus,
auch zeigen sich in dieser Region öfter dunkle Thone mit Waaserkies-
knollen. Tiefer schliessen sich einige sehr harte, fein krystallinische, graue
oder gelbbraune Kalkbänke mit Pectcn pumilus und disciformis an, welche
das Dach von oolithischen eisenschüssigen Kalksteinen mit Pecten pumilus
und Amm. Murchisonae bilden.
Schill sondert die Vorkommnisse der beiden Lagen mit Pect, putniliu
nicht, und führt aus ihnen an:
Amtmuites Murchisonae Sow.
Sowerbyi Mill.
Nautiltts lineatus Sow.
Bei. spinatus Quenst. (Nach der Beschaffenheit der Alveole)
Uresslya gregaria Roein. sp.
Pholadotn. Murchisoni
Avicula elcgans Mnst.
„ Münsteri Gdf. (Hersilia POrb.)
Lima teniristriata Odf.
Pectcn pumilus Lamk.
„ disciformis Schübl.
, ambignus Odf.
Gryphaea calceola Quenst.
Ter. emarginata ?
Serpttla socialis Gdf.
, Umax Gdf.
Ein grosser Theil dieser Arten ist anderwärts leitend für die Zone de*
A. Sowerbyi, und es unterliegt wohl keinem Zweifel, dass in einer der
oben angeführten Bänke die Zone des ^4. Sowerbyi vertreten sei.
Von der Gegend von Freiburg noch weiter gegen Norden sind die
Juraschichten auf eine lange Strecke gänzlich verschwunden, Einstürzungen
verbunden mit der Wirkung der Diluvialfluthen haben dieselben gänzlich
zerstört Erst in der Gegend von Heidelberg, bei Langenbrücken
tauchen wieder jurassische Ablagerungen aus den Diluvial - Schichten des
Rheinthalcs hervor. Hier ist nun zwar die Zone des A. Murchisonae dnreh
ziemlich mächtige petrefaktenreichc Sandsteinlager vertreten, die höher fol-
genden Abtheilungen abor sind vollständig fortgeführt und nur einzelne
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(39)
petrefaktenreiche Rullstücke im Diluvium lassen auf einstige Vertretung
der einen oder andern derselben schliefen. ')
Uns nach dem Westufer des Rheinischen Meerbusen» wendend, ist es
zunächst das Dep. Bas-Rhin, welches die Schichten des mittleren Jura
ziemlich mächtig entwickelt aufzuweisen hat. Leider ist über dieselben
noch sehr wenig bekannt, denn Daubree's Beschreibung des Departements
ist kaum zu benützen. Es lässt sich einzig aus der Citation von Atntn .
Sowerbgi, Gervilli, Edouardianua und ähnlichen Arten auf das Vorhanden-
sein der Zone schliessen.
Departement Haut-Rhin. Ich halte mich hier an eine Localität au der
Ostabdachung der Vogesen, welche von Köchlin-Schlumberger2) be-
schrieben wurde, und welche einige Anhaltspunkte bietet. An der Miotte,
Berg bei Bei fort, beobachtet man über den Opalinusthonen eine bis 180'
mächtige Ablagerung gelblicher feinkörniger Sandsteine mit wenigen Ver-
steinerungen, über denen ein ähnlicher, jedoch etwas dunkler gefärbter
Sandstein mit Flecken von Eisen-Ocher in einer Mächtigkeit von etwa 50'
folgt. Das Dach dieser Schichten bildet ein 3' mächtiger brauner Sand-
stein, welcher von schwefelkiesreichen Concretionen durchschwärmt ist.
Hier finden sich:
Bei. Gingensis Opp.
Astarte excavata Sow.
Modiola plicata Sow.
Lima aUicosta Dew.
Pinnigeria sp.
Pecten textorius ? Schi.
„ c/. laeviradialtts ? n. sp.
Ostrea crenata Odf.
Ter. perovalis ?
Rhynch. qmdriplicata P Ziet.
Welche Arten auf eine Vertretung der Zone in dieser Schicht schliessen
lassen. 80' Thone mit Kalkbänken folgen höher, aus denen Bei. giganteus
angeführt wird; über ihnen steigen die mächtigen Kalkbänke des Haupt-
oolithes an.
Haute-Saöne Departement. Wenn man noch im Dep. du Haut-Rhin
') 1859 Deffner und Fraas: die Juraversonknng bei Langenbrücken : Wttrttemb.
natvrw. Jahresb.
*) 1856 Kochlin-8chlumberger: Etudes gl'ologiques dum le D£p. du Haut-Khiu
II Enrirons de Beifort; Bull. 8oc. geol. de France XIV, p. 117 u. f.
(3*) 35*
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die Küste des Jurameeres nach Süden verfolgt, so verflieset schon hier
der Rheinische Busen in das offene Meer. Auch die Juraküsten des Dep.
der Haute- Sa 6 ne wurden von der offenen See bespühlt, welche sich
hier, nachdem man die Südspitze der Yogesenhalbinsel hinter sich hatte,
gegen das Pariser Becken öffnete.
Ich entnehme dem Werke Thirria's') ein Profil, das derselbe von
dem Hügel gibt, in welchem das Bergwerk von Calmoutiers angelegt
ist; es findet sich dort von oben nach unten:
1) Compacte, breccienartige und dünngeschichtete Kalke 10-
2) Grauer, mergeliger, fester Kalk mit vielen Crinoideen-Resten 5"
3) Gelblicher, mergeliger Kalk von Kalkspathadern durchzogen:
Trig. costata, Serpula grandisy Crinoideen -Reste 2m
4) Grauer, fester, etwas blättriger Kalk mit Gryphaea lobata, Ostrea
Marshi ?y und Pecten pumilus 2"
5) Röthlicbgrauer, blättriger, undeutlich oolithischer Kalk, mit Cri-
noiden, Pecten cf. lens, P. pumilus 3m
C) Eisenoolithbank mit Amm. Murchisonae, Amtn. opalinus, Beiern»,
breviformis? Pholadomya ßdicula, Lima pectiniformis , Pecten cf.
lens, Pect, pumilus, Ostrea Marshi? , Tcrebr. perovalis, Cidaris
glandifera 0,70"
7) Grauer, undeutlich oolithischer, blättriger Kalk mit rothen Flecken,
Pecten cf. lens, P. pumilus 4"
8) Opalinus -Thon.
Ich habe in diesem Profil Manches nach Marcou's Angaben ver-
bessert*). Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Schichten Nr. 3 — 5 die
Zone des Amtn. Sowcrbyi, die Schichten Nr. 6 und 7 aber die Zone des
Amm. Murchisonae vertreten. Freilich scheint in der Schicht Nr. 6 eine
gewisse Vermischung der Faunen der aneinander grenzenden Schichten statt-
gefunden zu haben, doch ist das keine seltene Erscheinung, und wir werden
ähnlichen Dingen noch öfter begegnen. Der Grund hievon mag in localen
Verhältnissen hegen, indem wir in dem eben in Rede stehenden Meeres-
becken, namentlich in den westlichen Theilen desselben, noch öfter zu
beobachten Gelegenheit haben werden, dass A. Murchisonae sich in Schichten
erhebt, welche bereits Arten zur Lagerstätte dienen, die anderwärts erst
dann auftreten, wenn der ebengenannte Ammonit verschwunden ist.
') 1830 Kote mit le Torr. jur. du Dep. de ia Haute-8a6ne p. 8, wiederholt mit einigen
Aenderuogen in 1833 Thirria: Statist min. et geol. du D6p. de la Haute-Saöne; ebenso
in Archiac: Hist. des progr. de la g£ol. I» p. 6(38 u. C<!9.
') Murcou: Lettes aur \a Ruches du Jura p. 150.
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547
(41)
Cdte-d'Or, Sadne -et -Loire, Rhone, Isere Departements. Hier im alten
Burgund ist das eigentliche Vaterland des Galcair ä Entroques, einer
meist sehr mächtigen Ablagerung sehr harten, eisenschüssigen oder weisslich-
grauen Kalkes, dessen Bänke angefüllt sind mit Crinoideen - Ueberresten.
Derselbe liegt meistens auf einer ziemlich mächtigen sandig- mergeligen
Bildung, welche ihrerseits wieder den Opalinusthon (Torulosus - Schichten)
bedeckt. Es muss also wahrscheinlich die Zone des A. Sotcerbyi im Calcair
a Entroques stecken. Ueber die paläontologischen Verhältnisse dieses Ge-
bildes im Dep. Cöte-d'Or ist bis jetzt noch wenig bekannt. Zu unterst
liegen mächtige sandige Kalke mit wenigen Versteinerungen, während nach
oben dieselben dünner geschichtet und weniger fest erscheinen und dann
viele Petrefakten, namentlich Korallen enthalten, einige Mergellagen schliessen
nach oben den Complex ab. Aehnlich scheint die Zusammensetzung auch
in den nordöstlichen Tbeilen des Dep. Sa6ne-et-Loire zu sein, soweit
diess aus den Arbeiten von Manes1) und Berthaud & Tombeck*) zu
ersehen ist. Für die Umgegend von Macon aber hat Ferry1) eine sehr
gute Arbeit geliefert, auf die ich hier näher eingehen möchte. Ferry er-
öffnet die Etage Bajocien mit seinen sog. Calcaires ä Pecten perso-
natus. Es ist diess ein etwa 30' mächtiges Gebilde von bläulich- oder
gelblich grauen Kalken, welche in mächtige Bänke gesondert sind; sie ruhen
auf einer dünnen Schicht gelblich grauen, sandig kalkigen Gesteins mit
Kieselausscheidungen und Chondritcs scoparius Thiolliere und A. opalinus
Hein. Von Versteinerungen wurde in den mächtigen Kalken der Gegend
von Macon bis jetzt noch nichts als Pecten pumiltts Lamk. aufgefunden,
dagegen bilden dieselben am Mont d'Or bei Lyon das Lager von A. Mur-
chisonae und Arnim. Staufensis. Hiemit ist das Niveau dieser grauen Kalke
festgestellt.
Darüber folgt, nach Ferry, bei Macon der eigentliche Calcair a
Entroques, d. h. jene Schichten, welche die Crinoideenglieder in Masse
beherbergen, und welche eigentlich zu dem tarnen des ganzen Schichten-
complexes Veranlassung gegeben haben. Diese Abtheilung setzt sich zu-
sammen aus dicken Bänken eines festen Kalkes, dessen gewöhnlich rothe
Farbe stellenweise in weiss oder blaugrau übergeht. Zwischen die Kalk-
bänke lagern sich dünne Bänder weichen Mergels, welche von Bryozoen-
Bruchstücken sowie von Fragmenten der Gehäuse und Stacheln von Echino-
>) 1847 Man es: Statist. geol. min. etc. du Dep. de Saöne-et-Loire.
') 1853 Berthaud et Tombeck: Bull. Soc. geoL de France, 2* «er. X, p. JOi».
3) 1861 H. de Ferry: Hirn, sur 1« Groupe oolithique inftricurc des Eimroiis de
Macon, 1" Partie, Etage Bajocien.
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(42)
r>48
dornicn wahrhaft gespickt erscheinen. Diese Gesteinsbeschaffenheit bleibt
sich gewöhnlich auf grössere Erstreckungen sehr gleich, nur bei Tramayes
findet sich eine Ausnahme, indem hier plötzlich diese Schichten als rothe
sandige Kalksteine ohne alle Versteinerungen auftreten.
Die Fauna dieser Schichten ist folgende:
Strophodus, ein Zahn
Serptda socialis Gdf.
, filaria Qdf.
Belemnites giganteus Schi.
. Berthaudi Ferry
Amin. Murchisonac Sow. (selten)
Pleurotomaria äff. Ebrayana Orb.
Pholadotnya fidietda Sow.
Ceromya abdueta ex Orb.
Astarie detrito ? Gdf.
Trigonia striata Sow. (sehr häufig)
Myoconcha crassa ? Sow.
Modiola plicata Sow.
Lima semicircularis Gdf.
„ Berthaudi Ferry
„ Coquandi Ferry
„ pectiniformis Schi.
Avicula digitata E. Desl.
Trichites costatus Ferry
Pecten Silentts Orb.
„ pwnihis Lamk.
„ articulatus ? Gdf.
Hinnites tuberculostts (?)
Ostrea subcretiata Orb.
Gryphaea sublobata Desh.
Rhynch. quadriplicata Ziet.
, costata Orb.
Babeauana E. Desl. ex Orb.
Terebrat. Kleini Lamk.
„ plicata Buckm.
„ globaia Sow.
Bercnicm diluviatia Lamx.
Archiaci Haina e
Thconoa rlathrata Lamx.
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(43)
Theonoa sulcata Kerry
Htcropora conifera Edw.
„ pustulosa Haime
„ reticulata Haime
Neuropora Defranci Haime
Üidaris Cowtaudiana Cott.
Heterocidaris Trigeri Cott.
n spinulosa Koem.
Iüiabdocidaris Anglo-Suevica Opp.
Pseudodiadema dejncssum Des.
Stomechinus sp.
Pygaster Ferryi Cott. (n. sp.)
Galeropygus sulcatus Cott. (n. sp.)
a Ferryi Cott.
Pentaerinus bajocensis Orb.
Trocftocyathus Magnevillianus Edw & H.
Siphoneudea Entrochorwn Ferry
Discoelia glomerata Ferry
Stenocoelia Ferryi From.
Monotheles Bajoccnsis Ferry
SteUispongia Cotteaui Ferry
Ocuhspongia Fromenteli Ferry
Sparsispongia pusttüosa Ferry
Cupulochonia subhelvelloides Ferry
Actinofungia Matisconensis Ferry.
Diese Reihe vod 59 Arten gibt ein Bild von der Eigentümlichkeit
der Fauna jenes Ufers. Es ist die ausgesprochenste Korallcnfacies , trotz-
dem die eigentlichen Sternkorallen fehlen.
Ferry hält die Schichten des Calcair ä Entroques für eine sub-
raarine unter dem Einfluss von Meeresströmungen entstandene Bildung. Es
hat dieas sehr viel Wahrscheinlichkeit für sich, sowohl in Anbetracht der
Fauna, als auch wegen der grossen Mächtigkeit der Schichten, zu deren
Zustandekommen das Material von weither beigeführt werden musste.
Diese Bryozoen-Ablagerungen vertreten mit grosser Bestimmtheit die
Zone des A. Sowerbyi, wenngleich diese Art selbst noch nicht darin nach-
gewiesen ist. Sie werden bedeckt von dem sog. „Calcair a Polypiers'4,
der neben vielen Sternkorallen auch A. Sauzei beherbergt, während erst
aus den „Calcair es a Ter. Phillipsi" Anm. Humphricsiunus und Amin.
Parkinsoni angeführt wird.
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(44)
550
Im Dep. du Rböne ist die Entwicklung der Schichten eine ganz
ähnliche. Schon Oppeln) vermuthet die Ausbildung seiner „Zone des A,
Satuet", Duniortier*) dagegen gibt bestimmtere AnhaltHpunkte über die
Schichtenfolge. Am Mont d'Or liegt über Eisenerzen, welche denen von
LaVerpilliere so ziemlich gleich zu stellen sind, und auch noch die
Schichten des A. opalinus in sich schliefen, ein gelber, compacter, sich in
Platten absondernder Kalk 2—3- mächtig, welcher angefüllt ist mit Chondr.
scopari*ts Thioll. und ausserdem enthält:
Amm. Murehisonae Sow.
„ Tessonianus (?) Orb.
Lyonsia abdueta
Bhynch. varidbüis Schi. var.
Ueber den eben erwähnten Kalken schliessen sich nochmals unregel-
mässig geschichtete, harte, gelbe Kalke an, welche oft grosse Kiesel -Con-
cretionen führen: Calcair de Cuzon Dum. Seine Mächtigkeit betragt
etwa 50"; von Versteinerungen nennt Dumortier:
Pecten personatus Gdf.
„ demissus Gingettsis Quenst.
Ostrea calceola Ziet.
, costata Gdf.
q sattdalina Gdf.
Trig. sigmta Agass.
Amm. ddtafalcatus Quenst.
MontlkaH. troclmdes
Pseudodiad. depressutn Gdf.
Aus diesen Arten ist wohl, wenn auch etwas entstellt, die Zone des
A. Sowerbyi wiederzuerkennen. Noch höher möchten Amm. Hutnpli nesianus,
Amm. Blaydeni, Bei. giyanteus, Bei. canaliculatus, Pleurotom. Pafcmon u. s. w.,
die Oppel anführt, die Zone des A. Humphriesianus anzeigen.
Zwischen Lyon und Yalence hat das Thal der Rhöne eine bedeu-
tende Landzunge der Insel, welche das Centralplateau von Frankreich ehe-
mals bildete, durchbrochen. Die Lücke, welche hiedurch entstand, wurde
mit jungtertiären und diluvialen Bildungen ausgefüllt, und nur bei La
Verpelliere sind noch Spuren des ehemaligen granitischen Festlandes be-
merkbar. Der Plateau -Jura des Dep. de Tlsere wurde an den Ufern
') Vgl. 185G Oppel: Juraformation p. 331.
') 1H59 Dumortier: Notice sur le terr. jur. du Mont d'Or lyonnai«; Bull. 8oc. geol.
de France XVI, p. 10Ü5.
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(45)
jener Landzunge abgelagert. In der Zeit, welche wir hier im Auge haben,
folgte die Meeresströmung, die sich das Ostufer des Centralplateaus entlang
herabzog, auch hier der Küste, und so sehen wir denn auch im Isere
Departement wieder so ziemlich die gleiche Entwicklung der unteren
Schichten des Unterooliths, wie wir sie schon vom Mont d'Or erwähnt
haben. lieber den Eisenerzen von La Verpelliere folgt ein kalkig kie-
seliger Sandstein, hierauf Kalke, der sog. Calcair a Entroques, und
endlich der Calc. ä Polypiers, ganz wie es dort der Fall ist1). Gerade
hierdurch weichen diese Bildungen aber gänzlich ab von jenen der Monts
Jura, wo die Schichten gleichen Alters nach einem ganz andern Typus
entwickelt sind.
Es erstreckte sich nämlich, wie es scheint, in der Nähe der südöstlich-
sten Spitze des Centralplateau's von Frankreich beginnend, eine Untiefe
queer durch das Helvetische Meeresbecken gegen die Yogesen und den
Schwarz wald hin, und auf ihr wurden die Schichten des Jura -Gebirges
abgesetzt.
Jura und Dobs Departements. Im Jura des D6p. Ain kann ich vor
der Hand kein Aequivalent der Zone nachweisen, dagegen sind im Dep.
Jura und Doubs deutliche Spuren derselben vorhanden, wenn auch die
Fauna nicht viele Arten aufzuweisen hat.
Für die Umgegend von Salins (Jura) gibt Marcou folgendes Profil,
welches an der Roche -Pourrie aufgeschlossen ist. Schichtenfolge von
unten nach oben:
1) Graublaue Mergel mit Knollen und kleinen Bänken eines mer-
geligen, sehr festen Kalkes, und mit Flecken von Eisenocher 3" t
2) Graublauer, aussen gelber Kalk mit sandigen Mergelzwischen-
lagen und verwitterten Schwefelkiesknollen. Viele Trümmer ver-
steinerten Holzes 4"
3) Eisenoolith zwei Lagen, durch einen gelblichen Kalk von einander
getrennt 8"
4) Gelber sandiger Kalk, noch hie und da Oolithkörnchen enthal-
tend, mit Zwischenlagen dunkeln bituminösen Mergels 8"
5) Grauer oolithischer Kalk mit Lagen voll von Crinoideen-Gliedern 6m
u. s. w.
Aus der Schicht Nr. 3 führt Marcou (Jura Salinois) an:
Ammonites Sowerbyi Mill.
Ämm. Murchisonae Sow.
V) Lory: D£scr. g£ol. da Dauphin« p. 32-34.
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r>52
Nautilus Uuealus Sow.
Lima proboscidea Sow.
Tcrcbrat. peroralis Sow.
Plwladomyu media
„ uymphacea
Plmromya tenuistria
und vieles Andere.
Aus der Sammlung des verstorbenen Herrn Prof. Oppel besitzt da*
hiesige paläontologische Museum eine ziemlich reiche Suite von Vorkomm-
nissen des Fer de la Rochc-Pourrie, wie Marcou die Schicht spater
genannt hat. Davon stammen aus der unteren Lage des Eisenoolithes:
Ammomtes opalmus Rein.
„ Murchisonae Sow.
„ cf. amplus Opp.
Belemn. cf. Blainvülei Orb.
Pholadom. fidictda Sow.
Gressl. latirostris Ag.
Plettrom. elongata Ag.
Astarie elegans Sow.
Modiola plicata Sow.
Lima peetiniformis Schi.
Terebrat. pcrovalis Sow.
„ cf. globata Sow.
ddaris horrida Mer.
Galeropygus Marcoui Des.
Während sich diese Vorkommnisse durch dunkle Farbe und deutlich
oolithische Struktur des Gesteines auszeichnen, sind die Einschlüsse der
nächst höheren Schicht von hellerer, gelblicher Farbe, das Gestein ist mehr
mergelig, ohne oolitisch zu sein. Ans dieser Schicht finden sich unter der
Suite :
Belemn. gigantctis Schi.
„ Gingensis Opp.
„ cf. canalictdatus (Bruchstücke)
Amin. Murchisonae Sow.
„ opaiinus ? Rein.
Pleurotomaria sp.
Gressl. latirostris Ag.
Pleurom. elongata
Homomya sp.
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553
(47)
Astarte excavata Sow.
Trigonia costata Park.
Cucullaea oblonga ? Sow.
Lima altieosta Dew. & Chap.
„ pectiniformis Schi.
Pectm Dewalquei Opp.
„ cinctus Sow.
Ostrea crenata Gdf.
Terebrat. ylobtdus n. sp.
M dorsoplana n. 8p.
„ c/. globata Sow.
(Maris glandifera Gdf.
Es scheint wahrscheinlich, dass diese Schicht auch das Lager von A.
Sowerbyi bildet, den Marco u citirt, dass sie mithin die Zone dieses Am-
moniten darstellt. Atrnn. Hmnphriesianus und Rhynch. subtetraedra Dav.,
die auch von dort angeführt werden, werden wohl erst in der oberen
Oolithbank ihr Lager haben.
Im D6p. Doubs ist die Entwicklung der Schichten des Unterooliths
genau dieselbe wie in der Gegend von Salins, ein wenig mächtiger Eisen-
Oolith enthält die Aequivalente der Schichten des A. Murchisonae bis A.
HumphriesianuSy die Trennung ist hier wie dort schwierig.
Canton Aeuchätel, Hern und Solothnrn. Ebenso wie im D6part. du
Doubs verhält es sich auch in diesen Cantonen. Ucber den Opalinus*
Thonen folgt eine sandig -mergelige Thonbildung mit Bänken eines harten
Sandkalkes, in denen sich als grosse Seltenheit A. Murchisonae findet.
Darüber liegt entweder wieder ein Complex saudiger Schichten, oder es
schliesst sich eine Eisenoolithbank an, die auch noch einzelne Exemplare
von A. Mttrchisonae beherbergt, nebenbei aber beginnen bereits bezeich-
nende Formen der Zone des A. Sowerbyi nach und nach häufiger zu werden
und sich in der Oolithbank zu concenrriren. Von les Rangiers im Canton
Bern besitze ich aus den Oolithen
Ammonites MurcJiisonac How.
„ juyifcr n. sp.
Belemn. giganteus Schi.
„ cancdicidatus Schi.
„ infraeanalictdatus Quenst.
Pholadomya Wittlingeri n. sp.
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554
Im Canton Solo th um nähert sich die Facies schon «ehr derjenigen,
welche im Canton Basel das Sudufer des Schwarzwaldes umsäumt. Eisen-
oolithe und graue sandige Thone stellen die Zone des A. Sotcerbyi dar,
dieselben beherbergen in der Nähe von Solothurn, bei Günsberg'):
Amm. jugifer n. sp.
Trochus sp.
Astarte elegans Sow.
Terebratula globidus n. sp.
„ dorsoplcma n. sp.
„ cf. globata Sow.
V) Herr C. Moescb, in seinem mir eben zugekommenen „\argauer Jura", Erläu-
terungen zur geognostischen Karte dieses Canton«, leugnet zwar das Vorhandensein dieser
Zone am Pro6le von Günsberg, indes« vermag ich nach den Ton mir dort gesammelten
Stücken die in Rede stehende 8chieht nicht anders denn als Zone des Amm. Sowerbyi zu
bezeichnen. 8ohon Tor 5 Jahren, als wir in Gemeinschaft mit A. Gressl j und U. ßchlön-
bach dieses Profil aufnahmen, konnte ich mich mit der Deutung dieser Ablagerung al»
Zone des A. Mwrchisonae nicht einverstanden erklaren, da ich bereits, obwohl die Arten
noch keine Kamen erhalten hatten, den Habitus der Fauna der Zone des A. Sowerbyi zu
gut kannte, um nicht die Schioht als daa au beanspruchen, was sie wirklich ist.
Auch die auf p. 125 des MSsch'schen Werkes gemachten leidenschaftlichen Aeusse-
rungen, welche eigentlich, zufolge der Form, in der sie sich darstellen, gar keine Erwi-
derung verdienten , scheinen hauptsächlich gegen mich gerichtet, indess möge mir gestattet
sein, dem gegenüber zu erklaren, das« es mir, wie meine Schriften bezeugen, nie in den
Sinn gekommen ist, weder die grossen Verdienste Maschs um die Geognosie des oberen
Jura nicht anzuerkennen, oder herabzusetzen, noch auch je abzuleugnen, dais ich ihm, als
einem Manne, von dem ich in Bezug uuf die richtige Auffassung des schweizer Jura vieles
lernte, zu grösstem Danke verpflichtet sei; andererseits muss ich aber auch constatiren,
dass ich mir nicht im Traume einfallen lassen konnte, Mösch würde es als einen Eingriff
in seine Rechte ansehen, wenn ich den Jura der 8chweiz einem persönlichen Studium
unterzog, um einen Vergleich des süddeutschen Jura mit dem Schweizerischen, um den
es sich hier handelte, desto schärfer durchführen zu können, oder die von ihm unterschie-
denen und 18G3 publicirten Schichten auf fränkisch •schwäbischem Gebiet wieder zu er-
kennen bemüht war. — Mich auf eine speciellere Erwiderung der Mösch 'sehen Angriffe
einzulassen, und so als Cicero pro domo für meine eigenen Arbeiten aufzutreten, scheint
mir unwürdig und unpassend: ich überlasse es getrost dem Urtheile des unparteiischen
und competenten wissenschaftlichen Publikum», zu entscheiden, ob meine Arbeiten die
Prädioate verdienen, welche Mösch ihnen beizulegen für gut findet.
Diese Gelegenheit benützend, möchte ich hier zu meinem Buche über den Jura in
Kranken, Schwaben und der Schweiz nachtragen, dass, was ausdrücklich zu erwlhnen
versäumt wurde, die Zeichnung zu dem Holzschnitte auf p. 123, das Profil vom G piss-
berge darstellend, mir von H. Mösch mitget heilt wurde, während ich die übrigen An-
gaben über den Geusberg aus der Literatur, und nach im Zürcher Museum befindlichen
Petrefakten zusammen gestellt habe. Alle anderen Profile habe ich selbst ge-
sehen und studirt.
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555 (49)
während ich aus dem Hauensteintunnel Amin. Sotoerbyi und Amm. Gingensis
kenne.
Eh bleibt nun mir noch einiges hinzuzufügen über die Hochseebildungen
des Helvetischen Beckens, über die Ablagerungen in den
Schweizer Alpen. Als ich weiter oben das Süddeutsche Meeresbecken
behandelte, habe ich die Hochseebildungen desselben ganz mit Stillschweigen
übergangen, da sich hier Aequivalente des Unteroolithes bis jetzt noch
durchaus nicht haben nachweisen lassen. Anders ist es in der Schweiz.
Nicht nur, dass ein Horizont mit
Amm. opalinus Rein sp.
„ Murchisonae Sow.
„ scissus Ben.
„ tatricus Pusch.
sich in Waadtland wie in der Nordschweiz wiederfindet; es lassen
sich sogar im Canton Glarus die Schichten des A. opalinus, Murchisonae
und Humphriesianus aufs deutlichste trennen. Aus einer Arbeit von Bach-
mann1) entnehme ich Folgendes. lieber den Liaskalken folgen am Glär-
nisch sandige, oder auch thonschieferartig glänzende, schwarze Schiefer in
einer Mächtigkeit von 50—60'. Dieselben haben an andern Punkten des
Cantons Posidonomya Suessi Opp.
Amm. opalinus Rein,
geliefert. Sie werden am Glärnisch bedeckt von rothen Eisensandsteinen
mit dünngeschichteten Lagen von bräunlichen Quarziten und untergeordneten
Stroifen eines röthlichen, körnigen Kalkes, einer sog. Echinodermenbreccie,
zusammen etwa 50' mächtig. Bachmann führt daraus an:
Rhynchon. sp. nov.
Ostrea calceola Gdf.
Pectcn äff. laminato Sow.
Ammonites sp.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Schichten zum grossen Theil die
Zone des A, Murchisonae vertreten , dass aber hier auch noch die Zone des
A. Sowcrbyi und A. Sauzei mit hereingehören, möchte ebenso sicher sein,
indem sich im Plysch des Sihlthales exotische Blöcke fanden, welche
aus einer Crinoideen-Breccie bestanden, wie sie in untergeordneten Lagen
hier am Glärnisch in diesen Schichten getroffen wird, und welche die
Leitfoesilien beider genannten Zonen in Masse einschlössen. Die Vorkomm-
M IWtf J. Bachmann: Ueber die Juraformation im Canton Glarus; Bern. Mitth.
Nr f» »9 -552.
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5ÖÜ
nisse dieser Blöcke wurden von Bachmann ') näher studirt, und er
erkannte folgende Arten:
Sphenodus sp.
Beiemi. BlainviUei Voltz.
Nautilus sp.
Amin, jugosus Sow. (wahrscheinlich Amm. G-inyeusis oder
eine ähnliche Form)
Amm. Sowerbyi Mill.
„ tatricus Pusch.
„ Bayleanus Opp.
„ Gervillei Sow. (wahrscheinlich A polyschides u. sp. )
„ sp. ind. (Lineat.)
Turbo sp. nov.
Plcurotomaria sp.
Tcrebratula sp.
Ueber dem Eisensandstein lagert am Glärnisch ein bis 200' mächtiger
feinkörniger grauer, bisweilen gelblicher und schwarzer Kalk, welcher Amtn.
Humpkriesiuntis und Bei. giyanteus nebst vielen anderen Arten geliefert hat.
Ein kurzer Rückblick auf die im Vorhergehenden beschriebenen Loca-
litäten und Profile zeigt, dass im Helvetischen Meeresbecken die
Schichten des A. Sowerbyi nach und nach einer Veränderung unterworfen
sind, wie wir dieselbe im Süddeutschen Becken nicht zu beobachten Gele-
genheit hatten. In den östlichen Theilen, sowie im Rheinischen Meerbusen
noch so ziemlich nach fränkisch -schwäbischem Typus entwickelt, verschwin-
det diese Gestaltung immer mehr, je weiter wir uns nach Westen bewegen.
Auf der von der Vogesenhalbinscl sich nach Süden ziehenden Untiefe ver-
schwimmen die Grenzen der Zone: Amm. opalinus erhebt sich bis in die
Zone des A. Murchisotiae, während andererseits letzterer Ammonit wieder
bis zu A. Sowerbyi hinauf fortsetzt. Es erinnert diess an Verhältnisse, wie
sie in manchen alpinon Distrikten sich finden. An der Ostküste des Gentral-
plateau's von Frankreich dagegen brachte eine von Norden kommende Meeres-
strömung die Zone zu ausgezeichneter, reicher Entwicklung.
m Mittelländisches Meeresbecken.
Ich vermag über die Verbreitung der Zone des Amm. Sowerbyi in
diesem Meeresbecken nur wonige Bemerkungen zu geben. In den alpinen
') 18ü3 J. lUchmann: Ueber petrefaktenreiche exotische Jurublöcke im Fly*ch des
Siblthals und Toggenburg«.
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557 (öl)
Theilen des Isere Departement«, sowie in den Dep. Dröme, Hautes-
Alpes, Basses-Alpes und Vaucluse besteht der Jura, wo überhaupt
die Schichten folge so tief reicht, bis hinauf zum oberen Jura, Oxford- und
Kimmeridge-Gruppe, aus einer ausserordentlich machtigen Reihe von grauen
Kalken und Mergeln, welche einer Gliederung grosse Hindernisse in den
Weg stellen. Es wurden zwar an vielen Punkten, namentlich die Lias-
Schichten wohl unterschieden, auch Schichten mit A. Humphriesianus sind
nachgewiesen worden, doch wurde bis in neuerer Zeit keine Thatsache
bekannt, welche Anhaltspunkte für meine gegenwärtigen speciellen Zwecke
bieten könnte. Nur im Dep. du Var haben eingehendere Studien an einigen
Punkten die schichtweise Vcrtheilung der organischen Reste innerhalb dieses
Schiehtencomplexes festgestellt, und zugleich das Vorkommen wichtiger Arten
aus der Zone des A. Sowerbyi nachgewiesen.
Nachdem schon 1861 Jaubert') auf ein vortreffliches Profil bei
Sollies-Pont nördlich von Toulon (Var) aufmerksam gemacht hatte,
inachte Hebert*) etwas später dasselbe ebenfalls zum Gegenstände seines
Studiums und wies dort folgende Schichtenreihe nach: Es eröffnen die ju-
rassische Formation sehr mächtige graue Kalke, welche in ihrer Unterregion
Maasen von Gryphaea cymbium, Amm. margaritaius u. s. w. einschliessen.
Höher findet man Amm. radians, Amm. variabüis und andere Arten des
oberen Lias. Streng davon geschieden durch eine sehr oft von Bohrmuscheln
durchlöcherte Bank, zeigt sich unter übrigens gleichen petrographinchen
Verhältnissen die. erste Fauna des Unteroolithes :
Lima hetcromorpha Desl.
Amm. Humphriesianus (Baylcanus? Opp.)
„ Sowerbyi
Myoconclut crassa
liegen hier im Gestein. Nicht sehr weit darüber beginnen bereits die Ab-
lagerungen der Bath- Gruppe, deren tiefste Schichten sich durch etwas här-
tere Kalke kennzeichnen. Hebert fand darin Amm. arbustiycrus, tripartUus,
polymorphus u. s. w. Dumortier3), welcher einige .Zeit nachher diese
Localität ebenfalls besuchte, kam zu ganz ähnlichen Resultaten. Er macht
aber zugleich in seinom Aufsatz auf einen andoren Durchschnitt aufmerk-
sam, der sich an der Meeresküste am Cap Cride in der Nähe von St.
M Bull, de la 8oc. geol. de France lHUl XVIII, p. GOÜ u. U07.
*i 18G1 Hebert: Du Terrain jurassique de Ia Provence, sa division en £tages, «on
independen.ee des calcaires dolomitiques aasocies aux gypses; Bull. Soc. geol. de France
XIX, p. 100 u. f.
') \M2 Dumortier: Coup d'oeil sur Pool. inf. du Var; Bull. 8oc. Geol. XIX, p. 859.
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558
Na zaire findet. Hier sind die gleichen Schichten entwickelt, wie bei
Sollies-Pont, und es beobachtete hier Dumortier als tiefste Fauna de»
Unteroolitbes:
Lima heteroimrpha Desl.
Tcrebr. ylobata
„ sphaeroidalis
A. Brongniurti Orb. (P s A. polysehidcs n. sp.)
welche so ziemlieh dasselbe Niveau bezeichnen als die oben angeführten
Arten. Zwischen dieser Fauna und die Schichten der Bathgruppe schiebt
sich sodann noch ein Schichtencomplex ein, der
Pecten cf. spathuiaius Roem.
Cerithiwn granulatocostatum Odf.
Anm. Parkinsoni
„ pygmaeus
„ oolithicus
„ Martinsi
Bei. eanaUcukUus
beherbergt. Erst darüber beginnen die Schichten der Bathgruppe mit der
Zone der Ter. digona, welche hier in gleicher Facies wie zu Luc und
Langrunne auftritt, einer Masse von Bryozoen zur Lagerstätte dienend.
Ebray1) führt nun neuerlich aus dem Durchschnitt von St. Nazaire
aus undeutlich blättrigen Kalken, welche in gelbe oder blaue Mergel ein-
gebettet sind und unmittelbar auf den Lias folgen:
Pentacrinus Bajocensis
„ inornatus
Nautilus clausus
Anm. Sowerbyi
„ Murchisonae
Lima heteromorpha
Ter. Kleini
an, welche Arten es. höchst wahrscheinlich machen, dass auch dort die Zone
des A. Sowerbyi vertreten ist.
Diese Gebilde im südlichen Theile des Dep. du Var können indes«
schon nicht mehr zu den Hochseebildungen der Westalpen gezählt werden.
Sie wurden vielmehr in der Nähe des Ufers der Nordspitze einer grossen
Insel abgelagert, welche sich von hier über die Hyieren und Corsika
nach Süden und Osten erstreckte, und das Mittelländische Becken von
») I8C4 Ebray: Bull. 8oc. geol. de France XXI, p. 203.
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559 (53)
»lern Italischen trennte Die meist den Charakter von Uochseebildongen
oder von Ablagerungen an don Küsten von Inseln mit sehr steil abfallendem
Ufer an sich tragendon Juraschichten der Hochalpen hängen im Osten mit
dorn Italischen Jura zusammen, der indess im Allgemeinen zu wenig er«
forscht ist, als dass ich auf seine Besprechung näher eingehen könnte. Nur
auf einen Punkt am Südabhange der Tyroler Alpen möchte ich aufmerk-
sam machen, nämlich auf das Cap San Vigilio am Ostufer des Garda-
Sees. Schon Benecke1) hat auf diese Stelle hingewiesen, und ich selbst
hatte vor einigen Monaten Gelegenheit dort in Gesellschaft und unter Führ-
ung meines Freundes Benecke zu sammeln und die Schichtenfolge zu
studiren. Das Liegendste, was man zu beobachten im Stande ist, sind hell
gefärbte, sehr mächtige sandige Kalke, die in grossen Steinbrüchen aus-
gebeutet werden, aber durchaus keine Vorsteinerungen einschliessen. Darüber
folgen ziemlich mächtige, meist bunte Marmorgesteine, wolche zu unterst
Ammonites opalmus Rein.
„ Murchisonae Sow.
„ fallax Ben.
„ gonionotus Ben.
ii scissits Ben.
„ ophioneus Ben.
„ tatricus Pusch.
Tcrcbratula mehrere Arten
Rhynchonella mehrere Arten
Protocardia substriattda Orb. sp.
Pentacrinus cf. Bayocensis Orb.
einschliessen. Es kommen höher etwa 10" rother Marmor ohne Versteine-
rungen, bis in einer Schicht dunkel fleischrothen , weiss oder gelblich ge-
fleckten, ausserordentlich harten Marmors ein zweiter Petrefakten führender
Horizont sich einstellt, in dem ich
Ammonites Bayleanus Opp.
n polyschides n. sp.
„ cf. tatricus Pusch.
„ heterophyüe sp.
Aptychus sp.
gefunden habe'). Es sind hiemit die die Zone des A. Sowcrbyi nach unten
') 1806 Be necke: üeber Trias and Jura in den 8udalpen; Geogn. pal. Beitr. ron
Benecke, Schlebach und Waagen I, p. 110 u. f.
') 8iehe Sohlönbaoh, Brief an Hauer: Verh. d.k.k. geolog. Reichsanstalt in Wien
18G7, Nr. 8, p. 158.
(4) 36
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(51) 560
wie nach oben begrenzenden Schichten aufs bestimmteste festgestellt. Die
Zone selbst müsste also durch jene 10* rothen Marmors, welche zwischen
beiden liegen und in denen hier keine Versteinerungen aufzufinden waren,
vertreten sein.
Wenden wir uns nach dieser Abschweifung an das Wcstufer des Mit-
telländischen Beckens zu den Departements
Ardedie, Gard, Heranlt, Lozere und Aveyron zum Theil. Die Meeres-
strömung, welche, aus Norden kommend, die reiche Entwicklung der Zone
des A. Souerbyi an der Westküste des Helvetischen Beckens zu Folge hatte,
verlüsst, scheint es, im Dep. de l'Isere das Ostufer des Centralplateau's
von Frankreich und wendet sich nach dem ofTenen Becken des alpinen Jura-
Meeres. Die Schichten des Unteroolithes sind desshalb in den oben be-
zeichneten Departements nur sehr kümmerlich, theilweise an alpine Bildungen
erinnernd, entwickelt, wie ja die höheren Juraschichten, namentlich im
Ardecho Departement, immer mehr dem alpinen Typus sich anschliessen.
Die Zone des Atnm. Sowerbyi gesondert für sich nachzuweisen ist bei so
geringer Entwicklung der Schichten wohl nicht möglich. Am Berg von
Crussol vertritt eine kaum 1™ mächtige Crinoideen-Breccie den gesammten
ünteroolith Was Lory8) daraus anführt, ist Ter. perovalis, Mynch.
einen Ammoniten ähnlich dem A. Brogniarti. Weiter
nach Süden werden die Schichten des Unteroolithes etwas mächtiger, na-
mentlich scheinen sich Acquivalente des Opalinusthons und des Calc. k
Entroques auszuscheiden. Dumortier3) wenigstens gibt für die Dep.
Ardeche, Lozere, Aveyron und Gard an, dass der Ünteroolith mit
einer Bank beginne, in welcher
Asnm. opalinm Rein.
Trochtts duplicattis
Thecocyathus Mactra
sich finden. Darüber liegt der von Dumortier sog. Caloair ä Fucoides,
der ausser Chondritcs scoparius Thioll. auch noch einschliesse :
Amm. Murchisonae
„ sp. nov.
Bhynch. variabüis var.
Inoceramus fuscus Quenst.
Pcc/cn artiadatus Orb. non Gdf.
') 18G5 Oppol: Pal. Mitth. p. 807—809.
') 1855 Lory: Bull. Sog. geol. de France XII, p. 510.
s) 1861 Dumortier: Note »ur lo calc a Fucoides, basc de l'oolite infer. dans Ie
Bassin du Rhönc; Hüll. 8oc. geol. de France XVIII, p. 579.
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501
(55)
Lima scoparia Dum.
Gryphaea calceola Quonst.
Das Dach dieses Kalkes bildet eine dünne Lage, voll von Pcctcn per-
sonattts. Erst darüber schliesst sich der von Dumortior sog. Calcair h
Entroqucs an, dessen Fauna indoss unbekannt ist. AuchKöchlin-Schlum-
berger1) lüsst sich nicht näher auf die Fauna dieses Schichtencomplexca
ein, während er über die tieferliegenden Schichten einiges erwähnt.
In der Nähe von Monde (Lozere) folgt über dem Lias, in den übri-
gens Schlumbcrgcr auch noch die Zone des Amin, torülosus mit einrechnet,
eine Reihe härterer, grauer Kalkbänke 20 — 25m mächtig, welche anfangs
noch Mergellagen zwischen sich lassen, aber nach obon immer dichter auf-
einander liegen. Versteinerungen führt er aus ihnen nicht an. Darüber
aber wird die Abdachung des Berges steiler, indem die nun folgenden gelb-
lich weissen Kalke der Verwitterung stärker widerstehen; auch in ihnen
sind organische Reste selten, doch fand Schlumberger:
Belemnites sp.
Amm. sttbradiattis
„ sj). ittd.
Area sp.
Lima cf. punctata Odf.
„ (a fortes cötes rayonnautea Schi.
L. alticosta?)
Pectcn pwnilus
„ cf. discif&rmis.
Höher folgen Kalke mit Ostr. Blandina Orb., auf die sich Dolomito
"lagern, die mit Schichten voll von Crinoideon - Gliedern (dem sog. Calc. ä
Entroques) alterniren.
Aus den obigen beiden Petrefaktenverzeichnissen darf man nun viel-
leicht schliessen, dass die unter dem Calc. ä Entroques dieser Gegend be-
findlichen Kalko die Zone des Amm. Mttrchisonac , des A. Soiccrbyi und
vielleicht auch noch höhere Schichten vortreten.
Bei der geringen Anzahl der bis jetzt sicher feststehenden Daten scheint
es nicht räthlich, sich über die allgemeinen Verhältnisse, welche in diesem
Bocken geherrscht haben mögen, zu äussern. Nur das sei erwähnt, dass
die Bildungen am Ostufer grossentheils nach anderem Typus entwickelt sind
als die des Westufers. Am Nordende des Beckens bei Privas, sowio im
•) 16"»4 Kftchlin-Schlamborger: Coupe geologique des Environa de Mende; BulU
Soc. g6ol. de France XI.
(i*) 3C*
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502
Süden im Dep. du Var grenzen alpine und ausseralpine Bildungstypen am
nächsten an einander, und es werden sich dort die Uebergiinge zwischen
beiden am leichtesten studiren lassen.
IV. Pyrenäisches Meeresbecken.
i
Die Kenntnisse, welche wir von diesem Meeresbecken besitzen, sind
noch höchst mangelhaft. Die Schichtenfolge im Dep. Lozerc nähert sich
bereits sehr dem Typus dieses Beckens, und in den Departements Lot und
Dordogne scheint die Entwicklung des Unteroolithes ziemlich mit jener
des D6p. Lozcre übereinzustimmen. Es sind ziemlich mächtige harte Kalke,
welche denselben zusammensetzen, aber erst sehr oberflächlich bekannt sind.
Chareute Departement. Nachdem schon durch die ausserordentliche
Versammlung der Geologischen Gesellschaft von Frankreich zu An gou lerne
im Jahre 1857 ') einige Andeutungen der Zone des A. Sowerbyi festgestellt
waren, veröffentlichte ein Jahr später Coquand*) eine ausführliche Be-
schreibung dieses Departements, der ich Folgendes entnehme.
Im Süden des Departements ist der Unteroolith nur durch massige
dolomitische, oft eisenschüssige oder krystallinische Kalke vertreten, denen
jede Spur von Versteinerungen mangelt. Erst wenn man eich weiter nach
Norden wendet, verschwindet allmählig die dolomitische Facies, und mer-
gelige Kalke mit vielen Versteinerungen setzen hier den Unteroolith zu-
sammen. Das erste deutliche Profil ist bei St. Vincent rechts an der
Strasse von Limoges nach Confolens. Dasselbe stellt sich folgendcr-
massen dar. Schichtcnfolge von oben nach unten:
1) Unmittelbar unterhalb des Dorfes bemerkt man einen gelben, in
dicken Bänken anstehenden Kalk, dessen Oberfläche sehr zerfressen
erscheint. Er verbirgt sich bald unter den eisenschüssigen Tertiär-
sanden, auf welche in diesen Gegenden allenthalben Bergbau ge-
trieben wird. Dieser Kalk enthält Pleurotomaria sp., Ter. globata
und Crinoideen- Glieder.
2) Nach unten geht derselbe nach und nach in einen in eckige Stücke
zerfallenden blauen Kalk über, der ziemlich compakt ist und an-
scheinend keine Versteinerungen in sich schliesst.
3) Eine mergelige Lage vermittelt den Uebergang zu blauen kalkigen
Thonen, welche tiefer nun folgen, und dünne Lagen eines dunkeln
') Bull. 8oc. geol. de France XJV, p. 8ÖO.
*) 1858 Coquand: Descr. phys., geol., paleont. et minoral, du Dep. do la Chareote
Vol. t, p. 210-218.
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(57)
Kalkes mit Amm. Sowerbyi, Amm. Mttrchisonae, Nautilus subclausus,
Ten t/r. pcrovalis, Bei. canalkiüutus und Lima peclinifonnis eiu-
sehliesst. Diese Thone besitzen eino Mächtigkeit von 1 — 1,5-.
4) Das Ganze ruht auf Mergeln, welche an nahegelegenen Punkten
Amm. opalinus und etwas tiefer Trochus subdtqrficatus beherbergen.
Damit ist die Schichtenfolge des Untcroolithes im Dep. der Charente
gegeben.
In den gelben Kalken Nr. 1 findet sich bei Ma rill ac in den oberen
Lagen Amm. Parkinsoni und Ter. globata, in den unteren dagegen Amm.
Humphriesianus und Ter. perovalis. Die Fauna der Schicht Nr. 2 ist auch
von andern Punkten nicht sicher bekannt, doch scheinen A. Brogniarli
(= A. poly schides n. sp.) und A. dinwrphus (wahrscheinlich A. polymerus
n. sp.), welche Coquand citirt, aus dieser Ablagerung zu stammen.
Die Schicht Nr. 3, welche die Zono des Amm. Sowerbyi und des Amm.
Munhisonac zu vertreten scheint, lüsst sich meist durch ihre thonige Be-
schaffenheit leicht erkennen. Die Fauna, die angeführt wird, beschränkt
sich auf
Ammonites Soicerbyi Mill.
„ Mttrchisonae Sow.
, subdiscus P Orb.
Belemn. camliculatus Schi.
Lima pectinifonms Schi.
Terebr. perovalis Sow.
In den Departements Vendee und Denx-S£vres ist die Zone auch sehr
bestimmt vertreten, wenn auch bis jetzt die stratigraphischen Nachweise
nur dürftig und mangelhaft sind. Herr Carl Mayer in Zürich besuchte
vor längerer Zeit die Localität St. Maixent im Dep. Dcux-Sevrcs, und
brachte von dort eine ausgezeichnete Suite von Arten aus der Zono des
A. Sowerbyi mit. Die Vorkommnisse sind in einem gelblich grauen Kalk
mit einzelnen grünen Körnern enthalten, und gleichen cinigermassen den aus
der Maliero der Normandio stammenden. Ich erinnere mich noch
Ammonites Sowerbyi Mill.
, patelhi n. sp.
, Gingensis n. sp.
von St. Maixent kommend, im Züricher Museum gesehen zu haben.
Um über den eigenthümlichon Typus der Schichten dieses Beckens
etwas bemerken zu können, sind noch zu wenige Thatsachen bekannt, indess
scheint sich die Entwicklung der Schichten an der Nordküste (Dep. Doux-
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564
So v res und Vondcc) schon so ziemlich derjenigen zu nähern, welche an
der Westküste des Pariser Dockens die herrschende ist.
V. Pariser Becken.
Ich wende mich zunächst nach dem Ostufer dieses Beckens, beginnend
mit der Betrachtung der Departements
Aisne, Ardennes, Meuse. Im Dcp. de l'Aisne ist der Uqteroolith ganz
ausserordentlich reducirt. Einige oolithische Bänke mit einigen wenigen
Versteinerungen stellen die ganze Etage dar, und man hat in Folge dessen
auch fast keine der Zonen bis jetzt mit Bestimmtheit nachweisen können1).
Dagegen scheint im Dep. der Ardennen die Zone des A. Sotoerbyi ge-
sondort für sich aufzutreten. Es ist die Premier Sougroupc dcsOulitho
inferieure von Sauvage und Buvignier1), in der die Zone enthalten
ist. Die Opalinusthone werden auch hier noch zum Lias gestellt, über den-
selben folgen aber an der 8trasse von M6zieres nach Paris, indem man
das Bois de Prix verlässt, von unten nach oben:
1) Graue Mergel mit Knollen mergeligen Kalkes (Opalinus-Thon?).
2) Gelbliche Kalke mit Eiscnoolithkörnchen.
3) Oolithische Kalko, grau, gelb oder weiss mit concentrisch schaligcn
Oolithkörnchen.
4) Dunkelgelbe Kalke mit hellen Oolithkörnem.
5) Weisse Oolithc mit Bruchstücken von Muschelschalen.
C) Lumachelle, grau oder gelb mit weissen Oolithkörnem.
7) Gelbliche erdige Kalko und Oolithe mit vielen Versteinerungen.
Höher schliessen sich noch an gelbliche Kalke und endlich Mergel
(Marncs infericurs). Die ganze Serie scheint nicht höher als bis an die
Humphriesianus- Schichten zu reichen.
Die Kalke Nr. 7 finden Bich wieder sehr wohl charaktcrisirt am Durch-
schnitt von Choveuge, wo sie ebenfalls viele Versteinerungen, namentlich
Pholadomyon, Austern und Belemniten enthalten. Von diesem Fundorte
werden citirt:
Miücpora (?) straminca Phill.
Diastop. (Bereute.) diluviana Lamx.
Montlimltia trochoides Edw. & H.
Nucleolites sp.
f) 8ieho 1813 d'Arcliiuc: Descr. gool. du Dep. de PAUinc (Mcm. 8oc. geol. de France
I. s6r. V).
*) 1842 Sauvage et Buvignier: 8t*ti*t. mineralog. et geol. du Dep. des Ardennc«.
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5G5
Scrpula Umax Odf.
Ptoladomya parvtda ? Room.
Lucina sp.
Astarie orbicularis ? Sow.
CueuUaea oblonga Sow.
Rhynch. cynocepluda ? Rieh.
Hemithyris senticosa Schi. sp.
Tere&r. plicata Buckm.
vlmm. contrarius Sow.
„ s/>. not;.
Belenmites sp.
Obwohl dieses Petrefaktenverzeichniss noch mancher Berichtigung be-
darf, lässt sich doch aus dem Gesammthabitus dieser Fauna schliessen, dass
wir es hier mit Schichten zu thun haben, welche zwischen den Zonen des
Amm. Murclnsonae und Amm. Humphriesiamts eingeschlossen sind, sogar
wahrscheinlich die Zone des A. Sowerbyi vertreten. An einer anderen Stelle
dos Departements bei Tarzy kommen ungefähr in demselben Niveau, viol-
leicht aber auch etwas tiefer viele Korallen vor.
Diese Korallenschichton sowie die Schichten von Cheveuge scheinen
genau dem zu entsprechen, was Buvignier 10 Jahre später1) ebenfalls
als Sous-groupe inferieur seines Unteroolithes begriff. Im Dop. de la
Meuse nämlich sind es dieselben gelblichen oder weisslichen Kalke, welche
viele Korallen enthalten, und zufolge ihrer relativen Lagerung vielleicht die
Zone des A. Sowerbyi darstellen könnten. Aus den von Buvignier ange-
führten Versteinerungen lässt sich indess wenig schliessen. Ich will nur
nennen:
Montlivaltia troclioides
Cidaris cueumifera Agass.
Scrpula socialis Gdf.
Gresslya gregaria Roem. sp.
Area astreicola Buv.
Lima duplicata Desh.
Pectcn cf. Jens Sow.
Erst in seiner Sous-groupo moyen führt Buvignier Amm. Brocchi,
Blagdeni, Braikcnridyi und subradiatus an, wodurch die Zonen des Amm.
Sauzci und Ilumphriesianus angedeutet sind, während noch weit höher A.
Parkinsoni angegeben wird.
*) lb~>2 Buvignier: Statist, geologique du Dop. de la Meudc.
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(60)
Luxemburg; Moselle, Meurthe, Hante- Marne Departements. Die Zone
des A. Sowerbyi ist hier überall vertreten, wenn auch ihre Sonderung von
den zunüchstliegenden Zonen wegen Mangels an genaueren Untersuchungen
vor der Hand grossen theils viele Schwierigkeiten verursacht In Luxem-
burg scheint die Zone des A. Murchisonac zum grossen Theile wohl noch
durch die Eisenerze von Mont-Saint-Martin vertreten, während der
Calcair de Longwy') die Zonen des A. Sowerbyi bis A. llumphrksianus
darstellt. Ammonites Sowerbyi Mill.
■ jugifer n. sp.
Pholadom. fidietda Sow.
Pleurom. tennistria Gdf.
CucuUaea oblonga Sow.
Lima alticosta Dew. & Chap.
„ duplicata Sow.
lassen mit Sicherheit auf die Vertretung der Zone schliessen1).
Am Hügel von 8t. Quentin in der Nähe von Metz (Dep. Moselle)
sieht man über feinen glimmerigen Sandsteinen mit A. opalinus einen mer-
geligen Sandstein, auf dessen Schichtflächen ChondriUs soparius Thioll. sich
findet. Diese Schicht geht nach oben in einen Oolith über, der auf der
anderen Seite des Hügels
Montlivaltia trochoides
Trigonia einige Arton
RhynchoneUa sp.
Astarte excavata Sow.
Ostrea crenata Gdf.
Perna sp.
beherbergt3). An anderen Localitäten scheidet sich zwischen den Sand-
steinen eine Eisenerzbank aus, welche wohl dem Erze von Mont- St. Martin
entsprechen wird. Sie ist gewöhnlich durch eine dünne, sandig thonige
Ablagerung vom Oolite ferrugineuse gesondert, zu dessen untersten
Gliedern auch die obige Petrefakten enthaltende Schicht zu zählen ist4>
') 1841 Da mont: Mem. rnr loa terr. «econdaires da Luxembourg (Mem. Aead. de
Bruxelles XV).
') Siebe 1852 Dewalque and Chapuii: Fossiles des terr. see. de Luxemboorg and
1862 Chapais: Nouvellea reoherohes bot les Foss. des terr. see. de Lux.
J) 186:2 Dumortior: in BulL 8oc. g6ol. de Franco XX, p. 113.
♦) Siehe 1852 Reunion extraord. do lu 8oc. geol. a Mets. Bull. Soc. Qool. de France
IX, p. 594.
1854 Majerus: Note sur 1c Terr. jur. du Qranducbß de Luxembourg (Bull. Soc. scL
nat. du Luxembourg II).
I
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5(57
(61)
Dass die Zone des Amm. Sowerbyi in letzterem Gebilde (dem Oolite ferru-
gineuse) enthalten sei, geht aus den von Ter quem1) gegebenen Potrefakten-
Listen hervor, aus denen ich folgende Arton hervorhebe:
Ammonites Sowerbyi Hill.
. jugosus (Sow.) Torqu. (vielleicht A. Gingensis)
„ cycloides Orb.
PJwladom. fidietäa Sow.
Goniom. Duboisi Ag.
Pleurom. tenuistria Gdf.
Gresslya latirostris Ag.
Astarte excavata Sow.
, elegans Sow.
Trig. striata 8ow.
jf Goldfussi Ag.
Cucull. oblonga Sow.
Modiola plicata Sow.
Lima pectiniformis Schi.
„ sulcata Mnst
„ duplicata Aut.
Pecten pumilus Lam.
Serpula socialis Gdf.
Galeropygus Marcoui Des.
2?ryo*oen.
Erst im Dep. de la Meurthe vermag ich mit voller Sicherheit zu con-
statiren, dass die Zone des A. Sowerbyi am Ostufer des Pariser Beckens
auch wirklich ein gesondertes Lager für sich einnehme und oft ausser-
ordentlich reich an Petrefakten auftritt. In der Sammlung des verstorbenen
H. Saemann in Paris sah ich eine ausgezeichnete Suite von Petrefakten,
welche aus der Zone des Amm. Sowerbyi dieser Gegend stammten. Die
Schien tenfo Ige scheint nach den Mittheilungen dieses Herrn dieselbe zu sein
wie überall am Ostufer des Pariser Beckens. Ueber grauen Kalken mit A.
bifrons und A. subarmatus folgen in der Umgegend von Nancy 1) dunkle
Thone mit Trigonia pulchella und Leda rostralis, darüber legen sich an
2) Eisenerze und Sandsteine mit A. opalimts und Triyonien, eisenreicher
Kalk (3), welcher nach unten viele geohrte Austern cinschliesst , bildet das
Lager von A. Sowerbyi und A. cycloides; grauer Kalk, welcher wahrscheinlich
als Dach der vorigen Schicht zu betrachten ist, hat A. polyschides geliefert.
') 165Ö, Patöoot. du Dep. de Li Moselle.
-
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(62)
5f»8
Die Schichten Nr. 2 könnten auch noch die Zone des A. Mttrchisonae
in sich bergen, und werden so ziemlich die Aequivalente des Oolite fer-
rugineuse de Mont-Saint-Martin von Chapuis bilden, während die
Loge mit Amm. Sowerbyi jedenfalls die tiefsten Glieder des Calcair de
Longwy, Calc. ferruginoux Chapuis, darstellen. Aus letzterer Schicht
sind mir von Nancy bekannt:
Amm. Sotcerbyi
, <*/. cycloides
Alaria Lotharingica Schlumb.
„ Roubalcti Schlumb.
„ rarispina Schlumb.
Die übrige, sehr reicho Fauna wird von H. 8chlumbcrger selbst eine
Bearbeitung erfahren.
Weiter gegen West und Nordwest legt sich auf die eben angeführte
Schichtenreihe ein weisser harter Kalk in mächtigen Bänken, welcher wohl
die höheren Zonen des Unteroolithes vertreten wird.
Ueber das Dep. Ilaute-Marne ist die Literatur zu gering, als dass
sich irgend etwas über Vorhandensein oder Mangel der Zone des Amm.
Sowerbyi sagen Hesse.
Vonne, Nievre, Cher, Indre und Vienne Departements. Indem wir uns
nach dem. Südufer des Pariser Beckens wenden, treten wir wieder in das
Qebiet des Calcair ä Entroques, dessen mächtigste und petrefakten-
reichste Entwicklung wir bereits im Dep. 8a6ne-et-Loire kennen gelernt
haben. Schon ein Theil des Jura im Dep. Cote-d'Or gehört dem Südufer
des Pariser Beckens an, aber hier sowie im Dep. de l'Yonne sind die
Forschungen über die einzelnen Abtheilungen des Unterooliths noch nicht
sehr weit gediehen. Aus einem kurzen Aufsatz von Ebray1) erfuhrt man,
dass in der Umgegend von Dijon der Untcroolith mit sandigen Kalken,
die Chondrites soparius enthalten, beginnt und sich über diesen der Cal-
cair ä Entroques mit Pectcn artieulattis (?) und GrypJtuea sublohata an-
schliesst. In der 8ammlung der ßcole des Min es in Paris sah ich
auch einen Amm. Sowerbyi aus diesen Schichten von Semur liegen, so dass
sich die Vertretung der Zone durch dieselben als wahrscheinlich herausstellt
Aua Hau lins*) Arbeit über das Dep. de l'Yonne lässt sich dagegen gar
keine Ansicht über die hier in Betracht kommenden Lagen des Unteroolithes
') 1861 Ebray: 8tratigraphic du Systeme oolitiquo inferivur des Environ de Tournu*
et d'une partie du Dep. do la Cöto d'Or (Bull. Soe. gcol. do France XIX, p. :«».
») J86S Baulin: SUtittiquc gtologiquc du I>6p. do l'Yonne, Paris 8°.
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509
gewinnen; indess scheint es, dass die ganze Entwicklung dieser Etage im
Yonne Dep. manches Uebercinstimmcndo mit der im Nicvro Dep. herr-
schenden hat, wo über Eiacnoolithen mit Amm. tariabilis und Bil. irregn-
laris der Unteroolith mit hellen, festen Kalken beginnen soll, in denen
Versteinerungen zu den Seltenheiten gehören, indess werden Amm. Murchi-
sunuc, Amm. Ilumphriesianus und Gryphaea subiobata daraus angeführt ').
Aus dem Dep. du Cher führt Ebray«) einige ganz instruktive Profile
an, welche guten Aufschluss über die Entwicklung des mittleren Jura in
diesem Departement überhaupt, als auch über das wahrscheinliche Aequi-
valcnt der Zone des A. Sotcerbyi insbesondere geben. Wenn man von
Ignol über Nerondes nach Begny geht, kann man folgendes Profil
beobachten, Schichtenfolgo von unten nach oben:
1) Mergel des oberen Lias (Serpentinus-Schichtcn?).
2) Calcair a Entroques.
3) Mergel mit Eisenoolith- Körnchen und A. Parkinsoni, Atnm.
Brogniarti.
4) Mergelige Kalke mit Amin. Parkinsoni, nach oben Bank, von
Bohrmuscheln zerfrossen mit Amm. polymorphus.
5) Feste Kalke mit Amm. arbustigerus und Collyritcs bicordata.
0) Mergel und Thone mit untergeordneten festeren Mergelbänken:
Tcrebr. digona, Mytüns Sowerbyanus, Pholadomya carinatu in
der Oberregion des Complexos.
7) Thoniger Eisenoolith mit Amin, macroeephalus und Amm. sub-
discus (?).
8) Bank gelblichen Kalkes mit Amm. aneeps.
9) Spongitenkalke.
Es ist dies ein so schönes Profil des mittleren Jura, in dem fast keine
Zone fehlt, dass ich mir nicht versagen konnte, es hicher zu setzen. Für
meine speciellen Zwecke ist es indess zunächst nöthig, den Calcair a En-
troques noch etwas näher ins Auge zu fassen. Ein gutes Profil dieser
Scbichtenabthoilung soll sich im Durchschnitte bei Oimouille (Chor.)
zeigen. Dasselbe setzt sich zusammen von oben nach unton aus:
1 ) Mergel mit Amm. Parkinsoni (Schicht Nr. 3 des vorigen Profils).
2) Calc. ä Entroques: Grauer Kalk mit verwitterten Knollen von
Eiscnocher: Anm. Blagdeni, Amm. Biogniurti, Amm. Humphric-
') 186b Rcunion extraordinairc a Novrea: Bull. 8oc. Gt-ol. do France XV, p. <iÜ5.
*) 1861 Ebray: Stratigraphic du 8ystome oolitique inforicure du Dep. du Chcr (Bull.
S »c. geol. do France XVIII, p 501).
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(64)
570
sianus, Pholadomya ßdicula, Galeropygwt diseiUus, Bryozon,
Crinoideen-Glieder (10").
3) Eigentlicher Calc. ä Entroques, eisenschüssig mit Bei. brevis,
Pholadom. fidicida und anderen Bivalven, Crinoidocn-Qlieder (2").
4) Dünne mergelige Bänke mit BcUmniles tripartitus (?), Arnnt.
opalinus (?) (1™).
5) Bank harten, grauen Kalkes, ohne Crinoideen-Glieder: Östren
Knorri (?), Anm. opalinus, Bei. tripartitus, Astarte Voltzi (0,40").
(i) Thon, etwas eisenschüssig, ohne Versteinerungen (G™).
7) Bank harten, grauen Kalkes mit Anm insigms, complanatus, Ana
liasina, Bd. irregtdaris. Eine von Lithodomen zerfressene Bank.
8) Blaue Thone (Serpentinus-Schichten).
8chicht Nr. 3, vielleicht auch die unteren Lagen der Schicht Nr. 2,
werden die Zone des Anm. Sowerbyi darstellen, wenn auch die hier gege-
benen paläontologischen Anhaltspunkte nur gering sind.
Im Dep. de l'Indro sind diese Schichten sandig mit vielen Kiesel-
ausscheidungen, aber noch diese Massen von Crinoideen-Gliodern einschließend.
D'Archiac1) citirt eine Reihe von Arten, welche auf eine Vertretung der
Zone des A. Sowerbyi schlicssen lassen. Durch die vielen Kiesclconcretionen,
welche sich in den Schichten des mittleren Jura im Indrc Departement
finden, erinnert diese Abtheilung bereits sehr an die Entwicklung, wie sie
im Ddp. de la Vionno vorhanden ist. Die Schichten sind hier, wie es
scheint, sehr kümmerlich ausgebildet, und scheinen sich auf einer Untiefe,
welche das Pariser Becken vom Pyrenäischen Becken trennte, und die kry-
stallinischen Gebilde des Centralplateaus mit jenen derVende verband,
abgelagert zu haben.
Denx-Sevres (nord- östlicher Theil), Sartue, Oruc, Calvados Departe-
ments. Es ist dio Gegend von Thouars, welche im Dop. Dcux-Sevres
dorn Pariser Becken angehört. Die Eisenoolithe der Kelloway- Gruppe,
welche im Dep. Maino-et-Loire bei Montreuil Beilay die prachtvollen
Versteinerungen liefern, werden von sehr harten weissen Kalken unterlagcrt,
unter denen sandige Bildungen mit Kieselausscheidungen folgen. Diese gehen
nach unten in mergelige, schwach kieselhaltige, zu hydraulischen Kalk ver-
wendete Bildungen über. Während dio mittleren Lagen mit Kiesclconcre-
tionen Ammonitcs Parkinsoni geliefert haben, fand sich in der Unterregion
GcrvUlia Hartinatini? , Modiola plicata, Astarte cxcavuta, Giyphaca sublobata
'J ISbü d'Archiuc: Hi»t. do» progr. de Ki Ut-ologic VI, p. 31ü.
571 (G5)
Dcsh., Ter. Kkini *), Ter. conglobata und Pect, personatus. Zu unterst sol 1
eine Bank mit Chondritcs scoparius, Amm. Murchisonae und Trigonia liegen *).
Diese tieferen Schichten vertreten die sog. Maliere der Normandie, in
der die Zonen des A. Murchisonae und A. Sowerbyi enthalten sind.
Ucber die Stellung der einzelnen Ablagerungen im Dep. der Sarthe
herrscht noch grosse Meinungsverschiedenheit, indem man die Abtheilungen
des Unterooliths von Gloucestershire dort wiederzuerkennen sich be-
müht. Soweit sich die Sache aus der Literatur und nach im hiesigen
paläontologischen Museum befindlichen Stücken beurtheilen lässt, scheint mir
eine Schicht sandig mergeligen gelblichen Kalkes mit vielen Versteinerungen
die Zone des A. Murchisonae und A. Sowerbyi zu vertreten, während die,
über einer Bank weissen krystallinischen Kalkes mit PhasianeUa Saemanni
folgenden gelblichen Kalke die Zonen des A. Humphriesianus und Parkinsoni
darstellen werden. Die sandigen Schichten schliessen nach den mir be-
kannten 8tücken folgende Arten ein; von Tonnie stammen:
Amm. Sowerbyi Mill.
„ Gingensis n. sp.
Panopaea calceiformis Orb.
Pholadomya fidicula Sow.
„ Wittlingeri n. sp.
Grcsslya latirostris Ag.
Ccromya Orbignyana Opp.
Pleuromya tenuisiria Gdf.
Honwmya sp.
Tancredia donaeiformis Lyc.
Astarie excavata Sow.
Trig. striata Sow.
„ tuberculata Agas*.
Lucina cf. plana Ziet.
, cf. Lorieri Orb.
Jsocardia cordata Buckm.
Cucullaea oblonga Sow.
Modiola plicata Sow.
Mytüus sp.
Lima pectiniformis
„ cf. semicircularis
■) 185G 8aemann: Note sur les relationg g£cl d'un nour. gisment do Foss. a
Montreuil-Bellay (Bull. 8oc. geol. de France XIII, p. 654).
') 1862 Dumortier: Bull. 800. geol. de France XX, p. 113.
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(ß«)
572
Lima sp. uov.
„ Helena Orb.
Gerviüia praelonga Lyc.
Pccten pumüus Lamk.
Gryphaea subhbata Desh.
Es ist untor all diesen Arten fast keine, welche nicht anderwärts schon
in der Zone des A. Sowcrbyi nachgewiesen worden wäre, wahrend freilich
viele von ihnen diese Zone mit der Zone des A. Murchisonae gemein hat.
Von Conlic liegen ausserdem noch im hiesigen Museum Amm. Murchisonae,
Myacites jurassi und ein Paar andere Arten *).
Im Dop. der Orne verschwinden nach Deslongch araps die unter
den Humphriesianus-Schichten folgenden Ablagerungen des Unterooliths fast
vollständig, so dass man nicht einmal mehr dio Zone des A. MurcJtisonae,
welche im Calvados wieder eine ziemliche Mächtigkeit erreicht, zu er-
kennen im Stando ist.
Erst im Arrondisscment von Falaise (Dcp. Calvados) lässt sich die
Zone des A. Murchisonae wieder mit Sicherheit nachweisen*), von der Zone
des A. Sowcrbyi ist aber auch hier noch keine Rede. Dieselbe wurde
überhaupt im Dop. du Calvados noch nicht als gesonderte Schicht unter-
schieden, da sie auch wirklich, wenn man nur die gerade in diesem De-
partement herrschenden localen Verhältnisse berücksichtigt, hier kaum den
Namen einer besonderen Schicht verdient. Dennoch haben dio Arten der
Zone ein für sich abgeschlossenes und sehr bestimmtes Lager, indem sie
die obersten, ein Paar Zoll mächtigen Lagen der sog. Malier e einnehmen.
Ich hatte diess zu beobachten bei Bayeux mehrfach Gelegenheit. Wenn
man die Sache einmal erkannt hat, so lässt sich die Schicht auch meist
ziemlich leicht auffinden. Dort, wo die Maliere als grauer oder grünlicher
mergeliger Kalk entwickelt ist, bildet das Dach derselben eine kaum 2 Zoll
mächtige Lage von Petrefakten, von Gestein kann man hier kaum sprechen,
deren Unterseite von einer dünnen Haut intensiv lauchgrün gefärbten Thones
überzogen ist, während sich in die Oberseite bereits die Eisenocher-Knollen
der tiefsten Schichten des Oolite ferrugineuse einpressen. Die Vor-
») Im Uebrigen siehe: 1851 Hebert: Note sur lo terr. jar. du bord Occidental du
Baasin parigien (Bull. Soc. geol. de Franco XII, p. 83).
1664 ßaemann: Sur Tage de la Couehe jurass. de la Jonneliere (Bull. Soc. geoL de
France XI, p. 2Ü1).
1854 Triger: Bull. Soc. geol. de France XII, p. 78.
*) Vergl. 1861 E. Deslongchamps: Etudes nur las Etage» jurassiques inferieuri de
la Nortnandie.
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573 (67)
kommnissc dieser Lage erhalten dadurch ein äusserst charakteristisches Aus-
sehen: die eine Seito ist meist vortrefflich erhalten, mit grossen intensiv
grünen Flecken bedeckt, während die andere Seite gewöhnlich die Spuren
der Eisenknollen an sich trägt. Die Region der Eisenocher- Knollen stellt
die Zone des A. Sausei dar, während erst mit dem Auftreten des eigent-
lichen Eisenoolithes die Zone des A. Humphriesianns ihren Anfang nimmt.
Die Arten, welche diese dünne, die Zone des A. Sowerbyi vertretende
Lage mir geliefert hat, sind nicht sehr zahlreich, obwohl die Fauna im
Ganzen, nach dorn was ich in Paris aus diesen Schichten liegen sah , reich
an Formen ist. Ich erhielt daraus:
Amm. Sowerbyi Mill.
„ patelto n. sp.
„ cf. subradiatus Sow.
Bclemn. cf. canaliadatus Schi.
Pleurotomaria sp.
Goniotnya Duboisi Ag.
Die Maliere, welche darunter folgt, ist eine ziemlich mächtige Bildung
mit Amm. Mttrclmonae, Amm. Sieboldi und der schon oben (Einleitung)
angegebenen Fauna. Bei Evrecy liegen diese Schichton unmittelbar auf
den Radians- Mergeln (Couche ä Amm. primordialis Desl.), welche
den gleichen Schichten Schwabens hier sehr ähnlich sehen. Was Deslong-
champs als Amm. primordialis von hier erwähnt, ist eine Varietät des
Amm. Aalensis.
Dorsetshire und Somersetellire. Der Unteroolith von Dorsetshire
ist in seiner ganzen Entwicklung der gleichen Ablagerung von der Nor-
mandie so ähnlich, dass ich nicht umhin kann, denselben gleich hier an-
zuschliessen, und das nordenglische Meoresbecken erst mit den Ab-
lagerungen in Gloucestershire zu beginnen.
An den Küsten-Durchschnitten bei Bridport hat bereits Oppel einige
der tieferen Zonen des Unterooliths : Opalinus- und Murchisonae- Schichten
nachgewiesen1). Mir war es leider nicht möglich, ebenfalls das Profil an
den Cliffs bei Burton-Bradstock durchzuklopfen, da weitere Abstürz-
ungen des Marly-Sandstone dasselbe unzugänglich gemacht haben. Dagegen
hatte ich Gelegenheit, bei Symondsbury die unteren Lagen dos Unter-
oolithes genauer zu beobachten. Wenn man vom Dorfe aus zu den Brüchen,
in denen ein Kalkofen erbaut ist, hinaufsteigt, findet man zu beiden Seiten
') Oppel: JaraformAtion p. 826.
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(68) 574
iles Weges die oberen Schichten des Marly- Sandstone ziemlich reich an
Versteinerungen aufgeschlossen. Ich sammelte dort in Lagen kalkiger
Knollen, welcho die Sandsteine durchziehen: Bei. trijiartitus, Amm. radtans,
Amm. Aaleiisis, Amm. costula, Amm. insignis, mehrere Exemplare einer
nicht näher bestimmten Gresslya und einige Brachiopoden. Etwas hoher
lieferte mir eine harte Kalkbank Amm. opalinus, während darüber mit dem
ersten Auftreten von Eisonoolithen Amm. Murchisonac sich in Menge ein-
stellt. Ausserdom fand ich hier noch Tancredia donaeiformis und Astartc
cf. Acdcnsis. Diese Schichten mögen etwa 6' Mächtigkeit besitzen, sind
aber nicht sehr reich an Eisen, erst die sich sodann anschliesende Zone
dos Amm. Sowerbyi besteht aus einer Bank ausserordentlich eisen-
schüssigen oolithischen Kalkes, aus dem ich
Amm. Sowerbyi Mül.
„ patetta n. sp.
Bei. Gingensis Opp.
„ cf. canedietdatus Schi.
MyoconcJm cf. crassa Sow.
GiypJutea sublobata Desh.
erhielt. Für die Zone des A. Satuei konnte ich kein sicheres Aequivalcnt
auflinden, obwohl Amm. Humphriesianm erst eine Bank höher zu folgen
scheint.
Von Yeovil (Somersetshirc) erhielt ich von Herrn Dämon eine
Reihe von Ammoniten, unter denen ich
Amm. Sowerbyi Mill.
, adicrtis n. sp.
„ Mayeri n. sp.
zu unterscheiden im Stande bin.
Dundry endlich ist eine schon seit lange berühmte Fundgrube für
Arten aus der Zone des Amm. Sowerbyi. Die meisten der Sowerby'schen
Originale, welche solchen Arten zu Grunde liegen, stammen von dort. Im
Allgemeinen findet man dort:
Amm. Sowerbyi Mill.
Cirrhtts nodosus Sow.
Pleurotomaria fasciata Sow.
Astarie excavata Sow.
Cucullaea oblonga Sow.
Pecten barbatus Sow.
„ dentatus Sow.
Thamnastraea Defranciana Mich. sp.
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575
Isastr. tenuistria M'Coy sp.
Thecosm. gregaria M'Coy sp.
Anabacia orbtdites Lamk. sp.
Das Pariser Beckon bietet manche Schwierigkeiten in der Behandlung
des hier vorliegenden Stoffes, da es nur wenige Localitüten sind, welche
die Zone des Animonitcs Soiccrbyi deutlich von höher oder tiefer liegenden
Schichten abgetrennt, erkennen lassen. Dass die Zone auch im Pariser
Becken für sich selbständig besteht, beweisen die wenigen Punkte, wo ge-
nauere Untersuchungen angestellt wurden, oder die ich selbst zu besuchen
Gelegenheit hatte. Die vorzüglichste Eigentümlichkeit des Pariser Beckens
ist aber die, dass hier die acht untcroolithischen Formen, Arten aus der
Gruppe des Bei. giganieus und Bei. candlkulatm , Terebrateln nahe ver-
wandt mit Ter. globata und carinata und viele Typen der Pelecypoden
bereits weit früher beginnen, als dies im Allgemeinen in den bis jetzt be-
handelten Becken der Fall war, wodurch namentlich bei der geringen Mäch-
tigkeit der hieher gehörigen Gesteine, die Abtrennung und Unterscheidung
der Zone des A. Sowerbyi bedeutend erschwert wird, denn besonders das
süddeutsche Becken charakterisirt sich dadurch, dass hier zugleich mit Atnm.
Sowerbyi zum ersten Male die ausgeprägt untcroolithischen Typen in grösserer
Menge auftreten.
VI. Nordenglisches Meeresbecken.
Dieses Meeresbecken ist geographisch nicht scharf von dem Pariser
Becken geschieden, und bildet eigentlich nur eine grosse Bucht des letz-
teren, ungefähr wie das ndriatische Meer vom Mittelmecre abhängt. Es ist
schwer, dies nach der Vertheilung und den Grenzen der älteren Gebirge
festzustellen, da das Thal der Nordsee, so wie die Schuttmassen am Nord-
rande des Continents eine direkte Beobachtung unmöglich machen, doch
scheinen mir die im Unteroolith von Yorkshire aufgehäuften Pflanzenreste
auf eine Bildung in einem tief eingeschnittenen Busen hinzudeuten, ähnlich
wie dies bei den Keuperpflanzen in Franken der Fall ist.
Mit den höchst eigentümlichen Bildungen in Gloueesterehire und den
nördlich davon gelegenen Grafschaften von Northhampton und Lincoln
beginne ich dieses neue Meeresbecken. Soweit man die englische Literatur
benützen kann, scheint aus derselben mit Bestimmtheit hervorzugehen, dass
das mittlere und nördliche England zufolge der mächtigen Entwicklung der
betreffenden Schichten für die Untersuchung der Zone des Amm. Sowerbyi
günstiger sich gestaltet, als dies im südlichen England der Fall ist.
(5) 37
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(70)
570
Während in der Gegend von Bridport und Yeovil, sowie mich noch
bei Dundry der ganze Untcroolith auf wenige Fuss Mächtigkeit zusammen-
gedrängt ist, entfaltet er sich in Gloucestershi re bis Yorkshire zu
einem bedeutenden Schichtencomplcx, der oft 100' Mächtigkeit übersteigt.
Leider wird es einem Deutschen sehr schwer, sich in der englischen Lite-
ratur mit der gehörigen Sicherheit zurecht zu finden, indem die Methode
der Forschung bei den Engländern eine von der der Deutschen gänzlich
verschiedene ist. Während letztere die Grenze einer Fauna, d. i. den ver-
ticalen Yerbreitungsbezirk der einzelnen Arten zu ermitteln, und darnach
die Trennungslinien zwischen ihren einzelnen Untcrabtheilungen zu ziehen
suchen, fassen erstere petrographisch gleichartige oder ähnliche, einander
unmittelbar berührende oder doch nicht sonderlich scharf von einander ge-
trennte Gesteinslager zu Unterabtheilungen zusammen, und sehen dann nach,
was für Fossile sich in diesen vorau «bestimmten Abtheilungen finden. Da
nun aber die Grenzon der Faunen häufig nicht mit jenen Grenzen, welche
durch den Wechsel der GestcinsbeschafFenheit bedingt werden, zusammen-
fallen, so erklärt sich daraus die wunderbare Vermischung der auf dem
Continente sonst scharf geschiedenen Faunen , welche, zufolge der englischen
Schriften, in England scheinbar allenthalben sich einstellt. Einige der mit
grosser Sorgfalt aufgenommenen Profile von Wright") machen hierin eine
Ausnahme.
Nach ihm kann man am Leckhampton Hill bei Cheltenham von
oben nach unten folgende Schichtenreihe beobachten:
1) Upper Trigonia grit: Ein brauner, rauhsandiger Kalk mit
vielen Versteinerungen, besonders: Trigonia costata, signata, Rh.
spinosa, Atnm. ParJcinsoni, Clyptits Plotii (7 Fuss).
2) Gryphaea grit: Eine alte Austernbank, beinahe ausschliesslich
aus den Sälen der Gryph. sublobata bestehend, ausserdem P/io-
ladom. Heratdti, Terebr. Meriani (8 Fuss).
3) Lower Trigonia grit: Ein hellgefärbter, dünn geschichteter,
oolithischer Sandkalk, eine grosse Menge von Conchiferen nebst
einigen Echinodermen und Korallen einschliessend.
4) Upper flaggy bastard Freestone: Er steht deutlich über der
nächsten Schicht an und ist 2(i' dick. Nach Wright soll er die
Zone des A. HtttnphriesiamiS vertreten, was mir indoss sehr un-
wahrscheinlich ist. Ihm fehlen Versteinerungen gänzlich.
') IöüÜ Wright: On Üio subdiyiaiong of the Inf. Ool. in the 8outh of England,
compared with the cquiralent beds of that Formation on the Yorkihire-Coaet (Quart.
Joarn. Oeol. Soc. of London ]8.*»9 pi 1 u. f.).
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577
(71)
5) Oolito Marl oder Fimbria bed: Ein graugelblicher Mergel,
nicht unähnlich Chalk-Marl. Das häufigste Fossil ist TcrebratuJa
fimbria, ausserdem kommen vor Lucina Wrighti, lÄma cordifor-
♦nis, Lima Pontonis Lyc, Natica LeckJtamptoncttsis, N. addueta,
Myt. pectinatus, Astarte elcgans und Massen von Korallen, na«
mentlich Thamn. Mettensis (7').
6) Freestone: Ein fester, hellgefärbter, oolithischer Kalkstein, dessen
höchste Lagen als vorzügliche Bausteine ausgebrochen werden.
Die mittleren Lagen sind weniger gut und von Eisenocherflecken
durchzogen. In der Unterregion finden sich grosskörnige Oolithe
und diese heiasen „Roestone". Das Ganze ist mehr als 110'
mächtig.
7) Pea grit: Grobkörnige, theilwoise sandige Oolithe mit vielen
Versteinerungen und A. Murchisonac, 42' mächtig.
Pea -grit und Freestone stellen mit ziemlicher Sicherheit die Zone
des A. MurcMsonae dar. Wohin man den Fimbria-Marl rechnen solle,
ist ungewiss, ebenso unsicher ist die Stellung des Upper Freestonc;
dass aber der Lower Trigonia grit die Zone des A. Sowerbyi vertrete,
scheint aus den Petrefaktenlisten dieser Bildung hervorzugehen. Wright
führt daraus von Ravensgate Hill an:
Belemn. giganteus Schloth.
» abbreviatus Hill.
Amm. laeviusctdus Sow.
„ Sowerbyi Mill.
Natica addueta Phill.
Monodonta laevigaia Sow.
Plettrotomaria fasciata Sow.
Trochotoma carinata Lyc.
Trig. costata Park.
„ formosa Lyc. = Tr. striata Gdf. 137.2.
Pholadom. fidicula Sow.
n Hcraulii Ag.
„ media Ag.
„ Ovulum Ag.
Homom. crassiuscula Lyc.
Myoj)sis dilatata Phill.
Cerom. pinguis Ag.
Pleurom. elongata Ag.
„ tenuistria Ag.
(5*) 37*
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578
Gicssh/a latirostris Ag.
„ ' nUMta Phill.
„ con/ormis Ag.
Cerom. Bajociana Orb.
Trichites undulatus Lyc.
Gerv. Ilartmamri Gdf.
„ tortuosa Deal.
Qtienstedtia oblita Phill.
Carditm striatuhtm Phill.
„ Icmigattm Lyc.
Corbicella Utmida Lyc
Unicard, depressitm Phill.
^starte e/epaws Sow.
ji excavata Sow.
O/ns cordtformis Lyc.
Toner, donaeiformts Lyc.
Macr. Hirsonensis Arch.
Cttadl oblonga Sow.
digitata Desl.
Cypricard. cordiformis Desh.
Isocard, cordata Buckm.
PtfifM cuneata Phill.
„ a»ij>to Sow.
Jtfod. j>faa/a Sow.
„ bipartita Sow.
„ gibbosa Sow.
\ imbricata Sow.
Lima cotnpressa Wright n. »p.
„ «ufcola Mnst.
Ter. impressa Dav.
„ WrujÄfi Dav.
UA. concwwa Sow.
„ sptttosa Sow.
JJyooef. caudatus Wr.
Clypctts Hugii Ag.
Thecosm. gregaria M'Coy 8 p.
Jsastr. tenuistria jrCoy sp.
Tliamn. Drfrancii Michelin sp.
„ Terquemi M. Edw.
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',79
(73)
Anabacia orbtdiles Lamk. sp.
Latomcundr. Davidsoni M. Edw.
Manche dieser Bestimmungen sind sicher noch bis zu einem gewissen
Grade zu berichtigen, indem gewiss durch manche dieser Namen nur die
nahe Verwandtschaft solcher Formen zu den bezeichneten Arten angedeutet
werden sollte.
Eine ähnlicho Liste findet sich in dem Wright'schen Aufsatz für
Rodburougb-Hill; auch hier ist von Ammonitcn allein Amm. Soiccrbyi
citirt.
Der Gryphaea-grit lässt sich nach den bisher in ihm entdeckten
Fossilresten nicht sicher einreihen, doch gehört er wahrscheinlich auch noch
in die Zone des A. Sowerbyi, während der Upper Trigonia Grit die
Zone des A. Parkitisoni und wahrscheinlich auch noch die Zonen des A.
Humphriesianus und A. Sauzei vertritt. — Die Schichten von Rolling-
Bank-Quarry, Cave-Hill, North End, aus welchen Wright Amm.
Humphriesianus, Gcrvilli, Brocchi und Brailcenridgi anfuhrt, scheinen mir
eher die Stellvertreter eines Theiles des Upper Trigonia Grit als des
Upper Freestone, wie Wright will, zu sein, da sonst bei Cheltcnham
A. Sowerbyi höher als A. Humphriesianus und A. Gerviüi liegen müsste.
In Yorkshire lassen sich für die Vertretung der Zone des A. Sowerbyi
keine paläontologischen, wohl aber stratigraphische Anhaltspunkte finden.
Die Zone des A. Murchisonae ist hier sehr deutlich und petrefaktenreich
ausgebildet, wie ich bereits in der Einleitung angedeutet habe. Darfiber
folgen Sandsteine und Schiefer mit Pflanzenresten, während das Dach der-
selben, wie Oppel nachgewiesen hat1), von der Zone des A. Humphriesianus
gebildet wird. Die pflanzenfuhrenden Schichten wurden also in jenem Zeit-
abschnitte abgelagert, in dem sich anderwärts die Zonen des A. Sowerbyi
und A. Suttzei niederschlugen. Wir lernen so durch die Bildungen von
Yorkshire auch die Flora noch kennen, welche damals den nördlichen .
Theil Europas bekleidete.
Phillips citirt, als für diese Bildung eigenthümlich :
Equisetum laterale Phill.
Thuites cf. expansus Sternbg.
Sphenopteris museoides Phill.
„ stipata Phill.
„ P lanceolata Phill.
Neuropteris laeviyata Phill.
') Oppel: Juraformation p. 339 und 310.
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580
Pecopkris curtata Phill.
Cycaditcs laiifolitts Phill.
„ gramincus Phill.
n lanccolatus Phill.
n </. Pedenoidcs 8ternbg.
Flabellaria ? viminea Phill.
Wenn auch bis jetzt nur v enig Specielleres über die Entwickelung des
Jura von Glouccstershiro bis Yorkshire bekannt ist, so scheint doch
zufolge des oben Angeführten dieser Theil des englischen Jura hinlänglich
eigentümlich, um als aus einem besonderen Becken abgesetzt betrachtet
werden zu können.
VII. Norddeutsches Meeresbecken.
Das Meeresbecken, zu dessen Betrachtung ich nun schliesslich noch
schreite, hat mancherlei Schicksale erfahren, und verdankt diesem Umstände
die höchst eigenthümliche Entwickelung seiner Schichten. Zur Zeit des Lias
grösstenthcil8 noch vom Süddeutschen Meeresbecken abhängig, mit
dem es in der Richtung über Eise nach und Gotha zusammen hing,
trennte es sich von demselben zur Zeit der Ablagerung der ältesten Schichten
des Unterooliths, indem sich die Meerenge, durch welche es früher mit dem
Süddeutschen Becken communicirte, schloss.
Von da an aufwärts tragen nun die norddeutschen Juraschichten ein
höchst charakteristisches und eigentümliches Gepräge, ungeheure Thonmassen
wurden aufgehäuft, bis endlich zu Anfang der Oxford - Gruppe das eng*
Iis che Becken einen Einfluss geltend machte, und sich nun die Schichten
in ihrem Typus einigermassen den dort vorhandenen Bildungen anschlössen.
Wir haben es hier, wie schon angedeutet, hauptsächlich mit Thonbil-
dungen zu thun, welche, in stets sich gleich bleibender Facies vom oberen
Lias bis in die Kelloway- Gruppe reichen. Es ist desshalb auch eine in
diesem Becken nicht sehr seiton vorkommende Erscheinung, dass einzelne
organische Formen einen grösseren vurticalen Verbreitungsbezirk aufzuweisen
haben, als dies irgendwo sonst der Fall ist. Ich erinnere nur an Bd. simüis
Seebach, welcher die Form des Bei. irreytduris, an A. ittsignisimilis Brauns,
welcher die Form des ächten A. insignis noch in der Zone der Trig. navis
wiederholen. Beide Formen wurden bis jetzt noch aus keinem der anderen
Meeresbecken bekannt. So hängt auch die Zoue des Anun. Sowcrbyi aufs
innigste zusammen mit den vorhergehenden Schichten.
Dio Sowerbyi-Schichtcn sind namentlich sehr gut aufgeschlossen worden
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durch einen Bergbau, welcher bei Dohnsen (Ililsmulde, Südwestrand) auf
die Eisensteins- Geoden, die die Schichten führen, früher betrieben wurde.
Noch sind die Halden kein schlechter Fundort, doch erhielt ich bei meinem
Besuche dieser Stelle nur die gewöhnlichsten Vorkommnisse. Dennoch bin
ich in den Stand gesetzt, eine ziemlich vollständige Liste der dort vor-
kommenden Arten zu liefern, da mir Herr Dr. U. Schloenbach in Salz-
gitter, Herr Forstmeister v. Unger in Seesen sowie Herr v. Strombeck
in Braunschweig in zuvorkommenster Weise die in ihren Sammlungen liegen-
den Stücke zur Bestimmung zusandten.
Das Profil des braunen Jura bei Dohnsen ist nicht sehr deutlich. Die
Murchisonae-Zone ist zwar vorhanden und aufgeschlossen, theils in einem
Bachriss hinter dem Dorfe, theils in einem nun aufgelassenen Stollen nörd-
lich vom Dorfe1), doch ist die vorhandene Fauna sehr arm und die ein-
zelnen Formen wenig bezeichnend. Auf Seite 518 (12) habe ich bereits eine
Liste davon gegeben. Etwas höher liegt ebenfalls in Thonen mit Eisen -
steinsknollen die Zone des A. Sowerbyi. Das bezeichnendste Petrefakt
ist jedenfalls Inoceramus polyplocus; es kommt indess noch vieles Andere
vor, und ich kenne von dort:
Belemtu Oingensis Opp. ')
„ Trautscholdi Opp.
Ämm. discites n. sp.
„ jugifer n. sp.
„ Gingeiisis n. sp.
, cf. Murchisottae Sow.
Pholadom. Greenensis Brauns
Goinom. Duboisi Ag.
Pleuromya ezarala Brauns
Cucuüaea oblanga Sow.
Modiola sp. ind.
Avicula Hersilia Orb.
Inoceramus polyplocus F. Roem.
Pectm cf. diseiformis Schübl.
Eine reichlichere Ausbeute lieferten die Bahnbauten an der Kreionsen-
Holzmindener Bahn, wo die Zone des A. Sowerbyi sehr reich an orga-
nischen Resten in der Nähe von Wenzen, am sogen. Steinanger, durch
einen Bahneinschnitt herrlich aufgeschlossen wurde. Mein Freund Schlocn-
') Siehe 8cbl oenbuoh: Zeitsohr. d. deutsch, geolog. Oes. 1865f p. 21.
') Nach 8eebach: Haan. Jan» p. 158; ich selbst sah die Art nicht von dort.
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i
bach schickte mir alle Vorkommnisse zu, welche er bei mehreren Besuchen
dieser Stelle während dos Bahnbaues erhalten hatte. Darunter fanden sich
folgende Arten:
Bclemn. gigantcus Schi.
„ Trautscholdi Opp.
Atnmomtcs adkrus n. sp.
„ Gingensis n. sp.
s eyeloides Orbigny
„ discites n. sp.
■ jugifer n. sp.
Sowerbyi Mill.
Acteonina variabilis Brauns
„ cf Sedgevici Phill. sp.
Pholadomya transversa Seebach
. Greenensis Brauns
Gresslya gregaria Roem. sp.
Plciwomya exarata Brauns
Leda cf. DeslongcJtampsi Opp.
„ cf. Delila Orb.
Nuctda cf. Hämmert Defr.
, cf. subglobosa Roem.
Tancredia sp.
Quenstedtia oblita Morr. & Lyc.
Corbtda cucuUaeformis Dunk.
Trigonia cf. costata Park.
s tuber ctdata Ag.
Lucina paradoxa n. sp.
CucuUaea Lycctti Opp.
9 oblonga Sow.
Macrodon sp.
Inoceramus polyplocus F. Roem.
GerviUia praelonga Lyc.
Nach diesen Vorkommnissen ist es unzweifelhaft, dass die Thone mit
Inoceramus polyplocus die Zone des A. Sowerbyi darstellen. Die Fauna be-
sitzt indess manches Eigenthümliche , was in anderen Meeresbecken diesen
Schichten fehlt.
Ausser diesen Arten fuhrt Brauns noch aus den Schichten des Ino-
ceramus polyplocus vom Wenzener Steinanger an:
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Bei. brevis
Cerith. variculosum Deal.
„ väustutn Phill.
Turbo elaboratus Bean.
Venus tenttis Dunk.
Unicard, depressum Phill.
Trig. striata Sow.
Pect, pumilus Lam
, Lens Sow.
Die Zone des A. Sowerbyi ist in Norddeutschland sehr verbreitet, und
man findet sie fast überall, wo die Schichten cinigermassen gut aufge-
schlossen sind. Sie ist bekannt von Osnabrück und Hessisch-Oldendo rf
(Weserkette), Dohnsen und Wenzen am Hils, Ocker bei Harz-
burg (Nordrand des Harzes) und bei klein Schöppenstedt in der
Nähe von Braunschweig: überall besteht sie aus schwarzen petrefakten-
arraen Thonen, in denen Knollen von Thoneiscnstein, von Schwefelkiesadern
durchzogen, Massen von Versteinerungen, namentlich Inoceramus polyphcus
cinschliessen.
Die Zone wird von den Schichten des A. Sauzei, welche hier in aus-
gezeichneter Deutlichkeit entwickelt ist, bedeckt Auch letztere besteht aus
schwarzem Thon, in welchen aber die Petrefakten ausgezeichnet verkiest,
eingebettet sind. Einer der Hauptfundorte für Arten aus der Zone des Amin.
Sauzei ist die Halde eines aufgelassenen Stollens bei Dohnsen, der sich
etwas höher findet als jener, der die Sowerbyi-Schichten in Angriff genommen
hat. In meiner, so wie in der Sammlung meines Freundes Schloenbach
liegen von dort:
Bei Giganteus Schloth.
, Eschert Mayer m. s.
Amm. Sauget Orb.
„ polyschides n. sp.
„ cycloides Orb. l)
„ cf. Truellci Orb.
„ facogigas Quenst.
Qresslya gregaria Rocm.
1 ) Es kommen ganz kleine Ammoniten auch hier vor, welche, S— IT" im Durchmesser
haltend, auf den Seiten der breit gedrückten Windungen kleine Knutchen tragen, und
dadurch an A. Sowerbyi erinnern. Die neben dem Kiol sich findenden Furchen sprechen
indosa dafür, daas sie Jugendformen ron A. cycloides seien, oder wenigstens nicht zum
«chten A. Sowerbyi gezählt werden dürfen.
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(78)
584
Thracia lata Gdf. sp.
Leda sp. ind.
Lucina paradoxa n. sp.
Tancredia sp.
Modiola cf. cuneata Sow.
Cucullaea
Perna isognomonoides Stahl sp.
Pcc/cn Saiumus Orb.
Ös/rca explanata Gdf.
Placunopsis sp.
Henrith. spinosa Schloth sp.
Widbdocid. Anglo - Suevica Opp.
Pentacr. cristagaUi Quenst.
und einige andere Arten. Es reichen diese wenigen angeführten Namen
hin, um zu zeigen, dass hier bereits eine andere, von der tieferen grössten-
theils verschiedene Fauna Platz greift.
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Die fossilen Arten der Zone des Ammonites Sowerbyi.
1. Ichthyosaurus sp.
Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen (Württemberg) ein Zahn, Zahn
und Knochenfragmente vom Hetzlasberg bei Erlangen aus der gleichen
Schicht.
2. SphenodHB sp.
Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen (Württemberg). In exotischen
Blocken zusammen mit A. Sowerbyi im Flysch des 8ihlthales (Schweizer Alpen).
3. Strophodus sp.
18G1. Ferry: Hemm, sur le gr. ool. inf. de Macon p. 9.
Zone des Amm. Sowerbyi von Macon (Saöne- et -Loire).
4. Cythereis Snevica Waagen n. sp.
Tab. 34 (11), f. 2.
Sehr zierliche kleine Ostracoden-Schalen, welche man beim Schlammen
der Thone aus der Zone des A. Sowerbyi findet, gehören zweien Arten an,
und sind bis jetzt die einzigen mir bekannton Vertreter der Crustaceen in
der Zone.
Die vorliegende Art besitzt ein Gehäuse von, im Ganzen mehr odor
weniger deutlich elliptischem Umrisse mit ziemlich gewölbten, langsam gegen
den Bauch- weit rascher, ja nicht selten ganz schroff gegen den Rückenrand
abfallenden Seiten. An der Innenseite der linken Schale eine tiefo Rinne
zur Aufnahmo einer Schlossleiste, die ineist an ihren Enden etwas zahnartig
verdickt ist. Vorder- und Hinterrand abgeflacht, auf der Innenseite fein
radial gestreift, erstcrer nach aussen verengt und etwas hinaufgezogen, letz-
terer gerundet. Die Oberfläche der Schale mit ziemlich grossen Gruben
bedeckt, deren erhabene Ränder derselben eine netzartige Zeichnung ver-
leihen. 8ic findet sich bei Gingen (Württemberg) und Pommer am
Hetzlae (Franken).
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(so)
5. Bairdia Gingensis Waagen n. sp.
T. 34 (11), f. 1.
Ziemlich grosso Art von gerundet vierseitigem Umrisse mit wenig ge-
wölbten, ziemlich rasch und gleichmüssig gerundet gegen die Ränder ab-
fallenden Seiten, geradem oder etwas eingebogenem Rücken-, gewölbtem
Bauchrande. Der Innenrand einfach ohne Innenausbreitung. Nicht sehr
selten in der Zone des A. Sotoerbyi von Gingen (Württemberg).
G. Serpnla soeialLs Goldfuss.
1833. Serp. socialü Ooldfuas Petref. Germ. I, p. 235, tb. (>9, f. 12 a. b. c.
Häufig in der Zone des Amin. Sotoerbyi bei Pommer (Franken),
Gingen (Württemberg), Scham belen (Canton Aargau), Flace u. Milly
bei Macon. Geht auch höher.
7. Serpnla flaccida Goldfuss.
1838. Serp. flaecida Gdf. Petref. Oerm. I, p. 234, tb. «9, f. 7.
Ueberaus häufig in der Zone des Amm. Sotoerbyi von Gingen.
6. Serpnla fllaria Goldfuss.
1833. Serp. ßaria Gdf. Petref. Germ. I, p. 235, tb. C», f. 11.
Zone des Amin. Sotoerbyi von Gräfenberg (Franken), Gingen
(Württemberg) und Flac6 bei Macon (Saöne -et- Loire).
9. Serpnla grandis Goldfuss.
1838. Serp. grandis Gdf. Petref. Germ. I, p. 227, tb. (i7, f. 1 1 a. b.
Ziemlich häufig in der Zone des A. Sowcrbyi von Pommer (üetzlas),
Gingen (Württemberg). Geht auch höher.
10. Serpula plicatilis Münster.
1833. Serp. iMcatHis Hnst in Gdf. Petref. Germ. p. 229, tb. 08, f. Ii».
Zone des Amm. Sotoerbyi von Gräfenberg (Franken).
11. Belenuiites praecursor Mayer.
1863. Bd. praecursor C. Mayer: Liste des Del. 8ep. p. 11.
Nach einer freundlichen Mittheilung licrrn Muy er» setzt dieser IJoleiunit
ih der Schweiz ziemlich häufig in die Zone des A. Sowcrbyi hinauf fort.
Jlei Gingen fehlt er.
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(81)
12. Belemnites t^gantens Schlotheim.
1813. Bei. giganteus 8chl. in Leonh. Taschenb. VII, p. 70.
1820. — — — Petrefaktenk. I, p. 45.
1828. — dliptiau Mill. Oeol. tr. II
and sonst noch viele Synonyme.
Diese Art tritt in dor Zone des A. Sowerbyi zum ersten Male auf und
ist hier gewöhnlich noch ziemlich selten. Mir liegen zwei Exemplare von
Gingen vor, welche sogleich die beiden Hauptvarietäten vertreton. Der
eine dick und kurz stellt die Form des giganteus ventricosus, die andere
sehr gestreckt mit tiefen, weit heraufreichenden Droso- lateral -Furchen die
des giganteus procerus dar. Ausser von Gingen kenne ich ihn aus der Zone
des A. Sowerbyi von Pommer (Franken), Macon (Dep. Saöne- et -Loire),
Salins (Dep. Jura), P Les Rangiers (Canton Bern), Ravensgate Hill
bei Cheltenham (Gloucestershire), Wentzen am Hila (ßraunschweig).
13. Belemnites Trautscholdl Oppel.
Tab. 24 (I), f. 1 a. b.
1858. Bei. sp. F. Roemer: Die joraisiiche Weserkette; Zeitschr. d. deutschen
geolog. Oes. Jahrg. 1857, p. 626.
1862. Bei. Trautscholdi Oppel: PalAont Mitth. p. 126.
1864. — giganteus Seebach: Hannoverscher Jura p. 34 und 35.
Bei. Trautscholdi wurde vielfach, namentlich in Norddeutschland,
mit Bei giganteus verwechselt, da er nahezu ebenso bedeutende Dimensionen
erreicht, als letztere Art. Indess hat Quenstedt bereits 1859 mit merk-
würdigem Takt die richtige Stellung dieses Belemnitcn herausgefunden, an
einem Exemplare, das Herr Kammerrath von Strombeck damals an ihn
sandte, und das nun auch mir mit grosser Liebenswürdigkeit zur Verfugung
gestellt wurde. Quenstedt bemerkte damals auf der Etiquette : „Die Ent-
wicklung der Alveole spricht mehr für Bei. spinatus, auf jeden Fall hat er
seine Verwandten eher im untern als im obern Braunen."
Das St rombeck' sehe Exemplar ist das grösste mir bekannte; es misst,
trotzdem die Spitze abgebrochen ist, 0B,22 in dor Länge, und sein Durchmesser
beträgt im untern Theile der Alveole 0",03. Es stammt aus dem Eisensteins-
bergbau bei Dohnsen. Die allgemeine Form der Art gibt die Figur auf
tab. 24 gut wieder. Sie ist leicht zu erkennen an dem scharfen Untorende,
das schon die frühesten Jugendzustände charakterisirt, dann aber auch an
der Impression oder der Furche, welche mitten auf der Bauchseite auftritt,
ohne sich an das Ober- oder Unterende fortzusetzen; dieselbe ist bei man-
chen Exemplaren wie mit dem Messer tief in den Körper der Scheide ein-
geschnitten.
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588
Ziemlich selten in Franken (Weismain undlletzlas bei Erlangen),
häufiger bei Gingen, in grossen Mengen in dor Zone des A. Sowerbyi im
norddeutschen Jura (Dohnsen, Wentzen).
14. Belemnites iufraeanaliculatns Quenstedt.
1858. Bei. infracanaliculatus Quenst.: Jura p. 484, tb. 05, f. 1.
18G3. — — C.Mayer: Liste des Belemnites; Journ. de Conch.
8ep. p. (i.
Eine sehr seltene Art, welche mir bis jetzt nur in einigen Exemplaren
von Goshcira (Württemberg) und in einem Exemplare von Les Rangiera
(Canton Bern) bekannt ist.
15. Belemnites Blainvillei Deshayes.
1880. Bei. Blainvillei De«h.: Encycl. meth. II, p. 128.
1830. — — Voltz: Obs. sur les Bei. p. 317, tb. 1, f. 9.
Diese Art ist mir bisher nur aus dem Helvetischen Meeresbecken
bekannt von den Schambelen bei Baden (Canton Aargau), La Roche-
Pourrie bei Salins (Jura) und in exotischen Blöcken im Sihlthal
(Schweizer Alpen).
16. Belemnites Berthandl Ferry.
18G1. Bei. Berthaudi Ferry: Note sur l'Etage baj. des Enr. de Macoa p. 9.
Steht dem Bei. Gingensis nahe, unterscheidet sich aber von ihm, wie
es scheint, durch grössere Kürze und Furchen an der Spitze. Bis jetzt nur
von Flace bei Macon bekannt.
17. Belemnites brevispinatns Waagen n. sp.
Tab. 24 (I), f. 2 a. b. c. d.
Steht jungen Exemplaren von Bei. spinatus ziemlich nahe, namentlich
durch die lange und sehr excentrische Alveole und die unten in eine dünne
schmächtige Spitze ausgezogene Scheide; die vorliegende Art bleibt indes«
immer kleiner als Bei. spinattts, mt an den Seiten flachgedrückt, wodurch
ein etwas elliptischer Querschnitt entsteht, und besitzt an der Bauchseite
der sonst runden Spitze eine flache Impression oder schwache Rinne, wo-
durch er sich dem Bei. Trautscholdi nähert.
Er scheint in Norddeutschland bereits ein wenig tiefer als Amm.
Sowerbyi zu beginnen, findet sich aber bei Gingen und am Hetzlas
(Franken) sehr typisch in der Zone des A. Sowerbyi.
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(83)
18. Belemnites Gingengis Oppel.
1848. Bei breviformu y Quenstedt: Cephalop. p. 27. tb. 27, f. 23-2«.
1856. - Oingensis Oppel: Juraform. p. 362.
Dio Form dieses Belemniten ist höchst charakteristisch, kurz, kegel-
förmig ohne jede Furche oder Falte.
Im Süddeutschen Meeresbecken überall sehr häufig: Pommer
und Grossenbuch bei Erlangen, Gingen (190 Exemplare), Alten-
stadt, Rechberg (Württemberg), etwas seltener im Helvetischen,
ebenso im Pariser Becken, Betzenau, Schambclen (Canton Aargau),
Miotte bei Beifort (Haut-Rhin), La Roche-Pourrie bei Salins (Jura),
Tennie (Sarthe), Symondsbury (Dorsetshiro).
19. Belemnites breviformis Voltz.
1830. Bei breviformi» Volt«: Obs. sur les Bei. p. 42, Ib. 2, f. 2—4.
1850. — brevia Orb.: Prodr. 0, Nr. 14 (non Blainv.).
1856. — — Oppel: Juraform. p. 361 (non Blainv.).
1865. — breviformi Hebert: Bull. Soc. geol. de France XXII, p. 201 n. f.
Unter den Massen von kurzscheidigen Belemniten, welche ich von
Gingen im Laufe der Zeit erhalten habe, befinden sich mehrere Exemplare,
welche sich von Bd. breviformis des Opalinusthonea nicht unterscheiden
lassen. Es scheint daher, dass diese Art bis hier herauf fortsetzt.
20. Belemnites Moeschi Mayer.
18C3. Bei Moeachi C. Mayer: Liste des Bei. 8ep. p. 10.
Fehlt, wie es scheint, im Süddeutschen Becken. In der Schweiz nicht
selten in der Zone des A. Sowerbyi. Betzenau, Schambelen (Canton
Aargau), 8chynberg bei Frick.
21. Belemnites cf. canaliculatos Schlotheim.
1820. Bei canediculatus Schi.: Petrefaktenk. p. 49.
1828. — aulcaius Hill. Bei.
1827. - AUdorfensit Blainr.: Bei. p. 67.
Die Formen aus der Gruppe des Bei. canaliculattts fehlen der Zone des
Amin. Sowerbyi des Süddeutschen und wahrscheinlich auch des Helve-
tischen Meeresbeckens vollständig, im Pariser Becken aber beginnen
dieselben bereits im oberen Lias, Leptaena-Bett, der Normandio und
sind in der Zone des A. Sowerbyi keine Seltenheiten. Es ist noch nicht
festgestellt, ob dieselben zum ächten Bei. canaliculatns oder zu einer be-
sonderen Art gehören. Bayeux (Calvados), Symondsbury (Dorsetshire).
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(84) 590
22. Nautilus linealus Sowerby.
1813. Naut. lineatwt Sow. M. C. I, p. 81», tb. 41.
1843. — — Orb.: Terr. jur. I, p. 155, tb. 31.
185(1. — — Oppcl: Juraform. p. 3G<I.
Beschränkt sich nicht auf eine Zone des Untcroolithes, sondern geht
durch die ganze Etage hindurch. Aus der Zone des Amm. Sowerbyi kenne
ich diese Art von Gingen (Württemberg) und La Roche- Purrie bei
Salin s (Jura).
23. Ammoiiites Sowerbyi Miller.
Tab. 27 (IV), f. 2 a. b.
1818. Amm. Sowerbyi Mill. in 8ow. M- C. III, p. 23, tb. 213.
1820. — Browni 8ow. M. C. III, p. IIS, tb. 263.
1816. - Sowerbyi (Mill.) Orb. Pal. fr. terr. jur. I, p. 30», ib. 11!).
185C. — — — Oppel: Juraform. p. 369.
1858. — — — Queost. Jura p. 377 (pars), tb. 50, f. 11.
lt>G4. — — — ßcebacb: Hann. Jura p. 144.
Diese Art wurde bereits von Sowerby »ehr charakteristisch, jedoch
unter zwei Namen abgebildet; auch die beiden spateren Figuren vonOrbigny
und Quenstcdt geben die Form sehr treffend wieder. Die allgemeinen
Umrisse der Art sind, wie bekannt, sehr bezeichnend, dennoch aber möchte
es nicht überflüssig sein, einige Verhältnisse anzugeben, wodurch sich die-
selbe rasch und sicher von anderen nahe stehenden Formen unterscheiden lässt.
Amm. Sowerbyi besitzt gewöhnlich einen nur müssig weiten Nabel.
Anfangs niedrigmündig mit einer durch starke seitliche Dornen sehr in die
Breite gezogenen Mundöffnung, wächst der Durchschnitt der Umgänge sehr
rasch an Höhe, so dass grössere Exemplare oft schwer von dem weiter
unten beschriebenen Amm. Gingensis zu unterscheiden sind. Die Stacheln,
welche A. Sowerbyi in seiner Jugend tragt, sitzen auf massig dicken Rippen
mitten auf den Seiten der Umgänge und sind oft ausserordentlich lang und
kräftig. Von ihnen gegen den Rücken erstrecken sich 2—3 deutliche,
stark nach vorne geneigte Rippen. Zwischen den Stacheln finden sich ein-
zelne niedrige Radialrippen , welche sich hie und da gegen den Rücken zu
gabeln. Diese Verhältnisse sind sowohl an Orbigny's, als auch an meiner
Figur deutlich zu sehen. Ueber den Rücken verläuft ein sehr hoher Kiel,
der jedoch gewöhnlich nur dann sich noch findet, wenn die Schalo des
Stückes erhalten ist; im andern Falle fällt er ab, da er zwar hohl, aber
von dem übrigen Lumen der Röhre durch eine continuii liehe Scheidewand
getrennt ist. Amm. Sowerbyi gehört mithin zur Quenstcdt 'sehen Gruppe
der „Dorsocavatcn".
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501 (85)
In einem vorgerückteren Stadium des Wachsthums verliert er sehr
rasch seine Dornen. Anfangs finden sich noch einige schwache Sichelrippen
auf den Seiten, doch auch diese verschwinden bald und das Gehäuse wird
vollständig glatt, über und über mit zerschnittenen Loben bedeckt. Diese»
Qlattwerden stellt sich bei einigen Individuen etwas früher, bei anderen
etwas später ein. Yon grösseren Individuen liegen mir nur Steinkerne vor,
wesshalb ich über die Beschaffenheit des Kieles im späteren Lebensalter
* des Thieres nichts festzustellen vermochte.
Das grösste mir vorliegende Exemplar, welches ich zu dieser Art stellen
mochte, misst 0",245 im Durchmesser. Bei dieser Grösse beträgt die Weite
des Nabels 0",055, die Höhe des letzten Umganges von der Naht 0m,ll,
dieselbe in der Windungsebene 0",078, Dicke des letzten Umganges 0",0G1.
Die Knoten verlieren sich auf den inneren Windungen bei etwa 0m,041
Durchmesser des Gehäuses. Bei der oben angegebenen Grösse ist der Kiel
auf dem Rücken kaum mehr angedeutet.
Auf tb. 27, f. 2 habe ich ein verkiestes Stück, welches seine Schale
noch zum grössten Theile erhalten hat, aus den Thonen des Inoceramus
polyplocus? von Wentzen am Hils abbilden lassen. Dasselbe schien mir
namentlich desshalb einer besonderen Beachtung werth, weil es durch den
scharf dreiseitigen Durchschnitt seiner Windungen sehr an gewisse Formen
des oberen Lias erinnert.
Amm. Sowerbyi ist im Süddeutschen Meeresbocken seltener als
im Pariser, wo er sich stets in seiner typischen Form findet. Gingen
(Württemberg), Aselfingen (Baden), Schönberg (Breisgau), Betzcnau
(Aargau), Hauenstein (Solothurn), La Roche-Porrie (Jura), Siehl-
thal (Schweizer Alpen), Sollies-Pont, Saint-Nazaire (Var), St. Vin-
cent bei Limoges (Charente), St. Maixent (Deux-Sevres), Longwy
u. s. w. (Mosclle), Nancy (Meurthe), Tennie (Sarthe), Sully u. s. w. bei
Bayeux (Calvados), Symondsbury (Dorsetshire) , Ycovil, Dundry
(Somersetshire), Cheltcnham (Gloucestershire) , Dohnsen, Wentzen
u. 8. w. (Norddeutschland).
24. Ammonites adierns Waagen n. sp.
Tab. 25 (II), f. 1 a. b.
1858. Amm. Sotcerbyi Quenst. Jura p. 377 (pars).
Ich zweifelte lange Zeit, ob ich diese Art definitiv abtrennen solle
oder nicht, bis mich einige im vergangenen Herbste aufgefundene Stücke
zu ersterem bestimmten.
(«) 30
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Nicht bloss in der Jugend, sondern auch im Alter bietet dieser Am-
monit erhebliche Unterschiede von Amm. Soiccrbyi, welche eine Trennung
«ehr wohl gerechtfertigt erscheinen lassen. Von der allgemeinen Form des
A. Souerbyi, zeichnet sich derselbe vor jener Art sogleich aus durch einen
sehr weit geöffneten Nabel und in Folge dessen durch einen verhältniss-
mässig sehr niedrigen Querschnitt seiner Windungen. Die Anzahl der Knoten
beträgt etwa 10 auf den Umgang. Sie sitzen mitten auf dicken, wulstigen
Kippen, welche gegen den Rücken zu, ohne sich zu spalten, allmählig
verschwinden. Zwischen ihnen verlaufen, in frühester Jugend viele, später
einzelne schwächere Rippen, die sich ebenfalls gegen den Rücken hin nicht
gabeln. Bei fortgesetztem Wachsthum verschwinden nach und nach die
Knoten auf den wulstigen Rippen, was bei dem abgebildeten Exemplare
bei einem Durchmesser von etwa 0m,055 eintritt. Die Rippen selbst dagegen
bleiben als wulstige Erhöhungen bis ins hohe Alter.
Der Durchmesser des grössten in meinem Besitze befindlichen Exem-
plare« dieser Art beträgt O^OU, die Weite des Nabels 0m,085, die Höhe des
letzten Umgangs vou der Naht 0",070, dieselbe in der Windungsebenc un-
gefähr Om,053, dessen Dicke zwischen den wulstigen Rippen 0™,05, auf den-
selben 0m,0G. Er verliert die Stacheln bei einem Schalendurchmcsser von
ungefähr Ü™,0Ü5 und trägt bei dieser Grosso 14 Stacheln auf dem Umgang.
Das abgebildete Stück besitzt einen Durchmesser von 0",122, die Weite
des Nabels an der Naht beträgt 0",044 , die Höhe des letzten Umgangs über
der Naht 0W,045, dieselbe in der Windungsebene 0",039.
Von Amin. Sowcrbyi unterscheidet sich die vorliegende Art durch die
sich nicht spaltenden Rippen, worauf der Name hindeuten soll, durch die
bis ins späte Alter vorhandenen wulstigen Rippen auf den Seiten der Um-
gänge, während Amm. Sotoerbyi ganz glatt wird, und endlich durch einen
gewöhnlich beträchtlich weiteren Nabel.
10 Exemplare von Gingen, sonst nicht sehr häufig: Betzen au (Ct.
Aargau), Yeovil (Somersetshire), Wentzen am Hils (Norddeutschland).
25. Ammonites nolyacantlins Waagen n. sp.
Tab. 29 (VI), f. 1 ft.b.
Diese Art gehört zu den grössten aus der Gruppe des Amin. Soicerbyi.
Das der Abbildung zu Grunde gelegte, und in derselben in '/* der natür-
lichen Grösse dargestellte Exemplar hat 0m,2G4 im Durchmesser und ist bis
zu dieser Grösse mit Loben bedeckt. Von hier an beginnt die Wohnkammer,
welche noch in Rudimenten erhalten ist, aber kaum mehr als einen halben
Umgang betragen zu haben scheint: dieselbe ist auf der Zeichnung weg-
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593 (87)
gelassen. Für den oben angegebenen Durchmesser von 0m,264 ist die Weite
des Kabels 0m,114, die Höhe des letzten Umgangs von der Naht 0™,085,
dieselbe in der Windungsebene 0m,071, die Dicke des letzten Umgangs
zwischen den Knoten 0*050. Das Gehäuse ist in seinen äusseren Wind-
ungen von zahlreichen einfachen, niemals sich gabelnden Kippen bedeckt,
deren jede auf der Mitto der Seiten einen nicht sehr kräftigen Knoten trägt,
auf denen bei erhaltener Schale feine Dornen gemessen haben mögen. Die
Zahl dieser Rippen beträgt auf dem letzten Umgang 26, auf dem vorletzten
35. In der Jugend, bis zu einem Durchmesser von etwa 40°"° gleicht diese
Art sehr gleichgrossen Stücken von A. adicrus: die Rippen sind ungleich an
Dicke und nur einzelne tragen kräftige Dornen, wenn auch etwas schwächer
als dies bei A. adicrus der Fall ist. Erst wenn der Ammonit die Grösse
von 40mm überschritten hat, beginnt sich seine eigenthümliche Form be-
stimmter auszuprägen; die Rippen fangen an gleichraässiger zu werden, und
nach und nach versieht sich jede mit einem feinen Dorn, so dass der Um-
gang dann 25—30 und mehr Dornen trägt. Bei Amm. adicrus ist die grösste
Anzahl von Dornen, welche ich zählen konnte, 14, gewöhnlich beträgt sie
10 und noch weniger; dieselben verlieren sich spätestens bei einem Durch-
messer des Gehäuses von 0ra,100 und es bleiben dann nur noch wulstige
Rippen übrig: Amm. polyacanthus dagegen trägt die Dornen bis ins höchste
Alter immer in viel grösserer Anzahl als dies bei A. adicrus der Fall ist.
Während also A. Sowerhß in derselben Formenreiho das eine Extrem
darstellt, indem er im Alter alle 8kulptur der Schale verliert, repräsentirt
A. polyacanthus das andere Extrem; A. adicrus ist die Mirtelform, dennoch
vermag ich zwischen diesen Typen keine unzweifelhaften Uebergänge nach-
zuweisen.
Ton A. polyacanthus ist mir nur 1 Exemplar von Gingen bekannt.
26. Ammonites Mayeri Waagen n. sp.
1862. Amm. virgulatw K. Mayer M. 8.
Als ich im Jahre 1862 nach Zürich kam, hatte Herr K. Mayer diese
Art bereits als neu erkannt und sie in der Sammlung mit dem Namen A.
virgulatus bezeichnet. Leider ist aber dieser Name schon durch Quenstcdt
vergeben, und ich sehe mich genöthigt, die Art neu zu benennen. Amm.
Mayeri ist eine Form, welche dem A. adicrus und A. Sowcrbyi gleich nahe
steht. Mit ersterem hat er den weiten Nabel und die gerundeten Seiten,
mit letzterem den vollständigen Mangel jeder Skulptur im Alter gemein.
Ihm fehlen aber auch in der Jugend die Dornen, und nur sich gabelnde
(6*) 38*
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(8»)
Kippen bedecken die Seiten des Gehäuses; in frühester Jugend kommen
indess auch hie und da ein Paar Stacheln yor. Er verbindet den Amm.
Gingetisis mit Amm. Sotcerbyi, doch ist ersterer stets hochmflndiger mit
flacheren Seiten und engerem Nabel.
4 Exemplare von Gingen, sonst von der Betzen au (Canton Aargau )
und Yeovil (Dorsetshire).
Ich schliesse hier noch eine Art an, welche zwar ihr Lager nicht in
der Zone des A. Sowerbyi hat, aber zur Formengruppc dieses Ammoniten
gehört und so zu Verwechslungen Anlass geben könnte, nämlich
Ammonites mesacanthus Waagen n. sp.
Tab. 28 (V), f. 1 a. b.
1858. Amm. falcogiga» Qaenat. Jura p. 381 (pars).
Eine sehr hübsche Art, welche in ihrem Gesammthabitus sehr an A.
Sowerbyi erinnert, sich aber doch von ihm unterscheiden lüsst, In der Ju-
gend freilich weiss ich kaum Unterschiede in der Form anzugeben, dennoch
lassen sich die einzelnen Stücke trennen, indem A. mesacanthus nicht zur
Gruppe derDorsocavaten gehört, da bei ihm der vom Kiel umschlossene
Raum nicht vom übrigen Lumen der Röhre durch eine besondere Scheide-
wand getrennt ist. Es muss also jener Mantellappen, welcher bei nahe
stehenden Formen diese eigenthümliche Bildung veranlasste, dem Thiere
dieser Art gefehlt haben.
Hat aber das Gehäuse einmal die Grösse von 0", 100 Durchmesser über-
schritten , so beginnt auch die Form eine von der des A. Sowerbyi sehr
charakteristisch verschiedene zu werden. "Während die inneren Windungen
starke Dornen, 7—10 auf dem Umgang, auf stark hervortretenden Rippen
tragen, worden dieselben bei der angegebenen Grösse bedeutend schwächer.
Dünne, kaum bemerkbare Rippen ziehen sich in einiger Entfernung von
einander von der stumpfen Nabelkante in radialer Richtung über die schwach
gewölbten Seiten gegen den Rücken hin, auf der Mitte der Seiten einen
schwachen, zierlichen Knoten tragend, oberhalb welchem sie bald ver-
schwinden.
Der Ammonit erreicht eine sehr bedeutende Grösse, behält aber bis
ans Ende die eben beschriebene Skulptur bei. Das grösste mir zu Gebote
stehende Exemplar, allerdings noch von sehr beschränkten Dimensionen,
welches der verkleinerten Abbildung zu Grunde gelegt ist, hat einen Durch-
messer von 100"m. Bei dieser Grösse beträgt die Weite des Nabels 0",05,
die Höhe des letzten Umganges von der Naht 0",07, dieselbe in der Win-
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505
dungsebenc 0",055, dessen grösste Dicke ungefähr 0"034, dieselbe fällt in
die Mitte der Seiten.
Amm. mesacanthus gehört in die Zeno des Amm. Sauzei, woher ihn
auch Quenstedt vom Linsenbühl bei Neuhausen unweit Metzingen
anfuhrt. Ich besitze 3 Exemplare aus den Schichten des A. Suuzvi von
Gingen.
27. Ammonites Gingensis Waagen n. sp.
Tab. 26 (III), f. 2 a. b.
1866. Amm. jugosus Oppel: Jnraform. p. 369 (pure) (non ßowerby).
Nachdem ich nach Besichtigung des Sowerby'schen Orginalcxemplares
mich veranlasst sehe, der Ansicht der englischen Paläontologeu beizutreten
und A. jugosus Sow. M. C. tb. 92 für eine Spccios des oberen Lias, dem
A. variabilis Orb. nahestehend, zu erklären, ist es nöthig, den Ammoniton
der 8owerbyi-Schicht, den Oppel hier im Auge hatte, neu zu benennen.
Amm. Gitigensis sieht in seinen verschiedenen Stufen dos Wachsthums
sehr verschieden aus. In der Jugend dick und niedrigmündig, oft gewissen
Varietäten von A. Murchisonae obtusus nicht unähnlich, wird er sehr bald
hochmündig, dabei meist mit ziemlich engem, tiefem Nabel, um sich endlich
im hohen Alter wieder beträchtlich abzuschnüren.
Die Jugendform stimmt am meisten mit Amm. pinguis Rocincr (Ooliten-
geb. p. 186, tb. XII, f. 3 a. b. c), doch Hicssen bei unserer Art hie und
da ein Paar der sichelförmigen Rippen an ihrer Basis zu einem schwachen
Knötchen zusammen, was bei A. pinguis nicht der Fall ist; ausserdem ge-
hört letztere Art auch in die Zone des A. Humphriesianus. Bei einein
Exemplare des A. Gingensis von 0m,035 Durchmessor, ist der Nabel 0",013
weit, die Höhe der letzten Windung von der Naht 0",011, in der Win-
duugsobene etwa 0",010, Dicke (r,010.
Bei einem Durchmesser des Gehäuses von 0m,0ö5 sind die meisten
schon ziemlich hochmündig, und bei 0",070 vorlieren sie schon die letzte
Spur von Rippung. Bei dieser Grösse hat die Art schon ihre vollständig
normale Form erreicht, welche sie bis zu etwa 0m,270 Grösse gewöhnlich
beibehält. Das abgebildete Exemplar hat 0",100 im Durchmesser. Der
Nabel misst Ö",020; Höhe der Mundöffnung von der Naht 0m,049, in der
Windungsobcne ungefähr 0m,037, Dicke Om,029. Andere sind etwas weiter
genabelt und etwas niedrigmündiger.
Das grösste Exemplar, welches ich besitze, misst 0",380 im Durch-
messer, wovon der Nabel 0™,100 beträgt. Höhe der loteten Windung von
der Naht 0m,lö7, in der Windungsebene etwa 0m,098, die Dicke ist wegen
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(90)
5%
Verdrückung nicht genau festzustellen. Bei dieser Grosse ist etwa ein Drit-
theil des letzten Umganges Wohnkammer.
Er ist weit aus der häufigste Ammonit bei Gingen, wesshalb ich den
Namen Oingensis gewählt habe. loh besitze davon 20 Exemplare von diesem
Fundort; sonst Aselfingon (Baden), Betzenau (Canton Aargau), Hauen-
stein (Canton Solothum), Ten nie (Sarthe), Dohnsen und Wontzcn am
Hils (Norddeutschland).
28. Ammonitcs furticarinatag Quenstedt.
Tab. 26 (III), f. 3.
1856. Amm. furticarinatus Quengt: Jura, p. 120, tb. 14, f. 6, 7.
1861. — — — Epochen d. Natur, p. 566.
Die vorhandenen Abbildungen sind kaum genügend, die Art mit einiger
Bestimmtheit festzustellen. Sie steht jedenfalls dem Amm. Gringensis sehr
nahe, scheint sich indess von ihm doch ziemlich bestimmt durch flachere
Seiten und weiteren Nabel zu unterscheiden.
Ich habe die Loben eines Stückes abbilden lassen, das, wie ich ver-
muthe, zu Amin, furticarinatus gehören wird, da es die bezeichneten Unter-
scheidungsmerkmale sehr ausgezeichnet an sich trägt, dennoch stimmen die
Loben nur sehr im Allgemeinen mit Quenstedts Zeichnung.
Zone des A. Sowerbyi von Gingen, Altenstadt und Gegend des
Hohenzollern (Württemberg), Hetzlas bei Erlangen (Frankon).
29. Ammonites jugifer Waagen n. sp.
Tab. 26 (III), f. 1 a. b.
Diese Art gleicht in der Jugend, bis zu etwa 3bmm Durchmesser, dem
Amm. Aalensis Zieten ganz ausserordentlich. Die gerundeten in der Rich-
tung des Radius verlaufenden Sichelrippen spalten sich theils zu zweien,
theils wechseln schwächere und stärkere ab, wie dies bei der Zieten'schen
Art der Fall ist. Wird der Ammonit jedoch grösser, stellt sich bald eine
bestimmte und scharfe Nabelkante ein, welche eine sehr steil gegen die
Naht einfallende Nahtfläche begrenzt. Die 8ichelrippen verlieren sich fast
vollständig bei einem Durchmesser von 0™,0ö5, und bei einer Grösse von
0",114 ist das bereits vollständig glatte Gehäuse noch dicht mit Loben be-
deckt. Bei dem eben angegebenen Durchmesser von 0™,114 ist dio Weite
des Nabels 0m,055, die Höhe der letzten Windung von der Naht 0",049.
dieselbe in der Windungsebene 0",03 7, die Dicke derselben 0m,03G, sie fällt
auf die Mitte dor Seiten.
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5» 7
Von den dieser Art nahe steheuden Formen aus der Gruppe des Amm.
radians unterscheidet eich dieselbe durch einen abgestumpften Rucken und
namentlich durch die Loben, welche mehr an den Typus der Loben von
Amm. Sowerbyi erinnern.
Amm. juyifcr ist nicht sehr selten bei Gingen, ich besitze 8 Exemplare
von dort. Ausserdem kommt er vor: Weismain (Franken), Betzcnau
(Canton Aargau), Los Kangiors (Canton Bern), Longwy (Dop. Mosel le),
Dohnsen und Wentzen (Norddeutschland).
30. Ammonites patella Waagen n. sp.
Tab. 25 (II), f. 2 a. b. u. 3.
1845. Amm. Murchisonae (Sow.) Orbigny: Pal. Franc. Torr. jur. I, p. 307,
tb. 120, f. 1, 2, 8, 5, (4?) (non 8owerbr).
1856. Amm. Murchisonae (Sow.) Oppel (parg) und
— jugosus (Sow.) Oppel: Juraform. p. 368 u. 3U«J (pars) (non
8owerby).
Ich konnte mich an den im J ardin des Plantos in Paris aufbe-
wahrten Orbi gny 'sehen Originalexemplaren, sowie an einigen von Bayoux
stammenden Stücken, welche mir zu Gebote standen, aufs bestimmteste
überzeugen, dass eine in unaern süddeutschen Sowerbyi- Schichten vorkom-
mende Form genau mit dem übereinstimmt, was Orbigny als Amm. Mur-
chisonoe abbildete, und dass Orbigny's Amm. Murchisonae eine gute neue
Art ausmacho; übrigens ist die Abbildung in der Paläontologie Fran-
chise ziemlich unkenntlich.
In der Jugend gleicht dieser Ammonit eiiügcrmasscn einem Murchisonae
obtusus, doch werden einige der sich gabelnden Kippen an ihrem Theilungs-
punkte so dick, dass sie kurze stumpfe Stacheln bilden. In höchster Znhl
linden sich fünf solcher Stacheln auf dem Unigang. Sehr bald aber wird
das Gehäuso hochmündiger, die Sichelrippen werden schwächer und sind
zuletzt nur mehr auf der Schale als Anwachsstreifen sichtbar. Vom Amm.
Murchisonae ist diese Art sehr leicht durch die Loben zu unterscheiden, welche
Orbigny sehr gut abgebildet hat. Der allgemeine Typus derselben ist der
der Loben des Amm. Sowerbyi; ausserdem gehört die vorliegende Art aber
auch noch zur Gruppe der Dorsocavaten von Qucustedt, was bei A.
Murchisonae nicht der Fall ist.
Von den übrigen Formen aus der Gruppe des A. Sowerbyi, namentlich
von Amm. Oimjensis unterscheidet sich diese Art leicht durch die äusserst
scharfe Nabelkante und die sehr flachen Seiten. Letztere hat dio vorlie-
gende Art freilich auch mit A. furticarhuitus gemein , doch fehlen diesem
die Nabclkauten.
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(92)
r>98
Das abgebildete Stück stammt aus Gingen und ist in der Abbildung
etwas verkleinert. Die Maasse des Originals sind: Gesammtdurchmesser
ü",139, Weite des Nabels 0",036, Höhe des letzten Umganges von der
Naht 0",060, in der Windungsebene 0m,046, Dicke des letzten Umganges
O'VtöO. Das grössto mir vorliegende Exemplar befindet sich in der Opp ei-
schen Sammlung und stammt von Baycux; seine Maasse sind folgende:
Gesammtdurchmesser 0™,234, Weite des Nabels 0m,055, Höhe des letzten
Umganges von der Naht 0m,106, in der Windungsebene 0",076. Bei
diesen angegebenen Dimensionen sieht Amm. patdIa, namentlich durch die
steil einfallende Nahtfläche und die Nabelkante dem A. Murchisonae wirklich
ausserordentlich ähnlich, dennoch kann man beide bei genauerer Betrach-
tung durch den abweichenden Kiel und die Loben leicht unterscheiden.
2 Exemplare von Gingon, sonst aus der Zone des A. Sowerbyi von
St. Maixcnt (Deux- Serres), Bayeux (Calvados), Symondsbury (Dor-
setahire).
31. Ammonites cycloides Orbigny.
1845. Amm. cycloides Orb.: Pal. fr. Terr. jar. I, p. 870, tb. 121, f. 7—16.
Ein kleiner Ammonit, von der Form eines jungen Amm. Gingcnsis,
sich aber von diesem unterscheidend durch besonders breite Mundöffnung
und seitliche Furchen neben dem Kiel, scheint mir vielleicht zu A. cycloides
gezählt werden zu müssen. Ich sah diese Form bis jetzt aus der Zone des
A. Sowcrbyi von Nancy (Meurthe), Les Moutiers bei Bayeux (Cal-
vados) und Wentzen am Hils (Norddeutschland). Dio Art scheint indess
auch noch höher zu gehen, indem mir aus der Zone des A. Sauzci von
Dohnsen ein Exemplar vorliegt, was dieser Art angehören wird, und bei
Moutiers, nach der Gesteinsbeschaffenheit der Stücke zu urtheilcn, auch
noch in der Zone des A. Humphricsiamts Exemplare dieser Art sich finden.
32. Ammonites cf. Mnrchisonae Sowerby.
1827. Amm. Murchisonae Sow.: M. C. VI, p. 95, tb. 550.
1821. — laeciusculus 8ow.: M. C. V, p. 73, tb. 451, f. 1, 2.
1824. - corrugatus 8ow.: M. C. V, p. 74, tb. 451, f. 3.
1830. _ Murchisonae Ziet: Verst. Württ., p. 8, tb. 6, f. 1-4.
184G. - - Quon»t: Cepta., p. 116, tb. 7, f. 12.
Es ist noch nicht mit genügender Sicherheit horgestollt, ob A. Mut-
chisonae wirklich in der Zone des A. Sowcrbyi vorkommt. Bei Gingen
fehlt er entschieden, dagegen ist es wohl wahrscheinlich, dass er an der
Koche-Pourrie bei Salin« das Lager mit Amm. Sowcrbyi thoilt. Von
■
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39<J
(93)
anderen Fundorten habe ich wohl auch Bruchstücke gesehen, welche an
A. Mw chtsonae erinnern, doch ist ihre Erhaltung meist zu schlecht, als dass
sich etwas Bestimmtes entscheiden Hesse.
33. Ammonitcs fissilobatus Waagen n. sp.
Tab. 27 (IV), f. 1 a. b.
Eine höchst eigenthümliche Ammonitcn-Form, welche mit A. Tnullei
wohl am nächsten verwandt ist. Mir sind nur Steinkerne dieser Art be-
kannt. Ueber den zugerundeten Rücken zieht sich bei diesen ein stumpfer
Kiel hin, kaum bemerkliche, ziemlich sparsame radiale Falten bedecken die
schwach gewölbten Seitenflächen, auf denen sich in manchen Fällen auch
noch eine seichte spirale Vertiefung hinzieht, in der sich die Naht des
folgenden Umganges festsetzt. Das ganze Gehäuse ist ziemlich hochmündig
und die Seiten biegen sich mit einem sehr stumpfen Knie steil gegen den
mässig engen Nabel um. Die Loben sind ausserordentlich zerschnitten.
Das grösste mir vorliegende Exemplar hat 0",235 im Durchmesser.
Weite des Nabels 0ra,040, Höhe der letzten Windung von der Naht0™,119,
dieselbe in der Windungsebene 0" 078 , Dicke 0",0G0, sie fällt auf die Mitte
der Seiten.
2 Exemplare aus der Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen, eines
von Jungingen (Hohenzollern) sonst von keinem Fundorte bekannt.
34. Ammonites dlscites Waagen n. sp.
Tab. 28 (V), f. 2 a. b.
1867. 4m». Duori Moesch: Der Aargauer Jura, p. 295, tb. 1, f. 8 a. b.
(non Pictet.)
Diese Art scheint keine besondere Grösse zu erreichen. Sie erinnert
im Allgemeinen so ziemlich an A. coneavus, wie ihn Orbigny auf tb. 116
(l'al. fr. Terr. jur. 1) zeichnet, andererseits aber auch an Amm. Staufensis
und Amm. Bcyrklü 8chloenbach.
Das grösste Stück, das mir vorliegt, erhielt ich vom Hetzlasberg bei
Erlangen; es hat etwa 0m, 1 50 im Durchmesser, ist aber im Uebrigen nicht
sonderlich gut erhalten. Ausgezeichnet erhalten ist dagegen das abgebildete
Exemplar. Dieses stammt aus der Sammlung des Herrn Forstmeisters von
Unger in Seeson, und wurde bei Dohnsen in Braunschweig gefun-
den. Der Gesammtdurchmesscr desselben beträgt 0n,05'J, die Weite des
Nabels U"\010, Höhe des letzten Umganges von der Naht O^OSS, dieselbe
in der Windungsobeno etwa 0",025, Dicke des letzten Umganges ungefähr
0",014. Die Seiten des Gehäuses sind mit breiten, flachen Siehclrippen,
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welche namentlich gegen den Rucken zu deutlich sind, geziert Die Seiten-
flächen der Windungen sind fast parallel und biegen sich gegen den abge-
flachten Rücken plötzlich unter einer stumpfen Kante um. Auf dem Rücken
erhebt sich ein hoher flacher Kiel, welcher indess nicht eine für sich abge-
schlossene Röhre bildet Er gehört also nicht zu den Dorsocavatcn.
Die Loben ähneln einigermaßen denen von Amtn. Staufensis, doch fehlt
ihnen die büschelförmige Ausbreitung der Zacken am Ende des Loben -
körpers, wie sie sich bei Amin. Staufensis findet. (Siehe Quenst Ceph.
tb. 8, f. 13.) Im Alter wird die Art glatt, ohne jegliche Skulptur.
Obwohl in der allgemeinen Form dem Amm. coneavus ähnlich, unter-
scheidet man die vorliegende Art doch leicht durch die weniger starken
Sichelrippen, den engeren Nabel und die fast parallelen Seitenflächen der
Windungen. Von Amm. Staufensis ist sie am leichtesten durch den abge-
stumpften Rücken abzutrennen.
Mir sind etwa 25 Exemplare dieser Art von Wentzen und Dohnsen
(Norddeutschland) bekannt. In schwäbischen Sammlungen habe ich die Art
uoch nicht gesehen, dagegen erhielt ich, wie schon erwähnt, ein Exemplar
aus der Zone des Amm. Sowerbyi vom Hetzlas bei Erlangen; Mosch
beschreibt ihn vom Frickberg, Canton Aargau.
35. Ammonites cf. snbradiatns Sowerby.
1823. Amm. subradiatus Sow.: M. C. V, p. 23, tb. 421, f. 2.
1845. — — Orbigoy: Pal. fr. Terr. jur. I, p. 362, tb. 11*.
Das Original zu Orbigny's Abbildung von Amm. subradiatus stammt
aus den Sowerbyi - Schichten der Norm an die. Ich hatte nicht über hin-
reichendes Material zu verfugen, um mit Sicherheit festzustellen, ob die
Form aus der Zone des A. Sowerbyi mit den höher liegenden übereinstimmt
oder nicht, wesshalb ich dieselbe vor der Hand hier als Amm. cf. subradiatun
anführe.
36. Ammonites cf. affluis Sccbach.
1BÜ4. Amm. affims Seebach: Hannov. Jura, p. 113, tb. 8, f. 4 a. b.
In den Sowerbyi -Schichten der Scham bclen bei Baden (Canton
Aargau) kommen kleine Ammoniten vor, von den allgemeinen Umrissen des
Atmn. uffinis, nur ist die Impression unterhalb des Kieles nicht vorhanden,
sondern es schärft sich der Rücken ganz gleichmütig zu. Die Schale ist
dicht mit feinen, scharfen, sichelförmigen Linien bedeckt, der Nabel ohne
Kante. Man könnte hier wohl einen Namen geben, doch ist mein Material
lüefür zu unbedeutend.
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p
601 (95)
37. Amraonites Bronchi Sowcrby.
Tob. 24 (I), f. 3 b. b.
lÖia Amin. Brocchi 8ow.: M. C. III, p. 233, tb. 202.
Ich sehe mich genöthigt, diese Art von Neuem abzubilden, da ausser
den wenig gelungenen Zeichnungen Sowcrby's nirgends dieselbo deutlich
wiedergegeben wurde.
Der ächte A. Brocchi steht dem A. Htmphriesianus ziemlich nahe,
sowohl durch den ansehnlich weiten Nabel als auch durch die zu stumpfen
Knoten anschwellenden Rippen, welche die Seiten der Umgänge zieren.
Dennoch ist die Forin dieser Art sehr charakteristisch. Die ausserordentliche
Dicke und der vollkommen gerundete Querschnitt seiner Windungen, welcher
durch die auf den Seiten befindlichen Knoten nicht wio bei Amm. Htm-
phriesianus eckig verzogen wird, bewirken die Eigenthümlichkeit ihres Aus-
sehens. Von einer Ausschnürung der letzten Windung ist weder bei meinem
noch bei Sowerby's Exemplar etwas zu sehen. So steht dieser Ammonit
in der Mitte zwischen Coronaten und Microstomen, jedoch mehr den
enteren als den letzteren verwandt. Leider ist mir die Form der Mund-
öffnung bei vorliegender Art nicht bekannt, wesshalb sich eben die Stellung
derselben nicht mit voller Sicherheit ermitteln lässt.
Die Lobenzeichnung des meiner Abbildung zu Gründe liegenden Excm-
plares ist etwas unsymmetrisch entwickelt, indem der Rfickenlobus weit
nach der Seite gerückt erscheint. Das Thier sass demzufolge etwas verdreht
in der Schale, was indess auf die regelmässige Entwicklung der Schalen-
skulptur und der Spirale keinen Einfluss auaübte.
Zone des A.Sowerbyi von Gingen (Württemberg), Dundry (Somer-
setshire), vielleicht auch Betzenau (Aargau).
Es mag nun am Platze sein, hier auch sogleich eine Revision der
übrigen nahe stehenden Formen vorzunehmen, da dieselben durch Orbigny
etwas stark durcheinander geworfen erscheinen.
Die Formcngruppo, welche ich hier im Auge habe, mag am besten
bezeichnet werden, wenn ich A. Brogniarti voranstelle, da or die Gruppen-
charaktere wohl am ausgeprägtesten an sich trägt. Ich unterscheide drei
Formenreihen, von denen die erste durch engen Nabel und sehr aufgebla-
sene Form der Windungen sich auszeichnet; zu ihr gehören A. Brogniarti
Sow., A. tneniscus n. sp., A. polyschides u. sp., und A. evolvescens n. sp.
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Ammonites Brogniarti Sowerby.
1817. A. Brogniarti 8ow.: M. C, tb. 184% f. 2.
1845. A. Gervilli (Sow.) Orbigny: Pol. fr. Terr. jur. I, tb. 140, f. 3-8 (non
f. 1, 2, non Sowerby).
Eine Art von geringen Dimensionen. Das Gehäuse ist von sehr feinen
Falten bedeckt, welche einfach in der Zahl von etwa 40 von der Naht
ausstrahlen, und von denen sich jede gegen den Rücken zu in zwei bis
drei und mehr spaltet. Der Durchmesser des grössten mir bekannten Exem-
plares, das sicher zu dieser Art gehört, ist 26"ra, ungefähr dio Grösse des
von Orbigny f. 3 und 4 abgebildeten Stückes. Die grösste Dicke des
Wachsthums liegt der Mundöffnung gegenüber und betragt hier lÖmm, von
da ab bleibt die Weite der Röhre bis zur Mundöffnung ungefähr gleich.
Die Punkte, welche diese Art sehr bestimmt von ihr nahestehenden unter-
scheiden lässt, sind: die stets sehr geringe Grösse, die unregelmäßig sich
spaltenden Rippen, zwischen die sich am Rücken oft neue einschieben, und
endlich die einfache Ausschnürung, indem von dem Punkte der grössten
Dicke der Röhre die Naht in fast gerade aufsteigender Linie zur Mund-
öffnung verläuft, was ein Weiterwachsen unmöglich macht. Die Orbigny'-
schen Figuren zeigen all diese Verhältnisse deutlich.
Amm. Brogniarti gehört der Oberregion der Uumphricsianus- oder den
Parkinsoni-Schichten an.
Es liegen mir 12 Exemplare dieser Art vor, theils von Les Moutiers
und Sully bei Bayeux (Coli. Oppel und meine Sammlung), theils von
Auerbach in der Oberpfalz (Sammlung des Benodiktinerstifts St. Boni-
faz in München). Doch besitzen die bayrischen Exemplare gewöhnlich
noch etwas geringere Dimensionen als dio französischen, imUebrigen zeigen
sie iudess alle charakteristischen Merkmale.
Dieser Art sehr nahe verwandt ist
Ammonites meniscus Waagen n. -sp.
1845. Amm. Gercilli (Sow.) Orbiguy (pars): PaL fr. Terr. jur. I, tb. 140,
f. 1, 2 (non Hg. 3 — 8 non 8owerby).
185ü. Amm. Brogniarti (8ow.J Oppel (pars): Juraform. p. 37'», § 53, Nr. 3;>
(non Sowerby).
In der Jugend wird diese Art sehr leicht mit A. Brogniarti verwech-
selt, woher es auch kam, dass Orbigny ausgewachsene Individuen dieser
Art für alte Exemplare von A. Brogniarti hielt. Indes» zeigen auch junge
Gehäuse deutliche Unterschiede von ebengenannter Art. Was namentlich
charakteristisch erscheint, ist die regelmässig sieh fortsetzende Ausschnürung
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cm
(97)
und die feinen sehr constant bei der Umbiegung gegen den Rücken sich
in 2 Aeste spaltenden Rippen. 8ind die Exemplare von vorgerückterem
Wachsthum, so ist die beträchtlichere Grosse schon allein ein gutes Er-
konnungsmerkmal der Art. Bei kleinen Exemplaren zähle ich 30, bei dem
von Orbigny abgebildeten Stück 50 von dem Nabel ausstrahlende Rippen,
deren Zahl sich auf dem Rücken verdoppelt.
Amm. meniscus unterscheidet sich von der folgenden Art durch geringere
Grösse, die verhältnissmässig länger fortgesetzte beträchtlichere Ausschnürung
und feinere Radialrippen. Exemplare von 95m" Durchmesser, wie das von
Orbigny abgebildete, gehören zu den Seltenheiten. Kleinere fand ich in
der obersten Lage der Maliere von Sully bei Bayeux (Zone des A.
Saueex).
Die grösste und massigste Form der ganzen Gruppe ist
Ammonites polyschides Waagen n. sp.
? Amm. Otrvüli Quenut.: Cepb., tob. 15, f. 11. Wahrscheinlich eine
schlechte Abbildung einer Jugendfora dieser Art.
1Ö56. Amm. Brocdm Opp.: Juraform. p. 874 (non 8ow.).
In Sammlungen liegt die Art gewöhnlich unter der Bezeichnung Amm.
Brocchi oder nach Orbigny A. Gervilli, da sie der von Orb. für letztere
Art gegebenen Figur tb. 140, f. 1. 2 (A. meniscus n. sp.) im Allgemeinen
ziemlich nahe kommt
Der Durchmesser meines grüssten Exemplares von Gingen mag etwa
170"™, die Weite des Nabels 60™" betragen haben, doch ist das letzte Stück
der letzten Windung grössten Theils weggebrochen. Bei einem Durchmesser
von 119"~ ist die Dicke des letzten Umgangs 65 m", dieselbe fällt nahe
über die Naht, wodurch der Durchschnitt der Windungen ein mondformiger
wird. Höhe des letzten Umganges von der Naht 44 mm, in der Windungs-
ebene 31"", Weite des Nabels 38"m. Bei der angegebenen Grösse ist die
Ausschnürung bereits bedeutend. Kleinere Exemplare haben einen weit
engeren Nabel. Ein Stück vom Hetzlas (Franken) bositzt bei einem
Durchmesser von 90mra eine Nabelwcite von 17""; Dicke der letzten Win-
dung 52"-, Höhe von der Naht 16m", in der Windungsebene etwa 20"".
Die jüngeren Exemplare haben somit ein ganz Macrocephalen- artiges An-
sehen. Sie lassen sich indess immer leicht erkennen durch die sich sanft
gegen die Naht zu einsenkenden Seiten des Gehäuses. Diese tragen 20—25
ziemlich kräftige radiale Rippen, welche am Rücken zu 3—5 zerfallen,
wodurch letzterer sehr fein gerippt erscheint. Die Ausschnürung ist im Alter
beträchtlich; die Form des Mundsaumes kenne ich nicht mit Bestimmtheit.
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(98)
Wie schon oben erwähnt, gleicht diese Art sehr den Amt». Meniscus
{A. Gervilli Orb. pars), doch unterscheidet sie sich von ihm durch beträcht-
lichere Grösse, weniger zahlreiche und gröbere Rippen auf den Seiten, und
dadurch, dass jede seitliche Rippe auf dem Rücken in mehr als zwei zer-
fällt. Amm. Brocchi, der auch ziemlich nahe steht, lässt sich von der vor-
liegenden Art durch den stets beträetlich grösseren Nabel, die geringere
Dicke und die zu stumpfen Knoten anschwellenden Rippen der Seiten leicht
abtrennen. Er verbindet A. polyschides mit A. Humphriesianus , während
die folgende Art den Uobergang zu A. Gervilli Sow. vermittelt. Ob Amm.
Bernoullci Merian zu dieser Art oder zu A. Brocchi gehöre, lässt sich ohne
Originalstocke nicht sicher entscheiden, indess scheint mir diese Art nach
der Beschreibung mit A. Brocchi überein zu stimmen.
Amm. polyscJtides gehört der Zone des A. Sauxei an, und ist in ihr
eines der verbreitetsten und häufigsten Vorkommnisse. Ich kenne ihn aus
Franken (Hetz las und Hahnen kam in), Württemberg (allenthalben), den
Ilohenzollernschen Landen, Nord deutse bland (Dohnsen, sehr häufig), Dor-
setshire (Burton-Bradstock) und vom Cap San Vigilio am Garda-
see, wo ich im vergangenen Frühjahr ein Exemplar von 0",42 Durch-
messer auffand.
Ammonitcs evolvescens Waagen n. sp.
Diese Art hält die Mitte zwischen Amm. Brogniarti, Amm. Gervilli und
Amm. polyseiiides. In der allgemeinen Form erinnert sie sehr an Amm.
Brogniarti , noch mehr an A. microctoma aus den Macrocephalus- Schichten.
Es ist wie diese eine Art mittlerer Grösse, mit 20 — 30 radialon Rippen
auf den Seiten der Windungen ; jede der seitlichen Rippen zerfällt auf dem
Rücken in 2—4. Die Gcsammtform der Art erscheint kugelig aufgeblasen,
die Wohnkammer schnürt sich in schön geschwungener Spirale rasch um!
kurz aus, der Nabel ist 'stets offen, jedoch nicht so weit als bei Amw.
polyseiiides. Der Durchmesser eines Exemplares von Mesnil-Louvigny
bei Caen beträgt 38™", die grösste Dicke 22m" , Dicke an der Mundöffnung
21)""", Höhe der Mundöffnung von der Naht in der Windungsebene
8"™. Der Mundsaum gleicht dem von A. Gervilli, ohne indess einen so hohen
Wulst zu tragen.
Von Amm. Brogniarti unterscheidet sich die vorliegende Art durch be-
deutendere Grösse, die Art der Ausschnürung und einen weiteren Nabel,
von A. polyschides durch engeren Nabel und weit geringere Grösse, von
A. Gervilli durch weit engeren Nabel und aufgeblähtere Form.
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fi05 (99)
Qucnstedt's Figur: Ceph. tb. 15, f. 11, könnte auch möglicher Weise
zu A. evolvesecns gehören, da namentlich die Seitenansicht einigermassen
an genannte Art erinnert, doch lässt sich dies bei einer Zeichnung, ohne
das Original verglichen zu haben, schwer beurtheilen.
Amm. evolvescens gehört den Humphriesianus - Schichten an , und liegt
in denselben in ziemlicher Iläufigkeit zu Mesnil-Louvigny bei Caen,
seltener sah ich ihn von Les Moutiers bei Bayeux. Von anderen Fund-
orten kenne ich die Art noch nicht mit Sicherheit.
Eine zweite Formenreiho bilden zwei andere Arten, nämlich A. Gervilli
Sow. und A. pohjnurus n. sp. Sie zeichnen sich durch besonders weiten
Nabel und weniger aufgeblähte Form aus, und nähern sich so der Gruppe
der Coronaten.
Ammonites Gervilli Sowerby.
1817. Amm. Gervilli Sow.: 51. C. II, pag. 180, tb. 184*, f. 3.
1846. — Brogniarti (Sow.) Orb.: (pars) Pal. fr. Terr. jnr. I, p. 4<>S,
tb. 137, f. 3, 4 (non f. 1, 2, 6, non Sow.).
1850. Amm. Otrviüi (8ow.) Oppel: (pars) Juraform. p. 375, § 53. Kr. 3G.
Die Orbigny'sche Abbildung giebt die Charaktere dieser Art am besten
wieder. Ziemlich feine radiale Rippen, welche sich gegen den Rücken zu
sehr regelmässig in 2 Aeste spalten, umgeben etwa 30 an Zahl den weiten
ziemlich tief eingesenkten Nabel. Die Dicke der Windungen beträgt unge-
fähr die Hälfte des Gesammtdurchmessers. Die Wohnkammer schnürt sich
nur sehr schwach aus und trägt an ihrem Ende einen Mundsaum, welcher mit
einem dicken Wulst beginnt, dem eine flache, schön geschwungene Lippe folgt.
Den Horizont dieser Art kenne ich nicht genau, doch wird sie wahr-
scheinlich den Sauzei- oder Humphriesianus-Schichten angohören.
Ammonites polymerus Waagen n. sp.
1845. Amm. Brogniarti (Sow.) Orb.: (pars) Pal. fr.Terr.jur.I, p. 403, tb. 137,
f. 1, 2 (non f. 3, 4, non Sow.).
1846. Amm. Gervilli (8ow.) Opp.: (pars) Juraform. p. 375, § 53, Nr. 36.
1859. — Orbignyanua Wright: Qnart. Journ. Geolog. Soo. of London Pro-
oeed Apr. 1859, p. 23 (non Geinitx).
Ausgezeichnet charakterisirt durch Orbignys prächtige Abbildung, die
indess etwas verkleinert zu sein scheint Ein Exemplar von Niort, das
ich besitze, hat 128"" im Durchmesser. Weite des Nabels 69"", Dicke
der letzten Windung an dor Mundöffnung 34*", Höhe von der Naht 33"",
in der Windungsebene 26"". Ganz anders gestalten sich die Verhältnisse,
wenn man den äusserten Umgang, die Wohnkammer, hinweg schält und
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(100) JiOß
dann misst; dann beträgt für einen Durchmesser von 77mra die Weite des
Nabels 18""°, Dicke des letzten Umganges 32""", Höhe desselben von der
Naht 31 mm, in der Windungsebene 20""°. Der Nabel ist von etwa 20 ziem-
lich feinen Rippen umgeben, welche sich gegen den Rücken zu in 3 — 4
Acste spalten. Die Wohnkammer beträgt genau einen Umgang und schnürt
sich sehr betrachtlich aus, doch beginnt sich bereits auf dem der Wohn-
kammer vorausgehenden Umgang eine schwache Ausschnürung bemerklich
zu machen.
Junge Exemplare gleichen einigermassen den gleich grossen Individuen
• von Amm. polyschides, doch lassen sich die letzteren durch ihren engeren
Nabel von ersteren unterscheiden. Von A. Gervilli weicht A. polymcrtis
ab durch seine bedeutende Grösse, die weit stärkere Ausschnürung der
Wohnkammer und die' in viele Aeste zerfallenden Rippen. Amm. Gerrilli
und Amm. polymeras stehen sonach ungefähr in demselben Verhältnisse zu
einander wie Amm. Braikcnridgi und Amm. Humphriesianus.
Amm. polymerus gehört der Zone des Amm. Sauzei an, doch ist er im
Ganzen sehr selten. Aus Deutschland kenne ich ihn noch nicht, aus Frank-
reich ist er mir von St. Vigor bei Bayeux (Calvados) und Niort (Deux-
Sevreu) bekannt.
Eine dritte Formenreihe steht den Coronaten schon sehr nahe; Asmn.
Sausei bildet den Typus.
Ammonites Sauzei Orbigny.
1815. Amm. Sauzei Orb.: Pol. fr. Terr. jur. I, p. 407, tb. 139.
1856. — — (Orb.) Oppel: Juraform. p. 375, $ 53, Nr. 37.
1857. - GerviUi (8ow.) Quenst.: Jura p. 879 (pars), tb. 51, f. 7.
Diese Art ist durch Orbigny bereite so gut abgebildet und beschrieben,
dass es zu seiner näheren Definirung keines Wortes mehr bedarf. Junge
Exemplare sind zwar schwer von gleich grossen Stücken von A. polyschidc*
zu unterscheiden, ausgewachsene Gehäuse beider Arten wird aber wohl
Niemand verwechseln.
Amm. Sauzei nimmt allenthalben einen sehr bestimmten Horizont über
A. Sowerbyi und unter A. Hwnphriesianus ein und ist auch geographisch
ziemlich weit verbreitet. Ich kenne ihn aus Franken, aus Württem-
berg und den Hohenzollernschen Landen, wo erziemlich häufig ist;
aus schwarzen Thonen über Inocer. polyplocus von D oh nsen (Braunschweig);
aus Frankreich führt ihn Orbigny von Bayeux, Niort, St. Maixent
und Fönten ay (Vendee), Oppel von Ten nie (Sarthe) an.
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G07 (101)
Ammonites contractus Sowerby M. C. V. p. 162, tb. 500, f. 2.
Eine zweifelhafte Art, welche vielleicht zu A. Brocchi zu stellen ist.
Ammonites Brocchi Sow. wurde bereits oben naher erörtert. Diese
ganze Formenreihe zeichnet sich aus durch Knoten, ja selbst Dornen auf
den seitlichen Kippen, durch massig weiten Nabel und ziemlich aufgobliihte
Windungen.
Die hier angeführten Arten aus der Formongruppo des A. Brogniarti
vertheilen sich nach den Horizonten:
Zone des Amm. Sowerbyi:
Amm. Brocchi Sow.
Zone des Amm. Sauzei:
Amm. Meniscus Waagen
, polyschides Waagen
, polymerus Waagen
„ Sauzei Orbigny.
Zone des Amm. Humphriesianus:
Amm. erolvescens Waagen
? ff Gervilli Sow.
Zone des Amm. Parkinsoni:
Amm. Brogniarti Sow.
Die Gruppe erreicht also nach dem augenblicklichen Stand unserer
Kenntnisse in der Zone des A. Sauzei ihre mannigfaltigste Entwicklung.
Eine definitive Entscheidung hierüber ist vor der Hand noch nicht möglich,
da, nach einzelnen Bruchstücken und Exemplaren, die ich in verschiedenen
Hammlungen in Frankreich, England oder Norddeutschland sah, bei der
oben gegebenen Aufzählung noch Vieles, was noch da und dort vorkommt,
übergangen worden ist, und vernachlässigt werden musstc. Bei der Selten-
heit solcher Vorkommnisse erlaubt eben das bis jetzt bekannt gewordene
Material noch kein näheres Eingehen.
38. Ammonites cf. aniplns Oppel.
1862. Amm. amplu* Opp.: Pal. Mitth. p. 145, tb. 45, f. 1 a. b. u. f. 2.
Die Zone des Amm. Sowerbyi der Schambclcn bei Baden im Canton
Aargau, so wie dasFer de la Roche-Pourrie Marcou's der Umgegend
von Salins haben einen Ammoniten zur Gruppe des A. fimbriatus gehörig
geliefert, welchen ich einstweilen als Amm. cf. amphts bezeichne. Das vor-
handene Material reicht nicht hin, mich mit Bestimmtheit über die Be-
nennung dieser Art zu entscheiden.
(7) 39
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(102)
60s
39. Aptychus crassilabrum Waagen n. sp.
Ich erhielt von Herrn Oekonom Wittlinger in Heiningen ein
Bruchstück eines Aptychus, aus den Knollenlagern der Zone des Amm.
Sowerbyi von Gingen stammend, welches dem Apt. crassicauda Quenst.
(Jura tb. 77, f. 9) ganz ausserordentlich ähnlich sieht. Es gehört zur Gruppe
des Apt. latnell-osus, doch verschwinden die Falten beinahe gänzlich auf dem
förmlich monströs verdickten Unterende. Die Poren sind indess bei diesem
Stück auch auf dem verdickten Theile noch mit freiem Auge deutlich zu
sehen. Die Falten machen in ihrem Verlaufe nach unten ein starkes Knie,
sich fast horizontal gegen die Medianlinie wendend.
Welchem Ammoniten dieser Aptychus angehört haben möge, ist mir
durchaus unbekannt.
40. Pcltarion densitesta Waagen n. sp.
Tab. 27 (IV), f. 3, 4 a. b. o. d. e.
Wahrscheinlich ist die Stellung, wie ich sio in f. 3 u. 4 diesem Körper
gegeben habe, die richtige. Fig. 4b stellt dann die Vorderseite, 4 a die
Rückseite , 4 c die Ansicht von oben , 4 d jene von unten , 4 e endlich die
Ansicht von der Seite dieses Rückenschildea eines nackten Cephalopoden dar.
Die Art steht dem Pelt. Moreausi Desl. am nächsten, unterscheidet
sich aber durch weniger in die Länge gezogene Form, und die beiden
Protuberanzen (f. 4d) an der Rückseite des untern Theiles des Schilde«.
Ein Exemplar aus der Zone des A. Sowerbyi von Gingen.
41. Chemnitzia sp. indet.
Steinkerne von Chemnitzien fand ich in der Zone des Amm. Sowerbyt
an verschiedenen Punkten Württembergs, so wie bei Pommer am
Hetz las (Franken). Doch lassen dieselben keine speeifische Bestimmung zu.
42. Acteonina rariabilis Brauns.
1864. Act. variabilis Brauns: Hilsra. p. 37, tb. 5, f. 18.
Scheint in Norddeutschland aus der Zone der Trig. navis hier
herauf fortzusetzen. Zone des Amm. Sowerbyi von Wentzen am IUI«
(Braunschweig).
43. Acteonina cf. Sedgevici Phillips sp.
1829. Äurieula Sedgevici Ptaill.: Oeol. Yorksh., tb. 11, f. 23.
Es liegen mir ein Paar Exemplare einer kleinen Acteonina aus den
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009 (103)
Sowerbyi- Schichten von Wentzen am Hils vor, welche wohl zu dieser
Art zu zählen sein werden. Brauns citirt sie als Act. subyhbosa.
44. Natiea addocta Phillips.
1829. Nat. adducta Phill.: Oeol. Yorksb. II, p. 157, tb. 11, f. 36.
Wird von Morris aus dem Lowcr Trigonia Grit der Umgegend
von Cheltenham angeführt. Sie scheint in der Zone des A. Mmchisonae
zu beginnen und in höhere Schichten fortzusetzen.
45. Monodonta cf. laevigata Sowerby.
1818. Kerita laevigata 8ow.: IL C. III, p. 31, tb. 217, f. 1.
Ich erhielt aus den Sowerbyi - Schichten der Norraandie so wie aus
Schichten ähnlichen Alters der Küste von Dorsetshire eine kleine Schnecke,
welche wohl diesen Namen verdient. Morris fuhrt die Art aus der Zone
des A. Sowerbyi von Cheltenham an.
46. Turbo sp. indet.
In den Schichten des Amin. Sowerbyi von Pommer am Hetzlas
sammelte ich ein Exemplar eines ächten Turbo, welcher, wie es scheint,
mit keiner bis jetzt bekannten Art stimmt; indess ist das Material zu gering,
um etwas Neues daraus zu machen und einen Namen zu geben.
47. Cirrhns nodosus Sowerby.
1818. Cirrh. nwlasus Sow.: M. C. III, p. 35, tb. 219, f. 1, 2, 4.
Findet sich in der Zone des Amm. Sowerbyi von Dundry (Somerset-
shire) und Frick (Cariton Aargau).
48. Pleurotomaria Agathis Deslongchamps.
1848. PI Agathis De*l.: M£m. 8oc. Linn, do Norm. VIII, p. 139, tb. 13, f. 8.
1854. PI. Agathis (Desl.) Orb.: Pal. fr. Terr. jur. 11, p. 509, tb. 398, f. 7—9.
Eine ziemlich verbreitete Art der Zone des Amm. Sowerbyi. Ich kenne
sie von Pommer bei Erlangen (Franken), Gingen (Württemberg),
Schambelen (Canton Aargau).
49. Pleurotomaria fasdata Sowerby.
1818. Troch. fasciatus Sow.: M. C. III, p 87, tb. 220, f. 1.
Einige von den Steinkernen von Pleurotomarien, welche in Württem-
berg in der Zone dos Amm. Sowerbyi vorkommen, mögen zu dieser Art
gehören. Beschalte Exemplare finden sich in der Zone des A. Sowerbyi zu
Cheltenham und Dundry. Geht vielleicht auch höher.
(7*) 3'J*
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(104)
r.io
50. 51. Plenrotomari» 2 unbestimmte Arten.
Bei Gingen finden sich Steinkernc von Pleurotomarien, auf denen hie
und da noch Spuren von Schale erhalten sind. Eine Art ist enggenabelt und
erinnert an PL subfasciata Orb., während die andere, weit genabelt und mit
kurzer Spindel, eher die Form von PL Actaea Orb. ins Gedächtniss ruft.
52. Trochotoma carinata Lycett.
1857. Trochot. carinata Lyc: Tlie Coteswold Hills, p. 159, tb. 4, f. 5.
Zone des Amm Sowerbyi von Ravensgate Hill bei Cheltenham
(Gloucestershire).
*
53. Trothas cf. ornatissimus Orbigny.
1862. TrocK omatUsimus Orb.: Pal. Fr. Terr. jur. II, tb. 312, f. 5-8.
Zone des Amm. Sowerbyi der Sehambelen im Canton Aargau.
54. Alaria Lotharingica Schlumberger.
1865. Alaria Lotharingica Scblumb.: Ball. ßoc. Linn, de Normandie IX,
8«p. p. 3, tb. VI, f. 1, 2, 3.
Zone des Amt». Sowerbyi von ForSt de Haie bei Nancy (Meurthe),
sonst noch nicht bekannt.
55. Alaria Ronbaleti Schlumberger.
1865. Alaria RoubaUti Sehlumb.: BulL 8oc. Linn, de Normandie IX, 8ep. p.4,
tb. VI, f. 4, 5, 6.
Zone des Amt». Sowerbyi von Foret de Haye bei Nancy (Meurthe),
sonst noch nicht bekannt.
56. Alaria rarispina Schlumberger.
1805. Alaria rarispina Scblumb.: Bull. Soc Linn, de Normandie IX, 8ep. p. \
tb. VI, f. 7, 8, 9.
Zone des Amm. Sowerbyi von ForÄt de Haye bei Nancy (Meurthe),
sonst noch nicht bekannt.
57. Alaria sp. indet.
In den Sowerbyi - Schichten der Schambelen im Canton Aargau
sammelte ich eine Alarie, welche mit keiner bis jetzt bekannten Art voll-
ständig fibereinzustimmen scheint. Die Umgänge glatt mit hohem scharfem
Kiel, Flügel nicht bekannt. Es bleibt weiteren Erfunden vorbehalten, die
Art festzustellen und abzugrenzen.
»
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611
(105)
58. EueyclttS Batiiis Orbigny sp.
1850. Turbo Bathi* Orb.: Prodr. I, p. 266.
1853. Purpurina Bathis Orb.: Pal. fr. Teir. jur. II, tb. 330, f. 6-8.
Eine in ihrer Form sehr charakteristische Art, welche eine ziemlich
grosse Verbreitung besitzt. Ich kenne sie aus der Zone des A. Sowerbyi
vom Hetzlas bei Erlangen (Franken), Gingen an der Vils (Württem-
berg), von den Schambelen bei Baden (Canton Aargau), Orbigny
führt sie an von Fontenay (Vendee), Nantua (Ain), 8t. Maixent und
Niort (Deux-Sevres).
59. Eneyclis Centurio Münster sp.
1844. Turbo Centurio Manst in Odf. Petrot Germ. III, p. 98, tb. 94, f. 7.
Steht der vorhergehenden Art ziemlich nahe, besitzt aber ein kürzeres
Gewinde und weniger scharfe Skulptur.
Selten in der Zone des Amm. Sowerbyi in Franken, ich sammelte die
Art bei Pommer am Hetzlas, Goldfuss führt sie von Gräfenberg an.
60. Purpnrina Sowerbyi Waagen n. sp.
Tab. 28 (V), f. 3, 4 a. b. o.
Eine äusserst zierliche Art, welche der P. condensata Desl. ziemlich
nahe steht.
Die Höhe des Gehäuses beträgt 13ma, die Höhe des letzten Umgänge»
9ma>, die Dicke des ganzen Gehäuses 1 1 ■", Breite deä letzten Umganges an
der Mundöffhung 6"". Die letzte Windung ist von etwa 20 Längsfalten
bedeckt, welche von dicken Querfalten, ungefähr 18 auf dem Umgang, in
der unteren Hälfte, von der Naht aufwärts steigend, durchkreuzt werden;
sie beginnen an der Kante der Windung mit einem ausgeprägten Knoten.
Das Gehäuse trägt einen engen, aber deutlichen und tiefen Nabel.
Von P. condensata unterscheidet sich die Art durch kürzeres Gewinde
und aufgeblähtere Umgänge.
Ich kenne nur das abgebildete Exemplar, das aus der Zone des Amin.
Sowerbyi von Gingen (Württemberg) stammt.
61. Cerithium cf. flexuosum Münster.
Tab. 29 (VI), f. 2.
1841. Cer. flexwsum Meist, in Odf. Petref. Oorm. III, p. 33, tb. 173, f. 15.
Eine dem Cer. ßexuosum nahe stehende Art, welche mir in einem
Exemplare von Gingon vorliegt, habe ich abbilden lassen, um auf die Form
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106) 012
aufmerksam zu machen. Ea besitzt weniger runde Umgänge und stärkere
und deutlicher gekörnte Querrippen als die genannte Art.
G2. Cerithinm sp. indet.
An verschiedenen Loyalitäten finden sich noch einige Arten von Cerithien,
die indess noch nicht näher untersucht sind. Mir fehlt das hinreichende
Material, um über dieselben etwas zu entscheiden.
63. Roeellaria sp.
Einige von den in den sandig - kalkigen Knollen von Gingen sich fin-
denden Bohrlöchern scheinen, ihrer eigenthOmlichen Form zufolge, von bis-
her Gasterochanen genannten Muscheln herzurühren.
64. Ceromya Orbignyana Oppel.
185G. Cer. Orbignyana Opp.: Jaraform. p. 897, $ 63, Nr. 110.
Die Muschel, ursprünglich von Oppel von Co n Ii e (Sarthe) beschrieben,
findet sich genau eben so wieder in Württemberg, doch ist sie in unsern
Jurabildungen sehr selten. Zone des A. Sowerbyi von Gingen (Württem-
berg) (2 Exemplare) und Conlie (Sarthe).
65. Pleoromya elongata Goldfuss sp.
1838. Lutraria elongata Odf.: Petref. Germ. II, p. 258, tb. 153, f. 4.
1845. Plewomya elongata (Odf.) Agass.: Mye», p. 244, tb. 27, f. 3—8.
Beschränkt sich nicht auf eine einzelne Schicht, sondern geht wahrschein-
lich bis in die Zone des Amm. Parkinsoni hinauf. Nicht sehr häufig. Zone
des A. Sowerbyi von Gingen (Württemberg), La Roche-Pourrie bei
Salins (Jura), Ravensgate Hill bei Cheltenham (Gloucestershire).
66. Pleuromya tennistria Goldfuss sp.
1838. iAttraria tenuistria Odf.: Petref. Genn. II, p. 257, tb. 153, f. 2.
1845. Pleuromya tenuistria (Gdt) Aga«.: Mye«, p. 243. tb. 24.
Geht durch den ganzen mittleren Dogger; es bieten eben Formen
wie diese nur äusserst wenig Anhaltspunkte zur Unterscheidung von Arten,
so dasB man die Vorkommnisse der einzelnen über einander folgenden
Schichten zusammenwerfen muss.
Fast überall häufig in der Zone des A. Sowerbyi Gingen (Württem-
berg), Jungingen (Hohenzollern), Aselfingen (Baden), L o n g w y (Moselle).
Tennie (Sarthe), Ravensgate Hill bei Cheltenham (Gloucestershire).
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613 (107)
G7. Pleuromya exarata Brauns.
1804. Oresslya donaciformis (Gdf.) Seebach: Hannov. Jura, p. 129 tnou
Amphideam. donaci forme PhiU., Gdf.r).
1804. Pleuromya cxarata Brauns: ßtratigr. und Palaeontogr. d. Hiismulde,
p. 49, tb. 5, f. 20, 21.
Ist sicher keine Gresslya, da ihr die charakteristische Leiste vollständig
fehlt. Es ist eine dem norddeutschen Meeresbecken, wie es scheint,
eigentümliche Art, indem sie bis jetzt noch aus keinem andern Becken
nachgewiesen wurde.
Zone des A. Sowerbyi von Wentzen und Dohnsen (Braunschweig).
68. Homomya gigantea Waagen n. sp.
Tab. 30 (VII), f. 1 a. b.
185G. Pholadom. gibbosa (8ow.) Oppel: Jurafonn. p. 395 ($ 53, Nr. 102)
(non Mactra gibbosa Sow.).
Eine grosse und schone Muschel, welche zufolge ihrer charakteristischen
Form als leitend gelten kann für die Zone des Amm. Sowerbyi. Sie steht
der Homom. crassiuscula Lyc. ziemlich nahe, und wird deshalb auch, wie es
scheint, in der Literatur öfter mit ihr verwechselt, dennoch lässt sie sich
leicht unterscheiden, und einmal definirt, stets wieder erkennen.
Die Grösse der Art ist verschieden und die Exemplare bleiben sehr
häu6g hierin hinter der Abbildung zurück. Manche werden aber auch
grösser wie das der verkleinerten Abbildung zu Grunde liegende Stück, das
0",146 in der Länge erreicht. Die Art unterscheidet sich von Homom.
crassiuscula durch plumpere und gedrungenere Form.
. Ziemlich selten in der Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen, sonst
von Roche-Pourrie bei Salins (Jura) und wahrscheinlich auch von Ra-
vensgate Hill bei Cheltenham (Gloucestershire).
Geht vielleicht auch noch in die Zone des Amm. Sa uz ei hinauf.
69. Pholadomya transversa Seebach.
1804. Phol. transversa Seebach: Hannov. Jura, p. 126, tb. 5, f. 2 a. b.
Schöne Art, bisher nur aus Norddeutschland bekannt, dort in der
Zone des Amm. Sowerbyi von Ocker (Harz, Nordrand), Wentzen und
Dohnsen (Hils, Braunschweig).
70. Pholadomya fldicüla J. Sowerby.
1819. Lutraria lyrata Sow.: M. C. III, p. 47, tb. 225.
1827. Pholadom. fidicula J. 8ow.: M. C. VI, p. 80.
In so tiefen Schichten ist diese Art in unserem süddeutschen Jura noch
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614
ziemlich selten. Es ist nicht die Form, die Agassiz Pholadom. Zicleni
nennt, sondern sie nähert sich mehr der ächten Ph. ßdicula.
Zone des Anim. Sowcrbyi von Gingen, Altenstadt und Gossheim
(Württemberg), Vögisheim (Baden), Roche-Pourrie bei Salins (Jura),
Flace bei Macon (Saöne-et-Loire), Longwy (Moscllc), Tennie (8arthe),
Ravensgate Hill bei Cheltenham (Glouccstershire).
71. Pholadomya perovalis Waagen n. sp.
1833. Pholadom. ovcUis (8ow.) Ziet: Verst. Württemb., p. 87, tb. C5, f. 3 (non
8owerby).
185*. — — (Ziet) Quetwt: Jura, p. 452, tb.C2, f. 6 (non ßowerbj)
Die Abbildungen von Zieten wie von Quenstedt sind beide gut.
Die Muschel gehört zur Gruppe der Agassiz'schen Ovales, und steht wohl
der Ph. Ovulum Agass. am nächsten, unterscheidet sich aber von dieser durch
gerundetere Rippen, über welche schwache concentrische Runzeln hinlaufen,
wodurch dieselben gewissermaßen geknotet erscheinen. Die Anwachsstreifen
sind äusserst schwach, kaum bemerkbar.
Die Art gehört den Schichten von der Zone des Amin. Sowerbyi bis
zu der Zone des Amm. Parkinson* an, ist aber nirgends häufig. Zone des
Amm. Sowerbyi von Gingen (Württemberg) und Asol fingen (Baden).
Auch das, was Wright als PhoL Ovulum aus dem Lower Trigona Grit
von Cheltenham anführt, wird wahrscheinlich unsere Art sein.
72. Pholadomya Wittlingeri Waagen n. sp.
Pholadom. Hcraulti vergeh. Aut.
Mittelgrosso Form, welche zur Gruppe der l'holadomyes buccardiennes
reticuleea von Agassiz gehört. Sie steht der Pholadomya Murchisoni Gdf.
und PhoL Heraulti Agass. am nächsten, unterscheidet sich aber durch die
constante Anzahl von 10 Rippen hinlänglich von der höher liegenden Form,
welche stets weniger Rippen zeigt.
Die Rippen sind ziemlich grob geknotet, die concentrischen Falten
ebenfalls ziemlich grob. Zwei von ersteren, welche durch einen breiteren
Zwischenraum von den übrigen getrennt sind, stehen auf der vorderen Fläche.
Die dritte Rippe befindet sich auf der grössten Wölbung der Schale, ihr
folgen nach und nach schwächer gegen hinten verlaufend die übrigen sieben.
Sämmtliche Rippen sind nicht scharf, sondern gerundet.
Herrn Oekonom Wittlinger in Heiningen bei Göppingen (Würt-
temberg), der sich durch jahrelanges Aufsammeln der Reste aus der Zone
des Amm. Sowerbyi verdient gemacht hat, zu Ehren benannt.
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Gl 5
(109)
Zone des Amm. Soiverbyi von Gingen, Altenstadt und Gegend von
Balingen (Württemberg), Les Rangiors (Canton Bern), häufig bei
Tennie (Barthe).
73. Pholadomya Oreenensis Brauns.
1866. Fhol. Grtenensis Br.: Naohtr., p. 8 (x, Th.), tb. I, f. U— 16 (non Phol.
decorata Gdf).
Es scheint mir nicht der Fall zu sein, dass das von Brauns abgebil-
dete Exemplar mit Phol. decorata Gdf. übereinstimmt, wesshalb ich letztere
als Phol. contracta abtrenne.
Zone des A. Sowerbyi (?) von Greone (Braunschweig). (Stammt viel-
leicht aus der Zone der Trig. navis.)
74. Pholadomya eontracta Waagen n. sp.
1838. Phol. decorata Gdf.: Petref. Germ. II, p. 266, tb. 155, f. 3 (non Hartmann).
1864. — — (Gdf.) Seoboch: HannoT. Jura, p. 127.
Unterscheidet sich von Phol. decorata, mit welcher sie Goldfuss ver-
einigt hat, durch gröbere und nicht scharfe Rippen und etwas gröbere con-
centrische Runzeln, während bei Phol. decorata die Rippen scharf und
dachförmig und mit viel feineren Knötchen als bei unserer Art besetzt
erscheinen.
Zone des A. Sowerbyi von Wentzen und Dohnsen (Braunschwoig),
Lübbecke und Vossberg bei Osnabrück (Preussen), Gräfenberg
(Franken), Gingen (Württemberg).
75. Goniomya Duboisi Agassiz.
1842. Gon. Duboit Ag.: Myes, p. 12, tb. 1», f. 2-12.
1H66. - - (Ag.) Oppel: Juraform. p. 395, * 53, Nr. 104.
Beginnt, jedoch selten, in der Zone des Amm. Sowerbyi; Oppel citirt sie
aus der Zone des Amm. Sauzei von Hohenzollern.
Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen (Württemberg), Longwy
(Moselle), Bayeux (Calvados), Dohnsen (Braunschweig).
76. Gresslya latirostris Agassiz.
1846. Gresal latirostris A.: Mye?, p. 212, tb. 13', f. 8— 13.
Wird zwar von Agassiz aus der Zone des Amm. Parkinsoni (Marncs
a Oatr. acuminata) angegeben, indess stimmt die mir vorliegende Form so
sehr mit dieser Art überein, dass ich keinen andern Namen anwonden kann.
Die Form der Sowerbyi-Zone erreicht meist nicht ganz dieselbe Grösse als
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filfi
die von Agassiz gezeichneten Exemplare. Die Schale ist mit feinen, nur
bei stärkerer Vergrößerung erkennbaren Radialstreifen bedeckt
In der Zone des Amm. Sowerbyi beinahe überall häufig: Gingen,
Altenstadt, Gossheim (Württemberg), Aselfingen, Fr ei bürg (Baden),
Betzenau (Canton Aargau), Roche Pourrie bei Sa 1 ins (Jura), Longwy
(Moselle), Tennie (Sartbe), Ravensgate Hill bei Cheltenham (Glou-
cestershire).
77. Gresslya gregaria Roemer sp.
\ÜM. Lutraria gregaria Roem.: Ool. p. 124, tb. 8, f. 11.
Seebach vereinigt zwar diese Art mit Gr. abducta Phill. aus den
Opalinusthonen , doch erscheint die tiefere Form so constant höher und
kürzer ab die vorliegende, dass man mit ziemlicher Sicherheit beide Arten
auseinander halten kann.
Gr. gregaria ist etwas seltener in der Zone des Amm. Sowerbyi als die
vorher gehende Art; ich kenne sie von Gingen (Württemberg), Asel-
fingen und Freiburg (Baden), Wentzen am Hils (Braunachweig). Das
was in der Literatur als Gr. abducta aus diesen Schichten angeführt wird,
ist wahrscheinlich ebenfalls bieher zu rechnen.
78. Lcda cf. Deslongchampsi Oppel.
1856. Leda Deslongchampsi Opp.: Jura form. p. 398, § 53, Nr. 115.
In der Zone des A. Sowerbyi von Wentzen und Dohnsen kommen
nicht sehr selten die Kieskerne kleiner Leden vor, welche wahrscheinlich
zu heda Deslongchampsi zu zählen sind. Auch in den Thonen, welche in
Württemberg und in Franken die Zone begleiten, finden sich hie und
da Exemplare, vermuthlich zu dieser Art gehörig: Pommer (Franken),
Gingen, Gossheira (Württemberg), Wentzen und Dohnsen (Braun-
schweig).
79. Leda Cf. Delüa Orbigny.
185U. Leda Delila Orb.: Prodr. I, p. 253 (IX, Nr. 179).
Ist mir bis jetzt nur aus Norddeutschland vonWentzen und Dohnsen
bekannt. Brauns citirt sie als Leda aequilutera Koch und Dunk.
80. Nucula Aalensis Oppel.
185U. Nuc. Aalensis Opp : Juraform. p. 399, § 53, Nr. 120.
Kommt sehr selten in den die Zone des Amm. Sowerbyi von den
Murohisonae- Schichten trennenden Thonen in Württemberg vor, und
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unterscheidet sich von der folgenden durch stets geringere Grosso und etwas
gedrungenere Form. Gingen, Gossheim (Württemberg), Pommer
(Franken).
81. Nueola cf. Hammeri Defrance.
1823. Nuc. Hammeri Defr.: Dict. 36, 217.
1837. — ocalis Gdf.: Petref. Oerm. II, p. 154, tb. 125, f. 2, 3.
lb'iO. — Hammeri (Defr.) Opp.: Juraform. p. 399.
lt>G4. — — (Defr.) Braun»: Hilsts., p. 50.
Es Hegen mir nur norddeutsche Exemplare dieser Art vor, und es
.scheint, daas nur dort diese Art in so hohen Schichten noch vorkommt,
doch ist sie hier häufig bei Wentzen und Dohnsen.
82. NüCüla Cf. snbglobosa Roemer.
183G. Nuc. svbglobosa Roem.: Ool., p. 99, tb. ü, f. 7.
1W>4. — — (Rem.) Brauns: Hil§m.. p. 50.
Ist bei Wentzen in der Zone des Amin. Sowerbyi etwas seltener als
die vorige. Von andern Fundorten ist sie mir noch nicht bekannt.
83. Tancredia donariformis Lycett.
1850. Tancr. donaeiformi» Lycett, Ann. nat. hist.
1853. HeUangia Dionvükrms Terqu.: Bull. soc. geol. de France, X, p. 375,
tb. 1, f. 1—4.
Setzt an einzelnen Legalitäten aus der Zone des A. Murchisonae hier
herauf fort.
Zone des Amm. Sowerbyi von Weismain, Grossenbuch und Pom-
mer (Franken), Tennio (Sarthe), Ravensgate Hill bei Cheltenham
(Gloucestershire).
84. Qnenstedtia obllU Phillips sp.
1829. Pulleutra oblita Phill.: Yorksh., tb. 11, f. 15.
1854. Quenstedtia oblita Monr. & Lyc: Or. ool. II, tb. 9, f. 4 a. b. u. tb. 15, f. 12.
Sehr selten in der Zone des Amm. Sowtrbyi. Bis jetzt bekannt von
Wentzen (Braunschweig) und Ravensgate Hill bei Chelten ham (Glou-
cestershire).
85. Corbula obsenra J. Sowerby.
1827. Corb. obscura J. 8ow.: M. C. VI, p. 110, tb. 572, f. 5.
1856. — — (8ow.) Opp.: Juraform. p. 402.
Ich fand diese Muschel nur in Franken in der Zone des A. Sowerbyi
bei Grossenbuch und Pommer am Hetzlas (Franken).
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618
86. Corlwla eucullaeformis Dunker.
1837. Corb. cueuUaeformüi Donk.: Beitr., p. 31, tb. 2, f. 6.
1856. — — (Dank) Opp.: Juraform. p. 402.
Beginnt bereits in der Zone der Trig. tiavis und setzt bis in die Bau-
gruppe fort. Sie scheint im Unteroolith dem Norddeutschen Meeresbecken
eigentümlich zu sein. Ich erhielt sie aus der Zone des Amm. Sowerbyi
von Wentzen und Dohnsen (Braunschweig).
*
87. Opis eordifonnis Lycett.
1857. Opis cordi formt» Lyc: The Cetteiwold Hills, p. 128, tb. 4, f. 2 «. b. c
Zone des Amm Sowerbyi von Ravensgato Hill bei Gheltenham
(Gloucestershire).
88. Astarte Aalensis Oppel.
185«. Ast. Aalensis Opp.: Juraform. p. 404 (§ 53 Nr. 136).
Qeht in Franken hie und da in die Zone Amm. Sowerbyi hinauf, ist
indeas hier ziemlich selten. Grossenbuch bei Erlangen (Franken).
89. Astarte elegans Sowerby.
1816. Astarte tltgans Sow.: M. C. II, p. 86, tb. 137, f. 3.
1829. — — (Sow.) Phill.: Yorlwh., tb. 11, f. 41.
1837. - - (8ow.) Odf.: Petref. Germ. II, p. 191, tb. 134, f. 12.
Eine in der Zone des Amm. Sowerbyi sehr verbreitete Muschel, welche
nur viel seltener in den Murchisonae - Schichten auftritt. Ich kenne sie aus
ersterer Zone von Weismain, Grossenbuch und Pommer (Franken),
Gingen, Altenstadt (Württemberg), Schämbelon bei Baden (Aargau),
Freiburg (Baden), Longwy etc. (Moselle), Ravensgate Hill bei
Cheltenham (Gloucestershire).
90. Astarte excavata Sowerby.
1819. Astarte excavata Sow.: M. C. III, p. 37, tb. 233.
1856. — — (8ow.) Opp.: Juraform. p. 403.
Diese Art erreicht ihre nauptentwicklung erst in der Zone des Amm.
Sowerbyi, wenn auch an einigen Localitäten schon die Zone des A. Mur-
chisonae hie und da ein Exemplar geliefert hat. In der Zone des Amm.
Sowerbyi findet sie sich zu Beggingen (Baden), Miotte bei Beifort
(Haut-Rhin), Roohe Pourrie bei Salins (Jura), Longwy, St. Quentin
(Moselle), Tennie (Sarthe), Ravensgate Hill bei Cheltenham (Glou-
cestershire).
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(113)
91. Astarte cf. polita F. Roemer.
1842. Altarte polita F. Roem.: De Art. gen., p. 19, tb. I, f. 0.
Eine dieser Art nahestehende Form, welche indnss etwas bedeutendere
Dimensionen erreicht, findet sich nicht selten in der Zone des A. Sowerbyi
bei Pommer (Franken).
92. Cypricardia eordiformis Deshayes.
1838. Cypricard. eordiformis De«h.: Trait. 616m., tb. 24, f. 12, 13.
Scheint bereits in der Zone des A. MurcJtisonae zu beginnen, hat aber
ihr Hauptlager in der Zone des A. Humjphriesianus.
Zone des A. Sowerbyi von Chcltenham.
93. Cypricardia franconica Waagen n. sp.
Tab. 31 (VIII), f. 6.
Eine hübsche kleine Art, welche in der Zone des Amm. Sowerbyi in
Franken nicht übermässig selten vorkommt. Die allgemeine Form ist
länglich oval; vom Wirbel nach hinten und unten zieht sich eine ziemlich
scharfe Kante, welche an der hintern Seite ein dreieckiges Feld abgrenzt.
Die Oberfläche der Schale ist von feinen concentrischen Runzeln bedeckt.
Von Cypricard. eordiformis unterscheidet sich diese Art durch geringere
Grösse und weniger langgestreckte Form.
In der Zone des Amm. Sowerbyi von Pommer und Orossonbuch
bei Erlangen (Franken), sonst noch nicht bekannt.
94. Trlgonfa Goldfassi Agassiz.
1837. Trio. litUrata Ooldf.: Petref. Germ. H, p. 200, tb. 136, f. 5 a. b. d. f.
a. g. (non o u. e) (non Phillips).
1840. Trig. Goldfussi Agas«. : Etudes crit. Trigonios, p. 24.
In Franken ziemlich häufig in der Zone des Amm. Sowerbyi, in anderen
Gegenden indoss selten. Ich sammelte sie bei Weismain und Grossen-
buch, Goldfuss gibt sie an von Pegnitz und Gräfenberg in Franken;
ich kenne sie ausserdem noch von Asel fingen (Baden) und der Umgegend
von Metz (Moselle).
95. Trigonia formosa Lycett.
1837. Lyrodon st Hat um Gdf.: Petref. Genn. II, p. 201, tb. 137, f. 2 (non
ßowerby).
1859. Trig. formosa Lycett: Quart. Journ. geol. 8oc. London, Proc. Apr. p.41.
Die der Trig. striata nahe stehende Form der Zone des A. Sowabyi
hat Lycett neu benannt. Man findet die Art häufig, doch habe ich *ic
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(120
im Text noch als Triy. striata angeführt, da sich bei den in der Literatur
angeführten Vorkommnissen nicht entscheiden läsat, zu welcher Art sie
wirklich zu zählen seien.
Die von mir in Franken gesammelten Stücke, von der Form der
Triy. striata gehören indess sicher zu der Lycett'scben Art; sonst Ra-
vensgate Hill bei Cheltenham.
96. Trigonia trigona Waagen n. sp.
T»b. 21) (VI), f. 3 a. b.
Zur Gruppe der litteraten Trigonien gehörig. Form deutlich dreieckig,
nach hinten stark verlängert; Arealraum schmal, gewölbt, nicht dachförmig,
mit dichten Anwachsstreifen bedeckt, über die sich zwei radiale Reihen
feiner Knötchen hinziehen. Die den Arealraum von der übrigen Schale
trennende Kante nicht scharf, sondern gerundet mit Knoten besetzt. Der
Haupttheil der Schale ist mit geknoteten Rippen geziert, deren Verlauf sehr
charakteristisch erscheint. Von der Arealkante nach abwärts und etwas
nach hinten gerichtet erstreckt sich ein kleiner Wulst oder ein in die Länge
gezogener Knoten, von dem aus sich die eigentliche geknotete Rippe von
hinten nach vorn fortsetzt. Gegen den vordem Rand erleidet die Knoten-
reihe noch eine Biegung, indem sie sich, in eine scharfe dachförmige Falte
übergehend, in einem stumpfen Winkel nach unton und vorn wendet. Bei
den nach hinten zu gelegenen Rippen verliert sich die zweite Biegung und
die Knotenreihen verlaufen parallel mit dem Unterrand.
Das abgebildete Exemplar stammt von Gingen und hat eine Länge von
»7—, Höhe 60—, Dicke etwa 3*rm.
Die Art gehört, so weit ich festzustellen vermochte, ausschliesslich der
Zone des A. Sotcerbyi an, ist aber sehr selten. Ich kenne nur das abge-
bildete Stück von Gingen und ein Exemplar von Weismain bei Kulm-
bach (Franken).
97. Trigonia eostata Parkinson.
18 13. Trig. eostata Park. 8ow.: M. C. I, p. 105, tb. 85.
Die ächte Triy. eostata scheint mit der Zone des Amm. Sowcrbyi zu
beginnen; tiefer kenne ich sie noch nicht. Sie ist in dieser Region sehr
verbreitet, doch nirgends häufig. Sie findet sich in der Zone des Amm.
Sowerbyi von Pommer (Franken), Gingen, Jungingen, Gossheim
(Württemberg), Vögisheim (Baden), Roche Pourrie bei Sal ins (Jurn).
Ravensgate Hill bei Cheltenham (Gloucesrershiro).
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98. Trigonia spec. indet
Eine der Trig. costafa ziemlich nahe stehende, sich jedoch von dieser
durch eine bedeutendere Anzahl von Rippen unterscheidende Trigonia kommt
nicht selten in der Zone des Arnim. Sowerbyi an verschiedenen Localitüten
vor. Dio mir zu Gebote stehenden Stücke sind nicht hinlänglich gut er-
halten, um eine neue Art darauf zu begründen.
Zone des Amm. Sowerbyi von Pommer (Franken), Gingen (Würt-
temberg), Betzenau (Aargau).
99. Lncina Wrighti Oppel.
1854. Lucina Bellona Morr. k Lyc.: Or. Ool. p. 07 (pors) (non Orbigny).
— lyrata rerach. Aut. (non Phill.)
1866. — Wrighti Opp.: Juraform. p. 40!>.
Zwar nur von einer einzigen Localitüt bekannt, und auch hier nur auf
eine, wahrscheinlich die untersten Lagen der Zone vertretende Bildung
^Fimbria Marl) beschränkt. Ich führe diese Muschel indess an wegen
ihrer 8chönheit, und als Prototyp höher liegender Arten.
Zone des Amm. Sowerbyi der Umgegend von Cheltenham.
100. Lucilla paradoia Waagen n. sp.
Tab. 31 (VIII) f. 5 a. b.
Gehört in die Nähe der Lucina eonaria von Quenstedt, mit der sie
namentlich in der Art der Rippung recht gut übereinstimmt. Die Form ist in-
dess total verschieden. Sie ist länger als breit, und was besonders auffallend,
die Wirbel liegen weit nach hinten. Lunula schmal und sehr in die Länge
gezogen, Arealraum kurz. Schale glatt mit entfernt stehenden, concen-
trischen, dünnen, hoch aufgerichteten Lamellen.
Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen (3 Exemplare) und Wentzen
(Braunschweig) überall nicht häufig.
101. Lncina Gingensis Waagen n. sp.
Steinkerne einer ziemlich grossen dreiseitigen Muschel, welche in ihren
allgemeinen Umrissen viele Aehnlichkeit mit Pronoe trigonellaris zeigt. Dass
sie indess nicht zur Gattung Pronoe gezählt werden dürfe, lehrt die grosse
scharf begrenzte Lunula, welche die Muschel vor dem Wirbel trägt. Mit
Schale versehen, möchte die Muschel wohl sehr an Lncina plana aus
den Opalinu8-Thonen erinnern; doch erreicht dio vorliegende Art immer
viel bedeutendere Dimensionen als erstere. Ein schwacher Eindruck läuft
an der hinteren Seite vom Wirbel gegen den Unterrand des Steinkerns.
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(110)
C22
Mantel ohne Einschlag, Muskeleindrücke schwach, nur der vordere deutlich
sichtbar. Längo 57—, Höhe 55""", Dicke 30*"".
Mir bis jetzt nur von Gingen bekannt. Von dort erhielt ich nach
und nach 11 Exemplare.
102. Inicardinra cf. depressnm Phillips sp.
I8J9. Corbula deprtaaa Phül.: Yorkih. II, tb. 9, f. lfi.
1854. Unicardium depressum Morr. & Lyc. : Or. Ool. II, p. 133, tb. 14, f. 10.
Die Reste von Unicardien sind sehr selten in der Zone des Arm».
Sotverbyi. Ich erhielt ein Stück von Gingen, das wahrscheinlich zu dieser
Art gehören wird. Wright citirt die Art aus dem Lower Trigonia
Grit der Umgegend von Cheltenham; auch bei Weismain in Franken
kommt dieselbe vor.
103. Protocardia striatula Phillips sp.
1829. Cardium struUulum Phill.: Yorksh II, tb. 11, f. 7.
1850. — aubatriatulum Orb.: Frodr. I, p. 279.
Selten. Zone des A. Sotverbyi von Pommer am Hetzlas (Franken)
und Ravensgate Hill bei Cheltenham (Gloucestershire).
104. Isocardia cordata Buckmann.
1845. Iaocard, cordata Buckm.: March. Geol. of Cheltenham, p. 98, tb. 7, f. 1.
1856. — — (Buckm.) Oppel: Juraform, p. 410.
Zone des Amm. Sowerbyivon Leckhampton-Hill und Ravensgate»
Hill bei Cheltenham (Gloucestershire) und Tennie (Sarthe), sonst aus
dieser Schicht noch nicht bekannt.
105. Isocardia Aalensis Quenstedt.
1852. hocard. concentrica (8ow.) Quenstedt: Handb., p. 532, tb. 44, f. 28
(non 8ow.).
1858. Iaocard. AaUnsia Quenst : Jura, p. 860, tb. 49, f. 1.
Bei dieser Muschel tritt, wie so häufig in diesen Schichten im süd-
deutschen Meeresbecken, der eigenthümliche Fall ein, dass die Schale theil-
weise, vielleicht 3/4 der ursprünglichen Dicke, fortgeführt wurde, so dasa
man dann keinen rechten Steinkern, aber auch keinen ächten Moul exterieur
vor sich hat, wodurch die Beurtheilung solcher Stücke ausserordentlich er-
schwert wird. Schon Quenstodt, Jura, weist darauf hin.
Mein in solcher Weise erhaltenes Exemplar zeigt stellenweise undeut-
liche, eigenthüuilich geschwungene Radialetreifen. Die Muschel ist äusserst
selten in unserem Jura, ich kenne nur einige Stücke aus der Zone des
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(117)
Amm. Sowcrbyi von Aalen und Gingen; auch Quenstedt's Exemplar
wird wahrscheinlich aus dieser Zone stammen.
10G. Cucullaea cf. oblonga Sowerby.
1818. Cucull. oblonga 8ow.: M. C. III, p. 20«, f. 1, 2.
Mein Material reichto nicht hin, um mich zu überzeugen, ob die in der
Zone des Ammon. Sowcrbyi vorkommende Cucullaea, von der Form der
oblonga, mit Bestimmtheit zu dieser Art zu stellen sei. Ich führe dieselbe
daher als Cucull. cf. oblonga an. Verbreitet in der Zone des A. Sowcrbyi:
Gingen, Altenstadt (Württemberg), Roche Pourrie bei Salins
(.Iura), Cheveuge (Ardonnes), Longwy, Umgegend von Metz (Moselle),
Tonnie (SartheJ, Ravensgate Hill bei Cheltenham (Gloucestershire).
107. Cucullaea Lycetti Oppel.
1H29. Cucull. cancellata Phillips (pars): Yorksh., tb. 11, f. 44.
1866. Area Lycetti Oppel: Juniform. p. 411.
Aus Süddcutschland kenne ich diese Art nicht in der Zone des Amm.
Sowcrbyi, in Norddeutschland dagegen setzt sie bis da hinauf fort. Eh
liegen mir einige Exemplare aus den Knollen mit Inoceramus polyplocus von
Wentzen am Hils vor, welche ich nicht von dieser Art zu unterscheiden
vermag.
108. Macrodon sp.
Ein sehr seltenes Vorkommen in der Zone des Amm. Sowcrbyi. Ein
Exemplar von Wentzen (Braunschweig), etwas häufiger bei Nancy und
im Lower Trigonia grit der Umgegend von Cheltenham.
109. Pinna cf. cuneata Phillips.
1829. Pinna cuneata Phill.: Yorksh , tb. 9, f. 17.
Wird von Wright aus der Zone des Amm. Sowerbyi (Lower Trigonia
Grit) der Umgegend von Cheltenham citirt, sonst mir aus dieser Schicht
noch nicht bekannt.
110. Trkhites costatus Ferry.
18fil. Trick, costatut Ferry: Note sur le Gr. ool. inf. des env, de Macon, p. 12.
Trichiten gehören in den Schichten des mittleren Jura zu den Selten-
heiten. Auch die vorliegende Art ist nicht häufig. Ich kenne sie nur von
Gingen und Flace bei Macon. Was Wright als Tr. undtdatus Lyc.
aus dem Lower Trigonia Grit anführt, könnte vielleicht auch zu dieser
(8) 40
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018)
fi24
Art gehören; auch von der Miottc bei Beifort wird aus diesen Schichten
ein Trichitcs citirt.
111. Myoconcka tf. crassa J. Sowerby.
1824. Myoconch. crassa J. ßow.: M. C. V. p. 108, tb. 407.
Ebenfalls sehr selten in der hier in Rede stehenden Schicht. Ich fand
ein Exemplar zusammen mit Amm. Soteerbyi boi Syraondsburv (Doreet-
shire), Ferry citirt sie von Charnay und Flace bei Macon.
112. Modiola plicata Sowerby.
1819. Mod. plicata 8ow.: M. C. III, p. 87, tb. 248, f. 1, 2.
1850. Mytilua Sowtrltyanw Orb.: Prodr. 10, 378.
Geht durch den ganzen mittleren Jura. Sehr verbreitet in der Zone
des Amm. Sowerbyi; kommt darin vor bei Gingen (Württemberg), Asel-
fingen (Baden), Miotte bei Beifort (Haut-Rhin), La Roche Pourrie
bei Salin s (Jura), Flace bei Macon (Saöne -et- Loire), Umgegend von
Metz (Mo8elle), Ten nie (Sarthe), Umgegend von Bayeux (Calvados),
Raveusgate-Hill bei Cheltenham (Gloucestershire).
113. Modiola sealata Waagen n. 8p.
Tab. 29 (VI), f. 4 a. b.
Nicht sehr lang, beilförmig, undeutlich vierseitig, Hinterrand abgestutzt ;
nicht sehr dicht mit scharfen, treppenartig geordneten Runzeln in der Rich-
tung der Anwachsstreifen bedeckt.
Steht wohl der Mod. cuncata am nächsten, unterscheidet sich aber von
dieser hinlänglich durch die Form und die eigenthümlichc Skulptur der wie
gefirnisst glänzenden Schale.
Ich erhielt diese Art bisher nur von Gingen, wo sich bis jetzt fünf
Exemplare fanden.
114. Litkophaga pygmaea Qucnstedt.
1858. IMhodomu* pygmaem Quenat.: Jura, p. 430, ib. 59, f. Ü.
Nicht selten in Gcstcinsknollen und Austernschalen der Zone des Amm.
Sowerbyi von Pommer (Franken), Gingen (Württemberg) und Jungin-
gen (Ilohenzollern) eingebohrt.
115. Lima sulcata Goldfuss.
1836. Lima »ukota Gdf.: Petref. Germ. II, p. 84, tb. 102, f. 4.
Eine seltene Art, welche indoss, wo sie auftritt, für die Zone des Amm.
Sowerbyi sehr bezeichnend erscheint. Sie findet sich in dieser Zone bei
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025
019)
Grafen borg (Franken), Umgegend von Motz (Moselle) und Ravensgate-
Hill bei Cheltenham (Gloucestcrshire).
1 1 1». Lima alticosta Dewalque & Chapuis.
1R*>3. Lima alticosta Dew. & Ohap.: Jura Luxrmb, p. 203, th. 28, f. 3a. b.c.
18*i8. Plagiostoma sulcatum Ginyenst Qucnst.: Jura, p. 878, tb. 51, f. 1>.
Eine der häufigsten, verbreitetsten und bezeichnendsten Arten der Zone
de« Atum. Sotccrbyi. Durch ihre sehr charakteristische Form lässt sie sich
uberall leicht wiedererkennen, und ist desshalb als leitend für dio Zone zu
betrachten. Auch bei Gingen ist die Art sehr häufig, und es lassen sich
unter den Exemplaren, welche ich von dort erhielt, zwei Varietäten unter-
scheiden, welche durch mannigfache Uebergängc miteinander verbunden sind.
Var. A.
Plagiostoma stdeattun Gingense Quenst.
mit 40 — 50 hohen, Htcil abfallenden Kippen, welche mit Ausnahme
einiger gegen den hintern Rand der Schale zu gelegenen, auf ihrem
Rücken eine ziemlich breite, nur von feinen Anwachsstreifen be-
deckte ebene Fläche tragen. Zwischenräume zwischen den Rippen
ziemlich schmal.
Var. B.
30 — 40 scharfe, schmale und hohe Rippen , welche durch breite,
von feinen Anwachsstreifen bedeckte Zwischenräume von einander
getrennt sind, ziehen über die Schale hin, wodurch diese Var. ein
von der vorhergehenden sehr verschiedenes Aussehen erhält.
Beide Varietäten sind bei Gingen gleich häufig. Lima alticosta findet
sich ausser bei Gingen auch noch in der Zone des Amm. Sotcerbyi von
Altenstadt (Württemberg), Schambclen bei Baden (Canton Aargau),
Miotte bei Beifort (Haut-Rhin), La Roche Pourric bei Salins (Jura),
Longwy (Moselle).
117. Lima tennistria Goldfuss.
IHM. IAma tenniatria Gdf.: Petref. Genn. II, p. 82, tb. 101, f. 3.
18ül. — Btrihaudi Ferry: Note sur l'Et. Baj. des Env. de Macon, p. II.
Diese Art ist im süddeutschen Jura etwas seltener als die vorhergehende,
steht indess letzterer ziemlich nahe, und unterscheidet sich hauptsächlich durch
die weit feineren Rippen, deren man 70 — 80 und mehr zählt. Ich glaube, dass
Ferry's Lima Bertlmudi zur Goldfuss'schen Art gezogen werden müsse,
da auch sie sich allein durch feinere Rippen von Litua alticosta unterscheidet.
Zone des A. Sowerbyi von Gräfenberg (Franken), Gingen (Würt-
temberg), Freiburg (Baden), Umgegend von Macon (Saöne-et-Loire).
(»•) 40*
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(120)
118. Lima inctea Waagen n. sp.
Tab. ::0 (VII), f. 2 a. b. o.
Mit Ausnahme eines kleinen Theilcs am vordem Rande der Schale von
gegen (iO tiefen, mit senkrecht abfallenden Seiten versehenen, wie mit dem
Messer in die Schale eingeschnittenen radialen Furchen, durch die sich
deutliche Anwachsstreifen ziehen, bedeckt. Die Schale sonst glatt, mit kaum
bemerklichen haarfeinen Anwachsstreifen. Lunula glatt, fein concentrisch
gestreift. Allgemeiner Umriss nahezu halbkreisförmig. Länge 83 Höhe
73m", Dicke 30 mm.
Ich erhielt diese Art nur in 2 Exemplaren von Gingen, von andern
Fundorten kenne ich sie noch nicht.
HO. Lima ef. semicimüaris Munster.
183«. Lima wmicircularis Münat. in Odf. Petref. Germ. II, p. 8:», tb. lol, f. 6.
1856. - - (Mnst.) Oppd: Jurafonn. p. 415.
Obgleich es mir wahrscheinlich ist, dass die Exemplare aus der Zone
des A. Sonurbyi eine besondere Art bilden, reicht doch das Material nicht
aus, darauf eine Unterscheidung zu gründen.
Zone des Amm. Souerbyi von Chintre bei Macon (8aöne- et -Loire).
Ten nie (Sarthe).
120. Lima psendovalis Waagen n. sp.
Tab. 30 (VII), rjiA
Steht im Allgemeinen der Lima ovdlis Sow. ziemlich nahe, unterscheidet
sich aber von ihr durch enger stehende und zahlreichere Rippen, welche,
oft von ihrem geraden Verlaufe abgelenkt, wellig gebogen erscheinen. Die
Furchen zwischen denselben sind in gleicher Weiae wie bei Lima ovalis
punktirt.
Zone dos Amm. Sowerbyi von Gingen (Württemberg).
121. Lima Coquandi Ferry.
Lima duplicata rersch. Aut.
1861. — Coquandi Ferry: Note «ur l'Etage Baj. des Env. de Macon, p. 11.
Die Duplicatc Lima der Zone des A. Sowtrbyi scheint nach Ferry's
Angaben unterscheidbar von den höher und tiefer liegenden Vorkommnissen.
Ich selbst habe im Text diese Scheidung nicht vorgenommen, da ich nach
meinem etwas unzulänglichen Material nicht sicher feststellen konnte, ob
sich eine Trennung auch immer durchführen lässt.
Formen aus der Gruppe der Lima duplicata sind indess nicht sehr selten
in der Zone des Amm. Souvrbyi} ich kenne solche von Grossenbuch
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627 (121)
(Franken), Gingen und Gossheim (Württemberg), Schambelen boi
Baden (Canton Aargau), Umgegend von Macon (Saöne-et-Loire) , Umge-
gend von Metz (Moselle).
122. Lima (Ctenostrea) pectiniformts Sehlotheim sp.
1820. Ostracites pectini formt* ßchl.: Petrefaktenk. p. 231.
1832. Ostrea pectimformis Zieten: Verst. Württemb., tb. 47, f. 1.
Im Süddeutschen und Helvetischen Meeresbecken tritt diese Art
/.um ersten male in der Zone des Amm. Sowerbyi auf und setzt dann weiter
nach oben fort, während das Pariser Becken bereits in der Zone des
Amm. Murchisonae Exemplare derselben aufzuweisen hat.
Ada der Zone des Amm. Sowerbyi kenne ich diese Art von Gingen,
Altenstadt und Gossheim (Württemberg), Vögiahe im (Baden), Scham-
belen bei Baden (Canton Aargau), La Koche Pourrie bei Salin»
(Jura), Umgegend von Macon (Saone- et- Loire), Umgegend von Metz
(Mosclle), Ten nie (Sarthe).
123. Avienla Hersilia Orbigny.
1850. Atfic. Hersilia Orb.: Prodr. 10, 403.
1H57. — diyüata (Desl.) Lycett: The Cojteawold Hille, tb. 4, f. 10 (non Desl.).
Die Form aus der Zone des Amm. Sowerbyi zeichnet sich durch ihren
glatten Wirbel hinlänglich von Av. Münsteri aus, so dass man den Namen
von Orbigny annehmen kann.
Zone des A. Sowerbyi von Kötschondorf (Franken), Gingen (Würt-
temberg), Orbigny citirt sie von St. Maixent und Draguignian,
ausserdem kommt sio vor am Ravensgate Hill bei Cheltenham und
bei Dohnsen (Braunschweig).
124. Avicula elegans Münster.
1830. Av. elegans Mttnst. in Odf. Petref. Germ. II, p. 130, tb. 117, f. 8.
Setzt aus der Zone des Amm. Murchisonae, wo die Muschel ihr Haupt-
lager hat, hier herauf fort.
Sehr häufig in der Zone des Amm. Sowerbyi in Franken (überall),
seltener bei Gingen, sonst von Vögisheim und Freiburg (Baden).
125. Inoceramus polyplocus F. Roemer.
183C. Inoceram. duinus Qdf.: Petref. Germ. II, p. 108, tb. 109, f. 1.
1857. — polyplocus F. Roemer: ZeiUehr. der deutsch, geolog. Ge«. IX,
p. 624.
Diese Muschel bewohnte zwei weit von einander entfernte Meeresbecken,
während sie mir aus den zwischen liegenden Gegenden noch nicht bekannt
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f.28
ist. Im Süddeutschen Becken ist sie sehr selten, während sie im Nord-
deutschen Meeresbecken ausserordentlich häufig angetroffen wird.
Die Art erreicht sehr bedeutende Dimensionon, das grösste mir be-
kannte Exemplar in der Sammlung des Herrn Forstmeisters von Ungar
erreicht 90mm im Durchmesser vom Wirbel nach dem Rande.
Zone des Ammoniles Sowerbyi von Rabenstein (Franken), Gingen
(Württemberg), Dohnsen, Wentzen u. s. w. in Norddeutschland.
126. tiervillia snbtortnosa Oppel.
185«!. Gtrv. subtortuosa Opp.: Juraform. p. 417.
Die Exemplare solcher Gervillien sind äusserst selten in den Sowcrbji-
Schichten, wenn sie gleich an mehreren Localitäten angetroffen werden.
Ich kenne dio Art ans der Zone des Amm. Sowerbyi von Weismain
und Grossenbuch (Franken), Gingen (Württemberg), Vögisheim
(Baden), ? Umgegend von Cheltenham (Gloucestershire).
127. Gervillia cf. Hartmanni Goldf.
183Ü. Gtrv. Hartmanni, Odf.: Petref. Germ. II, p. 122, tb. 115, f. 7 a-d.
1856. — — Oppel: Juraform. p. 417.
Es liegt eine Gervillia in der Zone des Amm. Soicerbyi, welche in ihrer
allgemeinen Form sehr an Gerv. Hartmanni erinnert; es glückte mir indes»
nicht, hinlänglich gute Exemplare zu erhalten, um mich von ihrer
Zugehörigkeit zu der bezeichneten Art mit Bestimmtheit überzeugen zu
können.
Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen (Württemberg) Ravensgate
Hill bei Cheltenham (Gloucestershire).
128. Gervillia praelonga Lycett.
1857. Gtrv. praelonga Lyc: The Cotteswold Hilla, p. 127, tb. G, f. 6.
Eine in der Zone des .4mm. Sowerbyi ziemlich verbreitete Art Ich
kenne sie von Gingen (Württemberg), Weismain (Franken), Ten nie
(Sarthe), Cotteswold Hills bei Cheltenham (Gloucestershire), Wentzen
am Hils (Braunschweig).
129. Perna crassitesta Münster.
1836. Verna crassiUsta Mnst. iu Odf. Petref. Germ. II, p. 106, tb. 107, f. 13.
8ehr häufig in der Zone des Amm. Sowerbyi der Umgegend von Er-
langen und Gräfenborg (Franken). In Schwaben ist sie in so tiofen
Schichten noch selten; ihr Hauptlager scheint hier im Abraum der blauen
Kalke (Zone des Amm. Saustet) zu sein, denn Quenstedt Jura tab. 52,
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1520
(123)
f. 8 bildet ein Exemplar daher ab, was ich nicht zu unterscheiden vermag.
Von Perna isognomonoides Stahl iat die Art gut abzutrennen.
Andere Fundorte haben meines Wissens diese Art noch nicht geliefert.
130. Pecten fiingensfe Quenstedt.
1858. Pect. Gingensis Quenst.: Jura, p. 878, tb. 571, f 1.
Beide Schalen vollkommen glatt, nur mit sehr feinen Anwachsstreifen
bedeckt, linke Valve etwas weniger gewölbt als die rechte, sonst beinahe
vollkommen symmetrisch. Auf eine eigenthümliche seidenartige Faserung
einzelner Schalen dieser Art, welche in der Richtung der Tunktreihen von
Pecten letts verläuft, macht schon Quenstedt Jura p. 354 aufmerksam;
dass man dieselbe auf einigen Exemplaren bemerkt, auf andern nicht,
scheint von der Erhaltung herzurühren.
Pecten Gingensis unterscheidet sich von Pect, diseifortnis durch bedeu-
tendere Grosse und verhältnissmässig weit dickere Schale.
Zone des Amin. Soicerbyi von Gingen (häufig), Schambelen bei
Baden (Canton Aargau), Mont d'Or bei Lyon (Rhone).
131. Pecten diseiformis Schübler.
1833. Pect, diseifortnis Schübl. in Zieten Ver«t. Wflrttemb., tb. 5:t, f. 2.
Selten in der Zone des Amm. Soicerbyi, kommt indess vor bei Weis-
main, Grossenbuch (Franken), Gingen (Württemberg), Vögisheim,
Freiburg (Baden).
132. Pecten oblonges Waagen n. sp.
Steht dem Pecten spatulatus Roemer sehr nahe, indem seine Höhen-
dimension ebenfalls seine Breite bedeutend überwiegt; unterscheidet sich
aber von dieser Art durch an den Schlosskanten bedeutend weiter herab-
laufende Ohren.
Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen (Württemberg). Vielleicht mag
auch ein oder das andere der bei der vorigen Art aufgeführten Citate hie-
her gehören.
133. Pecten cf. Saturnns Orbigny.
1850. Pect. Saturnus Orb.: Prodr. 10. 420.
Eine zur Gruppe des Pect, lens gehörige Muschol, welche am meisten
an Pect, arcuatus erinnert, sich von diesem aber durch breitere Form, tieferen
Byssus- Ausschnitt am vordem Ohre der rechten Schale und feinere sich
regelmässig gabelnde Streifen unterscheidet, belege ich einstweilen zweifel-
haft mit diesem Namen.
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(124) 030
Zone des Amm. Soucrbyi von Gingen (Württemberg), von verschie-
denen anderen Fundorten in der Literatur wahrscheinlich als Pect, lens citirt.
134. Pecten cinctus Sowerby.
1822. Pett. cinctus 8ow.: M. C. IV, p. 96, tb. 371.
1830. — Um rar: Zieten: Ve«t. Württemb., p. 69, tb. 52, f. 6 a. b. c.
18M. — cinctu* (8ow.) Morris: Cat. britt fos«. p. 176.
Zieten gibt zwar das seiner Abbildung zu Grunde liegende Exemplar
als aus den Juramergel am Staufenberg, Sowerby das seine aU
aus dem Diluvium stammend an, doch stimmen die in meinem Besitz
befindlichen Stucke so gut mit den beiden Abbildungen überein, dass ich
nicht anstehe, die Art als der Zone dez Amm. Sowerbyi angehörig zu be-
trachten, um so mehr, da auch Morris dieselbe als eine Art des Unter-
oolithes anführt.
Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen, nicht sehr selten, und nach
Morris von Horncastle; ausserdem ein Exemplar von La Roche Pourrie
bei Sa Hins (Jura).
135. Pcctcil aratus Waagen n. sp.
Tab. 31 (VIII), f. 8 a. b.
Eine zur Gruppe des Pect, lens gehörige Art, welche sich durch die
eigentümlich hackenförmigen , vertieften Streifen, welche in der Richtung
des Streifen des Pect, lens verlaufen, und in Fig. 3 b vergrössert dargestellt
sind, auszeichnet. Während diese Furchen bei Pecten cinctus, mit dem die
vorliegende Art einige Aehnlichkeit hat, die hackenförmigen Krümmungen
nicht zeigen, und durch die starken concentrischen Anwachsstreifen unter-
brochen werden, bo dass die Oberfläche der Schale wie geschuppt erscheint,
laufen dieselben bei Pecten aratus, unbehindert durch die äusserst feinen
Anwachsstreifen, über die sonst glatte Schalenoberfläche bis an den Rand
der Schale. Rechte und linke Schale zeigen ganz übereinstimmende Skulptur.
Pecten aratus ist ziemlich selten. Ich besitze 4 Exemplare aus der
Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen, und eines aus den gleichen Schich-
ten von Aselfingen.
136. Pecten pnmilus Lamark.
1819. Pect, putnilus Lamk.: An. s. Vert. VI, p. 183.
1K53. — personatus Ziet.: Verst. Württemb , tb. &2, f. 2.
1836. — — Gdf.: Petref. Genn. II, p. 73, tb. 99, f. 5.
Setzt aus der Zone des A. Murchisonae hier herauf fort, ist aber ge-
wöhnlich oben seltener als unten, wo er sein Hauptlager hat. Es ist noch
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H31
(125)
die ganz typische Form, linke Schale ziemlich kräftig radial gerippt, rechte
Schale glatt, auf der Innenseite beider Klappen 12 — 14 erhabene radiale
Kippen.
Fand sich bis jetzt in der Zone des Amm. Sowerbyi in Franken
(überall häufig), bei Qingen (ziemlich Belten), Asel fingen, Vögisheim,
Freiburg (Baden), Be tzen au (Canton Aargau), Flace bei Macon(Saone-
et-Loire), Mont d'Or bei Lyon (RhÖne), Umgegend von Metz (Moselle),
Tennie (Sarthe).
137. Pecten barbatas Sowerby.
181!>. Pect, barbatus 8ow.: M. C. III, p. f»3, tb. 231.
Diese Art gehört hauptsächlich dem nördlichen Theile des Pariser
Beckens an. Sie beginnt hier bereits in der Zone des Amm. Murchisouae
(Evrecy bei Caen) und setzt vercinzelnt in die Zone des Amm. Sowetbyi
fort. Umgegend von Bayeux und Dundry.
138. Pecten Dewalquei Oppel.
1850. Pect, articulatus (Gdf.) Orbigny: Prodr. I, p. 284.
1852.? — — (8chl.) Dewalque & Chapuis: Foss. des terr. «ec. de
Louxemb., p. 213, tb. 29, f. 3.
1856. Pecten Dewalquei Oppel; Jaraform. p. 420.
Linke Schale mit 23 gleichmässigen von feinen Anwachsstreifen bedeck-
ten hohen, jedoch nicht scharfen Rippen, auf deren Rücken sich Stacheln
erheben, welche sich umsomehr an einander drängen, je näher sie dem
Wirbel der Muschel stehen, doch übersteigt ihre Zahl auf der ganzen Länge
der Rippe 20 wohl wenig. Die Rippen sind vollständig gleichartig und es
schieben sich keine Zwischenrippen ein. Die Furchen zwischen den Rippen
sind breit und in ihrem Grunde gerundet; Anwachsstreifen in ihnen nur
schwach angedeutet; die concentrischen Rippen, welche auf dem Rücken
der radialen Rippen die Stacheln bilden, verschwinden in ihnen ebenfalls
gänzlich. Ohren gross und ungleich ; die concentrischen Rippen treten kräftig
auf sie hinaus und werden von Radialrippen durchkreuzt, wodurch mehrere
Stachelreihen entstehen. Länge 65"", Höhe 70"™, Dicke ?
Ein kleineres Exemplar scheint als rechte Schale zu derselben Art zu
gehören. Die Zahl der Rippen ist die gleiche, die Rippen sind weniger
hoch und breiter als bei der linken Schale, Furchen schmäler und ebenfalls
glatt. Den Rippen fehlen die Stacheln, sie sind nur mit dichten, schuppen-
artig vorstehenden Anwachsstreifen bedeckt.
Im ganzen Habitus gleicht diese Art einigermassen dem Pect, dentaius
Sow., und scheint denselben auch im Süddeutschen Meeresbecken zu ver-
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(12G)
r,3t>
treten. Uebrigens steht auch Pccf. arttculattt* Gdf. aus dem obem Jura
ziemlich nahe und es ist wahrscheinlich die vorliegende Art, was von ver-
Hchiedenen französischen Autoren als P. articulatus aus der Zone des Amm.
Sowerbyi angeführt wird. Die Dewal que'sche Abbildung ist indeas so
schlecht, dass man die Art kaum darnach erkennen kann.
Ziemlich selten in der Zone des A, Sowerbyi von Gingen (G Exem-
plare), sonst von La Koche Pourrie bei Salins (Jura) und Umgegend
von Macon (Saone-et-Loire).
139. ? Pcctcn dentatns J. Sowerby.
1*27. Pect, dentatws J. Sow.: M. C. VI, p. 143, tb. 574, f. 1 (non Gdf.).
Sowerbyi Original stammt vonDundry und gehört sehr wahrschein«
lieh in die Zone des Amm. Sowerbyi, doch kann ich über diese Art keine
bestimmten Angaben machen.
140. Pccten ambi£uus Golfuss.
1K»6. Pect, amhiguus Gdf.: Petref. Germ. II, p. 46, tb. 90, f. 6.
Das Original von Goldfuss stammt aus der Zone des Amm. Sowerbyi
von Gräfenberg. Die Art lässt sich von Lima nodosa Schübl. = Pecten
Gents Orb. durch die engerstehenden concentrischen Streifen wohl unter-
scheiden, wenn er auch sonst anscheinend Uebergänge zu dieser Art zeigte.
Es werden nämlich die Furchen auf dem Kücken der Falten tiefer, und jede
Falte spaltet sich in 2, wodurch gegen 30 Falten entstehen. Dennoch lassen
sich auch diese Varietäten als das was sie sind, erkennen, indem die paarige
Anordnung der Rippen, von denen die eine dicker, die andere dünner ist,
oder das regelmässige Abwechseln von dickeren und dünneren Kippen ihnen
fehlt; während auch bei einzelnen Exemplaren von P. ambigutts sich auf der
Höhe der der Schlosskante mehr genäherten Kippen kleine Stacheln zeigen.
Ziemlich häufig in der Zone des Amm. Sowerbyi bei Pommer und
Gräfenberg (Franken), Gingen (Württemberg) und Freiburg (Baden).
141. Peeten Gents Orbigny.
1833. Lima nodosa (non notata) Schübl. in Ziet. Verst., Württ«mb., p. 70,
tb. 53, f. 8.
183G. Pect, textorius Gdf.: Petref. Germ., p. 45, tb. 89, f. 9 d (nou f. 9 a. b.c.
non Schlotli.).
1*50. Peeten Genüt Orbigny: Prodr. 10. 424.
185G. — atnbiguus Opp.: Juraform. p. 419.
1858. — Uxtorius Quonst.: Jura, p. 433.
Heide Schalen tragen auf allen Rippen kleine Stacheln ; auf der rechten
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(127)
stehen die Rippen mehr paarig, indem sich immer eine dickere und eine
dünnere an einander schmiegen, auf der linken wechseln dickere und dün-
nere Rippen unter gleichen Zwischenräumen mit einander ab. Die Muschel
erreicht eine ziemlich bedeutende Grösse, wodurch sie sich leicht von Pect,
ambiguus, der stets kleiner bleibt, unterscheiden laast.
Yon den älteren Formen der gleichen Gruppe unterscheidet sich diese
Art durch feinere und zahlreichere Rippen.
Die Art ist nicht auf die Zone des Amm. Sowerbyi beschränkt, sondern
geht auch höher bis in die Zone des Amm. Parkinsoni.
In der Zone des A. Sowerbyi findet sio sich bei Pommer (Franken),
Gingen (Württemberg) sehr häufig, Miotte bei Beifort (Haut-Rhin).
142. Pecten laeviradiatns Waagen u. sp.
Tab. 3) ( VIII), f. 4 a, b.
Flachgewölbte Schalen, beide Klappen gleich, auf denen vom Wirbel
sieben scharfe mit senkrechten Seiten abfallende Rippen ausstrahlen. In
gewissen Entfernungen vom Wirbel setzen sich anfangs haarfein, dann stärker
werdend, genau die Mitte zwischen den vorhergehenden haltend, neue Rippen
ein, und so mehrmals, so dass man am Rande 30 und mehr Strahlenrippen
zählen kann. Diese Rippen haben auf ihrem Rückon eine von Kanten be-
grenzte ebene Fläche, die vollkommen glatt, ohne eine Spur von Anwachs-
streifen ist. Auf den ganz flachen Zwischenräumen aber bemerkt man äusserst
feine concentrische Anwachsstreifen. Der Steinkern ist durchaus glatt.
Nicht selten und sehr bezeichnend für die Zone des Amm. Sowerbyi
von Pommer (Franken), Gingen (Württemberg), Aselfingen (Baden),
Betzonau und Schambelen (Canton Aargau).
Scheint im Pariser, Nordenglischen und Norddeutschen Becken zu fehlen.
143. Hinnites Gingensis Waagen n. sp.
Tab. 31 (VIII), f. 1 a. b., 2 a. b.
1856. Pecten tuberculosus Gingensis Quenstedt: Jura, p. 379, tb. 51, f. 4
8ohalenbrucbit0cL
Zeichnet sich namentlich durch die feinen mit kleinen Knötchen be-
setzten, ziemlich gleichmütigen, wellig verlaufenden Radialrippen aus, von
denen keine zu besonderer Dicke anschwillt, wie dies auch Quenstedt
hervorhebt. Die rechte Schale ist flach, mit noch etwas feineren Radial-
rippen als die linke versehen, über die ähnlich, wie bei Pect texlorius, sehr
feine concentrische Linien hinziehen. Gegen den Rand zu verschwinden aber
beide Streifensysteme vollständig. In der Wirbolgegend setzt sich ein
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(128) 634
ausserordentlich grosses Byssusohr an, dessen Byssusausschnitt läng» der
Schlosskante mit kleinen Stacheln besetzt ist, ähnlich, wie es Quenstedt
Jura tb. 58, f. 9 von Hinn. htbeiadosus abbildet. Die linke Schale ist
gewölbt, die etwas gröberen Kippen werden von so ziemlich gleich starken
concentrischen Rippen in gleichen Zwischenräumen gekreuzt, wodurch eint?
zwar nicht sehr deutliche, aber sehr charakteristische Gitterung der Schale
entsteht. Die Ohren der linken Schale sind gleich nittssig und radial gestreift.
Die Art erreicht sehr bedeutende Dimensionen, wesshalb ich nur ver-
kleinerte Abbildungen der beiden Valven geben konnte. Mein grösstes
Exemplar von Gingen erreicht 130"" in der Länge und 140"" in der Höhe.
Sehr bezeichnend für die Zone des A. Sowerbyi im Süddeutschen,
und wie es scheint auch in einem Theile des Helvetischen Meeres-
beckens. Ich kenne die Art von Grossen buch (Frauken), Gingen (Würt-
temberg), Schambelen bei Baden (Canton Aargau).
144. Gryphaea sublohata Deshayes sp.
1830. Ostr. sublobata Desh.: Enc. meth. II, p. 307.
1845. Gryph. cymbium (Odf.) Buckm.: Murch. Gool. Chelt. p. 75, tb. 7, f.
(non Lam.).
1853. — Buckmanni Lycett: Ann. a. M;ig. nat. bist. p. 201.
18.10. — sublobata (Desh.) Opp.: Juraform. p. 421.
1858. — lobata Quenst.: Jura, p. 3<i9 (pars).
Die Quenstedt 'sehe Art scheint mir, wenn auch nur theil weise, hie-
her zu gehören. Demzufolge erreichte freilich Gr. sullobata im Süddeut-
schen Meeresbecken gewöhnlich etwas bedeutendere Dimensionen, als diesa
in England der Fall ist, dennoch mag ich beide Formen nicht trennen.
Gryph. sublobuta ist eine der weitest verbreiteten Arten der Zone de«
Aitmi. Sotcerbyi, und ist überall wegen ihrer charakteristischen Form als
leitend anzusehen. Sie kommt vor bei Gingen (Württemberg), Scham-
belen bei Baden und Betzenau (Canton Aargau), Dijon (YonneJ.
Nevres (Nievre), Thouars (Deux-Sevres), Tennie (Sarthe), Symonds-
bury (Dorsetshire), Cheltenham (Gloucestershirc).
145. Gryphaea caloeola Quenstedt.
1*43. Gryph. cakeota Queiist.: FICtzgeb. p. 303.
1852. — — Quen*t. Handb. 1. Aufl., p. 502, tb. 4*', f. 29—31.
1850. — — (Quenst.) Opp.: Juraform. p. 421.
1858. - — Quemtedt: Jura, p. »53, tb. 48, f. 1-3.
Eine an einzelnen Stellen des Süddeutschen Mecresbecken*
ausserordentlich häufige Muschel, sonst bis jetzt nur noch aus dem, wahr-
scheinlich vom Helvetischen Meeresbeckon abhängigen Rheinischen Meer-
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(120)
busen und dem Helvetischen und Mittelländischen Becken bekannt.
Uuberall in der Zone des A. Sowerbyi: Gingen (22 Exemplare), .Tun-
gingen (Hohenzollern) ausserordentlich häufig, R an den bei B egg in gen
(Ct. Schaffhausen), Yügisheim und Freiburg (Baden), Mont d'Or bei
Lyon (Rhöne) und an verschiedenen Localitäten der Dopt». Ardeche,
Lozere, Aveyron und Gard (Dumortier).
14«. Ostrea crenata Goldfuss.
lt?33. Ostr. crenata Gdf.: Petref. Germ. II, p. «, tb. 72, f. 13.
Die Vorläuferin der Ostrea ßabelloides Lamk. mit feineren Falten und
dünnerer Schale.
Zone des Amm. Sowerbyi von Pommer am Hetzlas bei Erlangen
(Franken), Gingen, Gossheim (Württemberg), Miotte bei Beifort
(Haut-Rhin), La Roche Pourrie bei Balins (Jura), Flace bei Macon
(Saone- et -Loire).
147. Ontrea calceola Zieten.
1838. Ostr. cakeola Ziel.: Verst. Wttrttemb. p. «2, tb. 47, f. J.
Zone des Amm. Sowerbyi von Franken, Weismain, Grossenbuch
u. s. w., Schambelen bei Baden (Canton Aargau), sonst mir aus dieser
Zone nicht bekannt.
148. Ostrea cf. eduliformis Schloth.
In den Sowerbyi- Schichten verschiedener Localitäten liegt eine glatte,
etwas schuppige Auster mit ziemlich kleiner Ansatzfläche, welche Quen-
stedt als Ostr. cdtdijörmis bezeichnet. Mir scheint sich dieselbe durch be-
deutend dickere Schale von dieser Art zu unterscheiden, und es möchte
wohl Goldfuss in tb. 80, f. 5 c diese Form dargestellt haben.
Zone des Amm. Sowerbyi von Grossenbuch (Franken), Gingen,
Jim gingen u. s. w.
149. Ostrea sp. indet.
Eine ganz glatte, nur von feinen Anwachsstreifen bedeckte Auster,
meist von dreieckiger Form und mit ihrer ganzen Unterseite aufgewachsen,
überzieht oft Ammonitenschalen und Gesteinsknollen. In der Litteratur
kann ich keinen rechten Namen für sie finden, und es ist auch misslich,
einer so unbestimmten Form einen neuen Namen zu geben. Es reicht hin,
ihre Anwesenheit in der Zone des A. Soivcrbyi zu constatiren. Pommer
(Franken), Gingen (Württemberg), Aselfingen (Baden) u. s. w.
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(130)
150. Placunopsis Gingensls Qucnstodt 8p.
1H58. Anomia Ginge t^is QucnU. : Jura, p. 379. tb. 51, f. 3.
Da sich das Loch in der Unterschale nicht nachweisen lügst, stelle ich
diese Muschel lieber zu Plaamopsis. Selten in der Zone des A, Sowerbyi.
Ich kenne nur wenige Exemplare von Gingen, sonst von Weismain
(Franken).
151. Terebratnla globulns Waagen n. sp.
Tab. 32 (IX), f. 1 a. b. c, 2 a. b. c.
Schnabel kurz, ziemlich dick, übergebogen, Deltidium sehr schmal, Oeflhung
gross, rund, Schnabelkanten fehlen. Gesnmmtumriss der Muschel rundlich,
beide Schalen ziemlich gleichmütig gewölbt. Die kleinere Klappe trägt
gegen den Stirnrand hin zwei nicht sehr kräftige kurze Falten, welche bei
einigen Exemplaren zwei äusserst schwache, kaum bemerkbare Einbuch-
tungen auf der grösseren Klappe entsprechen. Bei andern fehlen diese
Einbuchtungen ganz. Stirnrand in der Mitte zu einem sehr schwachen Wulst
aufgebogen.
Von Ter. globata unterscheidet sich diese Art durch etwas feineren
Schnabel, meistens geringere Grösse und gedrungenere Form, von Ter. con-
globata Desl. durch weit geringere Dicke, von Ter. Eudes* Opp. ebenfalls
durch stets geringere Grösse, näher beisammenstehende, vorspringendere utid
kürzere Stirnfalten.
Nicht sehr häufig in der Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen (10
Exemplare), sonst von Günsberg (Canton Solothurn) und La Roche
Pourrie bei Saline (Jura).
152. Terebratnla doroplana Waagen n. ap.
Tab. 31 tVIII), f. 7 a. b. c. d.
Schnabel kurz, dick, abstehend, das Deltidium sichtbar, jedoch sehr
schmal, Oeffnung verhältnissmässig bedeutend gross, Schnabelkanten schwach
und wenig scharf, jedoch den Rand der Schale fast erreichend. Umriss der
ganzen Muschel deutlich fünfseitig; kleinere Klappe sehr flach mit zwei
nicht stark hervortretenden Falten, grössere Klappe gewölbt, mit zwei den
Falten der kleineren Klappe entsprechenden Einbuchtungen. Eine schwache
Carina beginnt am Schnabel und läuft auf der Mitte der grösseren Klappe
gegen den Stirurand, zwischen den beiden Einbuchtungen eine Falte bildend;
Stirnrand in der Mitte etwas aufgebogen, wodurch ein schwacher Wulst
entsteht.
Unterscheidet sich von Ter. in/raoolilim Desl. durch feineren und ab-
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(137
(131)
stehenderen Schnabel, weiter heraufreichende Stirnfalten und die Ca rinn auf
der grösseren Klappe.
Sehr häufig in der Zone des Amm. Sowcrbyi bei Gingen (40 Exem-
plare) sonst von Güneberg (Canton Solothurn) und La Roche Pourrie
bei Sa lins (Jura).
153. Terebratnla cf. Eudcsi Oppel.
185fi. Ter. Enden Opp.: Juraform. p. 428.
18U4. — — (Opp.) Desl.: Pal. Fr. Terr. jur. Brach., tb. 5<», f. 3—11.
Es finden sich allenthalben in der Zone des Amm. Sowerbyi hie und da
Terebrateln , welche man am ehesten als Ter. Einlest bezeichnen könnte,
und welche meist namentlich der Figur 11 bei Deslongchnmps nahe
kommen. Ich kenne solche Exemplare von Gingen (Württemberg), Güns-
berg (Canton Solothurn), La Roche Pourrie bei Salins (Jura).
Was von verschiedenen Autoren gewöhnlich als Ter. ylobata angeführt
wird, gehört höchst wahrscheinlich hierher. Die Art beginnt bereits in der
Zone des Amm. Murchisonae.
154. Terebratnla Kleini Lamk.
1819. Ter. Kleini Lamk.: An. s. vert. VI, p. 252, no. 33.
Eine der ächten Ter. perotalis ziemlich nahe stehende Art, welche
eigentlich in den Murchisonae-Schichten des Pariser und Nordenglischen
Heckens ihr Lager hat, und nur an sehr vereinzelten Stellen in die Zone
des Amm. Sowerbyi heraufreicht. Ferry citirt sie aus letzteren Schichten
der Umgegend von Macon.
155. Terebratnla cf. Buekmanni Davidson.
1851. Ter. Buekmanni Dar.: Mob. Brill, ool. Brach., p. 44, tb. 7, f. 15, 1(1.
Ich führe die Art nur an, um auf diese Form aufmerksam zu machen,
da sehr selten und vereinzelt in der Zone des Amm. Sotcerbyi im Süd-
deutschen Meeresbecken Exemplare vorkommen, welche man vielleicht
mit diesen Namen belegen könnte; Gingen.
156. Terebratnla flmbria Sowerby.
1822. Ter. fimbria 8ow.: M. C. IV, p. 27, tb. 32G.
1851. — - (8ow.) Dar.: Mon. Britt. ool. Brach., p.61, tb. 12, f.G-12.
So häufig diese Art im Unter oolith von Glouoestershire ist, so
geringe geognostische Bedeutung hatte dieselbe bisher, da sie ausserhalb
England» nur im Sarthe Dep. nachgewiesen war. Seit sich Ter. fimbria
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638
nun aber auch in den Südalpen wiedergefunden hat, ist es von Interesse,
das geognostische Niveau, das dieselbe einnimmt, etwas näher festzustellen.
Es scheint sehr wahrscheinlich, dass sie der Zone des Atnm. Sotvcrbtfi an-
gehöre, da der bezeichnete Ammonit und die ihn gewöhnlich l>egleitenden
Vorkommnisse in G loucestorshire erst in dem, über dem Fimbria-
Marl folgenden Low er Trigon. grit nachgewiesen wurde, während A.
Mnrchisonae nur dem weit tiefer liegenden Pea grit eigenthümlich ist.
»
157. Terebratnla plicata Ruckmann.
1845. 7fr. plicata Buckm.: Murcb. Gcol. of Cheltenh., p. 101, tb. 7, f. 6.
1851. — — (Buclnn.) Dav.: Hon. Britt. ool. Brach., p.üO, tb. 12. f. 1—5.
Liegt mit Ter. fimbria zusammen im Fimbria-Marl von Gloucester-
shire. Zone des A.Sowerbyi von Tournus und Macon (Saone-et-Loire),
Cheveuge (Ardcnnes), Umgegend von Cheltenham (Gloucestershire).
158. Macandre wia discnlns Waagen n. sp.
Tab. 31 (VIII), f. 8 a. b. c, '.) a b. c.
Schnabel äusserst kurz, breitgedrückt, vollkommen abstehend ; Oeffnung
gross, dreieckig, fast bis an den Wirbel der kleineren Schale reichend.
Deltidium klein, aus zwei Stücken bestehend. Vom Schnabel herab laufen
sehr scharfe 8chnabelkanten gegen den seitlichen Schalenrand, eine falsche
Area abgrenzend. Umriss der Muschel rundlich vierseitig, Stirnrand gerade.
Steht der Ter. Lycetti Dav. am nächsten, unterscheidet sich aber von
ihr durch den fast gar nicht übergebogenen Schnabel, das grosse Foramen
und die wenig entwickelten Deltidialplatten.
Es liegen mir 6 Exemplare von Gingen vor, von einem andern Fund-
ort kenne ich sie noch nicht.
159. Macandrewis cf. Meriani Oppel sp.
185«. Terebrat. Meriani Oppel: Juraform. p. 424.
Ich fand dieser Art nahe stehende Formen in den Sowerbyi-Schicbten
in Schwaben, so wie bei Günsberg im Canton Solothurn. Wright
citirt die Art aus dem Lower Trigonia grit vom Ravensgate Hill
bei Cheltenham (Gloucestershire).
1G0. Ruynchoiiella Gingensis Waagen n. sp.
Tab. 32 (IX), f. 3 a. b. c.
18G2. Rhynch. quadriplicata (Ziet.) Deslongcbamps: Etudes crit. p. 31, tb. r>,
f. 9 (oon Zieten).
Schale ungleichklappig, länger als breit, Schnabel abstehend, gerundet,
Sohnabelkanten nur an der Spitze deutlich. Spitze des Schnabels übergebogen,
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(133)
Oeffnung rund, nach unten durch die stark entwickelten Deltidialplatten
vollständig abgeschlossen ; sie wird zu beiden Seiten durch dreieckige glatte
Felder begronzt, welche sich an der Schlosslinie herabziehen und eine un-
deutliche falsche Area bilden. Kleinere Klappe stark und gleichmässig ge-
wölbt, von 16 — 24 Falten bedeckt, welche am Wirbel beginnen und gegen
die Stirn verlaufen; 4 — 6 von diesen kommen auf einen ziemlich hohen
Medianwulst zu stehen: 3 — 5 Falten entsprechen ihnen im Sinus der grös-
seren Klappe.
Die vorliegende Art steht so ziemlich in der Mitte zwischen Rh. sttb-
tetraedra Dav. und Rh. Stuifensis Opp. Von ersterer unterscheidet sie sich
durch geringere Grosse und schwächeren Wulst, von letzterer durch be-
deutendere Grösse und nicht abgestumpfte Stirn; indess hat auch Rhynch.
Stui/ensis nur selten einen so hohen Wulst aufzuweisen, als diess bei un-
serer Art der Fall ist.
5 Exemplare aus der Zone des Anm. Sowerbyi von Gingen (Würt-
temberg), ausserdem von mehreren Punkten Frankreichs, und Güns-
berg und Betzenau (Schweiz).
Scheint bereits etwas tiefer zu beginnen, und andererseits auch etwas
höher fortzusetzen, so dass der verticale Verbreitungsbezirk dieser Art
ziemlich beträchtlich erscheint.
Rhymhon. Orbignyana Opp. mag vielleicht theilweise hieher gehören.
161. Rhynchonella distracta Waagen n. 8p.
Tab. 31 (VIII), f. 10 a. b. c. d.
Ziemlich kleine Muschel, weit breiter als lang, nicht aufgeblüht. Schna-
bel kurz, abstehend, gerundet, Schnabelkanten nur an der Spitze deutlich.
Foramen oval, von den sehr kloinen Deltidialplatten nach unten nicht ab-
geschlossen; falsche Area sehr klein. Kleinere Klappe von 15 — 16 scharfen
hohen Falten bedeckt, von welchen 4 auf einen kräftigen Medianwulst zu
stehen kommen.
Steht der Rhynch. angidata sohr nahe, unterscheidet sich aber von ihr
durch gröbere und höhere Falten, noch breitere Form, geringere Dicke und
weit kleinere falsche Area.
Selten in der Zone des Amin. Sowerbyi bei Gingen (2 Exemplare).
162. Rhynchonella parvnla Deslongchamps.
Tab. 32 (IX), f. 4 a. b. c, 5 a. b. c.
1862. Jih. parvula Deal.: Etudes crit., p. 29, Ib. 5, f. 5, C.
Liegt zwar eigentlich in etwas höheren Schichten, doch scheint es, dass man
das tiefere Vorkommen der Sowerbyi-Zone nicht von jenem trennen könne.
(9) 41
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(134)
H40
Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen 8 Exemplare. Zone des Amt».
Sauzei von Milly (Saöne-et-Loire). Wahrscheinlich gehört anch das, was
in der Literatur als Bhynch. variabiUs var. angeführt wird, hieher.
1G3. Rhynchonella oligoptycha Waagen n. sp.
Tab. 32 (IX), f. 7 a. b. c.
Kleine, sehr zierliche Muschel, welche zur Gruppe der lih. oolithicu
gehört, indem sich auch hei ihr erst gegen den Schalenrand Falten einstellen.
Der Schnabel sehr fein und spitz mit ausserordentlich kleinem Foramen.
Schalen gewölbt, am Wirbel glatt, am Rande mit etwa 6 groben Falten,
von denen 2 einen Wulst bilden. Die Art hält stets die Grösse des abge-
bildeten Exemplare« ein, und unterscheidet sich schon hierdurch von Hh.
oolithica. In der Grösse steht ihr Rh. frontalis Deal, ziemlich nahe, doch
besitzt diese weit feinere Falten als die vorliegende Art.
Ziemlich häufig in der Zone des Amm. Sowerbyi der Schambelcn im
Canton Aargau.
1G4. Rliynehonella (Hemithyris) tenuispina Waagen n. sp.
Tob. 32 (IX), f. 6 a. b. o.
Kleine aufgeblähte Muschel, so lang als breit, von rundlichem Umris».
Schnabel ziemlich lang, schwach öbergebogen, abstehend. Von der Spitze
des Schnabels laufen scharfe Schnabelkanten nach dem Schlossrand. Foramen
gross, länglich oval, nach unten durch die kleinen Deltidialplatten nicht
abgeschlossen. Schalen dicht mit feineren oder gröberen oft dichotomirenden
Rippen bedeckt, von denen etwa 7 auf einen nicht sehr hohen medianen
Wulst zu stehen kommen.
Unterscheidet sich durch besonders feine Stacheln und stets sehr ge-
ringe Grösse von Rhynch. spinosa.
Ziemlich häufig in der Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen.
105. Pustnlopora arborea Waagen n. sp.
THb. 3> (IX). f. 8 a. b.
Hocherhobene, nicht sehr ausgebreitete, schlanke Bäumchen, deren Aeste
nur in weiten Maschen anastomosiren. Die zierlichen 8tämmchen sind dicht
mit feinen Poren besetzt, deren seitlicher Abstand indess geringer als der
verticale ist, wodurch undeutliche die Stämmchen umfassende Porenringe
entstehen. Auf der allgemeinen Decke zeichnen sich die einzelnen Zellen
stellenweise durch kaum bemerkbare Abgrenzungsfurchen aus.
Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen (Württemberg), ziemlich selten.
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641 ; (135)
lOfi. Postnlopora Qnenstedtl Waagen n. sp.
Tab. 3-2 (IX), f. 10 a. b.
16."»«. Mülepora straminea Quenat.: Jura p. 366, tb. ÜO, f. 3 (non Phill.).
? ls">4. Spiropora xtraminta Haime: Bryox. jura*8. p. HMJ (pars) (non Phill.).
Quenstedt hält diese Art für identisch mit Mill. straminea Phill.,
doch lässt sich, ausser dass letztere Art aus der Zone des Amm. Ilumphrie-
sianus stammt, bei der ungenügenden Phillips' sehen Abbildung durchaus
nicht mehr ausmachen, ob dieselbe mit einer der bei Gingen vorkommenden
Arten übereinstimme, denn nicht nur alle Pustuloporen , sondern auch die
meisten Cricoporen, zeigen, wenn die Zellendecken abgewittert sind, solche
sechsseitige Maschen.
Die Quenstedt'sche Abbildung dagegen ist gut und wohl kenntlich,
weshalb ich mir erlaube, die Art aus den schwäbischen Sowerbyi-Schichten
Herrn Quenstedt zu Ehren zu benennen.
Die vorliegende Art bildet kleine, sehr zierliche Bäumchen, deren
Zweige sich vielfach verschlingen und anastomosiren. Die Zcllenmündungen
stehen in ziemlich undeutlichen Kreisen um die Stämmchen, die Mündung
selbst ist rund, mit einem nur wonig erhobenen Ringe umgeben. Die Zweige
endigen in eine abgerundete dicht mit Poren besetzte Spitze.
Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen (Württemberg), Jungingen
(Hohenzollern), Milly, Solutre bei Mac on (Saone-et-Loire), Cheveuges
(Ardennes), St. Quentin bei Metz (Moselle).
167. Postnlopora tennis Waagen n. sp.
Aeusserst zierliche und dünne , kaum 1 in der Dicke erreichende
Stämmchen, welche sich desshalb auch nie unversehrt erhielten. Mir liegen
nur Bruchstücke vor. Sie sind mit unregelmüssigcn Hingen feiner Poren
bedeckt und gabeln sich sehr häufig. Die Zellenmündungen sind rund, glatt
und von einem stark hervorragenden Ringe umgeben.
Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen (Württemberg) und Jung in gen
(Hohenzollern).
168. Cricopora aeotimargo Waagen n. sp.
Tab. 33 (X), f. 7 a. b.
Kleine, dichotom verästelte Bäumchen, welche dicht mit scharf umrän-
derten, etwas abstehenden, in schief stehende Ringe vertheilten Zellen be-
deckt sind. Die Mündung der Zellen ist queroval oder stumpf dreieckig,
der Querschnitt der Stämmchen rund.
Kommt sehr selten bei Gingen in der Zone des .4mm. Sowerbyi vor,
von anderen Fundorten kenne ich diese Art noch nicht.
(9*) 41*
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fU2
169 Spiropora Deshmgruampsi Ferry.
18»»l. Spirop. Deslongchampri Kerry: Note sur I'Bt Baj. des Enr. de Macon.
p. 1^.
Zone dos Amm. Sownbyi von Milly, Solutre, Flace und Charnay
bei Macon (Saone-et-Loire).
170. Escharites rhombifer Waagen n. sp.
Tab. 33 (X), f. f. a. b.
Kleine einfach dichotome Stammchen, deren Oberfläche durch sich
kreuzende, spiralaufwärts laufende vertiefte Linien in undeutlich rhombische
Felder getheilt ist. Jedes dieser Felder trägt eine schwach eingesenkte
runde Pore, die den Eingang zu einer sich unmittelbar hinter der Mündung
etwas erweiternden, dann aber trichterförmig sich verengenden, gegen die
ideelle Achse des Stammes sich abwärts senkenden Zelle bildet.
Sehr selten in der Zone des Amm. Sowerbyi bei Gingen, 1 Exemplar.
171. ? Homera infraoolithica Waagen n. sp.
Tab. 83 (X ), f. 9 a. b., 10 a. b.
Wenn man die zwischen den Knollen bei Gingen sich findenden Lagen
gelblichen oder graulichen sandigen Thones zum Behufe des Auslesens von
Foraminiferen schlemmt, findet sich hie und da unter dem gröberen Resi-
duum das Bruchstück eines ausserordentlich dünnen Bryozoen-Stämmchens,
dessen Zellen sich sämmtlich nach einer Seite hin öffnen. Die Anordnung
der Zellenmündungen scheint hie und da zweizeilig, hie und da unregel-
mässig, so dass ich diese Stämmchen nur zweifelhaft zur Gattung Honera stelle.
Selten in der Zone des Amm. Sowerbyi bei Gingen, 4 Exemplare.
172. Neuropora Defranci Haime.
IHM. Neur. Defranci Haime: Bryo«. foss. de la form, jurass. M£m. 8oc geol-
de France 1854, p. 215, tb. 10, f. 7 a— d.
IWil. Neur. Defranci (Haime) Ferry: Note «ur l'Et. Baj. des Enr. de Macon,
p. 15.
Zone des Amm. Sowerbyi von Flace bei Macon (Saöno-et-Loire).
173. ? Neuropora foliacea Waagen n. sp.
Tab. 33 (X), f. 1 a. b. o. d.
Kleiner, freier, sich blattartig ausbreitender, niedriger Polypenstock,
welcher in seinem Gesammthabitus sehr an das Genus Ditaxia von
Hagenow erinnert, es fehlt indess die trennende Wand, und die ganze
Masse des Stockes besteht aus einem Haufwerk von rohrigen Zellen. Die-
i
i
i
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f.43
(137)
selben munden auf beiden Seiten des Stockes mit äusseret kleinen runden
Poren. Ich stelle diesen Stock nur zweifelhaft zur Gattung Neuropora, da
ihm die Rippen dieser Gattung fehlen.
1 Exemplar aus der Zone des Amm. Sowcrbyi von Gingen.
174. Theonoa cf. clathrata Lamouroux.
1S21. Thenn, clathrata Lamx.: Expl. mcth. den genreg des pol., p. i>2, tb.
f. 17, 1*.
1854. Theon. clathrata (Lamx.) Haime: Mem. soc. g6ol. de France, p. 201,
tb. X, f. 1 a— c.
Ferry citirt diese Art, welche eigentlich der Bathgruppe angehört, aus
der Zone des Amm. Sowerbyi von Flace bei Macon.
175. Theonoa snlcata Ferry.
1861. Theon. aulcata Kerry: Note iur l'Et. Baj. det Enr. de Macon, p. 14.
Zone des Amm. Sowerbyi von Flace bei Macon. Vielleicht ident mit
der folgenden Art.
176. ? Theonoa parveeristata Waagen n. sp.
Tab. 82 (IX), f. 11 a. b.
Incni8tirender Polypenstock, dessen einzelne Zellen, nachdem sie längere
Zeit kriechend sich auf der Unterlage festgesetzt haben, zu 2 bis 5 und
mehr vereinigt, sich als kleine Kamme erheben und so die allgemeine Kalk-
decke, unter der sie sich vorher verborgen hatten, durchbrechen. Zellen-
mündung glatt, rund oder polygonal, je nachdem sich die einzelnen Zellen
in den sich erhebenden Kämmchen aneinander drängen.
Sehr selten in der Zone des Amm. Sowerbyi bei Gingen. 1 Exemplar.
177. Defrancia infraoolithlca Waagen n. sp.
Tab. 33 (X), f. 6 a. b.
Kleine runde Art, mit vier vom vertieften Mittelpunkte ausstrahlenden
Hauptrippen, zwischen die sich regelmässig vier etwas kürzere Nebenrippen
einschieben; weitere Nebenrippen zweiter und dritter Ordnung schalten sich
unregelmässig in die übrig bleibenden Zwischenräume ein. Auf der Höhn
der Rippen öffnen sich meist drei in einander geschachtelte Zellenreihen,
von denen die mittlere häufig kleinere Poren zeigt als die beiden seitlichen.
Der Verlauf der Zellen ist an den Seiten der Rippen durch feine Linien
angedeutet. In der Tiefe zwischen den Rippen öffnen sich keine Zellen.
5 Exemplare aus der Zone des Aum. Sowerbyi von Gingen.
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(138) 644
178. Ceriopora globosa Michelin.
1845. Cer. globosa Mich.: Icon zoopb., p. 246, tb. 67, f. 5.
1864. Heteropora pustulosa (Mich.) Haimo: Br. fois. Mem. 8oc. geol. de
France, 1854, p. 210 (par«).
1858. Ceriopora globosa (Mich.) Quenst. : Jura, p. 'MM.
1861. ? Heteropora pustulosa (Mich.) Kerry: Note «or l'Et. Baj. des Enr. de
Maoon, p. 10.
Beginnt in der Zone des Amm. Sowerbyi, und geht von hier bis in die
Bathgruppc hinauf, ohne dass ich Unterschiede zwischen den Vorkommnissen
der verschiedenen Lagen herauszufinden im Stande bin.
Sehr häufig in der Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen, ausserdem
von Flace, Millv, Solutrc und Gharnay bei Macon (8a6ne-et-Loire).
179. Ceriopora arboreseens Waagen n. sp.
Tab. SO, f. 2 a. b.
Plumpe, sehr verästelte und mit ihren Aesten oft anastomosirende
bäumchenartige Bryozoenstöcke , welche dicht mit ziemlich feinen, runden
Poren bedeckt sind. Der Querschnitt der Stämmchen ist rundlich, das Ende
läuft in eine abgerundete Spitze aus.
Häufig in der Zone dos Amm. Sowerbyi bei Gingen, sonst von Jun-
gingen (Hohenzollern).
180. Ceriopora conifera Lamouroux sp.
1821. MiUep. conifera Lamx.: Expo«, meth. dea genres des pol., p. 87, tb. *3,
f. 6, 7.
1864. Jleteropora conifera (Lam.) Haimo: Mem. soc. geol. de France 1854,
p. 208, tb. 11, f. 1 a-v.
1861. Heterop. conifera (Lamx.) Ferrr: Note sur l'Etage Baj. des Enr. de
Macon, p. 14.
Die Art hat ihr Hauptlager in der Zone der Ter. digona, wird jedoch
zufolge der weiten Fassung, die Haime ihrgiebt, nach Ferry auch in der
Zone des Amm. Soicerbyi, der Umgegend von Macon, angetroffen.
181. Heteropora reticulata Haime.
1854. Hei. reticulata Haime: Bryos. foss. de Ia form, jurass.: Mem. Soc g£ol.
de France 1854, p. 211, tb. 9, f. 9 a-c.
Sehr charakteristisch gestalteter Bryozoenstock mit meist seitlich flach-
gedruckten Aesten, welche dicht mit Poren von verschiedener Grösse bedeckt
sind. Die Art der Verästelung des Stuckes erinnert einigermassen an die
gewisser Amorphozoen-Geschlechter.
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645
(139)
Zone des Atmn. Sowerbyi von Pommer (Franken), Gingeu, Flace
bei Macon und Umgegend von Metz (Moselle).
182. Diastopora subramosa Waagen n. sp.
Tab. 33 (X), f. 8 a. b.
Kleine »ehr verästelte, schmächtige Bäumchen, deren Aeste flachgedrückt
»ind, mit ohne Ordnung zerstreuten scharf umrandeten zungenformigen Zellen,
deren Zellendecke nach oben von einer sehr kleinen runden Mündung durch-
brochen wird.
Selten in der Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen. 2 Exemplare.
183. Diastopora petaloides Waagen n. sp.
Gleicht sehr der vorigen Art, unterscheidet sich indess von ihr dadurch,
dass sie nicht Aeste bildet, sondern sich zu breiten Blättern ausbreitet,
welche auf beiden Seiten mit Zellen besetzt sind.
Selten in der Zone des A. Sowerbyi von Gingen, häufiger bei Jun-
gingen, wo die Blätter schön erhalten in Thon eingebettet sind.
184. Berenicea Archiaci Hahne.
1854. Berenicea Archiaci Haime: Mim. Soc. geol. de Franc«, p. 180, tb. 9,
f. 11 a. b.
Zone des Amm. Sowerbyi von Flace bei Macon (Saöne-et-Loirc) und
Longwy und Plappeville-Les-Metz (Moselle).
185. Berenicea scobinula Michelin sp.
1845. Diastop. scobinula Mich.: Icon. zooph , p. 10, tb. 2, f. 12.
Diese Art ist bei Gingen nicht häufig. Sie zeichnet sich aus durch ihre
äusserst kleinen ovalen und wenig hervorragenden Zellenmündungen. Die
Reihen der Zellen strahlen vom Mittelpunkte aus und kreuzen sich dabei
regelmässig. Der Stock sitzt auf fremden Körpern auf und zeigt immer
nur eine Lage von Zellen.
Zone des Amm. Sowerbyi von Pommer (Franken), Gingen (Würt-
temberg), Jungingen (Hohenzollern), Umgegend von Bayeux (Calvados).
186. Berenicea compressa Goldfuss sp.
? 1828. Aulopora compressa Odf.: Petref. Germ. 1, p. 84, tb. 38, f. 17.
1845. Diastop. verrucosa Mich.: Icon. sooph., p. 10, tb. 2, f. II.
1850. Diastop. Normanniana Orb.: Prodr. 10, 472.
Die von einem Punkte fächerförmig ausstrahlenden, ziomlich lang er-
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(140) f,4fi
scheinenden Röhrchen sind in ihrem kriechenden Verlauf nur wenig aus
der allgemeinen Decke erhoben und so nicht sehr deutlich abgegrenzt. Sie
erheben sich erst kurz vor ihrer Mündung von der Unterlage und sind an
eraterer mit einem glatten Ringe umgeben. Diese Art bildet ziemlich aus-
gebreitete Ueberrindungen auf Knollen und Muschelschalen und besitzt immer
nur eine Lage von Zellen.
Häufig in der Zone des Amin. Sowerbyi von Gingen, Gold fu ss be-
schreibt sie von Rabenstein und Gräfenberg.
187. Berenicea margopuncta Waagen n. sp.
Tab. 32 (IX), f. 12 a. b.
Kleiner, kriechender Bryozoen - Stock , der an seinem steil abfallenden
Rande dicht mit runden, glatt geränderten Zellenmündungen bedeckt ist.
Auf der Oberfläche liegen kurze, fast cylindrische, mit ihrer runden glatten
Mündung aufgebogene Zellen, die unregolniässig radial von einem Punkte
ausstrahlen. Die ganze Schale ist mit äusserst feinen punktartigen Poren,
wie mit Nadelstichen übersäet.
2 Exemplare aus der Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen.
188. Berenicea cf. striata Reusa.
Tab. 33 (X), f. 4 a. b.
1807. Berenicea striata (llaime) Reusa.: Brjoi. t. Baiin Denkichr. Wien.
Acad. der Wissenschaft. 8ep. p. 7, tb. 1, f. 5 a. b.
Ich citire die Reuss'sche Arbeit, da es, wie Reusa selbst zugibt,
nicht 8icher ist, ob Bei: striata llaime mit der von ihm abgebildeten voll-
ständig übereinstimmt. Ich besitze nur wenige Exemplare dieser Art aus
der Zone des Amm Sowerbyi von Gingen.
§
189. Berenicea dilnviana Lamouroux sp.
1821. Diant. dilwiana Lamx.: Expos. m*th. dei genres des pol. p. 81, tb. 80,
f. 3, 4.
1854. Berenicea diluviana (Lamx.) Haimo: Mem. soc. geol. de France, p. 177,
tb. 7, f. 2 a-d.
Beginnt ebenfalls in der Zone des Amm. Sowerbyi und reicht bis in
die Bathgruppe, vielleicht auch noch höher. Sie ist überall ziemlich häufig.
Zone des Amm. Sowerbyi vou Gingen, Flace bei Mac on (Saöne-
et-Loire) und Choveuges (Ardennea).
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«47
(141)
190. Stomatopora Terquemi Haime.
1854. St. Terquemi Ilaime: Bryo«. fosi. de la form. jur. Mem. 8oc. geol. de
France 1854, p. 164, tb. ti, f. 4 a. b.
Häufig in der Zone des Amm. Sowerbyi von Pommer (Franken),
Gingen (Württemberg), Jungingen (Hohenzollern).
191. Stomatopora reearva Waagen n. sp.
Tab. 82 (IX), f. 9 a. b.
Während die Zellen der vorhergehenden Art beinahe ihrer ganzen
Länge nach kriechend bleiben, richten sich die der vorliegenden Art bald
in die Höhe. Es ist jede einzelne Zelle nur undeutlich abgeschnürt, wo-
durch der Habitus des ganzen Polypenstockes etwas an Proboscina erinnert;
doch besitzt die vorliegende Art auf einem Aestchen stets nur eine Zellen-
reihe. Von St. dichotoma unterscheidet sich diese Art durch etwas dickere
Stämmchen und feinere Querfalten auf denselben.
3 Exemplare aus der Zone des Arnim. Soweri/yi von Gingen.
192. Proboscina Jaeqooti Haime.
1864. Prob. Jacquoti Haime: Bryo*. foss. de laforra. jur. Mein, soc. geol. de
France, p. 1GU, tb. 7, f. 5 a. b.
Nicht sehr selten in der Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen.
193. Proboscina prorepens Waagen n. sp.
Tab. 33 (X), f. 3 a. b.
Die mir vorliegende Art nähert sich schon sehr der Prob, echiiiata
Mnst. aus tertiären Schichten, bleibt jedoch bedeutend kleiner als die ge-
nannte, unterscheidet sich aber auch noch dadurch von ihr, dass auf den
Aestchen die einzelnen Zellen nicht unter der gemeinsamen glatten Decke
verborgen liegen, sondern sich in ihrem ganzen Verlauf halbcylindrisch er-
heben. Zellenmüudungen ein glatter hervorragender King.
Nicht sehr häufig in der Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen (drei
Exemplare).
194. Cuirodota atava Waagen n. sp.
Tab. 24 (I), f. 4 a. b.
Sehr kleine, äusserst zierliche Kalkräderchen , welche sich nicht sehr
selten in geschlemmten Thonen der Zone des A. Sowerbyi finden, scheinen
Chirodoten anzugehören. Li ihrer allgemeinen Form gleichen dieselben so
ziemlich den von Schwager Chirodota vetttsta genannten; doch sind die
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(142)
Speichen des Rädchens zierlicher geschwungen und in der Tiefe des einge-
senkten Mittelpunktes erhebt sich nochmals ein deutlicher Knoten. Beide
Seiten sind in ihrer Skulptur nicht sonderlich verschieden, nur dass die eine
etwas gewölbt, die andere etwas vertieft ist. Die Zwischenräume zwischen
den Speichen sind mit Kalkmasse ausgefüllt.
Zone des Amm. Sowerbyi von Pommer (Franken), Gingen ( Würt-
temberg), Schambelen (Canton Aargau).
195. Cidaris Courtaudiana Cottcau.
1849. Cid. Courtaudiana Cott: Etudes «ur les Ech. foj*. de l'Yonne, p. 4-',
tb. 2, f. 1, 2.
Zone des Amm. Souerbyi von Flace bei Macon.
19G. Cidaris ovispina Quenstedt.
Tab. 31 (VIII), f. 11 a. b.
185-*. Cid. ovispina Quenst: Jura p. 3U7.
Kurze dicke Stacheln mit kurzem Ilals. GelenkHäche glatt oder nur
äusserst schwach gekerbt, so dass die Kerbung nur bei stärkerer Vergröase-
ruug zu sehen ist. Köpfchen kaum angedeutet, Ring glatt, wenig erhaben.
Hals glatt, kurz, gegen den gekörnten Körper der Stachel scharf abgegrenzt.
Körner am Körper bald gröber, bald feiner, nicht sehr regelmässig in Reihen
stehend.
Diese Art steht der vorigen sehr nahe, unterscheidet sich aber von ihr
durch feinere Körner und die gegen den Hals zu nicht verwischte Grenze
der Körnerreihen.
Kleine Asseln, welche man dabei findet, gehören vielleicht ebenfalls zu
dieser Art. Sie tragen ziemlich kleine Tuberkeln, welche an ihrer Basis
deutlich gekerbt sind.
Nicht sehr selten in der Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen.
197. Cidaris glandifera Goldfuss.
l*:;o. Cid. glandifera Odf.: Petref. Germ. I, p 120, tb. 40, f. 3.
Obwohl das Vorkommen dieser Art in jurassischen Schichten Europas
angezweifelt wird, glaube ich doch, dass die im Fer de la Roche-Pourrie
bei Sali ns vorkommenden Stacheln sich bei keiner anderen Art unterbringen
lassen als bei Cid. glandifera. Sonst kenne ich ähnliche Stacheln nur von
Calmoutier (Haute-Saone).
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(540
(143)
198. Oidaris Gingensis Waagen n. »p.
T«b. 31 (VIII), f. 12 a. b. c.
Kleine, zierlich keulenförmige Stacheln, welche mit feinen gekerbten
Längsrippen bedeckt sind; diese verlaufen ohne scharfe Grenze gegen den
Hals zu, auf dem sie mit ihren letzten Endigungen fast bis an das sehr
schwach ausgebildete Köpfchen reichen. Gelenkfläche, wie es scheint, glatt.
Cid. ornata Quenst. Jura p. öl 2, tb. b8, f. 23 ist dieser Art am nächsten
verwandt.
Einzelne Stacheln zeigen dieselbe Eigenthümlichkeit, wie Cid. eyathifera
Ag. aus dem Senon, nämlich dass sie sich oben nicht wölben, sondern statt
dessen sich in eine flache muldenförmigo Vertiefung mit scharfem Rande
endigen. Quenstedt hat das Gleiche bei Cid. cylindrica im oberen Jura
beobachtet.
7 8tacheln aus der Zone des A. Sowerbyi von Gingen.
199. Cidaris Zschockei Desor. sp.
1858. Cid. Zschockei De?.: Sjnops p. ifO
Bruchstücke mehrerer fein längsgerippter, cylinderischer Stacheln glaube
ich mit dieser Art vereinigen zu können.
Häufig in der Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen.
200. Cidaris taxaeantha Waagen n. sp.
Die reihenweise mit kurzen Dornen besetzten cylinderischen Stacheln
gleichen denen von Cid. Purrendieri ganz ausserordentlich , nur dass die
Dornen gröber und der Reihen viel weniger sind.
Geht auch noch höher bis in die Zone des Amm. Humphriesiantis.
Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen, häufig.
201. Heterocidaris Trigeri Cotteau.
1860. Heterocid. Trigeri Cotr.: Bull. Soo. Gcol. de France XVII, p. 378, tb. 4.
Zone des Amm. Sowerbyi von Chevagny bei Macon (Saöne-et-Loire)
(Kerry: Note).
Heterocid. spinulosa Roem., der von Ferry aus der Zone des Amm.
Sowerbyi der Umgegend von Macon angeführt wird, scheint mir zu lihabd.
Antjlosuevica zu gehören.
202. Rhahdocidarte Anglosaevica Oppel sp.
185«. Cidaris Anglosuevtca Oppel: Juraform. p. 430.
Beginnt in der Zone des A. Sowerbyi, ist aber hier gewöhnlich noch
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(144) 650
sehr selten. Ich kenne ihn aus dieser Schicht von Pommer und Grossen»
buch (Franken), Gingen (Württemberg), Jungingen ( Hohenzolleru ),
Macon (Sa6ne-et-Loire).
203. Pseododiadema depressnm Agass. sp.
1840. •Diadema depressum Ag.: Cat syst, p. 8.
1858. l'atudodiadema depressum (Ag.) Descr. : Synop*. p. 65.
Zone des Amm. Sowerbyi von Flac6 bei Macon (Sa6no-et-Loire),
Mout d'Or bei Lyon (Rhone), Dundry, Cheltenham, beginnt viel-
leicht etwas tiefer.
204. Pygaster Ferryi Cotteau.
1861. Pygast. Ferryi Cott. in Ferry: Note sur l'Et. Buj. des Enr. de Macon,
p. 15.
Zone des Amm. Sowerbyi von Flace bei Macon.
205. Galeropygus Marcoui Deaor.
1847. Hyboclypu« Marcoui Des.: Catal. rais. p. 94.
1852. NucU-olites decoUatus Quengt: Handb. p. 585, tb. 50, f. 8.
1858. — — — Jura, p. 456, tb. 62, f. 20.
1858. Hyboclypus Marcoui De».: Synopg. p. 193.
1858. Galeropygus — - — p. 489.
Seltene Art, welche bis jetzt in der Zone des Amm. Sowerbyi von
Wasseralfingen, Gingen und Laufen (Württemberg), La Roche
Pourrie bei Salins (Jura) und der Umgegend von Metz (Moselle) gefunden
wurde.
206. Galeropygus Silicaten Cotteau.
1861. Oalerop. sulcatus Cott. in Ferry: Note sur l'Et. Baj. des Enr. de
Macon, p. 15.
Zone des Amm. Sowerbyi von Flace bei Macon (Sadne-et-Loire).
207. Galeropygus Ferryi Cotteau.
1861. Galerop. Ferryi Cott. in Ferry: Note sur l'Et. Baj. des Env. de Macon,
p. 15.
Zone des Amm. Sowerbyi von Flace bei Macon (Saone-et-Loire).
208. Hyboi'lypns eandatus Wright.
1851. Hybocl. caudatus Vir. Ann. a. mag. nat. bist ser. IX, p. 100, tb. 3, f. -'.
1858. — (Wr.) Des.: Synopg. p. 193.
Scheint der Zone des Amm. Sowerbyi der Umgegend von Cheltenham
anzugehören, sonst nicht bekannt.
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651 (145)
209. Asteropecten sp. indet.
Einzelne Asseln kommen an verschiedenen Fundorten Frankens,
Schwabens, der Schweiz und Frankreichs in der Zone des Amm.
Sotcerbyi vor.
210. Pentacrinus cristagalli Quenstedt.
1852. Pen*, aistagalli Quenst.: Handb. p. 603. tb. 52, f. 5.
1858. — — — Jur», p. 4:>7, tb. 62, f. 27—29.
Häufig in der Zone des Amm.Sowerbyi von Grossenbuch (Franken),
Gingen (Württemberg), Schambelen (Canton Aargau). Geht höher bis
in die Zone des Amm. Hwnphriesianus.
211. Pentacrinns Bajoeensis Orbigny.
1850. Pent. Bajoctims Orb.: Prodr. 10, 622.
Zone des Amm. Sotcerbyi vom nördlichen und östlichen Ufer des
Centralplateaus von Frankreich, so wie aus der Umgegend von
Bayeux (Calvados).
Vielleicht theilweise identisch mit der vorigen Art.
212. Cyclocrinns rugosns Orbigny.
1829. Bourgueticrinus rugosus Orb.: Crin. tb. 17, f. 16—19.
1850. Cydocrinus rugosus Orb.: Prodr. 10, 519.
Erreicht noch viel beträchtlichere Dimensionen als Orbigny's Exemplare;
die Erhöhungen auf den Gelenkflächen sind meist etwas deutlicher in Kreise
gestellt, als Orbigny diess zeichnet.
Sehr häufig in der Zone des Amm. Sotcerbyi bei Gingen, indes» nur
Stielglieder. Sonst von St. Maixent, Nantua, Bayeux u. s. w.
213. EugenJacrinus annularis Roemer.
1839. Eugeniaer. annularin Roem. : Nachtr. t. Oolgeb. p. 17, tb. 17, f. 34.
1850. Oydocrinus annularis Orb.: Prodr. p. 291.
Dass diese Art nicht zum Genus Cyclocrinus gehört, beweist der Strahlen-
kranz am Rande der Gelenkfläche. Ob sie aber auch ein Eugeniacrinus
sei, ist dennoch sehr zweifelhaft, da sich aus den Stielgliedern, die bis jetzt
einzig bekannt sind, die generische Stellung nicht mit Sicherheit ableiten lässt.
Zone des Amm. Sotcerbyi von Gingen (Württemberg) und Mehle
(Norddeutschland).
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(146)
652
214. Thamnastrea Mettensis Edwards & Haime.
1851. Thamna*tr. Mcitenn* Edw. A Halme: Brit. foss. Conds, p. 141, tb. 30,
f. 3. 3 a.
Nicht «ehr ausgedehnte, flache Polypenstöcke, welche auf ihrer Unterseite
der Epitliek entbehren. Sie scheinen nicht festgewachsen gewesen zu sein.
Selten in der Zone des Amin. Sotverbyi bei Gingen und Jungingen,
sonst von St. Quentin bei Metz und Cricklay Hill bei Cheltenham.
215. Thamnastrea Terqnemi Edwards & Haime.
1851. Thamneutr. Terquemi Edw. A Haime: Brit. foss. Coral?, p. 140, tb. 30,
f. 2, 2 a, 2 b.
Unterscheidet sich, ausser durch die dicken und kräftigen Septa, auch
noch dadurch von Th. Mettensis, dass die Unterseite von einer zarten
Epithek bedeckt ist.
Etwas häufiger als die vorige Art in der Zone des Amm. Sowerbyi
bei Gingen; sonst von St. Quentin bei Metz und der Umgegend von
Cheltenham.
216. Thamnastrea Defranciana Michelin sp.
1845. Aatraea Defranciana Mich.: leonogr. zooph. p. 0, tb. 2, f. 1.
1851. 'Inamnatttrea Defranciana (Mich.) Edw. 4 Haime: Brit flow. Corah,
p. 139, tb. 29, f. 3, 4.
Zone des Anm. Sowerbyi von Ravensgate- Hill bei Cheltenham,
sonst von Moutiers, Dundry u. s. w. Scheint auch höher zu gehen.
217. Isastrea tennistrfata M'Coy sp.
1848. Astrea tenuistriata M'Coy: Ann. and Mug. nat. bist. 2d »er. XI, p. 400.
1851. Inastrea tenuistriata (M'Coy) Edw. A Haime: Brit. fos«. Corali, p. 138,
tb. 30, f. 1, 1 a.
1858. Isastrea tenuistriata (M'Coy) Quenst: Jura, p. 375, tb. 60, f. 9.
Seltene Art der Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen, ausserdem
von Dundry und Crickley-Hill bei Cheltenham.
Setzt in Schwaben in die Zone des .4mm. Satuei hinauf fort.
218. Isastrea sp. indet.
Es kommt noch eine zweite Art von Isastrea bei Gingen vor, welche
indees nicht in hinlänglich guten Stücken vorliegt, um sie näher zu be-
schreiben. 8ie echoint indess der Isastrea oblonga Edw. & Haime Brit.
foss. Corals p. 73, tb. 12 ziemlich nahe zu stehen.
Sehr selten in der Zone des Amm. Sowerbyi vou Gingen.
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653 (U7)
219. Thecosmilia sregaria M'Coy sp.
1848. Montlivaltia grtgaria M'Coy: Ann. and Mag. nat. bist. i'ser. XI, p. 411».
1851. Thecosm. grtgaria (M'Coy) Edw. 4 Hoime: Brit. fosi. Corals p. 136,
tb. 28, f. 1, 1 a.
Nicht sehr häufig in der Zone des Amm. Sowerbyi von Gingen und
Jungingen, sonst von Dundry, Leckhampton-, Ravensgate- und
Crickley-Hill bei Cheltenham.
Scheint in Schwaben in die nächst höhere Zone fortzusetzen.
220. Theeophyllia excavata Waagen n. sp.
Einzelliger Polypenstock mit ausserordentlich dicker runzliger Epithek.
Kelch tief eingesenkt mit zahlreichen stark gelappten Wirthellamellen, welche
von dreierlei Dicke, Fossula von den Lappen der Lamellen beinahe ganz
verdeckt, Columella fehlt.
Der nahezu cylinderische Stock verjüngt sich nur nach unten etwas
und ist hier mit einer nicht sehr grossen Basis aufgewachsen.
Sehr selten in der Zone des Amin. Sowerbyi bei Gingen, 1 Exemplar.
221. Montlivaltia trochoides Edwards & Haime.
1848. Month trochoides Edw. & Haime: Ann. des 8c. nat. 3" «er. X, p. 255.
1851. — - - — — Brit. foss. Corals, p. 129, tb. 26, f. 2,
3, 10, tb. 27, f. 2, 4.
1658. Antophyllum trochoides Qnenst.: Jura, p. 374, tb. 50, f. 1, 2,
Sehr häufig in der Zone des A. Sowerbyi von Pommer am Hetzlas
(Franken), Gingen (Württemberg), Mont d'Or bei Lyon (Röhne), Che-
veuge (Ardennes), Umgegend von Metz (Moselle).
222. ? Anabacia orbulites Lamouroux sp.
1821. Fungia orbulites Lamx. : Expl. meth. des gen res des pol , tb. 83, f. 1 — 3.
1H60. Anabacia orbulites (Lamx.) Orb.: Prodr. I, p. 321.
1851. — — — Edw. & Haime: Brit foss. Corals, p. 120,
tb. 25, f. 3.
Findet sich im Unteroolith von Dundry und im Lower Trigonia
Grit, der Umgegend von Cheltenham, ist indess häufiger in der Bath-
Oruppe.
223. Latomaeandra Davidson! Edwards & Haime.
1851. Latomaeandra Datridsoni Edw. AH.: Brit. foss. Corals, p. 187, tb. 27, f. 10.
Lower Trigonia Grit (Zone des Amm. Sowerbyi) der Umgegend
von Cheltenham, sonst noch nicht bekannt.
(148)
654
224. Trochocyathos Magnevillianus Micholin sp.
1840. Turbinolia Magnevilliana Mich.: Iconogr. zooph. p. H, tb. 2, f. 2.
1818. Trochocyathus? Magnevillianus Edw. * Haimc: Roch, sur 1« Pol.,
Monogr. de» Turbinol. p. 335.
Zone des Amm. Sowerhyi von Pierreclos bei Macon und vielleicht
auch von den Schani belen bei Baden (Clinton Aargau).
Aus dem reichhaltigen, ausgesuchten Foraminiferen -Materiale, das mir
Freund Waagen zur Bearbeitung übergab, habe ich hier nur die vor-
ragendsten Formen aufgenommen, und gedenke, die eingehendere Bearbeitung
dieser Fauna erst in einer späteren grösseren Arbeit vorzunehmen. Im
Ganzen gibt jedoch die vorliegende Zusammenstellung dennoch ein ziemlich
richtiges Bild von der Foraminiferen- Fauna der betreffenden Schichten, in
denen die Cristallorien meist überwiegen, und an welche sich zunächst di<-
Nodosarien (im weiteren Umfange genommen) und die übrigen, meist bloss
durch vereinzelte Arten repräsentirten Genera anschliessen.
Conrad Schwager.
a. Foraminiferen mit sandig kieseliger Schale.
225. Haplophragmium coprolitliiforme Schwager n. sp.
T»b. 34 (XI), f. 3.
Mittlere Länge l.3mm.
Das Gehäuse kurz, keulenförmig, im Anfangstheile mehr oder weniger
deutlich eingerollt, zuletzt die Kammern in einfacher Reihe auf oinander
folgend. Dieselben sind meist wenig gewölbt, rasch an Grösse zunehmend,
durch vertiefte, jedoch stumpfe, zuletzt horizontale, im Anfangstheile nicht
selten beinahe oder vollständig verwischte Nähte, getrennt Die grosse End-
kammer nach oben zusammengezogen, an ihrem terminalen Ende von der
grossen, meist einfach runden Mündung durchbohrt. Die Schale ziemlich
dick, rauh, sandig, von ziemlich grossen, gleichmässigen , doch wenig vor-
ragenden, in eine kalkige, stark zurücktretende Grundmasse eingebetteten
Kieselkörnern gebildet.
Selten in den Sowerby- Schichten vom Gingen (Württemberg).
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G55
b. Poraminlfereii mit poröser Kalkachale.
226. Cornnspira OOlithica Schwager n. sp.
Tab. 34 (XI), f. 4.
Mittlerer Hauptdurchmesser 0.45 mm.
Das Gehäuse bei normaler Entwicklung nahezu kreisrund, tellerförmig
mit gleichmässig ausgehöhlten Seiten. Die einzelnen Windungen, deren 3
höchstens 4 in einem vollendeten Gehäuse sich finden, beinahe drehrund,
jedoch im Anfangstheile nicht selten fast ganz verschmolzen. Sie nehmen
sehr langsam und meist gleichmassig an Dicke zu, und sind durch, zuletzt
meist ziemlich vertiefte, doch nicht scharfe Nähte getrennt. Das Ende zu-
gerundet, mit kleiner, runder, endständiger, moist etwas gegen die Naht
gerückter Mundung. Die Schale ursprünglich glatt, doch meist durch che-
mische Einwirkung angefressen, rauh.
Ziemlich vereinzelt, sowohl in den Sowerby-Schichten der Schambelen
(Canton Aargau), als auch jenen von Gingen (Württemberg) und vom
Hetzlas bei Erlangen (Franken).
227. Lagena bullaeformis Schwager n. sp.
Tab. 34 (XI), f. 5.
Mittlere Länge O.ö*"".
Das kolbenförmige Gehäuse im Untertheile kuglig, nach oben mit ab-
nehmender Raschheit zur Halsverlängerung zusammengezogen, das Ende des
Halses an keinem der vorhandenen Exemplare erhalten. An der Unterseite
findet sich stets ein kleiner, mehr oder minder scharf abgesetzter, stachel-
artiger Fortsatz.
Einzelne sowohl in den Sowerby-Schichten von Gingen (Württemberg),
als auch an den Schambelen (Canton Aargau).
228. Nodosaria Waagen! Schwager n. sp.
Tab. 34 (XI), f. 0.
Mittlere Länge 0.7 Bm.
Das Gehäuse nahezu oder vollständig gerade, stabformig, nach oben
langsam an Dicke zunehmend; mit gerundetem, doch bedeutend verdünntem
Unterrande. Die gewölbten, durchschnittlich eben so hohen als breiten
Kammern, durch horizontale, tiefe, scharfe Nähte getrennt. Die parabo-
loidische Endkammer bei vollendeten Exemplaren meist merklich grösser
als die übrigen, und etwas seitlich geneigt, an ihrem terminalen Ende von
der kleinen, nicht erhabenen, runden, gestrahlten Mündung durchbohrt
Vorkommen. Einzeln in den Sowerby-Schichten von Gingen und des
Hetzlas-Berges, seltener in jenen der Schambelen.
(10) 42
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(150) «5fi
22!). Xodosaria detrnnrata Schwager n. «p.
Tal». P.4 ( XI), f. 7.
Mittlere Länge 0.42"".
Das Gehäuse kurz, gedrungen, nach oben allmählig und gleichmässig
an Dicke zunehmend, unten mehr oder weniger flach zugerundet. Die
Kammern, deren Breite durchschnittlich das zwei- bis dreifache der Höhe
beträgt, gleichmässig gewölbt, doch auch nicht selten gegen die untere
Naht weit rascher abfallend, durch deutliche meist tiefe, horizontale Nähte
getrennt. Die Endkammer gerundet, nach oben etwas zusammengezogen,
mit kleiner, meist kaum erhabener Spitze, sehr kleiner, fein gestrahlter
Mündung. Die Schale bei besonders wohl erhaltenen Individuen sehr glatt,
glänzend. /
Einzeln in den Sowcrby - Schichten der Schambelen, selten von
Gingen.
230. Nodosaria Sowerby i Schwager n. sp.
Tab. :tl (XI), f. H.
Mittlere Länge 0.4 ■".
Das Gehäuse wenig verlängert, nach unten allmählig und nicht unbe-
deutend verschmälert, zuletzt kurz und gerundet kegelförmig zugestutzt.
Die Kammern, besonders in der Höhe, ziemlich rasch, doch nicht selten
etwas unregelmässig anwachsend, gewölbt, durch scharfe, horizontale Nähte
getrennt. Die Endkammer parabolisch zugespitzt. Die Mündung klein, rund,
terminal, undeutlich gestrahlt.
Selten in den Sowerby- Schichten der Schambelen.
231. Flabellina semifristellaria Schwager n. sp.
Tab. 34 (XI), f. 11.
Mittlere Länge 0.7mro.
Das Gehäuse sehr flach, blattförmig mit meist durchaus gerundet ab-
gestutzten Rändern, seltener dio letzte Septalfläche etwas ausgehöhlt, von
niedrigen dünnen Randleisten begleitet. Der Anfangstheil vollständig cri-
stellaricnartig, gewöhnlich überwiegend, mit im Ganzen wenig gebogenen,
meist bloss an dem äusseren, die Mündungsspitzen der nächst älteren Kam-
mern umfassenden Theile, zurückgebeugt. Bloss die letzten Kammern rei-
tend, alle etwas gewölbt, durch tiefe, scharfe eingesenkte Nähte getrennt.
Die bei vollendeten Gehäusen terminale, meist etwas erhobene Mündungs-
spitze, fein gestrahlt, die Mündung klein, rund.
Nicht ganz selten in den Sowerby -Schichten von Gingen, vielleicht
auch bei Pommer am Hetzlas-Borgo.
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cr,7
(151)
232. Crfctellaria lepida Schwager n. sp.
Tab. 84 (XI), f. !>.
Mittlere Länge l"m.
Das Gehäuse mehr oder weniger seitlich zusammengedrückt, im Ganzen
von dreieckigem Umrisse mit schwach gewölbtem, nach oben beinahe ge-
radem Rücken- und eingebogenem Bauchrande, der mit gerundetem Winkel
in die von oben nach unten miissig gewölbte Septalfläche der letzten Kammer
übergeht; massig gewölbten Seiten. Ucber das ganze Gehäuse laufen, der
Länge nach, etwas geschwungene, unten nicht selten gegabelte, dünne Leist-
chen, die durch etwas breitere Zwischenräume getrennt werden. Die Kam-
mern niedrig, divergirend, durch ziemlich scharfe, doch selten stärker ver-
tiefte Nähte getrennt. Die grosse im Carinalwinkel gelegene Mündungsspitze
grob gestrahlt, von der kleinen runden Mündung durchbohrt.
Einzeln in den Sowerby- Schichten von Gingen (Württemberg) und
Pommer am Hetzlasberg (Franken).
233. Cristellaria oolitkica Schwager n. sp.
Tab. 31 (XI), f. 10.
Mittlore Länge l"m.
Das Gehäuse im Ganzen gleichmässig gebogen, nach unten wenig an
Breite zunehmend, im Unterende breit gerundet, das Oberende schief ab-
gestutzt, der Innen- und Aussenrand kurz und gerundet zugeschärft. Die
Kammern wenig gewölbt, beiuahe flach, durch schwach und gleichmässig
gebogene, divergironde, meist undeutliche Nähte getrennt. Die Septalfläche
der letzten Kammer flach gewölbt mit etwas gerundeter Kante in die Sei-
tenflächen des Gehäuses übergehend. Längs des ganzen Gehäuses laufen
parallele ziemlich dünne Rippen, die durch merklich breitere Zwischenräume
getrennt werden, und im oberen Ende gegen den Rücken gewendet aus-
laufen. Die Mündungsspitzo gross, kegelförmig deutlich abgesetzt, gerifft,
von der kleinen runden Mündung durchbohrt.
Selten in den Sowerby -Schichten von Gingen und Pommer am
Hetzlasberg.
234. Cristellaria Zitteli Schwager n. sp.
Tab. 34 (XI), f. 12.
Mittlere Länge lmm.
Das im ausgebildeten Zustande bedeutend verlängerte, ziemlich dicke
Gehäuse von Füllhorn ähnlichem Umrisse, nach unten allmählig und mit
abnehmendem Krümmungshalbmesser der Biegung verschmälert. Das Unterendo
(10*) 42*
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(152)
R58
gerundet, das Oberende im Ganzen schief abgeschnitten. Die Kammern des
Anfangtstheiles flach, im Rücken des Gehäuses zu einer gerundeten Kante ver-
engert; die folgenden flach gewölbt, mit mehr oder weniger tief gegen die
Nähte einfallenden Seiten, gerundetem Bücken. Die Nähte divergirend, anfangs
fast verwischt, später tief, scharf, im Vordertheile etwas herabgezogen, an
dem Carinalende dagegen meist hinaufgebogen. Die kleine Mündung an
dem Ende der, im Carinalwinkel erhobenen, grossen, gerifften Mündungs-
spitze gelegen.
Einzeln in den Sowerby-Schichten von Gingen.
235. Cristellaria inconstans Schwager n. sp.
Tab. 34 (XI), f. 15,
Mittlere Länge 0.8"".
Das Gehäuse in Biegung und Verlängerung der vorhergehenden Art
ziemlich ähnlich, doch stets flacher, meist weit schlanker, mit mehr oder
weniger zugespitztem Unterrande, weit schieferen Kammern. Letztere sind
in etwas wechselndem Grade niedrig, gewölbt, durch tiefe, scharf einge-
senkte, flach gebogene Nähte getrennt Die Endkammer meist merklich
grösser und gewölbter als die übrigen, mit gewölbter Septalfläche , grosser,
kurz konischer, erhobener, endständiger Spitze, kleiner, gestrahlter Mündung.
Die vorliegende Form ist in manchen Fällen etwas schwer wieder zu er-
kennen, besonders wenn die Kammern viel rascher als gewöhnlich an Breite
zunehmen; doch ist sie durch das zugespitzte Unterende und die auffallend
schiefe Lage der Kammern im Allgemeinen wohl gekennzeichnet.
In ihren verschiedenen Abänderungen nicht ganz selten in den Sowerby-
Schichten von Gingen und des HetzlasbergeB, selten an den Scham-
belen.
236. Cristellaria limata Schwager n. sp.
Tab. 34 (XI), f. 13.
Mittlere Länge 0.55 "m.
Das Gehäuse ziemlich dick, seitlich zusammengedrückt, massig verlängert;
der Krümmungshalbmesser der Rückenbiegung mit gleichmässiger Raschheit
zunehmend, die letzte Septalfläche gleichmässig gewölbt, deren unterer Theil
mit dem Gesammtverlaufe des obern Rückenumrisses, in der Seitenansicht,
mehr oder weniger deutlich parallel, der Embrionaltheil gegen den übrigen,
bei aufrechter Stellung, auf der Vorderseite stets etwas, wenn auch manch-
mal kaum merklich, vorragend. Die Kammern beinahe flach, hoch, langsam
anwachsend, gegen den Rücken und Bauchrand abfallend, durch wenig go-
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659
(153)
bogcne, divergirende, schwach vertiefte, stumpfe Nähte getrennt. Die End-
kammer mit stark gerundet winkliger oder einfach gewölbter Septalfläcbe
und rückenständiger, erhobener, dicker Spitze, die von der kleinen, gestrahlten
Mundung durchbohrt wird.
Vereinzelt in den Sowerby-Schichten von Gingen.
237. Cristellaril SehJoenbachl Schwager n. sp.
Tab. 34 (XI), f. 10.
Mittlere Länge 0.5""".
Das Gehäuse länglich, seitlich zusammengedrückt, mit etwas vorragendem,
mehr oder weniger eingerolltem Untertheile, der jedoch meist weniger hoch
hinauf reicht, als es bei dem gezeichneten Exemplare der Fall ist, und
dessen Band meist allmählig mit concaver Biegung in den letzten Septalrand
übergeht. Der Endtheil erhaben mit mehr oder weniger schiefer, etwas
gebogener, bloss in dem untern Theile schärfer einfallender letzter Septal-
fläche, deren letzterer Theil mit dem Seitenumrisse des oberen Rückenrandes
mehr oder weniger deutlich parallel verläuft. Der Rücken in allmählig
geöffneter Spirale aufgerollt, gerundet oder selbst scharf winklig zusammen-
gezogen, besonders nach oben durch die Kammerenden in wechselndem
Grade (doch selten so bedeutend, als es an dem gezeichneten Exemplare
der Fall ist) wellenförmig ausgeschnitten. Die Nähte vertieft, gerundet,
massig schief, divergirend, ziemlich gleichmässig, doch nicht bedeutend ge-
bogen. Die Mündung im Carinalwinkel gelegen, gross von einem Kreise
von Einschnitten, die in die Mündungsspitze einschneiden, umgeben.
Einzeln in den Sowerby-Schichten von Gingen und Pommer am
Hetzlas-Berg.
238. Cristellaria foliacea Schwager n. sp.
Tab. 34 (XI), f. 17.
Mittlere Länge 0.45— bis 0.5mm.
Das Gehäuse im Ganzen mehr oder weniger stark zusammengedrückt,
oft ganz platt mit beinahe stets gegen den Unterrand der letzten Septal-
fläche, wenn auch oft unmerklich vorragendem Embrionaltheile, mit in etwas
unregelmä8siger, nicht selten beinahe gebrochener Spirallinie aufsteigendem
Rückenrande, der sich in dem Anfangstheile mehr oder minder einer Kreis-
spirale nähert. Die Seiten des Gehäuses flach gewölbt oder ganz flach,
rasch gegen den gerundet kantigen Rücken abfallend. Die Septalfläche der
letzten Kammer gewölbt im Unterrande, deren Umriss mit dem Gesammt-
umrisse des oberen Rückentheiles mehr oder weniger deutlich parallel. Die
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(154)
<;<;o
Nähte flach gebogen, meist scharf, tief, divergirend, in den äussersten oboren
Theilen durch die Ueberwölbung der Mündungsspitzen der Torhergebenden
Kammern gewöhnlich zurückgebogen. Letztere meist etwas vorragend, nicht
sehr gross, fein gestrahlt; die Mündung klein, rund.
Die vorliegende Art bildet mit den zwei vorhergehenden eine enge
Gruppe, die überdicss noch durch einzelne Uebergangsformcn stärker ver-
bunden wird, trotzdem aber halte ich es für gerechtfertigt, wenn man sie
möglichst strenge auseinander zu halten sucht, weil es nur auf diese Weise
gelingt, sich eine bestimmte Vorstellung von diesen bo indifferenten Formen
zu bUden und die Gesetze zu erkennen, denen ihre allmählige Entwickelung
unterliegt.
Häufig sowohl in den Sowerby - Schichten von Gingen und von
Pommer am Hetzlas-Berge, als auch in jenen der Schambelen.
239. Cristellaria reticnlata Schwager n. sp.
Tab. 34 (XI), f. 14.
Mittlere Längo 0.6 mm.
Das Gehäuse etwas seitlich zusammengedrückt, dick, von im Ganzen
eiförmigem Umrisse. Die Seiten schwach gewölbt, in der Gegend des Nabel»
etwas eingedrückt, dor Rücken gerundet. Bloss der letzte Umgang sichtbar,
die Kammern jedoch äusserlich kaum zu unterscheiden, die Nähte verflacht
Die Septalfläche der letzten Kammer gewölbt ohne Absatz in die Seiten-
flächen übergehend. Die Seiten des Gehäuses mit im Ganzen concentrischen
dünnen Rippen geziert, die sich mit radial verlaufenden, zu vier- oder häu-
figer noch zu sechseckigen Maschen verbinden. Aehnliche, doch meist ein-
fach herablaufende Rippen finden sich im Rücken und an der Septalfläche.
Die Mündung klein, gestrahlt, an dem Ende der im Carinalwinkel gelegenen
Mündungsspitze gelegen.
Selten in den Sowerby-Schichten der Schambelen.
240. Cristellaria Sowerbyi Schwager n. sp.
Tab. 34 (XI), f. 18.
Mittlerer Hauptdurchraesser 0.5 mn.
Das Gehäuse geschlossen, spiral, etwas länglich, mehr oder weniger
flach mit deutlichem, manchmal selbst etwas flügelartig losgelöstem Rand-
kiele. Die 9 — 10 Kammern eines Umganges flnch gewölbt, scharf gegen
die Nähte einfallend. Sie reichen mit ihrem inneren, meist gerundeten Ende
nicht ganz bis in die Windungsmitte, und lassen einen mehr oder minder
bedeutenden Nabeltheil frei, der dann meist von der flachen Nabelschwiele
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fifil
bedeckt wird, die sich überdiess nicht selten mit sternförmigen Fortsätzen,
als Verdickung der Septal wände, zwischen die Kammern einschiebt, welche
letzteren sich sogar in einzelnen Fällen zu gerundeten Nahtrippen erheben.
Die Septal fläche der letzten Kammer flach gewölbt, bei jüngeren Formen
mit mehr oder weniger kantig gegen die Seitenflächen des Gehäuses ab-
schneidenden Rändern; bei alten Formen dagegen dieselbe gewölbt, un-
merklich in die Seitenflächen übergehend. Die Mündung im Carinalwinkel
gelegen, gestrahlt, meist noch otwas in die Soptaltiäche herablaufend. Die
Schale bei wohlerhaltenen Exemplaren auffallend glatt, glänzend.
Nicht selten, sowohl in den Sowerby -Schichten von Gingen und von
Pommer am Hetzlas-Berge, als auch in jenen der Schambelen.
241. Cristellaria vulgaris Schwager n. sp.
Tab. 34 (XI), f. 19.
Mittlerer Hauptdurchmesser 0.6""".
Das Gehäuse vollkommen involut, von rein kreisapiraligem Umrisse,
mit mehr oder weniger hoch gewölbten Seiten, gerundetem Kiele. Die
Kammern massig hoch, ganz flach, bloss bei besonders alten Individuen die
letzten gewölbt, in welchem Falle dann die Septalfläche der letzten Kammer,
welche ebenfalls gerundet ist, allmüblig in die Seiten des Gehäusos übergeht ;
ausserdem sind die Septalflächen ziemlich flach, ja selbst etwas eingesenkt,
und in einzelnen Fällen mit feinen niedrigen Randleisten versehen. Die
Nähte äusserlich kaum unterscheidbar, schwach gewölbt, einfach radial oder
besonders zu Ende die mittlere, mässig grosse, wenig oder gar nicht er-
hobene Nabelscheibe tangirend. Die Mündung im Carinalwinkel gelegeu,
meist robulinenartig noch etwas in die letzte Septalfläche fortgesetzt.
Nicht selten, sowohl in den Sowerby -Schichten von Gingen und von
Pommer am Hetzlas-Berge, als auch jenen vou den Schambelen.
242. Rotalia semiornata Schwager n. sp.
Tab. 34 (XI), f. 20.
Mittlerer Hauptdurchmesser 0.45""°.
Das Gehäuse linsenförmig von krcisspiraligem Umrisse mit zugeschärf-
ten oder selbst ausgezogenen Rändern , meist etwas höher gewölbter Spiral-
flacherer Nabelsoite. Die Kammern auf der Spiralseite flach gewölbt, schief,
zurückgebogen. Auf den Nahtlinien derselben erheben sich mehr oder
weniger entwickelte, nicht selten etwas unregelmässige, in wechselndem
Qrade dicke, hohe Leistchen, die mit dem ebenfalls meist verdünnten Rande
zusammenfließen. Auf der meist glatten Nabelseite die sehr wenig gewölbton
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(156)
Kammern beinahe rein radial gestellt, im Nabel zusammenlaufend. Letzterer
wird von einer mehr oder weniger grossen, meist nicht erhobenen Schwiele
bedeckt, die nur in einzelnen Fällen etwas vorragt, und sich zwischen die
Kammern mit gerundeten Septalrippcn sternförmig fortsetzt. Die Mündung
eine schmale, in der Beptalnaht der Nabelseite ausgeschnittene Spalte.
Häufig in den Sowerby - Schichten von Gingen, seltener in jenen von
Pommer am Hetzlas-Berg und von den Schambelen.
243. Siphonendca entrochonim Ferry.
1861. Si]>hon. entrochnrum Ferry: Note Sur PEt. Baj. des Enr. de Macon, p.15.
Zone des Amm. Sowerbyi vonSolutre und Flace bei Macon (Saone-
et-Loire).
244. Discoelia glomerata Ferry.
1801. Dioc, glomerata Ferry: Kote sur PEt. Baj. des Enr. de Macon, p. 15.
Zone des Amm. Sowerbyi von Flace bei Macon (Sa6ne-et-Loire).
245. Stenocoelia Ferryi Fromentel.
1861. St. Ferryi (Frora.) Ferry: Note sur PEt. Baj. des Enr. de Macon, p. 16.
Zone des Amm. Sowerbyi von Milly und Flace bei Macon (Saöne-
et-Loire).
246. Honotheles Bajoccnsis Ferry.
1861. Monoth. Bajocensis Ferry: Note but PEt. Baj. des Enr. de Macon, p. 16.
Zone des Amm. Sowerbyi von Milly und Flace bei Macon (Saone-
et-Loire).
247. Stellispongia Cotteaul Ferry.
1861. Sttllisp. Cotteaui Ferry: Note lur PEt. Baj. des Enr. de Macon, p. 16.
Zone des Amin. Sowerbyi der Umgegend von Macon (Saone-et-Loire).
248. Ocnlospongia Fromentel i Ferry.
1861. Oculosp. Fromtnteli Ferry: Note sur PEt Baj. des Enr. de Macon, p. 17.
Zone des Amm. Sowerbyi von Flace bei Macon (Sa6ne-et-Loire).
249. Sparsispongia pustulosa Ferry.
1861. Sparnspony. pustulosa Ferry : Note sur PEt. Baj. des Enr. de Macon, p. 1 7.
Zone des Amm. Sowerbyi von Flace und Milly bei Macon (Saöne-
et-Loire).
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'663
(157)
250. Cnpulochonia snbhelvelloides Ferry.
18U1. CupulocfLSubhelvelloides Ferry: Kote »ur 1'Et.Baj. des Env. deMacon, p. 17.
Zone des Anm. Sowerbyi von Milly, Solutre, Flace und Charnay
bei Mac od (Sa6ne-et-Loire).
251. Cnpnlochonia sp. indet.
Tab. 33 (X), f. 11 a. b. c. d.
Es kommt sehr selten in der Zone des Anm. Sowerbyi von Gingen
eine Cupulochonia vor, welche vielleicht mit der vorhergehenden Art über-
einstimmen wird. Da sich diess nach der von Ferry gegebenen Beschrei-
bung nicht mit Sicherheit feststellen lässt, ziehe ich es vor, dieselbe als
unbestimmte Art anzuführen. Ich habe eine Abbildung gegeben, um das
Urtheil über dieselbe zu erleichtern.
252. Actinoftmgia Matisconensis Ferry.
1861. Actinofung. Matisconensis Ferry: Note lur l'Et. Baj. dea Enr. de
Macon, p. 18.
Zone des Amm. Sowerbyi von Flace bei Macon (Saöne-et-Loire).
253. Talpina edoliformis Quenstedt.
1858. Talpina tdüliformis Quemt.: Jura, p. 431, tb. 69, f. 6.
Die feinen dichotomischen Gänge, welche Quenstedt beschreibt,
scheinen von einem bohrenden Schwämme her zu rühren. Sie finden sich
in verschiedenen Schichten auf mancherlei Muschelschalen, und werden auch
in der Zone des Anm. Sowerbyi fast nirgends vermisst; in Franken,
Schwaben und der Schweiz, bei Bayeux und Symondsbury.
Ich führe endlich noch die für den Lower Sandstone Shale and
Coal der Küste von Yorkshire bezeichnenden Pflanzenreste an, wenn es
auch noch nicht mit Sicherheit ausgemacht ist, ob man sie besser der Zone
des A. Sowerbyi oder der des A. Sauzei zurechne. Es ist indess immerhin
interessant, auch die Flora, welche zu jener Zeit einen Theil Europas be-
kleidete, näher ins Auge zu fassen.
254. Thnites expansus (Sternberg) Phillips.
1829. Thuites expansus (Stbg.) Phill.: Oeol. Yorksh. II, p. 153, tb. 10, f. 11.
Lower Sandstone Shale and Coal (Zone des Anm. Sowerbyi?) der Küste
von Yorkshire.
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(158) 664
255. Sphenopteris mnscoides Phillips.
1829. Sphenopt. musaride* Phill.: Oeol. of Yorksh. II, p. 153, tb. in, f. 10.
Lower Sandstone Shale and Coal (Zone des Amm. Sotcerbyi?) der Küste
von Yorkshire.
256. Sphenopteris stipata Phillips.
16-9. Sphenopt. stipata Phill.: Oeol. of Yorksh. II, p. 1.13. tb. In, f. 8.
Lower Sandstone Shale and Coal (Zone des Amm. Sotcet byi ?) der Küste
von Yorkshire.
«
257. Sphenopteris ? laneeolata Phillips.
1829. Spfienopt.r laneeolata PbiU.: Oeol. of Yorksh. II, p. 153, tb. 10, f. 6.
Lower Sandstone Shale and Coal (Zone des Amm. Souerbyi ?) der Küste
von Yorkshire.
258. Neuropteris laevigata Phillips.
1829. Neuropt. laevigata Phill.: Oeol. of Yorksh. II, p. 154, tb. in, f. 9.
Lower Sandstone Shale and Coal (Zone des Amm. Sotcerbyi ?) der Küste
von Yorkshire.
25'J. Cycadites latifolim Phillips.
1829. Cycad. latifolius Phill.: Oeol. of Yorksb. II, p. 164, tb. lo, f. 1.
Lower Sandstone Shale and Coal (Zone des Amm. Sotcerbyi?) der Küste
von Yorkshire.
260. Cycadites gramineus Phillips.
1829. Cycad. gramineus Phill.: Oeol. of Yorksh. II, p. lfi-l, tb. 10. f. 2.
Lower Sandstone Shale and Coal (Zone des Amm. Sotcerbyi ?) der Küste
von Yorkshire.
261. Cycadites lanceolatos Phillips.
1*29. Cycad. lanceolatu* Phill.: Oeol. of Yorksh. II, p. l.">4, tb. 1U, f. 'A.
Lower Sandstone Shale and Coal (Zone des Amm. Sotcerbyi ?) der Küste
von Yorkshire.
262. Cycadites Pectenoldes (Sternberg) Phillips.
1*29. Cycad. pectenoides (Stbg.) Phill.: Oeol. of Yorksh. II, p. löl, tb. 10, f. 4
Lower Sandstone Shale and Coal (Zone des Amm. Sotcerbyi?) der Küste
von Yorkshire.
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(159)
263. Flabellaria ? viminea Phillips.
1825». Flabell. viminea Pl.ill.: Oeol. of Yorksb. U, p. 114, tb. 10, f. 12.
Lower Sandstone Shale and Coal (Zone des Amm. Sotverbyi ?) der Küste
von Yorkshire.
264. EqaLsetnm laterale Phillips.
Equiset. laterale Phill.: Oeol. of Yorksh. II, p. 1'.:!, tb. 10, f. 13.
Lower Sandstone Shale and Coal (Zone des Amm. Sowerbyi ?) der Küste
von Yorkshire.
205. Chondrites scoparius Tbiolliere.
lb.18. Fucoides scoparius Thiolliere: Bull. goc. G«ol. de France II' s£r. XV, p. 7ls.
18(51. Chondrites scoparius (Thioll.) Duroortier: Bull. soo. Oool. de France
II' ser XVIII. p. .181.
Eine sehr verbreitete Seepflanze, welche indess eich über mehrere
Schichten der Unterregion des Untcroolithea verbreitet, indem sie bereits
in den Schichten des Amm. opalinus beginnt und bis in die untersten Lagen
der Zone des Amm. Humj)hriesianus hinauf fortsetzt. Für die Zone des
Amm. Sowerbyi scheint die Art namentlich im mittelländischen Mecres-
b ecken bezeichnend, sie findet sich indess auch hie und da in diesem
Niveau im Süddeutschen, Helvotischen und Pariser Becken.
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Inhalt
Einteltog Pag. 611 (5;
Verbreitung der Zone des Amm. Sowerbyi Pag. 523 (11) - 584 (78;
I. Süddeutsohes Heereibecken.
Franken Pag. 524 (18]
Schwaben , 531 (25'
Randengebirg 538 (32]
II. Helvetisches Heeresbecken.
Canton Aargau und Canton Basel , 540 (84]
Breisgau (Baden) „ 642 (30'
Haut-Rhin Departement , 545 (39]
CAte-d'Or, Ba6ne-et-Loire, Bhdne, Isere Departements , 647 (41]
Jura und Doubs-Departements , 551 (45;
Canton NeuohAtel, Bern und Solothurn „ 553 (47
Schweizer Alpen , 565 (49
III. Hittell&ndisches Heeres becken.
Var Departement , 557 (51]
Tyroler Alpen , 659 (53]
Ardeche, Gard, Herault, Losere und Aveyron (z. Th.) , 560 (54]
IV. Pyrenftisehes Heeresbecken.
Charente Departement „ 562 (56]
Vendee und Deux-8erres Departements , 563 (57]
V. Pariser Becken.
. Ahne, Ardennes, Heuse Departements , 564 (58]
Luxemburg; Hoselle, Heurthe, Haute-Harne Departements .... , 566 (60]
Yonne, Nierre, Cher, Indre und Yienne Departements , 568 (62]
Deux-Sefres (z. Th.), 8arthe, Orne, Calvados Departements. ... , 570 (64]
Dorsetshire und Somersetshire , 573 (67]
VI. Nordenglisches Heeresbecken.
Gloucestershire , 575 (69]
Yorkshire , 579 (73]
VII. Norddeutsches Heeresbecken.
Braunschweig, Hannover und Preussen (z. Th.) , 580 (74]
Die fossilen Arten der Zone des Amm. Sowerbyi .... Pag. 585 (79) — 665(169
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Druckfehler und Verbesserungen.
Pag. 52»; (20) Zeile 8 von oben Lamk st^tt Lauk.
„ unten Macandrewia statt Waldheimia.
„ unten cf. Eudtsi Opp. statt globata 80 w.
„ unten Macandrctcia statt Waldheimia.
„ unten Gingtwti» statt subangularis.
„ unten globosa statt cf. globosa.
, oben cf. *?riafa Rss. statt ghimrrala n. *p.
„ unten DiaMo]>ora petaloides ?tatt E*chara sp.
„ unten ßerenirnt statt Diastopora.
„ unten Oeodon stutt Gnoden.
. oben cf. Eude*i Opp. *tatt cf. globata 80*.
„ oben Gingtmi* statt subangulari«.
„ oben cf. Eudesi statt cf. globata Sow.
- oben Cristellarien statt Cristnllerieu.
-
T.27 (21)
-
1
-
531 (28)
14
n
534 (2*)
1»
12
534 (28)
•
11
534 (28)
3
535 (2«J)
1»
• i
53ü (:;o)
3
-
530 (30)
2
537 (31)
1
-
510 (34)
2
-
541 (35)
-
'.1
554 (18)
10
664(118)
-
13
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Berichtigungen zu Band I.
Heft I. Ueber Trias und Jura in den Sudalpen.
Der Gefälligkeit des Scidenfabrikanten Herrn A. Pischl in Roveredo verdanke ich
folgende Berichtigungen von Gebirgs-, Orts- und Flurnamen:
Es ist zn le*en: statt Colognola oder Cognola— Cologna, *tatt Orto d'Abram
Orto d'Abramo, statt Mt. Zara (Profil III etc.) ~ Mt. Zun», stutt die Lena —
der Leno, statt Castel Pietro — Castel pietra, statt Cotsanto — Colsanto,
Matt Val Lagorina - Val Lagarina, statt Val Astica - Val d'Aitico.
Ferner andere ich den schlecht gebildeten Namen Terebrutula hexagonalis
i p. MW) in Terebr. bexagona um.
Ceromya papyracea (p. 1G3) ist bereits vergeben (cf. Marcon, lettres Sur les
roches du Jura p. 300), ich ersetze daher den Namen durch Ceromya tirolonsis.
Natica incerta, von Dunckor aufgestellt, ist zwar eingezogen worden, doch scheint
es nicht zweckmässig, einmal benutzte Namen im andern Sinne aufs Neue zu verwenden.
Die auf Seite 156 beschriebene Art mag daher Natica fallax heissen.
Endlich sind auf p. 202 in der Tabelle die Schichten des Amtnonites acanthicus
uh Unterabtheilung der Ki m mrid ge-G rup pe einzutragen vergessen worden. — Dieser
Theil der Tabelle stellt sich dann folgender Massen dar:
Diphya-Kalke mit Ter. diphya, (In den Nordalpen: Schichten
A. hybonotus, Iithographicus,
ptychoicus, Zignodianus etc.
Schichten des Amm.
mit T. Diphya von Hals bei
Weyer, Losenstein; ausser-
halb der Alpen: Lithogra-
phische 8chiefer von Born-
hofen, Nusplingcn, Cirin.)
(In den Nordalpen noch nicht
unterschieden; ausserhalb der
Alpen: Zone des Amm. te-
nuilobatu«.)
Benecke.
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Ii 70
I
Ferner ist zu lesen
Heft III (Norddeutsche Cenoman -Brachiopoden) :
. 407, Zeile 12 ron unten statt Glaurotomaria: PUurotomaria
415 und 422 haliotididta statt: haliotoidea, ebenso
422 und 425 Lamarkana statt Lamarki.
426, Zeile 4 Ton unten ist hinter Bhyndtonella einzuschalten: dimidiata Sow. id.,
und die Worte latissima und eompresna Dar. sind in Parenthese zu
setzen.
429, „ 18 ron oben lateralis Nilss. statt: canaiiculatus Sow. sp.
450, ., 11 von oben ist nachzutragen: Nach soeben erhaltener Mittheiluug tod
Herrn Th. Davidson kommt Terebr. depressa Lam. bei Up wäre in
Cambridgeshire im Sehten Lower Green Sand vor.
481, 10 von oben Mantellana statt: paucicosta.
501, „ 1 Ton unten dimidiata statt: latis»ima.
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Register
znm L Bande.
(Bei Benützung des Registers bittet man, zuerst die Druckfehlerverzeichnisse und Berich-
tigungen auf p. 204, 3 1 8, 398 und 668 — 670 zu vergleichen.)
A.. Ortsregister.
(Italienische Berg- oder Thalnomen sind theils allein, theils mit der Bezeichnung
.Münte* oder „Val* davor aufzusuchen, ebenso findet man die Namen der französischen
Departements theils ohne, theils mit dem vorgesetzten Worte „Departement'1.)
Aalen (Württemberg) G23.
Aare (Fluss) üiü.
Aargau 132.
Adamello 1_LL
Agordo 116, 341.
Ahaus (Westphalen) 468, 420.
Ain Departement 2üiL
Ala 100, 145^ 14JL
Albaredo 22, 23, 24, 100, UiL
Albarracin 271.
Alblanque 112.
Alfeld (Hannover) 40JL
Alle Barche 100, IMl
Alpen 523.
Altenbeken (Westphalen) 406.
Altenstadt (Wttrttemb.) 689, 596, 614, 615j
616, 618, 623.
Altissimo di Nago 6.
Amberg 23^ 284, 285.
Ampezzaner Gebirge 13£L
Andelot 216, 257.
Andon (Var) 222,
Andrich 104j 116.
Angolo 4^ HL
Angouleme (Frankr.) 424.
Angouleme (Vers. d. geolog. Oes.) 562.
Aplerbeck (Westpb.) 456.
Apremont bei Kantua 314.
Aro-sous-Hontenot 216, 257.
Ardeche Departement 261.
Arlbergpass 56.
Aselfingen (Baden) 538, 591, 696, 612, 614j
61Ü, Iii'.).
Atlas -Gebirge 272.
Aubenas 21LL
Aubigne (Sarthe) 220, 264, 265, et passim
— 31L
Auerbach in der Oberpfalz UÜi.
Aussee 327, 333»
Avio 100.
Baczyn bei Krakau 233. 280.
Baden (Canton Aargau) 244.
Baden (Grossherzogthum) 240, 523, 642,
Badia Calareua 149.
Bagnolet (Frankr.) 424.
Bagolino 46, 6_L
43
r.7-2
Baktschi-Serai L3&
Balingen (Württemb.) 238, 240, «15,
Balttall 247.
Bamberg 238.
Bannewitz bei Dresden (Sachsen) 412, IM.
Banntieben b. Schöppenstedt (Brschw. ) 494.
Bants (Ober-Franken) 52G.
Batna, Prov. Constantine 272, 284.
Baadour (Belgien) 417.
Bayeux 516, 520, 572, 689, 698, «15, Ü2L
Bayrer Alp Ü5L
Bayrische Alpen 2ML
Bechtersbohl 243, 279, 28J, 283, 292, 293,
294. 803. 30«, 307. 309.
Beggingen (Baden) r-i.'is.
Begny (Cher.) 509.
Beifort (Haut-Rhin) &£L
Belgien 416, 452.
Ik'lJtme 2*lL
Belluno LML
Berchtesgaden 341.
Bergamascer Alpen 13.
Borg ron Crussol 6£1L
Berg Obir ML
Bergstun von Marco 24.
Berner Alpen 254.
Bc*agno KL
Besancon 255. 25JL
fk-?ano 5iL
Betzenau bei Brugg (Ct. Aargau) 540, 589,
591. 592. 594. 596. 597. «Ol. Gl«.
Bezeca 35, JiLL
Biasezza SIL
Bila'er Grund (Sachsen) 414.
Bilin (Böhmen) 474.
Billmerich (Westph.) 406, 4QL
Binderi 142.
Birmensdorf bei Baden 221. 244. 225 et
passim — 316.
Blockdown (Engl.) 425.
Bleiberg aiL
Blumberg 240, 279, 280, 284. 29^ 292, 225»
Bochum (Westph.) 406.
Böhmen 411, 411L
Bützberg (Aargau) 29S.
Bötzen (Aargau) 279, 284, 2£lL
Bois de Prix bei Mezieres Mi 4.
Holen Purga 150.
Bopfingen 53_L
Borgo Profile 29, 40.
Bötzen 40, 142.
Brandstätt bei Klein Zell 341.
Braunschweig 408, £2_L
Bre 9JL
| Breisgau, Baden 542.
Bremen bei Werl (Westph.) 407.
Breno 44, 1LL
Brenta 30.
Brontonico 6, 106, 114, 117.
Brcscia 102.
Bridport (Dorsetshire) 573.
Brillat bei Pont de filt-de-fer 287.
Broitzen bei Braunschweig 408, 409, 421.
Brugg (Canton Aargau) 244, 540.
Buchen stein HL
Buke (Westph.) 406.
Burgdorf unw. Schinden (Hannover) 400.
. Burton-Bradstock (Dorsetshire) 573. 604.
! Caino 80.
Caldonazzo 101.
Calliano 25.
Calmoutiers (Haute-Baöne) 546, 6-18.
Cambridge (England) 436.
Canal di Sotto 40.
Canton Aargau 244, 296, 540
Canton Basel 247, 540, 542,
Canton Bern 247, 255, 553.
I Canton Glarus 254, 55iL
Canton Neuchatel 248, 553.
Canton Solothurn 244, 247, 553, 554.
Canton Vaud 249, 555»
Cap Cride bei St. Nazaire 557.
Cap la Here bei le HAvre (Frankr.) 437.
Capo di Ponte GQ.
Caprino UL
Cap San Vigilio am Gardasee 559. «0 \ .
Cargneule 7£L
Casina di Boario 47, 76.
Caslau (Böhmen) 458.
Cassian 325, 340. SIL
Castell Brentonico IL
I Castel pietra 27, 85, 101, 102.
1 Castione IL
j Caussol (Var) 222, 262, 284.
Cave Hill bei Cheltenham üliL
Ccdogolo 6^|, (IL
Cengio alto ML
Ceraino 19, LLL
Chamaillart 268.
Chappois 221, 257, 275, 2ßL
Chard (England) 426,
Chardstock (England) 426, 12L
Charente-Departement (Frankr.) 123»
Charente-in f.- Departement 123.
Charnay bei Macon 624, 642, G63.
ChAteanneuf (Frankreich) 12L
Chfttel-Cen«oire 263, 2ßL
Chdtel 8t. Denis, Freiburger Alpen 2JLL
Chatülon bei Delemont 215^ 217, 219, 222,
24L
Chatillon (OHe d'Or) 263.
Cheltenbam 307, 576, Ml, 609, 619, 621, 1123.
Cher-Departoment 263.
CheTagny bei Macon 649.
Chereuge (Ardennes) 564, 623.
Chicsa-Fluss LLL
Chiesa-Thal 3L
Chintz bei Macon 620,
Chiusa 125*
Cbiusole 2Il
Chizzola 6^ §,
Chlomek bei Jnngbanzlau (Böhmen) 474.
Choroschöwo (Russland) 450.
Cima d'Asta 30, 40, 63, 141, 142,
Cima di Gaevana KX>.
Cima Dodiei 30, 40, 101.
Cima Giogomale 101.
Cima Mandriola 148.
Cima Taralö 36^ 86, 1Ü2.
Cima tre Croci 100, 149.
Cima ündici 10L
Cima Vezzena 101, Uß*
Cimolais 114, 128.
Cirin 136, 13!).
Civezzano 40.
Cividate IL
Cluse 15L
Coyno IL
Col-des-roches bei Locle 248.
Colere 77. 318,
Colline Ste. Catherine b. Ronen (Frankr.) 120.
073
C'ologna 32, LJO.
Colsanto 101, LLL
Combe d'Eschert bei Delemont 2HL
Condino üL
Confblens 5Ji2.
Conlie (8arthe) 572, 612.
Corfara HIL
Corno dei trenta paesi 79.
Corsika 558.
Corti IL
Cote-d'Or-Departemcnt 263.
Crcmmlingen unweit Braunschwetg 494.
Cricldey Hill bei Cheltenham 652.
Croce Domini 46, 53, 61_, 78.
Crosano 6, 12, IL
Crussol bei Valence 221, 261, 277, 2Iä et
passim — 310, 560.
Crzeszowioe 285.
Cunnersdorf bei Dresden (Sachsen) 4 12, < 14.
Dangstetten 221, 213.
Daone 5JL
Daone-Thal 32.
Darfo fifi.
Duuphin6er Alpen 253.
Dep. Ain 259, 523, 5_5_L
Dep. Aisne 564.
Dep. Ardeche 261^ 523, afiü.
Dep. Ardennes 564
Dep. Aveyron 523, 560, 63JV.
Dep. Bas-Rhin 523, 545,
Dep. Basses-Alpcs 523, 557.
Dep. Bouches-du-Rböne 52:;.
Dep. Calvados 570, iLL
Dep. Charente 423, 523, 5Ji2.
Dep. Charente-inferieure 423, 52t).
Dep. Cher 263, 568, äöJL
Dep. Cßto-d'Or 263, 523, Ü1L
D6p. Denx-8evres 267, 523, 662, 5J0.
Dep. Dordogne 423, 528, QÜ2.
Dep. Doubs 255, 623, 551, 5Ü3.
D6p. Dröme 523, 557.
Dep. Card 523, 560, £35,
Dep. Haute-Marne 566.
Dep. Hauto-Saone 255, 523, 5.LL
Dep. Hautcs-Alpes 557.
D6p. Haut-Rhin 523, &JJL
Dop. Hcrault 523, &JÜL
43*
074
Dep. Indre 5*>8, 570.
Dep. labte 259, 547, 550, 557.
Dep. Jura 250, 523, 55].
Dep. Lot 523, 562.
Dep. Losire 523, 5G0, 562, 635.
Dep. Maine-et-Loire 57<).
Dep. Meurthe 566, 567.
Dep. Meuse 564, 565.
Dep. Moselle 566.
Dep. Nie vre 263, 568, 569.
Dep. Orne 570, 572.
Dep. Rhone 523, 547, 550.
Dep. Sa6ne-et-Loire 263, 523, 547.
Dep. Barthe 264, 420, 432, 670, 571, 637.
Dep. Var 261, 523, 557.
Dep. Vaucluse 261, 557.
Dep. Vendee 267, 563.
Dep. Vienne 263, 568, 570.
Dep. Yonne 263, 568.
Deutach lau d 513.
Deux-8eTrea Departement 267.
Devizes (England) 460.
Dezzo 48, 60, 76.
Dijon (Yonne) 568, 634.
Dippoldiswalde bei Dresden (8achsen) 414.
Djebel Chellalah 278.
Üomaro-Berg 80, 102.
Domegliara 145.
Dohnsen (Braunsehw.) 581, 583, 588, 591,
596, 597, 598, 599, 600, 604, 613, 615,
616, 617, 618.
Donners wand bei Frein 341.
Dordogne-Departement (Frankr.) 423.
Dorsetshire 523, 573, 609.
Dosso 149.
Doubs-Departement 255.
Draguignian 627.
Dreihausen (Westphalen) 406.
Dresden (8achsen) 411.
Dnndry 574, 591, 601, 609, 631.
Bcomraoy 267.
Eichberg 210, 278, 279, 289, 292, 299.
Eisenach 580.
England 222, 425, 432, 514.
Entratico 128.
Entre-deux-monts bei Loele 248.
Erbano 47.
Erlangen (Franken) 326.
Ernstbrunn 139.
Erzeck, Berner Alpen 254, 284.
Escragnolles (Frankreich) 444.
Esino 61.
Esino 72, 84.
Essen a. d. Ruhr (Westph.) 406, 4<>7.
Etretat (Frankr.) 420.
EtTochay 263.
Errecy 517, 573.
Falaise (Calvados) 572.
Farnhan] (England) 425.
Farringdon (England) 429.
Fecamp (Frankreich) 420, 437.
Fersina-Thal 151.
Feugu erolles 517.
Finonchio 27, 146, 148, 151.
Firstwand am Qlarnisob 277, 282, 283.
Flace bei Hacon 586, 588, 614, 623, 642, 602.
Flöteberg bei Liebenburg (Hann.) 410.
Folgaria 101, 122, 148.
Folkstone (England) 425.
Fontaine-Etoupefour 517.
Fontenay (Vendee) 606, 611.
Fontenelay bei Besancon 287.
Foret de Haye bei Nancy 610.
Forges de Ouilles bei Larnod 256.
Formio 33.
Foum Islamem 272.
Franken 132, 238, 515, 524, 525, 606.
Frankendorf (Franken) 524.
Frankreich 514.
Freiburg (Baden) 543, 616, 618.
Freiburger Alpen 254, 255.
Frias 270, 271, 280, 281, 284, 285.
Frick (Canton Aargau) 609.
Frickberg (Aargau) 542, 600.
Frickthal (Aargau) 244 , 278 et passim —
302, 542.
Friesen (Franken) 524.
Fringeli (Canton Bern) 299.
Frittlingen (Württemberg) 537.
Fröhmern bei Unna (Westpb.) 406, 407.
Fussen 68, 121.
Ffltsen am Banden 279, 284, 285, 288, 293.
Galiowa 218.
Qaliiien 233, 234.
Digitized by G
r.75
Oallitzenbach 103.
Gammelshausen 150.
Gandinu-Ruch i_L
Oarda-Profil 19, 20, HL
Oardone 80, 102,
Geissberg (Canton Aargaa) 554.
Geieslingen (Württemberg) 531.
Gigondas 202, 280, 282, 288, 264.
Gimouille (Cher) 5JÜL
Gingen im Vilsthal (Württemb.) 531, 532,
:>37, 585. 58». 587—663.
Giogo di C actione 77.
Gl&rnisch (Ct.Glarus) 119, 222, 254, 277, 555.
Glaroer Alpen 254.
Gloucester-shire 524, 575, 638.
Godstone (England) 428.
Golberoda (Sachsen) 503.
Goldbachsthal bei Halberstadt (pr. Prorins
8achsen) HO.
Goppeln bei Dresden (Sachsen) ALL
Gorno Aß.
Gorzone 47, 70.
Oosheim (Württemb.) 537, 614, 610, ülL
Gotha 580.
Goreno 12»
Grafenberg (Franken) 526, 528, 530, 586,
611, 015
Grae> bei Ahaus (Westph.) 490
Graitery 247.
Grand Montmirail 222. 202.
Greene ( Braunsen weig) 015.
Grenoble 138,
Grigno 10L
Grojec bei Krakau 233, 282, 284, 285, 2UL
Grossenbuch (Franken) WO, ijS^ OTT, 618,
619.
Gross-8altendorf (Ober-Pfalz) 525.
Gross-Sedlitz bei Dresden (Sachsen) 4 1 2.
Gruibingen bei Boll 309.
Guadalajara 112.
OOnsberg bei Solothurn 221, 225, 246, 287,
554. 630.
Gussignies (Belgien) 460.
Hahnenkamm (Franken) 604.
Halberstadt (pr. Pror. Sachsen) Hü.
Hall GJL
Hall in Tirol 3AL
Hallein 3AL
Hallstatt «4, 12L
Hallstatter Salzberg 327, 233*
Hannorer 223, S2L
Hauenstein (Solothurn) 555. 591, 596.
Haute-Sadne Departement 255.
Heidelberg (Baden) 544.
Heidenheim am Hahnenkamm 530.
Heiningen (Württemberg) 537.
Helmstein bei Quedlinburg (pr.Proy. Sachsen)
410.
Häretisches Becken d. Jurameeres 523. 540.
| 536, 005.
Hesselberg (Franken) .">;{ 1 .
Hessiscb-Oldendorf 583.
Hetzlasberg bei Erlangen 526, 528, 585, 588,
590. 599. 600. 609. 611.
Hetzlas-Sattal 526, 0<>4.
Hinter-Schafberg 341.
Hochergraben bei Ruhpolding 253.
1 Hörnstein SIL
' Hohenneuffen (Württemb.) 63JL
Hohenschwangau 252.
Hohenzollern 536, 596, 0u4, fiOÜ.
Hohe Weide bei Dreihausen (Westph.) 400.
i Holubice (Böhmen) 444.
: Horn Castle ü3ü
j Hornungsthal bei Buohberg 3)1.
; Hornussen (Aargau) 281.
: Hundorf (Böhmen) 475.
! Hundskogl bei Ischl 327, ML
| Hunstanton Cliff (England) ALL
j Hyieren 558.
| Idria 3LL
| Ignol (Cher) 569.
Dario 27, 20,
De d'Aix (Frankreich) 424, A25,
i De Delle 270, 313, 314, 315.
| Ilmenspits 113.
I Induno 133.
| Innsbruck 5_0_.
\ Insel Wight (England) 425, 428,
Iscre Departement 2dSL
Italienisches Becken des Jurameeres 523. 559
Jardin des Plantes, Sammlung ron d'Orbign j
26JL
(i7H
Jungingen (Hohenzollcrn) 531», *37, 599, 612,
ii>< t.
Jura Departement
Kaltem 02, 143,
Kamajk (Böhmen) 458.
Kandern (Baden) 512.
Karpathen 125, 'JitfL
Katzengteige bei Oosheim (Wflrttemb.) 537.
Kauscha bei Dresden (Sachsen) 1 1 1.
Kerschbuchhof iL.
Kießling swalde (Schlesien) 471.
Kircheim a. d. Theck (Württemb.) 530.
Klaus-Alpe 120.
Klause bei Lienz 103.
Klein Herrendorf (Böhmen) 444.
Klein Lützel (Ct. Solothurn) 222, 280.
Klein Reifling 311.
Klein Schöppenstedt 583.
Klettgau ÜLL
Knapton (England) 41)3.
Knezivka (Böhmen) 444.
Kobiluny bei Krakau 210.
Kötschendorf (Franken) 027.
Korycan (Böhmen) 444
KoschOtz bei Dresden (Sachsen) 412. 414.
Kotta (Sachsen) 414»
Krakau 122.
Kreiensen-llolzmindener Bahn 581.
Kreisacker b. Brugg 244, 281, 283, 285, 'ML
Kreuzgraben bei Staudach 251.
Krimm 13s.
Krohnaberg bei Hannover 473.
Kttssaburg 221, 243, 2IL
Küssenberg bei Bechtersbolü 2.13,
Kutschlin bei Bilin (Böhmen) 471.
La Chaux de Fonds 218.
Lagernberg (Aargau) 286^ 314,
Lafare 222, 202.
La Fauche (Haute Marne) 215.
Lago d'Arno 6_L
Lago di Caldonuzzo 40, 63.
Lago di Ledro Hj. .103.
Lago di Loppio 7, 151.
Lago di Molveno 143. 144.
Lago d'Ist-u 47, 79, KlL
Lago di St. Croce HO.
Lago di Tenno 144.
Lagrange-Lapraillc-de-Charnix 29Ü.
La Latte bei Nantua 314.
Langelsheim a. Harz (Brschw.) 4 09. 410.
Langenberg bei Quedlinburg (pr. Provinz
Sachten) 4 10.
Langenbrücken (Baden) 542, 544.
Langrunne 558.
Lutemar 6JL
Laun (Böhmeu) AHL
Lausanne, Museum 2JJL
Lautlingen 222, 239, 277, 279, 280, 281. 281.
2b'>, 299.
La Vachcrie bei Eommoy 2 li 7.
Luvurone 148.
La Verpilliere 550, 551.
Lavini di Marco 24.
Lavis 5_L
La Voulte (Ardechc) 119, 282,
Leckhamptonhill bei Cheltenham 109, 576
622, üü
Le Harre (Frankreich) Jjiü.
Lcislingkogl 327, 3JÜL
Le Mans 207. 459.
Lenna 72, HL
Leno 22.
Lcnzumo 3JL
Le Pontet bei St. Claude 275, 311, 312, 313,
314, 315. 31 f..
Le Rougefort b.Licqu«» (Frankr.) 420, 437.
Les Moutiers bei Buyeux 598, 005.
Lea Rangiers (Canton Bern) 553, 587, 588,
597. 015.
Lichtenau ( Westphalen) 4(K>.
| Liebenburg (Hannover) 41».
i Lienz 9JL
• Lienzer Klause 103.
Limburg (Holland) 4GG.
Limoges 562.
Lincolnshire 575.
Linden bei Hannover 473.
■ Linsenbühl bei Neuhansen (Württemb.) 595.
Lizzanella 23.
Lochen ( Württemberg) 220. 23JL
Loclc 221, 248, 291, 292.
Lodrone Gl.
Loir-et-Cher-Depart. (Frankr.) 423.
1 Lombardei 123.
Ü77
Longwy (Moselle) 591, 597, 612, «14, 615,
610, 618, OjüL
Logenstein 2JLL
Louviere (Belgien) 417.
Loreri 4L
Lublimitz 22Ü
Lue
Lübbecke (Preussen) 615.
LQckendorf anw. Zittau (Sachsen) HL
Lfineburg (Hannover) 408.
Luschitz (Böhmen) 457.
Luserna IUI.
Luxemburg 514, 566.
Lyme Regia (England) Li8_
Lyon 55' >.
Macon (8a6ne-et-Loire) 547, 585, 580, 587,
',1 i.
Madonna del Monte 22, 114, HL
Mähren 235.
Magdeburg Ü2L
Magnc 221,
Maidstone (England) 12Ü.
Mailand Kongress Lük
Mailand Sammlungen 138.
Maitiere (Belgien) 417.
Mallorca LkL
Mandole 148.
Marani 14f>.
Marcheno 48, 7ü»
Marco ^ 22, üA
Mariahilfsberg bei Amberg 237.
Marillao (Charente) 563.
Martrou (Frankreich) 12L
Maruszyna bei Neumarkt 23 1.
Masi 2JL
Mastbruch hei Braunschweig 4!J4.
Matassone 14'<,
May 517.
Mehle (Braunachweig) 651.
Meissen (Sachsen) 112.
Mende (Lozerc) 561.
Mendola 6*±,
Merey-sous-Montrond (Doubs) 25JL
Mesmay bei Quingcy ( Jura) 2tXJ.
Mesnil-Louvigny bei Caen 604, 605.
Metz 566, 619, 623.
Mezieres 504.
Mezzo Monte 14L LLi.
Mezzo Tedesco LLL
Mikulince (Oalizien) 466.
Mikultsohatz 5JL
Milly bei Maoon 586, 64L, 662.
Miotte bei Beifort 545, 589, 618, fi2L
Mirow bei Krakau 284.
Mittelländisches Becken des Jurameeres 523.
556, 665.
MIoszowa 28J, 285, 292,
Möen (Danemark) 486.
Moggio 29, 40, UIL
Möns (Belgien) 417.
Mont d'Or bei Lyon 550, 629, 631, 635, ü5ü.
Monte Adamello 39^ 6Q,
Monte Aifguina 70.
Monte Armentara 29, 4JL
Monte Baldo Profile 6, 104. 107. LLL
Monte Berlingkera 36.
Monte Biaina 144.
Monte Brugnollo 15_L
Monte Calis 14k
Monte Camerone 86, 1112,
Monte Campeglio 61.
Monte Casal 144.
Monte Cornetto 14k
Monte del Castello 60, 6J,
Monte Qaverdina 144.
Monte Marchione 12,
Monte Muffetto 41L
Monte Nago lfi,
Monte Paganolla 144.
Monte Pari LLL
Monte Pasubio 100.
Monte Pinzocco Uli.
Monte Pomm Ii*.
Monte Pora IE.
Monte 8alvatore &L
Monte 8. Emiliano tüL
Monte Varo 7b.
Monte Venante liXL
Monte Zacon 29. 40, 5JL
Monte Zuna 22, 2iL 146,
Monticolo 17.
Monti di Pesoro 12,
Montignies-aur-Koc (Belgien) 417.
Monti Leuini 7, 122, 149,
Monti Pisani 39, 43, HL
Montmarlon (Jura) 287.
Montreuil Beilay (Maine-et-Loire) 570.
Mont-Saint-Martin (Luxemburg) 566.
Mont 8aleve (Schweiz) 163.
Moosberg 327, 34L
Mori 6, 122.
Mortagne (Orne) 262.
Müblheim a. d. Ruhr (Westpbalen) 422.
Mulde Ton Stenico 144.
Nancy (Meurthe) 521, 567, 591, 508, 623.
Nantua (Ain) 259, 2dl, 285 et pagsim —
310, 611, 63L
Neckarthal 536.
Nerondes (Cher) 569.
Neuberg S4L
Neumarkt 62»
Neumarkt (Franken) 530.
Neumarkt (Galizien) 233, 234, 253.
Neunkiroben am Brand bei Erlangen 526.
Neury-sur-Loire (Frankreich) 491.
Nouwallmoden (Braunschweig) 409.
Neuwiai (Adennes) 219, 232.
Netres (Nierre) G34.
Niederbayern 236.
Niederschlesien 4 15.
Niederschöna unw. Tharandt (Sachsen) 414.
Nierre Departement 263.
Nikolsburg 132.
Niort (Deux-8evres) 2G8, 212 et passim —
316, 606, 6IL
Noce 100. 110. 129, LLL
Noiraigue (Canton Neufchatel) 246, 213 et
paasim — 316.
Nolle bei Rotbenfelde (Hannover) 494.
Nomi. Profil 25, 114.
Nonsberg 143, LLL
Nonsberger Mulde 113.
Nördlich vom Hur« 408, 132.
Norddeutsche Jurabildungen 518.
Norddeutsches Becken dea Jurameeres 521,
580, 613.
Nordenglisches Becken des Jurameeres 523,
613.
Nordöstliches Frankreich 4 in.
Nordwestliches Frankreich 419, 432.
Noriglio Uli.
078
Normandie 222, 60».
Northhampton-shire 575.
Norton Bevant bei Wannituter (Engl.) 438.
Norwich (England) 438.
Noselari 14&
Not. DvorÜ (Böhmen) 422.
Niuplingen 136.
Nutfield (England) 425.
Oberalfingen (Württemberg) 531.
Oberau bei Meissen (Sachsen) 412.
Oberblegi-See 113.
Oberbuchsiten (Ct. Solothurn) 221, 244, 247,
212 et passim — 302.
Oberhochstadt 222, 238, 277, 283, 233.
Oberpfalz 236.
Ocker bei Harzburg 588, 613.
Oglio ZiL
Olomuczan 236.
Ölten 244,
Ortenburg 236. 232.
Orto d'Abramo 22, 25, 100, 145, 146.
Osnabrück 683.
Ouarencenis (ProT. Algier) 274, 284.
Oyonnax 259.
Paczaltowice bei Krakau 221. 231, 277, 279,
280. 282, 283.
Padone TL.
Padua, Sammlung 104, 131.
Paris, Sammlung von E. de Yerneuil 212.
Pariser Becken 517. 523, 564. 665.
Passau 221, 222, 236.
Pasubio 147.
Pavo 40.
Pazzone 20.
Pedemonte 101^ 143.
Pegnitz (Ober-Pfalz) 525, 616.
Pelugo 32.
Perledo 45, 56, 33.
Pernigotti 26, 142.
Pezzase 4L
Piazza 147.
j Piazza di Terragnola 12L
I Pierreclos bei Macon 654.
' Piere di Bono, Profil 32, 48, 83, 144.
; Pirna (Saoh&en) 414.
j Pisogne 7JL
■ Pitulat bei Steierdorf (Ungarn) 480.
(170
Plapperille-les-Meta (Moselle) f>45.
Plauen bei Dresden (Baohaen) 41l».
Plauen'scbe Grund bei Dresden (8ach3en)
411, 412, 414.
Pötschenhöhe bei Geisern 327, 3_4_L
Pomarolo 2.*i.
Pommer am Hetzlaa 528, 585, 586, 587, 589,
608, 609, 016, C17, 618, 619, G&L
Pönale 99, LLL
Pontafelgraben 65.
Ponte di Tiemo 7, 10^ 114, 117, 1 Iii.
Porte de France ia*L
Postelberg (Böhmen) 4J1L
l'oupet bei Salini 291.
Pozzaohio HL
Prato dei soldi HL
Pre Solana 77.
Prezzo 32, 34R
Priesen (Böhmen) 457.
Priessnits (8ach»en) 412.
Privaa 561.
Pro vince hispano alpine 337.
Prorince nornundo-bourguignonne 137.
Prorinz Algier 274.
ProTini Constantine 272,
Puchow in Ungarn 139, 235, 253, 283. 284
2ÄL 1
Pyrenaeisches Becken des Jorameeres 523
562. 1
Quedlinburg (pr. Pror. Baohien) Hfl.
Rabenau (Sachsen) 414.
Rabenstein (Franken) 628, 64JL
Raibl 65, 66, 341.
Raimercuz 247.
Randen (Baden) 22J, 240, 291 et passim —
302, 523, 538.
Raschberg 327, 833, SIL
Rarensgate Hill (Gloucestershire) 577^ 587,
610, 612, 613, 614, 616, 617, 61&
Rärin bleu 272.
Rechberg (Württemberg) 6S9»
Recoaro IQ, 50, 63.
Regensburg (Barem) 41_L Ü2Ü.
Reichenhall 250, 2£L
Reigate (England ) 128.
Rethen bei 8arstedt ( Hannover) Ü)sL
Reutte 50. 5_L
Rheine (Westphalen) 406.
Rheinischer Busen des Jurameeres 542.
Rhöne-Fluss 550.
Rians (Var.) 222, 262, 280, 28^ 282, 283,
284.
Riesenkopf bei Kufstein 252.
Rippien bei Dresden (8achsen) 412, 414.
Roche-Pourrie bei Satins 551, 588, 589, 590,
591, 598, 612, 613, 614, 616. 618, tf2JL
Rodborough Hill bei Cheltenham 579.
Rofla lü.
Rogoznik 139, 235, 284.
Rollingbank-Quarry, CaTe Hill 579.
Romagnano 100.
Roncone 39, 144.
Rossmoos 327, 335, 337.
Rothenfelde unw. Osnabrück (Hannor.) 47:;.
Rottenstein bei Vils 253, 28_L
Rotzo 26, 104, 105, 119, 12L
Rouen (Frankreich) 420, 42L
Rovegliana üS»
Rorere di Velo 110, 14JL
Roreredo, Museum 121.
Roreredo, Profile 22, 8jL
Ruchenstock in Unterwaiden 278. 285.
Rügen (Pommern) 439.
Ruh polding 252.
Ruhr-Gegend (Westphalen) -Uni.
Sachsen 411, 416j 432.
Saffoni 2&
8alins (Jura) 246, 257, 2äi> et passim —
287, 551, 5H7.
Saltrio 103.
Balsberg, Haiistatter 327, 333, ML
Salzgitter (Hannorer) 408, 409.
Sandling, rorderer 327, 328, 334, Ü3JL
8aöne-et-Loire D6part. 263.
8urca-Thal 62^ 100, 116, 144, 150.
Sardinien 112.
Sarezzo 80.
Sarstedt (Hannover) 408, 409.
8arthe Departement 264 , 420, 432.
Sasso Mattolino 84.
Scavejaghe 20.
Schambelen bei Müllingcn un der Reuss
( Aargau) 5U, 536, 588, 589, 600, 607,
ßÜ9. 610, 616, 6ÜL
Scheffau bei Aselfingen 538.
Schilpario 77.
Schilt 222, 254, 277, 278, 280.
Schiern 00.
Schlesien 411.
8chönberg (Breisgau) 591.
Schöppenstedt (Braunschweig) 408.
Schwäbische Alp 23S.
Schwarzenbach 311.
Schwarwald 523, 551, 534.
Schweiz 51 3.
8chweixer Alpen 250, 254, 555.
Sohynberg bei Frick (Cent. Aargau) 5b9.
Sega di Noriglio 24, 31, 151.
Seiner Alpe 00.
Sella 29, 39, 40, 85.
Semar 508.
8errada 122, 147.
Serreau 208.
Berinerio 3(5.
Sette Communi 102, KM, 122, 143, 147.
bevenoaks (England) 125.
Shunklin (England) 450.
Siblingen bei Schaffhausen 241, 277, 279,
285.
Siehlthal 555, 58*, 591.
8. Martino 35, 99.
8. Michele 3«, 8«, 99, 102.
Süldenau bei Ortenburg 230.
Sollte« Pont bei Toulon 557, 591.
8olutre bei Macon 641.
Somersetshire 573.
Sommeraukogl 327, 333, 334, 339.
Sorbonne, Sammlung 2(52.
Borne-Thal II.
Spelldurf unw. Mühlheim a. d. Rulir (West-
phalon) 407.
Spezziu 120.
Spigolo 77.
Spital am Pyhrn 341.
8. Sebastiano 148.
St. Anna di Alfaedo 122.
8taudach 251.
Staufeneck bei Keichenhall 250.
8t. Cacilia 9, 122.
8t. Cassian 143, 325, 320.
St. Claude 221, 257, 275 et pa*sim - 302.
8t. Croix 249, 264.
Steinanger bei Wentzen 581.
Steinbaur bei Weidmanntfeld 341.
8teinbergkogl 327, 333, 335, 336.
i 8teinholzmfihle bei Quedlinburg (Prorinz
Sachten) 410.
Steinlah bei Salzgitter (Hanau) 494.
Stelli bei Ölten 291.
Stcnico loo.
St. Florent 268.
8t. Oiacomo 7.
St. Lucia 35.
St. Maixent ( Deux - 8erres ) 280, 281, 311,
315, 503—651.
8t. Nazaire (Var) 558, 591.
Storo 34, 85.
8t. Quentin bei Mete (Moselle) 500, 618.
Stramberg 139.
8trasse yon Mezieres nach Paris 504.
Strehlen bei Dreiden (Sachsen) 411.
Streichen (Württemberg) 537.
1 Streitberg 222, 238, 259,277, 281, 285, 30 ',.
Strigno 40, 54, 03.
8t. Trajan (Frankreich) 424.
8t. Vigilio 20, 107, 110, 112.
8t. Vigor bei Bayeux 006.
8t. Vincent (Charente) 562, 591.
Süddeutsches Becken des Jurameeres 523,
524, 005.
Südwestliches Frankreich 432.
Südwestliches Polen 229.
8ülzebrunnen bei Quedlinburg 410.
Suez 121.
Sully bei Bayeux 591, 002, 003.
8ulzermoosgraben bei Ruhpolding 252.
Supt ( Jura) 221, 287, 289, 291.
8urrey (England) 451.
Sussex (England) 428.
Swinitza 120.
Symondsbury ( Dorsetshire ) 573, 589, 591,
598, 021.
Tannenalp, Unterwaiden 254.
Taorminn 112.
Tarzy (Ardenncs) 50.
Tatra 138.
Taubenstein 327, 341.
Teisendorf 250.
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fisi
Teltschonalp 327, 333, 335, 337, 340, 341.
Val Gammonica 40.
Tcltschen bei Dresden (Sachsen) 412.
Val Centa <»J. 101, 148.
Tonay 221, 25U, 200, 280, 281, 284, 2<.)0,
Val a AStlCO IUI, 14d, II/, I In.
.|A| .H"|<» QiWh Oh<l
291, 29. j, 300, 302.
IT— .1 oi1 tili 1A1 1 .1 4
Val dei Lonzoi 3»i, 99, 101, 144.
Tenczy bei Crzeszowice 285.
val Qi itraie vz.
lennie (oartnej oil, .»b9, 591, o9i>,
WH»,
Val ai rum ol.
tili, t»l>, tili», Ol/, (»18, (»22.
\TÄ1 AI T aJm 1
v al ai LiOoro i>4.
np i * _, _ /" T"> *t 1 \ Mi'
Teplitz (Böhmen) 411».
•mr m i X' »'.) w". Hirt
Val di >on (»2, &•>, HM.
Terrngnola 122.
Val di ocaire 4»', t»<», <u.
lcrzano 4<>, <(»
TT 1 J • n J 1 i n * l j\l
Val di 8ol 100, 101.
Tcschen in Schlesien 250.
> alence 2bl, 550.
Thalheun (Aurgau) 282, 28J.
Val Lagarina 145.
TlinlmSa.iiiA '»TT
Vulle Macniora 122.
inaranut (oacnsen) 414.
Vallunga 2b, 1 _ 1 .
Tbouars (Ueux-Sevres) (.»34.
Valmorbia 85, 147.
lierno 0, 9, 14, L>, 34, lOO.
Val Upoi oii.
i ione ii», i.ji».
Val rOJu bl.
Tiroler Alpen 2;j0, im9.
Val Kon Chi 100, 149.
Toldi 28.
Val Koiolon 53, 101.
Toliiie 79.
Val BuoDia t.f) oi.
Torbole 18, 122, MC».
TT _ 1 O _ 1 Oll
Val Scalve 341.
Torri, Profil 19, 20.
Val Sugana, Pronl 29, 105, 14*.
Toulon 557.
Val Hupina /o.
Tournay (Belgien) 417, 431.
Val lellina uO.
Tournus (Saöne-et-Loire) 638.
Val lerraguoio 101, 14/.
Tramayea (Saöne-et-Loire) 518.
> al 1 ruvers 2ia.
Trnmbilleno 14".
\7«l T1 _ „ | < *7(T Iii.) Q 1 1
Val Irompia 44, iv, 10J, a41.
Tranchö des grosses terres 221, 208.
\ar Departement j(>j.
Tratzberg 81.
Varenna 45, 83.
Trcroosine 30.
> uuc'iuse uopartcniHiii zui.
Trenc»in 114.
v euretta 144.
Trept221, 200, 277, 280, 281, 282, 283, 285,
v euretta ui aouis uj, ikki.
293, 295, 298, 302.
\ eniovice (buiimen; Ii i.
Trient 40, 02, 03, 100, 10<i, 110, 112, 128.
veitun 4U.
Trimbach boi Ölten 244, 283.
V /.»ui iLi'i 1 1 iin ii rtn ui ri 11 r '/I. j
v fuui'O ucparrcnioiii -'</.
Trzcbinia221, 232, 277, 278, 279, 280,
281,
Tniinna ntammlllnoan 1 ' t T
vorona, oaniiinuiigt'n ioi.
282, 283, 285, 288, 269, 291, 292,
295,
v erruca-öoiianzo -n.
299.
Uebingsen bei FrÖhmern (Westpbalen) 400.
Villa 40, Gl, 110.
Uetzing bei Staffelatein 52G.
Villa montagna 113, 148.
Ungarn 233.
Villar del Cobo 271.
Unterpetzen 84.
Vicenza, Sammlung 108, 131.
Uuterwaldcn 254, 255.
Vienne Departement 2ü3.
Ursulaberg bei Reutlingen 215.
Virgloria-Pasa 49.
Val Ampola 35, 85r
Ylärapags 114.
Val Arsa 22, 23, 85, 10O, 144.
Vögisheim (Baden) 642, 620.
Val Bona 32, 99.
Vogeaen 545, 551.
G82
Voglarn bei Ortenburg 222, 237, 271», 283,
2)^5.
Volano, Profil 22, 27, 109, 121.
Volpino 54, 79.
Vorderer Sandling 327, 828, 334, 33«, 340,
341.
Vossberg bei Osnabrück (Preusien) 615.
Waadtland 555.
Walenstadt 280, 283.
Wangenhoefe (Basel) 542.
Wannensteige bei Zollhaut 288.
Wannenthal 239, 271), 280.
Wartninster (England) 425.
Wasseralfingen 531, 537.
Waterlappe bei Werl (Westphalen) 407.
Weinböhla bei Dresden 411.
Weismain (Ob.-Franken) 525, 588, 5«J7, 017,
Gl 8, 019, 620, 622.
Wcissenburg (Franken) 238, 530.
Weissig (Sachsen) 414.
WeisskirchliU (Böhmen) 444.
Weisweil 243.
Welschhufa bei Dresden 412.
Wendisch-Carsdorf (Sachsen) 414.
WenUen (Braunschweig) 581, 583, 587, 591,
592, 596, 597, 598, 600, 608, 618, 615,
616, 618, 621.
Werl (Westphalen) 407.
Wessenberg bei Handach 293.
Westliches Frankreich 42o, 432.
Weitphilisch-jubhercynisches Gebiet 405.
Westphalen 406, 432.
Wildulpenberg 341.
Wilhelmshöhe bei Billmerich ( Westphalen )
406.
Wiltshire 523.
Wochein 341.
Wolfenbüttel (Braunschweig) 410.
Wrisbergholzen bei Alfeld (Hannoter) 40'J.
Württemberg 515, 000.
Würzburg 58.
Yeoril (Somertetshire) 517, 574, 591, 592,
'94.
Yonne Departement 263.
Yorkshiro 516, 524, 579, 604.
Yoyeuse bei Aubenas 221, 261, 280, 2ol,
282, 283, 285.
Ytt6 l'Ereqoe (Frankreich) 444.
Zalas bei Krakau 233, 284.
Zankerode (Sachsen) 412.
Zbyslar (Böhmen) 458.
. Zeihen (Aargau) 279.
I Zeltberg bei Lüneburg (Hannorer) 408.
1 Zittau (8achsen) 414.
> Zollhaus am Randen 277, 285, 294.
Zürich, Museum 274.
B. Register der Schichten- und. GesteinH-
Bezeichnungen.
Aachener 8and 482.
Alpenbantsandstein 51, 52.
Alpendolomit, schwarzer 62.
Alpenkalk, mittlerer 67, 81.
Alpenkalk, unterer 50, 54, 62.
Alpine Kreide des eüdl. Frankreichs 423.
Ammonitenkalk, rother 6.
von Borgo 29, 105, 123.
Ammonites acanthious, Schichten des: toii
Ponte di Tierno 12, 13.
Brentonico 17, 18, 19.
Torri 21.
Madonna del Monte 22, 23.
Nomi 25, 27.
Volano 27, 28.
8ella 31.
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R83
Ammonites ptychoicus, Schichtendes 17, IS,
20, 2L
Ammonitico roaso 122»
Angoumien 123.
Anhydritgruppe 58.
Aptychen-8chiefer 252, 253.
ArgoTien Marcou 213, 214, 255, 25L
Arlberg-Kalke GS.
Arme Rotomagensis-8chicbien 408, 132.
Assise calcareo-marneuse arec couches spon-
giaires et calcaire ä nodales Beaudonin 214.
^starten-Schichten des oberen Jura Wd.
Austernbank 2L
Avicula-Schichten 25.
Azzarolagruppe BÖ.
Biancone 14, 17, 18, 19, 25» 27, 123^ 12t,
134, 135,
Birmensdorfer-Schichten Moesob 21L
Hleiglanz 7Ü.
Böhmische Kreide 411. 416.
Brachiopodenbank 21.
Brauneisenstein 23.
Brauner Jura p. (*. Th.) Rorainger 513.
Brongniarti-Schichten 4 IG.
Buehensteiner Kalk 49, 82, 325,
Bunter 8andstein 50, 62, 58, 59.
Verbreitung 60, 20.
Calcair a Entroques 514, 547, 551, 560,
568, 569.
Calcair ä fucoides 514, 560.
Calcair ä Polypiers 549, 551.
Calcair a Scyphies, Etage ArgovienDesor 215.
Calcair ä spongiaires, Etage Argorien Albin
Gras 21JL
Calcair ä Ter. Phülipsi 511L
Calcair de Cuton 514, 550.
Calcair de la Porte de France 253.
Calcair de Longwy 514, 566.
Calcaires a Pect, personatus 647.
Calcareus Grit. 264.
Calcair ferrugineux Chapuis 514, 566.
Calcare ammonitico rosso 11, 123.
Calcare del Saaso degli Stampi SÖ.
Calcare farinoso Zfi.
Calcare marnoso 114. 116.
Callorien lflü.
Campanien 423.
Cardita-8ohicht 71, 73.
Carentonien 423, 424, 132.
Cassian, Aelterei 71.
Cassianer-Sohichten 55^ 70, 78i 81.
Cenoman-Bildungen 405, 132.
Cenoman-Bildungen Belgiens ü'j.
Cenoman-Bildungen des nordSstl. Frankreichs
419.
Cenoman-Bildungen des nordweatl. Frank-
reichs 410.
Cenoman-Bildungen des Sarthe*Departements
420.
Cenoman-Bildungen Englands 425.
i Cenoman-Bildungen Frankreichs 419.
Cenoman-Bildungen hu Nordendes Ilnrzesiü^.
Cenoman-Bildungen Mecklenburgs 411.
Cenoman-Bildungen Sachsens 411.
Cenoman-Bildungen Westphalens 405.
Cephalopodenfacies 22L
: Ceromyenbank 21.
! Chalk 125.
| Chalkmarl 425, 426, 132.
Chalk with 8ilioeou> grains 427, 432.
i Chert-beds 12S.
Chloritic Marl 425, 427, 132.
Conglomerat der Trias Ton 8ella 21», 30.
Tom Croce Domini 4JL
Vorarlberg 53.
Conglomerat von Koschats 414, 432.
Coniacien 423.
Contorta-Schichten 55.
Coral-Facies 223, 24A
Corallien von Tonnere 253.
Couche a Amm. primordialis Desl. 573.
Craie de Villedieu 417.
Craie glauconieuse 419.
Craie marneuse 405.
Craie marneuse a Inoo. labiasus 419.
Crinoideen-Breccie Bachmann 514.
Crinoiden Gestein iL
Crustacean-Stratum 428.
Dachsteinkalk 64, IL
Dentalienbank 59.
Depot de Gorno et Doss-ena 73, Z4*
Depot de l'A»«aroIa TA 73.
Depot des pctrificationg d'Esino 72, 73.
j Depot des 8obistes noirs marneux 73.
684
TtepAt Ton 8t. Cassian 75.
Dievcs 417, 4r>2.
Dioriti«che Gesteine «2.
Diphyakalk 13, 19, 25, 27, 231, 233, 234,
252, 253.
DiscoTdean Stratum 420, 432.
Dogger 103.
Unterer 107.
Oberer 114.
Dogger ron Yorkshire 510.
Dolomit» media 87, *8.
Dolomio de 8. Difendento 9(1.
Dolomie moyenne 95.
Dolomit von Val Arsa 22, 24.
▼on Nomi 2"».
Ton Mt. Armentara 29.
von Cima Yezzena 31.
von Besano 50.
von Yal Ampola 35.
von Esino 74.
Verbreitung 142.
Dolomit von Mt. Zacon 29.
Prezzo 32.
Cognola 32, 34.
Dordonien 423.
Dunkler, versteinerungsleerer Thon (m) und
Thon mit A. opalinus (z. Th. ) 8trombeck
513.
Effinger Schichten 245.
Eigenerze von Mont St. Martin 500.
Eisenschüssiger Kalk mit A. Murchisonae u.
Pect, personatus (z. Th.) Mösch 513.
Enorinitenbank von Ponte di Tierno 11.
Encrinitenhorizont, oberer 9, 107.
unterer 23, 2t», 107.
Encrinitenschicht der Trias von Cognola 33.
Esinokalkstein 70.
Stellung 91.
£tage albien 435.
Etage cenoroanien 417.
Etage infraliasien 80.
Etage turonien 405, 417.
Exogyren-8andstcin 410.
Exotische Blöcke 250, 555.
Farringdon Sponge Grave! and Sand 429.
Fasselschioht 328, 329.
Faxekalk 441.
, Fer de la Roche Pourrie Marcou 514, 552,
J «07, 04 S.
Ferrugineous oolite 109.
Fimbriabed 1<»9.
Fimbrinmarl 109, 514, 577, 021.
Firestone-beds 428.
Flag freestone 109.
Flammenmergcl 40.", 410, 4:j2.
Flysch des Siehlthales 555.
Fortes toises 432.
Freestone 577.
Galeriten-Pliner 470.
Gardonien 423, 425, 432.
| Gargas-Mergel 491.
Gasteropodenschichten der Ilallst&dter Kalke
330.
des Sandling 333, 330, 337, 33!).
von Esino 90, 97.
1 Ouult 405, 425, 432.
Gcrvillienschicht 100, 110, 148.
GlÄmiich-Schichtcn 120.
Glimmer 02.
Glimmersandstein der unteren Trias 47.
Glimmerschiefer des Monte Muffetto 40.
des Lago di Caf 02.
Gosauprovinz des alpinen Kreidereichs 411.
Granit 02.
der cima d'Asta 141.
Graue Kalke, oolithische in.
untere 10, 170.
von Rovorodo 22.
Green Bed 427, 432.
Grey Chalk 420.
Grödener Sandstein 58.
Croupe de Gorno et Dossena 74.
Groupe de la dolomie moyenne 73.
Groupe de TAzzarola 73.
Grün erde 15.
Grünsand 410, 412, 432.
Grünsand mit Thoneisenstein 407.
ohne Thoneisenstein 400.
Grünsandstein 410. *
Grünsand von Essen 407, 408.
Gruppe des Amm. naviculari« 420, 424, 4S2.
des Inoc. labiatus 420, 424, 432.
des Pecten asper 420, 432.
Gruppo dellu dolomia inferiore 45.
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085
Grypliaoa grit 514, 570.
Outtensteiner Kalk 43, 49, 52, 54, 58.
Gypsmergel 41.
Oyps Ton Corti 47, 51.
der Lombardei und Tirol 59, 71.
Hallstatter Gruppe 82, 153.
Hallstatter Kalk 43, 55, 74, 320.
Hallstatter Schichten 327.
Halobienachichten ron Piere 32.
Ton Tormio 83, 54 , 81, 98, 153.
Haselberger Marmor 252, 253.
Hauptbuntsandstein 51.
Hauptdolomit 71, 84.
Stellung 91, 95.
Haoptlager der Turriliten etc. 421.
Hauprmuschelkalk 52, 59.
Hilsconglomerat von Essen 407.
yon Schöppenstedt 408, 431.
Hornblende 62.
Hornblendegestein 62.
Iropressa-Thone 258, 266.
Infraliae 74, 88, 89.
Kalke, graue ron 8. Caecilia 10.
Besagno 16.
Caprino 19.
Mt. Zuna 22.
8ega di Noriglio 24.
Nomi 25, 26.
Volano 27, 28.
Borgo 29.
Verbreitung 142.
Kalke, schwarze, der Monti di Pesoro 41.
ron nallstadt 64.
▼on Ischl 64.
Ton Ardese 74, 98.
der Porte de France 138.
von Ernstbrunn 139.
Xikolsburg 139.
8tramberg 139.
Krakau 139.
Kalkstein Ton Friedrichshall 58.
von Wildungen 71.
Kalke von Nusspling 136.
Cirin 13(5, 139.
Grcnoble 139.
KarpathUcher Klippenkalk 233, 234.
Kelloway-Gruppe 235, 238, 251.
I Keuper 71, 79.
Kieselglmunerschiefer 41.
Kimmeridge-Gruppe 235, 274.
Kimmridgien 132, 136
Klau8-8chichten 106.
Klippenkalk 138.
Knollenkalk 81.
KöSBener Schichten 4, 71.
Kreide der Krim 138.
Ton Regensburg 411.
Lacunosa-Sohiohten Hoesch 214.
Lager der Archiacia sandalina 421, 432.
der Globiconcha rotundata 421, 432.
der Lima Reicbenbachi 421, 432.
der Perna lanceolata 421, 432.
der Trigonia daedalea 121, 432.
der Trigonia spinosa 421, 432.
der Trigonia sulcataria 421, 432.
der Zamien und Ter. ovata 421, 432.
des Ammonites falcatus 121, 432.
des Ammonites Rotomagensis 421, 432.
des Holaster suborbicutaris 420.
des Haut. Largilliertanus 421, 432.
des Pecten elongatus 421, 432.
des Scaphites aequalis 421, 432.
des Thecidium rugoaum 421, 432.
des TurriL undulatus 421, 432.
Leptaena-Bett 589.
Lias, unterer 71, 103.
der Lombardei 74, 101.
Mittlerer 103.
Oberer 103.
Ton Lienz 103.
Lithographischer Schiefer von Solnhofen 252.
Lower Cbalk 405, 425, 426, 432.
Lower Green 8and 430.
Lower Sandstone and Shale 514.
Lower Trigonia grit 514, 576, 609, 622, 623.
Malicre 514, 572.
Malm 123.
Malmrock 428.
Marlysandstone et Oolithe ferugineuse (Ba-
jocien) (2. Th.) Desor et Gressly 513.
Marmo majolica 124.
Marmorgesteine 250.
Marmor, schwarzer 52
Murnes a Ostrea acuminata Ag. 615.
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68G
Marnes nerviennes 139.
Müntes oxfordiennes 214, 253.
Medolo 103.
Mclsphyr 147.
Mendola Dolomit 50, 81, 143.
Mergel, gradschiefrige 59.
Mergelschiefer 69.
Meule 118, 4:i2.
Mittlerer Planer 411, 432.
Murchiaonae Schichten (z, Th.) Moesch 513.
Muschelbank des Personalen -8andsteins (z.
Th.) 8chrflfer 513.
Muschelbank (Nr. 59) Theodori 513.
Muscheloonglomerat 149.
Muschelfelsen von KoschtUz 414.
Muschelkalk von Val Trompia 44.
Marcheno 64.
Pieve 54.
Reooaro 58.
Verbreitung 60, 74, 76, 78, 142.
Muschelmarmor von Bleiberg 65.
mit Astarte 106.
Myaciten facies 222, 246.
Mytilusbänke 122.
Nautilus laevigatus Lager 428, 432.
Neocom mit Apt. Didayi 234.
Neocom-Schichten mit A. Astierianus 253.
Neocom-Sohichten mit A. macilentus 252.
Niveau de la Lima heteromorpha et Terebr.
perovalis Deslongchamps 514.
Kummuliten-8chichten 6, 14, 17, 18, 19, 25,
27 29.
Obere Cenoman-Schichten 416.
Obere Kreide mit Bei. mucronatua 436.
Obere Kreide mit Bei. quadratua 473.
Obere Liasmergel (z. Th.) A. Roemer 513.
Oberer Planer 416, 432.
Oberer Planer mit Inoc. labiatus 405, 432.
Obere Schichten des unteren Pläners 411.
Obere Zone des A. opalinus (mit Pleurom. I
exarata) Brauns 513.
Oberster Lias, Schichten des A. opalinus (*.
Th.) F. Roemer 513.
Oligoklas 62.
Oolite ferugineuse Marcou 514.
Oolite ferugineuse (z. TL) Thurmann 518.
Oolith der grauen Kalke 10.
Oolith, rother der Trias von Borgo 30.
des Val di 8calve 70.
Val Centa 63.
von Vigilio 107.
Oolithische Konkretionen 14«.
Opalinus-8chichten 234.
Orthoklas 02.
Oitrcenbänke 122.
Oxford-olay 214,
Oxford-Gruppe 235, 239.
Oxfordien 100, 123, 127.
Oxford Oolith 264.
Oxford-Tbone 265.
Partnachsohiohten 51, 53, 67, Hl.
Partnachschiefer 71.
Peagrit 109, 575.
Pebble Bed 451.
Pectiniten-Kalk 530.
Pflanzengestein von Nomi 20.
von Volano 27.
der Trias von Prezzo 33.
des rothen Sandsteins 41.
von Recoaro 60.
von Rotzo 105, 127.
Plänerkalk 411.
Plänersandstein 416.
Plattenkalk 50.
Plattiger Muschelkalk 51.
Porphyr von Bella 29, 30.
Ton Bötzen 142.
Posidonomyengestein von Ponte Tierno 9.
Madonna del Monte 22.
Nomi 25.
Volano 27.
Andrich 104, 107.
Provencien 423.
Purbeckschichten 140.
Raibier Schichten 46, 66, 66, 69, 70, 71, 73,
74, 79.
Rauohwacken der Trias 29, 32, 41, 47.
mit Oypa 64, 78.
Red Chalk 454.
Rpgonsburger Kreide 411.
Reiflinger Kalk 43, 81.
Rhaetisohe Gruppe 64, 86.
Stellung 90.
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■
G87
Rie*enbelemniten-8tufe, untere Schichten
Gflmbel 513.
Riesenoolich tü.
R5th 51, 52,
Koggenstein 104-
Rotomagensis-Schiohten 408, 432.
Rotomagien 423, 425, 422.
Sächsische Kreide 411.
Salzgebirge 52.
Sandlinger Horizont 337, 333.
Sandstein der Tri« 29, 30, 32, 41, 46, 142.
Santonien 423.
Seaglia ^14^17,18^19,25,27, 29, 30.
Scaphiten-Plüner 417.
Scaphites bed 427, 432*
Schaamkulk 53«
Schichten der Arionla exilis 38,
der Gerrillia bipartita 46, 13,
der Rhynchonella büobata w,16, 19,23,28.
der Terebratula curriconoba 11, 18, 26.
der Terebratula diphya 13, 18, 20, 21, 28,
der Terebratula fimbria 10, 19, 107, im.
des Ammonites acantbicus 130, 153.
des Ammonites Murohiionae 1<.*>.
des Bei. giganteus (t.Th.) Schruefer 5_UL
des Inoceram. polyptocus Seebach 513.
mit Amm. Martini, Nisus etc. 494.
mit Amm. Rotomagensis 4JJ1L
mit Amm. subbullatus 333.
mit Amm. variana 40fi.
mit Peeten asper 407.
mit Peeten Hargharitae 53.
mit Retzia trigonella 52.
ron Azzarola 87.
Ton Campil 49, 58.
Ton Corfara 55, 81, 153»
Ton Dossena IL
von Oorno 46, 55.
ron Groden 48, 49, 55,
ron Gnggiate 7_L
Ton Perledo u. Narenna 45, 5JV, 56, 8-L
ron Seils 49, 58,
Schiefergestein dei lago dArno fiL
Schiefer, sandige der Trias 4_L
Schieferthon mit Pflanzonresten 414.
Schieferthon 50, 5L
rother üü.
Schierndolomit 67, 325.
Schlesisohe Kreide 411.
Sehotter bei Sella 29,
Scyphienkalke von Oberbnehiiten, Trimbach,
Egg, Birmensdorf Oppel 215.
8erpula-Sand 412.
Serrino 32» 43, 77,
SUicatbildungen der Somma 62.
Bistema epioolitico 121h.
Solenhofener Schichten 133.
Sousgronp inferieure de Poolite inferieure
Burignier 514, 565.
S«werbyi-8chichten (t. Tb.) Moeseh 513.
Speeton clay 433,
Sponge Gravel of Farringdon 41ÜL
Spoogiten.Facies 220, 246,
Spongitcn-Sohichten 260, 264, 258,
Spongitien Etalloo 214. '257.
St. Cassianer Tuffe 325.
Steinkohlenformation 39, 45,
8teinsalz 51.
Subbullatns-Horizont 336, 337.
Syenit 32,
Systeme aachenien 418, 4?2.
Systeme cenomanien 417, 432.
Systeme nerrien 417.
Systeme senonien 417.
Systeme turonien 417, 432,
Terebraterbank 53.
Terrain a chaOles 223, 246, 249, 255, 291.
Thon mit Belemn. minimus AÜ5.
Thonschiefer 29, 31, 39, 40, 32.
Tieferer Unterjura (Bajoeien) s. Tb, Studer
514.
Titanit 32,
Tithonisehe Gruppe 234, 235,
Tourtia 407, 410, 416, 417, 432 ete.
Tourtia herrien 4-LL
Tourtia nerrien 417.
Trias. Gliederung 4L
ron "Würzburg öS,
Untere iL
Obere 50, 63, 81, SL
Verbreitung 99, 30,
Trias superieur 13.
inferieur IL
Trigonollenkaik 52,
44
CBS
Trürameroolith 1 r»Q-
Tuffkreide von Maestrich t 42».
Turon-Bildungen 41f».
Turriliten-Schioht IM.
Unterer, cenomaaer PlSner 4l).r>, 432.
Unterer Pläner 4_LL 122.
Unterer Quadersandstein 412, 414. 432.
Unteres Niveau der Quadratenkreide 475.
Untcroolith iL
Unterste, muacholreiche Lagen des weissen
Jura von Birmensdorf Mousson 214.
Upper Freestone 514, 57fi.
Upper Green 8 and 425, 427, 429, 482.
Upper Trigonia grit 67'i.
Varians-Schichten 409, 482.
Verrucano 32, 4iL
Vilser Kalke 235, 250, 25], 25JL
Virgloriakalk 49, 50, 5^ 62, 64^ 56, 6L.
Vogesen-Sandstein 58.
"Weisser Jura 240.
Wellendolomit 52.
Wellenkalk 58^ 5JL
unterer 5JL
Wenger Schichten 67, 8_L
Wenger Schiefer HJ."*.
Werfener Schiefer 43, 42.
Westph&lisch-subherovnische Kreide 405.
Wetzatein-8chiefer 2Ü2*
Yellowiah brown sandstone etc. -1 28.
Zeolith im Basalt lü.
Zone der Grjphaea arcuata £L
der Ostrea biauriculata 420, 424. 432.
der Ostrea vesioulosa 423, 432.
der Pleurom. exarata Brauns 513.
der Rhynchonella comprcssa 420, 424,
425, 432.
der Ter. iraprenta 219^ 240, 241, 245. 287.
der Trigonia sulcataria und des Catop.
carinatus 432.
des Ammonites angulatos 86, 88.
des Amm. Arolicus, des Amn, canali-
culatus oder des Amm. transversarius
Oppel 2HL
des Amm. biarmatus 2_LL
des Amm. bünammatus 225.
des Amm. corducus 214, 215, 286, 238,
2-lü, 248, •■>•.:.
Zone des Amm. Humphriesianus los, 6»7.
des Amm. Lamberti 215.
des Amm. Hurchisonae Bachmann &LL
des Amm. Parkinsoni 607, 615,
dcs Amm. Rotomagensis 432.
des Amm. Sauzci 535, 607.
des Amm. Sauzei (z. Th.) Oppel 513.
des Amm. Sowerbyi 512, 513, 607.
im Aisne, Ardennes, Meose Depar-
tement 564.
im Ardeche, Gard. Horault, Lozere
und Aveyron Dep. 56Q.
in Braunschweig, Hannover und
Preussen (z. Th.) 58!i
im Breisgau (Baden) 542.
im Canton Aargau und Canton Ba-
sel fiilL
im Canton Neuchatel, Bern und
Solothurn 553.
im C hären le Departement 5Ü2.
im Cote-d'Or, 8a6ne- et -Loire,
Rhöne, Isere Dep. 547.
im Deux- Serres (z. Th.), 8arthe,
Orne, Calvados Dep. 570.
in Dorsetshire u. Somersetshire ä2L
in Franken 524.
in Glouceitershire 575.
im Haut-Rhin Departement 515.
im Jura- und Doubs Dep. 551.
in Luxemburg; Maselle, Meurthe,
Haute-Marne Dep. 5fi<i.
im Randengebirg 538.
in Schwaben 631.
in den Schweizer Alpen 555.
in den Tyroler Alpen 559.
im Var Departement 557.
in den Vendee und Dcux-SeTro«
Departements 5_£L
in den Yonne, Nievre, Cher, Indre
und Vienne Departements 5J&
in Yorksbire 579.
Zone des Amm. splendens and Bei. minimal
Zone des Amm. stenupis 1;17.
des Amm. subbullatus 338.
dos Amm. tenailobatas 235
I
Zone des Ammonites traogvemrius Oppel,
Waagen 2J_L
im Aio und auaseralpinen Theil des
Isero Departements 259.
in Algerien 272.
hn Ardeche Departement 2.r>9.
im Canton Aargan und Sstl. Theil des
Canton Solothurn 244,
im Canton Neuchatel 248.
im Canton Vaud
im Cöte-d'Or, Yonne, Saone-et-Loire,
Cher, Yienne-Dlpartement 21ÜL
im Deux-Sevres und Yendee Departe-
ment 2<i7.
in Franken 238.
im Grosshersogthum Baden 240.
im Haute-Saöne u. Doubs-Dep. 2üfi.
im Jura- Departement 250.
in den Karpathen 233.
in MAhren 235.
in Niederbayern und Oberpfalz 236.
im nordwestl. Theil des Canton Solo-
thurn und Canton Bern 2t7.
im Sarthe-Departemeot 2(U.
in der Schwäbischen Alp 238.
in Spanien 270.
im südwestlichen Polen 229.
in Tyrol, den Alpen von Bayern und
der Schweix 230.
im Vaucluse und Yar Depart. 2fiL
Zone des Cid. fiorigemma 2JÜ.
des Inoceraraui labiatus 4 J>2.
des Pygnrus lampas 421, 4[V2.
des Scaphites aequalis 422*
des Scaphites Geinitzi 417.
des Turrilites oostatus 421, 452.
des Turrilites tuberculatus 422, 432.
Zweiter GrQnsand 45ü.
C Pal&ontologrisches Register*.
(Die mit einem Sternchen verschonen Zahlen Terweisen auf eine Beschreibung oder
speciellere Erwähnung der Art.)
Acephalen des ftummulitengesteins . . 22
Aclueonella laevis 424
Acteunina of. SedgeTici . . . ö82, »itOfi
„ Sedgerici Mü
„ variabilis 082, »008
Aftinofung. Matisconensis . . . fr 49, *<»fi3
Adelphocoel. flabellum Etall 8J5
Aethophyllam speciosum B2
Alaria Lotharingica 568, *ülü
, rarispina 508, *'JlU
„ Roubaleti 508^ »filO
„ sp. iodet. 541j »JilQ
AlectO ooralüna Orb 29fi
Anmoniten aus Biancone 21
„ aus Liaa 101
„ des mittleren Alpenkalkes 61
Ammoniten, nexuoso . 125, 133^ 135, MÜi
„ globose . 33^ J_2j 70^ 72^ 32fl
heterophylle . 111^ 128,
, inflate 12* tlhü
„ lineate 111, 130
, Cap 8. Yigilio . . . *17S
„ lineate d. Sch. d. Ammo-
nites acanthicus ... 12
„ des Diphyakalkes ... 18.
B planulate <L Diphyakalkes lü
„ radiana Ähnlich« des mitt-
leren Lias lflä
„ von Keutte ü£»
Ammonites Aalensis 573, hlA
acanthicus 0, 12 , 23, 31, 129,
130, 13L l_lä, »180, 274
44*
f,!lf)
Ammonites cf. acanthicus 2&2
, Achelous 68, 32S
Achillea 130^ 132j 133, 135,
•185, «131
cf. Achilles ...... 2hl
„ acutiaodis 345
„ adicrua 532, jVJO, 57^ 582,
w A5Uo 843, *3J1
„ aequinodoaus . . . 325, 376
, cf. affinia .... 54L. *JX1Q
, Agriodus . . 330, 343, »373
„ Albertinas 138
* Algorianua ..... 103
„ alternana 218, 232 et paa-
aim »281
„ alterneplicatus 330, 336. 338,
844, 381
„ Ambrosianua 128
a aiupltu 515
„ cf. amplua . . 541, 552, »607
„ Anar . . . . 232, 244, ?282
, ancepa . . 126, 128, 273, 532
, anguitatus Mi
a annulatoa 128
„ Aon 33, 65, 66, 75, 82, 154,
321, 324, 326, 34i
a Aon pnnctatua .... 213
„ arbtutigenu . . . 657, 569
a Arduennensia *217
a Hrmatocinpulutas .... 374
„ Arolicus 232, 237 et pasaün »279
„ Aabolus . . . 331, 343, »371
„ aaper 135, 188
„ aspidoidcs .... 1U), 231
, aster 844
„ Astierianus 18, 29, 124, 133, 196,
263
, athleta ... 126. 128, 123
„ athleta Autor 253
„ atrossus . . . 331, 345, »363
a anctoa . . . 329, 344, 367
„ Aosaeanua . 330, 336, 338, 344
„ Aaste ni 428.
, Aatharis 181
„ Babeanos 181
„ Babeanos d'Orb. (pari) . 211
, Bacbianua 232, 2M et paaa. »282
Ammonites ßackeriae 272
„ Backoriae distractus . . 211
„ Bayleanua .... 556, 559
, Baylet ^ilii
Beaamonti 122
„ Benacensia IM
„ Benianua 128
, Bernooillei Mer *<M
H betulinua .... 344, ?3I2
fl Beadanti 138
„ bicarinatua »217
„ bieingulatna 12fi
bicornia 328, 329, 330, 338, 344
„ bicrenatos . . 335, 340, 344
„ bioarratua IM
„ bidichotomiLs 122
a bifrona . . 103, 128, 1%, iäÜ.
„ bifuroataa Hü
, biplex 124^ 126, 185, 13g, 223
„ biponetolas 344
„ birunoinatas 18, 20, 126, 128,
133, »JSÖ
„ BLagdeni . . 550, 565, 5S2
„ Bouchardianus . . . . 133
„ Braikenridgi . . . 665, 523
, Breunneri . . 35, 340, 3J5
, Brocehi . 533, 565, 579, »fiül
„ Brocehi Opp. (non 8ow.) . 603
, Brogniarti 22, 114, 118, »176.
»tau
a cf. Brogniarti bitii
, Brogniarti Opp. (para) (non
8ow.) 602, fiQü
„ Brogniarti (Orb.?) . 658, 533
„ Brogniarti Orb. (pars) (non
8ow.) UQQ
a Brackneri .... 241, »280
„ Brunneri »216
, ballataa 123
a eadacua . . . 330, 344, »361
„ calcaratus *217
, calliceroa 232.214 et paiiim »28,;
„ caiialiculatua 232 , 239 et
passim *28D
, Capitanei 132
„ caprinua Quenst. (non Schloth.)
211
(»91
Chapuui .... 244, «284
chlorooltthictu .... »285
Cbristoli *217
Cicer .... 330, 344, »359
.... 345
288, 244, »284
848, *3.r»5, 356
.... 670
17, 23, 180, 131, 133,
•185
Constanti *218
comiguus uo
Collmi .
comatus .
cordattu *217
oorona 383
.... 598
.... 343
cogtula 574
Coupei 427
. . 845, 353
Dittm. (non Stol.)
343, 348, »353, 369
Credneri 325, 358, 344, 378, 380
crenatus . 232 et passim «281
corratua 427
oyoloides 067, 568, 682, 583,*598
DaToei 108
deooratus . . 335, 339, 848
decrescens .... 344, 855
Delmontantu *215
delphinooephalus 331, 336, 338,
343
deltafalcatua 550
densitesta *369
Deslongohampsi .... 119
Desori Moesco (non Pictet) 599
Didayanus 358
diffisus . . . 330, 338, 344
of. dimorphua 118
diphyllos 273
diacites . 628, 581, 582, «599
distinctus SSO, 384, 336, 337,
338, 344
distr actus »217
Döderleinienus .... 197
dolomitioaa 116
Doroeus . . . .343, *386
-
-
*
-
n
-
r
1»
«
-
-
-
. . 343, «374
dax 57
Edouardianas 445
Edwardsianus »217
Ehrüohi 330, 331, 334, 337,
338, 844
elegant 360
elevatus . . . 330, 343, *364
ellipticus .... 336, 343
Erato 232, 244 et passim *282
erinaceus 328, 344, 330, »380
Eryx 326, 381, 338, 342, 855, *856
Euoharis .... *215, 273
Eudesianos 114, 118, 128, «175
Eugeni »217
of. euglyptus 252
enrystomns . . 130, 132, *181
erolrescens *604
extguos 345
exornatos . . 128, »192, 198
falcatoi . . . 409, 421, 428
falcogigas .... 536, 563
faloogigas Qnetut. pars . 594
fallax . . . .111, »171, 659
fasciatus 126, 128, 133, »191, 198
fascioularis 197
fimbriat sp 274.
633, 636, «599
. 65, 68, 346
Flurli 387
Folgariacus . . . 133, 190
(non AJdr.) 330,
843, »358, 364, 369
foliosus
Fontana
fulniinaria
tunatns .
furcatu.5 .
. . . »369
... 198
... 234
. 344, »362
... 529
338, 843, *376
528, 633, »696
327, 330, 834, 336,
337, 338, 344
galeolus 844
Gaytani 65, 325, 327, 382, 836,
887, 338, 844
Gazzolao 197
geminus 13, 18, 31, 188, *189
Digitized by Google
KÜ2
Amnion ites genicolatus .... 331, 312
GerviUü ... 172, 545, »605.
„ Oerrilli Opp. (pars) (non
Sow.) fiOJj
„ Gerrüli Orb. (pars) (non
Sow.) 602
„ Oerrilli Quenst. Ceph. (non
Sow.) fiÜ3
„ Oerrilli Quenst. Jura (non
Sow.) 606
„ Gemlli (Sow.?) . . 556. alfl
„ Oeurneri . . . 244^ 254, ±202
„ gibbus . . 77, »154, 347. 34Ö
„ Giebeli 344, 311
„ Gingcnsig 533, 539, 543j 555,
65G, 563. 667, 571. 581. *üÜ5
glabellug *21ü
„ globua .... 835, 340, Sil
„ glomus *:>fi4
„ Omelini 244, *2Hä
M Göschli 34Q
„ Qoliathag »211
„ gonionotus . 21, HL *172t 5_5_9_
„ granulatus 128
„ Grasianus 12J
„ Haidingeri 313
„ Harpalus. . . 831, 343, »383
„ Helius 126
„ Henrici ?21fi
„ Henseli . 330, 343, »357, 358
„ Hereilia »215
„ Hetcropbylle sp Ü5.9
„ heterophyllug . . . 175, 197
„ ffiemeri ..... 244, »284
„ hippocastanom 427
„ hirsutus »:21Ü
„ hispidug 238, 232 et paggim »281
„ Hörnesi . . 835, 33t), 843, 385
„ Homairei .... 126, 223
„ Humphriesianug 128, 524, 539,
544, 549, 550, 553, 556, 557,
569, 579.
„ Hyacinthus »282
bybonotug 28, 138, 135, 136, »186,
252
„ hybrida SM
„ Hylactor 343, »382
\ in raon itfts Janun (Dittro. u. Hau.) 32^ 345,»3fl'.'
„ Jarbas fi5, 326, 827, 223, 330,
331, 334, 3W, Xis, 34i
„ Imperator 330, 383, 337, 345, »SfiO
„ inennig 330, 344, »362, 381, 3Si
„ inflatns 12h
„. inflatug ß b modus Stur. . 23h
„ infundibuliformig .... 283.
„ ingignis . . 171, 570, 574, 58Ü
„ inaignigimilis 5BÜ
u Joannig Auatriae 65, 325, 330,
334, 336, 337, 338, Sil
„ Jockel» . 329, 838, 345, »362
,, iphicerus 211
„ igotypua ... 81, 130, »IM
jugifer 520, 525, 533, 540, 543
553, 554. 566. 581, 582. »596
„ jugosug Opp. (par§ ) (non
Sow.) 695, 521
jugosus (P Sow.) . . 556, &ÜZ
Juilleti IM
Kudernatgchi 17, 114, 115, 118,
130. »175. »1S4, 19Ü
Ladon . . . 343, »382 387
laevidorsatus 345
laeviusculus Sow. . . 577. 69S
Lalundeunua »317
51
Lamberti
latidorsatus
cf. latus .
Layeri
linguiferus
hngulatus nudus
217, ^231
188, m
. . 252
345, 361
na, m
. . m
lithographicus 28, 31, 183, 135,
136. »186
Livianus lül
lophotus Opp. (pars) . . 281
lunula »273
macilentus . . 124, 197, 252
macrocepbalug . . . 231, 569
Manfiredi .... 232, »263
Mantelli . . 407 et passim
margaritatus . . . 103, 551
Mariae »217
Martelli . 232 et passim »285
Martinsi 114, 118, 119, 172, »176.
5.VS
003
•i
>i
»'
V
»
11
11
11
lunite
i Mdferi . 632, 640, 574, •5Ü3
Auimoi
n
n
»»
meniaoua *6i)2
Henau 244, *284
>>
me^acantbna . . . 536, *594
w
Metterniebü 326, 330, 333, 336,
tt
337, 345
»>
mioroatoma impressae Quenst. 284
minimaB 329, 315
•*
i»
»1
»7
modicuB . 330, 843, «354, 358
Moissisovicsi . 344, 351, *359
tl
Morloti 327, 328, 332, 388, 345,
1?
353, 3G0
M
"
Murchiiouae 21, 111, 112, 170,
M
515, 516 et passim 574
tl
II
cf. Morchiaonae . . 581, «598
f>
Marobtaonaa Orbig., Opp.
n
(pars) (non Sow. ) . . . 597
w
Murchiaoni Poaoh (nonSow.) 215
»
naatartram . . 330, 343, »358
»
narioalarii .... 406, 420
neojorenaia 327, 828, 331, 334,
836, 337, 345
nigcr ...... 845, *365
Niortenaia 170
nodosocoBtatna .... 176
nodulosocoatatas 325 , 338, 344,
•378
182, 198
. »217
noduloäus
nnx
übolinus
oeulatua
Oegir.
ooliticuä
343, »356
. . 427
. . 135
232 etpaaaim *283
. . . 128, 558
170, 183, 546, 547, 555,
559, 560, 570, 574.
ophioneos . 21, »172, 211, 569
Orbignyanos Wright (non
Ocin) 605
Oribasm . . 330, 343, «384
ornatus 529
patella 520, 633, 538, 563, 573,
574, «597
»
>>
«
»1
I»
11
>1
11
11
11
i Pamphagus . . 330, 343, «372
Parkinsoni 119, 549, 558, 565,
569, 570, 576
Pempbix 348
Parannat . . . .111, *173
perannatifomm .... 182
perarmatua 126, 127, 130, »182,
199, *217
Phoebua . . . 329, 345, *369
Pidanceti »215
pUum 68, 326
pUnorbia 90
planula 172
Planolat 130
planulatus 428
plicatilü ... 128, #218, »285
PSBchli 335, 443
poliras . . 243, 244, 261, *281
Polouicua *216
polygoiiina 871
polyacanthus . . . 532, *692
polymerua »605
polymorph« . . . 557, 669
polymorphe costatos . . 356
polyolcua 17, 31, 130, 131, *162
polysobidea 527, 636, 556, 558,
559, 667, 583, ♦608
praooox . . . 133, 136, *187
primordialia Deel. . . . 573
pseudoariea . 335, 340, 343, 384
ptychoiena 13, 126, 127, 133,
•188, 198, 252
ptychoatoma . . . 133, *190
pulcbeUaa 196
Puschi »217
pntealis *217
pygmaeua 558
quadrangolna 343
. 133, •191, 198
31, •191, 198,
252
radians 657, 674
Ramaaueri 331, 884, 336, 838,
844
Ramsayanus 427
rarestriatus . . 885, 338, 844
.... *215
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r,94
Ammonites rectangulari« 345
„ reotelobattu 22, 114, 115, 118,
119, 128, »176, 123
„ Renggeri »313
„ reapondena 327, 828, 831, 334,
336, 337, 338, 345
„ rericulatas . 328, 837, 3J5, 3Ö1
„ robuatua . . . 835, 340, 344
„ Rogoxnioensia 131
„ Romani 621
„ Rotari 244, i2M
„ Rotomagenais 406, 414 et
paaaim.
„ Rüppeli . . 826, 335, 340, 344
„ Rflpellenais 17,20, 130, 132, »162,
199
„ ealina 121
„ Saltori 421
„ Sandlingensis 330j 344, 370, 37J,
373, 281
„ Saturnua . . . 829, 345, »3(i7
ii 8aoMi . 535, 549, 583, »006
„ scabridus *_213
„ jcaphitifonnia 385, 839, 313, 3fifi.
„ aoapboidea * 2 1 .3
„ SchaflariensU Ptuoh . . . 234
„ 8chilli . 232, 235, 244, ±283
n sciaaiu 21^ Ul, »170, 555, 559.
„ lemigiobosos . 828, 330, 844.
„ semiplan na . . 244, 261, *2S2
„ gemiplicatm . 335, 340, 3 t 4
„ gemiatriatua 191
„ tenticosos .... 843, *375
„ geroplicatua 190
8ieboldi ... 515. 617, 513
„ signatas 845, »304
„ Simonji 327, 882, 335, 886, 888,
345, 353, »361
n simplus 123
„ Sowerbyi 62t, 529, 532, 539, 541
et paaaim »590
„ Sowerbyi Quenat pars (non
MüL) 531
„ Bp 555, 561
„ sp. (Fimbriat) . . . . 233
„ ep. nOT 560, 565
„ apineaceoa .... 329, 343
Ammnnites spinn» «217
„ Spixi «aifi
„ Stanffenaia . 160, 515, 539, 541
„ stcnorhynchna 233, 239, 244, »j^Ü
„ ateraspis 137, 132
„ gtriatofalcattW 343
„ atriotua 19b
„ 8trombecki 81_, 130, 131, 135,
♦185, lfiS
,, Studcri 348
„ gubarmarus 5_3I
„ subbullatu 828, 829, 336, 339,
343, 368, aai
„ auboarinatas . . . 103, 191
„ Bubclausus 232 , 239 et
passim »280
„ anbdiaona f . . . . 563, 569
„ subfasciculariä .... 191
„ gubobtuiraa . 22, 114, llt^ »17.r>
„ subradiatus 22, 11^ 118^ 119,
•175, 661, 565, 513
„ ef. subradiatua .... »60O
„ Bubtimbilicatm 327, 330, 334, 336
337, 338, 344
„ Sutherlandiae »217
„ tatriooa 124, 125, 126, 127, 1S3
197, 234, 273, 555, 556, 532
„ Taylori m.
„ TeltBehenenaia .... 345
,, tenoilobatus 13J
„ tenoiaerratoa . . . 244, »2M
„ Tesionianu3 . . . 524, 550
„ Theron . 344, »370. 371, 37S
„ Thoua 348, »385
„ Toblinianna .... 196, 13Z
„ tornatna 330, 331, 884, 336, 337,
338, 345
„ torosua »217
„ tortiauloatna l£?, 133, 189, 217,
252, 2Ö5
„ transver&arina 233 et passim
»284
„ trünarginatoa . . . 244, »280
„ tripartitaa 22, 114, 115, 118,
»175, 531
„ et Traellei 333
„ tumidus 213
695
»
n
»i
n
»
•»
vagus .
variabilis
rarians .
. . 344, ♦3(iü
turgeacena .... 181, 199
Uhlandi 17, 21,28, 81, 180, 131,
•181
.... *369
. . 557, 569
. . 406 et pasaim
33"
Venaatü 197
Tennetus . . 846, »SöS, 866
Viator 126, 273
Villersenaia »215
virgulutus K. Mayer m. j.
(non Quenst.) .... 593
„ Volanenaia 13, 18, 20, 133, *191
„ Waterhousi 119
„ Woolgari 424
„ Ymir 120
„ Zignii 188, 198
„ Zignodianua 18, 126, 127, 182,
•189, 252
„ Zuppani 198
Anorphocotlia anguinea Stall. . . . 316
M incrustans Stall. . . 816
anguinea »316
„ inornatana . . . . *316
„ porosa *816
toroaa Orb. ... 816
Anabaeia orbulitea . . . 675, 579, *653
Ananchyta bicordata 126
A oatina «p. nor 616
114, 115, 118, 119,
•176
197
... 108, *166
484
„ Gingen* ia Quenst. .... 636
Anertfcopygu orbieolaria 422
AnthophyUam trooboidea Quenst . . 653
Am -Arten 340, 364
Aptyehas alpino • jorenau 252
„ alpinoa 262
„ aua Biancone 27, 29
» Berno-jurenaia *218
„ craasilabrum »608
cm-rataa 133, ♦ 192
n dea Dipbyakalkea .... 135
Anomia
» biplicata Brooohi
Aptychu Didayi ...... 234, 278
„ exaoulptua 192
„ cf. gigantia . . 183, 186, «192
„ heteropora *218
„ lamelloeua Guemb. ... 252
„ ef. lamelloeua . . . , . »185
„ cf. latus . . 31, 182, «186, 252
» Oegir «279
poütua «218
„ protenaua 252
„ punctatus 192
« »P 659
„ ap. indet 269, *279
» >P- bot 262
„ atriatoponotatus Emmer . . 252
„ Tburmanni »218
Area astreicola 565
„ carinata 428
„ Galliennei 412
„ glabra 428
» ««in* 670
„ Ligerienaia 414
„ Lycettt Opp. ... 515, 682, 623
„ sp. indet. »288
„ tricarinata 412
Archiacia Bandalina 421, 425
Arcopagia diacrepana 424
Argiepe Bachi 485
„ Davidsoni 476
„ deoemooatata »476
„ depreaaa 476
„ hexagloobia *476
„ megatrema 5u«
megatrema DaT 476
», ornaU 476
„ Yalenoiennesi 8uosg .... 476
Astarto 108, 126, 164
„ Aalenaia . . 615, 628, 674, »618
» detrita? 648
„ elegana 525 , 528 , 680, 688, 641
et paaaim «618
„ ezeaTata 516, 588, 646, 653, 566
et paaaim »618
„ minima 524
orbieolaria r 565
„ of. polita *619
Digitized by Google
69«
Astarte sp. indet 528, 541
striata 418
„ Voltxi 570
Asterias Scbuhei 415
Asteropecten 8arthacensis #300
„ sp. indet. . . . •209, *651
Astraea 115, *180
„ Defranciana Mich. . . . . G52
„ tenuistria M'Coy 652
Aulaetceras alveolare 32«, 329, 335, 837,
338, 342
„ retioulatum . 339, 342, «349
„ of. reticulatum .... 328
„ sulcatum . 334, 335, 339, 342
Aulopora compressa Gdf. 645
„ diohotoma Gdf. (non Lamx.) 296
Aorieala Sedgevici Phill 608
AveUana cassis 412, 421
„ Prevosti 417
Avicala aoomala 413, 415
„ cauduta 159
„ concinna 335, 339, 347
„ contorla 74
„ digitata 548
„ digitata DesL 578
„ digitata Lyc. (non Desl.) . . 627
„ elegans 515, 518, 528, 530, 533,
543, 544, «627
„ «xilia 21, 81, 35, 71, 74, 78, 79,
80, 85, 93, •159
„ grvphaeoldes .... 410, 429
„ Herailia . . 633, 544, 581, -627
„ Münsteri 644
„ quadrata 847 *392
„ Venetiana 41, 47, 65
Bactryilin« Scbmidi 67
Bacnlites baculoldes ... 409, 414, 421
Bairdia fabiformis 265.
„ Gingensia 532, '586
ubteres Des 302
abbreriatus 577
„ Altdorfensis BW 589
„ ArgOTianu» 282 et passim »278
Bertbaudi .... 548, «588
„ bipartitus 273
„ Blainrillei .... 556, *588
cf. Blainvillei ... 541, 552
n
n
«
M
11
11
"
11
1»
»»
11
»»
II
11
11
I»
I»
»
>1
11
»»
1'
>♦
»1
1»
1»
11
11
'I
11
Ii
Ii
brevifonnis . . 532, 646, »58«
breviformis y Quenst . . 58y
brevia 5H3
brenj Orb., Opp. (non BIt.) 589
brerispinatus . . . 632, *588
caiiahculatu* 629, 539, 550, 553,
558, 563
cf. canaliculatus 517 , 552 , 573,
674, *5t>9
düatatus 135, 273
Dumortieri *219
ellipticus Mill 687
Eschert ... 532, 540, 583
ginganteus 624, 527 et passim 583
•587
giganteus Seeb. (non Sehloth.) 5ir>7
Gingensis 527, B2C, 529, 532,536
et passim 574, 681, »580
hastatus . *215 et passim *277
infracanalicolattts . . 553, *5tS
irregularis . . 569, 570, 580
laevis *215
latesulcatus *2"7
latus 273
cf. latus 133, * 186
Moeschi 541, »589
pruecursor .... 54o, "5^*»
pressulus 219
8auYanausus . . *215, *278
SauTanausus Orb. (pars) . 278
sem iha; Latus 349
cf. semisulcatus 130, 133, * 180
•186, 252
jimilig 580
sp 501, 56 ö
species F. Boemer . . • 587
sp. indet. 251, 2ä2
tpinatus ... 515, 543, 544
snbfusiformis 27H
subbastatus ? 529
sulcatus Miü &8y
Trautocholdi 518, 525, 52«;, 52*,
529, 532, 536, 540, 541, 54:!,
561, 582, *bzl
triparthus .... 570, 574
oltimus 410
Digitized by Google
■
697
llpjetnnitos unicunahculatus ....
Helomnit von 8. Vigiho . v 21, III, *169
Cerithium
lf i %r « a
»
„ von In ad. del Monte 23, 114, *175
i «n
T 1 AI
iieronicpft Arcmaci u48, *645
cf. flexuosum . . .
633, «Hll
granulatocostatum . .
. . 558
„ dilaviana . . . 548, 564, *MG
*
muricato- costa tum . .
. . 527
_________ r o r *i~»t^
margopuncta .... oöo, *04u
*
„p. ...... .
„ icobinula . . 580, 635, 536, »645
jp. indet
641, »612
ni„. i ». „ _ _ v i n/*
. . 583
Ceromya
BourguelicruiUN rugosm Orb. . . . <;ul
Bayociana
516, 578
Bra*hio|iodi>u der grauen Kalke ron Sella 81
Orbignyana . . 533, 571, *612
Brainiopodriifauiin dos Muschelkalkes 1 1
papyracca 24, 26, 28,
108, 109,
110, 122, »163
( ameroscyphil Gresslvi *315
11
A — _ A 4 1 % A * F-
1»
^ _ ! _ _ - - * i • » a f v
. . 68
„ costata 424
67
68, 70, 92
/ * _ „ ,l ; ; _ „ ii * ■ am
eximia
. . 08
. C8, 93
M multiradiata . . . . 35, * 158
Heddingtonensis . .
265, »285
. . 161
• _ • t mm
a
. 67
„ itnatulum rnul. . . . r>78, 622
aalinaria . . 335,
340, 345
„ substriatulum Orb 622
•
sp 108,
•161, 516
„ triqueter . . 71, 73, 104, 124
»p. indet . . 269, '
»286, »608
laryophyjlus lapideus Bcheuohz. . . 300
terebra 24,28, 108, 147, 149,*161
latupygus rannatofl . . 408, 41;>, 421, 429
„ colombarius . . 418, 421, 425
turris
. . 161
1 aV 1 1 m Ii jt M Sk ^_ L. Ä — . s-\
Cbemnitzicn atu Ksinokalk . .
. . 72
Cbencudof
>or» complanata Orb. .
. . 313
1 1 a m n * « ♦ a . . L. J . A in
, Cassianus .... 42, 43, 49
ChenendroHtyphia clifosa . . .
. . «812
„ earyomphalus 38, *154, 347, 348
. . *313
. . *312
*
infracostata ■
. . »813
, Ruppelli 387
n
lamellosa . .
261», *313
('«riopor» arborcscens . . 634, 686 »644
punctata . .
. . *313
Chirodota
utava
535, *647
265, »297
Digitized by Google
698
Chondrites äcoparitt»547,550,568,5711 *6G5
(limrh A rnrdifYirmi»; Schluchz
. . 288
1 iil ari s 1 <iK
. . 68, 326
Oartipr i
Pnn^hnilon inf ru liaaiPii m
c\a viirorA
v Uli VUltlJ Ulli SiriUlUMl *
260. *302
ff OODc yßtricft •
• •
.... 163
^ « tru n c & tu in ....
050 »30 >
. . 126, *298
rnrhif^lln f iimiH a
. . 678
Courtfludina
617, 549, *648
rnrhiv Vh Hin ph
69
Carbala rurullfleformU
582, *618
^ 14 1 KJJCj l »IIA
245, 261, 269, *298
528. *617
üineensis .
RftS *fUQ
pAmilfinirft rml ithi ca
•655
izlandifera .
546 553 *648
ton Iii A^iiriA '^fif)_
266, *303
horrida
R/19
ßpftfti* nf AvnAra
•295
ÄW
ATimia
•503
frra f% \ 1 t a
*S(Y1
lftf'viiiHOula
1 crn n KArcrrtn ui <j
485
criilnriw RaMI
5(12
Pari cinnt i i.
„ OTispina . .
«filft
290
Craniolites vermicularis Bchloth .
. . 482
Crassatalla «ubribbosula . . .
412, 418
Aiik Ali
^'riaiiaLtp-i» nri <^rt
516
*174
PrihrnrnpliA rlivfi««. Rtall
312
rrateriformis EtaJl.
|f VI Mvi Uwi aaaaa u amaa*
. . 312
w transversa
infi-AOnstata Etall
313
Marco n Etall.
„ vesiculosa . .
. 406
, 413, 422, 458
ob! in ua Fita.ll
311
DnrnfA Ktflll
jf pu» au» wui. ■
812
Cirrhu nodosas . .
* •
542, 574, *609
reotans Etall. . .
frihrnup vnhi A Hau frier i
vr IUI Uoi/j piiiB DAugieri • »
. . 312
tum »Sil
„ superbtu . .
. . 332, 346
f^lftVMpfnrmi'i
*312
Cladophjlli» subdichotoma
.... 326
( öouftndi ....
•812
dijritalis . . .
•312
„ geniculatus
iV a vrai
•312
„ glauou« .
•312
ohlin ha
269. *311
•312
Oihrfwunnpia Haucieri Orb.
. . 311
. . 331, 342
„ cancellata Orb. ■
. . 314
„ canaliculatum .
. . 831, 342
„ Mflnsteri Orb.
. . 313
m r uouen •
• •
831, 838, 342
„ obliqua Orb. . .
. . 311
Codiojuis doma . . .
.408, 413, 418, 422
„ texat» Orb. . .
. . 311
Coelaster Mandelsloh!
„ textorata Orb. .
. . 314
Cricopora acutimargo ....
535 »641
„ cf. trigonalü
20, 133, »193
•658
. . 258, *300
. . »657
Digitized by Google
899
Umata •658
„ oolithica *657
„ pauperata .... 267, *307
retioulata *660
„ Sarthacensia . . . 266, *306
„ 8ehloenbachi *659
„ Sowerbyj *660
sp *397
„ aublenticnlaris . . . 266, *307
„ anprajnrenshi . . . 266, *308
„ Terqoemi 897
„ timarginata •306
„ vulgaris *661
„ Zitteli »657
Ctenostrfa Marcoasana .... 266, *289
„ pectiniformis »627
Cnenllaea cancellata Phill. (pars) . . 623
„ Lycetti *628
„ oblong» 533, 563, 565, 566, 667,
671, 674, 678, 681, 682, »623
Cipnlochonia grandii . . • . 269, »Sie
„ Oppeü *316
„ patella .... 269, *316
sp. ind 535, »668
„ aubhelrelloidea . . 549, *663
Capalacoelia Oppcli Etall 816
Capulospongia grandis Orb 316
„ patella Orb 316
Cnpre&soerinafl teweratus 894
CyataaerinuH rugosus 894
Cjeadites gramineus 580, »664
„ lanceolataa 680, *664
„ latifolioa 680, *664
n of. Pecteooidea . . . 580, *664
Cyelidi» 279
Cyclorrinas annularia Orb 651
„ rugosus . . . . . 685, *651
Cyclolithes Jungingenaia 636
Cypricardia oordiformia . 616, 578, "619
„ Fraoconica . . . 580, *619
„ incorvata .... 108, *164
Cyprian Caüiope *287
„ globoaa 428
„ orbioolata 428
„ lünplex 847, *391
Cyprta Rotxoana 108, *161
Cytaereis stimulea 265, «276
. 529,
66, 70,
Cytbereis Snevie» . .
D&chsteinbivalve . .
Defraaeia infraoolitbica
Dalphinnla Bonnardi .
„ aulcifera .
Dentalina pilloligera .
„ ßarthacenais
Diadem» depreaaum Agaii. .
r prJscum Aga**. . .
Diastopora diluriana Lamx. .
„ Nonnanniana Orb.
orbiculata Orb. .
petaloides . . .
scobioul» Mich,
subramosa . . .
Mich. .
>»
Dieeras ....
Diceroeardium Jani . . .35, 81
Dietyonoewlia cancellata Etall
532, «585
79, 88, 94
634, *64S
. . 417
831, 346
266, »304
266, *304
. . 660
. . 299
. . 646
. . 645
• 296
686, «646
. . 645
686, »645
. . 646
. . 108
, 84, •158
. 314
„ parva Etall. . .
„ aubtexata Etall. .
DiNrhonia jarenaia
DUeina Moeschi
Discoelia glomerata
Diaeohclix ap
. . 406,
314
814
314
•316
»»
granulosuü .
ef. trigonalig
549, »662
. . 516
409, 426
. . 299
269, »299
. . 185
Encrinites caryophyllitea Bchlotb. . . 300
Eacrinu» gracilia 49, 60
„ liliiformia ... 33, 42, 44, 68
Epiaster distinotus 407, 423
Equisetnm laterale 579, '666
Encharites rhombifer 535, *642
Encosmus decoratus Agass 299
Eacyclus
n
(?) 616
Centurio *611
Bathia . . 529, 533, 541, *611
pinguia 516
28, 116, *179
annularia . . . 635, *661
caryophyllatua 246 et
paaaim •800
245, 258, •800
Digitized by Google
700
. 215, 25*, *300
Hoferi «301
„ moniliformis Gdf. . . 301
„ nutans 245 et passim . *301
„ nutantiformis . ... 179
„ quinquangularis Schloth 300
Evinospongia oerea . . 72, 74, 77, 76, 93
Fauna von St. Cassian 153
Fische von Raibl G6
Flabellaria? viminea 580, *t>65
Flabellina semicristellaria . . . - . . *656
Flabelloerioos 394
Frondieolaria lingulifonnia . . 266, *305
Focoidenartige Abdrücke derSoaglia 14, 29
Fncoides scoparius Thioll 6G5
Fangia orbulites Larox 653
Galerites castanea 427
Galeropygas dUculu* 670
„ Ferryi 549, •650
Marcoui 585, 552, 5G7, «650
„ »ulcatus 549, *650
. . 3j, 80, *157
„ obtusa . . . 68, 71, 74, 98
„ Ostreae 412,414
der grauen Kalke ... 16
„ ton 8. Vigilio .... 21
„ des Numuliten-Gesteins . 27
„ des Dolomita von Letma 88
Gervillia acuta 515
„ amoena 816, *892
„ aviculoide? *218
„ bipartita 09. 70, 73, 74, 75, 77
„ Hartmanni 578
„ cf. Hartmanni . 533, 570, *G28
„ Meriani 73
oolithica 515, 543
„ praecursor . . 35, 80, 86, *159
„ praelonga 52G, 533, 572, 582,
•628
„ salvata 80, »160
„ sp 108, *1G6
„ sp. indet 536
„ tortuoaa 515, 52G, 628, 583, 543
subtortuosa . 51G, 542, 578 *628
„ vesioulosa 428
Glohicencha rotundata 424
Ulobose Ammoniten 340
tilyptieas hieroglypbicu* 12*1
Goniaster sp. ind 63o
Goniatites Bcaumonti 35(1
„ Dufrenoyi 35".
Eryx 35(1
„ infrafurcatug 355
tioniococlia clavaeformis Etall. . . . 312
„ dccorata Etall. (Gdf.?| . 314
„ Favrci Etall 812
„ intermedia Etall 312
„ Münzten Etall 313
parallcla Etall. (Gdf.?) . 814
„ subclathrata Etall. . . . 313
,. texturata Etall 314
Goniolina sp. ind •302
Goniomya Duboisi r.33, 5G7, 573, 5*1, *615
GoDiopygua Menardi 425
tienioseyphia cancellata . . . -fj'J, *3l I
„ ficiformia *31">
jurensis .... 269, *314
„ Münsteri »313
„ parva *314
„ subclathrata . . . . *313
texuta .... 269, »314
„ texturata. . . . 269, »314
GrefiSlya conformis 578
„ donaciformis Seebuch (non Gdf.) Ü13
„ elongata . . 24. 108, 109, *164
gregaria 533, 539, 544, 565, 582,
583, *Ü16
„ latirostris 533, 589, 541, 552, 507,
•571, 577, »Ol:,
„ zonata 543
Uryphaea arcuata 87, 1<»3
„ aus Uuteroolitb 104
„ Buokmanni Lyc .... 634
„ calceola 534, 636, 5StS 543, 544,
50 1, *634
„ controversa Waagen (n.Roem.) 291
„ cymbium 557
„ cymbium Buckm. (non Lam.) 634
„ dilatata *21*
„ lobata Quenst. . 541, 542, 54«;
„ lobata Quenst. < pars) ... 684
„ sublobata534, 541, 548, 568, 569,
570, 672, 574, 576, »634
„ cf. sublobata 517
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701
Halobia Lommeli 33, 45, 47, 18, 51, 55, 57,
.lanira notabilis ....
407, 418, 415
05, 06, 07, 70, 70, 02, *155, 320,
r quinquecostata . 407 et passim 000
330, 332, 347, 348
Mannte« Labatii 197
„ Ton Reifling
. . . 43, 50
Haplophrncniiiim coprolithiforme . . *G54
Iaoceranus amygdaloides .
.... 515
>lapto«tiche horrida . . . 205, 200, *303
„ arctus . . .
320, 332, 340
., cuneiformis
bafo 410, 423
ii cf- giganteus .
31, 130, *185
Hfmicidari» Huirii . •i)99
labiatus . .411
,417, 420, 424
th mithvm sentiro^a . . 505
„ polyplocus 534, 581, 582, *«27
„ scnticosa Etall. (non Schloth.) 295
,, problemnticus .
.... 273
„ tenuispina .... 534, *040
„ problematicug Orb. . . . 420
Hoterocidaris spiuulosa Roetner . . 519
111, 148, «173
Triireri . 517. 549. *G49
„ itriatuB . . 400 et passim
Heterophyllea . . 13, 18, *173, 328, 340
„ tenaistria . 535,
575, 578, *G52
Isoarca cordiformia . 245 et passim *288
„ reticulata 530, 534, 549, *G44
„ Loebensis ? ( artier
Ilettan^ia DionvillcnMj Terq. . . . 017
. . 407, 418
Gintrensis 528 534. 541 542 *G33
concentrica Quenst.
(non 8ow.) 022
tubercuJoiiifi ? f>48
,, cordata ....
571, 578, 022
„ cf. velatus 245, »290
„ Sohilli ....
.... »288
von 8 Viirilio . 21. 111. *173
„ truneata ? Etall.
.... 288
iliuitaliiliiis vtrrurojUH d'Orb. . .311
. . .74, 575
Koralle ip
.... *390
noiluloäus . 407 et nas^im 0<xi
. ... 111
„ subglobosus . 40G et passim 000
„ suborbicalaris 413, 415, 420, 422
Latomeandra Davidgoni
. . 579, »053
Brandis .... 381. 334. 340
„ Deglongcliampsi . .
515, 518, 543
Homomva cra«?iuscula 577
„ cf. Deslongchanip^i •
533, 582, *G16
„ noda (pars) Etallon (uon Young
? Horaera infraoolithica «642
„ oaudatus .... 578, *650
. . 133, »180
llypodiadema 108, *108
Lima alticosta 534, 541, 645, 653, 601, 606,
•025
Janirs aequicogtata . . 413, 415, 422, 429
loniricuuda . 422
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702
Coquandi 548, *G20
„ cordiforrais 577
„ (Ctenostrea) Maroous&na . . . «289
„ (Ctenostrea) peotinifonnis . . . »627 ,
„ duplicata ri28, 534, 641, 665, 566, 567 ;
„ doplieata Aut. 626 \
„ elongaia 4(>9, 413
.> Helena 572
„ heteromorpha ... 517, 557, 558
„ inoisa 584, *626
„ intermedia 424
„ Marcoasana 265, *289
„ multicostata 415
„ HiortensM *289
„ nodosa 8ehftbl 682
„ ornata 413
„ pectiniformil 534, 441, 543, 546, 548
et passim *»>27
„ Ponton» 677
n proboäcidea 616, 552
„ pseadocardium 415
M pseudovalis 534, *626
„ cf. punctata 561
„ Ramsaueri 347
. "P» 422
„ Eeichenbachi . . . 413, 418, 421
„ scoparia 561
„ semicircolaris 548
cf. semiciroularis
.671, *626
semiornata 429
429
250
572
„ simplex
„ ip. indet
,, >p. nov
„ sp. . . . 106, 114, «166, »174, *176
, striata 44
„ subconsobrina 422
substriata
u (non Gdf.)
289
„ «ulcata 567, 678, »624
„ tocta 413,415,422
„ tenuistriata 634, *625
„ von Ponte di Tierno 8
Lingula Beani 516
„ Pischeri 832, 347
„ Oxfordiana 268, »296
raboTalis 506
„ truncata Meyer 431
... 68
Lithodomns pygmaeus Quentt. . . . 624
Lithophaga pygraaea *624
Lozonena 334
„ elegam . . . 331, 334, 345
Lneina Bellona Morr. & Lyc. (non Orb.) 621
„ Gingensia 683, *621
„ cf. Lorieri 571
„ lyrata Aut (non PhiU.) ... 621
„ paradoxa . . 533, 682, 584, *621
„ of. plana 571
„ sp 526, 666
„ Wrigbti 577, *621
Lotraria elongata Gdf. 612
»> gregaria Roem 616
„ lyrata Sow 613
„ tenuistria Gdf. 612
Lyons ia abdaota 550, 578
Lyra Meadi • 506
Lyrodon gtriatum Gdf. (non 8ow.) . . 619
Macaudrewia 437, 460
„ diaculus .... 634, *63ö
„ cf. Meriani "638
Macrod on Hirsonensia 578
*p 582, «623
Maetronya globosa Ag. 287
Magai E?ansi 476
„ GeiniUi *474
„ orthiformis 606
„ pumilus Credn 470, 486
Magnosia decorata 246, *299
Maoon marginatum (pars) Gdf. . . . 315
Margin ulina ambigua. .... 26(5, *do:>
Megalodon carinthiacum W
Megalodas oolumbella 81
„ pumilus 106, 108, 122, 147, 14«
•165
„ soutatus 157
„ triqueter 35, 36, 65, 74, 80, 81,
84, 85, 167
Megerlea 464
„ Eiraldi *46ö
„ Guembeli *29S
n (?) hercynica *467
„ lima .... 4Uö et pataim
„ loricata *226
„ minima . - 258 et passim *293
„ peotunculoTdea 468
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703
Megerlea pectunculus Ai
it< . . . . 293
■jtillis
Cottai . 407, 412, 414, 418, 422
n
„ Raincoorti
n
imbrioatus Orb. (non Sow.) . 218
i*
„ gubtrigonella .
it
lineattti Auet .
i»
Melia
• • • • 360
w
Munateri. . 826, 332, 346, *392
ti
MiUe»«ra conifera Laim
»♦
„ ?straminea .
i»
peregrinoi Orb.
. . . 412, 422
„ straminea Quenit. (non Phill.) 641
i»
ti
Bowerbyanu* Orb. . . 569, 624
. 108, M65, 671
»
ii
Villereenais
M
of. Villenen'is
„ plicata 617, 633, 689, 542, 545,
Natica
548, 652, 567, 670, 571, 578, »624
♦1
II
of. Clytia . . .
^286
„ acalata . .
. . . . 533, *624
II
Comenuis . . .
• ♦ * • • 93
II
II
Monodonta laevigata .
. . . . 677, *609
II
incerta . . .
35, 80, 85, *150
Monotheles Bayocenais
. . . . 649, *662
»1
MtBttU lineata . .
. . 830, 834, 347
11
Leokbamptonensi
» 677
„ aaltnaria 43, 81
, 328, 332, 334, 347
»1
Moiltlivalti» gregaria M'Coy . . . . «j3
II
„ f trochoideB
530, 635, 650, 564,
II
speudospirata
326, 331, 334, 345
665, 566, »653
11
Naticella cosUta 42, 48, 45, 47, 49, 51, «5
Murchisonia tricarinata
326, 382, 346, *388
Nautilus acutus . . .
. . . 387, 342
Myacite» Fassaeruis 30,
41, 42, 47, 51, 63, 65
ii
Myarier der grauen Ka
Ike . . . . 16
ii
Myoconcha Brunneri
. . . . 80, #159
ii
breria . . .
828, 331, 388, 342
„ crassa
. . . . 557, 674
ii
ii ef. crassa
. . . . 548, *C24
«
,, oretacea
. . . . 418, 424
n
elrgans . 406, 407, 412, 414, 422
ii
„ Lombardier
73
>i
Fleariaoaniu
427
Myophoria Kefcrsteini
. . 67, 70, 73, 77
M
gasteroptychua
. . . 342, »350
„ nmltiradiata
1»
Gonlatitea 335,
837, 889, 342, 852
„ orbicolaris
M
heteropbylliu .
. . . 337, 342
II
laevigatus . .
. . . 427, 428
11
Largi liiert an na
. . . 421, 426
H
lineatua 517, 632 , 641, 544, 652,
„ bipartitus Odf. (non flow.) . 218
•590
n
meaodicus 334,
335, 837, 338, 842
45
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704
Nautilus planilateratns
„ Qnenstedti .
• *
334, 339, 342
„ Ramsaneri .
. 334,
336, 339, 342
Oettlospon^ia Fromenteli . . . 549, '662
„ rectangularis
„ roticulatus .
. 335, 339, 342, 352
11
„ Saliiburgensis
. 834,
336, 339, 342
n
ii
Orbicula radiata Moesch (non Phill.) . 296
„ Simonyi . 334, 836, 837, 339, 342
« * •
„ sp. indet.
au» Halobiaschichten . . *153
„ spirolobos
t% A i"\ in w c%
„ oonrergens 834 , 385 , 836 , 337,
„ Subelausus
838, 339, 342
,, trapezoidaliä
■ •
335, 339, 342
„ depreaanm . . .384, 389, 342
„ triangttlari« .
an i
„ latiseptatvm . . .829, 338, 342
IIA 111
„ monilifera
inj
ins *i*?Q
„ «aliaarum . 334, 837, 339, 342
■30 1 Oll}
„ costuluta . .
• •
. . . 412
Ostracite« gryphaeatus Sohl 291
„ pectiniformis 8chloth. . . 627
Ostrea 108, M66
n
«
Blandina 258, *290
ii
Neritit« albidus Scheut
• • 286
ii
calceola 616, 628, 642, $50, 555,
Neritop«.» albida . .
•635
„ compressa .
ii
carinata .... 407 et paasim
ti
Nearopor* Defranci .
ii
»i
coitata 550
Nearopteris laerigata
• • *
. 679, »664
ii
crenata 530, 534, 545, 553, 666, »635
Nodosaria detruncata
n
„ pistUltfonnis
• •
. 205, »308
M
. 2C6, #304
n
„ Sowerbyi .
ii
gregaria . *218
„ Waagen i .
Ii
Notidanus Münsteri .
ii
haliotididea . 407 et pasBÜn
Naelealites decollatus Quenst.
... 650
ii
lateralis ... 407 et pessim
... 299
ii
Nucula Aalen«« . 515,
518, 629, 533, *616
ii
ii
„ ct. Hammen .
»l
sandalina 660
, 245, *288
ii
sp. ind. 634, 540, *635
„ cf. subglobosa
« • •
. 582, *617
«
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705
gublobata Desh 634
„ resiculosa 428
Packjeardia rugoea G7
Paehyrisma columbella . . 335, 339, 346
Pauopaea caloeiformis 571
„ mandibula 422, 428
„ subovalia 543
„ Bubstriete 418, 424
Patella oonulu» 332, 346
Peeopteria curtata 580
tt . . . . 413, 415, 418
„ alternana 68, 826
„ ambigatu 530, 534, 542, 544, *632
„ ambiguu» Opp 682
„ •ratua 534, 539, *630
„ arcuatua 452
„ artioulatiu? 548
articulutuj Orb, Dow. (non Gdf.)
560, 668, 631
„ asper .... 407 et pasnim
„ barbatus 517, *631
„ ef. barbatus 534, 574
„ Beeren ... 406, 407, 409, 427
„ Brongniarti 413
„ oinetus ..... 634, 653, *630
„ comans 407, 418, 415
„ oonoentrioestriatiu . 332, 334, 347
„ oretosua 418
„ catiformis .... 330, 332, 347
„ demissus Gingensis Queast . 550
„ dentatus 574, %92
„ Dewalquei .... 544, 558, *i>31
„ düoifonnia 518, 526, 543, 544, *Ü29
„ cf. diaciformia .... 561, 581
„ elongatns . . . 418, 421, 424, 429
w filoaua 69, 73, 77
„ Genia 534, *632
„ Gingensis .... 534, 641, *629
„ inaequioottotua .... 266, »290
„ laerigatua sp. . . . 44, 108, 114
„ laeriradiataa . 684, 541, 545, *G83
„ äff. leminato 555
» »«na 5b3
„ ef. lens 646, 565
„ lena rar. Ziet. (non Sow.) . . 630
„ Margharitae 30
534, *629
Perten octocosUtua Roem 290
orbioularia 413, 429
peraonatua Ziet, Gdf. . 550, 630
pumilusölO, 517, 518, 52«, 528, 530
et passim r>83, *630
Saturnus 58t
cf. Saturnoa ... . 534, *629
«sutella 330, 847
Silenua 548
cf. spathulatus 558
sp '166, »174, *176
•p. indet .... 250, 269, *289
Hubfibrosutt *218
subpunctatus 258, *289
tenoicoatatui 332, 347
textorius ? 545
textoriua Gdf., Quen*t. (pars) 682
rubere ul os us Gingensis Quenst. 633
Timineus 265, *29(>
▼itreuB »218
B Ton Ponte di Tierno .... 8
Pectmcalas minimus Lang .... 293
. obaoletus .... 412, 414
Pedieellaria 8arthaoenais «300
Pelecypoden im grauen Kalke t. Sella 31
PeUarieu ArgoTianam »278
n deasitesta *608
PelUstes clathratua 409, 429
Pentaeriau Bajooenaia 549, 558, 559, »651
B Caput Medusae .... 122
, fcingulatiformis .... 179
„ oingulatua «801
eristagalli . . 535, 584 *i>51
cf. eristagalli . . . 627, 628
inornatua 558
Orbignyanus *218
cf. paradoxus *302
pentagonalis Orb. non Gdf. 218
subterea »21*, *S02
von Ponte di Tierno . . 8
r. Madonna del Monte 23, 108
v. Sega di Noriglio . 24, 115
„ Bp #168, '174, *179
Perispongia conica 315
„ reflexa Orb 815
• . . 09
45»
n
»
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706
Pen» crassitcsta . . . 530, 636, »628
„ lanceolata 413, 421
„ mytilotdei »218
„ sp. indet 249, 265, «289
Phasianella acumioata .... 331, 346
„ wiabUis 31, 68, 326, 331, 346
ap 108, *162
Pholadoniya allica 617
„ «tu Unteroolith . . . 105
„ carinate 569
eingabt« »287
„ cf. concentrica .... 287
„ contracta *615
„ deoorata Gdf., Seeb. (non
Hartm.) 615
„ fidicula 516, 533, 643, 546, 548i
652, 566, 667, »613
w gibbosa Opp. (non Mactra
gibbosa Sow.) ... 613
gig« «8
„ Oreenentis . 581, 682, *615
„ Heraulti . . 543, 676, 577
„ Heranlti Aut. . . . . 614
„ laeviuscula . . . 266, »286
„ media 577
„ Murehitoni 544
„ ovaUi Ziet., Quenst. (non
Sow.) 614
n OTolum 577
„ parcicosta . . . . 265, »286
„ parrula? 566
„ perovaliB .... 533, «614
ii gp. indet 537
„ transversa .... 682, *613
„ Wittllngeri 533, 663, 571, »614
Pholas 8elerotitei 414
PhoIid«phoru Beggiatinna . . 108, * 160
PbjUlitei von Botxo .... 105, 106
Pictetieriius paraaiticua «301
PUwlM (?) subcontrali* 418
Pinna ampla 578
„ Cottai 414
„ cuneata 578, *623
„ diluviana 414
„ Oalliennei 429
„ reticularis M59
„ *p 108, • 165
Finnigen* «p. . . .
Pithonotan gibbosura
. . 545
258, *275
258, »275
. . 422
. . 90
526, »636
. . 516
. . 684
625
Pitenellu
Placnnopsw ....
„ OingeDsis
„ Kurri . .
„ «p. . .
Plagiostoma sulcatum
Plannlaria elongata 397
Platystonia Hörne« . . 831, 346, »290
8ue>«i 331, 346
Pletaniuin depraratum *303
Plenrumya elegans . . . 108, 109, *164
elongata . . 533, 652, 677, 612
„ exarata ... 581, 582, »613
„ sinuota *218
„ tenniitria 533, 539,566, 567, 671,
577, »612
aotinomphala .... 516
Agathig 529, 533, 541, »609
Baucis .... 346, *387
Baugieri 516
cancellata 387
Daphne . . 332, 34«, -387
deoorata 542
äff. Ebrayana . . . 648
»
faaciaU
Fischeri
Haaeri . .
Mailleana .
Münsteri .
nexilis . .
Palemon
penpeotira
per versa
Reuasi . .
574, 677, *609
332, 338, 346
. 832, 34G
... 422
... 218
. 332, 346
... 650
... 417
. 332, 346
382| 338, 846
«p. . . 552, 556, 562, 573
«p. dir 633, *610
sp. indet. . . . «286, 511
subioalariformis 339, 346, 388
texte . . 407, 412, 417
turbinate ... 336, 346
Flicatnla catinus 517
„ inflate ... 406, 407, 409, 429
„ polyptica 517
„ ap. indet »290
Digitized by Gpogle
707
Polymorphie mutabilii . . . 207, *308
„ nitidiuscula . . 205, '308
Priyseypaia flabellum *315
Partellia abnormis 832, 346
„ Fischen . . . 332, 836, 346
Poracriaus »392
„ caudex *394
„ ornatus *895
„ reticolatua *395
Porospoagia dolata Etall 818
„ intermedia Etall. ... 314
marginata Orb., Etall. . 315
Poratoma Marcou «315
„ marginata *315
Posidoni» gigantea 31, 165
Posidononiya alpioa 6, 8, 21, 22, 104, 114,
115, 116, 118, 122, 149, "176
Ciarai. . 30, 49, 51, 53, 59
minuta ...... 104
164
38, • 154
»
n
n
„ Wengensis
Posidononiyea- ähnliche Abdrucke im
grauen Kalk ... 9
Proboscina Jacqnoti 538, *647
„ prorepena .... 685, *G47
Protocardia Hillana 412, 414, 418, 422, 428
„ etriatula. 515, 530, 539, *622
Pseadediadema depreeaam . 549, 550, *660
„ Langi .... 282, *299
„ priscum *299
Ptcrodonta in flaU 422, 424
Pallastra oblit» Phill 617
Parpariaa Bathis Orb 611
„ Sowerbyi .... 533, *611
Pastalopora arborea 586, *640
„ Quenstedti . 586, 586, *041
„ tenuis 536, *041
Pyeaodontenll, 23, 31, 108, 114, 117,*101,
•175
Pygaater Ferryi 64», *660
Pygaraa lampa« 425
Pyriaa Deamoulinsi 418
Uuenatedtia oblita . 615, 578, 682, »617
K<MÜ«Ii »P »174
agariciformis 413
,, Corna-pastoris 273
Retiseyphia oonioa 269, • 316
„ refleza *815
Betzia trigonella 49, 50
„ Sflasi . . 329, 831, 837, 342
Rhabdoridaris Anglo-Suerica 527, 629, 635,
649, 584, 649
. 617
„ Remun .
Rhabdophyllia clathrata
„ Jenenae
Rhynchooella antidichotoma
„ Arduennen&is
Arolica . .
ii
ii
■i
•298
•298
86
•396
. 494
. »218
245, *294
. . 178
. . 548
Atla . . .
Babeauana .
bilobata 6, 8, 11, 19, 22, 28,
25, 28, »174
8, 22, 26, 115,
u:
• 17
179
Carien . .
Carieri Dar.
cynocephala
dcfluxa . 10,
depre»Ba Dav.
DcBlongchampsi
coarctata . 115, 118, M78
compreB«a417, 420, 426, 460,
•489
compre&sa Dar. . 420, 486
conoinna .... 261, 578
... 548
... 495
... 426
. 617, 6G5
. 48, 60, 69
115, 118, * 179
428, 480
. . 517
330, 847, 307
dimidiata 408 et paasim *480
cf. demidiata .... *492
diBtraota . . . 534, *639
frontalia 617
Gibbsana Meyer . . . 431
Gingensia . 534, 641, *638
Urasana 410, 418, 42t?, 491,
•490
incuntjtans . . . 174, 488
lacunosa Etallon ( non
Schloth.) 294
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708
»
Rhyiehenella lacanosa (pars j Heer
(non Sohloth.) . . . 294
laeria 347
Lamarkana . 422, 425, *491
lata Orb 491
latissüaa Dar. . . 426, 486
lineolata 493
cf. lineolata .... 493
longicollis 328, 329, 336, 347
Mantellana 406etpaasim*494
Martini . . 410, 495, »499
. . . *218
»»
»
»t
i»
'»
»
«
>'
11
myriacantha
nuoiformis .
oligoptyeha
parrula . .
paucicosta Orb
puom Orb. .
. . 252
. . *498
542, -640
534, »689
. . 495
. . 496
487, »490
quadriplicata539, 545,548,560
quadriplicataDesl.(n.Ziet.)638
retrooita .... 332, 347
. . 517
373, 517
. . V500
■P M74
»p. nov 555
sparsicosta W aagen pars
(non Opp.) .... 294
spinoea . 527, 576, 578, 584
cf. spinulosa . . . . "295
cf. strioeinota .... *295
cf. strioplicata . . . *295
Bubtetraedra .... 553
. . 489
. . *218
trigona . . 121, 250, 251
triloboides 295
variabüia var. . . 550, 560
rertriplanata .... *496
vespertilio 417
Vilsens« ... 250, 251
Visulica »295
Ton Ponte di Tierno . 8
der grauen Kalke . . 19
ron Nomi 26
von 8. Vigüio 21, III, »174
409,
Rhynehoteuthis Coquandi
„ 8p. indei
Rocellari» sp. indet
Rosalina parapsis .
Rotalia pusilla
„ semiornata
„ tympanifonnis
Salenia petalifera
Scaphidia . . .
Scaphites aequalis
„ obliqnas
Schizodns . . .
Seeli »Stoma fasciatum
„ moniliferum
Scyphia canoellata Gdf.
Mflnsteri Gdf.
übliqua Gdf.
toxata (pars) Gdf.
texturata (pars) Gdf.
uvaeformi« Gdf.
„ verrucosa Gdf.
Scyphoides lapillns Scheuch*.
Sepigel von Lixzanella
„ von 8ega di Noriglio
Serpala . . .
„ filaria .
•i
ii
grandis
iimox .
plicatili«
cf. quadrilatera
septemeolcata .
. . '218
. . *27^
. . Ȇ12
2G6, »310
2C7, »3oy
. . •661
. . '310
409, 410, 429
279
7, 419, 421, 427
. . 406
108, »165
331, 346
331, 345
. 314
. 813
. 311
. 314
. 314
. 311
. 311
. 301
. 23
•168
•5*6
. 108,
532, 548,
. 532,
532, 546, •586
. 544, 565
...•586
. 526, 528
... 412
528 , 532, 544, 548, 565,
567, #586
flp. div «277
Siphonendca Entroohorum . . . 049, *G62
Siphonocoelia corrugata *311
Solanocrinus sp. »300
Solarium ornatom 428
Sparsispongia pustulosa »662
Sphaerites sp *3&2
Sphaerodus it*6
Sphaeralitos foliaceus 424
„ polycouilites 424
Spheuodas longidens «275
„ cf. longidens 17, 114, IIb, 130,
133, *175, '180, 'löO
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709
Sphrjiodus sp
„ «p. indei. . .
Sphenepteris ? lanceolata
muieoides .
n
. 556, *585
.... 252
. 579, '664
. 579, *664
. 579, »664
Spirifer fragil» 44, 59
„ hirsntoa 59
SpiriferiM Mentselii .... 32, 33, 50
SpirigW» Dealongchumpil 347
„ im 337, 347
„ Strobraayeri 347
Splrtllina tenuinsima Guerab. .... 303
Spirilecilill« panda 265, «303
Spiropora Deslongohampai .... *642
„ streroinee Haimo (pam) (non
Phill.) 641
SpOBdyln« pygmaeus Quenat 290
„ atriataB . . 407, 413, 415, 428
„ Yelatus Gdf. 290
Spoigitofl poratos Quenit. 312
Steiikohlenpflansea der Monti Piaani . 39
StolHspongift Coteeni .... 549, •662
Sttnoeoelia Ferryi 549, »662
Stmonia tubereulata . . 17, 27, 148, 150
Stomatopora cf. corallina *296
recarra . . . . 534, »647
Terquemi . . 530, 534, *647
Stonechinus rotnndus . . . . 115, • 179
•P 549
Stringocephalas 476
Stroastoportt porös« 68, 326
StfOpiOCU 548, • 585
Talpina edaliformis 535, *663
Tancredi» axinifonni« 515
„ donaeiformifl 150, 515, 526, 529,
537, 571, 574, 578, «617
cf. donacifonnis .... 528
Lycetti
Rollei . .
II
>1
Terrbflla cf.
rerfbratclla
•i
oarentonensis
Kransi Dar. .
. . 615
. . 515
582, 684
. . *277
. . 463
. . 464
408, 410, 418,
•461
. . 426, 606
. . . . 47U
Terekratolla (?) Fittoni »463
„ furoata 464
„ inoerta 426
r, Kneri »466
„ loricata Moesch, Etallon,
Cartier, Waagen (non
8ohloth.) 293
Menardi . 408 et paasim *458
(P) oblonga «463
oblong» Dar. 430
pectita . . . 425, 428, 506
(P) bifida «469
i>
n
n
Terebratel ton 8. VigUio . .
„ gp. der Schichten dp»
aoanthicus . .
Terekratola ala Markl. . . .
111
1
11
n
>»
11
11
angulata
angurtu
arcuata
arcaata Loriol
130
487
177
192
. . . 50, 59, 192
125
. . 121, 250, 251
426, 427, 446, *451
... 453
11
"218
11
473
'1
aoriculata A. Roemer . .
467
11
•218
1'
Beuumonti Arch. . . .
461
II
177
11
•218
"
bifrona . .117, 250, 251
, 2o 2
11
biplicata Gein. ....
446
11
445
II
biplicata . 406 et passim
•433
11
biplicata Orb. ... 435
, 442
n
biplicata rar. ■aleifera
499
»
Binnensdorffonsis 232, 245,
248,
269,
•292
11
437
n
cf. bianffarcinata 232 et p
•291
11
birallata . . 115. 119,
•177
'1
451
11
cf. Booii . . . M73,
•186
11
brerirostris A. Roem. . .
499
«
443
11
baconlenta Gein
442
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710
Terebratula cf. Brokmann» . . 534, *687
„ bullata 105
„ canalieulata Arcb. . . . 459
„ canalieulata A. Roemer . 458
capillata . 413, 418, 448, «454
„ oarinata 169, 538
„ Carteri 440, 444
„ Carteronana 437
„ ciothea 517
„ compresga Gein 486
„ conglobata .... 617, 571
„ eonvexa 8ow 486
„ oraniom 450
,, craasa Arcb 445
„ crassificata Arob. ... 445
„ corriconcba 8, 11, 19, 22, 26,
115, 116, 117, 118, *17G
H currirostriB A. Boom. 432, 440
„ deoemcostata A. Roem. . 476
„ deltoidea 192
„ depressa . 408, 418, 430, *447
„ depresaa Bnob 486
„ Deslongcbampsi (Kingia) . 464
„ Desnoyersi Arob. . . . 486
„ difformis Lam. .... 486
„ digona 669
dilatata 8ow. 486
„ dimidiata Sow. .... 486
„ diphoros 252
„ diphya6,13, 123, 126, 127, 129,
133, *192, 234, 235, 252, 253,
273
„ diphyoidw .... 134, 193
„ diaparilia Oein 469
„ dispariUi Orb 448
„ doraoplana 534, 553, 554, *636
„ dubia Arch. 486
„ . Dufrenoyi 000
„ Dutempleana Orb. . 433, 435
eroarginata 544
„ Eudesi 517
„ of. Eudesi 584, 640, 552, 553,
554, *687
faba 8ow 438, 437
„ Faojasi A. Roem. . . . 457
„ tfmbria 10, 24, 108, *16G, 577,
•687
Terebratula fimbriaeformis 10, 16, 24, 26,
108, 110, 113, 148, 151, •166
„ formoaa Ener. .... 469
„ Oalliennei «218
„ gallina Brongn 486
„ Gefion8,22, 114, 117, 118, •176
„ Gerda . 22, 26, 115, 118, * 176
globota ... 548, 558, 562
global ai . 634, 553, 554, *GM
„ cf. "gutta »292
„ Hebertina Oein. .... 469
hexagona 10, 24, 28, 108, 109,
110, »168
„ bippopus Oein 472
„ humeralis 437
„ impressa 21«
„ impreasa Dar 678
„ indontato 435
„ inreraa 177
„ inaignia 105
„ Iugleri Oein. . . . 493, 494
„ Keyserling! Arch. ... 453
Kleini . »587, 648, 658, 671
,, Kurri »292
„ Lacuuosa Moescta (n. Schlott) 294
„ lata Sow 486
„ latiaaima Sow 486
„ lentoTdea 443
„ lentoTdea Reusa . . 441, 444
„ Lereillei Arch 441
„ liroa Defr 469
„ lineolata Phill 493
„ longirostris #441*
„ longirostris Buch. ... 447
„ longirostri« A. Roem. . . 447
„ longiroetris subep. moravioa
Glocker 44»
„ loricata truncata Quenat. . 293
„ Mantelüana 8ow. ... 494
„ cf. Mantelliana F. Roem. . 496
„ Martini Mant 499
„ megatrema Sow 475
n Menardi Lam 458
„ Mentaelü 44
„ Meriani 576
„ raorarica .... 448, 449
Moutonana 45"
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711
Terebratala Murchiaoni et tu-. Arch. 450
„ nervienaia Arch 447
„ nnoiformis F. Roemer . . 496
„ nucleata 126, »292
„ numiamalis 450
„ obeaa .... »439, 446, 448
„ obeaa Dbt 433
obesa Stromb. .... 433
„ oblong« A. Roem. ... 461
„ oblonga 8ow 463
n obtuaa 8ow. . . . 433, 437
„ omalogastyr 168
„ cf. orbU 292
„ ornithocepbala . . 105, 168
„ OTata . . 421, 428, 453, 506
„ oroldea A. Roem. ... 433
„ OTordeu Oein. 433, 440, 447, 449
„ oroTdes rar. minima Oein. 474
„ pala .... 121, 235, 250
„ paaciooeta A. Roem. . . 494
„ peetoralis A. Roemer 443, 469
„ pectunoolai e Quenst . . 468
„ peroralil 517, 645, 546, 552,
560, 563
„ of. peroYftlis 11, 26, 108, 115,
•168, *178, 638, 545
„ phaseolina 413 et passim *441
„ pisum Oein 496
„ pisum 8ow 499
„ plicata . . . 548, 565, *638
„ plicatilis Buch 486
„ praelonga .... 437, 446
„ punctata 448
N piriformis 36, 86
„ radiana A. Roem. . . . 465
„ Ramiaueri .... 336, 347
„ Repeliniana Orb. . . . 449
„ reticnlata Qnenst. (non 8mith,
'•) 292
i (non Smith) 293
„ rerolota Arch. . . 436, 441
„ Robertonl 418, 480, 446, '450
„ Roemeri Arch 445
„ rostrata rar. Arch. . . . 486
„ Rotsoana 10, 16 , 24 , 26, 108,
109, 110, '166
„ RoTcrcdana . . 22, 115, M78
Tmkratula Rorsii et rar. Arch. . . 441
„ rugulosa Dar 451
„ rugulosa Morr. 426, 427, 451,
453
„ rustica Arch 455
M Bcabrosa *293
„ Snaldisensis Arch. . . . 486
„ Schafhautli . . .36, 80, 86
Bchenki . . . 250, 251, 262
„ lella . . 436, 437, »443, 446
,, sella A. Roem 441
„ semiglobosa 426
„ semistriata 453
„ sentioosa Cartier (non
Schloth.) 295
,. sexradiata Eug. Deslongch.
(Kingena) 470
„ 8owerbyi Hag. . . 439, 448
„ spathica Lam.? .... 218
„ spbaeroidalis . . . 105, 658
„ «p 556
„ ap. indet 250
, , spinosa Stoesch (non 8chlot-
heim) 296
Bquamoaa 426, 427, 452, 453,
506
„ 8trombecki 494
„ subpnnctata 448
„ subconcara Arch. . . . 473
„ sub peetoralis Arch. . . . 441
„ subaella 437
„ aubundata A. Roem. . 446
„ sulcifera Morr. A Dar. 433, *440
„ sulcifrons . . 22, 115, M77
„ tamarindus Dar. . . . 430
„ Teisenbergensis 177, 250, 251
,, Tobihatoheffl et rar. Arch. 441
„ Tornaoensis 408 et passim *445
„ Tornaoensis rar. erassa 443, 445
„ Tornacensis rar. Roemeri 436,
448, 445
„ triangulua 126
trigonella ...... 44
triquetra 13, 18, 20, 133, 192,
•193
„ truneata 8ow 458
„ truneata Ziet. (non 8ow.) 293
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712
Twebratula yarian» A. Roem. ra
r. . 496
m Verneuili Arch. . .
451, 453
Tknites cf. expansos .
.... 679, *663
„ Verneuili Eug.Desl. (Wald-
„ spongiosum
,, Yiqueineli Aroh . .
. . 447
Trichitea oostatus
. 441
n undulatua
578
„ Wacoensis F. Roem.
. . 469
Arebiaei .
Terebratulina chry*alii 408, 410, 413, 418,
n Bnobi Qein.
•457
„ costata 524, 633, 543, 546, 553,
, Defranoei Oein. .
. . 4.r,7
676, 577, 582, »620
, rigida ... 409,
410, *455
Terebratalites retioulatus Scbloth. (pars) 292
„ formosa
„ verroicularia 8chlotb. . 482
Goldfussi .
528, 639, 567, »619
, litterata Gdf. (non PhiU.) . 619
Textilaria Dumortieri ....
266, *309
„ pulchclla .
„ Trigeri
266, »308
„ Ramsayi .
Tliainnastraea Defraaoiana . .
574, 578
Mettenjis 635, 536, 577, »652
, Terquemi . 535, 678, »662
„ sp. indet. .
. . 287, 533, *621
Thecidea Essens» A. Roem. . .
. . 477
„ hieroglyphica Defr. .
. . 477
„ etriato 615,
630, 533, 548, 567,
„ bippocrepis Ooldf. . .
479, 482
671, 683
„ tetragona A. Roem.
. . 477
„ soleataria 412, 414, 418« 421, 442
„ trigona . .
. . 526, 633, *620
fl complanatum . . .
. 481
, tuberculata .
615, 626, 571, 682
„ corrugatum Boll. . .
. . 480
Trochoeyatüiin Magnevillianus . 549, «654
w digitatum . 408, 418, 418, *477
Trwhotoma carinata
. . . . 577, *610
„ fasciatus Sow.
w reoorrirostre ....
. . 485
„ Koniooki .
421, 506
„ Leymeriei
w cf. ornatueimn
* ... 541, »610
„ Ternuoalare ....
413, »482
„ sinistrorsos .
. . 331, 838, 346
„ Btrobiliformis
.... .'J31, 34ü
Tüecophyllia excarat» ....
535, »653
„ subduplicatus
Theeosiiilia grcgaria 535, 536, 575, 578, *653
Turbiuolia Delmontana
"2It>
548, *643
„ Magnevillianu iMicli. . . fi-VI
Tarbo Bathis Orb.
611
549, *643
„ Centurio MnsL
428
„ decoratus . .
. 326, 331, 338, 346
Taracia tirulensis 26, 108, 110,
122, 148,
„ delphinnloides
•162
583
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»
713
Tarb« ?gibbosus 515
gutta 316, »383
indutus 331, 346, «389
Leblanci 117
recteccHtatu* 42, 47, 49
solitarius 24. 31, 35, 80, 84, «155
„ »p 111, *173
„ sp. indet 529, *G(J9
„ sp. nor 556
Turbonillu subulata . . . 331, :iiG, *389
Turritflla cenomanensis 422
„ cf. olongiitu 518
Goldfimi 390
granulata . . 412, 414, 428
Haueri 390
Lombardica 80, 156
Neptuni 417
tornata 390
Trompiana 80, 156
costatus . . 106 et passira
8chcuchzeranus . . 406, 107
tuberculatus 407, 409, 410, 422
Tnrrilites
Turrilites undnlatus 442
Unicardiim depressum . . 578, 583, *622
„ cf. depressum 526
„ globosum *287
IJPSM spelaeus 149
Vaginuliiia raduliformis *.W5
Varigera Carentonensis 424
„ Guerangeri 422
Venus tenuis 583
Verrncocoelia uvaeformis EUU. . . . 311
„ Tcrrucosa Etall. . . . 311
VerrnCOscyphia insignia *311
Verrueospongia uvaeformis . . . . *31l
„ verrucosa . . 269, *311
Waldheimia 437, ir,o
» Da* 450
„ Eug. Desl 4:<7. 450
„ cf. orbis *292
* Waltoni 527
Waltonil Valenoiennesi Dar. ... 476
Zwei8Cba)er der grauen Kalke ... Ii)
Druck von C. R. Schuricli in München.
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«EOGNOSTISCH - PALAONTOLOGISCHE
BEITRÄGE.
ERSTER BAND.
ATLAS.
GEOGNOSTISCH-PALÄONTOLOGISCHE
BEITRAGE
HERAUSGEGEBEN
UNTER MITWIRKUNG VON DB- ü. SCHLOENBACH IN 8ALZGITTER
(HANNOVER) UND DB- W. WAAGEN IN MÜNCHEN
VOS
E. W. BENECKE,
DOCKNT AN DBB UNIVERSITÄT HBID8LBBB0.
ERSTER BAND.
ATLAS.
MÜNCHEN, 1868.
R. 0LDEKB0UR6.
Inhalt.
Tab. I— XI zu Benecke: Ueber Trias und Jura in den Südalpen, pag. 1
bis 204, December 18G5.
Tab. XII— XX zu Dittmar: Zur Fauna der Hallstädter Kalke, pag. 319
bis 398, November 1866.
Tab. XXI — XX III zu Schloenbach: Ueber die Brachiopoden der nord-
deutschen Cenoman -Bildungen', pag. 399— 50G, November 1867.
Tab. XXIV— XXXIV zu W aagen : Ueber die Zone des Amnonites Sowerbyi,
pag. 507 — 668, November 1867.
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Die Originalexemplare sflmmllicher auf den folgenden Tafeln abgebildeten Arten befinden
sieb, mit Ausnahme des in der Münchencr paläontologischen 8ammlung liegenden Ammo-
nUea. FUxuose sp. Taf. X. Fig. 1 a. b. und der Chemmtsia terebra Taf. V. Fig. 1, in
Sammlung.
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Taf. I.
Ansicht des Monte Baldo-Gebirges aus den Gärten zwischen Mori
und der Etsch, gegen Süden. Pag. 7.
A. Altissimo di Nago.
B. Monti Lessini.
a. (Im Thale) Tierno.
b. (Auf halber Bergeshöhe) Besagno.
c. (Am Horizont) Castell Brentonico.
d. Häuser, zu Besagno gehörig.
e. Kirche, zu Tierno gehörig.
1. Schichten der Bhyndtonella bilobata.
2. Schichten der Terebratula curviconcha.
(1 und 2 nicht in normaler Lagerung.)
3. Obere Grenze der grauen Kalke des Unteroolitbs.
4. Schichten der lihynclioneüa bilobata.
5. Schichten der Terebratula curviconcha.
6. Rothe Ammonitenkalke. •
(Schichten des Amtnonties acanthicus und der Terebratula diphya.)
7. Biancone.
8. Scaglia.
9. Nummulitengeatein.
(3—9 Normalprofil.)
10. Schichten der Terebratula curviconcha. (Oppel, Zeitschr. d. deutsch,
geol. Gesellsch. 18G3.)
11. (Im Thale) Basalt
12. Steinbruch im grauen Kalke über Besagno. (Winkler, Br. Leonh.,
Jahrb. 1865. p. 43.)
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Taf. H.
Obere alpine Trias.
Haiistatter Gruppe.
Fig. 1 a. b. Ceratites euryomphalus Benecke. Halobienschichten von
Prezzo in Iudicarien. Pag. 154.
Fig. 2. Ammonites gibbus Benecke. Halobienschichten von Co lere in
Val di Scalve (Provinz Breacia). Pag. 154.
Hauptdolomitgruppe.
Fig. 3 a. b. ? NaÜCA lncerta Benecke. Hauptdolomit von Storo in
Iudicarien. Pag. 156.
Fig. 4 a. b. Turbo solitarius Benecke. Abguss des Hohlraumes. Haupt-
dolomit von Sella bei Borgo im östlichen Südtirol. Pag. 155.
Fig. 5. Turbo solitarius Benecke. Hauptdolomit von Storo in Iudi-
carien. Pag. 155.
Fig. 6. PTurritella Trompiana Benecke. Hauptdolomit vom Monte
8. Emiliano bei Gardone (Provinz Breacia). Pag. 156.
Fig. 7. PTurriteUa Lombardica Benecke. Hauptdolomit vom Monte
8. Emiliano bei Gardone (Provinz Brescia). Pag. 156.
Fig. 8. Gervillia salvata Brunner. Hauptdolomit des Monte 8. Emi-
liano bei Gardone (Provinz Brescia). Pag. 160.
Fig. 9. Pinna reticularis Benecke. Hauptdolomit von Storo in Iudi-
carien. Pag. 159.
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Taf. III.
Südalpiner Dogger.
Fig. 1 a— c. Terebratula Rotzoana Schaur. Aus den grauen Kalken
ron Sega di Noriglio bei Roveredo. Vollständig ausgewachsenes,
sehr verdicktes Exemplar. Pag. IG 7.
Fig. 2 a. b. Terebratula Rotzoana Schaur. Ausgewachsenes, etwas ver-
dicktes Individuum. Sega di Noriglio bei Roveredo. Pag. 167.
Fig. 3 a. b. Terebratula Rotzoana Schaur. Ausgewachsenes Exemplar,
noch nicht vordickt. Sega di Noriglio bei Roveredo. Pag. 167.
Fig. 4 a. b. Terebratula Rotzoana Schaur. Exemplar mittlerer Grösse.
Sega di Noriglio bei Roveredo. Pag. 167.
Fig. 5 a.b. Terebratula Rotzoana Schaur. Junges Individuum. 8ega
di Noriglio bei Roveredo. Pag. 167.
Fig. 6a-c. Terebratula hexagonalig Benecke. Ausgewachsenes Exem-
plar. Aus den grauen Kalken von Volano bei Roveredo. Pag. 168.
Fig. 7 a— c. Terebratula hexagonalis Benecke. Junges Individuum von
Volano. Pag. 168.
Fig. 8 a— c. Terebratula fimbriaeformis Schaur. Aus den grauen Kal-
ken von Ghizzola bei Roveredo. Pag. 166.
Fig. 9. Terebratula fimbriaeformis Schaur. Aus buntem Marmor des
Unterooliths von Villa montagna bei Trient. Pag. 166.
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Taf. IV.
Südalpiner Dogger.
Fig. la— c. Ceromya papyracea Benecke. Au« grauen Kalken von
Volano. Pag. 163.
Fig. 2. PThracia tlrolensls Benecke. Aus grauen Kalken von Volano.
Pag. 162.
Fig. 3 a— c. PCypricardla incurvata Benecke. Aua grauen Kalken
von Volano. Pag. 164.
Fig. 4 a c. Pleuromya elegans Benecke. Aus grauen Kalken von
Volano. Pag. 164.
Fig. 5 a — c. Greaslya elongata Benecke. Aus grauen Kalken von
Volano. Pag. 164.
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Taf. V.
Südalpiner Dogger.
Fig. 1. Chemnitzia terebra Benecke. Aus grauen Kalken von Sega
di Noriglio bei Roveredo. Pag. 161.
Fig. 2. Chemnitzia terebra Benecke. Aus grauen Kalken von Sega
di Noriglio bei Roveredo. (8teinkern.) Pag. 161.
Fig. 3. Natlca Trldentina Benecke. Aus dem bunten Marmor mit Tere-
bratula fimbriaefarmis von Villa montagna bei Trient. Pag. 162.
Fig. 4. Trochus sinister Benecke. Aus grauen Kalken von Volano.
Pag. 162.
Fig. 5 a— c. Rhynchonella bilobata Benecke. Aus buntem Marmor
von Trambilleno bei Roveredo. Pag. 174.
Fig. 6. Rhynchonella bilobata Benecke. Aus buntem Marmor von
Trambilleno bei Roveredo. Pag. 174.
Fig. 7. Terebratula sulcifrons Benecke. Aus den Schichten der Tere-
bratula curviconcha (Klausschichten) von Madonna del Monte bei
Roveredo. Pag. 177.
Fig. 8. Terebratula Roveredana Bonecke. Aus den Schichten der
Terebratula curvicottcha (Klausschichten) von Madonna del Monte
bei Roveredo. Pag 178.
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Taf. VI.
Südalpiner Dogger.
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Fig. 1 a. b. Ammonltes fallax Benecke. Aus den Oolithen mit Amnio-
nitis Murchisonae von Cap. 8. Vigilio am Gardasee. Pag. 171.
Fig. 2. Ammonltes fallax Benecke. Durchschnitt. Ebendaher. Pag. 171.
Fig. 3 a. b. Ammonltes fallax Benecke. Innere Windungen. Ebendaher.
Pag. 171.
Fig. 4 a. b. Ammonltes scissns Benecke. Oolith mit Anmonites Mur-
chisonae von Cap. S. Vigilio am Gardasee. Pag. 170.
Fig. 5 a. b. Ammonltes ophioneus Benecke. Oolith mit Amnonites
Murchisonae von Cap. 8. Vigilio am Gardasee. Pag. 172.
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Taf. Vn.
Siidalpiner Malm
Schichten des Ämmonites acanthicus.
Fig. 1 a. b. Ämmonites isotypus Benecke. Aus dem rothen Ammoniten-
kalk von Sella bei Borgo inYal Sug an a (östliches Südtirol). Pag. 184.
Fig. 2. Loben von Ämmonites isotypilS nach einem kleineren Exemplar
von Sella. Pag. 184.
Siidalpiner Dogger.
Fig. 3 a.b. Ämmonites gonionotus Benecke. Aus dem Oolith von
Cap. 8. Vigilio bei Gar da am Gardaaee, mit AnmonHes Mttrchisotiae.
Pag. 172.
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Taf. VIII.
Siidalpiner Malm.
Schichten des Ammonites acanthicus.
1 a. b. Ammonites polyolcus Benecke. Aus dem rothen Ammo-
nitenkalk von Sella bei Borgo in Va! 8ugana (östliches Südtirol).
Pag. 182.
2. Loben von Ammonites polyolcus Benecke nach einem kleine*
ren Exemplar von Brentonico bei Roveredo. Pag. 182.
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Taf. IX.
Südalpiner Halm.
Schichten des Ammonites acanthicus.
Fig. 1 a. b. Ammonites etirystomus Benecke. Aus dem rothen Ämmo-
nitenkalk von Sella bei Borgo in Val Sugana (östliches Südtirol).
Pag. 181.
Schichten der Terebratula diphya.
Fig. 2 a. b. Ammonites praecox Benecke. Rother Ammooitenkalk Ton
Serrada bei Folgaria östlich Roveredo. Pag. 187.
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Taf. X.
Siidalpiner Malm.
Schichten der Terebratula diphya.
Fig. la.b. Ammonites. Flexuose sp. Von Prof. Oppel beiFolgaria
östlich Roveredo gesammelt. In dem paläontologischen Museum zu
München. Pag. 191. 135.
Fig. 2 a. b. Ammonites ptychostoma Benecke. Volano bei Ro-
veredo, Pag. 190.
Fig. 3 a.b. Ammonites geminus Benecke. Monte Nago bei Ro-
veredo. Pag. 189.
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Taf. XL
Stidalpiner Malm.
Schichten der Terebratula diphi/a.
Fig. 1 a— c. AmmODites hybonotus Opp. Von VolanobeiRoveredo.
Pag. 187.
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■
Tab. Xn. (1.)
Obere alpine Trias.
Hallstädter Gruppe.
Fig. 1. 2. pag. 350 (32). Nautilus gasteroptychus Dtm. Aus grauem
Marmor von Rossmoos (Graben gegen den Hallstädter See).
Fig. 3. 4. pag. 351 (33). Nautilus securis Dtm. in */.-» der natürlichen
Grösse. Aus röthlichgelbem Marmor vom LeislingkogeL
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Tab. XIII. (2.)
Obere alpine Trias.
Hallstädter Gruppe.
Fig. 1. 2. pag. 352 (34). Nautilus spirolobus Dtm. Aus grauem Mar-
mor vom Rossmoos (Graben gegen den Hallstädter See).
Fig. 3—10. pag. 349 (31). Aulacoceras reticulatum Hauer. Aus
fleischrothem Marmor von der Teltschenalp. Fig. 3 LängsschlifF.
Fig. 4 und 10 Seitenansichten zweier verschiedener Individuen. Fig. 5,
7 u. 9 Querschnittte an verschiedenen Stellen. Fig. 6 Rückenansicht
(Antisiphonalseite).
Fig. 11—15. pag. 350 (41). Ammonltes cicer Dtm. Aus gelblich-grauem
krystallinischem Kalkstein mit Amm. subbullatus , vom vordem Sand-
ling. Fig. 11 von der Seite, Fig. 12 von vorn, Fig. 13 von hinten,
Fig. 14 Medianschliff, Fig. 15 derselbe vergrößert.
Fig. 16-18. pag. 354 (36). Ammonltes (Clydonites) elevatus Dtm.
mit dem vorigen.
Fig. iy—21. pag. 353(35). Ammonltes (Clydonites) crassitesta Dtm.
In weissem krystallinischem Kalk mit Mangan «geschwärzter Schale er-
halten. Von der Teltschenalp.
Fig. 22—24. pag. 360 (42). Ammonites Simonyi Hauer. Junges Indi-
viduum aus fleischrothem Marmor von der Teltschenalp.
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Tab. XIV. (3.)
Obere alpine Trias.
Hallstädter Gruppe.
Fig. 1—8. pag. 354 (36). Ammonites (Clydonites?) modicus Dtm.
Graugelbe krystallinische Kalke mit Ammonites subbuüatus. Vorderer
Sandling.
Fig. 4—6. pag. 355 (37). Ammonites (Clydonites?) comatus Dtm.
Mit Mangan geschwärzter Schale auf weissem krystallinischem Kalkkern.
Teltschenalp.
Fig. 7—9. pag. 356 (38). Ammonites (Clydonites) obolinus Dtm.
Ebenso.
Fig. 10. 11. pag. 356 (38). Ammonites (Clydonites) Eryx Münster sp.
Aus rothem Marmor von der Teltschenalp.
Fig. 12. 13. pag. 360 (42). Ammonites Imperator Hauer. Junges In-
dividuum aus den gelblichgrauen krystallinischon Kalken mit Amm.
subbullatus. Vorderer Sandling.
Fig. 14. 15. pag. 361 (43). Ammonites caducus Dtm. Aus den gleichen
Kalken von derselben Lokalität.
Fig. 16—20. pag. 357 (39). Ammonites (Clydonites?) Henseli Oppel.
Ebendaher.
Fig. 21—23. pag. 362 (44). Ammonites fülminaris Dtm. Aus fleisoh-
rothem Marmor von der Teltschenalp.
Fig. 24—37. pag. 358 (40). Ammonites (Clydonites?) nasturtium
Dtm. Aus gelblichgrauem Kalk mit Amm. subbullatus. Vorderor
Sandling.
Tab. 44
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Tab. XV. (4.)
Obere alpine Trias.
Hallstädter Gruppe.
Fig. 1—7. pag. 362 (44). iimmonites lnermls Hau. Mit Amm. subbui-
latus am vordem Sandling.
Fig. 8. 9. pag. 304 (4G). iimmonites signatus Dtm. Von der Telt-
schenalp. Schale von Mangan geschwärzt, auf weissem krystallinischen
Kalkkern.
Fig. 10—12. pag. 358 (40). .Ammonites (Clydonltes) foliaceus Dtm.
Mit Amm. sttbbullatus am vordem Sandling.
Fig. 13—15. pag. 363 (45). iimmonites atropus Dtm. Von derselben
Lokalität, aber aus dunkelrothem Marmor mit Gasteropoden.
Fig. 16—19. pag. 365 (47). iimmonites niger Dtm. Teltschenalp.
Schale schwarz, Kern weisser krystallinischer Kalk.
Fig. 20. 21. pag. 365 (47). iimmonites vermetU9 Dtm. Ebenso.
Fig. 22. 23. pag. 366 (48). iimmonites turbinaDtm. Aus den tiefsten
weissen krystallinischen Kalken mit Rhynchonella dilatata und Amm.
bicornis vom vordem Sandling.
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Tab. XVI. (5.)
Obere alpine Trias.
Hallstädter Gruppe.
Fig. 1—8. pag. 367 (40). ilmmonites Saturnus Dtm. Gelblichgraue
Kalke mit Atnm. subbullattts. Vorderer San dl in g.
Fig. 9—11. pag. 369 (51). ümmonites Phoebua Dtm. Ebendaher.
Fig. 12—14. pag. 369 (51). ümmonites Janua Dtm. Ebendaher.
Fig. 15-17. pag. 370 (52). iimmonites Theron Dtm. Ebendaher.
Fig. 18. 19. pag. 371 (53). iimmonites Asbolus Dtm. An derselben
Lokalität, aber in dunkelrothem Marmor mit Gasteropoden.
Fig. 20-22. pag. 372 (54). Ammonites Pamphagus Dtm. Mit Ämm.
subbullatus am vordem Sandling.
Fig. 23—25. pag. 373 (55). iimmonites AgrioduB Dtm. Ebendaher.
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Tat je.
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Tab. XV1L (6.)
Obere alpine Trias.
Hallstädter Gruppe.
Fig. 1. 2. pag. 374 (56). Ammonites Aöllo Dtm. Aus fleiachrothem
Marmor von der Teltschenalp.
Fig. 3-5. pag. 374 (56). Ammonites Dromas Dtm. Ebendaher.
Fig. C. 7. pag. 376 (58). Ammonites furcatus Münster. Ebendaher.
Fig. 8. 9. pag. 375 (57). Ammonites senticosus Dtm. Ebendaher.
Fig. 10. 11. pag. 377 (59). Ammonites betullnus Dtm. Ebendaher.
Fig. 12 — 14. pag. 378 (60). Ammonites nodulosocostatus Klipstein.
Ebendaher. Fig. 14 stellt den letzten Lobus eines ausgewachsenen
Individuums von 0"117 Durchmesser dar, welches in der paläontolog.
Sammlung der Münchener Akademie liegt.
Fig. 15—17. pag. 380 (62). Ammonites erinaceus Dtm. Aus gelb-
grauem Kalk mit Amm. subbullatus. Vorderer Sendling.
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Tab. XVin. (7.)
Obere alpine Trias.
Hallstädter Gruppe.
Fig. 1. 2. pag. 382 (64). Ammonites Ladon Dtm. Aus fleischrothcm
Marmor der Teltschenalp. 2aLobenlinie eines jüngeren Individuums.
Fig. 3—5. pag. 382 (64). Ammonites Hylactor Dtm. Ton derselben
Fundstätte.
Fig. 6. 7. pag. 383 (65). Ammonites Harpalos Dtm. Ebendaher.
Fig. 8—10 pag. 384 (6G). Ammonites Oribasus Dtm. Mit Ammonites
subbullatus am vordem San düng.
Fig. 11—13. pag. 385 (67). Ammonites ThoUSDtm. Aus fleischrothem
Marmor von der Teltschenalp.
Fig. 14—16. pag. 386 (68). Ammonites Dorceus Dtm. Ebendaher.
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Tab. XIX. (8.)
Obere alpine Trias.
Hallstädter Gruppe.
Fig. 1. 2. pag. 388 (70). Murchisonia tricarinata Klipst. sp. Aus
rothem Marmor mit Gasteropoden. Vorderer Sandling. (Fig. 1
vergrössert.)
Fig. 3. pag. 387 (f>9). Pleurotomaria Baucls Dtm. Aus fleischrothem
Marmor. Teltschenalp.
Fig. 4. 5. pag. 387 (69). Pleurotomaria Daphne Dtm. Aus rothem
Gastcropoden-reichen Marmor vom vord. Sandling. (Fig. 4 vergrössert.)
Fig. 6. 7. pag. 389 (71). Turbo indutus Dtm. Aus fleischrothem Mar-
mor der Teltschenalp. (Fig. 6 vergrössert.)
Fig. 8. 9. pag. 388 (70). Turbo gutta Dtm. Ebendaher, in weissem
krystallinischen Kalkstein, mit Mangan -geschwärzter Schale erhalten.
(Fig. 8 vergrössert.)
Fig. 10. 11. pag. 389 (71). Turbonilla Sllbulata Dtm. In rothem Ga-
steropoden-reichen Marmor des vordem Sandling. (Fig. 10 vergrössert.)
Fig. 12—14. pag. 390 (72). Platystoma HörnesiDrm. Aus hellrothem
Marmor von dor Teltschenalp. (Fig. 12. 13 vergrössert.)
Fig. 15—17. pag. 391 (73). Cyprina Simplex Dtm. Linke Klappe.
Ebendaher.
Fig. 18-20. pag. 391 (73). Opts globata Dtm. Rechte Klappe. Aus
dem Gasteropoden-reichen Marmor am vordem Sandling.
Fig. 21—23. pag. 392 (74). Avicula quadrata Dtm. Linke Klappe.
Mit schwarzer Schale auf weissem krystallinischen Kalkkerne erhalten.
Teltschenalp.
Fig. 24. pag. 392 (74). OervilUa Hauerl Dtm. Linke Klappe. Au*
fleischrothem Marmor von der Teltschenalp.
Fig. 25. 26. pag. 392 (74). Mytilus Münster! Klipstein. Aus rothem
Gasteropoden-reichen Marmor des vordem Sandling.
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Tab. XX. (9.)
Obere alpine Trias.
Hallstädter Gruppe.
Fig. 1. 2. pag. 394 (76). Porocrinus Cftlldex Dtm. Aus fleischrothem
Marmor der Teltschenalp.
Fig. 3—5. pag. 39Ö (77). Porocrinus reticulatus Dtm. Ebendaher.
Fig. 6—8. pag. 395 (77). Porocrinus ornatus Dtm. Ebendaher.
Fig. 9. 10. pag. 395 (77). Cidaris lamellaris Dtm. Im rothen Gaste-
ropodenmarmor am vordem Sandling.
Fig. 11—13. pag. 396 (78). Koralle. Ebendaher.
Fig. 14. 15. pag. 396 (78). Rhizocorallium. Aus fleischrothem Marmor
von der Teltschenalp.
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Tab. XXI. (1.)
Norddeutsche Cenoman- Schichten.
Fig. 1, 2. Terebratula biplicata Sow. Aus dem Grünsande des Langen-
berges bei Quedlinburg. Zone der Trig. sukataria und des Catop.
carinatus. Zwei verschiedene Varietäten. Sammlung des Herrn Dr.
J. Ewald in Berlin. Pag. 433 (33).
Fig. 3. Terebratula biplicata Sow. Aus dem Grünsande der Water-
lappe bei Werl (Westphalen). Zone der Trig. sulcataria und des Catop.
carinatus ? Varietät, welche der Ter. sukifera Morr. entspricht Samm-
lung der königl. Bergakademie zu Berlin. Pag. 440 (40).
Fig. 4. Terebratula biplicata Sow. var.P Aus dem Grünsande von
Essen (Westphalen). Zone des Catop. carinatus und der Trig. sulcat.
Original der Ter. curvirostris A. Roem. Sammlung des Herrn Borg-
raths A. Roemer zu Hildesheim (Hannover). Pag. 440 (40).
Fig. 5. Terebratula biplicata Sow. var.P Aus dem Grünsande von
Fröhmern bei Unna in Westphalen. Zone des Catop. carin. und der
Trig. sukataria. Akademische Sammlung zu Münster (Westphalen).
Pag. 440 (40).
Fig. 6. Terebratula biplicata Sow. Aus dem Grünsande von Schelk
bei Unna. Zone des Catop. carin. und der Trig. sulcat. Akademische
Sammlung zu Münster. Pag. 433 (33).
Fig. 7. Terebratula Obesa Sow. Aua der oberen Kreide mit Beiern,
mucronatus von Rügen. Nach einem Modell der T. Sowerbyi Hag.,
zur Vergleichung mit der vorigen Art abgebildet. 7 d Ansicht des
Foramens eines Exemplars aus der Sammlung des Herrn Professor
Dunker zu Marburg in natürlicher Grösse. Pag. 438 (38).
Fig. 8. Terebratula Tornacensis Arch. Breite flache Varietät aus
dem Grünsande von Essen. Zone des Catop. carin. und der Trigon.
sukataria. Pag. 446 (46).
Fig. 9. Terebratula depressa Lam. Aus dem Grünsande von Essen.
Zone des Catop. carin. 9 b vergrößertes Schalenfragment. Pag. 448(48).
Fig. 10. Terebratula Robertoiii Arch. Aus dem Grünsande vom Langen-
berge bei Quedlinburg am Harz. Zone des Catop. carin. und der Trig.
sulcat. Sammlung des Herrn Dr. J. Ewald zu Berlin. Pag. 450 (50).
Fig. 11. Terebratula Robertoni Arch. Aus dem Grünsande von Essen.
Zone des Catop. carin. Pag. 450 (50).
Fig. 12. Terebratula arcuata A. Roemer. Aus dem Grünsande von
Essen. Zone des Catop. carin. und der Trigon. sulcat. Original zu
A. Roem., Kreid. t. 7, f. 18 aus der Sammlung des Herrn Bergrath
A. Roemer zu Hildesheim. Pag. 451 (51).
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Tab. XXII. (2.)
Norddeutsche Cenoman - Schichten.
Fig. 1. Terebratella Menardl Lamk. sp. Aus dem Grünsande von
Essen (Westphalcn). Zone des Cafop. carin. und der Trig. sukat.
Sammlung der königl. Bergakademie zu Berlin. Fein gerippte Varietät.
Pag. 459 (59).
Fig. 2. Terebratella Menardi Lamk. sp. Aus dem Grunsande von
Essen. Zone des Catop. curin. Grob gerippte Varietät (Terebr. cana-
Ueulata A. Boom.). Pag. 459 (59).
Fig. 3. Terebratella (?) Beaumonti Arch. sp. Aus dem Grünsande
von Essen. Zone des Catop. carin. Pag. 461 (61).
Fig. 4. Terebratella (?) Beaumonti Arch. sp. Ebendaher. Grösstes
mir beknnnt gewordenes Exemplar. 4 e. Inneres der grosseren Klappe.
Pag. 461 (Gl).
Fig. 5. Terebratella (?) Beaumonti Arch. sp. Restaurirte Darstellung
des Armgerüstes; restaurirt ist die Stellung (nicht die Form) des die
rückkehrenden Aeste der 8chleife verbindenden Querbandes (Brücke),
sowie die Länge der ansteigenden Aeste. Pag. 402 (62).
Fig. 6, 7. Megerleia (?) hereynica Schloenbach sp. nov. Aus dem
Grünsande des Langenberges bei Quedlinburg a, H. Zone des Catop.
caritiatus und der Trig. sulc. Steinkerne. 7 (aus der Ewald 'sehen
Sammlung) zeigt die Muskeleindrücke. Pag. 467 (19).
Fig. 8. Megerleia lima Defr. sp. Aus dem Grünsande des Langenberges
bei Quedlinburg. Zone des Catop. carinatus und der Trig. suk.
Steinkern eines ungewöhnlich grossen Exemplars. Sammlung des Herrn
Dr. Ewald zu Berlin. Pag. 469 (69).
Fig. 9. Thecidium vermiculare Schloth. sp. Inneres der kleinen (Dorsal»)
Klappe eines Exemplars aus dem untern Pläner (Zone der Trigonia
sidcataria) von Plauen bei Dresden, in zehnfacher Grösse. Samm-
lung des mineralogischen Museums zu Dresden. Pag. 482 (82).
Fig. 10. Thecidium vermiculare Schloth. sp. Inneres der grossen Klappe
eines Exemplars meiner Sammlung aus dem Grünsande von Essen.
Zone des Catop. carinatus und der Trigon. suk. In fünffacher Grösse.
Pag. 482 (82).
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Tab. XXm. (3.)
Norddeutsche Cenoman-ScliicliteiL
Fig. 1. Rhynchonella dimidiata Sow. sp. Grob gerippte Varietät aua
dem unteren Pläner, (Zone der Trigonia sulcataria) von Plauen bei
Dresden. Pag. 487 (87).
Fig. 2. Rhynchonella dimidiata Sow. sp. Fein gerippte Varietät (Ter.
latissima Sow.) aus dem Grünsande von Essen. Zone des Catopygus
carinatus und der Trigonia sulcataria. 2 c und 2d Durchschnitt der
grossen und kleinen Klappe. Pag. 488 (98).
Fig. 3. Rhynchonella cf. dimidiata. Steinkerne aus dem Grünsande von
Quedlinburg. Sammlung des Hrn. Dr. Ewald zu Berlin. P. 492(92).
Fig. 4. Rhynchonella cf. lineolata. Aus dem unteren Pläner, Zone
des Catopygus caritmtus und der Trigonia sulcataria, von Plauen bei
Dresden. Mineralogisches Museum zu Dresden. In doppelter Grösse.
Pag. 493 (93).
Fig. 5, 6. Rhynchonella Sigma Schloenbach sp. nov. Aus dem Grün-
sande von Quedlinburg. Zone der Trig. sulcataria und des Catop.
carinatus. Steinkerne aus der Sammlung des Herrn Dr. J. Ewald in
Berlin. Pag. 500 (100).
Fig. 7. Rhynchonella Sigma Sclüoenbach sp. nov. Aus dem Grünsande
von Essen. In doppelter Grösse. Pag. 500 (100).
Fig. 8. Rhynchonella Grasana Orb. Steinkerne aus dem Grünsande
von Quedlinburg. Zone des Catop. carinatus und der Trig. sulcataria.
8d zeigt die Eindrücke der Muskel, Ovarien etc. am Steinkern der kleinen
Klappe vergrössert, 8 e ebenso die der grossen Klappe. Pag. 496 (96).
Fig. 9. Rhynchonella Grasana Orb. Aus dem unteren Pläner von
Plauen bei Dresden. Zone der Trig. sulcataria. Schmale, stark
gewölbte Varietät. Mineral. Museum zu Dresden. Pag. 498 (98).
Fig. 10. Rhynchonella Martini Mant. sp. Aus dem unteren Pläner
mit Amin, tarians etc. Zone des ScaphiUs aequalis vom Flöteberge
bei Salzgitter (Hannover). Pag. 499 (99).
Fig. 1 1. Rhynchonella Mantellana Sow. sp. Aus dem Grünsande von
Essen; schmale flache Varietät. Pag. 495 (Ü5).
Fig. 12, 13. Thecidiura vermiculare SchloTh. sp. Aus dem Grünsandc
von Essen. Zone des Catop. carinatus. 12. zweiklappiges Exemplar
in fünffacher Linear -Vergrösserung. 13. Inneres der kleinen Klappe,
nach einem Exemplar des k. k. Hof- Mineralien - Cabinets zu Wien,
ebenfalls in fünffacher Grösse. Pag. 482 (82).
Fig. 14. Thecidlum digitatum Sow. Inneres einer kleinen Klappe aus
dem unteren Pläner von Plauen bei Dresden. Zone der Trigonia
sulcataria und des Catopygus carinatus. Achtfache Vergrösserung.
Mineralogisches Museum zu Dresden. Pag. 481 (81).
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Tab. XXIV. (1.)
Ausseralpiner Dogger.
(Zone des Ammonites Sowerbyi.)
Fig. 1. Belemnites Trautocholdl Oppel. Exemplar in naturlicher Grösse
von Gingen, im Besitze dos k. paläontologischen Museums in München.
1 a Ansicht von vorn, 1 b Ansicht von der Seite, 1 c Querdurchschnitt
etwas oberhalb der Alveolenspitze, 1 d, 1 e Querdurchschnitte durch den
Kegel. Pag. 587 (81).
Fig. 2. Belemnites brevlspinatus Waagen. Exemplar in natürlicher
Grosse von Gingen (Württemberg), im Besitze des k. paläontologischen
Museums in München ; 2 a Ansicht von der Seite, 2 b Ansicht von vorn,
2 c Längsdurchschnitt durch den oberen Theil des Belemniten, 2 d Quer-
durchschnitt etwas unterhalb der Alveole. Pag. 588 (82).
Fig. 3. Ammonites Brocchi Sowerby. Exemplar in natürlicher Grösse
von Altenstadt (Württemberg), im Besitze des k. paläontologischen
Museums in München ; 3 a Ansicht von vorn, 3 b Ansicht von der Seite.
Pag. 601 (95).
Fig. 4. Cbirodota atava Waagen. Kalkrädchen, sehr stark vergrössert,
von Gingen; 4 a Ansicht von dor Seite, 4 b Ansicht von oben.
Pag. 647 (141).
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Tab. XXV. (2.)
Ausseralpiner Dogger.
(Zone dos Ammonites S owerbyi.)
Fig. 1. Ammonites adicrus Waagen. Exemplar in naturlicher Grösse
von Gingen, im Besitz des k. paläontologischen Museums in München;
la Ansicht von der Seite, lb Ansicht von vorn. Pag. 591 (85).
Fig. 2. Ammonites patella Waagen. Exemplar in */■, der natürlichen
Grösse von Gingen, im Besitz des k. paläontologischen Museums in
München. (Die Stacheln auf den inneren Windungen sind zu deutlich
und stark hervortretend gezeichnet.) 1 a Ansicht von vorn, 1 b Ansicht
von der Seite. Pag. 597 (91).
Fig. 3. Ammonites patella Waagen. Loben eines Exemplar es von
Bayeux in natürlicher Grösse, im Besitz des k. paläontologischen
Museums in München. Pag. 597 (91).
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Tab. XXVI. (3.)
Ausseralpiner Dogger.
(Zone des Ammonites Sotoerbyi.)
Fig. 1. AmmOIlites jugifer Waagen. Exemplar in natürlicher GrösBe
von Gingen, im Besitze des k. paläontologischen Museums in München;
1 a Ansicht von der Seite , 1 b Ansicht von vorn (der Durchschnitt
erscheint etwas zu scharf eckig). Pag. 596 (90).
Fig. 2. Ammonites Gingensis Waagen. Junges Exemplar in natür-
licher Grösse von Gingen, im Besitze des k. pahiontologischen Mu-
seums in München; la Ansicht von der Seite, lb Ansicht von vorn.
Pag. 595 (8'J).
Fig. 3. Ammonites furticarinatus Quenstedt. Lobenzeichnung eines
ausgewachsenen Individuums von Gingen, im Besitzo des k. paläonto-
logischen Museums in München. Pag. 59G (90).
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Tab. XXVn. (4.)
Ausseralpiner Dogger.
(£one des Amnionitis Sototrbyi-)
Fig. 1. Ammonites fissilobatus Waagon. Exemplar in 3/$ der natür-
lichen Grösse von Gingen, im Besitze des königl. paläontologischen
Museums in München; la Ansicht von der Seite, 1 b Ansicht von vorn.
Pag. 599 (93).
Fig. 2. Ammonites Sowerbyi Miller var. Yerkiestes Exemplar in
natürlicher Grösse von Wentzen (Braunschweig), aus «der Sammlung
des Herrn Forstmeisters v. Unger in Seesen; 2a Ansicht von der
Seite, 2 b Ansicht von vorn. Pag. 590 (84).
Fig. 3. Peltarion densltesta Waagen. Exemplar in natürlicher Grosse
von Gingen, im Besitze des königl. paläontologischen Museums in
München ;
Fig. 4 dasselbe vergrößert; 4a Ansicht von rückwärts, 4b Ansicht von
vorn, 4c Ansicht von oben, 4d Ansicht von unten, 4e Ansicht von
der Seite. Pag. 608 (102).
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Tab. XXVIII. (5.)
Ausseralpiner Dogger.
(Zone des Ammonites Saußci.)
Fig. 1. Ammonites mesacanthus Waagen. Exemplar in 3/4 der natür-
lichen Grösse von Gingen, im Besitze des königl. paläontologischen
Museums in München, la Ansicht von der Seite, lh Ansicht von vorn.
Pag. Ö94 (88).
(Zone des Ammonites Sowerbyi.)
Fig. 2. Ammonites dlscites Waagen. Exemplar in natürlicher Grösse
von Dohnsen (Braunschweig) aua der ßammlung des Herrn Forst-
meisters v. Unger in Seesen; 2a Ansicht von der Seite, 2h Ansicht
von vorn. Pag. 599 (93).
Fig. 3. Purpurina Sowerbyi Waagen. Exemplar in natürlicher Grösse
von Gingen (Württemberg), im Besitze des königl. paläontologischen
Museums in München;
Fig. 4 dieselbe vergrössert; 4 a Ansicht von vorn, 4b von rückwärts, 4c von
unten. Pag. 611 (105).
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Tab. XXIX. (C)
Ansseralpiner Dogger.
(Zone dos Ammonites Sotoerbyi.)
Fig. 1. Ammonites polyacanthus Waagen. Exemplar in der natür-
lichen Grösse von Gingen, im Besitze des königl. paläontologischen
Museums in München; la Ansicht von der Seite, lb Ansicht von
vorn. Pag. 592 (8G).
Fig. 2. Cirithlum. cf. flexuosum Münster, etwas vergrößertes Exemplar
von Gingen, im Besitze des königl. paläontologischen Museums in
München. Pag. 611 (105).
Fig. 3. Trigonia trigona Waagen. Rechte 8chale nicht durch den
Spiegel gezeichnet in natürlicher Grösse von Gingen, im Besitze des
königl. paläontologischen Museums in München; 3a Ansicht von der
Seite, 3 b Ansicht von oben. Pag. 620 (114).
Fig. 4. Modiola scalata Waagen. Exemplar in natürlicher Grösse von
Gingen, im Besitze des k. paläontologischen Museums in München;
4 a Ansicht von rückwärts, 4b Ansicht von der Seite. Pag. 624 (Hb).
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Tab. XXX. (7.)
Ansseralpiner Dogger.
(Zone des Ammonites Sowerbyi.)
Fig. 1. Homomya gigantea Waagen. Exemplar in */7 der natürlichen
Grösse von Gingen; im Besitze des königlichen paläontologischen
Museums in München; la Ansicht von oben, lb Ansicht von der Seite.
Pag. 613 (107).
Fig. 2. Lima incisa Waagen. Rechte Valve eines Exemplars von Gingen
in natürlicher Grösse, im Bositze dos königl. paläontologischen Museums
in München; 2 a Ansicht von vorn, 2 b Ansicht von der Seite, 2c Durch-
schnitt durch einen Theil der Schale. Pag. 626 (120).
Fig. 3. Lima speildovalis Waagen. Linke Valve eines Exemplars von
Gingen in natürlicher Grösse, im Besitze des königl. paläontologischen
Museums in München. Pag. 626 (120).
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Tab. XXXI. (8.)
Ausseralpiner Dogger.
(Zono des Ammonites Sowerbyi.)
Fig. 1. Hlnnltes Gingensis Waagen. Exemplar der rechten Valve in */3
der natürlichen Grösse, am Wirbel etwas verdrückt und das sehr grosse
Byssusohr zum Theil weggebrochen, von Gingen, im Besitze des
königl. paläontologischen Museums in München; lb Theil der Schalen-
Oberfläche vergrössert Pag. 633 (127).
Fig. 2. Hinnites Gingensis Waagen. Exemplar der linken Valve in
natürlicher Grösse von Gingen, im Besitze des k. paläontologischen
Museums in München; 2b Theil der Schalenoberfläche vergrössert.
Pag. 633 (127).
Fig. 3. Pecten aratus Waagen. Exemplar der rechten Valve in natür-
licher Grösse, Byssusohr nach einem andern Exemplar ergänzt, von
Gingen, im Besitze des kgl. paläontologischen Museums in München;
3 b Theil der Schalenoberfläche vergrössert. Pag. 630 (124).
Fig. 4. Pecten laeviradiatus Waagen. Exemplar der linken Valve
in natürlicher Grösse von Gingen, im Besitze des k. paläontologischen
MuseumB in München; 4b Durchschnitt durch einen Theil der Schale.
Pag. 633 (127).
Fig. 5. Luclna paradoxa Waagen. Exemplar in natürlicher Grösse von
Gingen, im Besitze des königlichen paläontologischen Museums in
München; 5 a Ansicht von der Seite (linke Valve), 5b Ansicht von
vorn. Pag. 621 (115).
Fig. 6. Cypricardia Franconica Waagen. Exemplar der rechten Valve
in natürlicher Grösse von aussen und innen, von Pommer (Franken),
im Besitze des k. paläontologischen Museums in München. Pag. 619(113).
Fig. 7. Terebratula dorsoplana Waagen. Exemplar in natürlicher
Grösse von Gingen, im Besitze des kgl. paläontologischen Museums in
München; 7a Ansicht von der Rücken-, 7 b Ansicht von der Bauch-
seite, 7 c Seitenansicht, 7d Stirnansicht Pag. 636 (130).
Fig. 8, 9. Macandre wia disculus Waagen. Exemplare in natürlicher
Grösse von Gingen, im Besitze des k. paläontologischen Museums in
München; 8 ausgewachsenes Individuum, 9 Jugendform; a Ansicht von
der Rückenseite, b Stirnansicht, c Seitenansicht Pag. 636 (132).
Fig. 10. Rhynchonella distracta Waagen. Exemplar in natürlicher
Grösse von Gingen, im Besitze des k. paläontologischen Museums in
München; 10a Ansicht von der Rückenseite, 10b Ansicht von der
Bauchseite, 10c Stirnansicht, lOd Seitenansicht Pag. 639 (133).
Fig. 11. Cidaris OVispina Quenstedt. Stacheln in natürlicher Grösse,
von Gingen, im Besitze des königlichen paläontologischen Museums in
München. Pag. 648 (142).
Fig. 12. Cidaris Gingensis Waagen. Dreierlei Stacheln in natürlicher
Grösse von Gingen, im Besitze des königl. paläontologischen Museums
in München. Pag. 649 (143).
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Tab. XXXII. (9.)
Ausseralpiner Dogger.
(Zone des Amtnonites Sotcerbyi.)
Fig. 1—2. Terebratula globulus Waagen. Exemplare in natürlicher
Grösse von Gingen, im Besitze des k. paläontologischen Museums in
München; 1 Steinkern, 2 beschaltes Exemplar; a Ansicht von der
Rückenseite, b Stirnansicht, c Seitenansicht. Pag. 636 (130).
Fig. 3. Rhynchonella Glngensis Waagen. Exemplar in natürlicher
Grösse von Gingen; im Besitze des k. paläontologischen Museums in
München; 3a Ansicht vom Rücken, 3b Stirnansicht, 3c Seitenansicht.
Pag. 638 (132).
Fig. 4—5. Rhynchonella parvula Deslongchamps. Exemplare in na-
türlicher Grösse von Gingen, im Besitze des kgl. paläontologischcn
Museums in München; 4 ausgewachsenes Individuum, 5 Jugendfonn;
a Seitenansicht, b Stirnansicht, c Ansicht vom Rücken. Pag. 639 (133).
Fig. 6. Rhynchonella ( Hemithyrts) tenuispina Waagen. Exemplar
in natürlicher Grösse von Gingen, im Besitze des k. paläontologischen
Museums in München; 6a Stirnansicht, 6b Ansicht vom Rücken, 6c
Ansicht von der Seite. Pag. 640 (134).
Fig. 7. Rhynchonella oligoptycha Waagen. Exemplar in natürlicher
Grösse aus den Schambelen bei Baden (Canton Aargau), im Besitze
dos k. paläontologischen Museums in München; 7a Stirnansicht, 7b An-
sicht vom Rücken, 7c Seitenansicht Pag. 640 (134).
Fig. 8. Pustulopora arborea Waagen. Exemplar von Gingen, im
Besitze des k. paläontologischon Museums in München; 8a natürliche
Grösse, 8 b Stammtheil vergrössert. Pag. 640 (134).
Fig. 9. Stomatopora recurva Waagen. Exemplar von Gingen, im
Besitze des k. paläontologischen Museums in München; 9a natürliche
Grösse, 9b vergrössert. Pag. 647 (141).
Fig. 10. Pustulopora Quenstedti Waagen. Exemplar von Gingen, im
Besitze des k. paläontologischen Museums in München; 10a natürliche
Grösse, 10 b Stammtheil vergrössert. Pag. 641 (135).
Fig. 11. PTheonoa parvecristata Waagen. Exemplar von Gingen,
im Besitze des k. paläontologischen Museums in München; IIa natür-
liche Grösse, IIb Theil vergrössert. Pag. 643 (137).
Fig. 12. Berenicea margopuneta Waagen. Exemplar von Gingen,
im Besitze des k. paläontologischen Museums in München: 12a natür-
liche Grösse, 12 b Theil vergrössert. Pag. 646 (140).
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Tab. XXXIII. (10.)
Ausseralpüier Dogger
(Zone des Ammonites Soxcerbyi.)
Fig. 1. ?Neuropora foliaceA Waagen. Exemplar von Gingen, im
Besitze des k. paläontologischen Museums in München; la,b, c Ansicht
des Stockes von verschiedenen Seiten , 1 d Theil der Oberfläche ver-
größert. Pag. 642 (136).
Fig. 2. Ceriopora arborescens Waagen. Exemplar von Gingen, im
Besitze des k. paläontologischen Museums in München; 2a Bäumchen
in natürlicher Grösse, 2 b Theil der Oberfläche des Stammes vergrössert.
Pag. 644 (138).
Fig. 3. Proboscina prorepens Waagen. Exemplar von Gingen, im
Besitze des k. paläontologischen Museums in München; 3 a natürliche
Grösse, 3 b vergrössert. Pag. 647 (141).
Fig. 4. Berenicea cf. striata Reuse. Exemplar von Gingen, im Be-
sitze des k. paläontologischen Museums in München; 4a natürliche
Grösse, 4b vergrössert Pag. 646 (140).
Fig. 5. Defrancla infraoollthica Waagen. Exemplar von Gingen,
im Besitze des k. paläontologischen Museums in München ; öa natürliche
Grösse, 5 b Theil vergrössert. Pag. 643 (137).
Fig. 6. Escharites rhombifer Waagen. Exemplar von Gingen, im
Besitze des k. paläontologischen Museums in München; 6a Stämmchen
in natürlicher Grösse, 6 b Theil der Oberfläche stark vergrössert.
Pag. 642 (136).
Fig. 7. Cricopora acutimargo Waagen. Exemplar von Gingen, im
Besitze des k. paläontologischen Museums in München; 7a natürliche
Grösse, 7 b Staramtheil vergrössert. Pag. 641 (135).
Fig. 8. Diastopora subramosa Waagen. Exemplar von Gingen, im
Besitze des k. paläontologischen Museums in München; 8a natürliche
Grösse, 8b Stamratheil vergrössert. Pag. 645 (139).
Fig. 9—10. PHornera infraoollthica Waagen. Exemplare von Gin-
gen, im Besitze des königl. paläontologischen Museums in München;
a Ansicht von vorn, b Ansicht von rückwärts. Pag. 642 (136).
Fig. 11. Cupulochonia sp. Indet. Exemplar von Gingen, im Besitze
des k. paläontolog. Museums in München; lla,l> in natürlicher Grösse,
IIa Ansicht von oben, IIb Ansicht von der Seite, 1 1 c Theil der Unter-
seite vergrössert, 11 d Theil der Oberseite vergrössert. Pag. 603 (157>.
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Tab, XXXIV. (11.)
Ausseralpiner Dogger.
(Zone des Ämmonites Sowerbyi.)
Fig. 1. Bairdla Oingensis Waagen. Exemplar von Gingen (Württem-
berg), stark vergrößert. Pag. 585 (79).
Fig. 2. CythereiS Suevica Waagen. Exemplar von Gingen, stark
vergrößert. Pag. 586 (80).
Fig. 3. Haplophragmium coprolithiforme Schwager. Exemplar von
Gingen. Pag. 654 (148).
Fig. 4. Cornuspira oollthica Schwager. Exemplar aus den Schanr-
belen bei Baden (Canton Aargau). Pag. 655 (149).
Fig. 5. Lagena bullaeformis Schwager. Exemplar von Gingen (Würt-
temberg). Pag. 655 (149).
Fig. 6. Nodosaria Waagen! Schwager. Exemplar von Gingen.
Pag. 655 (149).
Fig. 7. Nodosaria detruncata Schwager. Exemplar aus den Scham-
belen bei Baden (Canton Aargau). P*g. 656 (150).
Fig. 8. Nodosaria Sowerbyi Schwager. Exemplar aus den Schani-
belen bei Baden (Canton Aargau). Pag. 656 (150).
Fig. 9. Cristellaria lepida Schwager. Exemplar von Gingen (Würt-
temberg), Ansicht von vorn und von der Seite. Pag. 657 (151).
Fig. 10. Cristellaria oolithica Schwager. Exemplar von Gingen,
Ansicht von vorn und von der Seite. Pag. 657 (151).
Fig. 11. Flabellina semicristellaria Schwager. Exemplar von Gingen
(Württemberg), Ansicht von vorn und von der Seite. Pag. 656 (150).
Fig. 12. Cristellaria Zitteli Schwager. Exemplar von Gingen, Ansicht
von vorn und von der Seite. Pag. 657 (151).
Fig. 13. Cristellaria limata Schwager. Exemplar von Gingen, Ansicht
von vorn und von der Seite. Pag. 658 (152).
Fig. 14. Cristellaria reticulata Schwager. Exemplar aus den Scham-
belen, Ansicht von vorn und von der Seite. Pag. 660 (154).
Fig. 15. Cristellaria inconstans Schwager. Exemplar von Gingen,
Ansicht von vorn und von der Seite. Pag. 658 (152).
Fig. 16. Cristellaria Schloenbachi Schwager. Exemplar von Gingen,
Ansicht von vorn und von der Seite. Pag. 659 ( 1 5b).
Fig. 17. Cristellaria follacea Schwager. Exemplar von Gingen, Ansicht
von. vorn und von der Seite. Pag. 659 (153).
Fig. 18. Cristellaria Sowerbyi Schwager. Exemplar von Gingen,
Ansicht von vorn und yon der Seite. Pag. 660 (154).
Fig. 19. Cristellaria vulgaris Schwager. Exemplar von Gingen,
Ansicht von vorn und von der Seite. Pag. 661 (155).
Fig. 20. Rotalia semiornata Schwager. Exemplar von Gingen, An-
sicht von vorn, von der Spiral- und Nabelseite. Pag. 661 (155).
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